Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. August 2018 bis Samstag 25. August 2018

Zwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Klaus Einsle LC

Wie verrückt wir Christen doch sind – EucharistieSonntag
Bezugspunkt, Zielpunkt, WegMontag
Ehrlich, echt, direktDienstag
Was Gott will, das tut er auchMittwoch
Der Vater des BräutigamsDonnerstag
Gottes Schwäche für das KleineFreitag
Der wahre und einzige Lehrer und VaterSamstag


Wie verrückt wir Christen doch sind – Eucharistie

19. August 2018

20. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Johannes Eudes, OrdensgrĂĽnder
Hl. Sebald
Hl. Caritas Pirckheimer OSCI
Hl. Ezequiel Moreno, Bischof

P. Klaus Einsle LC

Joh 6,51-58
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

EinfĂĽhrendes Gebet: Guter Gott, in der Heiligen Schrift und in deinen Worten offenbarst du uns dein Herz und dein Wollen. Sprich in dieser Gebetszeit zu mir, und lass mich erkennen, was du willst. Sende mir jetzt den Geist, der lebendig macht, und gib meiner Seele neues Licht und neue Kraft fĂĽr diesen Tag.

Bitte: Ich bitte um die Erneuerung des Bewusstseins unter den Gläubigen, dass du, Herr, in der Eucharistie wirklich da bist und in jeder Kirche in unserem Land angebetet wirst.

1. Die Eucharistie macht alles neu. Als ich ca. 20 Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal gehört, dass wir glauben, dass in der Eucharistie Jesus wirklich da ist: mit Leib und Seele, Fleisch und Blut, als Gott und Mensch. Mit dieser Erkenntnis, die sich in mir immer mehr Raum verschaffte, begann der ganze Glaube mehr und mehr Sinn zu machen. In der Eucharistie ist Gott bei uns, kann ich Gott in den Arm nehmen, drĂĽckt er mich an sein Herz. In der Eucharistie ist der Wichtigste und der Größte, der Mächtigste und der GĂĽtigste bei uns. Alles andere – Predigt, Musik, Pfarrer, Gläubige usw. – wurde zweitrangig. Das Wesentliche wurde mir – und so ist es bis heute geblieben – Gott, der in der Hostie, der Eucharistie, bei uns ist.

2. Unglaublich, aber wahr. Es ist schon verrĂĽckt; und fast niemand traut es sich zu sagen: Wir glauben wirklich, dass das Brot durch den Heiligen Geist verwandelt wird und dann nicht mehr Brot, sondern Leib Jesu ist: Jesus selber. „Mein Fleisch ist wirklich eine Speise.“ Unser Glaube steht fest. Denn Gott selber hat es uns gesagt: „Ich bin das lebendige Brot… Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben…“Glaubst du wirklich an Jesus in der Eucharistie?

3. Dem Glauben folgen Taten. Wir sagen es schon leicht dahin „Ja, ich glaube.“ Aber welche Taten folgen diesem Glauben? Wie reagierst du darauf, dass Jesus in der Eucharistie da ist? Besuchst du ihn? Wenn du zu ihm kommst, freust du dich? Sprichst du mit ihm – ehrlich und offen? Oder mit leeren Floskeln? Suchst du Gott vor allem in seiner eucharistischen Gegenwart? Gehst du voller Freude am Sonntag zu ihm, um gemeinsam mit Jesus den Vater zu ehren?

Gespräch mit Christus: Mein guter eucharistischer Jesus, danke tausendmal, dass du uns nicht allein gelassen, sondern dich in der Eucharistie fĂĽr uns eingesperrt hast…(FĂĽhre dein Gespräch mit Jesus nun persönlich fort).

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute ein paar Minuten in einer Kirche verbringen und Jesus in der Eucharistie besuchen.


Bezugspunkt, Zielpunkt, Weg

20. August 2018

Hl. Bernhard von Clairvaux OCist, Kirchenlehrer
Gedenktag

Hl. Oswin, König
Hl. Burchard, Bischof
Hl. Hugo, OCist

P. Klaus Einsle LC

Mt 19,16-22
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich möchte mich sammeln und jetzt alles zu dir hintragen, mein ganzes Sein. Ich möchte dich in allem meinen, keine andere Absicht zulassen, kein anderes Ziel. Gib mir dazu die innere Ruhe. Und richte mich aus, wenn ich deine Worte jetzt wie einen Magnet ĂĽber meine Seele streichen lasse.

