Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 18. Februar 2018 bis 24. Februar 2018

Erste Woche in der Fastenzeit

Br. László Erffa LC

Adam, Jesus und ichSonntag
Das habt ihr mir getanMontag
Kinder des VatersDienstag
Zeichen der ZeitMittwoch
FĂĽr wen haltet ihr mich?Donnerstag
Die neue GerechtigkeitFreitag
Der Kern des GlaubensSamstag


Adam, Jesus und ich

18. Februar 2018

Erster Fastensonntag
„Invocabit“

Hl. Giovanni von Fiesole OP
Hl. Constantia, Märtyrerin
Hl. Simon, Vetter Jesu

Br. László Erffa LC

Mk 1,12-15
In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

EinfĂĽhrendes Gebet:  Herr, heute erzählt uns das Evangelium von deiner Versuchung in der WĂĽste. Auch wir werden immer wieder versucht und bitten dich: Hilf uns, von dir und an deinem Beispiel zu lernen, dass Gott immer an unserer Seite steht.

Bitte: Ich bitte in dieser Fastenzeit um Wachstum im geistlichen Leben und Festigkeit im Glauben.

1.  Adam wird versucht. Den ersten Menschen ging es gut. Im Paradies genossen sie die Freundschaft Gottes, nichts fehlte ihnen. Aber in der Versuchung fielen sie, weil sie sich selbst Gott vorzogen. Damit haben sie sich selbst und jedem von uns, ihren Nachkommen, groĂźes Leid zugefĂĽgt. Unsere Beziehung zu Gott ist so viel schwerer geworden, und wir sind hinfälliger in der Versuchung. Wie der heilige Paulus sagt, unterlassen wir das Gute, das wir tun wollen, und tun das Böse, das wir eigentlich nicht tun wollen (vgl. Röm 7,19).

2. Jesus wird versucht. Jesus ist Mensch geworden, in allem uns gleich auĂźer der SĂĽnde. Aber die Versuchung hat auch er erfahren mĂĽssen, viel mehr noch als wir. Am Anfang seines öffentlichen Lebens wollte Jesus allein sein mit Gott, um sich auf seine Sendung vorzubereiten. Aber der Satan hat ihm das nicht einfach gemacht, und so hat Jesus am eigenen Leib erfahren, wie schwer unsere Beziehung zu Gott manchmal sein kann.

3. Ich werde versucht. Adams SĂĽnde hat auch mich geprägt, und selbst der Gerechte fällt siebenmal am Tag („…und steht wieder auf“ Spr 24,16). Gerade wenn man das geistliche Leben ernst nehmen will, muss man sich auf einen echten Kampf einstellen. Der Satan möchte uns von Gott trennen, wo es nur geht. Da kann die Fastenzeit eine gute Ăśbungszeit sein: Wir nehmen freiwillig Verzicht und Opfer auf uns, um uns von den Dingen und Einstellungen, die uns von Gott trennen können, loszusagen.

Gespräch mit Christus: Herr, gib mir Kraft, um in dieser Fastenzeit meinen Weg mit dir zu gehen. Du hast selber erfahren, wie schwer es sein kann, aber auch wie schön. Hilf mir, nicht zu vergessen, dass ich mit jedem Akt des Verzichts, mit jeder Regung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe dein Reich auf dieser Welt mit aufbaue.

Vorsatz:  Heute will ich konkret schauen, wann und wo ich in dieser Vorbereitungszeit auf Ostern zur Beichte gehen kann.


Das habt ihr mir getan

19. Februar 2018

Montag der ersten Woche in der Fastenzeit
Hl. Bonifatius von Lausanne, Bischof
Hl. Hadwig Opraem, Priorin
Hl. Irmgard

Br. László Erffa LC

Mt 25,31-46
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

EinfĂĽhrendes Gebet:  Herr, ich will dich lieben, hilf mir, das heute zu tun, dich zu suchen und zu finden in den Menschen, die du mir heute schickst.

Bitte: Ich bitte um die Gnade, meiner Liebe sehr konkrete Gestalt geben zu können.

1.  Einfacher als wir denken. Der christliche Glaube ist konkret. Es geht nicht um abstrakte Ideale und undurchschaubare Geheimlehren. Zu Beginn der Fastenzeit erinnert uns das Evangelium daran, wie einfach es doch ist, Christus zu begegnen und ihm unsere Liebe zu zeigen.

