Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 8. April 2018 bis 14. April 2018

Zweite Woche in der Osterzeit

P. Joachim Richter LC

Glaubenszweifel sind heilbarSonntag
FĂŒr Gott ist nichts unmöglichMontag
Die fĂŒnfte DimensionDienstag
Wozu brauchen wir einen Retter?Mittwoch
Mein Ja zu JesusDonnerstag
FĂŒnf Brote und zwei FischeFreitag
Sicher im SturmSamstag


Glaubenszweifel sind heilbar

8. April 2018

2. Sonntag in der Osterzeit
Sonntag der göttl. Barmherzigkeit

Hl. Walter von Rebais OSB
Hl. Beate von Ribnitz OSCI
Hl. Julia Billiart SND

P. Joachim Richter LC

Joh 20,19-31
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die JĂŒnger aus Furcht vor den Juden die TĂŒren verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine HĂ€nde und seine Seite. Da freuten sich die JĂŒnger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die SĂŒnden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen JĂŒnger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der NĂ€gel an seinen HĂ€nden sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der NĂ€gel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine JĂŒnger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die TĂŒren waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine HĂ€nde! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht unglĂ€ubig, sondern glĂ€ubig. Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner JĂŒnger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir, wie ich bin. Dir kann ich vertrauen, denn du bist treu.

Bitte: BerĂŒhre mein Herz, hilf mir, lebendig und froh an dich zu glauben und auf dich zu hoffen.

1. Verschlossene TĂŒren. Wer Angst hat, verschließt sich, zieht sich in sein Inneres zurĂŒck. Angst ist kein guter Ratgeber. Aber Jesus zeigt, dass er sogar verschlossene TĂŒren durchdringen kann. Das schafft eine Situation, in der Hoffnung wachsen kann. Jesus, es gibt keine Barriere, die fĂŒr dich undurchdringbar wĂ€re! Sei mir nahe, berĂŒhre viele Menschen, die, die es jetzt am meisten brauchen!

2. Verschlossenes Herz. Thomas ist in seinem Denken verhaftet, er glaubt nur, was er sehen und berĂŒhren kann. Viele Menschen sind auch heute der Meinung, dass nur das real ist, was man sehen, berĂŒhren oder messen kann. Deshalb wollen sie nicht an Gott glauben oder halten das Thema fĂŒr unfruchtbar. Aber Jesus, du gehst sogar auf unsere Glaubensschwierigkeiten ein, du kommst unseren Vorstellungen entgegen. Du durchdringst auch unsere Isolation, EnttĂ€uschungen, Verletzungen.

3. BerĂŒhrt. Christus kommt dem Thomas und seinen Zweifeln entgegen. Er will, dass Thomas seine Wunden sieht und berĂŒhrt. Jesus will mit seinen Wunden die Wunde des Unglaubens des Thomas heilen. Das bringt die Wende: Wir erleben wie Thomas, dass das Kreuz nicht das letzte Wort hat! Jesus lebt! Wie Thomas können wir sagen: Ich bin ihm begegnet!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, immer wieder kommt es vor, dass mein Herz verschlossen ist, vielleicht aufgrund eines Misserfolgs, einer EnttĂ€uschung oder einer Verletzung. Hilf mir, wie Thomas zu glauben! Lass mich dich berĂŒhren wie er! Hilf mir, zu sehen, dass die TrĂ€nen, das Leid, ja nicht einmal der Tod das letzte Wort haben. Und dass die gute Nachricht wahr ist: Jesus ist auferstanden und lebt - in mir!!

Möglicher Vorsatz: Bei Glaubenszweifeln notiere ich das, was mir schwerfĂ€llt, und erzĂ€hle Jesus davon.


