Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. Mai 2018 bis Samstag 26. Mai 2018

Siebte Woche im Jahreskreis

Dorit Wilke-Lopez

Freude, Frieden und VergebungSonntag
Weniger ist mehrMontag
Wenn ich schwach bin, bin ich starkDienstag
Von Grenzen und GeistMittwoch
Was wir von den Anonymen Alkoholikern lernen könnenDonnerstag
Das Herz hinter Mauern - Teil 1Freitag
Das Herz hinter Mauern - Teil 2Samstag


Freude, Frieden und Vergebung

20. Mai 2018

Pfingstsonntag
Hl. Bernhardin von Siena OFM, Prediger
Hl. BartholomÀus Holzhauser, Priester
Hl. Elfriede, Nonne

Dorit Wilke-Lopez

Joh 20,19-23
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die JĂŒnger aus Furcht vor den Juden die TĂŒren verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine HĂ€nde und seine Seite. Da freuten sich die JĂŒnger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die SĂŒnden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich möchte jetzt ganz still werden. Alles, was heute auf mich zukommt, kann jetzt warten. Jetzt sollst nur du, Gott, im Mittelpunkt stehen. Diese Zeit soll nur dir gehören. Ich möchte mich dir öffnen und einfach auf dich warten. Komm, Heiliger Geist, tritt mit Seufzen und Flehen beim Vater fĂŒr mich ein. Komm, Heiliger Geist, mit deinem Frieden.

Bitte: Ich bitte um Mut, Frieden, Freude und den Willen, Vergebung zu spenden.

1. Am Tiefpunkt des Lebens ist er da. Es ist der erste Werktag nach dem verwirrendsten und schmerzvollsten Paschafest ihres Lebens. Der Abend hat sich gesenkt, der Meister und Messias ist tot, und die JĂŒnger sind im Ausnahmezustand: traurig, enttĂ€uscht, irgendwie erscheint ihnen alles unwirklich. Verfolgung und Ablehnung schlagen ihnen entgegen. Sie schließen sich ein. Sie warten. Sie geben sich gegenseitig dĂŒrftigen Halt. Auf einmal ist da noch jemand. Sie erkennen ihn zuerst nicht. Erst als er die Wundmale der Kreuzigung zeigt, wird ihnen klar, dass es Jesus ist.

2. Freude, Frieden und Vergebung. Im selben Moment, in dem sie ihn erkennen, Ă€ndert sich alles: Die ĂŒberschwĂ€ngliche Freude, ihn wiederzusehen, mĂŒndet in einen tiefen inneren Frieden, in dem sie neue Kraft, neuen Lebensatem fĂŒr ein neues Leben empfangen. Von nun an ist nichts mehr, wie es vorher war. Von nun an werden sie den Wunsch in sich spĂŒren, zu vergeben, da, wo sie vorher hartherzig waren, wenn nötig, siebenundsiebzigmal am Tag, und sie werden wissen, dass sie dieser Wunsch mit Jesus verbindet, dass sie damit seinen Willen tun und sein Werk auf der Erde vollenden. Und sie werden wissen, dass sie das nicht aus eigener Kraft tun werden, sondern mit dem neuen Lebensatem, den der Sohn Gottes selbst ihnen gegeben hat. Etwas ganz Neues hat begonnen.

3. Pfingstbegegnung mit Jesus. Wo finde ich mich in dieser Szene wieder? Kenne ich die Traurigkeit und Verlassenheit? Habe ich schon einmal erlebt, wie dann plötzlich Friede und Freude kamen, als ich gebetet hatte? Das war der Heilige Geist, der Atem Jesu! Er lĂ€sst uns nicht allein hinter unseren verschlossenen TĂŒren! Das ist der erste Schritt: sich von Gottes Freude und Friede erfĂŒllen zu lassen, bis ich ganz ruhig geworden bin. Ich gönne mir die Zeit mit Jesus. Das Gebet nicht vorher beenden! Dann kommt der nĂ€chste Schritt: Das Thema Vergebung. Vergebung scheint die Basis fĂŒr die neue Schöpfung, das Reich Gottes, zu sein. Ohne Vergebung keine Wandlung, kein Wachstum zur Liebe. Kenne ich in mir das BedĂŒrfnis zu vergeben? Wo fĂ€llt mir das eher schwer? Wo hege ich alten Groll?

