Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 13. Mai 2018 bis Samstag 19. Mai 2018

Siebte Woche der Osterzeit

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Jesu Gebet, Auftrag und SchutzSonntag
Damit ihr in mir Frieden habtMontag
Die Wahrheit ĂĽber GottDienstag
Der Christ ist Jesu Gegenwart unter den MenschenMittwoch
Das Band des Glaubens, die Kette des HeilsDonnerstag
Heilung und Bestätigung in der eigenen SendungFreitag
Jesus Herzschlag vernehmenSamstag


Jesu Gebet, Auftrag und Schutz

13. Mai 2018

7. Sonntag der Osterzeit
Exaudi Domine
Muttertag

Unsere Liebe Frau von Fatima
Hll. Jacinta und Francisco Marto, Seherkinder von Fatima
Vierzehnheiligenfest
Hl. Servatius von Tongern

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 17,6a.11b-19
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

EinfĂĽhrendes Gebet: Geliebter Jesus, wie der Vater dich in die Welt gesandt hat, so sendest du auch mich in die Welt, um dein Zeuge zu sein. Aber du lässt mich nicht allein. Du hast versprochen, dass du immer bei uns sein wirst, bis zum Ende der Zeiten, und auĂźerdem hast du uns deine Mutter zur Seite gestellt, damit sie uns auf diesem Weg begleite und leite.

Bitte: Herr, lehre mich beten, damit mein Herz ganz im Einklang mit dem deinen steht.

1. Jesus betet. â€žIn jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete.“Von Jesu Gebet ging eine ganz besondere Kraft aus. Er zog sich oft stundenlang, ja ganze Nächte, zurĂĽck, um im Verborgenen sein menschliches Herz in den göttlichen Abgrund des Herzens des Vaters zu versenken, in die Quelle des Lebens, des Lichtes, der Liebe.Im heutigen Evangelium öffnet Jesus den Vorhang des Geheimnisses einen Spalt weit, um uns zu erlauben und uns einzuladen, mit ihm in dieses Mysterium einzutreten.Was hat ihn dabei am meisten bewegt?

2. Jesus sendet uns. â€žWie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ – Jesus hat fĂĽr jeden Einzelnen von uns einen besonderen Auftrag. Unser wahres Zuhause ist der Himmel, die Wahrheit in FĂĽlle, das ewige Leben in Licht und Freude. Hier in der Welt sind wir gerufen, ein Wegweiser dorthin zu sein, unseren Mitmenschen zu helfen, nicht im Materialismus unterzugehen, da er sie des wahren Sinnes ihres Lebens beraubt.Nur wenn wir durch Gebet und Liebe mit Gott in Kontakt bleiben, so wie es Jesus getan hat, dann können wir auch wahre Zeugen dieser Wahrheit werden. – Habe ich manchmal Angst vor der Welt?

3. Jesus schenkt uns seine Mutter. â€žIch bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.“ Unter dem Kreuz gab Jesus uns Maria zur Mutter, damit sie seine JĂĽnger -die aller Zeiten- auf ihrem Weg zum Himmel leiten und begleiten möge: sie, die das Böse gemeinsam mit ihrem Sohn besiegt hat. Aber es blieb nicht bei dieser einmaligen Geste, sondern Gott hat seine Mutter immer wieder zu uns gesandt, damit wir ihr jedes Mal auf eine neue Art und Weise begegnen können. – Wie sie auch heute vor 101 Jahren in Fatima erschien, um den Menschen in dem schweren Jahrhundert der Weltkriege zur Seite zu stehen und zur Umkehr aufzurufen. Bin ich mir der fĂĽrsorglichen Gegenwart meiner himmlischen Mutter bewusst?

Gespräch mit Christus: Geliebter Jesus, du hast fĂĽr uns einen wunderbaren Platz an deiner Seite vorbereitet, und lädst mich dazu ein, fĂĽr meine Mitmenschen ein Wegweiser dorthin zu sein. Strahle du durch mein Leben hindurch, denn ich selbst vermag es nicht. Lehre du mich beten, damit ich wie du ganz in den Abgrund der Liebe des Vaters eintauchen kann. Maria, nimm mich an die Hand, und bewahre mich vor dem Bösen und seinen TĂĽcken.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte an diesem Fatimatag meine Ganzhingabe „durch Maria zu Jesus“ erneuern, oder mich auf diese vorbereiten.


