Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 18. MĂ€rz 2018 bis 23. MĂ€rz 2018

FĂŒnfte Woche in der Fastenzeit

Dorit Wilke-Lopez

VerherrlichungSonntag
Das Leben - eine PilgerreiseMontag
Ihr stammt von unten, ich stamme von obenDienstag
Die Wahrheit macht freiMittwoch
GottesbilderDonnerstag
Werke und WorteFreitag
Gott hat den PlanSamstag


Verherrlichung

18. MĂ€rz 2018

FĂŒnfter Fastensonntag
„Judica“

Hl. Cyrill von Jerusalem, Bischof
Hl. Eduard von England

Dorit Wilke-Lopez

Joh 12,20-33
In jener Zeit traten einige Griechen, die beim Osterfest in Jerusalem Gott anbeten wollten, an Philippus heran, der aus Betsaida in GalilĂ€a stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht auf die Erde fĂ€llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hĂ€ngt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele erschĂŒttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten ĂŒber diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich ĂŒber die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, erfĂŒlle jetzt mein Herz und erklĂ€re mir, was der Vater mir heute in diesem Evangelium sagen will. Öffne meine Ohren, wecke meinen Verstand und mein Vorstellungsvermögen und gib mir jetzt genĂŒgend Zeit und innere Ruhe, um deine leise Stimme in meiner Seele zu hören. Ohne dich können wir nichts tun.

Bitte: Herr, mach mich dienstbereit.

1. Den Auftrag vollenden. Philippus trifft auf einige Griechen, die Jesus suchen. Menschen, die nicht zum auserwĂ€hlten Volk Gottes gehören, beginnen Jesus zu suchen. Jesus sagt darauf, dass jetzt die Stunde seiner Verherrlichung gekommen sei. Man spĂŒrt eine große Eindringlichkeit und Freude in seiner Rede. Es ist Jesus so wichtig, dass alle zu ihm kommen! Wie sehr freut er sich, wenn seine JĂŒnger Menschen zu ihm fĂŒhren. Kenne ich diese Freude auch bei mir, wenn ich andere mit Christus in BerĂŒhrung bringe?

2. Wir in Jesus. Jesu Gebet wird vom Vater beantwortet. Der Vater sagt, dass er Jesus schon verherrlicht habe und ihn wieder verherrlichen werde. Jesus erklĂ€rt den Umstehenden, dass die Stimme des Vaters, der diese Worte sagt, ihnen gilt. Heute sind wir die Umstehenden. Heute gilt fĂŒr uns: In Jesus werden wir verherrlicht. Heute. Mich lĂ€sst das staunen: Da geht der Himmel auf und der allmĂ€chtige Gott sagt, wir werden verherrlicht! Wie soll das geschehen, können wir wie Maria fragen. Jesus gibt die Antwort: „Und ich, wenn ich ĂŒber die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“ Am Kreuz ist Jesus erhöht und zieht mich an sich. Im heiligen Messopfer werde ich zu Jesus am Kreuz gezogen, in der heiligen Kommunion werde ich in ihn hineingezogen. Ist mir das Geschenk bewusst, dass der Vater zusammen mit Christus dabei auch mich verherrlicht?

3. Verherrlichung. Das Wort Verherrlichung enthĂ€lt Herrschaft, herrschen. Das ist heute ein schwieriges Wort. Wie hĂ€ngt das ganz anders klingende Wort Herrlichkeit damit zusammen? Jesus zeigt uns in seinem Leben eine andere Herrschaft als die Macht des StĂ€rkeren oder die der Mehrheit, und nur seine Art der Herrschaft fĂŒhrt zur Verherrlichung. Diese Art der Herrschaft heißt, sich selbst zu vergessen, heißt, mit Jesus zu dienen, heißt, Jesus nachzufolgen auch ins Leid, heißt, sein Leben gering zu achten um Jesu willen. Zu Jesus in seiner Demut und Sanftmut gezogen zu werden, in Be-ziehung zu ihm, ist wichtiger als alles andere im Leben und bedeutet Herrlichkeit. Ihn, den Liebenden zu beachten und nicht mein gieriges und selbstbezogenes Ego: Dann werde ich das Leben bewahren bis ins ewige Leben. Dann wird der Vater mich ehren. Ist mein Vertrauen in Jesus dazu schon groß genug? Habe ich schon einmal ein bisschen von der Seligkeit des gemeinsamen Dienens mit Christus erfahren dĂŒrfen?

