Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. August 2018 bis Samstag 1. September 2018

Einundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Weggehen oder weiter mitmachen?Sonntag
Fromm und doch gottlosMontag
Das reine HerzDienstag
Das Netz der SĂŒndeMittwoch
Sei bereit!Donnerstag
Warten auf den BrÀutigamFreitag
Beauftragt, zu handelnSamstag


Weggehen oder weiter mitmachen?

26. August 2018

21. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Gregor von Utrecht OSB, Abt
Hl. Teresa Jornet (Teresia von Jesus) OSCI
Hl. Mirjam von Abellin, Ordensfrau und Mystikerin

Ellen Charlotte Petermann

Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der JĂŒnger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unertrĂ€glich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine JĂŒnger darĂŒber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nĂŒtzt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nĂ€mlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten wĂŒrde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele JĂŒnger zurĂŒck und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte in deinem Licht die Wahrheit erkennen. Eine Wahrheit, die nur du mir vermitteln kannst. Ich möchte dir in der Zeit des Gebetes jetzt ganz nahe sein.

Bitte: Jesus, erleuchte meinen Verstand und erfĂŒlle mein Herz mit deiner Botschaft!

1. Eine Krise in der Jesus-Bewegung? Wieso gibt es bei den JĂŒngern, die Jesus folgen, Krisenstimmung, so dass sich einige abkehren, seine Worte anstĂ¶ĂŸig finden und nicht glauben? Gerade diejenigen, die alles live miterlebt haben: die Wunder, die Heilungen, die Reden und Taten Jesu, sind nicht ĂŒberzeugt, glauben nicht. Jesus wusste das, hatte das sozusagen einkalkuliert. Jedenfalls, versucht er nicht, sie zurĂŒckzuhalten. Er lĂ€sst sie gehen.

2. Wollt auch ihr gehen? Was schwingt in Jesu Frage an die JĂŒnger mit an Emotion, an Anspannung. Wenn sie jetzt alle gehen, bleibt er allein zurĂŒck. Er weiß um den Unglauben vieler, bleibt aber seinem Anspruch treu und versucht nicht, jemanden aufzuhalten. Wieder ist es Simon Petrus, der zuerst das Wort ergreift mit der Frage: „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ Diese Frage drĂŒckt keine Ratlosigkeit aus, sondern seinen Glauben und die Erkenntnis, dass es wahrlich keine Alternative gibt, als Jesus treu nachzufolgen.

3. GrĂŒnde fĂŒr die Abwanderung. Könnte man die Menschen, die heutzutage aus der Kirche austreten, oder sich von Kirche und Gott bewusst distanzieren, mit den JĂŒngern von damals, die auch weggegangen sind, vergleichen? Oft ist es gar nicht die Kirchensteuer, die gespart werden soll. Manchmal tauchen die Menschen ab in GleichgĂŒltigkeit und Bequemlichkeit, manchmal haben sie aber auch bei uns nicht das gefunden, was sie suchten. Und wir sollten uns fragen, ob wir unseren Glauben authentisch leben, ob die Liebe Christi, von der wir erfĂŒllt sind, uns sozusagen „ins Gesicht geschrieben steht“, ob wir Christus ausstrahlen und so andere motivieren, darĂŒber nachzudenken, was das wohl fĂŒr ein Gott sein mag, der uns so glĂŒcklich sein lĂ€sst.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ohne dich bin ich nichts und vermag ich nichts. Nur du kannst meine Sehnsucht nach reiner Liebe und Seligkeit stillen. Ich danke dir, dass du immer fĂŒr mich da bist.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich vom Glauben getragen mit einem Arbeitskollegen oder einer Nachbarin sprechen und sehen, wie ich sie aufmuntern oder ihnen helfen kann.


Fromm und doch gottlos

27. August 2018

Hl. Monika, Mutter des heiligen Augustinus
Gedenktag

Hl. CĂ€sarius von Arles, Bischof
Hl. Gebhard, Bischof

Ellen Charlotte Petermann

Mt 23,13-22
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr zieht ĂŒber Land und Meer, um einen einzigen Menschen fĂŒr euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde FĂŒhrer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte ehrlich und authentisch meinen Glauben bezeugen. Lehre und erfĂŒlle mich mit deinem Geist, damit ich viele Menschen fĂŒr deine Botschaft begeistern kann.

Bitte: Jesus, lass mich immer authentisch christlich sein, wenn ich ĂŒber meinen Glauben spreche.

