Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. September 2018 bis Samstag 15. September 2018

Dreiundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Jesus, wahrer Mensch und wahrer GottSonntag
Mit Jesus die Menschenfurcht ĂĽberwindenMontag
Das nächtliche GebetDienstag
Jesu LehreMittwoch
Jesu AnspruchDonnerstag
Warum musste Jesus leiden?Freitag
Maria, unsere MutterSamstag


Jesus, wahrer Mensch und wahrer Gott

9. September 2018

23. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Petrus Claver SJ
Friedrich Ozanam
Hl. Audomar (Otmar) OSB, Missionsbischof

Ilka Haiberger

Mk 7,31-37
In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, aus dem Trubel des Alltags möchte ich mich dir zuwenden. Meine Sorgen und Aufgaben ruhen in diesem Moment. Jetzt suche ich deine Gegenwart. Ich brauche den Kontakt zu dir.

Bitte: Herr, öffne meine Ohren und löse meine Zunge, damit ich durchlässig werde fĂĽr dein Wort, damit ich wahrhaftig dein Zeuge bin!

1. Jesus ist wahrhaftig Mensch geworden. Jesus, die zweite Person der göttlichen Dreifaltigkeit, ist Mensch geworden mit Fleisch und Blut. Er hatte einen Körper, den er ganz normal benutzte: Er legte die Finger in die Ohren des Taubstummen und berĂĽhrte die Zunge des Mannes. Die Menschen baten ihn, den Kranken zu berĂĽhren. Jesus war ein Mensch zum Anfassen!

2. Aber Jesus ist natĂĽrlich nicht nur Mensch! Jesus blickte zum Himmel – nahm also Kontakt mit seinem himmlischen Vater auf – und heilte daraufhin den Taubstummen. Ohne Aufsehen, ohne Umschweife. Der Taubstumme war sogleich perfekt geheilt. „Er konnte richtig reden“.

3. Er hat alles gut gemacht. In diesen wenigen Worten: „Er hat alles gut gemacht“ liegt so viel Vertrauen. Wenn ich die Worte laut ausspreche, wird mein Herz froh und zuversichtlich. Auch Dankbarkeit schwingt mit. „Er hat alles gut gemacht“!

Gespräch mit Christus: Jesus, diese kurze Stelle aus dem Evangelium verrät mir viel von dir. Du gingst von einem Ort zum anderen. Du hast Kranke geheilt. Du hast mitten unter uns gelebt und gewirkt. Du warst wahrhaftig Mensch – obwohl du immer Gott bist. Lebe und wirke auch in meinem Leben! Heile, was bei mir verletzt und krank ist. BerĂĽhre mich und alle Menschen, die mir am Herzen liegen. Herr, das Geheimnis deiner Menschwerdung ist zu groĂź, als dass ich es wirklich begreifen könnte. Aber lass mich immer wieder darĂĽber staunen und im Herzen bewegen, dass du wahrhaftig uns ähnlich geworden bist, zum Greifen nahe – und doch unser Herr und Gott bist!

Möglicher Vorsatz: Ich will mich heute vom Herrn berĂĽhren lassen, damit sich meine Ohren öffnen und meine Zunge löst, damit ich höre, was wesentlich, und spreche, was notwendig ist.


Mit Jesus die Menschenfurcht ĂĽberwinden

10. September 2018

Montag der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Nikolaus von Tolentino OSA
Hl. Pulcheria, Kaiserin
Hl. Theodard, Bischof

Ilka Haiberger

Lk 6,6-11
An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen? Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund. Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und mein Gott! Hier bin ich vor dir in deiner Gegenwart, um von dir zu lernen. Ich öffne mein Herz, um dich einzulassen. Ich möchte dir in Freundschaft verbunden, ja, dein JĂĽnger sein, dir nachfolgen und dir ähnlich sein.

Bitte: Herr, lehre mich, was du mich heute lehren möchtest. Heiliger Geist, eröffne mir den Sinn der Schrift, damit ich höre und verstehe!

1. In der guten alten Zeit… Es war Sabbat und Jesus ging in die Synagoge. Dort trafen sich die gläubigen Juden, um zu beten und die Schriften zu hören, darĂĽber belehrt zu werden und zu debattieren. Lauter aktive und interessierte Gläubige. Zeiten der Volkskirche. Welch´ Eldorado im Vergleich zur mancherorts zu verzeichnenden GlaubensmĂĽdigkeit!

2. Doch es war keine reine Absicht. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hatten nicht nur ihr Gebet und die heiligen Schriften im Sinn. Statt sich an Gott Vater zu wenden, ihn zu loben und zu preisen, gaben sie auf Jesus Acht, ob er das Sabbatgebot halten wĂĽrde. Es ging ihnen dabei leider um den Buchstaben, nicht um den Geist, um ihre Position als Glaubenswächter, nicht als Diener der Wahrheit. In dem Moment hatten sie also keine reine Absicht mehr!