GesprĂ€ch mit Christus: Ich spreche mit Jesus in ganz vertrauten Worten wie mit einem Freund ĂŒber seine Verherrlichung und was das fĂŒr mich bedeutet.

Möglicher Vorsatz: Mich in der heiligen Messe staunend und dankbar an Jesus heranziehen lassen und dann mit ihm dienend und liebend zu den Menschen gehen.


Das Leben - eine Pilgerreise

19. MĂ€rz 2018

Hochfest des heiligen Josef, BrÀutigam der Gottesmutter Maria
Jahrestag der feierlichen AmtseinfĂŒhrung von Papst Franziskus

Dorit Wilke-Lopez

Lk 2,41-51a
Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurĂŒck und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt ĂŒber sein VerstĂ€ndnis und ĂŒber seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurĂŒck und war ihnen gehorsam.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich lobe und preise dich dafĂŒr, dass du die Welt geschaffen, geheiligt und erlöst hast und dass du mich in Christus als dein Kind angenommen hast. Ich danke dir, dass du jetzt mit mir sprechen willst. Bitte lass mich verstehen, was du mir heute sagen willst. Gib mir Zeit und innere Ruhe und ein offenes Herz.

Bitte: Dreifaltiger Gott, lass mich dich suchen und finden.

1. Meilenweit. Maria und Josef waren gottesfĂŒrchtige Juden. Sie und andere GlĂ€ubige aus Nazaret - so schildert es Lukas hier - pilgerten jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Das sind gut 120 km Fußmarsch, vier Tage hin, vier Tage zurĂŒck. Welch ein Aufwand! Wie wichtig war ihnen Gott! Wie weit gehe ich fĂŒr Gott?

2. Schritt fĂŒr Schritt. Sie werden auf der Pilgerreise viel gebetet haben, denn wer pilgert, „betet mit den FĂŒĂŸen“, sagt man. Das Leben selbst ist wie eine Pilgerreise. Tag fĂŒr Tag, Schritt fĂŒr Schritt, gehen wir auf unser Ziel zu, den Himmel. Vielleicht kann ich heute versuchen, mit den FĂŒĂŸen zu beten und jeden Schritt bewusst fĂŒr Gott machen.

3. Jesus lĂ€sst sich finden. In der Pilgergruppe ist Jesus ihnen verloren gegangen. Die furchtbare Panik von Maria und Josef, die SelbstvorwĂŒrfe, die innere Not scheinen durch den nĂŒchternen Bericht des Lukas hindurch. Sie finden ihn wieder - im Tempel. Das ist tröstlich auch fĂŒr uns: Wenn wir Jesus suchen, lĂ€sst er sich von uns finden: im Tempel. Heute ist das der Tempel seines Leibes: die Kirche, die Eucharistie, aber auch unsere eigene innere Seele, denn jeder Getaufte ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Was wir von Maria und Josef heute lernen: Es braucht Zeit, Geduld, MĂŒhe und Sehnsucht, um ihn zu finden!

GesprĂ€ch mit Christus: Ich spreche mit Jesus wie mit einem Freund in meinen eigenen Worten darĂŒber, wie ich ihn suche, wo ich dabei Schwierigkeiten habe, ĂŒber meine MĂŒhen und Freuden dabei.

Möglicher Vorsatz: Der Tag heute könnte ein Pilgertag sein: Immer wenn ich gehe, mache ich jeden Schritt fĂŒr Gott.