Damit ihr in mir Frieden habt

14. Mai 2018

Montag der siebten Osterwoche
Hl. Christian, Märtyrer
Hl. Paschalis I. Papst
Hl. Pachomius d. Ä. Mönchsvater

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,29-33
In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen. Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist. Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du von Gott gekommen bist. Ich danke dir, dass du zu mir sprichst, und mich nicht im Dunkeln gelassen hast, und ich bitte dich, sende mir jetzt deinen Heiligen Geist, damit er mein Herz und meine Augen öffnet und ich erkennen kann, was du mir heute sagen möchtest.

Bitte: Herr, schenke mir deinen Frieden!

1. â€žJetzt wissen wir“. Oft war es fĂĽr die JĂĽnger nicht leicht zu verstehen, was Jesus ihnen sagen wollte. Er redete manchmal so geheimnisvoll, in Gleichnissen. Und erst langsam, indem sie mit ihm lebten, ihn besser kennenlernten und immer mehr Erfahrungen mit ihm machten, begannen sie, manche Dinge zu verstehen. Vor allem nach der Auferstehung machte alles, was Jesus gesagt hatte, viel mehr Sinn. Auch in unserem Leben begreifen wir oft nicht, was Gott uns sagen möchte. Um ihn besser kennenzulernen und seine Stimme immer klarer in unseren Lebensumständen verstehen zu können, bedarf es einer langen Zeit des vertrauten Umgangs mit ihm, im Gebet und in wahrer Freundschaft. Manchmal schenkt uns der Herr einen besonderen Augenblick der Gnade und des inneren Lichts, in dem plötzlich alles vollkommen klar erscheint und uns Glaube, Hoffnung und Liebe eine unglaubliche Sicherheit geben. Dann können wir auch ausrufen: „Jetzt wissen wir, dass du alles weiĂźt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.“

2. â€žGlaubt ihr jetzt?“ Und trotzdem sind diese Augenblicke des Lichts, in denen wir uns so sicher fĂĽhlen, meist recht schnell wieder vorbei. Es waren kaum drei Stunden vergangen, als die JĂĽnger, von Angst und Schrecken gepackt, Jesus im Garten Getsemani im Stich lieĂźen und in alle Himmelsrichtungen davonrannten. Ganz langsam kam jeder Einzelne wieder zu Bewusstsein und begann, den Abendmahlssaal aufzusuchen und zur Gemeinschaft zurĂĽckzukehren. Und dort waren sie einige Zeit später bereit, dem liebenden Blick des Auferstandenen erneut zu begegnen.

3. â€žAber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ Jesus warnt die JĂĽnger nicht, um sie anzuklagen oder auszuschimpfen. Sondern er zeigt ihnen, wie sehr er sie versteht, und dass sie keine Angst vor ihrer eigenen Schwäche noch vor den Schwierigkeiten und Bedrängnissen der Welt haben mĂĽssen. „Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt.“ Er möchte uns seinen Frieden schenken, und diesen Frieden empfangen wir vor allem, wenn wir wieder zurĂĽck in den SchoĂź der Gemeinde kommen, wenn wir uns von ihm anblicken lassen, und die Hoffnung nicht aufgeben, dass Jesus die Welt schon besiegt hat, und wir eines Tages mit ihm an diesem Sieg teilhaben werden.

Gespräch mit Christus: Geliebter Jesus, du lässt mich nie allein, so wie dein Vater dich nie verlässt. Nur ich bin es, der manchmal davonläuft, weil ich nicht auf dich blicke, sondern mich von meiner Angst, Langeweile, Hochmut oder sonst einer Leidenschaft besiegen lasse. Hilf mir, immer wieder in deine Gegenwart zurĂĽckzukehren, um deinem liebenden Blick zu begegnen, der mir erneut Kraft und Mut schenkt und mich die Welt mit dir besiegen lässt.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte versuchen, tief in mein Herz zu blicken, um zu sehen, wo ich nicht im Frieden bin, und gemeinsam mit Jesus in absoluter Ehrlichkeit die Ursachen dafĂĽr suchen. Dann kann ich alles vor seinen barmherzigen Blick legen, und mit ihm besprechen, wie er die Situation sieht.