1. Das Himmelreich verschließen. Im heutigen Evangelium finden wir drei Weherufe Jesu. Jesus reagiert leidenschaftlich und sicher auch mit Zorn, wenn er erfĂ€hrt, dass Menschen mit ihren Worten und ihrem Verhalten anderen den Zugang zum Reich Gottes versperren. Wie weh muss ihm das tun! Die Schriftgelehrten und PharisĂ€er misstrauen Jesus, empören sich und sind hartherzig. Was sie selber ablehnen, wollen sie auch anderen nicht gönnen.

2. Falscher Eifer. Der zweite Weheruf klagt die Schriftgelehrten und PharisĂ€er wegen ihres falschen Eifers an. Sie hatten großen missionarischen Eifer, denn sie wollten Menschen fĂŒr ein Leben nach ihren Gesetzen gewinnen. Auch wir mĂŒssen vorsichtig sein, wenn wir Menschen fĂŒr unseren Glauben gewinnen wollen, damit wir ihnen den authentischen Christus vermitteln. Der christliche Glaube besteht nicht in der blinden Befolgung von Gesetzen, er bringt in Kontakt mit einer lebendigen Person: Christus. Den Himmel kann man sich auch nicht verdienen, wie die PharisĂ€er anscheinend dachten. Man bekommt ihn geschenkt!

3. Die Spitzfindigkeit der PharisĂ€er. Die PharisĂ€er wollen Ă€ußerst spitzfindig und raffiniert sein, was ihre Aussagen ĂŒber das Schwören angeht. Dabei muss niemand schwören, wenn ihm sein Wort ĂŒberhaupt etwas gilt. Sie prahlen ĂŒberall mit ihrer scheinbar makellosen Gerechtigkeit, fĂŒr die sie von anderen geachtet und bewundert werden wollen. In ihren Herzen sind NĂ€chstenliebe, Demut und Gottvertrauen eigentlich lĂ€ngst tot. So kann man niemanden fĂŒr das Reich Gottes gewinnen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bitte dich um deine immer wieder erneuernde Kraft. Schenke mir die FĂ€higkeit, gut zu unterscheiden, was falsch und was richtig ist.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich meinen Eifer fĂŒr Gott und seine Sache ganz im Verborgenen zeigen: im Gebet und in der Erhebung meines Geistes zu Gott.


Das reine Herz

28. August 2018

Hl. Augustinus, Bischof von Hippo, Kirchenvater
Gedenktag

Hl. Elmar von LĂŒttich, Bischof
Hl. Adeline, Äbtissin

Ellen Charlotte Petermann

Mt 23,23-26
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und KĂŒmmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Blinde FĂŒhrer seid ihr: Ihr siebt MĂŒcken aus und verschluckt Kamele. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und SchĂŒsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder PharisĂ€er! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, es ist nicht immer leicht, gut zu sein. Manchmal liegt es an den Mitmenschen, aber oft stehe ich mir auch selber im Wege. Allein vermag ich nichts – alles aber vermag ich in dir, der du mir Kraft gibst.

Bitte: Jesus, schenke mir den Mut zur Selbstreflexion. Lass mich in Demut meine SchwĂ€chen erkennen.

1. Gesetzeslehre ohne Seele. Und wieder klagt Jesus die PharisĂ€er und Schriftgelehrten an. Dieses Mal kritisiert er die Blindheit ihrer Gesetzeslehre. Sie pochen auf strengste Befolgung der kleinsten Kleinigkeiten. Das wĂ€re ja weiter nicht schlimm, wenn sie dabei nicht das wichtigste Gebot vernachlĂ€ssigen wĂŒrden, nĂ€mlich Gott und den NĂ€chsten aus ganzem Herzen zu lieben.

2. Reinheitsvorschriften fĂŒr das Ă€ußere Erscheinungsbild? Mit Übereifer praktizieren die PharisĂ€er ihre Reinheitsvorschriften, indem sie nicht nur ihren Körper, sondern auch ihre Trink-und EssgefĂ€ĂŸe peinlich sauber waschen. Leider vergessen sie, dass es nicht bloß um Ă€ußere Reinheit, sondern um die Reinheit des Herzens geht.