2. Schwerer als wir denken. Wenn es so einfach ist, Christus zu lieben, warum gibt es dann so wenige, die das konsequent tun? Einige verachten vielleicht die einfachen Gesten der Nächstenliebe und suchen nur das GroĂźe, Effiziente, Sichtbare. Andere sind vielleicht von ihrer SĂĽnde und ihrem Egoismus geschwächt; sie sehen zu sehr auf sich selber und nicht auf die Nöte anderer. Oder es ist einfach nur schwer, zu geben, ohne etwas dafĂĽr zurĂĽckzubekommen. Im Evangelium sind die, die Christus Gutes getan haben, ĂĽberrascht. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ihnen entgangen, dass sie ihm gedient hatten. Sie haben nicht an die FrĂĽchte ihrer Opfer gedacht, nur an die Not der anderen.

3. Schöner, als wir denken. Im Evangelium geht es darum, Christus in unseren Mitmenschen zu dienen. Obwohl wir ihn oft gar nicht in ihnen erkennen. Trotzdem gibt es nichts Schöneres, als ganz fĂĽr andere da zu sein, sei es als Sohn, Tochter, Mutter, Vater, Freund, Kollege, Priester, Ordensschwester, Laie. Ein Christ ist fĂĽr andere da. Es ist kein einfaches Leben, aber ein erfĂĽlltes.

Gespräch mit Christus: Herr, du willst es mir einfach machen, dir zu begegnen und dich zu lieben. Hilf mir, heute die Gelegenheiten dazu wahrzunehmen.

Vorsatz:  Heute fĂĽr einen Kranken beten, ihn besuchen, anrufen oder ihm schreiben.


Kinder des Vaters

20. Februar 2018

Dienstag der ersten Woche in der Fastenzeit
Hl. Jordan Mai OFM
Hl. Korona, Märtyrerin
Hl. Mildred, Ă„btissin
Hl. Falko, Bischof

Br. László Erffa LC

Mt 6,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

EinfĂĽhrendes Gebet:  Vater, du hast uns deinen Sohn gesandt, damit er dich als unser Vater offenbart. Hilf uns, dich tiefer zu erkennen und dich mehr zu lieben.

Bitte: Gott, ich möchte dich Vater nennen dĂĽrfen!

1.  Ein echter Vater. â€žEr weiĂź, was ihr braucht.“ Was sagt uns Jesus hier ĂĽber seinen Vater? Dass er uns nahe ist, dass er sich um uns sorgt, dass er alles in seiner Macht Stehende tut, um uns zu helfen. Der Vater liebt jedes seiner Kinder persönlich, und er will das Beste fĂĽr jeden von uns. Jesus offenbart uns dabei auch, dass unser Vater alles weiĂź und alles kann. Wenn das kein Grund zur Hoffnung ist!

2. Wieso beten wir? Der Vater weiĂź doch, was wir brauchen. Oft machen wir viele Worte, aber wissen wir, wozu? Gott will uns so viel schenken. Aber wenn wir nichts brauchen (bzw. glauben, nichts nötig zu haben), dann können wir nichts empfangen, weil unsere Herzen „zugestopft“ sind. Das Gebet erinnert uns auch tagtäglich daran, wie sehr wir den Vater brauchen.

3. Das Vaterunser beten. Es sind immer dieselben sieben Bitten, aber unser Leben ändert sich. So kann das Vaterunser fĂĽr uns jeden Tag etwas anders sein, immer neue Bedeutungen annehmen, und so hört es nicht auf, aktuell zu sein. Jeden Tag können wir seinen Namen auf eine neue Weise heiligen, können wir sein Reich an einer anderen Stelle verbreiten. Jeden Tag ist sein Wille fĂĽr uns etwas Lebendiges. Das Brot eines jeden Tages ist fĂĽr diesen Tag bestimmt, nicht von gestern ĂĽbriggeblieben und es reicht auch nicht fĂĽr morgen. Schuld, Versuchung, das Böse: Wie oft kommen sie nicht auch auf neue Weisen in unser Leben! Das Vaterunser wird nicht alt!

