Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 11. März 2018 bis 17. März 2018

Vierte Woche in der Fastenzeit

P. Klaus Einsle LC

Die Freude, geliebt zu seinSonntag
Gottes Herz will Glauben findenMontag
Jesus geht zu den Menschen und will bei ihnen seinDienstag
Der Vater und der Sohn – ein GeheimnisMittwoch
Ehre, wem Ehre gebĂĽhrtDonnerstag
Meine Sicherheit kommt von GottFreitag
Die Spaltung und das Schwert des HerrnSamstag


Die Freude, geliebt zu sein

11. März 2018

Vierter Fastensonntag
Laetare

Hl. Rosina, Einsiedlerin
Hl. Alram OSB, Abt
Hl. Ulrich OCist
Hl. Heinrich Hahn

P. Klaus Einsle LC

Joh 3,14-21
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

EinfĂĽhrendes Gebet: Gott, ich glaube an dich. Du bist da und schaust liebevoll auf mich. Gott, ich hoffe auch dich. Du gibst mir alles, was ich fĂĽr mein Leben und mein ewiges Heil notwendig habe. Gott, ich liebe dich. Stärke meine kleine Liebe zu dir.

Bitte: Offenbare mir dein Herz und Wesen.

1. So sehr liebt Gott dich… Hier stehen wir vor einer der wichtigsten Stellen des Evangeliums. Jesus offenbart Nikodemus das Herz des Vaters. So sehr hat Gott die Welt geliebt: Das Herz des Vaters ist ein wirkliches Vaterherz. Ein Herz, wie wir es uns vorstellen. Wie ein guter Vater eben ist. Er liebt seine Kinder, und er tut ihnen Gutes. Wie siehst du das Vaterherz Gottes? Ist er fĂĽr dich ein Polizist, eine beleidigte Leberwurst, ein unzufriedener Chef, oder ein Papa?

2. So sehr liebt Gott die Welt… Gott liebt nicht nur dich. Obwohl er das wirklich tut, liebt er auch jeden Menschen und die ganze Welt. Diese Wahrheit ĂĽber Gottes Herz mĂĽssen wir uns immer wieder neu vor Augen fĂĽhren: Gott ist fasziniert von dieser Welt, er liebt seine Schöpfung und er liebt jeden Menschen. Jeder Mensch ist ihm ganz wichtig - deine Freunde, deine Familienmitglieder, dein Mann, deine Frau, dein Freund oder deine Freundin, deine Klassenkameraden, deine Arbeitskollegen deine Studienkollegen, jeder einzelne Mensch liegt Gott am Herzen.

3. Gottes Liebe ist echt. Dieses Evangelium verrät uns noch eine weitere Wahrheit: die Liebe Gottes ist ECHT! Jesus liebt uns nicht mit einem nur sĂĽĂźen Herzen, sondern mit einem STARKEN. Denn in dieser Liebe geht er ans Kreuz. Jesus leidet, damit wir in die Freiheit gehen können. Jesus nimmt unser Leid auf sich, damit wir frei sein können. Das ist wahre Liebe. So ist Gottes Liebe. Und wie ist deine? Kannst du treu sein, wenn es schwer wird? Oder läufst du weg?

Gespräch mit Christus: Sprich persönlich mit Gott.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute drei Menschen loben und drei nahen Mitmenschen danken, weil jeder von ihnen Gott so wichtig ist.


Gottes Herz will Glauben finden

12. März 2018

Montag der vierten Woche in der Fastenzeit
Hl. Almud CBMV, Ă„btissin
Hl. Engelhart OFM
Hl. Beatrix OPraem

P. Klaus Einsle LC

Joh 4,43-54
In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach Galiläa. Er selbst hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt. Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus. So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.