Bitte: Herr, lass mich deine Antwort auf mein Fragen aufgreifen und den Weg des Glaubens mit dir gehen.

1. Es kam ein Mann zu Jesus – Bezugspunkt. Der junge Mann macht es ganz richtig. Er hat eine Frage. Er kommt zu Jesus. Jesus ist die Wahrheit und das Leben. Wann immer du eine Frage hast, die wichtig fĂĽr dein Leben ist, geh zu Jesus. Er wird dir die „Antwort des Lebens“ geben. Bei ihm wird alles richtig, vieles wird klar, und vor allem ist er voller Frieden. Vor kurzem hat mich ein Mensch sehr verletzt. Es hat echt weh getan. Ich begann, mich innerlich zu rechtfertigen. Ich war voller Unfrieden, Schmerz, VorwĂĽrfe. Als ich zu Jesus ging, hörte ich nur in mir „Geh und bitte um Vergebung.“ Alles in mir hat sich gesträubt. Die Person hat mich verletzt. ICH soll um Vergebung bitten? Ich wäre nie darauf gekommen, mit meinen kleinen Gedanken. Ich wollte mich rächen, die Beziehung abbrechen, zurĂĽckschieĂźen… Aber Jesus denkt besser. Er ist weise. Ich habe um Vergebung gebeten; und alles ist gut. Der Friede ist wieder da. Versöhnung fand statt (die andere Person hat mich nicht um Entschuldigung gebeten, aber das ist in Ordnung. Es geht um meine Seele und mein Tun).Gehst du zu Jesus, wenn du eine Frage hast? Oder schreibst du auf WhatsApp oder in irgendeinem Forum? Nur Jesus hat Worte des ewigen Lebens. Er soll Bezugspunkt Nr. 1 sein.

2. Das ewige Leben – Zielpunkt. Der junge Mann macht es noch einmal richtig. Er fragt nach dem Wesentlichen. „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Und Jesus antwortet später ebenfalls mit dem Wesentlichen: „…einen bleibenden Schatz im Himmel“. Nur wenn in unserem Leben die wesentlichen Koordinaten stimmen, kann alles andere auch stimmig werden. Nur wenn wir unser Dasein auf das ewige Leben hin ausrichten, können wir das Leben in dieser Welt in der rechten Gewichtung messen. Dann kann ein junger Mensch sein Leben ganz Gott schenken (als Priester, Ordensmann/frau, als Gottgeweihte/r). Dann kann man auch auf Materielles verzichten, um Geistiges zu ernten. Dann kann man verzeihen, groĂźzĂĽgig weggeben, sich selber verschenken, andere ehren…Baust du dein Leben auf das Ewige hin? Oder hängst du an dir und dem Zeitlichen, als ob das alles wäre (Geld, Erfolg, Anerkennung, Wertschätzung, Macht, Materielles…)

3. Folge mir nach – Wegstrecke. Jesus lädt dich und mich ein, ihm zu folgen. Es ist ein Weg. Ein lebenslanger Weg. Mit Kurven, Steigungen, schönen Streckenteilen, Gefahren, Ruheplätzen. Wir können nicht voraussehen, wie dieser Weg verläuft. Wir können ihn nur im Vertrauen gehen – oder in Sorge. Jesus lädt uns ein, IHM zu folgen. Er geht den Weg schon mal ab, damit er ihn kennt. Und dann lädt er uns ein, ihm zu folgen. Vertraust du Jesus? Bist du ängstlich? Besorgt? Oder frei wie ein Kind, das mit Papa wandern geht?

Gespräch mit Christus: Sprich mit deinen eigenen Worten mit Gott…

Möglicher Vorsatz: Ich will Gott heute zehn Minuten Zeit „zurĂĽckgeben“ und ihn einfach fĂĽr alles loben, was er so wunderbar tut und fĂĽgt.