GesprĂ€ch mit Christus: Ich nehme mir jetzt Zeit, mit Jesus zusammen der Freude und dem Frieden nachzuspĂŒren, die er mir schenkt und heute schenken will. Dann, wenn ich in Friede und Freude bei ihm verweilt habe, frage ich Jesus, wem gegenĂŒber ich vielleicht in unversöhnlicher Haltung verharre - vielleicht gegenĂŒber jemandem, der mich vor langer Zeit einmal oder immer wieder verletzt hat. Ich versuche, die Schmerzen dieser Verletzung noch einmal zu spĂŒren, und gebe sie an Jesus ab. Dann wird es leichter, zu vergeben! Ich bitte ihn um seinen Lebensatem, um Friede und Freude in ihm, damit ich dieser Person vergeben kann.

Möglicher Vorsatz: Ich will mich immer wieder daran erinnern, dass ich in Jesus ein neuer Mensch mit neuem Lebensatem geworden bin, eng mit ihm verbunden, und dass ich nicht aus eigener Kraft vergeben muss, sondern sein Heiliger Geist mich treiben wird wie ein krĂ€ftiger RĂŒckenwind.


Weniger ist mehr

21. Mai 2018

Pfingstmontag
Hl. Hermann Josef von Steinfeld OPraem
Hl. Ehrenfried, Pfalzgraf
Hl. Charles Joseph EugĂšne de Mazenod OMI

Dorit Wilke-Lopez

Lk 10,21-24
In jener Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfĂŒllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die JĂŒnger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich preise dich, Vater, zusammen mit Jesus Christus, weil ich nicht weise und klug sein muss, damit der Heilige Geist mich erfĂŒllen kann. Wie ein kleines Kind möchte ich sein und bei dir zur Ruhe kommen. Ich danke dir, dass du mir dafĂŒr diese halbe Stunde schenkst. Offenbare mir in dieser Zeit, die ich bei dir verbringen darf, die Dinge, die du seit Ewigkeit fĂŒr mich fĂŒr heute vorbereitet hast.

Bitte: Bitte schenke mir heute, am Pfingstmontag, eine ganz persönliche Begegnung mit dir, meinem Vater.

1. Die UnmĂŒndigen. In der kleinen Gemeinde, in der ich immer zur Werktagsmesse gehe, ist die Kirche immer voll mit ganz einfachen Leuten, alten Menschen in abgetragenen MĂ€nteln, manche können kaum gehen, viele sind Migranten. Nicht die Erfolgreichen, die Studierten, die Gutverdiener. Und es herrscht dort ein ganz besonders hingebungsvoller Geist der Anbetung, des Gebets, der gegenseitigen Achtung und Hilfeleistung, der ĂŒber die Kirche hinauswirkt, so dass viele aus den NachbarstĂ€dten angezogen werden. Je weniger wir aus uns selbst heraus vermögen, um so offener macht uns das fĂŒr Gott. Wir mĂŒssen uns innerlich leer machen, damit Platz ist fĂŒr Gott. Erst wenn wir werden wie ein Kind, können wir unseren himmlischen Vater in uns handeln lassen.

2. Kein Leistungsdruck. Ich darf also alle intellektuellen theologischen Überlegungen ruhig hinter mir lassen, wenn ich mit Jesus zu meinem himmlischen Vater komme. Ich darf ihm einfach vertrauen. DafĂŒr braucht es nicht einmal Worte. Ich kann auch einfach bei ihm sitzen. Ich darf meine Ängste, Sorgen und Probleme ziehen lassen und mich ausruhen.

3. Verweilen. Vielleicht kann ich auch einmal einen einzigen Evangeliumsabschnitt ein paar Tage oder Wochen lang betrachten, wenn er mich anspricht und meine Seele dabei Nahrung findet. Vielleicht will Jesus mir im Heiligen Geist ausgehend von diesem einzigen Abschnitt viel mehr offenbaren als meine Seele an einem Tag fassen kann. Das erfordert geduldiges und vertrauensvolles Warten.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass ich mich bei dir nicht anstrengen muss. Ich brauche bei dir nichts darzustellen. Du wirst meine Augen öffnen. Du wirst mir die Dinge offenbaren, die ich wissen soll, und das wird mehr und anders sein, als ich mir selbst vorstellen kann.