EinfĂĽhrendes Gebet: Denk du in mir, o Jesus, dann denk ich licht und klar.Sprich du durch mich, o Jesus, dann sprech ich mild und wahr.Wirk du in mir, o Jesus; gesegnet ist mein Tun.Gesegnet meine Arbeit, gesegnet auch mein Ruh´n.Durchdring mein ganzes Wesen.ErfĂĽll´ mein ganzes Sein, dass man in mir kann lesendie groĂźe Liebe dein.Mach, dass ich hier auf Erdendurch deiner Gnad´ Gewalt kann allen alles werden.Herr, werd´ in mir Gestalt. (Theresia von Avila)

Bitte: Herr, schenke mir die Gnade, aufrecht vor den Menschen zu stehen und mich nicht aus der Verantwortung zu stehlen.

1. Gott scheut den Konflikt nicht. â€žWer mich sieht, sieht den Vater“, so sagt Jesus. Diese Woche wollen wir das Herz des Vaters besser kennenlernen. Ein erster Gedanke: Jesus geht nach Galiläa, wo man ihn nicht akzeptiert. Man ist ihm dort feindlich gesonnen. Trotzdem geht er. Was sagt uns das ĂĽber das Herz des Vaters? Auch der Vater scheut sich nicht, in den Konflikt hineinzugehen. Er lässt sich von der Widerborstigkeit der Menschen nicht abhalten. Er lässt sich von Kritik nicht zurĂĽckstoĂźen. Gottes Herz sucht den Menschen immer. Immer wieder neu, so wie er das verlorene Schaf und die verlorene Drachme sucht.

2. Gott ist ein Gott des Heils. Jesus tut so viele Wunder. Wir lesen an einer Stelle, dass er „keine Wunder tun konnte“, sondern „nur einige Menschen heilte“. Als ob das nicht schon genug wäre. Auch hier lässt uns Jesus, durch die Bitte des Synagogenvorstehers, das Herz des Vaters erkennen. Der Vater sucht das Heil: das geistige und das körperliche. Gott will heilen! Und so sagt Jesus denn auch diesem Mann: Dein Sohn ist geheilt. Vertraust du, dass das Herz Gottes auch in deinem Leben Heil sein möchte?

3. Gott will Glauben finden, nicht die Wunder vermehren. Wir Menschen wĂĽnschen uns oft, dass Gott in unserem Leben oder dem anderer Wunder tut. Wir wollen, dass Gott unsere Probleme aus dem Weg räumt, dass er uns heil macht, dass er in unserem Leben wirkt. Aber Gott will nicht zuerst Wunder tun, sondern Glauben finden. Warum ist das so? Glaube heiĂźt im Lateinischen „fides“ (dasselbe wie Vertrauen). Auch im Deutschen beinhaltet das Wort „ich glaube dir“ die Aussage „ich vertraue dir“. Jemand, der vertraut, macht sich zum Kind. Und ein Kind hat eine tiefe Beziehung; zu seinem Vater, zu seiner Mutter. Das ist es, was das Vaterherz Gottes sucht: innige Beziehung zu uns Menschen. Zu dir, zu mir, zu jedem Menschen auf dieser Welt. Siehst du Gott in deinem Leben so? Oder ist er ein strenger Herr, der immer nur fordert?

Gespräch mit Christus: Bete persönlich.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute voll Vertrauen fĂĽr jemanden beten, dem es nicht gut geht und diese Person anrufen oder besuchen.


Jesus geht zu den Menschen und will bei ihnen sein

13. März 2018

Dienstag der vierten Woche in der Fastenzeit
Hl. Paulina von Paulinzella OSB
Hl. Leander, Erzbischof

P. Klaus Einsle LC

Joh 5,1-16
Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh. Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat. Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein guter Jesus, danke, dass du dir jetzt Zeit fĂĽr mich nimmst. Ich will ganz da sein, um dir zu begegnen. Ich schenke dir alle meine Gedanken, auch die, die mich zerstreuen wollen. Ich freue mich, bei dir zu sein. Denn du bist wunderbar und so liebevoll. Danke. Danke. Danke.

Bitte: Ă–ffne mein Herz ganz, damit ich dir ganz vertrauen kann. Ich weihe dir mein Leben und das aller meiner mir Anvertrauten. Segne uns mit deinem reichen Segen.