3. Jesus hat keine Menschenfurcht. Jesus wusste genau, was die Schriftgelehrten und Pharisäer wollten. Er konnte ihnen ins Herz schauen. Er stellte sie in Frage und schaute sie der Reihe nach alle an. Mutig – wie ich es wahrscheinlich nie wäre – bricht er dann um eines höheren Gebotes willen (das der Liebe) vor den Augen aller das Sabbatgebot. Um des Guten willen, dass er tun konnte, nahm er wissentlich in Kauf, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer wĂĽtend wurden und ihn schädigen wollten.

Gespräch mit Christus: Herr ich sehe, dass du, die Wahrheit, immer siegst. Du hast getan, was getan werden musste, bzw. was du tun wolltest. Ganz gleich, was es dich kostete. Du standest gerade, auch als sich die Stimmung der „Aufpasser“ gegen dich wandte. Herr, lass mich in schwierigen Situationen genauso handeln wie du!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte achtsam sein auf die Dinge, die wirklich zählen und ganz bewusst die Menschenfurcht ĂĽberwinden. Heute möchte ich einmal echt christlich handeln, wenn die Menschenfurcht von mir Besitz nehmen möchte.


Das nächtliche Gebet

11. September 2018

Dienstag der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ludwig IV. von ThĂĽringen
Hl. Maternus, Bischof
Hl. Johann Gabriel Perboyre CM

Ilka Haiberger

Lk 6,12-19
In jenen Tagen ging er auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel. Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot, Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde. Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, hier bin ich. Rede, denn dein Diener hört.

Bitte: Herr, schenke mir Stille fĂĽr die jetzige Gebetsgemeinschaft mit dir.

1. Innige göttliche Gemeinschaft. Welche Erfahrung das nächtliche Gebet auf einem Berg sein muss! Jesus verbrachte die ganze Nacht alleine auf dem Berg. Er war in Zwiesprache mit Gott Vater und dem Heiligen Geist. Was sie wohl alles gesprochen haben? Oder haben sie gemeinsam auch geschwiegen? Vielleicht haben sie ĂĽber die Wahl der Apostel gesprochen?

2. Gebet als Vorbereitung. Jesus bereitete durch das Gebet die Wahl der Apostel vor. Es war ein wichtiger Akt in der GrĂĽndungsgeschichte der Kirche. Es wurden die ersten und vielleicht auch wichtigsten Personalentscheidungen zum Aufbau der Kirche getroffen. Jesus erledigt eine so wichtige Sache nicht einfach im VorĂĽbergehen. Er bereitet sich eine ganze Nacht lang darauf im Gebet vor.

3. Die Nachwirkungen des Gebets. Nach dem nächtlichen Gebet versuchten alle Leute, ihn zu berĂĽhren, denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte. Das Gebet hat ungeheure Kraft! Das Gebet ist nicht nur fĂĽr uns einfache Menschen, sondern auch fĂĽr den menschgewordenen Sohn Gottes wesentlich. Wenn schon er so viel betete, wie viel mehr habe ich es nötig?

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, durch das heutige Evangelium sehe ich, wie wichtig das Gebet ist. Eigentlich weiĂź ich das schon sehr lange. Viele Menschen haben mir es schon gesagt. Doch immer wieder verkĂĽmmert mein Gebetsleben. Das tut mir sehr leid. Hilf mir weiter!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mir heute vornehmen, eine halbe Stunde extra zu beten – und vor wichtigen Entscheidungen ebenfalls eine extra Zeit fĂĽr das Gebet einzulegen.


Jesu Lehre

12. September 2018

Mittwoch der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Mariä Namen (Marion)
Hl. Guido
Hl. Degenhard

Ilka Haiberger

Lk 6,20-26
In jener Zeit richtete Jesus seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

EinfĂĽhrendes Gebet: Lieber Jesus, mit den Seligpreisungen hast du die Welt auf den Kopf gestellt. Du hast uns damit eine Lehre gegeben, die unserem menschlichen Streben entgegensteht. Das ist schwierig fĂĽr mich.

Bitte: Herr, öffne mein Herz und stärke mich, damit ich lernen kann, deinen Worten entsprechend zu leben! Hole mich aus meiner Komfortzone heraus und lass mich heilig werden!

1. Meine Träume, meine Ziele. In letzter Zeit denke ich öfters an meine Jugendträume zurĂĽck. Ich träumte von einem groĂźen eigenen Haus mit allerlei Luxus und groĂźem Swimmingpool im Garten. Dieses Ziel scheint immer unerreichbarer. Realistisch gesehen, werde ich es wohl nie erreichen. Wie so viele andere Ziele und Träume. Und wie reagiere ich darauf? Daran könnte ich verzweifeln!? In diese Stimmung fällt der Satz: „Weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.“ Jesus sagt mir, wie unwichtig weltlicher Reichtum ist. Was ist schon das irdische Leben im Vergleich zur Ewigkeit im Himmel? Wer weiĂź, was fĂĽr ein Trost mich im Himmel einst erwartet?