Möglicher Vorsatz: Wenn mich dieser Gedanke anspricht und lockt, kann ich versuchen, mein religiöses Leben zu vereinfachen: weniger Worte, lĂ€ngeres Verweilen bei einzelnen Bibelstellen, die Augen meiner Seele öffnen fĂŒr Gottes Gegenwart. Das genĂŒgt. Er tut den Rest.


Wenn ich schwach bin, bin ich stark

22. Mai 2018

Dienstag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Renate v. Bayern, WohltÀterin
Hl. Rita v. Cascia OSA
Hl. Julia von Korsika, MĂ€rtyrerin

Dorit Wilke-Lopez

Mk 9,30-37
In jener Zeit zogen Jesus und seine JĂŒnger durch GalilĂ€a. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine JĂŒnger ĂŒber etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: WorĂŒber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darĂŒber gesprochen, wer von ihnen der GrĂ¶ĂŸte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Herr, nimm mich jetzt aus meinem Alltag beiseite und belehre mich. Lass mich die Lehre verstehen, die du mir heute erteilst. Ich möchte alle Scheu ablegen, dich zu fragen, wenn ich etwas nicht verstehe. Hab Geduld mit mir, Herr. Meistens bin ich schwer von Begriff.

Bitte: Herr Jesus Christus, lass mich in dir meine Lebenskraft und meine Sicherheit finden, damit ich ohne Angst Diener aller sein kann.

1. Gott ist nicht tot. Es ist heute wie damals schwer zu verstehen, warum Jesus leiden und getötet werden und danach auferstehen musste, warum gerade das zur Erlösung notwendig war. In einer zunehmend atheistischen Umwelt und einer scheinbar schwĂ€cher werdenden Kirche, in einer „Kultur des Todes“ heißt das heute fĂŒr mich: Gott wird allem Anschein zum Trotz immer siegen. Die Menschen können ihn fĂŒr tot erklĂ€ren, die Kirche als Auslaufmodell betrachten, der Glaube kann verdunsten, aber Jesus wird immer siegreich sein. Die Wahrheit und das Leben werden sich immer durchsetzen.

2. Nicht die große, sondern die kleine Lösung. Aber wie wird das geschehen? Eben nicht durch politische Maßnahmen, durch MachtausĂŒbung, durch den Marsch durch die Institutionen, durch Lobbyarbeit und Besetzung von SchlĂŒsselpositionen, wie die Apostel damals und heute oft meinen. Sondern? Indem wir die SchwĂ€chsten und Kleinsten aufnehmen. Wir sollen sie umarmen und in den Mittelpunkt stellen. Wir sollen bescheidene Diener aller sein. Wer sind die SchwĂ€chsten und Kleinsten in meinem Umfeld? Wie gehe ich mit ihnen um? Wo fĂ€llt es mir schwer zu dienen, wo leicht?

3. Wenn ich schwach bin, bin ich stark. In der Psychologie gibt es das Konzept vom „Inneren Kind“, das in etwa den verletzlichen und kindlichen Anteilen meiner Person entspricht. Wie gehe ich mit meinen SchwĂ€chen und Verletzlichkeiten um? Jesus nimmt das Kind in seine Arme, also auch mein „inneres Kind“. Der Apostel Paulus sagt: „Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich fĂŒr Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (2 Kor 12,10). Kann ich meine Ängste, meine Verletzlichkeit, aber auch meine SpontaneitĂ€t und Verspieltheit annehmen als etwas, das Gott so wichtig ist, dass er es in seine Arme nimmt?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, eigentlich bin ich lieber stark als schwach, eigentlich möchte ich tĂŒchtig sein und dir durch meine Einsatzfreude zeigen, wie sehr ich dich liebe. Vielleicht wende ich dabei zu sehr meine menschlichen MaßstĂ€be an. Herr, nimm mir die Angst davor, klein zu sein. Ich brauche nicht tĂŒchtig zu sein, damit du mich schĂŒtzt und liebst. Gib mir den Mut, die Mauern einzureißen, die ich um mich baue, damit keiner merkt, dass ich innerlich klein bin und damit ich nicht verletzt werden kann. Gib mir den Mut, mich von den anderen wirklich berĂŒhren zu lassen. Nimm mir die Angst davor, das Schlusslicht zu sein. Lass mich wie ein Kind in deinen Armen Sicherheit finden. Dann kann ich in entspannter Demut Diener aller sein.

