Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. Juli 2018 bis Samstag 4. August 2018

Siebzehnte Woche im Jahreskreis

P. Nikolaus Klemeyer LC

Meine Speise ist das Wort GottesSonntag
Das Geheimnis des SamensMontag
Der Sinn unseres LebensDienstag
Der Schatz im AckerMittwoch
Der Moment der WahrheitDonnerstag
Glaube als Geschenk und GeheimnisFreitag
Die Wahrheit steht ├╝ber unsSamstag


Meine Speise ist das Wort Gottes

29. Juli 2018

17. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Marta von Betanien
Hll. Luzilla und Flora, M├Ąrtyrerinnen
Hl. Ladislaus von Ungarn, K├Ânig

P. Nikolaus Klemeyer LC

Joh 6,1-15
In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galil├Ąa, der auch See von Tiberias hei├čt. Eine gro├če Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen J├╝ngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot f├╝r zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines St├╝ck bekommen soll. Einer seiner J├╝nger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat f├╝nf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das f├╝r so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort n├Ąmlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa f├╝nftausend M├Ąnner. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen J├╝ngern: Sammelt die ├╝brig gebliebenen Brotst├╝cke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und f├╝llten zw├Âlf K├Ârbe mit den St├╝cken, die von den f├╝nf Gerstenbroten nach dem Essen ├╝brig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen w├╝rden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum K├Ânig zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zur├╝ck, er allein.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, in diesen Momenten des Gebetes komme ich vor dich, um mich von deinem Wort zu ern├Ąhren. Ich glaube daran, dass dein Wort die einzig wichtige Speise meines Lebens ist und die Eucharistie dein fleischgewordenes Wort. Ich m├Âchte sie aufnehmen und mich davon ern├Ąhren.

Bitte: Gib mir ein h├Ârendes Herz, das dein Wort aufnimmt und sich davon ern├Ąhren l├Ąsst.

1. Christus, der Lehrer. Das Bild Christi als Lehrer, der eine gro├če Menschenschar um sich sammelt, ist immer beeindruckend. Es zeigt uns einen Gott, der den Wunsch hat, uns immer tiefer in sein Geheimnis einzuf├╝hren. Man f├╝hlt sich an Johannes 4 erinnert (die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen). Christus setzt sich und m├Âchte uns den Reichtum Gottes nahebringen.

2. Christi Sorge um den Menschen. Die Lehre, die er ├╝bermitteln m├Âchte, ist aber keine abstrakte. Die Sorge Christi um so etwas Konkretes wie das t├Ągliche Brot zeigt uns, dass Gottes Liebe immer konkret ist. Es ist Sorge um den ganzen Menschen und nicht nur um sein religi├Âses Empfinden. Es geht Christus um mich und mein allt├Ągliches Leben. Dort hinein m├Âchte er mit seinem Wort dringen, um mir Nahrung zu spenden.

3. Die Nahrung, die Christus uns spendet. Nahrung bedeutet viel. Zum einen ist sie lebenserhaltend. Sie gibt uns Kraft, erlaubt unserem K├Ârper zu wachsen, sich zu erholen und auch zu heilen. Gleichzeitig ist es eine Freude; Mahlzeiten unter Menschen schaffen Gemeinschaft und bauen Beziehungen auf. Wenn Christus nun den Menschen ern├Ąhrt, dann um all das in unserer Seele und unserem Leben zu bewirken: Kr├Ąftigung, Wachstum, Erholung und Genesung, aber auch Freude an der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen.

Gespr├Ąch mit Christus: T├Ąglich ern├Ąhren wir uns von der materiellen Speise. Die Sorge darum kann oft viel Zeit und M├╝he einnehmen. Doch die wahre Speise ist dein Wort. Dieses Wort hilft mir, mich wirklich zu entwickeln, zu gedeihen und Fr├╝chte f├╝rs ewige Leben hervorzubringen.

M├Âglicher Vorsatz: Heute werde ich f├╝nf Minuten in der Heiligen Schrift lesen, um dort Gottes Wort zu finden.


