Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Juni 2018 bis Samstag 16. Juni 2018

Zehnte Woche im Jahreskreis

Br. Valentin Schmidts LC

StolzSonntag
Die SeligpreisungenMontag
Die missionarische Sendung des ChristenDienstag
Die Seele des GesetzesMittwoch
Echte NächstenliebeDonnerstag
ReinheitFreitag
WahrhaftigkeitSamstag


Stolz

10. Juni 2018

10. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Olivia, Märtyrerin
Hl. Bardo OSB, Abt, Erzbischof
Hl. Diana OP
Sel. Eustachius Kugler OH

Br. Valentin Schmidts LC

Mk 3,20-35
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebub besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, ich glaube an deine Gegenwart. Du hast mich erschaffen und von dir allein kommt alles Gute. Ich möchte nichts mehr wollen, als mit dir vereint zu sein.

Bitte: Jesus, lass mich bitte die Hässlichkeit der SĂĽnde des Stolzes tiefer erkennen und reinige mein Herz davon!

1. â€žSie machten sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurĂĽckzuholen“. Die Verwandten Jesu machen sich Sorgen um ihn – anscheinend berechtigterweise. Allerdings wollen sie ihn mit Gewalt zurĂĽckholen, haben also wohl doch keine so gute Absicht. Im Grunde geht es ihnen um das eigene Ansehen und so wollen sie Jesus wieder „zur Vernunft bringen“ ohne seiner Botschaft ĂĽberhaupt auch nur zuzuhören. Ich möchte den Stolz betrachten, der in ihren Seelen herrscht und sie blind fĂĽr die Wahrheit macht.

2. â€žEr ist von Beelzebub besessen“. Die Schriftgelehrten haben sich Jesu Botschaft genauso verschlossen. Ihnen geht es um ihre Macht, diese wollen sie verteidigen. Um sich also gegenĂĽber der harschen Kritik zu rechtfertigen, die Jesus immer wieder an ihnen ĂĽbt, erfinden sie Ausreden, die ihr Gewissen zum Schweigen bringen und sie vor den Menschen verteidigen sollen. DarĂĽber hinaus verleumden sie Jesus sogar als teuflisch. Und das, wo doch jemand, in dem solche Kräfte wie in Jesus wirken, diese praktisch ausschlieĂźlich von ĂĽbernatĂĽrlicher Seite her beziehen kann, also von Gott oder vom Teufel. Und sie schwärzen Jesus an – aber ein Urteil in so schwerwiegender Materie sollte mit höchster Vorsicht und Wahrhaftigkeit gefällt werden, nicht aus Stolz heraus. Hier lässt sich gut betrachten, wie tief der Stolze fallen und in die LĂĽge verstricken kann.

3. Mein Gewissen. Auch ich trage wegen der UrsĂĽnde den Keim des Stolzes in mir, rechtfertige mich gern und neige zu ähnlichen Taten wie die eben betrachteten. Wegen dieses Stolzes höre ich oft nicht auf mein Gewissen und tue meinen eigenen Willen. Wie wichtig ist es, demĂĽtig die Wahrheit ĂĽber das eigene Leben vor Gott zu bekennen und hellhörig auf seine Stimme zu achten.

Gespräch mit Christus: Mein Gott, du kennst mich so, wie ich bin. Du weiĂźt auch, wie oft ich mich durch den Stolz aufblase und mich fĂĽr sehr wichtig halte. Hilf mir bitte, gerne meinen Platz als Geschöpf vor dir, meinem Schöpfer und Vater, einzunehmen. Du sollst immer mehr das Zentrum meines Lebens werden.

Möglicher Vorsatz: Heute könnte ich ĂĽberlegen, mit welchem Gebot oder Vorschrift der Kirche ich vielleicht aus Stolz nicht ganz einverstanden bin, etwas darĂĽber im Katechismus lesen und den Vorsatz fassen, es in Zukunft einzuhalten, auch wenn ich es noch nicht ganz verstehe.