Möglicher Vorsatz: Drei VorschlĂ€ge zur Auswahl: 1. Ich könnte heute beobachten, wo ich Angst habe, SchwĂ€che zu zeigen 2. Ich könnte darauf achten, dass ich mit der SchwĂ€che von anderen liebevoll und gelassen umgehe. 3. Ich finde vielleicht eine Gelegenheit, zu dienen.


Von Grenzen und Geist

23. Mai 2018

Mittwoch der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Desiderius, Bischof
Hl. Wigbert, Abt
BartholomÀus Bauer OFM

Dorit Wilke-Lopez

Mk 9,38-40
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist fĂŒr uns.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, komm jetzt und erfĂŒlle mich ganz. Öffne jeden Winkel in meiner Seele und in meinem Leib fĂŒr das Wort Gottes. Schaff in mir Raum fĂŒr die frohe Botschaft. Tritt du, wo mir die Worte fehlen, vor Gott mit Seufzen und Flehen ein.

Bitte: Jesus, bitte mach mein Herz so weit und tolerant wie deines.

1. Der Wert der Anderen. Die Apostel sind der engste Kreis der Vertrauten um Jesus. Sie folgen ihm nach. Ein Kreis ist aber erst dadurch ein Kreis, dass er eine Grenzlinie hat. Die Apostel möchten sich deswegen abgrenzen. Andere sollen sich nicht auf Jesus beziehen, wenn sie nicht zu ihrem GrĂŒppchen gehören. Johannes spricht es aus: Er will diejenigen ausgrenzen, die in Jesu Namen DĂ€monen austreiben, ohne Jesus explizit nachzufolgen. Dieses Verhalten ist ein typisches Verhalten von Menschen, die sich Gruppen zugehörig fĂŒhlen: andere Gruppen werden mit Misstrauen betrachtet - in der Schule die aus der Parallelklasse, in der Firma die von der anderen Abteilung.... wie stehe ich zu anderen Gruppierungen? Interessiert? Neugierig? Oder eher ablehnend, misstrauisch? Im ersten Fall kann ich Neues kennenlernen und dazulernen, im zweiten Fall verfestige ich meine Meinung und erfahre nichts Neues.

2. Toleranz und GroßzĂŒgigkeit. Diese Begebenheit mit Jesus und den Aposteln scheint mir von der Ökumene der Christen zu sprechen. Wie tolerant und großzĂŒgig Jesus hier ist! „Wer nicht gegen uns ist, ist fĂŒr uns.“ Wie ist meine eigene Haltung gegenĂŒber den anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften? Bin ich eher ablehnend oder eher interessiert?

3. Der Geist weht ĂŒberall. Offenbar bekommen auch Menschen, die Jesus nicht explizit nachfolgen, Gaben von Jesus, vorausgesetzt, sie rufen seinen mĂ€chtigen Namen an. Wenn auch die katholische Kirche diejenige ist, die das Geschenk der ununterbrochenen apostolischen Sukzession, des Glaubensguts und der sieben Sakramente – die ganze FĂŒlle der Heilsmittel – bewahrt hat, so ist der Geist doch auch in den anderen christlichen Gemeinschaften tĂ€tig. Ich denke an die Freikirchen, die in Lateinamerika so viel Zulauf haben, in denen viele Heilungen geschehen. Es kommt vor allem auf eine wahre ReligiositĂ€t und den Glauben an Gottes Macht an, auch heute noch Wunder zu tun. Wie schön, dass Gottes Geist ĂŒberall weht und dass Jesus ihn ohne Maß gibt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, deine Liebe kennt keine Grenzen. Bitte erinnere mich daran immer wieder. Schenke mir Respekt und Toleranz gegenĂŒber Menschen, die anders sind als ich. Ich möchte dir danken fĂŒr die Vielfalt, die du in dieser Welt erschaffen hast.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht kann ich bei nĂ€chster Gelegenheit einen Besuch in einer benachbarten Gemeinde machen, vielleicht sogar auch in einer, die eine andere Konfession hat als ich.


