Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. Januar 2018 bis Samstag 3. Februar 2018

Vierte Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Jesus, heile auch michSonntag
Der erste VerkĂŒnder Jesu im HeidenlandMontag
Nur den Saum seines Gewandes berĂŒhrenDienstag
Die Schule von NazarethMittwoch
Allein auf weiter FlurDonnerstag
Der alte Mann und das neugeborene KindFreitag
Zeit fĂŒr MußeSamstag


Jesus, heile auch mich

28. Januar 2018

Vierter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Thomas von Aquin, Kirchenlehrer

Ellen Charlotte Petermann

Mk 1,21-28

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mich und vielleicht auch andere Menschen treibt meine innere Zerrissenheit zu dir, mein schlechtes Gewissen und die Unruhe, nicht eins mit dir zu sein. Ich weiß, dass du mich erlöst hast und mir vergibst und alles Böse aus meinem Herzen vertreibst. DafĂŒr liebe ich dich sehr.

Bitte: Jesus, hilf mir, niemals zu vergessen, dass du mein König und Erlöser bist.

1. Worte und Taten. Jesus kommt in die Synagoge und lehrt. Die Menschen sind betroffen von seiner Lehre, heißt es. Dann treibt er auch noch einen unreinen Geist aus. Die Heilung des Besessenen bekrĂ€ftigt Jesu Sendung als Erlöser. Erlösung offenbart sich hier als Befreiung vom Bösen und von der SĂŒnde. Die Worte Jesu hatten die Menschen schon „geschockt“, aber diese Tat, die sie dann mit ansehen konnten, ĂŒberwĂ€ltigte sie regelrecht. Denn was gelten schon vor dem einfachen Volk alle schönen Worte ĂŒber Gottesherrschaft – hier hatte es ein klares, ĂŒberwĂ€ltigendes Zeugnis der Niederlage Satans gegeben.

2. Gottes Siegel. Was geschah damals in Kafarnaum? Vielleicht hatte der DĂ€mon sich vorher noch nicht zu erkennen gegeben? Jesu Gegenwart, besonders aber sein Wort, macht ihn wĂŒtend. Als Jesus dem unreinen Geist befiehlt, den armen Menschen zu verlassen, verwandelt sich das Staunen des Volkes in BestĂŒrzung. Aber diese Befreiung kam zur rechten Stunde. Sie setzt Gottes Siegel unter Jesu Lehre und lĂ€sst schon erkennen, dass er seine Macht dazu verwenden wird, um den Menschen zu helfen.

3. Lass dich heilen. Die Tatsache, dass der Evangelist Markus direkt im ersten Kapitel von einer DĂ€monenaustreibung schreibt, kommt sicher nicht von ungefĂ€hr. Die Macht des DĂ€monischen ist durch Jesus grundsĂ€tzlich gebrochen. Damals, wie heute. Wie sieht es eigentlich in meinem Leben mit „DĂ€monen“ aus? Gibt es da etwas, was ganz versteckt, tief in meinem Inneren schlummert, um das ich zwar weiß, das ich aber immer wieder verdrĂ€nge? Ich sollte diesem Keim nicht die Chance geben zu wachsen, sich auszudehnen, sodass er erstarkt und Macht ĂŒber mich gewinnt. Ich sollte damit sofort zu Jesus gehen, der das Böse von der Wurzel her austreibt und mich heilt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, zeige mir, was immer fĂŒr KrĂ€fte in mir den Weg zu dir verstellt haben. Wo ich dich vergraben habe - unter meinen Sorgen und Ängsten, meiner GeschĂ€ftigkeit und den tausend Dingen des Alltags.

Möglicher Vorsatz: Ich werde bei nĂ€chster Gelegenheit zur Beichte gehen.


