Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. April 2018 bis Samstag 5. Mai 2018

FĂŒnfte Woche in der Osterzeit

Ellen Charlotte Petermann und P. Thomas Fox LC

Die QualitÀt der ErnteSonntag
Die Liebe – eine BeziehungsfrageMontag
Vom Weggehen und WiederkommenDienstag
„Der wahre Weinstock“ – oder: „Liebe bindet sich“Mittwoch
Jesus möchte mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben seinDonnerstag
Wieviel hast du geliebtFreitag
Der Hass der WeltSamstag


Die QualitÀt der Ernte

29. April 2018

5. Sonntag der Osterzeit
Cantate Domino

Hl. Katharina von Siena OSD, Kirchenlehrerin
Hl. Roswitha, Äbtissin
Hl. Theoger OSB, Bischof

Ellen Charlotte Petermann

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine JĂŒnger werdet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater, ich möchte jetzt in der Gebetszeit mit dir wirklich demĂŒtig sein. Schenke mir Klarheit und Einsicht, damit ich verstehe, was du mir sagen möchtest. Halte alle Ablenkungen von mir fern.

Bitte: Schenke mir Kraft und Mut, die Wege zu gehen, die du fĂŒr mich ausgesucht hast.

1. SorgfĂ€ltige Pflege ist wichtig. Das Bild vom Weinstock mit seinem Winzer, das der Apostel Johannes hier beschreibt, ist sehr anschaulich. Jeder, der sich ein wenig damit auskennt, vielleicht schon einmal einen Weinberg besuchen konnte, weiß, wie aufwendig die Pflege jedes einzelnes Weinstocks ist, damit er gute FrĂŒchte bringt. Auf jede einzelne Traube kommt es an. Jesus stellt uns seinen Vater als den Winzer vor, der die Trauben reinigt, sie ausdĂŒnnt, also teilweise abschneidet. Das ist wichtig, damit am Ende reiche Frucht geerntet werden kann.

2. Gesund bleiben und reif werden. Wir können gesund bleiben und reifen, sagt Jesus, wenn wir in ihm bleiben, in seiner Nachfolge; wenn wir den Kontakt mit ihm nicht abbrechen. Schneiden wir uns selber von ihm ab, dann können wir keine Frucht bringen und tragen nichts zur Ernte bei. Das Beruhigende ist, dass wir, wenn wir in ihm bleiben, ganz gelassen bleiben können, denn Gott wird sich um alles kĂŒmmern, er wird fĂŒr unser Wachstum sorgen. Auch wenn er dabei vielleicht die ein oder andere unserer schlechten Gewohnheiten beschneidet, sollten wir ihm unbedingt vertrauen.

3. Das Endprodukt. Um beim Beispiel des Weines zu bleiben, geht es um das Endprodukt, um dass sich jeder Winzer bemĂŒht, nĂ€mlich darum, einen guten, wohlschmeckenden Wein zu erhalten. Und so ist es auch mit uns. Wir sollten uns fragen: Bringen wir im Weinberg des Herrn reife, gute und gesunde FrĂŒchte hervor? Gott ist immer in uns, er wohnt in unserer Seele. Aber sind wir immer bei ihm, eng mit ihm verbunden, wie die Rebe am Weinstock? Und zum Schluss diese wunderbare Zusage:“
dann bittet um alles, was ihr wollt. Ihr werdet es erhalten.“

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, danke, dass du da bist fĂŒr mich, immer. Dass du mich nĂ€hrst, dich um mich kĂŒmmerst. Das schenkt mir Sicherheit und ich möchte dir dafĂŒr mein ganzes Vertrauen schenken.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich das Glaubensbekenntnis beten und mein Vertrauen in Gott erneuern.


Die Liebe – eine Beziehungsfrage

30. April 2018

Montag der fĂŒnften Osterwoche
Hl. Pius V., Papst
Hl. Pauline von Mallinckrodt SCC, Generaloberin
Hl. Rosamunde; Einsiedlerin
Haimo, Bischof

Ellen Charlotte Petermann

Joh 14,21-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wer meine Gebote hat und sie hĂ€lt, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hĂ€lt an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, wĂ€hrend ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist treu. Ich glaube an deine Liebe. Meine Treue und Liebe zu dir versagen oft klĂ€glich. Ich möchte jetzt bei diesem Zusammensein mit dir meine Treue und Liebe zu dir erneuern.