Die Wahrheit ĂĽber Gott

15. Mai 2018

Dienstag der siebten Osterwoche
Hl. Sophia von Rom, Märtyrer
Hl. Rupert von Bingen, Einsiedler
Hl. Isidor

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 17,1-11a
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

EinfĂĽhrendes Gebet: Hier bin ich, mein Herr, ich bin ganz dein. Ich komme vor dich, so wie ich bin, mit meinen SehnsĂĽchten, Freuden, Ă„ngsten und Schwierigkeiten. Ich sehne mich danach, tief in dieses Gebet eintauchen zu können. Aber ich weiĂź, dass ich es aus eigener Kraft nicht kann. Bitte, nimm mich an die Hand, und sende mir deinen Heiligen Geist.

Bitte: Herr, lehre mich beten! Zeige mir den Vater!

1. â€žVater, die Stunde ist da.“ Jesu Herz sprudelt ĂĽber vor Freude und Dankbarkeit: „Die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn […] Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende gefĂĽhrt, das du mir aufgetragen hast.“ Es ist alles vollbracht! Jesus hat seinen Auftrag in dieser Welt erfĂĽllt. Er hat den Menschen den Vater offenbart. Den unsichtbaren Gott, den Gott, der zu seinem Volk auf dem Berg Sinai gesprochen hatte, aber den keiner sehen durfte damit er nicht sterbe. Den Gott, den die Heiden unbewusst in ihren Götzenstatuen suchten, nicht fanden und sich stattdessen immer tiefer in Kriege und Orgien stĂĽrzten. Dieser Gott ist jetzt sichtbar geworden in seinem Sohn. Und Jesus hat ihn auf dieser Welt verherrlicht, da er das wahre Wesen des Vaters offenbarte, das so oft missverstanden worden war.

2. â€žIch habe deinen Namen den Menschen offenbart.“ Was ist das fĂĽr ein Name? Der unaussprechliche Name Gottes. Der so heilig ist, dass das Volk Israel bis heute nicht wagt, ihn in den Mund zu nehmen, um bloĂź nicht den göttlichen Namen zu verunehren. Und doch möchte der Herr, dass wir seinen Namen kennen, und er sehnt sich danach, dass wir ihn mit Ehrfurcht und Liebe aussprechen: Jahwe – ich bin der „Ich-bin-da“. Und in seinem Sohn hat er uns noch eine andere Facette seines Namens offenbart: Jesus – Jeshua – Retter. Gott ist sein Name. Er ist derjenige, der immer da ist; immer fĂĽr uns da ist. Und er hat seinen Sohn gesandt um Retter fĂĽr uns zu sein. Und der Sohn wĂĽnscht nichts mehr, als diesen Auftrag zu erfĂĽllen.

3. â€žFĂĽr sie bitte ich; nicht fĂĽr die Welt bitte ich.“ â€žDu hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.“ Jesus betet auf ganz besondere Weise fĂĽr die Menschen, die sein Vater ihm anvertraut hat und die sein Wort angenommen haben. Was fĂĽr eine Freude ist es fĂĽr ihn, uns die Wahrheit zu verkĂĽnden, damit wir das ewige Leben, das Leben in FĂĽlle in uns haben können. Gott, der die Liebe ist, ersehnt sich nichts mehr, als dass wir seine Liebe annehmen, damit wir immer bei ihm sein und wirklich glĂĽcklich werden können.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mir dein Herz offenbart hast! Dass du mich ein bisschen hineinschauen lässt in die tiefe Beziehung zwischen dir und deinem Vater. Auch ich möchte dich verherrlichen, deinen Namen ehren, ihn mit Liebe, Dankbarkeit und Freude aussprechen, damit dein Name in der ganzen Welt verkĂĽndet werde. In deinem Namen ist Rettung und das ewige Leben. Dein Name gibt mir Geborgenheit, da er mir die Sicherheit gibt, dass du immer bei mir bist.Wie sehr freust du dich ĂĽber mich, darĂĽber, dass ich dein Wort angenommen habe, somit ganz dein bin und du ganz mein.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute ganz bewusst den Herrn einladen, in mir zu leben und den Menschen zu begegnen, die ich sehen werde. Diese Einladung werde ich nach Möglichkeit jedes Mal wiederholen, wenn ich aus dem Haus gehe oder wenn jemand zu mir kommt.