Der erste VerkĂŒnder Jesu im Heidenland

29. Januar 2018

Montag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Josef Freinademetz, Missionar
Hl. Valerius von Trier, Bischof
Hl. Aquilinus, Bischof, MĂ€rtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Mk 5,1-20
In jener Zeit kamen Jesus und seine JĂŒnger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa. Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bĂ€ndigen, nicht einmal mit Fesseln. Schon oft hatte man ihn an HĂ€nden und FĂŒĂŸen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen. Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen. Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quĂ€le mich nicht! Jesus hatte nĂ€mlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist! Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele. Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen. Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde. Da baten ihn die DĂ€monen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren! Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stĂŒrzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken. Die Hirten flohen und erzĂ€hlten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion DĂ€monen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fĂŒrchteten sie sich. Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war. Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen. Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den DĂ€monen besessen war, bei ihm bleiben zu dĂŒrfen. Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr fĂŒr dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat. Da ging der Mann weg und verkĂŒndete in der ganzen Dekapolis, was Jesus fĂŒr ihn getan hatte, und alle staunten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, bei dir und in deiner NĂ€he brauche ich keine Angst zu haben. Ich vertraue auf deine Macht und deinen Schutz. Ich weiß, dass du mich nie alleine lĂ€sst.

Bitte: Jesus, hilf mir, allen Menschen mit Liebe zu begegnen.

1. Der Schock bei der Ankunft. Jesus und seine JĂŒnger gelangten in die NĂ€he der Stadt Gerasa. Es war eine heidnische Stadt. Die Szene, die wir heute betrachten möchten, spielt also im tiefsten Heidenland (seit Alexander dem Großen - dem 4. vorchristlichen Jahrhundert - unter fremdem Einfluss), welches die Juden eigentlich nur mit Furcht betraten. Wenn man genau liest, stellt man fest, dass wĂ€hrend der ganzen Handlung nur von Jesus die Rede ist. Blieben also die JĂŒnger erst einmal im Boot? Denn die Zeit der Heidenmission war noch nicht gekommen. Die Grabhöhlen vermitteln den Eindruck einer schaurigen Umgebung und der Schockeffekt bleibt auch nicht aus, als plötzlich ein „Wahnsinniger“ aus den GrĂ€bern springt.

2. Die Überlegenheit Jesu ĂŒber das heidnische Unwesen. Mit der Rede von „Besessenheit“ verbindet sich die Vorstellung, dass Menschen bösen Geistern gewissermaßen als Wohnung dienen, von ihnen ganz und gar in Besitz genommen werden können. Erfahrungen von Ich-Verlusten drĂŒcken sich auf diese Weise aus, der Besessene ist ein willenloses Werkzeug des DĂ€mons. Der besessene Mensch muss dem DĂ€mon unter anderem seine Stimme leihen. Jesus treibt den DĂ€mon aus und demonstriert hier seine Überlegenheit und Macht. Der Mann wird geheilt und so zum ersten Heiden, der Jesus verkĂŒndet.

3. Wenn man lebendig tot ist. Dieser Mann aus Gerasa ist ein ganz extremes Beispiel. Er hat sein Zuhause dort, wo es kein Zuhause gibt. Seine Heimat ist die Heimatlosigkeit, sein Leben ein „Unleben“. In seinem Zustand kann er sich niemandem mehr zuwenden, um Hilfe zu finden. Seine innere Zerrissenheit hat ihn erschĂŒttert und kaputt gemacht. Die Einbindung im „normalen“ sozialen GefĂŒge ist unmöglich geworden. Wie gehen wir mit solchen Menschen um, wenn sie uns begegnen? Wir mĂŒssen ihnen mit Liebe begegnen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, schenk mir die Gnade, die Kraft und den Mut, allen Menschen, besonders denen, die im Umgang sehr schwierig sind, mit Liebe zu begegnen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich mich um eine Person kĂŒmmern, die ich vielleicht innerlich ablehne, die aber meine Hilfe braucht.