FĂŒr Gott ist nichts unmöglich

9. April 2018

VerkĂŒndigung des Herrn
Hl. Waltraud OSB
Hl. Konrad I., Erzbischof
Hl. Kasilda

P. Joachim Richter LC

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebĂ€ren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du bist mit mir, wie du einst mit Maria warst, als der Engel deine Botschaft ĂŒberbrachte. Du nimmst mich ernst und interessierst dich sehr fĂŒr mich; und du möchtest, dass ich lebendig an dich glaube.

Bitte: ErfĂŒlle mich mit deinem Heiligen Geist, damit mein Glaube FlĂŒgel bekommt und du alles durch mich vollbringen kannst, was du wĂŒnschst. Lass meinen Glauben groß werden!

1. Menschliche Logik. Mit der menschlichen Vernunft alleine können wir nur einen Teil der Wirklichkeit erkennen. Maria sieht ganz klar, dass sie ein Kind nur in körperlicher Vereinigung mit einem Mann empfangen kann. Aber der Engel erinnert sie daran, dass Gott ĂŒber mehr Möglichkeiten verfĂŒgt als wir: Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen.

2. Göttliche Logik. Gott ist schon erstaunlich: In seinem Heilsplan zur Rettung aller Menschen sendet er seinen Sohn Jesus als Erlöser. Aber wie kommt Jesus in die Welt? Nicht eigenmĂ€chtig oder herrschaftlich mĂ€chtig, sondern zuerst einmal, indem der allmĂ€chtige Gott durch einen Boten, den Engel Gabriel, ein junges MĂ€dchen in Nazareth höflich um ihr EinverstĂ€ndnis bittet.

3. Die lebensverĂ€ndernde Kraft des Glaubens. An Maria sehen wir - und das eigentlich eher schlicht und unspektakulĂ€r - welche Kraft der Glaube hat: Sie glaubt der Botschaft Gottes und ordnet sich Gott demĂŒtig unter, weil sie glaubt, dass fĂŒr Gott nichts unmöglich ist. So groß mĂŒssen wir von Gott denken! Nichts ist fĂŒr ihn unmöglich.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie oft vergesse ich dich und ziehe nur in Betracht, was nach menschlichem Ermessen möglich ist. Dabei hat Gott unendliche Möglichkeiten und kann sogar in Lagen, die uns völlig ausweglos erscheinen, noch frei handeln. Maria, erbitte mir bei Gott einen starken und lebendigen Glauben, damit ich wie du zu ihm sagen kann: Mir geschehe nach deinem Wort.

Möglicher Vorsatz: Ich will mir in allen Situationen, besonders in denen, die verfahren erscheinen, bewusst machen, dass fĂŒr Gott nichts unmöglich ist. So kann ich immer besser lernen, die Welt mit Gottes Augen zu sehen.


Die fĂŒnfte Dimension

10. April 2018

Dienstag der zweiten Osterwoche
Hl. Hulda
Hl. Engelbert OSB, Abt
Hl. Magdalena Gabriela von Canossa FDC

P. Joachim Richter LC

Joh 3,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr mĂŒsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. Wenn ich zu euch ĂŒber irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch ĂŒber himmlische Dinge spreche? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der WĂŒste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, du mein Gott, dich suche ich. Ich möchte schnell eintauchen in die AtmosphĂ€re des Glaubens, in deine NĂ€he.

Bitte: Zieh mich hin zu dir, Herr.

1. Mehrdimensional. In unserer Welt kennen wir die drei Dimensionen des Raumes: LĂ€nge, Breite und Höhe – und die Dimension der Zeit. Diese vier Dimensionen beschreiben irdische Dinge. Aber Jesus spricht von einer weiteren Dimension, die uns himmlische Dinge erkennen lĂ€sst: In diese fĂŒnfte Dimension treten wir durch den Heiligen Geist ein. Komm, Heiliger Geist, erfĂŒlle meinen Verstand, meine GefĂŒhle, mein Herz, meinen Willen und alle meine Sinne.