Das Geheimnis des Samens

30. Juli 2018

Montag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Chrysologus, Kirchenlehrer
Hll. Braulius M. Corres, Friedrich Rubio u. 69 Gef├Ąhrten (Spanische M├Ąrtyrer), Religiose des Hospitalordens des hl. Johannes von Gott (OH)

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 13,31-35
In jener Zeit erz├Ąhlte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker s├Ąte. Es ist das kleinste von allen Samenk├Ârnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es gr├Â├čer als die anderen Gew├Ąchse und wird zu einem Baum, so dass die V├Âgel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erz├Ąhlte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen gro├čen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchs├Ąuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erf├╝llen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich ├Âffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verk├╝nde, was seit der Sch├Âpfung verborgen war.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, jede Minute, die ich mit dir verbringe, hat R├╝ckwirkungen auf mein Leben. Ich glaube an dein Wirken in mir. St├Ąrke mein Vertrauen auf deine Gnade und entz├╝nde in mir die Liebe zu deinem Leben in mir.

Bitte: Herr, hilf mir zuzulassen, dass du mein Leben beeinflusst und dadurch pr├Ąchtig zu gedeihen.

1. Das Gesetz des Geringen. Es ist immer wieder lehrreich zu betrachten, wie die Natur sich entwickelt. Wie nach langen Wochen kalten Winters ein bisschen W├Ąrme, Sonne und Wasser reichen, um in wenigen Tagen ein gr├╝nendes Paradies entstehen zu lassen. All die F├╝lle an Gr├╝n und Frucht entsteht aus einem kleinen, oft harten und trockenen Samen. Wie oft lehrt uns das Leben, dass gerade aus dem Geringen und Harten (harte Zeiten und Pr├╝fungen) Leben entsteht.

2. Das Geheimnis der Wandlung. Das Geheimnis des Samens liegt in seiner Wandlungskraft. Er kann seinen scheinbar unfruchtbaren Zustand durch ├Ąu├čere Einfl├╝sse wie W├Ąrme, Wasser und Sonne ├╝berwinden und dadurch gedeihen. Eine Seele gedeiht, wenn sie sich von Gott beeinflussen l├Ąsst. Dann entwickelt sie sich und bringt Frucht.

3. Das Geheimnis der Einflussnahme. Was man ├╝ber den Einfluss Gottes auf die Seele sagen kann, kann auch ├╝ber den Einfluss einer mit Gott verbundenen Seele auf ihre Umwelt gesagt werden. Sie wirkt unscheinbar, aber ├Ąu├čerst wirksam auf Mitmenschen, eben wie der Sauerteig in der Masse des Mehls.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, die Natur zeigt uns immer wieder, wie kraftvoll sie sein kann. Wie viele Geheimnisse sie in sich birgt! Wo Trockenheit zu herrschen scheint, bricht auf einmal Leben hervor. So ist es auch in unserem Leben. Du l├Ąsst dort Leben entspringen, wo wir vielleicht W├╝ste empfinden oder vorfinden.

M├Âglicher Vorsatz: Ich m├Âchte mir heute ├╝berlegen, wo Gottes Stimme in mein Leben eindringen und neues Leben erwecken m├Âchte.


Der Sinn unseres Lebens

31. Juli 2018

Gedenktag
Hl. Ignatius von Loyola, Priester, Ordensgr├╝nder
Hl. Germanus von Auxerre, Bischof

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 13,36-43
In jener Zeit verlie├č Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine J├╝nger kamen zu ihm und sagten: Erkl├Ąre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen s├Ąt, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die S├Âhne des Reiches; das Unkraut sind die S├Âhne des B├Âsen; der Feind, der es ges├Ąt hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verf├╝hrt und Gottes Gesetz ├╝bertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Z├Ąhnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der h├Âre!

Einf├╝hrendes Gebet: Ich glaube an dich, Herr meines Lebens. Du bist das Ziel meiner Existenz; st├Ąrke meine Hoffnung und Sehnsucht nach dir. Erlaube mir, immer in deiner Liebe zu leben.

Bitte: Herr, hilf mir, den wirklichen Sinn meines Lebens zu erfassen und dementsprechend zu leben.

1. Die Bestimmung des Samens. Der Same ist dazu bestimmt, zu gedeihen und ein Baum oder eine andere Pflanze zu werden. Verk├╝mmert ein Samen, weil er kein Wasser oder keine W├Ąrme aufgenommen hat, verfehlt er den eigentlichen Sinn seiner Existenz, mag er auch im fruchtbarsten Boden liegen oder der sch├Ânste Samen sein. Bei uns ist es ├Ąhnlich. Nur wenn wir wirklich Gottes Gnade in unserem Herzen Wurzel fassen und gedeihen lassen, finden wir ganz zu uns selbst.