1. Jesus geht zu den Menschen. Wir wollen wiederum das Herz des Vaters durch die Person Jesu kennenlernen. Das Erste, was wir lesen, lautet: Jesus geht zum Fest. Jesus scheint es zu gefallen, bei den Menschen zu sein. Er hätte in Galiläa bleiben können. Er hätte bei seinem Freund Lazarus bleiben können. Er hätte im Gebet zurĂĽckgezogen bei seinem Vater sein können. Doch Jesus geht zu den Menschen. DafĂĽr ist er gekommen. So zeigt er uns das Herz des Vaters. Der Vater liebt es, bei uns Menschen zu sein. Gott ist also nicht ein einsamer Herrscher, der es liebt, auf seinem Thron zu sitzen und zu regieren, sondern er ist Vater, Papa.

2. Jesus sieht und Jesus spricht. Jesus geht in die Säulenhalle am Teich Bethesda. Dort sieht er die Kranken. – Ein nicht zu vernachlässigendes Detail, das Johannes betont. Jesus sieht die Kranken. Er geht nicht, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern er geht, um die Menschen zu seinem Mittelpunkt zu machen. Und deshalb sieht er die Krankheit, und er hat Mitleid. Aus diesem mitleidenden Herzen heraus spricht er zu dem Mann: „Willst du gesund werden?“ Wieder eine Charakteristik des Herzens Gottes: Er sucht nicht sich selber, sondern seine Liebe sucht uns.

3. Jesus will die SĂĽnde nicht. Interessant, dass Jesus diesen Satz spricht. Wir hören ihn immer wieder: „Geh und sĂĽndige nicht mehr.“ Warum will Jesus die SĂĽnde nicht? Weil SĂĽnde ein Sich-Abwenden von Gott ist. Aber Gott ist ein Gott der Beziehung, ein Vater. Deshalb widerspricht die SĂĽnde zutiefst dem Wesen Gottes. Sie widerspricht auch unserem Sein, da wir Abbild Gottes sind: nämlich Beziehungswesen. Bist du dir bewusst, dass du vor allem fĂĽr Beziehung auf dieser Welt bist? Dass du durch liebevolle Beziehungen und Nähe in Freiheit dein Herz auf die Ewigkeit vorbereitest?

Gespräch mit Christus: Sprich persönlich mit Jesus, der in deiner Seele lebt.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute mit ganzem Herzen bei einem Menschen sein, den Gott mir ĂĽber den Weg schickt, weil Gott diesen Menschen liebt.


Der Vater und der Sohn – ein Geheimnis

14. März 2018

Mittwoch der vierten Woche in der Fastenzeit
Hl. Mathilde
Hl. Konrad Müller OFM, Märtyrer
Hl. Eva von LĂĽttich
Hl. Einhard OSB, Abt

P. Klaus Einsle LC

Joh 5,17-30
In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte. Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und mein Gott:Gib alles mir, was mich fördert zu dir. Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. (Bruder Klaus von FlĂĽe)

Bitte: Formuliere ein persönliches Anliegen, fĂĽr das du beten willst.

1. Ich und der Vater sind eins – Einheit im Sein. Ich und der Vater sind eins. An dieser Aussage Jesu können wir viel zu schnell vorbeigehen. Wir wollen einen Moment innehalten. Jesus sagt hier etwas, was noch nie vorher jemand gesagt hat. Und auch nie nachher sagen wird. Ich, dieser Mensch Jesus Christus, bin Gott, dem unendlichen Schöpfer des Universums, gleich. „Das Wort ist Fleisch geworden“ lesen wir bei Johannes, der damit dasselbe sagt. Jesus ist Gott, der eine menschliche Natur angenommen hat.Kannst du darĂĽber staunen? Kannst du jetzt still werden und dich wundern? Gott, dieses unbegreifliche, unaussprechliche, unsagbar gigantische und groĂźe Wesen, dieser allmächtige Schöpfer, durch den alles geworden ist, dieser Gott wird ein Mensch.