3. Ein reines Herz. Das Herz kann man sich nur schwerlich selber reinwaschen. Manchmal gelingt es mit ehrlichen TrĂ€nen. Jesus allein schenkt uns auf Dauer ein reines Herz. Die Reinheit des Herzens macht es uns möglich, in all unseren Lebenssituationen Gottes liebevolles Handeln wahrzunehmen. Und wir antworten dann auf natĂŒrliche Weise, indem wir diese Liebe Gott zurĂŒck schenken und an die NĂ€chsten weitergeben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du hast uns Menschen dein Herz geschenkt. Lass dein Feuer auch mich durchdringen, damit ich ein Mensch werde, der Liebe ausstrahlt.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich die Herz-Jesu-Litanei beten.


Das Netz der SĂŒnde

29. August 2018

Enthauptung Johannes des TĂ€ufers
Gedenktag

Hl. Sabina, MĂ€rtyrerin
Hl. Verona, Nonne
Hl. Theodora von Thessaloniki, Nonne

Ellen Charlotte Petermann

Mk 6,17-29
Herodes hatte Johannes festnehmen und ins GefĂ€ngnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fĂŒrchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schĂŒtzte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich fĂŒr Herodias eine gĂŒnstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten BĂŒrgern von GalilĂ€a zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen GĂ€sten so sehr, dass der König zu ihr sagte: WĂŒnsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die HĂ€lfte meines Reiches wĂ€re. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wĂŒnschen? Herodias antwortete: Den Kopf des TĂ€ufers Johannes. Da lief das MĂ€dchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des TĂ€ufers Johannes bringen lĂ€sst. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen GĂ€sten einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins GefĂ€ngnis zu gehen und den Kopf des TĂ€ufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem MĂ€dchen, und das MĂ€dchen gab ihn seiner Mutter. Als die JĂŒnger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, in Ehrfurcht komme ich zu dir. Wenn ich auf dich schaue, wird mir meine Kleinheit und SĂŒndhaftigkeit wie in einem Kontrastbild bewusst.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, komm mir entgegen!

1. Der Tadel des TĂ€ufers. Johannes hatte Herodes getadelt, weil dieser eine ungesetzliche Ehe mit der Frau seines Bruders eingegangen war. Herodias hĂ€tte Johannes am liebsten sofort töten lassen, aber Herodes unterband dies, denn er wusste, dass Johannes ein heiliger Mann war. Immer wenn er mit Johannes sprach, wurde Herodes unruhig, denn ihn plagte wohl das schlechte Gewissen. Im Grunde genommen wusste er, dass Johannes Recht hatte.

2. Der Racheplan der Herodias. Herodias bekam ihre große Chance, sich an Johannes zu rĂ€chen. Bei der Geburtstagsfeier des Herodes ließ Herodias ihre Tochter vor den GĂ€sten tanzen. Es war wohl ein erotischer, verwerflicher Tanz, ganz darauf abgezielt, Herodes zu betören. Herodes war voller Sinnlichkeit und sagte dem MĂ€dchen, dass er ihr jeden Wunsch erfĂŒllen wolle. Von ihrer Mutter angestiftet, bat sie um das Haupt des Johannes.

3. Herodes in der Falle. Jetzt saß Herodes in der Falle. Gegen seinen eigenen Wunsch und wider besseres Wissen gewĂ€hrte er diese Bitte. Die SĂŒnde hatte das Netz um ihn gesponnen und er wurde das Opfer einer bösen Frau, eines erotischen Tanzes und seiner eigenen ZĂŒgellosigkeit. Die JĂŒnger reagierten auf dieses grausame Verbrechen mit stiller Liebe: Sie begruben Johannes und informierten Jesus.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, bewahre mich vor Zorn und Neid. Vertreibe die Unbarmherzigkeit aus meiner Seele und lass mich nie das Opfer böser Versuchungen und Manipulationen werden.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich eine ausfĂŒhrliche Gewissenserforschung machen.


Sei bereit!

30. August 2018

Donnerstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Heribert von Köln, Bischof
Hl. Ingeborg, Königin
Hl. Felix, MĂ€rtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Mt 24,42-51
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wĂŒsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, wĂŒrde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen? Selig der Knecht, den der Herr damit beschĂ€ftigt findet, wenn er kommt! Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anfĂ€ngt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in StĂŒcke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte so leben, dass du an jedem Tag kommen kannst und mich bereit und wachsam vorfindest.

Bitte: Jesus, hilf mir, dass ich mein Leben jeden Tag neu auf dich ausrichte.

1. Niemand kennt das Datum. Niemand weiß, wann das Ende der Welt kommen wird. Das bleibt allein Gottes Geheimnis. Allerdings muss das Geheimnis nicht gelĂŒftet sein, damit wir wissen, dass der JĂŒngste Tag das große Ziel ist, auf das wir in unserem Leben zugehen. FĂŒr alle, die zu Jesus gehören, beginnt mit dem JĂŒngsten Tag der beste Teil ihres Lebens.