Nur den Saum seines Gewandes berĂŒhren

30. Januar 2018

Dienstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Adelgunde OSB, Äbtissin
Hl. Martina von Rom, MĂ€rtyrerin
Hl. Eusebius, Einsiedler

Ellen Charlotte Petermann

Mk 5,21-43
In jener Zeit fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von GalilĂ€a hinĂŒber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. WĂ€hrend er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher namens JaĂŻrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu FĂŒĂŸen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die HĂ€nde auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drĂ€ngten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drĂ€ngte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berĂŒhrte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berĂŒhre, werde ich geheilt. Sofort hörte die Blutung auf, und sie spĂŒrte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fĂŒhlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem GedrĂ€nge um und fragte: Wer hat mein Gewand berĂŒhrt? Seine JĂŒnger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drĂ€ngen, und da fragst du: Wer hat mich berĂŒhrt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. WĂ€hrend Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu JaĂŻrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemĂŒhst du den Meister noch lĂ€nger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den LĂ€rm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schlĂ€ft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt ĂŒbersetzt: MĂ€dchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das MĂ€dchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schĂ€rfte ihnen ein, niemand dĂŒrfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem MĂ€dchen etwas zu essen geben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, in der Stille höre ich, was du mir zu sagen hast. Oftmals plagen mich viele Sorgen und Probleme. Dann muss ich um meinen Glauben kĂ€mpfen, aber ich weiß, dass du immer da bist. Das schenkt mir Sicherheit.

Bitte: Jesus, schick mir heute jemanden, der mir seine Sorgen erzĂ€hlen möchte.

1. Wunder ĂŒber Wunder. Wunder ĂŒber Wunder geschehen in dieser Zeit, und in dieser Bibelstelle sind gleich zwei Heilungsgeschichten miteinander verwoben. „FĂŒrchte dich nicht!“ „Gib niemals auf!“ – Das soll hier vermittelt werden. Die Frau, die 12 Jahre lang als unrein galt, hatte alles versucht, ihr ganzes Vermögen ausgegeben fĂŒr verschiedene Behandlungen. Sie galt als unrein, durfte keinen Gottesdienst besuchen, niemand durfte sie berĂŒhren. Aber sie glaubte fest, dass sie geheilt wĂŒrde, wenn sie nur den Saum von Jesu Gewand berĂŒhrte. Was fĂŒr ein Glaube! Jesus redet diese Frau mit „meine Tochter“ an, denn als Tochter Abrahams, hatte sie dessen Glauben. Und so wird auch ein gewisser Zusammenhang mit der Tochter des JaĂŻrus hergestellt.

2. Talita kum! Als Synagogenvorsteher war JaĂŻrus bestimmt eine dominante Persönlichkeit und vielleicht hatte er seine Tochter ĂŒberbehĂŒtet. Sie war das einzige Kind und möglicherweise war das Über-Ich ihres Vaters so groß, dass sie nicht zu sich selber stehen konnte. Sie liebte ihren Vater sicherlich sehr und wollte ihm gefallen. Vielleicht hatte JaĂŻrus auch gar nicht bemerkt, dass er eine gewisse Macht auf sein Kind ausgeĂŒbt hatte. So bekĂ€me das „MĂ€dchen, steh auf“ eine ganz neue Bedeutung.

3. Es ist nie zu spĂ€t fĂŒr ein Wunder. Wenn wir uns von Jesus heilen lassen wollen, mĂŒssen wir ihm alles hinhalten, auch wenn es um ganz intime Dinge geht. Denn: Es ist nie zu spĂ€t fĂŒr ein Wunder. Glaube nur! Steh auf! Überwinde die inneren und Ă€ußeren WiderstĂ€nde. BerĂŒhre den Saum des Gewandes. SpĂŒre die Kraft der Auferstehung. Versöhne dich mit deiner Biografie. Finde deine Biografie in Gott, dem liebenden Vater, werde heil an Geist, Seele und Körper. Lebe den Glauben an Jesus Christus, den Messias! Vielleicht berĂŒhrt dich heute eine Botschaft ganz besonders.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, auch ich brauche Heilung. Ich möchte dir all meine Verletzungen und Wunden hinhalten. Ich weiß, dass du mich heilen kannst. Daran glaube ich ganz fest.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich jemanden trösten, der Kummer hat (kleinen oder großen).