Was wir von den Anonymen Alkoholikern lernen können

24. Mai 2018

Donnerstag der siebten Woche im Jahreskreis
Tag des Gebetes fĂŒr die Kirche in China
Hl. Ester, Königin
Hl. Dagmar, Königin
Hl. Magdalena Sophia Barat SC

Dorit Wilke-Lopez

Mk 9,41-50
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verfĂŒhrt, fĂŒr den wĂ€re es besser, wenn er mit einem MĂŒhlstein um den Hals ins Meer geworfen wĂŒrde. Wenn dich deine Hand zum Bösen verfĂŒhrt, dann hau sie ab; es ist besser fĂŒr dich, verstĂŒmmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei HĂ€nden in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verfĂŒhrt, dann hau ihn ab; es ist besser fĂŒr dich, verstĂŒmmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei FĂŒĂŸen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verfĂŒhrt, dann reiß es aus; es ist besser fĂŒr dich, einĂ€ugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine WĂŒrze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du kannst ganz schön radikal werden! Hilf mir zu verstehen, was du mir mit diesen feurigen Worten heute mitteilen willst. Sie machen mir ein bisschen Angst. Ich glaube, du willst mich aufrĂŒtteln. Heiliger Geist, mach mich wach, und gib mir die Energie, mich aufrĂŒtteln zu lassen.

Bitte: Ich bitte um Entschiedenheit fĂŒr das Reich Christi - das Regnum Christi.

1. Auf das Kleine kommt es an. Im Reich Gottes geht es offenbar immer um das Kleine. Die kleinen Gesten zĂ€hlen, sowohl im Guten als auch im Schlechten: Jemandem ein Glas Wasser um Jesu willen zu geben, zĂ€hlt schon. Eine einzige Seele im Reich Gottes, eine einzige Seele, die Christus vertraut, ist so kostbar, dass die Folgen fĂŒr denjenigen, der diese Seele zum Bösen verfĂŒhrt, fatal sind, wirklich unabsehbar.

2. Kettenreaktionen. Die sichtbare Schöpfung als sichtbares Werk Gottes ist auch Vorausbild fĂŒr das Reich Gottes. Hier kann man Ă€hnliche Gesetze erkennen. Auch hier ist das Kleine entscheidend wichtig: Wenn man ab einer kritischen Masse nur einen einzigen Atomkern spaltet, entsteht eine Kettenreaktion, die riesige Energien freisetzt. Ein einziger Schneeball kann eine Lawine auslösen. Wenn man nur einen einzigen Tropfen Milch in ein Glas klares Wasser gibt, trĂŒbt sich das ganze Wasser im Glas - probier das vielleicht aus und stell dir vor, dass genauso die kleinen bösen Details das Beziehungsnetz -Reich Gottes- in dir und um dich herum trĂŒben. Und die guten Kleinigkeiten lawinenartige Auswirkungen haben können.