2. Wir sollen vorbereitet sein! Warum erzĂ€hlt Jesus diese Gleichnisse so ausfĂŒhrlich? Warum sollen wir auf den JĂŒngsten Tag vorbereitet sein, wenn doch schon Generationen vergeblich darauf gewartet haben und uns keine klare Frist gesetzt ist? Wenn wir das genaue Datum kennen wĂŒrden und wĂŒssten, dass es nach unserem Tod eintrifft, könnten wir die Vorbereitung vor uns herschieben und uns bis fast ganz zuletzt auf das Diesseits konzentrieren. Das möchte Jesus sicher nicht. Er möchte, dass wir in dieser geistlichen Spannung leben und so zu jeder Zeit auf sein Wiederkommen vorbereitet sind.

3. Die VergĂ€nglichkeit des Alltags. Jeder kann jederzeit neu anfangen, sein Leben neu ausrichten auf die Wiederkunft Christi. Wir können tĂ€glich unsere Glaubenslampen neu auffĂŒllen lassen mit frischem Öl vom Heiligen Geist, zum Beispiel in den Sakramenten. Wir sollten uns nicht von EnttĂ€uschungen und Misserfolgen aus der Vergangenheit entmutigen lassen. Wir sollten vertrauensvoll in die Zukunft schauen, mit den Augen und dem Herzen des Glaubens. Auch sollten wir uns nicht tĂ€uschen lassen von der VergĂ€nglichkeit dessen, was wir tĂ€glich erleben, sondern uns festmachen in Jesus. Dann werden wir auf seine Wiederkunft gut vorbereitet sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mein Herz brennt vor Sehnsucht nach dir. Ich möchte immer bereit sein fĂŒr dich.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich einen Freund einladen, mit mir eine gute Tat zu vollbringen. Ich werde aber nichts ĂŒber meine tiefste Motivation hierzu sagen: die Vorbereitung auf den JĂŒngsten Tag.


Warten auf den BrÀutigam

31. August 2018

Freitag der einundzwanzigsten Woche im JahreskreisHl. Raimundus Nonnatus, Mercedarier
Hl. Wala OSB, Abt

Ellen Charlotte Petermann

Mt 25,1-13
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem BrĂ€utigam entgegengingen. FĂŒnf von ihnen waren töricht, und fĂŒnf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in KrĂŒgen mit. Als nun der BrĂ€utigam lange nicht kam, wurden sie alle mĂŒde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der BrĂ€utigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder fĂŒr uns noch fĂŒr euch; geht doch zu den HĂ€ndlern und kauft, was ihr braucht. WĂ€hrend sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der BrĂ€utigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die TĂŒr wurde zugeschlossen. SpĂ€ter kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus ich bin glĂŒcklich ĂŒber deine NĂ€he. Immer wieder darf ich dich finden und mich bei dir bergen.

Bitte: Jesus, schenke mir Klugheit, damit meine Entscheidungen immer im Einklang mit deiner Liebe stehen und ich die Mittel einsetze, die zum Ziel fĂŒhren.

1. Wann kommt er endlich wieder? Wann kommt Jesus endlich wieder und holt uns in den Himmel? Diese Frage mag viele Christen beschĂ€ftigen, wenn sie den Zustand der Welt betrachten. Andere sehnen vielleicht diesen besonderen Tag ĂŒberhaupt nicht herbei. Sie leben fröhlich ihr Leben und hoffen sogar, dass er nicht so bald kommen wird. Wieder andere, deren Leben von Kummer und schwerer Krankheit gezeichnet ist, sehnen sich regelrecht nach dem Himmel, nach dem JĂŒngsten Tag. Jeder Mensch steht ja mit seinem Tod vor seinem Richter und damit auch gewissermaßen an der Schwelle zum JĂŒngsten Tag.

2. Mit Verzögerung rechnen. Mit dem Gleichnis von den Jungfrauen sagt uns Jesus: Wundert euch nicht, wenn der JĂŒngste Tag spĂ€ter kommt, als ihr denkt. Rechnet vielmehr damit. Stellt Euch darauf ein. Genießt die Vorfreude, wartet auf mich. Ich komme mit Sicherheit!