Die Schule von Nazaret

31. Januar 2018

Gedenktag
Hl. Johannes Bosco, Priester, OrdensgrĂŒnder
Hl. Hemma

Ellen Charlotte Petermann

Mk 6,1b-6
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine JĂŒnger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das fĂŒr eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das fĂŒr Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die HĂ€nde auf und heilte sie. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, öffne meine Ohren, dass ich dein Wort vernehme und mit dem Herzen höre, damit es mich verwandeln kann. Mach mich sensibel fĂŒr die leisen Impulse, die du mir gibst.

Bitte: Bitte, Jesus, halte jegliche Form der Ablenkung wĂ€hrend unseres Zusammenseins von mir fern.

1. Jesu Besuch in seiner Heimatstadt. Auch wenn Jesus in Betlehem geboren wurde, kann man Nazareth dennoch als seine Heimatstadt ansehen, denn dort ist er aufgewachsen und dort hat er mit seinen Eltern gelebt. Was mag er wohl empfunden haben? Die Menschen waren sicherlich voller Freude und neugierig, ihren MitbĂŒrger, der inzwischen ĂŒberall von sich Reden gemacht hatte, endlich persönlich zu Gesicht zu bekommen. Sicherlich wollten sie auch die kleine Schar der JĂŒnger, die Jesus begleitete, mustern und sich ihr Urteil ĂŒber sie bilden.

2. War der Ruhm Jesu berechtigt? Waren die Menschen enttĂ€uscht? Handelte es sich nicht eher um mittelmĂ€ĂŸige AnhĂ€nger, die Jesus, den Sohn des Zimmermanns, begleiteten? Ja, so war es wohl, und sie glaubten nicht wirklich dem Ruhm, der Jesus vorausging. So ließ der Meinungsumschwung auch nicht lange auf sich warten. Sie lehnten ihn ab. Er hatte ihre Erwartungen nicht erfĂŒllt und sie taten sich schwer, seine Weisheit und AutoritĂ€t anzuerkennen. Sie hatten viele Vorbehalte.

3. Wie gehe ich mit Ablehnung um? Nazaret war Jesu Heimat. Hier fĂŒhlte er sich wohl frĂŒher einmal sicher und geborgen. Jetzt kommt er zurĂŒck und erfĂ€hrt große Ablehnung. Wie ergeht es mir, wenn ich plötzlich Ablehnung erfahre von Menschen, die mir vertraut waren, denen ich vertraut habe? Sicherlich fĂŒhle ich mich im ersten Moment verletzt, oder vielleicht kommt auch Zorn in mir auf und EnttĂ€uschung macht sich breit. Ich sollte mir ganz schnell ĂŒberlegen: „Wie hĂ€tte Jesus gehandelt?“ Sanftmut und GĂŒte sollten den ersten Platz einnehmen, denn nur das wird einen Konflikt vermeiden. Jesus hielt ihnen zwar einen Spiegel vor, ließ es dann aber dabei bewenden und ging weg.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, von dir weiß ich mich angenommen, in allem, was ich tue. Du lehnst mich nicht ab. Wenn ich in die Stille gehe, höre ich, was du mir zu sagen hast. Danke, dass du dir so viel MĂŒhe mit mir gibst.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute meine hĂ€uslichen und beruflichen Pflichten besonders gut erledigen, ohne bei anderen BestĂ€tigung zu suchen.


Mit Zielstrebigkeit und Mut unterwegs sein

1. Februar 2018

Donnerstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Brigida von Kildare, Äbtissin
Hl. Serverus, Bischof
Hl. Sigibert III.

Ellen Charlotte Petermann

Mk 6,7-13
In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im GĂŒrtel, kein zweites Hemd und an den FĂŒĂŸen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schĂŒttelt den Staub von euren FĂŒĂŸen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele DĂ€monen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, auch ich möchte dein JĂŒnger sein, mich immer wieder neu auf den Weg machen mit keinerlei GepĂ€ck, außer dem Vertrauen, dass du mich begleitest, da bist, fĂŒr mich sorgen wirst, denn du weißt, was ich brauche.