Bitte: Jesus, nimm mich an die Hand, und fĂŒhre mich zum Vater.

1. Im Anfang war das Wort. Es soll in dieser Meditation nicht um den Prolog des Johannesevangeliums gehen, aber Jesus, als Fleisch gewordenes Wort Gottes, verweist in der Belehrung seiner JĂŒnger immer wieder auf seinen Vater, auf Gott und auch auf dessen Wort. Er spricht hier nicht nur in der Eigenschaft des Sohnes, sondern auch des Mittlers, des Vermittlers. Liest man den Text ganz aufmerksam, wird man erkennen, dass Jesus und der Vater eins sind. Man könnte sich fragen, warum Jesus seine JĂŒnger und auch uns immer wieder auf den Vater verweist. Er deutet seinen JĂŒngern in einem Satz an, dass er bald nicht mehr da sein wird, personal („..wĂ€hrend ich noch bei euch bin.“) Dann mĂŒssen alle ihren Glauben an dem festmachen, den sie nicht sehen können, an Gott Vater, der uns als Beistand den Heiligen Geist schicken wird. Somit wĂ€re die Dreifaltigkeit mit Jesu Worten dargelegt.

2. Glauben können. Der heilige Paulus hat gesagt: „Der Glaube ist Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht..“ Jesus spricht vom Wort Gottes und den Geboten, an denen wir festhalten und die wir befolgen sollen. Gottes Wort können wir nachlesen, wenn wir die Bibel aufschlagen. Da steht alles, schwarz auf weiß. Wir lesen es. Aber reicht das? Wir klappen die Bibel zu, und dann? Glaube ich das? Glaube ich, dass Gott mich immer liebt, dass er immer da ist, auch wenn ich falle? Wenn ich das alles glaube, dann mĂŒsste es mein grĂ¶ĂŸter Wunsch sein, in Übereinstimmung mit diesem Glauben zu leben, indem ich zu Gott eine lebendige Beziehung aufbaue.

3. Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat. Wer liebt, geht eine Beziehung ein. So ist es auch mit Gott. Gott hat uns schon geliebt, bevor wir geboren wurden. Er liebt uns von Ewigkeit an und in Ewigkeit. Wenn ich seine Liebe aus tiefster Seele erwidern möchte, dann will ich ihm treu sein, indem ich auf sein Wort höre, seine Gebote halte; denn alles, was er mir sagt, ist zu meinem Besten. Meine Liebe muss rein sein, selbstlos, und oftmals wird sie sehr weh tun, denn Gott reinigt meine Liebe. Je Ă€hnlicher meine Liebe Gottes Liebe wird, desto mehr wird die Sehnsucht in mir wachsen, meine Liebe an andere Menschen zu verschenken, die nach Liebe und Zuwendung dĂŒrsten. Dann ist Liebe zur Hingabe zum „Sich-verschenken“ geworden.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, lass mich in der Liebe bleiben, ganz gleich, wie groß die auf mich zukommenden Herausforderungen sind. Reinige mein Herz, damit mein Handeln aufrichtig, selbstlos und absichtsfrei werden kann.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich bewusst einen Akt der NĂ€chstenliebe tun.


Vom Weggehen und Wiederkommen

1. Mai 2018

Dienstag der fĂŒnften Osterwoche
Maifeiertag
Hl. Josef der Arbeiter
Hl. Markulf OSB, Abt
Hl. Augustin Schoeffler CM, Missionar
Hl. Richard Pampuri OH, Arzt

Ellen Charlotte Petermann

Joh 14,27-31a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurĂŒck. Wenn ihr mich lieb hĂ€ttet, wĂŒrdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist grĂ¶ĂŸer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte bei dir sein, zu deinen FĂŒĂŸen sitzen, dir lauschen. Deine Worte sollen meine Seele erleuchten, mein Herz erwĂ€rmen und meine Sehnsucht stillen, meine Sehnsucht nach Frieden.