3. Spezialisten in der Abwehr von Versuchungen. Deshalb appelliert Jesus so leidenschaftlich an uns: Wendet euch radikal gegen alle Versuchungen! Jedes Detail zĂ€hlt fĂŒr das Reich Christi! Reißt alle Versuchungen von der Wurzel her aus! Das heißt in der Praxis, sich entschieden abwenden von allen Versuchungen. Wie geht das? Hier können wir bei den Anonymen Alkoholikern lernen, bei denen es darum geht, den DĂ€mon der Sucht zu bekĂ€mpfen. Grundlage ist zunĂ€chst die entschiedene Trennung von der Versuchung - es darf kein Alkohol im Haus sein, ich darf nicht in die Kneipe gehen, ich meide Gelegenheiten, wo es Alkohol gibt. Keine Halbheiten, auch wenn es noch so schmerzt, sonst schafft man das nicht. Interessanter Weise hören die Anonymen Alkoholiker aber von hier an auf, sich auf sich selbst zu verlassen, sondern halten sich an ein Programm aus 12 Schritten als erprobtes Rezept, der Versuchung zu entgehen. Es lohnt sich vielleicht, diese Schritte vor Gott im Herzen bezĂŒglich der eigenen Versuchungen durchzumeditieren - an die Stelle von „Alkohol“ einfach die eigene Versuchung setzen. Ich zitiere hier die ersten beiden Schritte.1. Schritt: Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenĂŒber machtlos sind – und unser Leben nicht mehr meistern konnten. 2. Schritt: Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, grĂ¶ĂŸer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, ich habe verstanden, dass fĂŒr dein Reich jedes kleine Detail zĂ€hlt. Das entlastet mich von der Vorstellung, dass ich Großes vollbringen muss, damit dein Reich wachsen kann. Das freut mich, denn ich kann so in meinem kleinen Alltag an deinem Reich ganz wirksam mitarbeiten. Deshalb möchte ich auf die Kleinigkeiten mehr Acht geben, Herr. Ich möchte aber aufhören, mich auf meine eigene Kraft zu verlassen. Bitte zeig du mir die Wurzeln der bösen Details in meinem Denken, Reden und Handeln. Ich will vor dir vor allem meinen Stolz ablegen und zugeben, dass ich machtlos bin ohne dich. Ohne dich kann ich nichts tun. Lass mich eins sein mit dir. Lass mich klein sein vor dir. Du bist das Feuer und das Salz, mit dem ich dich ausstrahlen kann.

Möglicher Vorsatz: Ich achte auf die Impulse des Heiligen Geistes fĂŒr mich: Wo pflege ich einer Versuchung gegenĂŒber kompromissbereit zu sein? Zieht mich der Geist schon zu einer kompromisslosen Abkehr von einer Versuchung? DrĂ€ngt mich der Heilige Geist, einen Fehler oder eine Machtlosigkeit vor anderen zuzugeben? In einer guten Beichte? - Vielleicht merke ich, dass ich eine Versuchung endlich Christus ĂŒberlassen darf.


Das Herz hinter Mauern - Teil 1

25. Mai 2018

Freitag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor VII., Papst
Hl. Maria Magdalena von Pazzi OCarm
Hl. Beda Venerabilis, Kirchenlehrer

Dorit Wilke-Lopez

Mk 10,1-12
In jener Zeit kam Jesus nach JudĂ€a und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da kamen PharisĂ€er zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die JĂŒnger noch einmal darĂŒber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlĂ€sst und eine andere heiratet, begeht ihr gegenĂŒber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlĂ€sst und einen anderen heiratet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Liebster Jesus, ich möchte jetzt den Jordan ĂŒberqueren, meinen Alltag am anderen Ufer zurĂŒcklassen und mich ganz auf dich einlassen. Ich möchte dir zuhören und freue mich auf deine ErlĂ€uterungen darĂŒber, wie du Liebe und Treue verstehst. Das ist ein wichtiges Thema, denn jeden Tag gehe ich mit anderen Personen um, die ich lieben soll und will.

Bitte: Nimm mein Herz aus Stein und schenke mir ein neues Herz aus Fleisch und Blut, das ohne Angst in dir ruhen darf.

1. Jenseits des Jordan. Jesus lehrt „jenseits“ des Jordan. Jenseits des Jordan lag fĂŒr das in der WĂŒste wandernde Volk Israel, das gelobte Land, in dem sie vor der Sklaverei Ägyptens in Sicherheit waren und unter Gottes Schutz leben durften. Das soll zeigen, dass das, was Jesus hier lehrt, den Menschen den Weg in das „neue“ Reich weist, jenseits der Sklaverei des Bösen, in die Freiheit der Gotteskinder, in die neue Schöpfung, in eine Welt, die ganz nah am Herzschlag Gottes ist. Und der Herzschlag Gottes ist die Liebe.