Ehrlich, echt, direkt

21. August 2018

Hl. Pius X., Papst
Gedenktag

Hl. Gratia OCist, Märtyrerin
Hl. Balduin OCist, Abt

P. Klaus Einsle LC

Mt 19,23-30
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Guten Morgen, mein Herr. Ich bereite mich vor, um dir jetzt zu begegnen. Lege mir deine Worte in den Mund und sprich zu mir durch deinen Geist. Ich glaube daran, dass du da bist, mich siehst, mich liebend anblickst. Ich will dich auch jeden Tag mehr lieben. Danke, dass ich hier sein darf und du dir Zeit fĂĽr mich nimmst. Und nun will ich beten und Jesus betrachten…

Bitte: Schenk mir ein ganz aufrichtiges Herz und einen klaren, direkten und unverstellten Blick auf dich und die Menschen.

1. Die ehrliche Frage von Petrus. In unserer persönlichen Frömmigkeit fällt es uns bisweilen schwer, ganz ehrlich und offen mit Gott zu sein. Wir kaschieren unsere Haltungen mit frommen Worten, die schön klingen, aber abgedroschen oder leer sein können. Das könnte dann so lauten: „O mein Gott, ich liebe dich ĂĽber alles und gehöre ganz dir“. Aber bei den wenigsten ist das wirklich so. Oder wir bitten nicht konkret, aus Angst davor, etwas nicht zu erhalten. Petrus hat da eine andere Art, mit Jesus umzugehen: Er ist ganz ehrlich und ganz echt. Also, jetzt haben wir so viel fĂĽr dich getan; was bekommen wir eigentlich dafĂĽr? An anderer Stelle sagt er „Herr, wenn du es bist, lass mich ĂĽbers Wasser zu dir gehen.“Wie ehrlich bist du mit Gott im Gebet, im Alltag? Wie echt?

2. Die ehrliche Antwort von Jesus. Das Schöne an dieser Szene ist, dass Jesus weder verwundert noch beleidigt reagiert. Er schimpft Petrus nicht aus, findet seine Frage nicht arrogant oder egoistisch. Und so antwortet Jesus Petrus so direkt und echt, wie dessen Frage war.Ich habe eine Hypothese: Dass Gott mit uns im Gebetsleben so umgeht, wie wir es mit ihm tun. Wenn wir unecht, floskelhaft, nicht offen sind, so scheint seine Art der unseren zu entsprechen. Je ehrlicher, je echter, je direkter wir sind, desto direkter scheint sich der Herr auch uns zu zeigen. Wie erfährst du Gott in deinem Gebet? Entspricht es deinem Verhalten ihm gegenĂĽber?

3. Die GroĂźzĂĽgigkeit Gottes. Jesu Antwort hätte ganz gut so lauten können: „Petrus, du darfst dankbar sein, das ICH dich erwählt habe. Und du kannst auch damit zufrieden sein, dass ich dich eines Tages in den Himmel hole. Das ist ja wohl genug, oder?“ Und er hätte Recht damit gehabt. Aber nein; die Antwort Jesu spricht eine ganz andere Sprache – nämlich die der unendlichen GroĂźzĂĽgigkeit Gottes: Ihr werdet auf Thronen sitzen. Ihr werdet das Hundertfache hier auf der Erde erhalten. Und ihr werdet das ewige Leben gewinnen. Gott ist groĂź genug, reich genug und selbstlos genug, um uns Menschen unendlich zu beschenken; jetzt schon und in der Ewigkeit erst recht. Ist das der Gott, zu dem du betest? Oder hast du das GefĂĽhl, dass er dir nichts gönnt, dir das Leben schwer macht usw.?

Gespräch mit Christus: Herr, ich will dich besser kennen und ehrlicher mit dir sein. Ich will mit dir sprechen wie mit jemandem, zu dem man völliges Vertrauen hat. Ich bin es leid, fromme Worte im Gebet zu verwenden, die ich mir letztlich selber nicht abkaufe…Ich möchte… (fĂĽhre dein Gebet selber fort, mit echten und schlichten Worten).

Möglicher Vorsatz: Ich will heute im Gebet jedes unechte Wort vermeiden und ganz transparent und ehrlich sein.