Die Seligpreisungen

11. Juni 2018

Hl. Barnabas, Apostel
Fest

Hl. Jolanda OSCI
Hl. Aleydis v. Schaerbeek OCist
Hl. Paola Frassinetti SSD

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 5,1-12
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus Christus, heute ist ein neuer Tag, den du mir gewährst, um in der Liebe zu dir und zum Nächsten zu wachsen. Danke fĂĽr diese Gnade und dafĂĽr, dass ich dir jetzt wieder im Evangelium begegnen darf. Ich will tief in mich gehen, um dich im Innersten meines Herzens zu betrachten.

Bitte: Herr, bitte zeige mir die Schönheit der einzelnen Seligpreisungen, damit ich immer mehr so leben kann, wie es dir gefällt!

1. â€žSelig…“. Die Seligpreisungen haben eine wichtige Stellung im Evangelium. Interessant ist allerdings, dass Jesus die darin enthaltenen Lehren nicht in Form von Forderungen oder Vorschriften präsentiert, sondern als verschiedene Versprechen und VerheiĂźung von Seligkeit. In diesem Geist darf ich diese Stelle lesen: Jesus lädt mich ein, glĂĽcklich zu werden, und der Weg dorthin fĂĽhrt ĂĽber das, was er mir hier präsentiert.

2. â€žâ€¦denn ihnen gehört das Himmelreich“. Das besondere an den Seligpreisungen ist aber, dass sie nicht gerade den Vorstellungen entsprechen, die die Leute normalerweise vom Weg zum GlĂĽck haben. Jesus möchte mir klarmachen, dass der Weg zum ewigen Leben ĂĽber das Leid den Verzicht, die Trauer fĂĽhrt. Das Gute dabei ist, dass er diesen Weg ja schon selbst gegangen ist und wir ihn folglich nicht alleine zurĂĽcklegen mĂĽssen.

3. Meint Jesus das wirklich so? Die Frage ist jetzt nur: Glaube ich Jesus wirklich, was er mir da sagt? Ist das sein Ernst? Kann im Verzicht, in der Verfolgung etc. wirklich die Seligkeit liegen? Wie es scheint, meint es Jesus damit tatsächlich sehr ernst. Was gibt es also in meinem Herzen, was mich daran hindert, barmherzig, arm oder friedfertig zu sein? Was verhindert die Reinheit oder das Streben nach Gerechtigkeit? Jesus möchte es mir zeigen und mir helfen, es zu ĂĽberwinden.

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, du willst ewig mit mir vereint sein, damit ich bei dir glĂĽcklich sein kann. Das aber erfordert die Bereitschaft, in Kreuz und Verzicht zu lernen, was echte Liebe ist. Hilf mir bitte, deinen Seligpreisungen groĂźherzig zu folgen und nur noch fĂĽr dich, anstatt fĂĽr mich zu leben.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich eine der Seligpreisungen konkret umsetzen, indem ich z.B. der echten Trauer ĂĽber die SĂĽnde und das Böse etwas Zeit (einige Minuten) widme oder demĂĽtig tue, was nötig ist, um einen Konflikt zu schlichten.


Die missionarische Sendung des Christen

12. Juni 2018

Dienstag der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Leo III., Papst
Hl. Eskil, Märtyrer
Hl. Odulf OSB, Missionar
Sel. Hildegard Burjan

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 5,13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Gott, ich trete ein in deine Gegenwart. Du bist mein Schöpfer, du hast mich erlöst und rufst mich, in dieser Welt dein Werkzeug zu sein. Ich vertraue mich dir ganz an, damit du mit mir tun kannst, was du willst.

Bitte: Ich bitte dich, Herr, entzĂĽnde in mir das Feuer deiner Liebe, damit ich voller Freude deine Botschaft verkĂĽnden kann!

1. â€žIhr seid das Salz der Erde“. Jesus ruft jeden Getauften dazu auf, Salz zu sein und Licht zu spenden inmitten der Dunkelheit dieser Welt. Wie schön, wie groĂźartig ist doch diese Berufung, mit ihm zusammenzuarbeiten, um möglichst vielen Menschen auf ihrem Weg zu ihm zur Seite zu stehen. Ich möchte fruchtbar sein und gerne den anderen dienen.