3. Das Glaubenslicht. Bleibt wach! Bleibt dran am Glauben! Haltet euer Glaubenslicht am Brennen. Seid vorausschauend und klug, damit euer Glaube kein Strohfeuer ist, sondern eine dauerhafte Glut, die bis ans Ende eurer Tage leuchtet. Den Brennstoff fĂŒr das Licht bekommt man durch die werktĂ€tige Liebe, in den Sakramenten, der Eucharistie, der Beichte und im Gebet. Lassen wir uns von Gott mit dem Öl des Glaubens versorgen, lassen wir unser Glaubenslicht brennen in der Vorfreude auf das Hochzeitsmahl im Himmel.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich warte gerne auf dich, jeden Tag, denn ich weiß mit großer Gewissheit, dass du wiederkommen wirst. Dann wird meine Freude groß sein.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mir ĂŒberlegen, welche Möglichkeiten es fĂŒr mich gibt, mein Glaubenslicht am Brennen zu behalten.


Beauftragt, zu handeln

1. September 2018

Samstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Rut, Ahnfrau Jesu
Hl. Ägidius, Abt
Hl. Verena, Einsiedlerin
Aloys Scholze, Pfarrer († im KZ)

Ellen Charlotte Petermann

Mt 25,14-30
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fĂŒnf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen FĂ€higkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der fĂŒnf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fĂŒnf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurĂŒck, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fĂŒnf Talente erhalten hatte, brachte fĂŒnf weitere und sagte: Herr, fĂŒnf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fĂŒnf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe ĂŒbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe ĂŒbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesĂ€t hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesĂ€t habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. HĂ€ttest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hĂ€tte ich es bei meiner RĂŒckkehr mit Zinsen zurĂŒckerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die Ă€ußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, demĂŒtig möchte ich dir fĂŒr die Talente danken, die du mir geschenkt hast. Ich möchte sie einsetzen fĂŒr die Arbeit in deinem Reich.

Bitte: Jesus, schenke mir Mut und Klugheit, damit ich effektiv fĂŒr dein Reich arbeiten kann.

1. Ein Spiegelbild fĂŒr das Verhalten der Menschen. Christus ist der Herr aller Zeiten und Generationen. Wir alle sind Knechte. Man kann das Gleichnis so deuten, dass die lange Reise sich auf den Zeitraum zwischen der Himmelfahrt und der Wiederkunft Christi auf Erden bezieht. Die drei Knechte sind dann verschieden Typen von Menschen, die jeder auf seine Art dafĂŒr verantwortlich sind, die Interessen des Herrn zu vertreten. Von jedem wird, seinen Talenten entsprechend, ein Beitrag zur Vermehrung des Besitzes seines Herrn erwartet.

2. Der „Kassensturz“. Nach einiger Zeit kommt der Herr, um zu sehen, wie die Knechte gewirtschaftet haben. Das ist ein Bild fĂŒr die Wiederkunft des Herrn. Die beiden ersten werden gelobt. Sie stehen fĂŒr die treuen Arbeiter, die wahren GlĂ€ubigen, die loyal ihre KrĂ€fte fĂŒr den Herrn einsetzen und sich wahrhaft engagieren. Der dritte Knecht hat nur Ausreden zu bieten, er ist kein echter Knecht, denn die Sache seines Herrn ist ihm gleichgĂŒltig. Mehr noch, er hat einen verkehrten Glauben, denn sonst wĂŒrde er ĂŒber seinen Herrn nicht schlecht denken.

3. Meine Talente. Auch ich habe Talente, die ich allein Gott verdanke. In aller Demut darf ich sie erkennen. Mit genĂŒgend Mut, einem starken Glauben und viel Weisheit sollte ich diese Talente einsetzen, um Frucht zu bringen. Im Reich Gottes zĂ€hlt also durchaus auch unser ureigenster Beitrag. NatĂŒrlich stellt Gott die Talente, aber wir mĂŒssen sie aus freien StĂŒcken, beherzt und aktiv in seinen Dienst stellen. – Wir dĂŒrfen sie nicht steril verpacken. Denn der „unnĂŒtze Knecht“ wurde von Gottes Reich ausgeschlossen. Er wurde nicht verdammt, weil er das Geld nicht verdoppelt hatte, sondern weil sein Mangel an jeglichem guten Werk offenbarte, dass sein Herz seinem Herrn nicht loyal ergeben war.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir fĂŒr meinen Glauben, fĂŒr die lebendige Beziehung, die ich zu dir habe. Ich weiß, dass ich immer zu dir kommen kann, wenn ich neue Kraft brauche.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich nachdenken, was ich fĂŒr Gottes Reich konkret tun kann.