2. Was ist die größere Wirklichkeit? Jesus stellt das Diesseits dem Jenseits gegenĂĽber. Die Hungrigen werden satt werden, die Weinenden werden lachen, den Armen wird das Reich Gottes gehören. Im Jenseits wird vieles komplett anders sein als hier. Es wird sicherlich eine groĂźe Ăśberraschung sein, wenn wir wirklich sehen und begreifen, wie das ewige Leben im Himmel ist. Wir werden satt sein, lachen und unsagbar glĂĽcklich sein!

3. Worauf kommt es an? Es kommt darauf an, Jesus zu folgen, sein JĂĽnger zu sein. Wenn wir dann um seinetwillen ausgeschlossen und gemobbt werden, nennt uns Jesus selig. Er sagt uns, wir sollen uns deswegen freuen und jauchzen! Unglaublich. Das setzt echte Heiligkeit voraus!

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, die Seligpreisungen gelten als HerzstĂĽck deiner Lehre. Ich kenne die Worte und doch sind sie mir fremd. Immer wieder falle ich in die Denk- und Lebensweise des „alten Menschen“ zurĂĽck. Lass mich immer wieder neu umkehren zu dir, zu deinen Worten, zu deiner Herrlichkeit!

Möglicher Vorsatz: Ich nehme mir fest vor, spätestens jeden Sonntag in bewusster Weise mein Herz wirklich neu an Jesus auszurichten und festzumachen.


Jesu Anspruch

13. September 2018

Hl. Johannes Chrysostomus, Kirchenlehrer
Gedenktag

Hl. Notburga
Hll. Tobias und Tobit

Ilka Haiberger

Lk 6,27-38
Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wenn ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es euch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, diese Zeit gehört uns beiden zusammen. Ich habe mich hingesetzt, um in Ruhe mit dir zu sein.

Bitte: Lass diese Minuten fruchtbar sein fĂĽr mein Leben in dir.

1. In Jesu Nachfolge. Jesus spricht explizit die an, die „ihm zuhören“. Diese Aufforderungen gelangen nur ĂĽber uns zur gesamten Menschheit, wenn wir sie leben. Es geht um die Menschen, die ihm nachfolgen und ihm zuhören.

2. Viel zu schwer fĂĽr mich. Jesus fordert uns heraus. Er bittet uns scheinbar Unmögliches. Wie können wir leben, wenn wir immer mehr geben sollen, als von uns sowieso schon verlangt wird? Ist die Welt nicht eh schon ungerecht genug zu uns? Wie soll ich die zweite Wange hinhalten, wenn ich gerade geschlagen wurde? Muss ich mich und meine Ressourcen nicht verteidigen?

3. â€¦ und noch viel schwieriger!!! Die schwierigste Forderung ist das mit dem Verurteilen. Als normal geschulter und erzogener Mensch kann ich sehr schnell Menschen verurteilen. Ich fĂĽhle mich ja auch so ĂĽberlegen, wenn ich sehe, was andere alles falsch machen…

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, wenn ich dich nicht lieben wĂĽrde, hätte ich mich wegen der unmöglichen Herausforderungen längst von dir abgewendet. Wie soll ich deine Worte annehmen können? Wie kann ich so leben, wie du es von mir willst? Ich kann es nicht. Hilf du mir!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte die AnsprĂĽche, die Jesus an mich stellt, nicht ablehnen. Ich möchte sie annehmen. Ganz gleich, wie groĂź sie sind. Ich möchte Jesus immer wieder um seine Hilfe dabei anflehen.


Warum musste Jesus leiden?

14. September 2018

Kreuzerhöhung
Fest

Hl. Conan O'Rourke OCist, Märtyrer
Hl. Kreszenz, Märtyrer
Hl. Albert von Jerusalem, Bischof

Ilka Haiberger

Joh 3,13-17
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, heute gibst du uns Antworten auf die grundlegenden Fragen. Du bist es, der uns den Himmel erschlieĂźt. Du stellst die Verbindung zwischen dem gefallenen Menschen und dem Himmelreich her.

Bitte: Schenke mir Glauben, damit ich das ewige Leben habe!

1. Wer ist Jesus? Jesus legt im heutigen Evangelium Zeugnis dafĂĽr ab, dass er aus dem Himmel herabgestiegen ist. Jesus beantwortet damit höchstpersönlich die Frage seiner Herkunft.