Gespräch mit Christus: Das Vaterunser sehr langsam und persönlich beten, fĂĽr heute. Heute seinen Namen heiligen.

Vorsatz:  Heute Abend noch einmal auf den Tag zurĂĽckblicken und das Vaterunser neu beten.


Zeichen der Zeit

21. Februar 2018

Mittwoch der ersten Woche in der Fastenzeit
Hl. Petrus Daminai OSB, Kardinal, Kirchenlehrer
Hl. Gunthild OSB
Hl. Germanus OSB

Br. László Erffa LC

Lk 11,29-32
In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

EinfĂĽhrendes Gebet:  Herr, du weiĂźt, wie schwach mein Glaube sein kann. Stärke meinen Glauben. Ich bitte dich: Lass mich erkennen, welche Zeichen deiner Gegenwart du mir in meinem Leben schenken willst. Aber ich bitte dich auch: Lass mich nicht bei den Zeichen stehenbleiben, sondern durch sie zu einer tieferen Gemeinschaft mit dir gelangen.

Bitte: Lass mich immer von neuem das Wagnis des Glaubens eingehen.

1.  Zeichen fordern. Auf den ersten Blick möchte man meinen, es sei etwas Schlechtes, den Herrn um ein Zeichen zu bitten. Aber sagt uns Jesus heute nicht, dass der Nutzen der Zeichen eher von den Menschen abhängt, die sie aufnehmen? FĂĽr jemanden, der im Glauben und in der Liebe zu Gott wachsen will, spricht ja alles von Gottes Gegenwart und Zuwendung zu uns. Es gibt dann keine Zufälle mehr, nur noch Vorsehung; Gott wirkt in allem zum Besten derer, die ihn lieben.

2. Zeichen einer bösen Generation. Wenn Jesus aber jetzt ein Zeichen verweigert, dann tut er es aus gutem Grund. Auch mir kann es ja passieren, dass er mir ein Zeichen, um das ich ihn gebeten habe, nicht gibt. Etwa, wenn ich meinen ganzen Glauben von so einem Zeichen abhängig mache. Oder wenn ich etwas bestätigt sehen möchte, was nicht dem Willen Gottes entspricht. Ein Herz, das nicht bereit ist, Gott Gott sein zu lassen, ist immer auch ein Herz, das die Geheimnisse Gottes nicht versteht.

3. Ein anderes Zeichen. Das Zeichen, das Jesus dieser „bösen Generation“ gibt, ist ein unerwartetes: Es ist der Glaube der Heiden, die sich schon in den Zeiten vor Christus bekehrt haben. FĂĽr ein offenes Herz ist das eine Einladung, Gott zu preisen und ihn tiefer zu lieben. Der aufrichtige Glaube anderer Menschen kann fĂĽr jeden von uns immer wieder eine Erneuerung und Bestätigung im Glauben sein. Dazu muss unser Herz aber offen sein. Alle können so zu Zeichen Gottes werden, gerade die, die der Kirche noch fernstehen aber trotzdem schon unterwegs zu ihr sind.

Gespräch mit Christus: Herr, die Antwort scheint bei mir zu liegen: Suche ich eine Sicherheit in äuĂźeren Zeichen oder bin ich bereit, mich Gott gegenĂĽber mehr zu öffnen?

Vorsatz:  Wie kann ich fĂĽr jemand anderen heute ein Zeichen der Liebe Gottes sein? Bestimmt mit einem konkreten Akt der Nächstenliebe.


FĂĽr wen haltet ihr mich?

22. Februar 2018

Kathedra Petri
Fest

Hl. Isabella von Frankreich
Hl. Margareta von Cortona

Br. László Erffa LC


In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus - der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

EinfĂĽhrendes Gebet:  Herr, ich will dir nachfolgen und dir dienen. Hilf mir, dich jeden Tag besser kennenzulernen und dich als den Sohn Gottes zu bekennen.

Bitte: Ich bitte um die Gnade, Jesus besser zu kennen.