2. â€žWenn das Salz seinen Geschmack verliert“. Als Getaufte wirkt zwar die Gnade Gottes in jedem von uns. Dennoch bin ich immer wieder neu herausgefordert, „dem Salz Geschmack zu verleihen“ und „das Licht auf den Leuchter zu stellen“. Gottes Wirken durch mich braucht auch meine Mitarbeit, mein tägliches BemĂĽhen, meiner Berufung zu entsprechen. Bin ich bereit, diese Herausforderung groĂźmĂĽtig anzunehmen, gerade weil ich weiĂź, wie nötig die Menschen Gott haben?

3. Gottvertrauen. Ein Problem besteht allerdings trotz der allergrößten BemĂĽhungen: Die Welt ist voller Dunkelheit, SĂĽnde, LĂĽge, Hass… Wie könnte ich je völlig den Anforderungen der missionarischen Berufung entsprechen? Mein Trost ist, dass letzten Endes Gott das Salz und das Licht den gewĂĽnschten Effekt hervorbringen lässt. Ich darf auf sein Wirken vertrauen und so den Frieden bewahren, nachdem ich das Meine getan habe.

Gespräch mit Christus: O Herr, ohne dich hätte mein Leben keinen Sinn. Du hast mich und alle Menschen fĂĽr dich allein geschaffen. Begeistere mich fĂĽr dich und fĂĽr deinen Auftrag, dein Licht in die Welt hinauszutragen.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich jemanden auf der StraĂźe grĂĽĂźen, dem ich mit einem freundlichen Wort eine Freude machen kann.


Die Seele des Gesetzes

13. Juni 2018

Gedenktag
Hl. Antonius von Padua OFM, Kirchenlehrer

Hl. Bernhard, HospizgrĂĽnder

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 5,17-19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

EinfĂĽhrendes Gebet: O Herr, ein neuer Tag hat begonnen und ich bin voller Sorgen und Schwierigkeiten. Ich komme mit allem zu dir, was ich auf dem Herzen habe. Du liebst mich und stehst mir bei. Ich möchte deinen Willen tun, sonst nichts.

Bitte: Gewähre mir die Gnade, Herr, zu erkennen, dass das GlĂĽck allein in dir zu finden ist und dass nichts so sehr zu dir fĂĽhrt, wie die ErfĂĽllung deines Willens aus Liebe!

1. â€žIch bin nicht gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben…“ Jesus spricht hier klare Worte. Wenn er die zahlreichen Vorschriften der Pharisäer und Schriftgelehrten auch relativiert, so schärft er uns doch ein, die grundlegenden Gebote zu halten – ohne Ausnahme. Er bittet mich, diese treu zu erfĂĽllen, bis ins kleinste Detail. Tue ich das? Oder erfinde ich nicht vielleicht verschiedene Ausreden, um am Ende doch das tun zu können, was mir beliebt.

2. â€žâ€¦ sondern um zu erfĂĽllen“. Worin besteht allerdings die Neuheit der Lehre Jesu? Was heiĂźt es, dass er das Gesetz erfĂĽllt? Er lädt uns ein, die Absicht zu prĂĽfen, die uns dazu bringt, die Gebote zu erfĂĽllen. Ist es wirklich die Liebe zu ihm und zum Nächsten oder vielleicht der Stolz oder meine Bequemlichkeit? Ich will ihm mein Herz hinhalten – mit allen Neigungen; mit denen, die mich zu ihm fĂĽhren, und mit denen, die mich von ihm trennen. Er kann es reinigen.

3. â€žWer sie aber hält und halten lehrt…“ Die Liebe, die unsere Taten beleben soll, enthält hohe AnsprĂĽche: Unser Handeln soll nicht nur den Geboten entsprechen, sondern auch ein Ansporn fĂĽr andere sein, dasselbe zu tun. Ich bin vor Jesus und dem Nächsten dafĂĽr verantwortlich, Beispiel zu geben und eine Hilfe fĂĽr andere zu sein, damit auch sie Gottes Willen in ihrem Leben erfĂĽllen können.