2. Aus dem Geist geboren. Wir mĂŒssen unaufhörlich neu aus dem Geist geboren werden. Deshalb können wir ohne Online-Verbindung mit Gott nicht als Christen leben. Wir brauchen diesen Kontakt mit Gott, im persönlichen Gebet, in Lobpreis, Anbetung, im Gebet in Gemeinschaft, im Nachdenken ĂŒber eine Schriftstelle (im Licht des Glaubens), und in der sakramentalen Vereinigung mit Christus in Eucharistie und Beichte.

3. Leben im Geist. Zum ganz normalen Leben als Christ, der tief mit Gott verbunden lebt, gehört zweifellos das Leben in Seinem Geist: feinfĂŒhliges Hören auf den Heiligen Geist, konsequentes Befolgen der Inspirationen des Heiligen Geistes, tiefes Vertrauen auf die FĂŒhrung und das Wirken des Heiligen Geistes. Jesus hat selber so gelebt, und es ist sein tiefster Wunsch, dass auch wir so leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, was möchtest du mir sagen, mit deinen Worten vom ‚neu geboren werden‘? Es ist wohl nicht so wichtig, dass ich alles verstehe. Aber es ist total wichtig, dass ich nach deinem Wort stĂ€ndig aus dem Heiligen Geist neu geboren und von ihm erfĂŒllt werde, damit dein Reich in meinem Leben tatsĂ€chlich Gestalt annimmt.

Möglicher Vorsatz: Mehrmals tagsĂŒber beten (oder entsprechend singen): Komm, Heiliger Geist, erleuchte mich, erfĂŒlle mich, leite mich! Und gib mir das Vertrauen und den Mut, deinen Eingebungen stets zu folgen.


Wozu brauchen wir einen Retter?

11. April 2018

Mittwoch der zweiten Osterwoche
Hl. Stanislaus von Krakau, Bischof
Hl. Reiner
Hl. Gemma Galgani, Mystikerin

P. Joachim Richter LC

Joh 3,16-21
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhÀlt es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, Jesus, wie schnell vergesse ich dich inmitten der vielen BeschĂ€ftigungen des Tages. Ich will doch mit dir leben, brauche deinen Segen, deine Gegenwart und die FĂŒhrung deines Heiligen Geistes. Herr, wie töricht wĂ€re es zu meinen, dass der christliche Glaube unser Leben nur wie ein SahnehĂ€ubchen dekorieren wĂŒrde.

Bitte: Hilf mir, dem Rat deines Apostels Paulus zu folgen, der geschrieben hat: Betet allezeit.

1. In welchem Zustand befinden sich die Menschen? Ein kleiner Fehler am Anfang kann große Auswirkungen haben, falls er nicht rechtzeitig korrigiert wird. Am Anfang steht die Frage: Wie ist es um den Menschen bestellt? Wer ist der Mensch? Von der richtigen Antwort hĂ€ngt alles ab! Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes, von Ihm ĂŒber alles geliebt und geschĂ€tzt. Aber der Mensch ist auch der Versuchung ausgesetzt und, wo die Gnade ihm nicht hilft, ein SĂŒnder, er ist in einem Zustand, aus dem er aus eigener Kraft nicht herauskommen kann. Woher kommt die Rettung?

2. Gott liebt nicht theoretisch. Ja, als Mensch bin ich ein von Gott geliebtes Geschöpf und zugleich ein SĂŒnder, das heißt jemand, der die Liebe Gottes zurĂŒckgewiesen hat. Aber eben weil Gott die Menschen und die Welt so sehr liebt, lĂ€sst ihn dieser Zustand der Menschheit ganz und gar nicht kalt: Er hat „seinen einzigen Sohn dahingegeben.“ Denn Gott will absolut nicht unser Verderben. Er will uns erlösen, uns ein Leben in FĂŒlle schenken, das niemals endet. Deshalb hat er gehandelt.