Der Christ ist Jesu Gegenwart unter den Menschen

16. Mai 2018

Mittwoch der siebten Osterwoche
Hl. Johannes Nepomuk, Märtyrer
Hl. Ubald, Bischof

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 17,6a.11b-19
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein geliebter Jesus, heute komme ich in deine Gegenwart. Durch die Taufe lebst du in mir, ich brauche dich nicht irgendwo auĂźerhalb von mir zu suchen, sondern kann dich direkt im Heiligtum meiner Seele finden. Du weiĂźt, dass ich nicht beten kann aus eigener Kraft. Hilf du mir, ganz ruhig zu werden in deiner Gegenwart, damit du mich in dieses Gebet hineinfĂĽhrst und darin leitest.

Bitte: Komm, Heiliger Geist, berĂĽhre mein Herz und meinen Verstand, und erlaube mir, immer tiefer in das Geheimnis deiner Liebe einzudringen.

1. â€žAber jetzt gehe ich zu dir.“ Auch fĂĽr Jesus ist es schwer, sich von seinen JĂĽngern und von dieser Welt zu verabschieden. Er wird die Menschen in der Welt natĂĽrlich nie im Stich lassen, aber seine Gegenwart wird eine andere sein. Eine verborgenere, durch seine Anwesenheit in den Sakramenten, durch die Worte der Heiligen Schrift, durch die leise Stimme des Gewissens, durch seine liebende Vorsehung, durch sein Wirken in den Menschen, die sich ihm ganz hingeben. Doch Jesus ist auch gleichzeitig ganz Mensch, und so zeigt er seine Sorge um die Zukunft und das Schicksal seiner JĂĽnger.

2. â€žUnd die Welt hat sie gehasst.“ So wie Jesus selbst auf dieser Welt verfolgt worden ist, so werden auch diejenigen verfolgt, die an seinem Wort festhalten, denn sie sind nicht von dieser Welt. Wer wirklich die Seligpreisungen lebt, in Armut, GĂĽte, Reinheit, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, hält der Welt gewissermaĂźen einen Spiegel vor, der die eigenen Absichten zu Tage treten lässt. Und das können die Menschen nicht ertragen, wenn sie nur auf ihren eigenen Gewinn schauen, und damit letztendlich leer und zutiefst unbefriedigt bleiben.

3. â€žIch bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst.“ Doch der Blick in diesen Spiegel ist so wichtig und notwendig, um zum wahren Leben und zur Freude in FĂĽlle kommen zu können. Denn genau das möchte Gott ja allen Menschen schenken. Und dafĂĽr sendet Jesus seine JĂĽnger in die Welt, so wie der Vater ihn gesandt hat.Wir können aber nur sein Spiegel sein, wenn wir wirklich heilig sind – d.h. ganz eins sind mit Gott, wenn wir denken wie er, handeln wie er und vor allem lieben, wie er es tut. Das ist in der Regel ein langsamer Prozess, den der Herr in uns bewirkt. Wir können es niemals aus eigener Kraft, aber dafĂĽr hat Jesus sich geheiligt, – um uns heiligen zu können.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mich hineinnimmst in deinen missionarischen Auftrag. Du lässt mich teilhaben an der Freude, Menschen zu Gott zu fĂĽhren, sei es durch mein Wort, durch meine Tat oder durch mein Gebet. Aber du kannst umso stärker durch mich wirken, je mehr ich mit dir vereint bin und je mehr ich dich in mir leben lasse. Du musstest zwar die Welt ohne deine physische Gegenwart belassen, aber du möchtest in ihr durch mich gegenwärtig bleiben. Durch mein Lächeln, durch mein gĂĽtiges Wort und durch meine helfende Hand, willst du heute all den Menschen begegnen, die meinen Weg kreuzen werden.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute ganz bewusst den Herrn einladen, in mir zu leben und den Menschen zu begegnen, die ich sehen werde. Diese Einladung werde ich nach Möglichkeit jedes Mal wiederholen, wenn ich aus dem Haus gehe oder wenn jemand zu mir kommt.


Das Band des Glaubens, die Kette des Heils

17. Mai 2018

Donnerstag der siebten Osterwoche
Hl. Paschalis Baylon OFM, Laienbruder
Hl. Walter OSB, Abt

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 17,20-26
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur fĂĽr diese hier, sondern auch fĂĽr alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, ich komme vor dich, in deine Gegenwart. Du bist immer da, ohne dich gäbe es kein Leben. Ich danke dir, dass du mich geschaffen hast, und mich erwählt hast, dein Kind zu sein. Was fĂĽr ein groĂźes Geheimnis ist es, dass du in mir sein möchtest, wie du in deinem Sohn bist.

