Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 17. Juni 2018 bis Samstag 22. Juni 2018

Elfte Woche im Jahreskreis

Angelika Knauf

Fruchtbarkeit im Reich GottesSonntag
Der Same seiner Liebe, aus dem Sanftmut erblĂĽhtMontag
Der Same seiner Liebe, aus dem Beziehung wächstDienstag
Der Same seiner Liebe, der Reinheit hervorbringtMittwoch
Der Same seiner Liebe, aus dem Vertrauen keimtDonnerstag
Der Same seiner Liebe, der ErfĂĽllung schenktFreitag
Die Frucht seiner Liebe, die Begegnung ist und Einheit schafftSamstag


Fruchtbarkeit im Reich Gottes

17. Juni 2018

11. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Euphemia OSB, Ă„btissin
Hl. Fulko v. Reims, Erzbischof
Hl. Albert Chmielowski

Angelika Knauf

Mk 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

EinfĂĽhrendes Gebet: O Jesus, oft scheint deine Nähe und dein Wirken so unscheinbar. Du liebst die kleinen, unaufdringlichen Anfänge, weil du unsere Kleinheit achtest. Ich glaube und bekenne: alle FĂĽlle ist allein in dir!

Bitte: Jesus, lehre mich wahres Vertrauen in deine Liebe.

1. Vertrauen ist besser. Im weltlichen Leben erscheint als oberstes Prinzip: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Wenn wir etwas unternehmen, wollen wir oft vor Beginn und auch im Prozess der Dinge genau wissen, wie etwas ablaufen muss, damit es zum Erfolg fĂĽhrt. Und so wird dann pedantisch geplant. Doch was vermeintlich sichert, erzeugt letztlich Druck: Alles hängt von mir ab! Bei Gott ist das anders. Jesus sagt nicht, dass wir nichts unternehmen sollen, nichts planen oder anstreben dĂĽrfen. Aber im Reich Gottes herrschen andere Gesetze. Gott ĂĽberlässt uns nicht uns selbst, um schlussendlich das Ergebnis zu prĂĽfen. Gott ist ein liebender Vater, der seinen Kindern die Möglichkeiten und die FĂĽlle des von ihm geschenkten Lebens erschlieĂźen will. Der sie dabei mittun lassen und ihr Wirken segnen möchte. In seinem Reich dĂĽrfen wir mit der Leichtigkeit eines kleinen Kindes handeln, das an der Hand des Vaters wagemutig wird, gerade weil es sich vom Vater gehalten weiĂź und erfährt: Mein Vater ist da, er macht alles gut.

2. Ăśberfluss und BedĂĽrftigkeit. Gott verlangt von uns keine ĂĽbermäßige Leistung. Er kennt unsere ganze BedĂĽrftigkeit und wartet nur darauf, sie mit seinem Ăśberfluss zu stillen. Schon ein kleiner Akt des Vertrauens, klein wie ein Senfkorn, aber mit offenem und freiem Herzen gesetzt, reicht aus, damit seine Gnade in unserem Leben zu wachsen beginnt und sich in uns entfaltet. Bei diesem Wachstum wird er immer unsere Freiheit achten, denn kein Zweig soll uns plötzlich ĂĽberwuchern, sondern alles soll in der Geschwindigkeit wachsen, die wir tragen können. Was Er in uns wachsen lässt, soll uns die FrĂĽchte schenken, die Er allein hervorbringen kann: Freude, Hoffnung, Liebe. Was immer Er in uns auf diese Weise wachsen lässt, wird uns in Gemeinschaft mit anderen fĂĽhren, damit wir uns gegenseitig an Seinen FrĂĽchten sättigen können.