3. Rettung zulassen. Die Einstellung: „Ich krieg das schon alleine hin.“ hat im ĂŒbernatĂŒrlichen Bereich fatale Folgen. Konsequent weitergedacht wĂŒrde das nĂ€mlich bedeuten: „Ich brauche keinen Erlöser.“ Man will autonom sein, wehrt sich gegen fremde Hilfe – und damit auch gegen die Hilfe von oben. Aber so sicher wie hier auf Erden ein Stein aus einer geöffneten Hand durch die Schwerkraft zu Boden fĂ€llt und nicht nach oben fliegt, ebenso sicher bleibt der Mensch ohne den Erlöser im Schwerefeld der SĂŒnde gefangen und bewegt sich nicht nach oben. Lassen wir uns also helfen: Nehmen wir die Liebe Gottes an und heißen wir seinen einzigen Sohn herzlich willkommen: als unseren persönlichen Erlöser, der uns ewiges Leben und in jedem Moment des Tages viele Gnaden schenken will, ohne die wir eben nicht wie Töchter und Söhne Gottes leben können.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hilf mir, meinen Hochmut zu ĂŒberwinden: Ich will anerkennen, dass ich dich brauche als meinen Erlöser. TĂ€glich, ja in jedem Moment, bin ich angewiesen auf deine Gnade. In deinem Licht, Jesus, will ich leben.

Möglicher Vorsatz: Mich gut auf die nĂ€chste Beichte vorbereiten, damit alles in mir ans Licht kommen kann und ich ganz in der Wahrheit vor Gott lebe.


Mein Ja zu Jesus

12. April 2018

Donnerstag der zweiten Osterwoche
Hl. Julius I., Papst
Hl. Herta, MĂ€rtyrerin
Hl. Giuseppe Moscati, Arzt

P. Joachim Richter LC

Joh 3,31-36
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Er, der von oben kommt, steht ĂŒber allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht ĂŒber allen. Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verkĂŒndet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich kann dich nicht sehen. Aber ich weiß, dass du da bist; du bist hier gegenwĂ€rtig und du kannst mich sehen und mich hören. ErfĂŒlle mich mit deinem Heiligen Geist, damit ich glauben kann.

Bitte: Lass mich erkennen, Herr, dass du mein Schöpfer und mein Erlöser bist. Lass mich die Welt durch deine Augen sehen und in Beziehung zu dir.

1. Horizontales Denken. HĂ€ufig sehen und beurteilen Menschen in der Gesellschaft alles rein innerweltlich, ohne realen Bezug zu einem ĂŒberirdischen Gott. Dann hĂ€tte der Materialismus Recht und der Mensch wĂ€re nur eine komplexe Einheit von Knochen, Muskeln und Nerven. Und das menschliche Leben wĂ€re nur ein Streben nach dem, was nĂŒtzlich, produktiv oder ein VergnĂŒgen ist und damit basta. „Wer von der Erde stammt, redet irdisch.“ Und doch weiß jeder Mensch um eine tiefe Sehnsucht nach mehr, nach etwas, was diese Welt ĂŒbersteigt.

2. Licht in unserer Welt. Was kann ein Kind ĂŒber seine Eltern wissen? Das, was es beobachtet und das, was die Eltern dem Kind erzĂ€hlen. Was können wir ĂŒber Gott wissen? Das, was wir durch Nachdenken erkennen, zum Beispiel, dass die Welt einen Schöpfer haben muss oder die fĂŒnf Wege des Thomas von Aquin, und das, was Gott uns erzĂ€hlt hat. Das ist der springende Punkt: Das Christentum ist offenbart worden! Als Christen haben wir das Zeugnis Jesu angenommen. Wir glauben, dass das, was Jesus gesagt und getan hat, die ausschlaggebende Wahrheit ist. Diese Wahrheit kennen wir nicht aus uns selber, sondern wir haben sie durch den Glauben empfangen, aber auch im Glauben als solche erkannt: Die göttliche Wahrheit, Jesus Christus, ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet.