Bitte: Komm Heiliger Geist, und bete du in mir. FĂĽhre mich zur vollen Einheit mit dem Vater und dem Sohn und mit allen Christen dieser Welt.

1. â€žIch bitte nicht nur fĂĽr diese hier.“ â€žHeiliger Vater, ich bitte nicht nur fĂĽr diese hier, sondern auch fĂĽr alle, die durch ihr Wort an mich glauben.“ Herr, in diesem Gebet hast du nicht nur fĂĽr deine Apostel gebetet, sondern du hattest auch mich schon in deinem Herzen gegenwärtig. Ich danke dir, dass die Kette deiner JĂĽnger, deiner Gläubigen nie abgerissen ist, sondern das du die Worte der Schrift im Leben so vieler Menschen bestätigt und lebendige Gestalt hast annehmen lassen. Denn du wolltest auch mir die FĂĽlle des Lebens schenken, und wolltest, dass ich dich ganz persönlich kennenlerne.Und so möchtest du diese Kette des Glaubens auch durch mich weiterknĂĽpfen, damit deine Liebe auch durch meine Worte und durch mein Lebenszeugnis viele andere Menschen berĂĽhrt.Doch wie kann ich den Glauben weitergeben?

2. â€žDenn sie sollen eins sein, wie wir eins sind.“ â€žWie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ Ich selbst kann niemandem den Glauben aufzwingen, oder ihn allein durch meine Worte ĂĽberzeugen. Hier zeigst du uns den Weg: Wenn ich mit dir vereint bin, wenn ich dir immer mehr Platz lasse in meinem Leben, in meinen Gedanken, in meinen Taten, wenn ich den Tag mehr und mehr mit dir lebe, dann bist du es, der die Menschen berĂĽhren kann, dann gibst du mir die richtigen Worte ein, wenn ich mit einem Menschen spreche. Denn nur du kennst die Herzen, die SehnsĂĽchte und die Wunden jedes Menschen, und nur du kannst diese Wunden heilen und ihre SehnsĂĽchte stillen. Die Einheit mit dir schenkt ein Strahlen, das die Herzen öffnet und mehr besagt als tausend Worte.

3. â€žSie sollen meine Herrlichkeit sehen.“ â€žVater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.“ Wie wird wohl diese Herrlichkeit sein, die du uns versprichst? Was bedeutet es, ganz bei dir zu sein – dort, wo du bist? Wie stelle ich mir diesen Augenblick der Ewigkeit vor, in den ich eines Tages durch den Tod hindurch eintreten werde?Und du willst mich schon hier auf Erden ein wenig von dieser Herrlichkeit kosten lassen. Die tiefsten Augenblicke der Seligkeit sind zwar nur ein hauchdĂĽnner Schimmer von dem, was uns bei dir eines Tages erwartet, aber sie helfen uns, unser Leben ganz nach dir auszurichten, und mit ganzem Herzen daran zu arbeiten, dass so viele Menschen wie möglich auch ganz bei dir zu sein vermögen.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mir den Glauben geschenkt hast, dass du Menschen auf meinen Lebensweg gestellt hast, die mich zu dir gefĂĽhrt haben. Und ich danke dir auch dafĂĽr, dass du mich berufen hast, diese Kette des Heils weiterzufĂĽhren. Zeige mir den Weg in eine immer größere Einheit mit dir und mit dem Heiligen Geist, zur Ehre des Vaters, um selbst ein Zeichen deiner Liebe in dieser Welt zu sein.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute ganz bewusst den Herrn einladen, in mir zu leben und den Menschen zu begegnen, die ich sehen werde. Diese Einladung werde ich nach Möglichkeit jedes Mal wiederholen, wenn ich aus dem Haus gehe oder wenn jemand zu mir kommt.


Heilung und Bestätigung in der eigenen Sendung

18. Mai 2018

Freitag der siebten Osterwoche
Hl. Johannes I. Papst
Hl. Felix von Cantalice OFMCap
Hl. Burkhard, Pfarrer

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 21,1.15-19
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, du bist deinem geliebten JĂĽnger Simon Petrus am Ufer des Sees von Tiberias begegnet und hast ihm tief in die Augen geblickt. Ich bitte dich, nimm mich jetzt in diesem Gebet auch an die Hand, und blicke mir tief in die Augen. Ich möchte dir mein Herz öffnen und mich ganz deinem Blick aussetzen.