Ihr stammt von unten, ich stamme von oben

20. MĂ€rz 2018

Dienstag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Hl. Irmgard
Hl. Wolfram Bischof
Hl. Maria Josepha Sancho SdJ

Dorit Wilke-Lopez

Joh 8,21-30
In jener Zeit sprach Jesus zu den PharisĂ€ern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer SĂŒnde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren SĂŒnden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren SĂŒnden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich ĂŒberhaupt noch mit euch? Ich hĂ€tte noch viel ĂŒber euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bĂŒrgt fĂŒr die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefĂ€llt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, erfĂŒlle jetzt mein Herz und erklĂ€re mir, was der Vater mir heute in diesem Evangelium sagen will. Öffne meine Ohren, wecke meinen Verstand und mein Vorstellungsvermögen und gib mir jetzt genĂŒgend Zeit und innere Ruhe, um deine leise Stimme in meiner Seele zu hören. Ohne dich können wir nichts tun.

Bitte: Herr, bitte gib mir Sanftmut und Geduld.

1. Geduld. Wie geduldig Jesus mit den Juden ist! Wie sanftmĂŒtig er sich den lieblosen Diskussionen aussetzt! Spannend, wie er es hier schafft, ruhig zu bleiben. Nach dem genervten Ausruf: „Warum rede ich ĂŒberhaupt noch mit euch?“ wendet er seine Gedanken zum Vater: „
aber er, der mich gesandt hat, bĂŒrgt fĂŒr die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.“ Das ist ein göttliches Rezept, um nervigen Mitmenschen gegenĂŒber geduldig und liebevoll zu bleiben. Wenn ich genervt bin, dann wende ich mich dem Vater zu und frage ihn, was ich in seinem Sinne sagen soll. Danke, Jesus, dass du mich heute diese „Strategie“ lehrst.

2. In Verbindung sein. Dazu muss ich mit dem Vater und Jesus gut verbunden sein, sonst wird es mir nicht gelingen, in einer solchen Situation nach dem Willen des Vaters zu fragen. Dann merke ich, dass ich „von unten stamme“. „Hier unten“, in der Welt, bin ich in einer solchen Situation von meiner Laune und meinem natĂŒrlichen Temperament abhĂ€ngig, um nicht genervt zu sein. Wenn ich aber glaube, dass Jesus vom Vater stammt und der Retter ist, der von oben kommt und göttliche Liebe nach „hier unten“ bringt, und wenn ich mich mit ihm verbinde, dann kann ich die göttliche liebende Kraft von oben quasi anzapfen, um in schwierigen Situationen sanft und liebevoll zu bleiben. Jesus, ohne dich können wir nichts tun.

3. Nie allein. Ich erlebe das immer wieder. Wenn ich erschöpft bin, werde ich schnell Ă€rgerlich, dann stört mich die Fliege an der Wand. Die Dinge fallen mir schwer, in der Liebe zu bleiben, fĂ€llt mir schwer. Wenn ich dann alles Gott anvertraue und ihn bitte, dass er jetzt in mir handeln möge, weil ich es nicht kann, und dass er dafĂŒr sorgen möge, dass jetzt genau sein Wille geschieht, dann erlebe ich das so, dass er die FĂŒhrung ĂŒbernimmt, das schwierige GesprĂ€ch leitet, die Situation entzerrt und es ganz klar ist, dass das jetzt nicht meine eigene Kraft war! Danke, Jesus, dass du uns nie allein lĂ€sst. Gib mir mehr Glauben daran, dass DU ES BIST.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich wende mich nach innen, schließe vielleicht die Augen und rede mit Jesus wie mit einem Freund ein paar Minuten ĂŒber meine Gedanken.

Möglicher Vorsatz: Ich kann die göttliche „Strategie“ ausprobieren: Wenn ich das nĂ€chste Mal entnervt bin, wende ich mich erst einmal an den Vater und frage nach seinem Willen.


Die Wahrheit macht frei

21. MĂ€rz 2018

Mittwoch der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Hl. Christian OSB, Abt
Hl. Absalon (Axel) von Lund, Erzbischof

Dorit Wilke-Lopez

Joh 8,31-42
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine JĂŒnger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die SĂŒnde tut, ist Sklave der SĂŒnde. Der Sklave aber bleibt nicht fĂŒr immer im Haus; nur der Sohn bleibt fĂŒr immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wĂ€rt, wĂŒrdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkĂŒndet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wĂ€re, wĂŒrdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂŒlle jetzt mein Herz und erklĂ€re mir, was der Vater mir heute in diesem Evangelium sagen will. Öffne meine Ohren, wecke meinen Verstand und mein Vorstellungsvermögen und gib mir jetzt genĂŒgend Zeit und innere Ruhe, um deine leise Stimme in meiner Seele zu hören. Ohne dich können wir nichts tun.