Bitte: Jesus, bitte, lass nicht zu, dass jemals irgendetwas zwischen uns gerĂ€t.

1. Der Abschied rĂŒckt nĂ€her. Es handelt sich hier um den letzten Teil der Abschiedsrede Jesu an seine JĂŒnger. Aber die anderen Adressaten dieser Worte Jesu sind alle Glaubende, deren Glauben vertieft und weiterentwickelt werden soll, damit sie auch dann noch glauben, wenn sie Jesus nicht mehr spĂŒren und dann an den glauben, der grĂ¶ĂŸer ist als er, an seinen Auftraggeber , den Vater.

2. Weitere Zusagen. Am Schluss des gestrigen Evangeliums hatte Jesus schon einen Helfer angekĂŒndigt, den Heiligen Geist. Heute schließen sich zwei weiter Zusagen an, nĂ€mlich sein Friede, den er geben wird, und seine Wiederkunft. Aber bevor man wiederkommen kann, muss man weggegangen sein. Diese beiden Zusagen vermitteln Hoffnung. Hoffnung, die die JĂŒnger brauchen und die ihnen das Abschiednehmen erleichtern.

3. Meinen Frieden gebe ich euch. Wie sehr sehnen wir uns alle nach Frieden, doch wie weit ist dieser Friede oft noch von uns entfernt! Er erscheint manchmal wie ein ferner Sehnsuchtsort. Frieden schenkt Heilung. Er lĂ€sst unsere Herzen nicht mehr verzagt und beunruhigt sein. Dieser Frieden, dieser Christusfrieden, ist sein Abschiedsgeschenk, sein VermĂ€chtnis an uns. Gott schenkt ihn uns als seinen Frieden. Er ist schon da, wir können ihn entdecken, ihm nachgehen, ihm anhĂ€ngen, im Großen und im Kleinen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mein Herz ist ruhig, weil ich weiß, dass du bei mir bist.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich besonders fĂŒr den Frieden in der Welt beten.


„Der wahre Weinstock“ – oder: „Liebe bindet sich“

2. Mai 2018

Gedenktag
Hl. Athanasius von Alexandrien, Kirchenlehrer

Hl. Sigismund
Hl. Boris
Hl. Zoë, MÀrtyrerin

P. Thomas Fox LC

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine JĂŒnger werdet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, binde mich an dich! Mit Banden, die kein Geschöpf, kein Mensch, kein Engel und keine Versuchung lösen kann. Ja, binde mich an dich! Ich will diesen Bund, so wie du ihn gewollt hast. Mit der gleichen Tiefe und Unwiderruflichkeit. Mit der gleichen Schönheit und Reinheit. Mit der gleichen Ewigkeit.

Bitte: Binde mich an dich!

1. Tiefe Verbundenheit. Die große Skulptur des auferstandenen Christus in der Audienzhalle im Vatikan wirkt wie eine bildliche Darstellung des heutigen Evangeliums: Christus ersteht zu neuem Leben und reißt alle mit sich, die mit ihm verbunden sind. Eine wahre Explosion des Lebens! Wie ein Weinstock, der geistigerweise seine Reben nach allen Seiten hin ausbreitet und an sich zieht: Keine Macht der Welt kann den Zusammenhalt zwischen Christus und den Seinen schmĂ€lern, Wucht und Kraft dieses gemeinsamen Lebens hemmen. Wenn der Herr in Herrlichkeit kommt, werden diese geheimnisvollen Bande, die uns auch heute schon mit ihm verbinden, alle offengelegt werden: Jedes Gebet, das sein Atem in uns ist; jedes Opfer, das unser Herz zerbricht und sein Blut in uns fließen lĂ€sst; jede gute Tat, die nichts anderes als sein Wirken in uns ermöglicht.