2. Ich tue nur, was auch der Vater tut – Einheit im Handeln. Jesus ist mit dem Vater eins. Und weil sie eins sind, deshalb tun sie auch dasselbe. Das scheint eine abstrakte Wahrheit zu sein, doch dahinter verbirgt sich eine groĂźe Lehre fĂĽr unser Leben: Wir können als Christen nur das tun, was Gott von uns erhofft, wenn wir auch das sind, was wir von Gott her sein sollen.Der Teufel weiĂź das sehr gut. Darum greift er uns in unserem „Seinsverständnis“ an. Er belĂĽgt uns in unserem Inneren mit vielen falschen Aussagen ĂĽber Gott und uns: „Gott braucht dich nicht. Gott liebt dich nicht. Gott ist enttäuscht von dir. Gott ist sauer auf dich. Gott ist beleidigt.“ Und damit zerstört er unsere Identität, die in Wahrheit darin besteht, geliebte Söhne und Töchter des Vaters zu sein.

3. Beispiel der Selbstsicherheit. Jesus ist beeindruckend. Da wollen ihn die Menschen töten; doch er geht trotzdem nach Jerusalem. Woher nimmt er bloĂź diese Selbstsicherheit? Die Antwort ist einfach, aber schwer zu leben: Er ruht in der Liebe seines himmlischen Vaters. Die kann ihm niemand nehmen, und sie ist das Wichtigste in seinem Leben. Daher kann Jesus jeder Gefahr, jeder Schwierigkeit, jeder Auseinandersetzung direkt in die Augen schauen und sie herausfordern.Wie gehst du mit Schwierigkeiten, Auseinandersetzungen, Spannungen oder Problemen um? Kannst du sie anschauen, oder läufst du weg? Worin ruhst du?

Gespräch mit Christus: Sprich persönlich mit eigenen Worten mit Gott und höre ihm in der Stille deiner Seele zu.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute eine Schwierigkeit angehen, die ich schon zu lange vor mir herschiebe.


Ehre, wem Ehre gebĂĽhrt

15. März 2018

Donnerstag der vierten Woche in der Fastenzeit
Hl. Klemens Maria Hofbauer CSsR, Apostel von Wien
Hl. Louise de Marillac FdC, Generaloberin
Hl. Zacharias, Papst

P. Klaus Einsle LC

Joh 5,31-47
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen. Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat. Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben. Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

EinfĂĽhrendes Gebet: Formuliere dein eigenes Vorbereitungsgebet.

Bitte: Bitte persönlich um etwas.

1. Das Offensichtliche bleibt verborgen. Es ist schon erstaunlich, oder? Jesus tut so viele Wunder. Er heilt vor aller Augen, vermehrt Brot, weckt Tote auf. In Jerusalem, in Galiläa, ĂĽberall und immer wieder. Aber die Pharisäer sehen es nicht. Sie WOLLEN es nicht sehen. Weil nicht sein darf, was nicht sein soll. Johannes hat vor ihnen Zeugnis fĂĽr Jesus abgelegt; der Vater vom Himmel hat es getan, als er am Jordan sprach „Dies ist mein geliebter Sohn.“ Und Jesu Werke legen Zeugnis fĂĽr ihn ab. Aber wenn jemand nicht will, ist nichts genug.

2. Woher nehme ich meine Ehre? Wir Menschen brauchen Wertschätzung, wir „suchen Ehre“. Doch von wem? Von den Bewunderern, von den anderen, von Freunden oder Feinden, Familienangehörigen oder Arbeitskollegen. Alles in Ordnung. Aber: Jesus zeigt ziemlich klar, dass das nicht alles sein kann, und sogar gefährlich. Er sucht die Ehre von „keinem Menschen“. Beeindruckend. Es genĂĽgt ihm, ganz vor seinem Vater zu leben. Vor ihm will er bestehen, ihn will er beschenken. Was die anderen ĂĽber Jesus sagen, ist ihm gleich. Daher seine Freiheit und seine Stärke.Woher nimmst du deine Ehre?