Bitte: Jesus, befreie mich. Wenn du mich befreist, dann bin ich wirklich frei.

1. In seinem Wort bleiben. Jesus spricht hier zu Juden, die bereits an ihn glauben. Er erklĂ€rt ihnen, dass sie in seinem Wort bleiben mĂŒssen, damit sie wirklich seine JĂŒnger sind. Was bedeutet das fĂŒr uns, die wir ja auch an ihn glauben? DRAN BLEIBEN ist wichtig. Jesus ist das lebendige Wort, er sagt Worte des Lebens. Aber offenbar sieht Jesus die Schwierigkeit, dass wir auch wirklich an ihm „dran“ bleiben. Davon spricht auch das Gleichnis vom SĂ€mann im Lukasevangelium (Lk 8,4-8). Nicht jeder Samen fĂ€llt auf guten Boden, mancher verdorrt, erstickt, wird von Vögeln gefressen. Ich kann mit Jesus darĂŒber sprechen, was ich persönlich mit meinem Charakter und meinen LebensumstĂ€nden beachten sollte, um an ihm "dranzubleiben".

2. Die Wahrheit macht frei. Wenn wir seine JĂŒnger sind, werden wir die Wahrheit erkennen, die uns frei macht, sagt Jesus. Was meint er damit? Er hat davon im gestrigen Evangelium schon gesprochen. Wir sind „von unten“, aus der Welt, er ist „von oben“. Hier unten sind wir unfrei, weil wir ein Spielball unserer Leidenschaften und egoistischen Tendenzen sind. Stolz und Begierlichkeit steuern uns je nach natĂŒrlichem Charakter in unterschiedlicher Gewichtung. Wir sind Sklaven unserer Leidenschaften und sind blind fĂŒr das, was wirklich gut fĂŒr uns ist. Nur Jesus, die Wahrheit „von oben“, kann uns das erstens zeigen und verkĂŒndigen und zweitens die FĂ€higkeit verleihen, von unseren Leidenschaften unabhĂ€ngig zu werden, um so lieben zu können, wie es fĂŒr uns wirklich gut ist. Vorausgesetzt wir glauben an ihn und vertrauen ihm.

3. Sich befreien lassen. In meinem geistlichen Leben erfahre ich das oft. Wenn ich mir vornehme, eine negative Tendenz abzulegen, funktioniert das eigentlich nie. Ich habe den Eindruck, dass ich dann umso mehr in dieses Verhalten hineinfalle. Es ist wie beim DiĂ€t machen: Sofort hat man mehr Lust auf Kalorien. Aber wenn ich die SĂŒnde beichte und die Gnade des Sakraments erhalte, wenn ich jeden Morgen den Herrn bitte, dass ich mich Ă€ndern kann, dass ER mich Ă€ndert, dann kann ich die SĂŒnde irgendwann ablegen, und dann wird es leicht. Mit welchen SchwĂ€chen plage ich mich vergeblich herum? Kann ich sie Jesus anvertrauen?

GesprĂ€ch mit Christus: Ich wende mich nach innen und schließe vielleicht die Augen und rede mit Jesus wie mit einem Freund ein paar Minuten ĂŒber meine Gedanken, ob und wie ich an ihm dranbleiben und ihm in all meinen SchwĂ€chen vertrauen kann und wo mir das schwerfĂ€llt

Möglicher Vorsatz: Ich bringe meinen Hauptfehler zu Jesus mit der Bitte um Befreiung, vielleicht sogar jeden Morgen neu.