2. Gnade und Fruchtbarkeit. Das J├╝ngste Gericht, wie auch das pers├Ânliche Gericht, ist nicht willk├╝rlich. So wie Unkraut und gute Fr├╝chte klar auseinanderzuhalten sind, so eben auch, ob wir Gottes Gnade aufgenommen und haben wachsen lassen, oder ob sie mit unserem Mitwissen langsam in uns verk├╝mmert ist.

3. Wir strahlen wie die Sonne. Wenn wir aber alle unsere Talente vor Gott entwickelt haben, strahlen wir wie die Sonne. Es geh├Ârt zum Wesen der Sonne, zu leuchten und W├Ąrme zu spenden, nichts anderes. So ist es Bestimmung des Menschen in Gott, in der Dunkelheit der Welt zu leuchten, und in der K├Ąlte unserer Gesellschaft W├Ąrme zu spenden.

Gespr├Ąch mit Christus: Vieles, Herr, mag uns t├Ąglich einnehmen. Wir m├╝ssen ein irdisches Leben gestalten und bestreiten. Du lehrst uns aber immer wieder, dass dieses Leben nur ein Hin├╝bergehen ist ins wahre Leben. Ich bin ein Same, der dazu berufen ist, Frucht zu bringen und nicht abgeschottet f├╝r mich selber zu leben.

M├Âglicher Vorsatz: Ich m├Âchte heute meiner Berufung entsprechen. Konkret ├╝berlege ich kurz, wo ich in meinem Umfeld meiner Berufung als Christ und Apostel nicht entsprochen habe, und nehme mir vor, das zu bessern.


Der Schatz im Acker

1. August 2018

Mittwoch der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Alfons Maria von Liguori, Ordensgr├╝nder
Petrus Faber SJ

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 13,44-46
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besa├č, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der sch├Âne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besa├č, und kaufte sie.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich trete nun vor dich, um dich zu finden. Vermehre meinen Glauben, denn nur durch ihn, finde ich dich. St├Ąrke meine Hoffnung, auch dann weiterzugraben, wenn ich keinen Schatz mehr zu finden meine. Und entz├╝nde meine Liebe, damit ich mich immer wieder aufmache, den Geliebten zu suchen.

Bitte: Herr, lass mich dich finden, den Schatz meines Lebens.

1. Der Glaube ist ein Schatz. Einer der gro├čen und wichtigen Schritte zu einem lebendigen Glauben besteht darin, ihn wirklich als Schatz zu entdecken. Wie viele sehen darin nur eine ÔÇ×alte KisteÔÇť, die ihnen ├╝ber die Generationen hinweg ├╝berreicht wurde, mit der sie aber nicht viel anfangen k├Ânnen. Sie wird im Dachboden abgestellt. Der erste Schritt w├Ąre, diese ÔÇ×KisteÔÇť zu ├Âffnen und den darin enthaltenen Schatz zu entdecken.

2. Ein Schatz, der ganz Geschenk ist. F├╝r diesen Schatz hat man nichts getan. Das Wunderbare beim Auffinden eines Schatzes ist es ja gerade, dass man ihn sich nicht m├╝hsam angespart hat, sondern auf ihn trifft und ganz beschenkt wird. Den Glauben haben wir uns nicht erarbeitet, sondern er ist Geschenk und sollte als Geschenk empfunden werden.

3. Alles auf eine Karte setzen. Etwas muss aber doch daf├╝r getan werden. Man muss alles auf eine Karte setzen. Alles verkaufen, um den Acker zu erwerben, in dem sich der versteckte Schatz befindet. Man muss bereit sein, ins Ungewisse zu springen und sein Leben ganz auf den entdeckten Schatz auszurichten.

Gespr├Ąch mit Christus: In dir, Herr, finde ich den Schatz meines Lebens. Du bist versteckt und nicht leicht zu finden. Das empfinden wir immer wieder, wenn wir uns mit dem Glauben besch├Ąftigen. Aber wenn ich mich darauf einlasse, darf ich erfahren, dass du der einzig wahre und gr├Â├čte Schatz bist, den man finden kann.

M├Âglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, jemandem von der Freude an meinem Glauben zu erz├Ąhlen; ungezwungen und von Herzen.


Der Moment der Wahrheit

2. August 2018

Donnerstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Pierre Julien Eymard, Ordensgr├╝nder
Hl. Eusebius von Vercelli, Bischof
Hl. Gundekar II., Bischof

P. Nikolaus Klemeyer LC


In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in K├Ârbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die B├Âsen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Z├Ąhnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein J├╝nger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

Einf├╝hrendes Gebet: Glauben ist keine Nebensache, sondern die erste Aufgabe meines Lebens. Hilf mir, im Glauben immer tiefer verwurzelt zu leben und alles auf das Wachstum des Glaubens zu setzen.