Bitte: Komm, Heiliger Geist, öffne mein Herz und entzĂĽnde in ihm das Feuer deiner Liebe!

1. â€žSimon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Du hast Petrus ganz persönlich angesprochen, mit seinem Vor- und Nachnamen. Du wusstest, dass in seinem Herzen eine Wunde offen lag, die noch nicht geheilt war: Der Augenblick, in dem er dich dreimal verleugnet hatte. NatĂĽrlich hatte Petrus es schon bereut, und bittere Tränen dafĂĽr vergossen, aber du wolltest diese Wunde jetzt auf eine ganz besondere Art und Weise schlieĂźen. Du wolltest ihn deine vollkommene Vergebung spĂĽren lassen, durch deinen Blick und deine Worte. Habe auch ich Wunden in meinem Herzen, die mich an deiner Vergebung oder an deiner echten Liebe zweifeln lassen?

2. â€žHerr, du weiĂźt alles; du weiĂźt, dass ich dich lieb habe.“ Petrus erkennt, dass seine Liebe zu dir noch sehr schwach ist. Und auch ich merke oft, dass meine Liebe viel schwächer ist, als ich es mir wĂĽnschen wĂĽrde. Wie leicht lässt sich mein Herz von anderen Dingen betören, und wie oft kommt es mir wie ein Eisklotz in der Brust vor, wenn ich mich im Gebet in deine Gegenwart begebe. Aber du weiĂźt alles. Du kennst meine tiefste Sehnsucht nach dir, nach Liebe, Anerkennung, wahrer Freundschaft. Du kennst auch die Verletzungen meines Herzens durch Stolz, fehlende Vergebung, Unsicherheit, und viel anderes, und nur du kannst sie heilen und mich langsam immer mehr in die wahre Fähigkeit zu lieben einfĂĽhren.

3. â€žWeide meine Schafe!“ Du hältst Petrus seine SĂĽnde nicht schmerzhaft vor Augen, sondern lässt ihn deine komplette Vergebung spĂĽren. Du bestätigst ihn in seinem missionarischen Auftrag, in dieser unglaublichen Aufgabe, der Hirt deiner Schafe zu sein, der Hirt der ganzen Kirche.Und so sehe ich, wie du auch mir vollkommenes Vertrauen schenkst. Obwohl du meine Schwächen kennst, schreckt es dich nicht ab, mir eine einzigartige Aufgabe zu ĂĽbertragen. Einen Auftrag, den nur ich auf dieser Welt erfĂĽllen kann. Und du nimmst ihn nicht weg von mir, sondern bestätigst ihn mir immer wieder. Du weiĂźt, dass ich ihn nicht aus eigener Kraft bewältigen kann. Aber mit deiner Hilfe ist alles möglich. Welchen Sendungsauftrag hast du mir in diesem Augenblick meines Lebens gegeben?

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir fĂĽr das Vertrauen, das du mir immer wieder schenkst trotz der Augenblicke des Versagens. Hilf mir, meinen Blick von mir weg und auf dich zu richten. Wenn ich auf mich selbst schaue, dann werde ich traurig und mutlos, aber wenn ich auf deine Liebe, deine Macht und Treue blicke, dann weiĂź ich, dass ich diese Sendung, die du mir aufgetragen hast, erfĂĽllen kann, weil du mir in jedem Augenblick zur Seite stehst und den nächsten Schritt zeigst.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute ganz bewusst den Herrn einladen, in mir zu leben, und den Menschen zu begegnen, die ich sehen werde. Diese Einladung werde ich nach Möglichkeit jedes Mal wiederholen, wenn ich aus dem Haus gehe oder wenn jemand zu mir kommt.


Jesus Herzschlag vernehmen

19. Mai 2018

Samstag der siebten Osterwoche
Hl. Alkuin OSB, Abt
Hl. Kuno OSB, Bischof
Hl. Cölestin V., Papst
Hl. Maria Bernarda BĂĽtler OFMCap

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 21,20-25
In jener Zeit sprach Jesus zu Simon Petrus: Folge mir! Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte, diesem folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach! Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mutter Maria, heute, an diesem Samstag, dem Wochentag der auf ganz besondere Weise dir geweiht ist, wende ich mich an dich, damit du mich in dieses Gebet einfĂĽhren mögest. Du warst die erste JĂĽngerin deines Sohnes, die Braut des Heiligen Geistes, die geliebte Tochter des Vaters. Nimm mich bei der Hand, und fĂĽhre mich ein in die Geheimnisse deines Sohnes, damit er in mir leben kann und ich in ihm.