Gottesbilder

22. MĂ€rz 2018

Donnerstag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Hl. Elmar (Elko) OPraem, Abt
Hl. Lukardis OCist
Sel. Clemens August Kardinal von Galen

Dorit Wilke-Lopez

Joh 8,51-59
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhĂ€lt, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem DĂ€mon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhĂ€lt, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa grĂ¶ĂŸer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. FĂŒr wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen wĂŒrde: Ich kenne ihn nicht, so wĂ€re ich ein LĂŒgner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fĂŒnfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, erfĂŒlle jetzt mein Herz und erklĂ€re mir, was der Vater mir heute in diesem Evangelium sagen will. Öffne meine Ohren, wecke meinen Verstand und mein Vorstellungsvermögen und gib mir jetzt genĂŒgend Zeit und innere Ruhe, um deine leise Stimme in meiner Seele zu hören. Ohne dich können wir nichts tun.

Bitte: Herr, zeig mir, was du wirklich von mir hĂ€ltst.

1. MachtfĂŒlle. Welch machtvolle Aussagen macht Jesus hier! Er ist der Herr ĂŒber das Leben, er ist das Leben. Seine Herrlichkeit hat schon Abraham zum Jubeln gebracht, denn Jesus steht ĂŒber der Zeit. Er spricht von sich in der Gegenwartsform: Ehe Abraham war, BIN ICH. Ich denke daran, wie relativ die Zeit ist, der wir unterworfen sind: Mal vergeht sie schnell, mal dehnt sie sich (dem subjektiven Eindruck nach). Aber auch objektiv gesehen: Je höher die Geschwindigkeit, mit der man sich bewegt, desto langsamer vergeht fĂŒr einen die Zeit, sagt die RelativitĂ€tstheorie. Und wir sind dieser Zeit unterworfen, unser Leben auf dieser Erde vergeht und hat ein Ende. Aber mit Jesus ist das nicht das letzte Wort! Er ist Gott! Wie groß ist unser Gott!

2. Der Vater gibt die Ehre. Jesus ist Gott, aber auch er gibt sich seine Ehre nicht selbst, sondern erhĂ€lt sie vom Vater. Sein Selbstbewusstsein ist in keiner Weise vom Applaus oder der Kritik seiner Mitmenschen abhĂ€ngig. Er kann souverĂ€n bleiben, weil er alle Ehre vom Vater erhĂ€lt.Kann ich das nachahmen? Das könnte mich von meiner Menschenfurcht und meiner Sehnsucht nach Anerkennung von den Mitmenschen befreien.

3. Zerrbilder. Leider kann durch seelische Verletzungen und Ablehnung seitens anderer Menschen sowohl unser Bild vom himmlischen Vater, der uns unendlich liebt und schĂ€tzt, als auch unser Bild von uns selber verdunkelt sein. Gibt es Menschen, die mein Selbstbild verletzt und verzerrt haben? Oft ĂŒbertragen wir unbewusst auf den Vater im Himmel Eigenschaften unseres irdischen Vaters, die uns verletzt haben. Wenn mein Vater z.B. nie fĂŒr mich da war, erscheint mir möglicherweise Gottvater als ein ferner Gott, der sich nur wenig kĂŒmmert. Gibt es da Dinge, die ich meinem Vater oder anderen Menschen in dieser Hinsicht vergeben sollte? Welche Zerrbilder habe ich mir dadurch ĂŒber mich selbst oder den himmlischen Vater geformt? Das kann ich mit Gott besprechen und um Hilfe bitten, damit ich vergeben und den Zerrbildern widersagen kann. Dann kann ich auch in einem zweiten Schritt die Augen schließen und den Vater fragen: Himmlischer Vater, was denkst du in Wahrheit von mir? Der Heilige Geist wird mir in meine Seele hinein antworten – sicher etwas Positives.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich wende mich nach innen und schließe vielleicht die Augen und rede mit Jesus wie mit einem Freund ein paar Minuten ĂŒber meine Gedanken.

Möglicher Vorsatz: Ich versuche mir die WĂŒrdigung, das Lob und die seelischen Streicheleinheiten, die ich heute brauche, beim himmlischen Vater abzuholen, dessen geliebtes Kind ich bin.