3. Die ganze Wahrheit leben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Was fĂŒr eine starke Verheißung! Das ĂŒbersteigt unser rein innerweltliches, horizontales Denken total! An Jesus glauben, das heißt dann in der Praxis: Ihn als Zentrum, Vorbild und Maßstab meines Lebens wĂ€hlen, jeden Tag neu. Das ist möglich, denn Jesus „gibt den Geist unbegrenzt“. Sein Heiliger Geist begleitet, erleuchtet, fĂŒhrt und stĂ€rkt mich in jedem Moment.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, das möchte ich: Deine Wahrheit soll mich bestimmen, mehr als das rein horizontale innerweltliche Denken. Deshalb will ich mein Vertrauen auf dich setzen, weil ich glaube, dass du die unauslöschliche Sehnsucht nach Mehr in meinem Herzen stillen kannst. Dir will ich folgen. Dich wĂ€hle ich heute zum Maßstab fĂŒr mein ganzes Leben und Arbeiten.

Möglicher Vorsatz: Danach streben, mein Leben und die Welt durch die Augen Jesu zu sehen.


FĂŒnf Brote und zwei Fische

13. April 2018

Freitag der zweiten Osterwoche
Hl. Martin I., Papst
Hl. Hermenegild, MĂ€rtyrer
Hl. Ida von Löwen, Mystikerin

P. Joachim Richter LC

Joh 6,1-15
In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von GalilĂ€a, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen JĂŒngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot fĂŒr zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines StĂŒck bekommen soll. Einer seiner JĂŒnger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fĂŒnf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das fĂŒr so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nĂ€mlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fĂŒnftausend MĂ€nner. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen JĂŒngern: Sammelt die ĂŒbrig gebliebenen BrotstĂŒcke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und fĂŒllten zwölf Körbe mit den StĂŒcken, die von den fĂŒnf Gerstenbroten nach dem Essen ĂŒbrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen wĂŒrden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurĂŒck, er allein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, meine Möglichkeiten sind begrenzt. Doch ich weiß, dass bei dir die FĂŒlle ist. Hilf mir, meine Augen zu dir zu erheben, damit mir neu bewusst wird, dass die menschlichen Grenzen fĂŒr dich nicht gelten.

Bitte: â€žMit meinem Gott ĂŒberspringe ich Mauern“ (Psalm 18,30).

1. Leere Taschen. Aus, vorbei. Die eigenen Mittel sind zu Ende gegangen. Die KrĂ€fte sind verausgabt. Man sieht keine Möglichkeit mehr, wie es weitergehen könnte. Eine solche Erfahrung des Scheiterns und der Grenzen kann schwer zu ertragen sein, kann aber positiv genutzt werden. Denn wenn ich am Ende bin, werde ich demĂŒtiger und wende mich vertrauensvoller an Gott, den Schöpfer, Erhalter und Versorger des Universums.

2. Ăœberfluss. Tag fĂŒr Tag versorgt Gott alle Tiere und Menschen mit Nahrung und Wasser. Du, Jesus, bist Nahrung im Überfluss. Du bist die Antwort. Bei dir finde ich SĂ€ttigung. „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“ (Augustinus). Du bist ErfĂŒllung fĂŒr mich. Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott, von dir.

3. Nein zur GleichgĂŒltigkeit. Was fĂ€llt mir an Jesus auf? Dass er sich um das leibliche Wohl der Leute sorgt. Er will, dass „diese Leute zu essen haben“. Alles andere ist ihm im Moment weniger wichtig. Sogar seine JĂŒnger stiftet er zur tĂ€tigen FĂŒrsorge an, damit wir verstehen, dass wir niemals sagen können: Wenn andere Menschen ein BedĂŒrfnis haben, was geht das mich an! Nein, ich folge Jesus nach. Und du, Jesus, bist der Weg, der zur Überwindung der GleichgĂŒltigkeit fĂŒhrt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du versorgst uns nicht nur mit allem, was wir zum Leben brauchen; sondern du machst dich selbst zur Nahrung: In der heiligen Kommunion dĂŒrfen wir dich im Moment deiner grĂ¶ĂŸten Liebeshingabe am Kreuz empfangen. Hilf uns, mit dir und deiner Einstellung eins zu werden; dass wir uns keine falschen Vorbilder nehmen, sondern uns wie du herablassen, selber unseren Mitmenschen zur Nahrung zu werden.