2. Das eingemauerte Herz. Die PharisĂ€er sind der exemplarische Teil der noch nicht erlösten Menschheit - sie kommen von diesseits des Jordan. Sie sind noch nicht in dem neuen gelobten Land Christi angekommen. In ihrer Welt sind die Herzen verhĂ€rtet. Der göttliche Funke ist im Herzen eingemauert. Aus Angst, zu kurz zu kommen, zu wenig zu haben, ĂŒbervorteilt zu werden, hatten die Menschen schon seit dem SĂŒndenfall im Herzen vor Gott und dem NĂ€chsten eine harte und kalte Mauer aus Misstrauen, Gier und Selbstbezogenheit hochgezogen. Die PharisĂ€er verbergen das lediglich und tarnen es durch ihre Gesetzestreue. Aber das Herz ist noch hart.

3. Mauern einreißen. Wozu fĂŒhrt die HerzenshĂ€rte? Sie behandelt Menschen als Wegwerfware. Wenn die Frau dem Mann nicht mehr passt, wird sie weggeworfen und umgekehrt. Die HerzenshĂ€rte ist wie eine Mauer und verhindert, dass der göttliche Funke der Liebe ĂŒberspringt, den wir seit unserer Erschaffung im Herzen tragen. Ohne die Mauer leuchtet dieser Funke auf und erzeugt im Anderen Ehrfurcht und zĂ€rtliche Liebe, Liebe zu dieser kostbaren, einmaligen und unermesslich schönen und tiefen inneren Welt der anderen Person. Ich durfte das neulich in meiner Arbeit als Paartherapeutin bei einem Paar erleben: Beide wagten, sich einander völlig zu öffnen und ihre tiefsten Ängste vor Verletzung und Verlust offenzulegen, die ihren heftigen Konflikt speisten. Es entstand eine nahezu heilige AtmosphĂ€re, die uns drei den TrĂ€nen nahebrachte. Das Paar konnte die Mauer im Schutz der Therapeutin einreißen. Wir Christen jenseits des Jordan, im neuen und gelobten Land des Reiches Christi, können die Mauer im Schutz unseres Herrn einreißen, denn er gibt unseren Herzen die nötige Sicherheit, dass wir keine Angst mehr haben mĂŒssen, denn wir ruhen in ihm.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich darf als dein Kind in deinem Schutz leben. Nichts soll mich Ă€ngstigen, nichts mich verstören. Alles geht vorĂŒber. Du bist meine grĂ¶ĂŸte Liebe, und damit habe ich mir den Höchsten als Schutz erwĂ€hlt, der immer genug Liebe fĂŒr mich bereithĂ€lt. Zeig mir die Mauern, Herr, die ich trotzdem noch hochziehe. Gib mir Mut, sie nach und nach mit deiner Hilfe einzureißen.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht kann ich im nĂ€chsten Konflikt einmal meinen Ängsten nachspĂŒren, jenen, die den Konflikt unterhalten, und diese dann in einem ehrlichen GesprĂ€ch vor Jesus hinlegen und ihm ĂŒbergeben und mir bei ihm den nötigen Schutz holen, um der anderen Person vergeben zu können und die Versöhnung einzuleiten.


Das Herz hinter Mauern - Teil 2

26. Mai 2018

Gedenktag
Hl. Philipp Neri OrdensgrĂŒnder, Mystiker
Hl. Maria Anna von Jesus OFS

Dorit Wilke-Lopez

Mk 10,13-16
In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die HĂ€nde auflegte. Die JĂŒnger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die HĂ€nde auf und segnete sie.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Herr, nimm mich jetzt auch in deine Arme. Ich will ganz still werden an deinem Herzen. Ich darf mich bei dir entspannen und bei dir auftanken. Ich brauche dich so, mein Herr. Bei dir darf ich ganz ich selbst sein. Wie eine Mama ihrem Baby gibst du meiner Seele, was sie braucht, noch bevor sie weiß, was sie braucht.

Bitte: Mein Herr, zeige mir jetzt deine Liebe, damit ich mich damit „anfĂŒlle“ und sie weitergeben kann.