2. Die Grundlage unserer Hoffnung. Was uns am tiefsten mit Christus verbindet und verbinden wird, sind seine Sakramente – wenn wir sie wĂŒrdig empfangen. Denn er selbst handelt in ihnen. Durch sie reicht er bis auf den Grund unserer Seele hinab, schenkt uns Sein von seinem Sein, taucht uns ein in sein Sein. Denn in den Sakramenten sind wir mehr EmpfĂ€nger als Handelnde. Handelnder ist Gott. Schlicht und einfach beschenkt stehen wir da, als SĂŒnder, Bettler, Lahme, Kranke – vor seiner unermesslichen GĂŒte, mit der er uns erfĂŒllt. Denken wir nur an die Beichte und daran, wie viele Male er uns dies und jenes verziehen hat. Jede, in wahrer Reue vor ihm bekannte Schuld wird zu einem mĂ€chtigen Band, das uns tief mit ihm verbindet. Seine Liebe ist wahrhaft erlösend. Sie ist wahr und wunderbar. Wer sie erfĂ€hrt, kann sie niemals vergessen.

3. Seine Hingabe weckt in uns die Antwort der Liebe. Unter beiden eucharistischen Gestalten, Brot und Wein, ist der Herr bei uns geblieben. – Die Bitte der EmmausjĂŒnger: „Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden.“ ist damit erfĂŒllt und sein Versprechen eingelöst: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Und damit in uns der eucharistische Hunger wĂ€chst, sagt er: „Ich bin das Brot des Lebens“, „Nehmet und esset alle davon.“ Und in Bezug auf den Wein: „Ich bin der wahre Weinstock“, „Nehmet und trinket alle davon“. Unsere tiefe Verbundenheit mit ihm sollen wir im Glauben an die Kraft seines Leibes und Blutes verankern, durch die er in uns lebt. FĂŒr uns, seine Freunde, tritt er aufgrund dieser Einheit vor dem Vater mit unaussprechlichem Seufzen ein. Geben wir ihm immer wieder unser freies Jawort zu diesem Bund!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, in Stille bewundere ich deine Schönheit und verborgene Macht. Du hast uns zusammengefĂŒgt, uns miteinander verschmolzen. Die Einheit, die du schenkst, verwandelt uns. Unsere IndividualitĂ€t bleibt erhalten, doch wir sind transparent geworden: Du scheinst in allem hindurch, weil du in uns die Herrschaft ĂŒbernimmst. Dein Reich komme!

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute durch kleine Stoßgebete meine Verbundenheit mit Christus immer wieder erneuern: Herr, bleibe in mir! Herr, bleibe in uns!


Jesus möchte mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben sein

3. Mai 2018

Fest
Hll. Apostel Philippus und Jakobus d. J.

Hl. Alexander I., Papst
Hl. Philipp von Zell, Einsiedler

Ellen Charlotte Petermann

Joh 14,6-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genĂŒgt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch grĂ¶ĂŸere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du machst mir das beste Angebot fĂŒr mein Leben. Wenn ich dir folge, deinem Weg, und in dir die Wahrheit erkenne, werde ich direkt zum Vater gelangen, zum ewigen Leben in ihm.

Bitte: Jesus, schenke mir eine tiefe Erkenntnis, die mein Leben verĂ€ndert.

1. Auf dem Weg, Hand in Hand mit Jesus. Interessanterweise sagt Jesus nicht: „Ich zeige euch den richtigen Weg.“ Oder: „Ich kenne den richtigen Weg zum Vater!“ Nein, er sagt: „Ich bin der Weg.“ Damit beantwortet er ganz klar die Frage nach der Erlösung. Er ist es, den wir brauchen, um beim Vater anzukommen. Jesus ist der Weg, die BrĂŒcke zum Vater, die einzige Sicherheit, der Weg in eine lebendige Beziehung mit Gott. Das Wunderbare daran ist, dass ich niemals allein bin auf diesem Weg, dass er immer bei mir ist, dass wir gemeinsam gehen, Hand in Hand.

2. Der SchlĂŒssel zur Wahrheit. Jesus hĂ€lt den JĂŒngern keinen Vortrag ĂŒber die Wahrheit. Er sagt: „Ich bin die Wahrheit.“ Und wenn Jesus sich als die Wahrheit bezeichnet, offenbart er sich als Gott. In Jesus wird die Wahrheit ĂŒber Gott greifbar, sichtbar, erkennbar. In ihm hat sie ein Antlitz gewonnen. Er ist sozusagen die verkörperte Wahrheit ĂŒber Gott. Insofern ist die höchste Wahrheit nicht aus eigener Kraft erlernt, anerzogen oder trainiert, sondern primĂ€r ein Geschenk in der Person Jesu Christi. Er möchte meine Wahrheit sein.