Bitte: Herr, lass mich den Ernst des Lebens erfahren, als ein Pr├╝fstein und eine Vorbereitung auf die Ewigkeit.

1. Der Augenblick der Wahrheit. Wenn man volle Fischernetze sieht, sp├╝rt man eine gewisse Dramatik: F├╝r die Fische ist das Spiel aus. Es gibt kein Entrinnen mehr. Nur selten entwischt ein Fisch aus dem Netz eines Fischers. Auch wir m├╝ssen lernen, mit dieser Wahrheit umzugehen. Es kommt der Augenblick der Wahrheit, dem wir nicht entrinnen k├Ânnen. Der Augenblick unseres Todes und des Gerichts.

2. Dringlichkeit unseres Lebens. Wir k├Ânnen unser Leben gestalten, wenn auch mitunter nur bedingt. Viel liegt in unserer Hand und wir sind aktive Mitgestalter. Vom Moment unseres Todes ab sind wir jedoch passiv, das hei├čt, wir haben nicht mehr in der Hand, was mit uns geschieht. Diese Wahrheit verleiht unserem Leben hier auf Erden einen gewissen Ernst und eine gesunde Dringlichkeit. Jetzt ist es uns gew├Ąhrt, unser Leben zu gestalten. Aber nicht, damit wir egoistisch sind, sondern als Teil einer gr├Â├čeren Realit├Ąt handeln: der Kirche und der Menschheit.

3. Das ewige Leben. Dass wir nach dem Tod eigentlich nichts mehr ÔÇ×in der HandÔÇť haben, lehrt uns auch vieles ├╝ber das Leben nach dem Tod. Ewiges Leben mit Gott bedeutet im vollen Sinne beschenkt werden und empfangen. Es ist die ewige Freude daran, alles bekommen zu haben und das Geschenk zeitlos zu genie├čen.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, ich m├Âchte das Leben hier mit Blick auf die Ewigkeit gestalten. Denn ich wei├č, dass die Zeit hier auf Erden begrenzt ist und der Moment der Wahrheit kommt. Hilf mir, immer auf dich ausgerichtet zu leben.

M├Âglicher Vorsatz: Ich nehme mir heute vor, besonders f├╝r die Menschen zu beten, die bald vor den Thron Gottes treten werden.


Glaube als Geschenk und Geheimnis

3. August 2018

Freitag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Lydia, Purpurh├Ąndlerin
Hl. Burchard OPraem, Probst

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 13,54-58
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Hei├čt nicht seine Mutter Maria, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Br├╝der? Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles? Und sie nahmen Ansto├č an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie. Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du bist immer auch ein Geheimnis, welches mir verschlossen bleibt. Doch durch die g├Âttlichen Tugenden, darf ich dich immer mehr erfassen. Hilf mir, in diesem Gebet in dein Geheimnis einzudringen.

Bitte: Herr, lass mich dich besser kennen lernen.

1. Christus, bekannte und doch unbekannte Person. Christus nimmt als ewiger Sohn Gottes ein ganz konkretes und bestimmtes Menschenleben an. Er verstr├Âmt sich nicht ├╝ber Zeit und Ort der ganzen Menschheitsgeschichte hinweg, sondern l├Ąsst sich ÔÇ×festnagelnÔÇť und bindet sich an eine Familie mit ihrer Herkunftsgeschichte. Aber gleichzeitig kann er von seinen Zeitgenossen nicht wirklich erfasst werden. Er bleibt ein Geheimnis.

2. Der Glaube als Geschenk. Auch wir k├Ânnen viel Konkretes ├╝ber Christus sagen. Wir kennen die Glaubensinhalte und k├Ânnen sie oft auch erkl├Ąren. Der Glaube ist Wahrheit, das hei├čt unter vielen Aspekten klar definiert. Diese Objektivit├Ąt geh├Ârt zum Glauben dazu, denn er h├Ąngt nicht von unserer pers├Ânlichen und subjektiven Meinung ab, sondern ist ein Geschenk, das uns von Gott durch die Kirche ├╝berreicht wird.