3. Glaube und Ehre. Bei Jesus hängen Glaube und Ehre zusammen. „Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt?“ Glaube ist Vertrauen auf Gott. Die Ehre voneinander Empfangen ist Vertrauen auf Menschen. Wer auf Menschen baut und deren Meinung, der wird im Glauben immer wieder ausgebremst sein. Denn Glaube verlangt wachsendes Vertrauen auf den Vater allein, der uns unsere WĂĽrde und unseren Wert gibt.

Gespräch mit Christus: Bete persönlich.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute versuchen, ein paar Mal nur vor dem himmlischen Vater zu leben und mir seines gĂĽtigen Blicks bewusst zu sein.


Meine Sicherheit kommt von Gott

16. März 2018

Freitag der vierten Woche in der Fastenzeit
Hl. Heribert von Köln Erzbischof
Hl. Eusebia, Ă„btissin
Hl. Hilarius von Aquileia, Bischof

P. Klaus Einsle LC

Joh 7,1-2.10.25-30
In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe. Als seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich. Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lässt ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt. Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Danke, Gott, dass ich zu dir kommen und bei dir sein darf. Das ist nicht selbstverständlich. Andere unterwerfen sich ihren falschen Göttern oder haben keine Beziehung zu ihnen. Wir Christen dĂĽrfen dich unseren Vater und Jesus unseren Bruder und Freund nennen. Danke fĂĽr diese Vertrautheit und Nähe! Ă–ffne mein Herz in dieser Zeit mit dir.

Bitte: Ich möchte dich fĂĽr unsere Kirche und unser Land bitten. Sprich vielen Menschen durch deinen Geist ins Herz, damit sie kraft- und liebevoll dein Reich aufbauen.

1. Ist das nicht der, den sie töten wollen? Jesus ist wirklich beeindruckend. Da wollen ihn die Menschen töten; doch er begibt sich trotzdem in die Höhle des Löwen, nach Jerusalem. Woher nimmt er bloĂź diese Selbstsicherheit? Die Antwort ist: Er hat einen klaren inneren Blick und kann auf alles, auch auf Gefahren, souverän reagieren. Alles trägt er aufmerksam vor den Vater hin. Es gibt im Leben Jesu kein Detail, das aus Versehen geschah, nichts ĂśberflĂĽssiges, nichts Nebensächliches. Alles fĂĽhrt zum Wesentlichen, zur Innerlichkeit: Er ruht in der Liebe seines himmlischen Vaters. Wie gehst du mit Schwierigkeiten, Auseinandersetzungen, Spannungen oder Problemen um? Kannst du sie anschauen und mit dem Vater darĂĽber sprechen, oder läufst du weg? Worin ruhst du?

2. Er bĂĽrgt fĂĽr die Wahrheit. Wer in der Wahrheit lebt und die Wahrheit tut, erhält eine unbändige innere Freiheit. Er lebt nicht nach dem Diktat der Mehrheit. Er fragt sich nicht nach der Meinung der anderen. Er sammelt nicht Freunde auf WhatsApp oder Facebook oder Instagram. Er lebt in der festen Sicherheit dieser unerschĂĽtterlichen Realität, der Wahrheit. So lebte Jesus. Dort war seine Stärke.Wo suchst du deine Sicherheit? In der Wahrheit, die nie vergeht? Oder in der Wertschätzung, Leistung oder dem WohlfĂĽhlen?

3. Seine Stunde war noch nicht gekommen. Dieser Satz offenbart uns eine erstaunliche Realität: Gott hat alles in seinen Händen. Auch wenn es oft so aussieht, als ob ihm die ZĂĽgel dieser Welt entgleiten wĂĽrden: Gott hat alles in seinen Händen. NatĂĽrlich nimmt er uns nicht unsere menschliche Freiheit, die Gutes und Böses tun kann – sogar sehr Gutes und Böses. Aber letztendlich leitet Gott das Geschick jedes einzelnen Menschen und der ganzen Menschheitsgeschichte nach seinem souveränen Wollen und Bestimmen. Ein groĂźes Geheimnis: eine echte menschliche Freiheit und eine echte Souveränität Gottes.Gibt dir das Vertrauen? Im Alltag? In deinen konkreten Lebensumständen?