1.  Stunde der Entscheidung. Jesus ist allein mit seinen JĂĽngern. Mittlerweile sind sie ihm schon eine Zeitlang gefolgt und haben gesehen, wie er heilt, und gehört, wie er predigt. Der Moment ist gekommen, in dem Jesus sie zu einer engeren Nachfolge einladen will: Sie sollen erkennen, wer er wirklich ist. Auch mich lädt Jesus immer wieder dazu ein, ihn tiefer kennenzulernen, in meiner Beziehung zu ihm zu wachsen.

2. Zwei Fragen. Auch ich kann mir diese Fragen immer wieder stellen: FĂĽr wen halten die Leute den Menschensohn? Heute gibt es wohl weniger Menschen, die ihn fĂĽr Johannes, Elija oder Jeremia halten. Aber es gibt umso mehr, die ihn fĂĽr einen VerrĂĽckten, fĂĽr einen groĂźen Lehrer oder ein religiöses Genie halten. FĂĽr wen hältst du mich? Hier hat jeder eine sehr persönliche Antwort zu geben. Wie sehr wird diese gefärbt sein von der Meinung anderer? Und wie sehr hängt sie ab von meiner eigenen Erfahrung mit Jesus?

3. Selig bist du! Jesus als den Sohn Gottes zu erkennen, ist eine besondere Gnade. Eine Gnade, die Gott mir schenken will, und eine Gnade, die ich erbitten muss. Und so auch eine Gnade, die nicht von ungefähr kommt, sondern eine lange Zeit der Nachfolge, des Zuhörens und des Gebetes voraussetzt. Es braucht dann ein ganzes Leben, um den Inhalt dieses Bekenntnisses zu begreifen. Selig bist du – sagt mir der Herr –, wenn du auch nur ein wenig davon erahnen kannst. Denn schon dieses Wenige verändert unser Leben radikal.

Gespräch mit Christus: Herr, ich will dich als den Sohn Gottes bekennen. Hilf mir, zu verstehen, was das bedeutet. Hilf mir, dich jeden Tag ein wenig besser kennenzulernen.

Vorsatz:  Heute mein Fastenopfer mit dem Bewusstsein darbringen, dass er es ist, der mir die Kraft und Gnade gibt, es zu vollbringen.


Die neue Gerechtigkeit

23. Februar 2018

Freitag der ersten Woche in der Fastenzeit
Hl. Polykarp, Bischof und Märtyrer
Hl. Willigis, Erzbischof
Hl. Romana

Br. László Erffa LC

Mt 5,20-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

EinfĂĽhrendes Gebet:  Herr, alles was wir haben, stammt von dir. Wir sehnen uns nach der FĂĽlle, die nur du uns geben kannst. Hilf uns, dich durch unser Leben zu verherrlichen und zur ewigen Seligkeit zu gelangen.

Bitte: Herr, ich möchte erkennen, was ich zu einem erfĂĽllten Leben brauche.

1.  Das Unmögliche möglich machen. Es war damals nicht einfach, Schriftgelehrter oder Pharisäer zu sein. Es gab sehr viele und sehr spezifische Gebote, die einen schnell ĂĽberfordern konnten. Und wie schwer ist es nicht schon, allein die zehn Gebote einigermaĂźen zu erfĂĽllen. So erscheint die ErfĂĽllung der Anforderungen, die Jesus an uns stellt, fast unmöglich. Die Gebote, die wir Christen heute befolgen, sind nicht etwa leichter einzuhalten, nur weil sie weniger äuĂźerlich sind, denn sie betreffen auch unsere Absichten, Gedanken und Unterlassungen.

2. Die größere Gerechtigkeit. Also hatten es die Pharisäer und Schriftgelehrten damals unterm Strich einfacher, das Gesetz zu erfĂĽllen. Denn Jesus bittet uns um mehr, um eine größere Gerechtigkeit. Wie kann man das verstehen? Menschlich gesehen, ist es ja kaum möglich, die Schriftgelehrten und Pharisäer in ihrer Treue bei der GesetzeserfĂĽllung zu ĂĽbertreffen. Sie kannten ja alle Gebote, ihre Auslegung und die Art und Weise, sie konkret zu erfĂĽllen. Uns geht es aber um mehr als eine rein äuĂźere ErfĂĽllung des Gesetzes, und da ist es sehr schwer, zu wissen, wann man denn das Gesetz bis zur GenĂĽge erfĂĽllt hat. Es geht ja nicht darum, irgendein Minimum zu erreichen, sondern darum, in FĂĽlle zu lieben. Und Liebe gibt sich nicht mit einem Minimum zufrieden, Liebe sucht immer nach mehr.