2. Die Kreuzigung. Der Menschensohn muss erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Jesus erklärt mit diesen Worten den Sinn seines Kreuzestodes. Durch seinen Tod haben wir das ewige Leben, wenn wir an ihn glauben! Der Kreuzestod war von vornherein im Plan Gottes enthalten. Schon immer, auch beim Exodus des jĂĽdischen Volkes, wusste Gott von der Kreuzigung. Damals gab Gott die Anweisung, die kupferne Schlange am Stab anzuschauen, damit die, die gesĂĽndigt hatten, nicht starben. In ähnlicher Weise werden wir den ewigen Tod nicht sterben, wenn wir auf den gekreuzigten Jesus schauen. Wir werden nicht nur nicht sterben, sondern das ewige Leben haben!

3. Das Kreuz und die Liebe. Jesus spricht von der Liebe Gottes. Gott liebt die Welt so unendlich, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit wir das ewige Leben haben. Wir sind Gott auch nach dem SĂĽndenfall nicht gleichgĂĽltig. Er kommt uns in Jesus entgegen! Er kĂĽmmert sich um uns, er bemĂĽht sich um uns. Wir mĂĽssen einzig und allein nur an ihn glauben!

Gespräch mit Christus: Du, Herr, fĂĽhrst mich in die Tiefe des Glaubens. Du hattest uns die Zeichen schon vorausgesagt, bevor sie eintraten. Du kĂĽmmerst dich um uns, damit wir dich verstehen können. Du kennst unsere Schwerfälligkeit. Deswegen begleitest du uns Schritt fĂĽr Schritt; nach und nach enthĂĽllst du uns die tiefste Wahrheit ĂĽber dich, ĂĽber deinen Vater, ĂĽber den Heiligen Geist und ĂĽber das Himmelreich.

Möglicher Vorsatz:  Herr, ich will fest an dich glauben, damit auch andere an dich glauben können.


Maria, unsere Mutter

15. September 2018

Gedächtnis der Schmerzen Mariens
Hl. Dolores
Hl. Melitta Märtyrerin
Hl. Ludmilla
Hl. Roland, Einsiedler
Hl. Avia Marschner OSB

Ilka Haiberger

Joh 19,25-27
In jener Zeit standen bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den JĂĽnger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem JĂĽnger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der JĂĽnger zu sich.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus Christus, gib mir Raum, Ruhe und Frieden, um das Evangelium jetzt zu betrachten. Gib mir die Gnade, dass dein Wort in mir bleibt und Frucht bringt. Ich will dir jetzt zuhören.

Bitte: Lehre mich, deine Mutter als meine Mutter anzunehmen.

1. Nur wenige Menschen waren Jesus in seiner Sterbestunde nahe. Unter dem Kreuz gab es nicht viele Menschen. Die begeisterten Massen von Jesu Heil- und Lehrtätigkeit sind nicht da. Die JĂĽnger haben sich größtenteils aus der Gefahrenzone gebracht. Nur Johannes, der JĂĽnger, der sich von Jesus geliebt fĂĽhlte, und eine kleine Gruppe Frauen, darunter Maria, die Mutter Jesu, waren dabei.

2. Maria. Als Jesus seine Mutter sah, und bei ihr Johannes, stiftete er zum Vermächtnis zwischen beiden eine neue Beziehung: Seiner Mutter gab er Johannes als Sohn. Johannes vertraute er Maria an und gab sie ihm zur Mutter.

3. Maria, unsere Mutter. Johannes war der JĂĽnger, den er liebte. Er war der JĂĽnger, der sich von Jesus geliebt wusste. Er war der, der beim Kreuz ausharrte. Später war Maria nicht nur bei ihm, sondern auch bei den anderen JĂĽngern, als sie im Abendmahlssaal zum Gebet versammelt waren. Die Mutterschaft Mariens gilt nicht nur fĂĽr Johannes. Maria war auch den anderen JĂĽngern eine Mutter. Und wir stehen in deren Nachfolge. Und so gilt die Mutterschaft Marias auch fĂĽr uns. Das geht nicht nur aus dieser Evangeliumsstelle hervor, sondern auch aus der Geschichte. Wie oft und an wie vielen Orten ist nicht Maria als unsere Mutter in Erscheinung getreten?

Gespräch mit Christus: Herr, in deiner Sterbestunde hast du uns deine Mutter zur Mutter gegeben. Du hast uns nicht alleine gelassen, und du wusstest, wie sehr wir unsere himmlische Mutter notwendig haben. Ich danke dir fĂĽr Maria, die uns mĂĽtterlich begleitet und unsere FĂĽrsprecherin ist.

Möglicher Vorsatz: Heute bringe ich Maria Blumen. Am besten in die Kirche. Wenn das nicht möglich ist, dann am Wegesrand an einer Marienstatue oder einem Marienbild, oder auch im eigenen Haus.