Werke und Worte

23. MĂ€rz 2018

Freitag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Hl. Turibio von Mongrovejo, Bischof
Hl. Rebekka Ar-Rayes, Ordensfrau

Dorit Wilke-Lopez

Joh 10,31-42
In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. FĂŒr welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen GotteslĂ€sterung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dĂŒrft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lĂ€sterst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes ĂŒber diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, erfĂŒlle jetzt mein Herz und erklĂ€re mir, was der Vater mir heute in diesem Evangelium sagen will. Öffne meine Ohren, wecke meinen Verstand und mein Vorstellungsvermögen und gib mir jetzt genĂŒgend Zeit und innere Ruhe, um deine leise Stimme in meiner Seele zu hören. Ohne dich können wir nichts tun.

Bitte: Mach mich in allen Situationen ruhig und liebevoll.

1. Göttliche Macht. Die Situation eskaliert. Die Zuhörer Jesu haben die Steine, die sie auf ihn werfen wollen, schon aufgehoben. Aber Jesus bleibt ruhig und besonnen. Der aufgebrachte Mob will ihn festnehmen, doch Jesus entzieht sich. Auch in anderen Situationen geht Jesus durch die Menge hindurch weg, wĂ€hrend sie ihn töten oder festnehmen will (vgl. Lk 4,30; Joh 8,59). Hier wird deutlich: Jesus hat sich selbst und die Situation immer im Griff. Ohne seinen Willen können die Gegner nichts gegen ihn ausrichten. So zeigt er den GewalttĂ€tern seine Macht. Jesus ist IMMER stĂ€rker als das Böse, selbst in Schwachheit und Tod!

2. Faires Streiten. Wollen wir uns in StreitgesprĂ€chen so verhalten wie Christus? Dann erstens: Ruhe und Sicherheit bewahren, denn wir haben den machtvollen Gott hinter uns. Zweitens: Gute Sachargumente bringen. Und drittens: Die Diskussion beenden, bevor sie zu hitzig wird. Vielleicht rĂ€umt auch der Heilige Geist spĂ€ter noch in dem ein oder anderen nachdenklich gewordenen Herzen von sich aus eine Blockade weg.

3. Wortlos predigen. Jesus argumentiert zwar auch aus der Schrift, aber das Hauptgewicht legt er auf seine Werke. FĂŒr uns als Christen heißt das, dass wir die Menschen eher durch Werke der Liebe ĂŒberzeugen sollen als durch Worte. FĂŒr Eltern heißt das, dass sie ihre Kinder mehr durch ihr Vorbild als durch ihre Predigten ĂŒberzeugen. FĂŒr Lehrer gilt dasselbe. Die Liebe ist immer wichtiger als Recht zu behalten. Mutter Teresa sagte: „You have to preach the gospel always, and sometimes with words.“ – „Du musst das Evangelium immer verkĂŒndigen, manchmal auch mit Worten.“

GesprĂ€ch mit Christus: Ich wende mich nach innen, schließe vielleicht die Augen und rede mit Jesus wie mit einem Freund ein paar Minuten ĂŒber meine Gedanken. Wo fĂ€llt es mir schwer, wo leicht, in der Hitze einer Auseinandersetzung ruhig zu bleiben? In welchen dieser Situationen bin ich mit Jesus in Kontakt?

Möglicher Vorsatz: In der nĂ€chsten Diskussion nehme ich mir ein Beispiel an Jesus.


Gott hat den Plan

24. MĂ€rz 2018

Samstag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Hl. Katharina von Schweden OSBirg/OSSalv
Hl. Elias OPraem, Abt

Dorit Wilke-Lopez

Joh 11,45-57
In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den PharisĂ€ern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die PharisĂ€er eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewĂ€hren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige StĂ€tte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht ĂŒberhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser fĂŒr euch ist, wenn ein einziger Mensch fĂŒr das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus fĂŒr das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur fĂŒr das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der WĂŒste zurĂŒck, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen JĂŒngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, wĂ€hrend sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die PharisĂ€er hatten nĂ€mlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhĂ€lt, soll er es melden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, erfĂŒlle jetzt mein Herz und erklĂ€re mir, was der Vater mir heute in diesem Evangelium sagen will. Öffne meine Ohren, wecke meinen Verstand und mein Vorstellungsvermögen und gib mir jetzt genĂŒgend Zeit und innere Ruhe, um deine leise Stimme in meiner Seele zu hören. Ohne dich können wir nichts tun.