3. Der Glaube als Geheimnis. Gleichzeitig ist der Glaube und auch die Person Christi ein Geheimnis. Die Herkunft ist nicht so einfach zu erfassen. Wir merken, dass diese Wahrheit uns ├╝bersteigt und dass wir sie nicht einfach ÔÇ×umfassenÔÇť und somit begreifen k├Ânnen. Daran kann man Ansto├č nehmen oder auch den Sprung des Glaubens wagen und das Geheimnis annehmen. Letztendlich geht es darum, eine Person anzunehmen, die uns als g├Âttliche Person ganz ├╝bersteigt und doch ganz konkret vor uns hintritt und eine Antwort einfordert.

Gespr├Ąch mit Christus: Es ist nicht einfach, den eigenen Weg im Helldunkel des Glaubens zu gehen. Der Glaube fordert von uns zum einen Vertrauen, weiterzugehen, auch wenn man nicht alles sieht, aber auch den Mut, immer tiefer zu graben und die Sch├Ątze des Glaubens zu erfassen. Herr, diesen Weg m├Âchte ich gehen und bitte dich um deine Hilfe und Gnade.

M├Âglicher Vorsatz: Heute werde ich mich ein paar Minuten lang mit einem Text ├╝ber den Glauben besch├Ąftigen.


Die Wahrheit steht ├╝ber uns

4. August 2018

Gedenktag
Hl. Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars, Patron der Pfarrer
Hl. Rainer von Spalato, Bischof

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 14,1-12
In jener Zeit h├Ârte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erz├Ąhlte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der T├Ąufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kr├Ąfte in ihm. Herodes hatte n├Ąmlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gef├Ąngnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen. Der K├Ânig wollte ihn deswegen t├Âten lassen, f├╝rchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes f├╝r einen Propheten. Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den G├Ąsten. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich w├╝nschte. Da sagte sie auf Dr├Ąngen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des T├Ąufers Johannes herbringen. Der K├Ânig wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen G├Ąsten -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er lie├č Johannes im Gef├Ąngnis enthaupten. Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem M├Ądchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter. Die J├╝nger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du bist die Wahrheit. Ich glaube an dich und wei├č, dass dieser Glaube mich ganz ├╝bersteigt. Ich hoffe auf dich und wei├č, dass das Ziel der Hoffnung mich ├╝bertrifft. Ich liebe dich und wei├č, dass die g├Âttliche Liebe viel gr├Â├čer ist als ich.

Bitte: Herr, hilf mir, mein Leben nach deiner Wahrheit auszurichten.

1. Offenheit gegen├╝ber der Wahrheit. Herodes war eine interessierte Person. Die Wahrheit hat ihn gereizt. Er war auf der Suche und fand Gefallen daran, die Wahrheit zu h├Âren. Diese Offenheit gegen├╝ber der Wahrheit ist dem Menschen eigen. Er sucht und ist oft unruhig, bis er sie findet.

2. Die Gefahr, die Wahrheit kontrollieren zu wollen, Doch begeht Herodes den Fehler, die Wahrheit kontrollieren zu wollen. Er wirft Johannes ins Gef├Ąngnis. Aber nicht unbedingt aus Bosheit und um ihn zum Schweigen zu bringen, sondern um die Wahrheit sich selber unterzuordnen. Sie mag geh├Ârt werden, wenn sie gef├Ąllt und die Neugier befriedigt, aber sie wird hinter Gitter gebracht, wenn sie unangenehm wird.

3. Stimme in der W├╝ste. Wenn dann diese klare Entscheidung f├╝r die Wahrheit im Leben fehlt, wird sie schnell den pers├Ânlichen Interessen geopfert. Dramatische Z├╝ge nimmt es an, wenn dann sogar ein Verbrechen damit gerechtfertigt wird. Das ist die Dynamik der Person, die im Grunde w├Ąhlerisch mit der Wahrheit umgeht: Sie wird zum Opfer der eigenen Launen. Die Wahrheit darf jedoch nicht manipuliert, sondern muss geehrt werden. Sie hat Macht ├╝ber uns, nicht wir ├╝ber sie. Wenn sie als Stimme zu uns spricht, soll sie Richtlinie f├╝r ein heiligeres Leben sein.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, es kostet uns einiges, immer wieder auf diese Stimme zu h├Âren, die in der W├╝ste ruft, und sie nicht ins Gef├Ąngnis zu werfen. Aber gerade diese Stimme f├╝hrt uns zu dir, zum einzigen Retter unseres Lebens.

M├Âglicher Vorsatz: Heute werde ich f├╝nf Minuten lang betend mein Gewissen erforschen, um es gegen├╝ber der Stimme Gottes zu sch├Ąrfen.