3. Das Gesetz der persönlichen Christusbeziehung. Jesus spricht mit diesem Gleichnis ĂĽber das Gottesreich. In jedem Reich gibt es ein Grundgesetz, das fĂĽr seine Identität konstitutiv ist. Ein solches scheint auch hier auf: „(…) seinen JĂĽngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war“. In Gottes Reich herrscht kein Automatismus, keine Magie. Gott geht es nicht um Ă„uĂźerlichkeiten, sondern um unser Innerstes, unser Herz. In Jesus offenbart Gott sein Herz und macht es fĂĽr uns zugänglich. Deshalb beginnt unser Verstehen, im Letzten auch unsere Zugehörigkeit zu diesem Reich, erst in einer Beziehung mit ihm von Herz zu Herz. Er kann zu den JĂĽngern ohne Gleichnis sprechen, weil sie ihn im Herzen angenommen haben. JĂĽngersein bedeutet, in einer sich stetig vertiefenden, innersten Einheit mit Jesus leben zu wollen. Auch die JĂĽnger mĂĽssen darin wachsen und ihr Herz der Liebe Gottes, dem Heiligen Geist öffnen, bis Petrus eines Tages von Christus bekennen kann: „Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“ (Apg 4,12)

Gespräch mit Christus: Jesus, mich ermĂĽden die täglichen Anforderungen, wenn ich auf die falschen VerheiĂźungen des Selbermachens hereinfalle. Hilf mir, ein kindliches Herz voller Vertrauen zu entwickeln. Ich bitte dich, lege in dieser Woche Samen deiner Liebe in mein Herz, damit dein Reich in mir wachse.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte in dieser Woche mein Herz neu dem Vertrauen auf Jesu Macht öffnen.


Der Same seiner Liebe, aus dem Sanftmut erblĂĽht

18. Juni 2018

Montag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor Barbarigo, Bischof
Hll. Porentius, Felicius und Simplicius, Märtyrer

Angelika Knauf

Mt 5,38-42
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, dir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Du allein bist unsere Freiheit und unser Friede.

Bitte: Jesus, lege jetzt den Samen der Gewaltlosigkeit in mein Herz!

1. Selig, die keine Gewalt anwenden. O, wie schnell flammt Zorn in mir auf, wenn mir ĂĽbel mitgespielt wird. Wie empöre ich mich und wie sehr wird mein Denken davon eingenommen, mir wieder Recht zu verschaffen. Und am besten so, dass der andere es nicht noch einmal wagen wird, so an mich heranzutreten! So gewaltig erhebt sich mein innerer Widerstand - und raubt doch zuerst mir selbst ein kostbares Gut: die Weite meines Herzens, die mich selbst erfreut; den Reichtum meiner Gedanken, wenn sie Gutes ersinnen; die Stille meiner Seele, die mich fĂĽr Gott öffnet. Nicht nur die Kränkung oder Verletzung durch den anderen ist mein UnglĂĽck. Noch mehr Schmerz bereitet es mir, wenn ich mich selbst auf den ĂĽblen Grund begebe, den der andere mit seiner Tat bereitet hat.

2. Ich aber – schlieĂźe meinen Bund mit dir. Mit welch ungeheuerlicher Macht spricht Jesus hier, was fĂĽr einen umstĂĽrzenden Anspruch erhebt er! Das heutige und die folgenden Evangelien dieser Woche stammen aus der sogenannten Bergpredigt Jesu. Schon im Alten Testament war der Berg der Ort, an dem Gott sich offenbart und den Menschen sein Gesetz kundtut. Doch auch im Alten Testament tat Gott dies nicht vorrangig, um seinen Machtanspruch zu erheben, sondern um den Menschen an sich zu ziehen, in einen Bund mit ihm zu treten. Ein Bund, der dem Heil des Menschen dienen soll, nicht seinem Unheil. Was Jesus hier verkĂĽndet, sind die Gesetzmäßigkeiten des Neuen Bundes, den er selbst in seinem Blut stiften wird, um den Menschen vom Gesetz des Bösen zu befreien, in seinem Innersten zu heilen und zum Guten zu befähigen.