Was Gott will, das tut er auch

22. August 2018

Maria Königin (Regina)
Gedenktag

Hl. Sigfried OSB
Hl. Maurus, Märtyrer

P. Klaus Einsle LC

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Bete pausiert: GegrĂĽĂźet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist … jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Bitte: Ich möchte ein guter Mitarbeiter in deinem Weinberg sein, Herr. Dein Heiliger Geist soll in mir wirken und mir deinen Willen zeigen und den Mut geben, ihn an diesem Tag groĂźzĂĽgig zu verwirklichen.

1. Der Plan Gottes Es ist immer wieder rĂĽhrend zu sehen, wie Gott sich um sein Volk kĂĽmmert. Wieder und wieder ergreift er die Initiative. Er salbt Propheten, er ruft den Mose, er erweckt Helden wie Simson, Judith, David und Esther.Gott hegt Pläne des Heils fĂĽr die Menschen in seinem Herzen. Auch die Menschwerdung war sein Plan. Niemand hat ihm diesen Plan vermittelt. Er selber hat ihn sich „ausgedacht“. Auch heute trägt Gott Pläne des Heils fĂĽr sein Volk in seinem Herzen. Und er vollbringt sie ĂĽberall dort, wo er auf bereite Herzen trifft.

2. Die AusfĂĽhrung. Aus der ganzen Menschheitsgeschichte mit Gott wissen wir um zwei Grundprinzipien: Der Mensch ist frei in seiner Mitarbeit mit Gott. Gott vollbringt alles, was er will, und niemand kann sich ihm entgegenstellen. Gott wollte die Juden aus Ă„gypten befreien. Der Pharao, Mose und alle Beteiligten waren frei in ihrem Handeln. Und Gott hat schlieĂźlich und endlich seinen Willen verwirklicht. Manchmal denken wir, Gott ist fern oder er tut nichts. Und das liegt daran, dass Gott uns Freiheit gegeben hat und wir vieles in unserem Leben, in der Geschichte selber bestimmen dĂĽrfen. Gleichzeitig lässt Gott sich die ZĂĽgel nicht aus der Hand nehmen. Was ihm wirklich wichtig ist, das TUT er. Wenn Gott Mensch werden möchte, dann vollbringt er das unweigerlich. Nichts und niemand kann ihn daran hindern. Das schenkt uns Vertrauen und Mut, unseren Alltag in groĂźer Freiheit zu leben und gleichzeitig zu wissen, dass Gott inmitten von Wirren, Abbruch, Umbruch und Einbruch einen groĂźen Aufbruch bewirkt, der seinem Willen entspricht. Wir sind Menschen der Hoffnung, weil Gott allmächtig ist.SpĂĽrst du diese Hoffnung im Alltag, die sich in einer zuversichtlichen Haltung zeigt, in guten und motivierenden Worten und mutigen Taten?

3. Die Mitarbeit. Maria gibt uns ein Beispiel dafĂĽr, wie unser Herz ein HöchstmaĂź an Freiheit und Fruchtbarkeit erlangt. Maria bindet sich bewusst an den ganz Freien, an den Allmächtigen, denn sie weiĂź, dass darin das größte, beschenkteste und freieste Leben und die größte Liebe verborgen liegen. Sie vertraut völlig auf diese Liebe in Gott, so sehr, dass sie auch die schweren Momente fruchtbar mittragen wird. Maria ist ein ständiges „Ja“ zu den Plänen Gottes. Gott ruft durch den Heiligen Geist in dieses wundervolle Tal ihrer Seele hinab und von dort hallt ständig und immer neu als Echo ein „Ich bin deine Magd“ zu Gott zurĂĽck. Was hallt aus deiner Seele zu Gott zurĂĽck, wenn er zu dir spricht?

Gespräch mit Christus: Danke, Gott, dass du mich heute so viel ĂĽber dich und mich und die Menschen lehrst. Ich möchte gerne ein Mensch wie Maria sein: eifrig deine Pläne erforschend, freiwillig an dich gebunden durch mein Ja; und fruchtbar im eigenen Leben und im Leben anderer dank deiner GĂĽte.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute mehrmals wiederholen „Herr ich bin dein Diener/deine Magd. Mir soll geschehen, wie du es willst.“ Und dann nehme ich Situationen einfach an, anstatt mich dagegen zu wehren.