1. Die MĂŒtter schĂŒtzen. Ich stelle mir diese Szene vor. Jesus wie immer im GedrĂ€nge vieler Menschen, sie lehrend, drumherum die Apostel wie Bodyguards. Gerade hat er den Zuhörern erklĂ€rt, dass zu lieben bedeutet, den Ehepartner niemals wegzuschicken, da kommen die Mamas mit ihren Kindern und bitten ihn, von dem sie spĂŒren, dass er sie schĂŒtzt und wertschĂ€tzt, die Kinder zu segnen, auf die sie so stolz sind und die sie hĂŒten wie ihren Augapfel. Es ist wie eine Fortsetzung der Szene, die wir gestern betrachtet haben, denn Kinder haben ja etwas mit Ehe zu tun. Ehe heißt auf Spanisch Matrimonio, das kommt vom Lateinischen „Matris munio“ und „munio“ bedeutet: „ich beschĂŒtze, ich befestige“. MĂŒtter können sich nicht gleichzeitig um den Schutz der Familie nach außen und die FĂŒrsorge fĂŒr die Kinder kĂŒmmern. Deswegen sind sie auf den Schutz der VĂ€ter angewiesen. Die Ehe dient dem Schutz der MĂŒtter und der Kinder. Jesus segnet - so wie auch die EhemĂ€nner ein Segen fĂŒr ihre Frauen und Kinder sein sollen.

2. Nicht besser als die PharisĂ€er. Erneut werden wir jedoch Zeugen von menschlicher Hartherzigkeit. Aber diesmal zeigt sie sich bei den JĂŒngern Jesu selbst: Sie weisen die Frauen und Kinder schroff ab. „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit grĂ¶ĂŸer ist als die der Schriftgelehrten und PharisĂ€er, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ Das sagt Jesus in Mt 5,20 zu den JĂŒngern. Damit ist es bei den JĂŒngern Jesu ganz offensichtlich auch nicht weiter her als bei den PharisĂ€ern! Man wird nicht automatisch besser, bloß weil man JĂŒnger Christi ist. Ich habe mich frĂŒher immer ĂŒber die PharisĂ€er empört und mich gedanklich auf die gute Seite gestellt und fĂŒr besser gehalten. Aber hier wird klar, dass ich auch als JĂŒngerin Jesu weiter hartherzig bin. Ich brauche Jesus, damit er mein Herz schĂŒtzt und ihm Raum gibt, sich zu Ă€ndern, weich zu werden. Wir Christen haben es eindeutig besser, weil wir Christus haben, der unser Herz weichmacht.

3. Deus semper magis - Gott ist immer grĂ¶ĂŸer Warum weisen die JĂŒnger die MĂŒtter mit ihren Kindern ab? Sie haben Angst, dass Jesus durch sie gestört werden könnte. Sie schließen von sich selbst - in ihren Augen sind die Frauen und Kinder lĂ€stig - auf Jesus. Gibt es Menschen, von denen ich Abstand halte, mit denen ich nichts zu tun haben will, die mir lĂ€stig sind? Jesus ist so anders als wir selbst. Seine Liebe und GroßzĂŒgigkeit ist immer wieder unerwartet. Sie gilt jedem Menschen, auch wenn wir Jesus das vielleicht unterschwellig gar nicht zutrauen. Wir dĂŒrfen sie getrost immer noch grĂ¶ĂŸer einschĂ€tzen als wir uns das vorstellen können. Gott ist die Liebe, sagt der Evangelist Johannes, und diese Liebe ist eben immer grĂ¶ĂŸer als gedacht. Ich darf bei ihm Kind sein. Ohne Vorleistung werde ich geliebt und gesegnet. Und die anderen auch. Alle!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, danke, dass du die Kleinen schĂŒtzt und segnest und dass wir alle vor dir klein sind und klein sein dĂŒrfen. Wir brauchen nicht groß und tĂŒchtig zu sein, damit du uns liebst. Und so liebst du auch die, die mir lĂ€stig sind. Mach mein Herz dem deinen Ă€hnlich.

Möglicher Vorsatz: Den nĂ€chsten lĂ€stigen Menschen, der mich nervt, geduldig ertragen und mich daran freuen, dass Jesus ihn segnen will – d u r c h m i c h.