3. â€¦denn sie werden das Land erben. Jesus will meine Freiheit, meine Heilung - und die des anderen. Nicht auf das Böse des anderen einzugehen, sichert zuallererst die Freiheit meines eigenen Herzens. Dem anderen in Freiheit mehr zu geben, als er auf ungerechte Weise von mir fordert, birgt mich in der Liebe Jesu und öffnet sie auch dem anderen. Aber ziehe ich dabei nicht zwangsläufig den KĂĽrzeren? Nur auf den ersten Blick. Denn in der Liebe Jesu zu bleiben, heiĂźt auch, eins mit ihm zu bleiben. Allein Einheit mit ihm ĂĽberwindet das Böse dieser Welt, denn in Jesus ist es schon besiegt. Die stärkste Waffe des Christentums ist die Vergebung, weil sie auf die Ebene, „in das Land“ fĂĽhrt, in der Gottes Liebe schon herrscht. Durch die Vergebung gewinnen wir Anteil daran, werden wir zu seinen Erben. „Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ (Joh 16,33)

Gespräch mit Christus: Jesus, du kennst jede Wunde, die mir an Leib und Seele zugefĂĽgt worden ist. Jede einzelne willst du heilen und mich bewahren vor den Wunden, die ich mir selbst zufĂĽge, wenn ich nicht in deiner Liebe bleibe. Heile und bewahre mich, Herr!

Möglicher Vorsatz: Ich will mich in einem Moment, in dem mir Unrecht zugefĂĽgt wird, innerlich sofort Jesus ĂĽbergeben.


Der Same seiner Liebe, aus dem Beziehung wächst

19. Juni 2018

Dienstag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Romuald OSBCam
Hl. Elisabeth v. Schönau OSB
Hl. Hildegrim, Bischof
Hl. Modest Anlauer SJ

Angelika Knauf

Mt 5,43-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du bist fĂĽr uns gestorben, als wir noch SĂĽnder waren. Erbarme dich unser, o Herr!

Bitte: Jesus, lege jetzt den Samen der Feindesliebe in mein Herz!

1. Selig, die Frieden stiften... Vielleicht sind wirkliche Feinde im Leben eher selten, aber wie schwer fällt es mir schon zu erfahren, dass ein Mensch mich nicht mag. Mehr noch zu wissen, dass jemand mir schaden will. Oder jemanden innerlich zu achten, der seine mir vollkommen entgegengesetzte Ansicht rĂĽcksichtslos gegen mich durchsetzt. Gleich tut sich ein innerer Graben auf, mein Herz verschlieĂźt sich, macht ganz dicht. Selbst wenn ich mir äuĂźerlich nichts anmerken lasse, aus meinem Inneren wird diese Person hinausgeworfen. Warum, Jesus, diese Maximalforderung, meinen Feind nicht nur nicht zu bekämpfen, sondern sogar zu lieben? Zähle ich dabei denn gar nicht?

2. Ich aber - spreche zu dir von Herz zu Herz. Doch, mein Kind, du zählst, du bist meinem Herzen kostbar. Ich verlieĂź den SchoĂź meines Vaters, um dir meine Liebe zu erweisen und dich heimzuholen, als du mich verlassen hattest. Ich kam, um fĂĽr dich zu sterben, als du noch mein Feind warst. Ich habe fĂĽr dich gebetet in jener Nacht meiner Angst, dort in jenem Garten, und auch noch als ich angenagelt wurde an jenes Kreuz, das auch deine SĂĽnde mir gezimmert hatte. Denn du sollst Kind meines Vaters sein, wie ich. Du sollst mir Schwester sein, Bruder, um mit mir im Vater zu leben. Doch wie wirst du mir Schwester, wie wirst du mir wahrhaft Bruder sein können, wenn du nicht lieben lernst, wie ich liebe? Wie kannst du Kind meines Vaters sein, wenn du dem Hass in deinem Herzen Raum gibst? FĂĽrchte dich nicht, du bist ja nicht allein! Ich habe schon fĂĽr dich gebetet, ich habe schon fĂĽr dich geliebt. Komm und schöpfe aus meinem Beten, aus meiner Liebe, denn sie fĂĽllt alle Schwäche deines Herzens auf!