Der Vater des Bräutigams

23. August 2018

Donnerstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Rosa von Lima OSD, Mystikerin
Hl. Richildis, Reklusin

P. Klaus Einsle LC

Mt 22,1-14
In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein. Besuch das Herz der Kinder dein. ErfĂĽll uns all mit deiner Gnad, die deine Macht erschaffen hat.

Bitte: Lege in mein Herz Lebensfreude und gibt mir die Kraft und Freiheit, sie auszustrahlen.

1. Die Hochzeit. Jesus vergleicht den Himmel, eigentlich das Leben mit Gott, mit einer Hochzeit (und einem Hochzeitsmahl). Eine Hochzeitsfeier ist ein riesiges Fest, ein wundervolles Ereignis, das Freude und Liebe ausstrahlt. Wenn Jesus dieses Bild verwendet, möchte er uns an dieser Freude und Liebe und festlichen Atmosphäre teilhaben lassen. Auf der Hochzeit gibt es viel zu essen, man tanzt, man spricht GlĂĽckwĂĽnsche aus, freut sich mit den anderen, man trinkt und ist fröhlich, man feiert, feiert, feiert. Stundenlang. Wie muss das Himmelreich sein, wenn Jesus dafĂĽr dieses Bild der Hochzeit findet? Freust du dich in der Gegenwart Gottes? Freust du dich auf den Himmel?

2. Die Einladung. Der König will, dass die Gäste an der Freude und Liebe des Bräutigams, seines Sohnes, teilhaben. Gott ist dieser König. Jesus ist der Bräutigam. Wir sind die Gäste. (Frage fĂĽr dich zum Nachdenken: Wer ist eigentlich die Braut?)Diese Haltung ist so typisch fĂĽr Gott: Er lebt in unendlichem GlĂĽck, in nicht endender FĂĽlle, in absoluter Freiheit und ErfĂĽllung. Und er will andere daran teilhaben lassen. Gott ist so groĂźzĂĽgig. Gott ist so liebevoll. Er will immer schenken, schenken, schenken. Gottes Gedanken sind immer wieder bei den anderen, bei ihrem „Leben in FĂĽlle“, das er ihnen geben möchte. Gott liebt eben. Und daher spricht er die Einladung aus „Kommt alle und nehmt an der Hochzeit meines Sohnes teil. Ihr sollt alle meinen Sohn feiern, ihm gratulieren, an seiner Freude teilnehmen. Kommt alle…“

3. Die Gäste. Die geladenen Gäste verhalten sich fast alle gleich. Sie haben „Wichtigeres“ zu tun, sie haben ihre eigenen Pläne. Jesus spricht in diesem Gleichnis die Auserwählten an, wohl auch das auserwählte Volk, das ihn aber nicht als Messias annehmen wird. Sie sind die, die zuerst eingeladen waren. Doch, wie schon gesagt, verwirklicht Gott seine Pläne immer, egal wie die Menschen handeln. Und daher lässt er den Hochzeitssaal mit unzähligen anderen Gästen fĂĽllen. Die Blinden, die Lahmen, die KrĂĽppel, die Bösen und die Guten… Da das auserwählte Volk den Erlöser nicht annimmt, wird sich Gott an alle anderen Völker, ja an die ganze Welt wenden. Aus allen Himmelsrichtungen wird er seine Gäste hervorholen, vom ganzen Erdkreis. Viele werden antworten, auch solche, die vorher ganz andere Wege gingen. Der Hochzeitssaal wird voll sein – so wie Gott es will.

Gespräch mit Christus: Herr, danke, dass du mit uns Menschen so groĂźzĂĽgig umgehst. Du lädst uns ein, uns am Hochzeitsbuffet zu sättigen und deinen Sohn zu feiern. Lenke unsere Blicke immer mehr auf die ewigen und tiefen Wahrheiten unseres Lebens und erhebe unsere Augen von den unmittelbaren Sorgen und Problemen des Alltags zu dir, damit es uns nicht so geht wie den Gästen, die „Wichtigeres“ zu tun hatten.

Möglicher Vorsatz: Ich will mir heute eine ausgiebige Zeit der Stille nehmen, um ganz fĂĽr Gott da zu sein.