3. Das unverdiente Geschenk Gottes – das ewige Leben. Jeder Mensch, mit Ausnahme von Jesus und Maria, wurde mit der UrsĂŒnde geboren. Um uns aus dieser Tragik zu erlösen, hat Jesus sein Leben hingegeben, damit wir in ihm neues Leben empfangen können in der Taufe. Neues Leben, und damit ist das geistige Leben gemeint. Es geht darum, in ihm eine neue IdentitĂ€t anzunehmen: Christus. Ich bin wertvoll, erlöst und gerechtfertigt. Jesus Christus will mein Leben sein. Etwas Großartigeres gibt es gar nicht! Womit habe ich das nur verdient?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie oft, habe ich dich verraten, war dir untreu und egoistisch. Du schenkst mir mein Leben, jeden Tag neu, und wie oft werfe ich dir alles vor die FĂŒĂŸe, weil meine Vorstellungen anders sind, als deine PlĂ€ne. Bitte verzeih mir!

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich aufschreiben, fĂŒr welche Dinge ich Jesus in meinem Leben dankbar bin.


Wie viel hast du geliebt?

4. Mai 2018

Freitag der fĂŒnften Osterwoche
Hl. Florian, MĂ€rtyrer
Hl. Guido OSB, Abt
Hl. CĂ€cillia Schnur OSCI, Äbtissin

Ellen Charlotte Petermann

Joh 15,12-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine grĂ¶ĂŸere Liebe, als wenn einer sein Leben fĂŒr seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwĂ€hlt, sondern ich habe euch erwĂ€hlt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, nur von dir weiß ich mich ganz wahrgenommen, bedingungslos angenommen und geliebt. Die Sehnsucht nach dieser Liebe kannst nur du stillen. Immer wieder komme ich zu dir, um mich neu erfĂŒllen zu lassen von deiner Liebe.

Bitte: Jesus, mach mich zum Werkzeug deiner Liebe, damit ich sie weiterschenken kann.

1. Die alles entscheidende Frage. Am Ende meines Lebens wird eine einzige Frage, die Gott mir stellen wird, von Wichtigkeit sein. Sie lautet: „Wie viel hast du geliebt?“ Er wird nicht fragen „Wie viele RosenkrĂ€nze und Litaneien hast du gebetet, oder wie viele Wallfahrten hast du gemacht?“ Sondern: „Wieviel hast du geliebt, mich, deinen Gott, in deinen NĂ€chsten.“ Der NĂ€chste – das kann jeder sein, auch der unbequeme Nachbar oder Bruder.

2. Keine grĂ¶ĂŸere Liebe. Angesichts des schweren Weges, den Jesus gehen muss, sagt er seinen JĂŒngern, dass es keine grĂ¶ĂŸere Liebe gebe, als wenn einer sein Leben fĂŒr seine Freunde hingibt. Jesus nennt seine JĂŒnger nicht mehr Knechte, er macht sie zu seinen gleichrangigen Freunden. Er sagt weiterhin, dass er sie erwĂ€hlt habe und nicht umgekehrt. Er hat sie erwĂ€hlt, damit sie Frucht bringen, er setzt großes Vertrauen in sie und ihre Nachfolge. Ja, er traut ihnen viel zu und versichert gleichzeitig die Hilfe des Vaters. Seine Worte sind eine Vorleistung und mit ihnen drĂŒckt er uns gegenĂŒber eine ungemein große WertschĂ€tzung aus.