3. â€¦denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Um mein Herz geht es, wenn Jesus mir aufträgt, auch meinen Feind zu lieben und fĂĽr die zu beten, die mich verfolgen. Er will mein Herz nach seinem Herzen bilden. Um meinen Blick geht es, wenn ich lernen soll, das Liebenswerte in meinem Feind zu sehen, denn er ist geliebtes Kind Gottes, wie ich. Der Vater will keines seiner Kinder an den Hass verlieren, den Tod der Seele. Er sucht Herzen, die sich seiner Liebe öffnen, auch fĂĽr die anderen. Herzen, durch die seine alles verwandelnde Liebe auch zu denen gelangen kann, die noch ins Böse verstrickt sind. Er sucht Herzen, die sich, so wie er, um der heilenden Macht der Liebe willen verwundbar machen lassen. Seine Liebe hat Hass und Tod ĂĽberwunden. In seiner alles lebendig machenden Liebe kann auch ich die Todeskrankheit des Herzens ĂĽberwinden: die Lieblosigkeit, den Hass.

Gespräch mit Christus: Jesus, keines deiner Gebote erscheint mir so schwer erfĂĽllbar wie das der Feindesliebe. Und doch, wenn ich bereit bin, mit deinen Augen auf die zu sehen, die mich bedrängen, verändert sich etwas in meinem Herzen. Bilde mein Herz nach deinem Herzen!

Möglicher Vorsatz: Ich bete heute ein Gesätz des Rosenkranzes zur Göttlichen Barmherzigkeit, um die Gabe der Feindesliebe fĂĽr mich und fĂĽr andere Christen zu erbitten.


Der Same seiner Liebe, der Reinheit hervorbringt

20. Juni 2018

Mittwoch der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Adalbert v. Magdeburg, Bischof
Hl. Deodat, Missionsbischof
Hl. Margarete Ebner OP

Angelika Knauf

Mt 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂĽngern: HĂĽtet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die StraĂźenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schlieĂź die TĂĽr zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trĂĽbseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du offenbarst mir den Vater als den, aus dem ich mich ganz empfangen habe. Du offenbarst dich mir als der, der mich ganz mit dem Vater einen will.

Bitte: Jesus, lege jetzt den Samen wahrer Kindschaft in mein Herz.

1. Selig, die ein reines Herz haben… Was ist das Problem eines Heuchlers, wie ihn Jesus hier beschreibt? Warum stellt er seine Gerechtigkeit zur Schau, posaunt er seine gute Tat vor sich her und zelebriert sein Gebet und sein Fasten nur vor den Augen der anderen? Sein Problem ist, alles von sich selbst zu erwarten, auf sich selbst zu beziehen und auch fĂĽr sich selbst gewinnen zu wollen. Er ist auf sich bezogen, er steht auĂźerhalb jeder echten Beziehung, denn was immer er sagt oder tut, meint im Letzten nur sich selbst. Er giert nach solcher Anerkennung, die er sich durch eigene Leistung verdient hat. Ein solches Herz will Lohn, nicht Liebe. Es will sich keinem anderen verdanken, sich nicht beschenken lassen. Es sichert sich in sich selbst und lässt sich in keinem anderen Herzen bergen. Seine kostbarste Fähigkeit, sich zu schenken, ist restlos verkĂĽmmert. Es hat Freude nur an sich selbst und ist unrein, weil es durchdrungen ist von Misstrauen und Selbstbehalt.