Gespräch mit Christus: Mein Gott, ich verstehe mich selbst nicht mehr. Ich weiĂź doch, dass du allein genĂĽgst und dennoch suche ich so oft woanders nach der Seligkeit. Reinige mein Herz von all den ungeordneten Neigungen und hilf mir, Gefallen daran zu finden, das zu tun, was du dir von mir wĂĽnschst!

Möglicher Vorsatz: Wenn ich dieses Evangelium ernst nehme, ist heute womöglich der Tag, an dem ich endlich einen Schritt vorwärtskomme im Kampf gegen ein Laster, das mich schon lange niederdrĂĽckt. Ich will mir etwas Konkretes vornehmen, das mir dabei hilft.


Echte Nächstenliebe

14. Juni 2018

Donnerstag der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Burchard von MeiĂźen, Bischof
Hl. Gottschalk
Hl. Meinrad Eugster OSB

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 5,20-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Gott, ich komme zu dir als dein Geschöpf, das ganz von dir abhängt und dir alles verdankt. Ich möchte dir allein dienen und dich ĂĽber alles lieben.

Bitte: Bitte gewähre mir, Herr, immer mehr so zu lieben wie du!

1. â€žWenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist…“ Gott hat einen Plan fĂĽr uns. Er hat den Traum, dass wir ganz frei fĂĽr die Liebe werden, um mit ihm und miteinander im Himmel, aber auch schon hier, vereint sein zu können. Das erfordert allerdings echte Nächstenliebe, die ĂĽber bloĂźe äuĂźere Taten hinaus zu einer tiefen inneren Einstellung wird.

2. â€žGeh und versöhne dich zuerst“. Solange ich zulasse, dass Zwietracht herrscht zwischen mir und meinen Mitmenschen, selbst wenn es nur verborgener Groll ist, begrenzt das mein Wachstum in der Liebe. Es wird dadurch eventuell sogar verhindert, genauso wie die Einheit mit Gott. Wie wichtig ist die authentische Nächstenliebe, die keine Grenzen kennt!

3. â€žSchlieĂź ohne Zögern Frieden, solange...“ Jesus möchte hier die Wichtigkeit der Nächstenliebe in den kleinen Details klarstellen. „SchlieĂźe Frieden, noch bevor du beim Gericht ankommst.“ Ich soll nicht nur die groĂźen Konflikte verhindern, sondern, wenn möglich, jegliche Spannung vermeiden und Versöhnung suchen. Hat die Nächstenliebe diese Priorität in meinem Leben?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du sehnst dich so sehr danach, mich bei dir im Himmel zu haben. Ich möchte mich genauso nach dir sehnen und nach der harmonischen Einheit mit meinen Mitmenschen, auf der Erde und dann im Himmel.

Möglicher Vorsatz: Jesus lädt mich ein, jemanden um Verzeihung zu bitten, den ich vor kurzem verletzt habe.


Reinheit

15. Juni 2018

Freitag der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Vitus (Veit), Märtyrer
Hl. Lothar, Bischof
Hl. Gebhard, Erzbischof
Hl. Klara Fietz

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 5,27-32
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich glaube an dich, o Herr. Stärke meinen Glauben, damit ich alle Ereignisse, Personen und Umstände mit deinen Augen sehen kann! Jetzt will ich wieder ein wenig Zeit mit dir verbringen, damit du mich im Innersten umgestalten kannst.

Bitte: Jesus, nähre in mir den Wunsch, ein so reines Herz wie das deine zu haben; ein Herz, das liebt und sich nicht selbst ins Zentrum stellt!

1. â€žWer eine Frau auch nur lĂĽstern ansieht…“ Während ein unreines Werk offensichtlich als SĂĽnde erkannt wird, bleiben unreine Gedanken den anderen verborgen. Jedoch mir selbst und vor allem Gott nicht. Ich will jetzt mein Herz darauf prĂĽfen, ob ich in letzter Zeit nicht in meinem Inneren unreine Neigungen verspĂĽrt habe oder ihnen sogar gefolgt bin und das Jesus anvertrauen.