Gottes Schwäche für das Kleine

24. August 2018

Hl. Apostel Bartholomäus
Fest

Hl. Isolde OSB
Hl. Jeanne-Antide Thouret, OrdensgrĂĽnderin
Hl. Karl von Borango SJ

P. Klaus Einsle LC

Joh 1,45-51
In jener Zeit traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich danke dir, mein Gott, weil… (beginne das Gebet mit zwei Minuten des Dankes)

Bitte: Sende mir heute deinen Geist und schenke mir Bescheidenheit.

1.  Nazaret. Nazaret war das, was man landläufig als Kaff bezeichnen wĂĽrde (das deutsche Wort „Kaff“ kommt ĂĽbrigens vom jĂĽdischen Wort „kefar“, was nichts anderes als „Dorf“ bedeutet). Es war ein winziges Dörflein in Galiläa. Dort wohnten ein paar Familien mit GroĂźeltern, Eltern und Kindern, so wie es zu dieser Zeit ĂĽblich war. Das Dorf spielte keine Rolle im damaligen geschichtlichen Geschehen und wird in keinem damaligen Zeitdokument erwähnt. Ein Kaff also. Von daher erklärt sich die Frage von NatanaĂ«l: „Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen?“Gott scheint jedoch gerade fĂĽr das Kleine und Unbedeutende eine Vorliebe zu haben. Warum eigentlich? – Damit niemand sich rĂĽhmen und sich selbst das Verdienst zuschreiben kann. Denken wir an den kleinen David, den jĂĽngsten und unbedeutendsten der acht Söhne Isais; denken wir an den jungen Propheten Jeremia; an die kleine Maria aus Nazaret; an die kleine ungebildete Bernadette von Lourdes oder die kaum zehnjährigen Kinder von Fatima. – Kleinheit ist fĂĽr Gottes Wirken kein Hindernis.

2. Komm und sieh! Die schönste Art, anderen etwas vom Evangelium mitzuteilen, ist durch Erfahrung: NatanaĂ«l wollte Philippus nicht glauben und er zweifelte. Da fiel Philippus nichts anderes ein, als zu sagen „Na, schau es dir selber an und dann entscheide.“ Das „Kommen und Sehen“ ist so wichtig, damit wir im Glauben Fortschritte machen.Zwei Fragen:-Was sehen Menschen, die nicht glauben, in dir? WĂĽrden sie durch dein Verhalten aufgeweckt und Interesse an Gott und dem Glauben zeigen? WĂĽrden sie eine Erfahrung machen? Was mĂĽsste sich bei dir ändern oder verbessern, damit das geschieht?-Wann hast du das letzte Mal eine Erfahrung von Gott gemacht? Lebendig und echt, so dass sie dich weiter gebracht hat? Lässt du es zu? Suchst du danach? Ehrlich und schlicht und in deiner stillen Kammer?

3. Ein echter Israelit. Die Worte, die Jesus zu NatanaĂ«l spricht, treffen ihn zutiefst. Innerhalb weniger Augenblicke bricht aus ihm dieses groĂźe Glaubensbekenntnis hervor: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“ Mit wenigen Worten zeigt Jesus diesem frĂĽhen JĂĽnger, wie gut er ihn kennt. Und der spĂĽrt es: Dieser Mensch, dieser Jesus, erkennt mich durch und durch. Er kennt die Tiefe meiner Seele; er weiĂź, wie ich bin (ein Israelit ohne Falsch), er kennt meine Geschichte (der Feigenbaum).Jesus kennt uns ganz tief. Vor ihm wollen und sollen wir nichts verbergen. Jesus kennt und liebt. Diese Kombination ist so wichtig.Denn nur Kennen kann auch sehr gefährlich sein und missbraucht werden. Nur Lieben kann sehr oberflächlich und unbeständig sein. Aber kennen und lieben – das hat NatanaĂ«l bei Jesus erfahren. Und du: WeiĂźt du dich ganz von Gott gekannt, mit allem Licht und Schatten, mit allen Ă„ngsten und Freuden, mit allem, was du bist? Und so geliebt, wie du bist?

Gespräch mit Christus: Guter Jesus, dir ist das Kleine und das Schwache nicht fremd. Daher kann ich auch das Schwache in mir vor dir öffnen und dir anvertrauen. Ich will dir heute einmal in aller Offenheit von mir und meinen Sorgen erzählen… (offenbare Jesus im Gebet die tiefsten Tiefen deiner Seele, die vielleicht niemand kennt auĂźer dir allein).