2. Amen, ich sage dir: Liebe will ich dir schenken. Gott will nicht mein oberster Lohnherr oder mein oberster Richter sein. Dreimal stellt Jesus Gott hier als Vater vor: „eurer Vater im Himmel“, „dein Vater, der im Verborgenen ist“, „dein Vater, der das Verborgene sieht“. Gott ist die Liebe. Liebe will sich verschenken. Liebe will auch empfangen werden. Liebe braucht die persönliche, vertraute und innige Begegnung zwischen zwei Personen, um ihr Antlitz zu enthĂĽllen. Gott hat mich als freie Person geschaffen und gewollt, damit ich in einen Liebesaustausch mit ihm treten kann. Dieser Austausch kommt ohne mein Ja nicht zustande. Dieser groĂźe und allmächtige Gott kann sich mir nicht geben, wenn ich ihn nicht will. Dieser Gott ist ein Gott, der sich eher an das Kreuz aus dem sĂĽndhaften Gebrauch meiner Freiheit nageln lässt, als mir meine Freiheit zu nehmen. Dieser Gott macht sich davon abhängig, dass ich ihm die innerste Kammer meines Herzens öffne, um mir seinen innersten Wunsch zu offenbaren: mich zu lieben.

3. â€¦denn sie werden Gott schauen. Doch wenn ich diese Kammer meines Herzens nicht mehr aus Selbstbezogenheit verschlossen halte, sondern dem Geschenk seiner Liebe öffne, dann werde ich Gott als meinen Vater schauen. Als meinen Vater, der mir als seinem Kind alles geben will, was ich brauche, um meine Liebesfähigkeit zu entfalten. Mein Vater, der mich an sich zieht, um gemeinsam mit mir Frucht hervorzubringen. Wenn er in meinem Innersten sein darf, wird er mir seine Liebe zu den anderen ins Herz geben. Ich werde nicht mehr wissen, was meine Hand tut, wenn sie Almosen gibt, weil ich dabei auf ihn und seine Liebe schaue. Ich werde fasten können, weil Gott mein Verlangen stillt. Ich werde in meiner Kammer beten, weil ich in vertrautestem Austausch mit ihm sein möchte. Mein Herz wird keinen Lohn, keine Anerkennung mehr verdienen wollen, sondern sich an der Liebe seines Vaters sättigen.

Gespräch mit Christus: Jesus, du siehst ständig, wie ich mich subtil von dir und dem Vater löse, um mich selbst zu behaupten. Du siehst jeden Keim meines Misstrauens, dass ich irgendwie zu kurz kommen könnte, wenn ich nicht fĂĽr mich selber sorge. Jesus, ich vertraue mich dir an, sorge du!

Möglicher Vorsatz: Ich will heute bewusst auf eine Tat oder ein Wort verzichten, womit ich mich vor anderen darstellen könnte.


Der Same seiner Liebe, aus dem Vertrauen keimt

21. Juni 2018

Gedenktag
Hl. Aloisius Gonzaga SJ
Hl. Alban, Märtyrer
Hl. Radulf, Bischof

Angelika Knauf

Mt 6,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, Sohn des Vaters, du offenbarst mir das liebende Herz dessen, den du „Abba“ – „Papa“ nennst. Du lehrst mich, dass ich deine Gerechtigkeit nur verstehe, wenn ich in und mit dir den Vater erkenne.

Bitte: Lege jetzt den Samen der Gerechtigkeit in mein Herz, wie sie im Herzen des Vaters lebt.

1. Selig, die hungern und dĂĽrsten nach der Gerechtigkeit… Immer und immer wieder neu muss ich es hören und in mein Herz aufnehmen: Gott ist mein Vater! Solange dies in meinem Herzen keine Wurzeln schlägt, werde ich beim Beten plappern wie die Heiden, die nicht wissen, dass sie einen Vater haben. Wenn ich mit einem Menschen in wirklicher Harmonie bin, mich echte Liebe mit ihm eint, ich ihm ganz vertraue, dann ist es unendlich schön, einfach bei ihm zu sein und mit ihm zu schweigen. Denn in einer solchen Stille spricht die Einheit der Herzen. Vertraue und liebe ich nicht, dann werde ich ständig mit Worten versuchen, mir Recht zu verschaffen. Solange ich nicht annehmen kann, dass Gott als Vater handelt, werde ich noch Angst davor haben, dass sein Reich kommt und wirklich sein Wille geschieht. Solange ich ihm misstraue, werde ich seinen Namen nicht heiligen, denn ich nenne ihn noch nicht in meinem Herzen Vater. Ich habe seine Gerechtigkeit noch nicht erkannt.