3. Wahre Liebe tut immer auch weh. Ich möchte lieben, unbedingt. Meine Kinder, meinen Mann, vielleicht noch ein paar nette Menschen mehr. Aber wie sieht das mit den „schwierigen FĂ€llen“ aus? Das ist nicht einfach, denn ich muss dafĂŒr alle Halbheiten und faulen Kompromisse ĂŒber Bord werfen. Jesus sagt es uns eindeutig: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Das heißt: Er hat sich aus Liebe zu uns töten lassen. Er hat alles gegeben! Wenn wir uns wirklich entschließen, ihm nachzufolgen, mĂŒssen wir unweigerlich unsere Eigenliebe abtöten. Einen Menschen zu lieben, der uns vielleicht verletzt hat, erfahren wir als sehr schwer. Deshalb ist es wichtig, dass uns immer bewusst ist, in jedem Menschen Jesus zu sehen, Das ist ein wertvoller Schritt, den wir erbringen können. Und unser Vater im Himmel wird uns dabei helfen, wenn wir ihn bitten.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte dir meine Eigenliebe schenken, jeden Tag neu. Forme mein Herz und weite es. ErfĂŒlle es mit deiner Liebe, damit ich sie großzĂŒgig weiterschenken kann.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, jemandem die Hand hinzuhalten und ihn um Verzeihung zu bitten.


Der Hass der Welt

5. Mai 2018

Samstag der fĂŒnften Osterwoche
Hl. Godehard von Hildesheim, Bischof
Hl. Jutta von Sangerhausen, Einsiedlerin

Ellen Charlotte Petermann

Joh 15,18-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen wĂŒrdet, wĂŒrde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwĂ€hlt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht grĂ¶ĂŸer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich bin zu dir gekommen, um von deiner Liebe zu lernen. Deine Liebe soll mein Maßstab sein. ErfĂŒlle mich, damit ich zum Kanal deiner Liebe werde.

Bitte: Jesus, bitte mach mich stark, um dem Hass der Welt mit Mut begegnen zu können.

1. Die wichtigste Beziehung in meinem Leben. Zu Beginn seiner Belehrung spricht Jesus von unserer Beziehung zu ihm. Er hat uns erwĂ€hlt, wir gehören ganz ihm, zu ihm. Das ist die zentralste und wichtigste Beziehung in unserem Leben. Nichts ist wichtiger, als mit ihm verbunden zu sein, gleich der Rebe am Weinstock. So können wir Frucht bringen als Christen und im Hass der Welt bestehen.

2. Gemeinsamkeit macht stark. Glaube ist keine Privatangelegenheit. Wir mĂŒssen als Christen gemeinsam in Liebe unterwegs sein. Wir brauchen einander, um stark sein zu können. Es darf mir als Christ nicht egal sein, wie es dem anderen geht. Wir sind aufeinander angewiesen, in der Gemeinde oder in einer Gemeinschaft. Individualisten können sich gegen den Hass der Welt fast nicht wehren. Nur wo wir uns einander diese Liebe erweisen, wird es möglich, die Ablehnung der Welt, von der Jesus spricht, zu ertragen.

3. Die Wahrheit der christlichen Botschaft. â€žHass“ meint hier eigentlich „mit Hass verfolgen“. So wie einst Saulus die JĂŒnger verfolgte, um sie zu töten, so werden auch heutzutage Christen verfolgt und um ihres Glaubens willen getötet. Der Mensch ist schnell Beute des Hasses, wenn er etwas nicht versteht, wenn er sich von etwas bedroht fĂŒhlt. Wer nicht mit Christus unterwegs ist, versteht ihn nicht, kennt noch nicht die volle Wahrheit. Die Welt möchte nicht mit der Wahrheit konfrontiert werden, weil sie unbequem ist oder Opfer abverlangt. Wir dĂŒrfen nicht verzweifeln, wenn wir auf Ablehnung oder Hass treffen, denn dann wissen wir eines genau: Wir leben zwar in dieser Welt, aber sind nicht von dieser Welt, denn wir gehören zum Vater, der im Himmel ist, der uns liebt, und zu dem wir zurĂŒckgehen dĂŒrfen. Dieses Bewusstsein sollte uns ein großer Trost sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bin dankbar, dass ich dich kenne, dass ich dein JĂŒnger sein darf. Die GesprĂ€che mit dir schenken mir immer wieder neue Kraft und den Willen, deine Botschaft weiter zu erzĂ€hlen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich einem Menschen erzĂ€hlen, wie sehr mich mein Glaube erfĂŒllt und heilt.