2. Die Schönheit der Reinheit. In der heutigen Gesellschaft scheint Reinheit etwas Lächerliches oder Utopisches zu sein; das macht es sehr schwer, sie zu leben. Denn eine Einstellung, die von solchen Meinungen vergiftet wird, setzt mich vielen Gefahren fĂĽr meine Seele aus. Jesus hingegen präsentiert mir die Reinheit in ihrer ganzen Schönheit als ein Mittel, ein Herz zu erlangen, das groĂźzĂĽgig gibt und fĂĽr alle offen ist.

3. â€žReiĂź es aus!“ Wenn die Reinheit so wichtig ist, will ich die notwendigen Mittel ergreifen, um sie inmitten all der widrigen Umstände treu zu bewahren. Nur die, die ein reines Herz haben, werden Gott schauen – wenn ich das will, muss ich auch konsequent sein. Worum bittet mich Jesus?

Gespräch mit Christus: Mein Gott, du hast hohe Anforderungen an mich. So oft schon habe ich dich enttäuscht und noch dazu scheint es mir, ich werde nie deinen WĂĽnschen ganz entsprechen können. Bitte schenk mir ein neues Herz, setz deines in meine Brust hinein!

Möglicher Vorsatz: An diesem Tag möchte ich selbstlos jemandem einen Dienst tun, mit dem mir der Umgang sonst schwerfällt.


Wahrhaftigkeit

16. Juni 2018

Samstag der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Benno von MeiĂźen, Bischof
Hl. Luitgard von Tongern, Mystikerin

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 5,33-37
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich demĂĽtige mich vor dir, mein Herr und Gott, und knie mich hin. Herrsche du in meinem Leben, und sei du der einzige Grund jeder meiner Handlungen.

Bitte: Ich bitte dich, o Herr, schenke mir die Gnade, zu denken, zu sprechen und zu handeln, wie du es von mir wĂĽnschst – ohne innere Spaltungen!

1.  Aus einem Guss. Weshalb legt Jesus wohl so viel Wert darauf, dass wir nicht schwören? Nicht vielleicht deshalb, weil das Schwören irgendwie voraussetzt, dass ich mein Wort womöglich doch nicht halten werde? Das hieĂźe aber, es gibt in mir keine volle Kohärenz zwischen Tun und Sagen – Jesus aber kann sich nur in dem MaĂź mit mir vereinen, in dem ich eine wahrhaftige Person, d.h. aus einem Guss gegossen bin.

2. Das Beispiel Jesu. Jesus selbst hat die Wahrhaftigkeit vorgelebt. Obwohl seine aufrichtigen Worte oft negative Konsequenzen fĂĽr ihn hatten, blieb er sich selbst immer treu: bei der Rede ĂĽber das Brot des Himmels, vor Kajaphas, in jeder Beichte, indem er mich an die Wahrheit erinnert und auf sie verpflichtet…

3. â€žSchwört ĂĽberhaupt nicht!“ Vielleicht scheint uns das Schwören sehr ungewohnt und deshalb sprechen uns Jesu Worte nicht besonders an. Was mich aber sicherlich etwas angeht, sind Versprechen. Bin ich leichtfertig beim Geben eines Versprechens oder achtlos wenn es darum geht, es einzuhalten? Ich soll ein Zeugnis der Wahrhaftigkeit Gottes in der Welt sein!

Gespräch mit Christus: Jesus, wie oft muss ich einsehen, dass ich mal wieder egoistisch gehandelt habe, anstatt den anderen gegenĂĽber aufrichtig und treu zu sein. Vor allem dich enttäusche ich sehr oft. Hab Erbarmen mit mir. Ich will dir heute treuer sein als gestern und dabei mithelfen, dass deine Wahrheit triumphiert.

Möglicher Vorsatz: Wenn ich heute einer Verpflichtung nachgehen muss, die ich nur ungern erfĂĽlle, opfere ich sie fĂĽr all die Menschen auf, die andere betrĂĽgen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.