2. So sollt ihr beten! â€žDenn euer Vater weiĂź, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.“ Das ist Gottes Gerechtigkeit, dass er als Vater weiĂź, was wir brauchen. Denn wir stammen aus ihm. Er kennt unser Herz mit all seinen BedĂĽrfnissen, denn er hat es gemacht. Gott hat uns nicht schwach geschaffen, sondern als Beziehungswesen, wie er selbst in sich Beziehung in Liebe ist. Beziehung in Liebe und Vertrauen war unsere FĂĽlle, bevor die SĂĽnde diese FĂĽlle verkĂĽmmern lieĂź. Denn sie hat unsere vier wichtigsten Beziehungen verwundet, jene zu Gott, zu uns selbst, zu den anderen, zu den Dingen dieser Welt. Als Vater will Gott uns heilen, er will uns in Jesus Christus geben, was wir brauchen, um wieder heil zu werden. Die Bitten des Vaterunsers heilen den Beziehungsbruch, unter dem wir seit unserer SĂĽnde leiden. Sie zeigen uns, wie Jesus ist und wie wir mit ihm wieder ganz in das Kindsein vor Gott gelangen.

3. â€¦denn sie werden satt werden. Die Vaterschaft Gottes heilt meine innerste Einsamkeit. Sie sättigt meine Existenz. Die Herrschaft und der Wille Gottes sättigen meinen Hunger und Durst nach Gerechtigkeit. Das Brot, das Gott mir täglich gibt, ist Jesus selbst. Er sättigt mich mit Leben in FĂĽlle. Ich aber verharre in meinem Misstrauen, wenn ich nicht vergeben will. Die Vergebung, die Gott von mir fordert, öffnet mein Herz fĂĽr die Vaterschaft Gottes, denn ich lasse seine Gerechtigkeit, die Erbarmen ist, in die Beziehung zu meinem Nächsten ein. Ich lasse Gott selbst in meine Beziehungen ein. So wird mein BedĂĽrfnis nach echter Beziehung in mir gesättigt, das Gott in mich gelegt hat. Die Bitte um Schutz in der Versuchung ist die Bitte um Gottes Herrschaft ĂĽber das Böse. Wir mĂĽssen dem Bösen widersagen wollen, damit Gott uns aus seinen Fängen retten kann. Denn Gottes Gerechtigkeit achtet immer unsere Freiheit.

Gespräch mit Christus: Jesus, wie oft bete ich das Vaterunser ohne Bewusstsein, dass es auch ein Gebet zu meiner Heilung ist. Hilf mir, in dir dem Vater ganz zu vertrauen, damit ich satt werde an seiner Gerechtigkeit.

Möglicher Vorsatz: Ich will das Vaterunser heute mit groĂźer Aufmerksamkeit beten und achtgeben auf seine Wirkungen in meinem Herzen.


Der Same seiner Liebe, der ErfĂĽllung schenkt

22. Juni 2018

Freitag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Thomas Morus, Märtyrer
Hl. John Fischer, Bischof
Hl. Paulinus von Nola, Bischof

Angelika Knauf

Mt 6,19-23
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, wir sind in der Welt, aber du hast gesagt, dass wir nicht von ihr sind (Joh 15,19). Ich will mein Herz dem wahren Reichtum öffnen, wie er allein aus dir kommt.

Bitte: Jesus, lege jetzt den Samen froher Armut in mein Herz!