Bitte: Herr, öffne mir die Augen und den Sinn, damit ich deine FĂŒhrung in meinem Leben erkennen kann.

1. Gottvergessene Politiker. Die Hohepriester und PharisĂ€er diskutieren auf ihrer Krisensitzung ĂŒber das von Jesus provozierte politische Dilemma. Wenn sie ihn gewĂ€hren lassen und es einen Volksaufstand gibt, kommen die Römer und beschneiden die Freiheiten der bisher noch teilweise gewĂ€hrten Selbstverwaltung der Provinz. Dann ist es aus mit dem Gottesdienst und vor allem ist es dann aus mit ihrer Machtposition. Die FĂŒhrungselite des Volkes denkt politisch. Den Bund mit Gott, auf dem das Volk Israel beruht, beziehen sie in ihre Überlegungen ĂŒberhaupt nicht mehr mit ein. Das ist in der Geschichte Israels immer wieder vorgekommen. Die Könige schlossen weltliche BĂŒndnisse, verließen sich nicht mehr auf Jahwe und erlitten Schiffbruch - Israel wurde erobert, geteilt, das Volk zerstreut oder unterdrĂŒckt.

2. Prophetische Eingebung. Aber Jahwe lĂ€sst sein Volk nicht im Stich. Durch den Mund des Hohepriesters Kajaphas verkĂŒndet er die Wahrheit und die Rettung, auch wenn Kajaphas das ganz anders meint: Einer wird fĂŒr das Volk sterben und dadurch wird es gerettet. Hier zeigt uns Gott ganz deutlich: Alles, was passiert, ist in seinem Plan inbegriffen, alles hat einen tieferen Sinn, mit allem fĂŒhrt er uns zur Erlösung, mit allem fĂŒhrt er uns zum Heil. Das ganze Alte Testament ist voll davon, es gipfelt und erfĂŒllt sich in Jesus: Gott selbst wird Mensch und nimmt mit unvorstellbarem Einsatz die ZĂŒgel in die Hand, damit sein Plan zu unserer Rettung fĂŒhrt.

3. Der geheimnisvolle Dialog. Gott kĂŒmmert sich offenbar um jedes Detail in der Geschichte seines Volkes. Er lĂ€sst uns Menschen die Freiheit, auf seinen Plan zu reagieren, und arbeitet diese Reaktion dann wieder in seinen Heilsplan ein. So ist alles, was in der Geschichte geschieht, Teil des Dialogs Gottes mit den Menschen. Auch wenn das aus der politisch-weltlichen Perspektive nicht auf den ersten Blick so aussieht: Er hat den Plan, er hat die FĂ€den in der Hand. Bei ihm sind wir sicher. Bei ihm bin auch ich heute sicher.

GesprĂ€ch mit Christus: â€žWozu diese rastlose eilige GeschĂ€ftigkeit? Die schwere Last der irdischen Pflichten? Die Absichten Gottes sind fest, und du, Sein Kleiner, Seine Kleine, brauchst nur eines: Vertrauen in Seine Macht und Seinen Willen, fĂŒr dich zu sorgen. Deine Last ruht auf Ihm sicher, und du, Sein Kleiner, Seine Kleine, darfst in Sicherheit an Seiner Seite spielen. Das ist die Summe und das Wesen von allem:Gott ist, Gott liebt dich und Gott kĂŒmmert sich um alles, was du brauchst.“ Vielleicht regt dieser Text des indischen hinduistischen Mystikers Tukaram (17. Jh.) ergĂ€nzend zum Evangelium an, mit Jesus und dem Vater ĂŒber seinen Plan ins GesprĂ€ch zu kommen: seinen Plan fĂŒr die Menschheit, die Kirche, fĂŒr mich.

Möglicher Vorsatz: Ich versuche alles, was mir heute begegnet und was heute geschieht, als Teil von Gottes Heilsplan fĂŒr mich zu sehen.