Möglicher Vorsatz: Ich will heute bewusst bescheiden sein und nicht glänzen oder ankommen wollen, sondern einfach und schlicht dienen.


Der wahre und einzige Lehrer und Vater

25. August 2018

Samstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Josef von Calasanz SP
Hl. Ludwig IX. von Frankreich
Hl. Elvira von Périgord, Märtyrerin

P. Klaus Einsle LC

Mt 23,1-12
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich glaube an dich, Gott. Du bist da. Du bist fĂĽr mich da - und ich fĂĽr dich. Du schaust liebevoll auf mich – und ich auf dich. Du schenkst dich mir – und ich mich dir.

Bitte: Jesus, sanft und demĂĽtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Vollmacht von Gott. Es ist schon verwunderlich, dass Jesus den Schriftgelehrten und Hohepriestern ihre Autorität nicht abspricht. Sie verfolgen ihn, bekämpfen ihn, stellen ihm nach, stellen Fallen, machen ihn lächerlich, fĂĽhren Streitgespräche, möchten ihn töten, suchen nach Möglichkeiten, ihn aus dem Weg zu schaffen. Und Jesus sagt nur eines: Tut, was sie sagen, aber folgt nicht ihrem Beispiel. Das ist sehr weise und zeigt, dass Gott zur institutionellen Autorität steht. Er hat das Amt des Hohepriesters eingerichtet. Und er ist ihm treu. Auch wenn wir Menschen nicht treu sind, Gott bleibt treu. Das gilt auch fĂĽr unsere Vorsteher in der Kirche. Gott bleibt ihnen treu. Er hat sie gewollt. In diesem Glauben sollen wir die Bischöfe, die Priester, den Papst hören. Gott hat ihnen die Vollmacht anvertraut. Sie leiten die Kirche…

2. Verantwortung fĂĽr das Leben. Allerdings sagt Jesus auch „Folgt nicht ihrem Beispiel“. Einerseits hat Gott eine Hierarchie eingerichtet. Andererseits wird jeder einzelne Mensch sich vor Gott fĂĽr sein Tun und Nicht-Tun verantworten mĂĽssen. Die Guten fĂĽr das Gute, die Bösen fĂĽr das Böse. Da zählt kein Amt mehr, keine weltliche Auszeichnung oder Anerkennung. Dann zählt nur das Herz und die Taten, die nach der Liebe bewertet werden. Schauen wir, bevor wir auf das Leben anderer und deren Fehler blicken, zuerst und vor allem auf unsere eigene Verantwortung. Kehren wir vor unserer eigenen TĂĽr, oder – mit Worten der Schrift – „schauen wir auf den Balken in unserem Auge, bevor wir den Splitter im Auge der anderen sehen“.

3. Bescheidenheit im Dasein. â€žNur einer ist euer Lehrer – nur einer ist euer Vater“. Jesus lädt uns ein, uns Gott zu unterstellen, der alles ĂĽberragt. Er ist der Eine, der ĂĽber alles erhaben, groĂź, mächtig, weise, gĂĽtig und väterlich ist. Von ihm geht alle Weisheit dieser Welt, alle GĂĽte, Macht und Väterlichkeit dieser Welt aus. Alles soll sich an ihm messen und ihn zum Vorbild nehmen. Nur einer ist Lehrer – nur einer Vater. Und wir sind es nur in dem MaĂź, wie wir uns an dem echten Lehrer und Vater ein Beispiel nehmen. Wo nimmst du MaĂź? An dem, was Menschen ĂĽber dich sagen oder von dir denken, vielleicht am Verhalten der Welt? Oder an dem, was Gott uns vorlebt und ĂĽber uns denkt?

Gespräch mit Christus: Gott Vater, lehre mich, immer mehr DEINE Wahrheit zu sehen und mich nicht von den Halbwahrheiten und LĂĽgen der Welt ablenken zu lassen. Gib mir jetzt Weisheit und sprich Worte der Wahrheit in meinen Geist, damit ich in dieser Welt leben kann, wie du es möchtest.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute 10 min in der Heiligen Schrift lesen, um mich vom wahren Lehrer und Vater unterrichten zu lassen.