3. Was dazugegeben wird. Wie sollte also unsere Gerechtigkeit konkret aussehen? Es geht nicht mehr nur um äuĂźere Formen. Sondern um das, was diese Formen ausdrĂĽcken wollen: eine aufrichtige Beziehung, eine wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten. Es geht nicht darum, nur äuĂźerlich ein Pflaster auf unsere Wunden zu legen, sondern darum, sie innerlich heilen zu lassen. Und diese neue Gerechtigkeit ist viel größer, weil sie nicht von uns selbst kommt, sondern von Gott. „Unsere“ Gerechtigkeit kann die der Pharisäer und Schriftgelehrten also nur ĂĽbersteigen, wenn wir sie mit Gottes Kraft und Gnade leben. Andernfalls könnten wir es nie schaffen. Und so wird ein christliches Leben immer zu einem Zeichen der Gegenwart des Herrn.

Gespräch mit Christus: Herr, was du von uns verlangst, ist fĂĽr uns unmöglich – ohne deine Gnade. Aber du willst uns ja nicht alleine lassen, du willst, dass wir es schaffen und ein Leben leben, das dich zum Mittelpunkt hat.

Vorsatz:  Heute um die Gnade bitten, jemandem, der mich verletzt hat, von ganzem Herzen zu verzeihen.


Der Kern des Glaubens

24. Februar 2018

Fest
Hl. Matthias, Apostel
Hl. Ethelbert
Hl. Modestus, Bischof
Hl. Ida von Hohenfels

Br. László Erffa LC

Joh 15,9-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

EinfĂĽhrendes Gebet:  Herr, lass mich heute bei dir im Abendmahlssaal sitzen und dir zuhören.

Bitte: Herr, ich möchte in deiner Liebe bleiben.

1.  Im Abendmahlssaal. Unser heutiges Evangelium bringt uns zu den Abschiedsworten Jesu am Tag vor seinem Kreuz und Leiden. Seine JĂĽnger sind um ihn herum versammelt und hören ihm zu, auch wenn sie noch nicht so viel verstehen. Auch wir sind eingeladen, dabei zu sein, zuzuhören und unser Herz berĂĽhren zu lassen. Gehen wir nun Vers fĂĽr Vers durch dieses Evangelium, um dort zu verweilen, wo wir uns angesprochen fĂĽhlen.

2. Jesus zuhören. â€žWie mich der Vater geliebt hat“ – Gottes Liebe zu uns ist unergrĂĽndlich und bedingungslos. „Bleibt in meiner Liebe“ – Es liegt an uns, diese Liebe zu beantworten. Jesus sagt uns wie: indem wir seine Gebote halten. Und durch die Einhaltung seiner Gebote erfahren wir seine Freude. Erfahre ich sie? Sind die Gebote fĂĽr mich ein Quell der Freude? Sein Gebot ist schlieĂźlich zusammengefasst in dem Wort: „Liebt einander…“. Unser Trost ist, dass er nie etwas von uns verlangt, was er uns nicht schon vorher gegeben hätte: „… so wie ich euch geliebt habe“.

3. Jesus antworten…! Sein Leben hinzugeben, ist der größte Liebesbeweis. Jesus hat uns seine Liebe bewiesen. Wir sind seine Freunde. Er öffnet uns sein Herz und gibt sich uns so ganz hin. Nicht nur einmal am Kreuz, sondern jeden Tag in der Eucharistie. Auch damit will er uns eine Freude machen. Alles geht von ihm aus, auch die Gnade, dass wir ihn kennen und lieben dĂĽrfen. Und dass er durch uns in der Welt gegenwärtig werden will. Das geschieht jedes Mal, wenn wir lieben, wie er uns geliebt hat.

Gespräch mit Christus: Herr, du hast zu mir gesprochen. Wie kann ich dir jetzt antworten?

Vorsatz:  Heute ein wenig länger als gewohnt die Worte Jesu betrachten oder durch eine geistige Kommunion mein Verlangen nach Jesus in der Eucharistie stärken.