Bitte: Komm, Heiliger Geist, fĂĽhre mich ein in das Geheimnis der Liebe Gottes!

1. â€žPetrus wandte sich um.“ â€žAls Petrus diesen JĂĽnger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm?“ Es gibt ganz unterschiedliche Weisen, wie wir uns zu unseren Mitmenschen umwenden und ĂĽber sie sprechen können: Wir können aus Liebe unsere Sorge um sie vor unseren Herrn bringen, damit er sie segnet, heilt, rettet, zu sich fĂĽhrt. Aber sehr oft richten wir ĂĽber sie mit unserem Blick, und er ist mit Neid oder Rivalität beladen. Manchmal „beten“ wir fĂĽr andere, damit sie sich ändern, aber im Prinzip tun wir es, weil wir sie nicht so akzeptieren, wie sie sind, und sie uns stören oder herausfordern. Unser Blick ist dabei nicht der Blick Gottes, der „sah, dass es sehr gut war“ (Gen 1,31), sondern ein vergleichender Blick, der auf den anderen herabsieht oder ihn beneidet und mit Eifersucht erfĂĽllt ist.

2. â€žDu aber folge mir nach!“ â€žJesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach!“ Gottes Liebe zu jedem Einzelnen von uns ist ganz persönlich, ganz einzigartig. So wie jede Blume, die der Herr erschaffen hat, wunderschön ist, vom kleinsten GänseblĂĽmchen hin zur auĂźergewöhnlichsten tropischen Pflanze, so ist auch jede Person in seinen Augen eine Kostbarkeit, und er möchte nicht, dass wir uns vergleichen, sondern dass wir die Welt und die Menschen mit seinen Augen sehen. Der Neid schleicht sich nur dann in unser Herz ein, wenn wir denken, dass uns etwas fehlt, wenn wir nicht mit uns selbst zufrieden sind. Das beste Gegenmittel ist, sich dem liebenden Blick Gottes auszusetzen, der uns genauso annimmt, wie wir sind, da wir ein Meisterwerk seiner Hände sind, und er uns zur Vollendung bringen möchte. „Du aber folge mir nach!“ Wenn ich mich auf diese Einladung einlasse, dann brauche ich mich mit niemandem zu vergleichen, sondern bin frei, um in den anderen Gottes Werk der Liebe zu bewundern, wie ich es auch in meinem eigenen Leben entdecken kann.

3. â€žEs war der JĂĽnger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt hatte.“ Als Johannes sich beim Abendmahl an die Brust des Herrn legte, machte er so eine tiefe Erfahrung seiner Liebe, dass er diesen Augenblick nie mehr vergaĂź. Die tiefe Erfahrung, dass Gott mich persönlich liebt, heilt unsere seelischen Verletzungen, all unsere Sehnsucht nach Anerkennung und Freundschaft. Ein Mensch, der erkennt, dass er geliebt ist, so wie er ist, dass er wertvoll fĂĽr jemand anderen ist, beginnt zu blĂĽhen, beginnt seine ganze Fähigkeit zu entfalten. Und Gott möchte uns diese Anerkennung schenken, denn wir sind seine geliebten Kinder, und er sehnt sich nach nichts mehr, als dass wir all die Fähigkeiten entfalten, die er in uns gelegt hat. Und dann werden wir auch fähig, andere Menschen aufzubauen, anzuerkennen, und ihre Talente zu fördern.

Gespräch mit Christus: Jesus, du kennst mich so wie ich bin. Ich möchte mich jetzt ganz in deine Gegenwart begeben, und deinem liebenden Blick aussetzen. Welche Unsicherheiten sind in meinem Herzen? Welche Verletzungen? Welche SehnsĂĽchte? Herr, blicke du auf sie, und zeige mir, wie du mich siehst.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute ganz bewusst den Herrn einladen, in mir zu leben, und den Menschen zu begegnen, die ich sehen werde. Diese Einladung werde ich nach Möglichkeit jedes Mal wiederholen, wenn ich aus dem Haus gehe oder wenn jemand zu mir kommt.