1. Selig, die arm sind vor Gott… Wie viel kostbare Lebenszeit verwenden wir auf das Erlangen weltlicher GĂĽter wie z.B. Besitz, Ansehen, äuĂźere Schönheit? All das ist nicht schlecht an sich, aber so oft stimmt unser MaĂź darin nicht. Das MaĂź gerät aus der Balance, sobald wir vergessen, dass wir Kinder Gottes sind, die aus Liebe und fĂĽr die Liebe geschaffen wurden; die gerade deshalb nicht hier ihre endgĂĽltige Heimat finden können, weil wir uns nicht selbst geben können, was unser Herz begehrt. Gott hat uns fĂĽr die FĂĽlle geschaffen, nicht fĂĽr die Armut, erst die SĂĽnde hat uns zu jenen, auf sich selbst zurĂĽckgeworfenen Mangelwesen gemacht, als die wir uns so oft empfinden. Denn sie hat unser Beziehungsverhältnis zu Gott verletzt. Es ist wunderbar, dass Jesus die VerheiĂźung auf die FĂĽlle des Himmels gerade hier erneuert, wo er vor Anhänglichkeit an die Dinge der Welt warnt.

2. Alles, was mein Herz begehrt. Denn es ist Jesus nicht gleichgĂĽltig, ob meine BedĂĽrfnisse gestillt werden oder nicht. Er ist ja gerade gekommen, um sie zu stillen. Aber ich bin durch die SĂĽnde verwirrt, meist kenne ich mich in den Regungen meines Herzens nicht mehr aus. Mein Herz aber ist ihm das Kostbarste, weil ich aus nichts, und sei es das Edelste, KlĂĽgste oder Beste, letztlich wirklich Zufriedenheit erlange, solange nicht auch meine Sehnsucht, geliebt zu sein und lieben zu können, gestillt wird. Denn sie ist mir von Gott in mein Herz eingeschrieben. Wie wunderbar drĂĽckt der Apostel Paulus das im Hohelied der Liebe im 13. Kapitel des Korintherbriefs aus: „…hätte aber die Liebe nicht, nĂĽtzte es mir nichts“, sagt er, nachdem er alles irdisch und sogar religiös Erstrebenswerte aufgezählt hat, das ich erreichen könnte. Denn nur die „Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.“

3. â€¦denn ihnen gehört das Himmelreich. Gott hat uns zum Sehen mit dem Auge, mit dem Verstand und vor allem mit dem Herzen befähigt, gerade weil wir fĂĽr die FĂĽlle der Liebe geschaffen sind. Doch wenn unser Sehen und Sehnen nur von den Begierden der Selbstliebe geleitet ist, bleibt es in uns finster und wir bleiben arm. Wir können uns nicht selbst geben, was wir wirklich ersehnen. Nur wirkliche Liebe, die sich verschenkt, kann in uns wahres Licht und wahres Sehen entzĂĽnden. Paulus sagt: „Die Liebe hört niemals auf…Jetzt ist mein Erkennen StĂĽckwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.“ Der Himmel bedeutet fĂĽr uns unbegrenztes Erkennen der FĂĽlle der Liebe, die Gott ist, mit der er uns beschenkt und auf die wir antworten mĂĽssen und dĂĽrfen, um vollkommen glĂĽcklich, vollkommen erfĂĽllt zu leben. „FĂĽr jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“

Gespräch mit Christus: Jesus, wie oft ĂĽberdecke ich mein wahres Sehnen mit vorläufigen GenĂĽssen, die dann doch immer ein GefĂĽhl der Leere in mir hinterlassen. Ich möchte all das mehr und mehr loslassen können, damit mein Herz fĂĽr deinen Reichtum frei wird.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte hellsichtiger fĂĽr die wirklichen Ursachen meiner Begehrlichkeiten werden und Jesus in sie einlassen.


Die Frucht seiner Liebe, die Begegnung ist und Einheit schafft

23. Juni 2018

Samstag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Edeltraut
Hl. Hildulf OSB
Sel. Peter Friedhofen FMMA

Angelika Knauf

Mt 6,24-34
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, meine Seele frohlockt und mein Herz jubelt ĂĽber das Geschenk deiner Nähe, deines mir vollkommen offenen Herzens. Du offenbarst mir den Vater, du schenkst mir deinen Geist. Halleluja!