Möglicher Vorsatz: Auch von mir hĂ€ngt es ab, ob die Menschen in meiner Umgebung glĂŒcklich leben können. Deshalb will ich anderen liebevoll zuhören, ihnen Zeit schenken, ihnen dienen und ihnen so zur Nahrung werden.


Sicher im Sturm

14. April 2018

Samstag der zweiten Osterwoche
Hl. Hedwig von Meer, OPraem
Hl. Lidwina, Mystikerin
Hl. Ernestine OCarm

P. Joachim Richter LC

Joh 6,16-21
Als es aber spĂ€t geworden war, gingen die JĂŒnger Jesu zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren ĂŒber den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewĂŒhlt. Als sie etwa fĂŒnfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus ĂŒber den See ging und sich dem Boot nĂ€herte; und sie fĂŒrchteten sich. Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fĂŒrchtet euch nicht! Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, zu dir rufe ich am frĂŒhen Morgen,hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;ich kann es nicht allein.In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht,ich bin einsam, aber du verlĂ€sst mich nicht,ich bin kleinmĂŒtig, aber bei dir ist Hilfe,ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden,in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld.Ich verstehe deine Wege nicht,aber du weißt den rechten Weg fĂŒr mich. (Dietrich Bonhoeffer)

Bitte: Herr, ich glaube. Hilf meinem Unglauben!

1. Aufbruch ins Ungewisse. Jesus mutet seinen JĂŒngern unsichere Situationen zu: nachts ĂŒber den riesigen See zu fahren. Zuweilen mutet Gott uns zu, dass wir wie im Dunkeln umhertappen und das Boot unseres Lebens in einen Sturm gerĂ€t! Eine Krise in der Ehe, in der Arbeit, eine Krankheit, ein Unfall, ein Verlust, eine EnttĂ€uschung. Wo finden wir Hilfe?

2. Nicht allein. Ein Boot in einem Seesturm ist eine Ă€ußerst prekĂ€re Situation, an der man wenig Ă€ndern und die einen in Todesangst stĂŒrzen kann. Die JĂŒnger dĂŒrfen jedoch die ĂŒberraschende Erfahrung machen, dass Jesus ihnen mitten im Sturm begegnet! Er lĂ€sst sie nicht allein! Er lĂ€sst mich nicht allein!

3. Schneller vorankommen. So lange man mitten in einer Krise steckt, scheint der Weg bis zur Überwindung unendlich lange zu sein. Aber es gibt eine Alternative: auf Jesus schauen. Wenn wir uns auf Jesus fokussieren, im Gebet, bei der Messe, in der Anbetung, mit dem Herzen, dann werden wir es inmitten von Schwierigkeiten ebenso erleben wie die JĂŒnger: „Schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.“

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, wie oft lasse ich mich von den Wellen und dem Wind beeindrucken und lĂ€hmen, anstatt meinen Blick zu dir zu erheben. Denn in den StĂŒrmen meines Lebens bist du doch mein Fels, meine Burg, mein Unterpfand des ewigen Lebens.

Möglicher Vorsatz: Als Übung will ich mir wĂ€hrend des Tages 5 / 10 / 20-mal bewusstmachen, dass Jesus – der allmĂ€chtige Sohn des Vaters – jetzt gegenwĂ€rtig ist, auch wenn ich ihn nicht sehe.