Gespräch mit Christus: Sprich mit Gott in deiner Seele wie ein Kind mit seinem Papa, wie ein Freund mit seinem Freund.

Möglicher Vorsatz: Ich gebe mich ganz dem Tag und seinen Umständen hin, weil ich weiĂź, dass Gott alles in seiner Hand hat.


Die Spaltung und das Schwert des Herrn

17. März 2018

Samstag der vierten Woche in der Fastenzeit
Hl. Gertrud von Nivelles OSB, Ă„btissin
Hl. Patrick von Irland, Missionar
Hl. Johannes Sarkander, Priester und Märtyrer
Hl. Konrad von Bayern OCist

P. Klaus Einsle LC

Joh 7,40-53
In jener Zeit sagten einige aus dem Volk, als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge. Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen. Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen. Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen? Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es. Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus Galiläa. Dann gingen alle nach Hause.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich will dein Wort hören. Ein schwieriges und doch wahres Wort. Ein Wort, das lebendig macht und herausfordert. Hilf mir, still zu werden und deine Worte in mir zu entdecken. Zeige mir mit größerer Klarheit den Weg, den ich in diesem Leben mit dir gehen soll.Danke fĂĽr deine Gegenwart und Liebe.

Bitte: Herr, lass mich steh´n,wo die Winde weh´n.Und verschon´ mich nicht.

1. Seinetwegen entstand eine Spaltung. Was fĂĽr eine Lehre fĂĽr unser Leben: Jesus bringt Spaltung! Wir wollen das nicht gerne hören, aber erfahren es doch immer wieder: Wer sich Jesus und dem Glauben entschieden zuwendet, erfährt in seinem Umfeld Spaltung. Leute wenden sich von ihm ab. Andere finden ihn komisch. Wieder andere öffnen ihr Herz und vertrauen sich ihm an. Das geschah bereits Jesus, und es geschieht denen, die ihm folgen. Jesus lässt die Menschen nicht kalt. Das ist sein göttliches Wirken in jeder menschlichen Seele. Das darf uns einerseits freuen und andererseits soll es uns keine Sorgen bereiten. Spaltung in diesem Sinne ist nichts Schlechtes, sondern etwas Reinigendes. Jesus spricht ein andermal vom „Schwert“, das er bringt. Also nicht Gewalt, sondern Ent-Scheidung des Herzens.Hast du dich schon entschieden?

2. Verflucht ist es… - die Bösen werden böser. Die Pharisäer und Schriftgelehrten werden immer rasender in ihrer Wut. Der Widerstand des Herzens begann ganz klein. Doch dann wuchs er und wurde größer und größer, immer größer. Und nun ist der Hass so unendlich groĂź, dass sie Jesus töten wollen. Und sie verachten das Volk. Auch das ist eine Tendenz des Herzens: Wenn wir Böses tun, ist es leicht, noch etwas Böses und noch Böseres nachzuschieben. Es sei denn, wir kehren um. Aber offensichtlich werden die Bösen vor Jesus oft noch Böser.

3. Suche nach Gerechtigkeit – die Guten werden besser. Auf der anderen Seite sehen wir ein ähnliches Phänomen: die Guten werden vor Jesus noch besser. Nikodemus folgte nicht dem Hass seiner Kollegen, sondern er lieĂź sich schlieĂźlich offen auf Jesus und seine Botschaft ein. Sein Herz war bereit zu hören. Er öffnete sich immer mehr fĂĽr das Gute. Und er wurde besser und besser, immer besser. So weit, dass er Jesus sogar vor den anderen Hohepriestern und Pharisäern in Schutz nahm.Jesus macht aus den Guten, die bereit sind, wahre Helden des Guten. Wo stehst du?

Gespräch mit Christus: Bete persönlich und frei.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute bewusst das Leben von zwei oder drei Menschen bereichern, etwas fĂĽr sie tun.