Bitte: Jesus, öffne jetzt mein Herz fĂĽr die Frucht deiner Liebe, die Einheit mit Dir!

1. Jesus will mich ganz. Jesus ist in Sachen Liebe zu ihm kompromisslos, weil auch seine Liebe zu mir bedingungslos ist. Je mehr meine Liebe kompromisslos in der Hingabe an Gott wird und je bedingungsloser ich ihn in mein Leben aufnehme, desto vollkommener kann seine Liebe mich tragen und erfĂĽllen. Es gibt gnadenhafte Momente der Begegnung mit Christus, in denen mir das innerlich wie ein alles durchflutendes Licht aufscheinen kann. In solchen Momenten spĂĽre ich im Innersten, dass Gottes Liebe wahr ist und das innerste GlĂĽck meines Lebens ausmacht. Doch wie bewahre ich mein Vertrauen in eine solche Erfahrung? Wenn mich z.B. der Alltag mit seinen Anforderungen wieder ĂĽberrollt? Oder auch, wenn ich Zukunftspläne schmiede und mich entscheiden muss, ob ich Gott darin den ersten Platz einräume? Und auch dann, wenn mich die Entchristlichung meiner Umgebung und der Gesellschaft, in der ich lebe, verunsichert und ich innere Einsamkeit verspĂĽre?

2. Ich habe einen Vater, der der einzige Gott ist. â€žEuch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ Jesus sagt „muss“, nicht „sollte“ oder „könnte“ – er ist kompromisslos. Und doch richtet er hier keine moralische Norm von Leistung und Verdienst auf, das ist so wichtig zu erkennen! Viel mehr schärft er uns ein, wer wir sind: Kinder Gottes!, – gerade weil er unsere Schwierigkeiten im Umgang mit unserer jeweiligen Zeit kennt. Seine Ermahnung mĂĽndet in seiner Zusage „euer himmlischer Vater ernährt (…) euer himmlischer Vater weiß“. Er sagt „euer Vater“. Es ist das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dass wir Kinder Gottes sind und Anrecht auf seine Liebe haben! Dass wir diese Liebe aber auch wollen mĂĽssen, damit er Vater fĂĽr uns sein kann! Wie kann das gehen?

3. Im Jetzt sein, um in Christus zu sein. â€žSorgt euch also nicht um morgen“. Der einzige Moment, in dem ich Jesus als meinem Erlöser und Gott als meinem Vater und dem Heiligen Geist als meinem Tröster und Leiter begegnen kann, ist JETZT! Gott will mir begegnen, JETZT! Ich aber bin in meinem Herzen meist abwesend, weil ich dem Gestern nachhänge oder mich vor dem Morgen fĂĽrchte. Jetzt aber will Gott fĂĽr mich da sein, sich um mich sorgen, mich leiten, mir seine Liebe schenken. Gerade jetzt bietet er mir seine Kraft an, seinen Geist, um mich zu erfĂĽllen und meiner Schwäche aufzuhelfen. Wenn ich jetzt seiner Vaterschaft traue, nehme ich auch die Erlösung an, die Jesus mir erwirkt hat. Damit öffne ich mich den Anregungen des Heiligen Geistes, der mir Gottes Liebe schenken will. Ich lerne, an der Hand Gottes zu gehen, wenn ich mich entscheide, jeden Moment seine Gegenwart zu suchen, ihn um die Erfahrung seiner Nähe zu bitten, seine Gaben anzunehmen. Dann werde ich zu einem Gefäß, in das seine Liebe einflieĂźen, aber auch zu den anderen ĂĽberflieĂźen kann.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich habe alles, wenn ich dich habe. Und du willst mir alles von dir geben, nichts hältst du zurĂĽck. Hilf mir zu einer ständigen Haltung der Offenheit zur Begegnung mit dir!

Möglicher Vorsatz: Ich will feste Momente der inneren Begegnung mit Jesus in meinen Tagesablauf einbauen.