Bitte: Jesus, gib mir den Mut, auch neue Wege zu beschreiten, um deine Botschaft zu verkĂŒnden.

1. Verantwortung und Aufgaben. Die JĂŒnger sind mit Jesus eine Zeitlang unterwegs gewesen, haben mit ihm gelebt, gegessen, gelacht und diskutiert. Sie gehören zur neuen Familie Gottes. Sie werden zu zweit ausgesandt, nicht alleine. Gerade, wenn es hinausgeht in die Unsicherheit, tut es gut, jemanden zu haben, mit dem man Freud und Leid teilen kann. Zu zweit kann man sich gegenseitig stĂŒtzen und aufrichten. Jesus gibt ihnen seine Vollmacht, seinen Geist, der von dem befreit, was die Menschen plagt und bedrĂŒckt, von dem Ungeist, der das Leben eng und dunkel macht.

2. Entlastung. Wie oft stoßen wir mit unserem christlichen Glauben bei unseren Zeitgenossen auf Ablehnung und UnverstĂ€ndnis. Aber Jesus gibt uns einen Hinweis mit auf den Weg, der uns entlastet, nĂ€mlich, dass wir nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen sollen, sondern er sagt: Geht weiter, wenn man Euch nicht aufnehmen will. Um die Botschaft Gottes aufnehmen zu können, braucht man eine Grund-Offenheit. Wenn manche Menschen diese Offenheit nicht haben und Jesus ablehnen, sollen wir nicht böse sein, sondern weiterziehen und fĂŒr sie beten. Gott wird sich dieser Menschen annehmen.

3. Allein auf weiter Flur. Manchmal fĂŒhlt man sich so richtig allein auf weiter Flur, wenn man sich öffentlich zu seinem Glauben bekennt. „Ich gehe jetzt zur Messe“, gilt in manchen Kreisen bestenfalls als schrĂ€ge Angewohnheit und schlimmstenfalls als unverstĂ€ndlich oder gar heuchlerisch. Das macht den Glauben oft schwer. Dann ist es gut, sich umzuschauen nach Menschen, die auch mit uns auf dem Weg sind. Gemeinschaft macht stark.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, lass mich immer mutig genug sein, den Weg mit dir gemeinsam weiter zu gehen, auch dann, wenn ich auf UnverstĂ€ndnis oder gar Ablehnung stoße. Bitte schenk mir dafĂŒr viel Kraft.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich jemandem von der Schönheit meines Glaubens erzĂ€hlen.


Der alte Mann und das neugeborene Kind

2. Februar 2018

Fest der Darstellung des Herrn
Hl. Dietrich, Bischof
Hl. Markward, Bischof
Hl. Bodo
Hl. Maria Katharina Kaspar
Hl. Alfred Delp SJ, MĂ€rtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Lk 2,22-40
Es kam fĂŒr die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemĂ€ĂŸ dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede mĂ€nnliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel gefĂŒhrt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfĂŒllen, was nach dem Gesetz ĂŒblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lĂ€sst du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit fĂŒr dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten ĂŒber die Worte, die ĂŒber Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter PenuĂ«ls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges MĂ€dchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich stĂ€ndig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach ĂŒber das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach GalilĂ€a in ihre Stadt Nazaret zurĂŒck. Das Kind wuchs heran und wurde krĂ€ftig; Gott erfĂŒllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte wie Maria, deine Mutter, ganz teilhaben an deinem Leben. Ich möchte in dir das Licht sehen, das du schon als neugeborenes Kind in die Welt gebracht hast, aber ich möchte auch teilhaben an deinem Leiden, möchte bei dir sein, ganz nah, möchte dich lieben.

Bitte: Jesus, lass mich immer tiefer an dich glauben.

1. Reinigung und Weihe. Nach den Gesetzen der Thora (die ersten fĂŒnf BĂŒcher der Heiligen Schrift bei den Juden) galt eine Frau nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage lang als unrein. Der Tempel war der zentrale Ort der Gottesbeziehung des Gottesvolkes; und dorthin bringt Maria ihren Sohn, um ihn Gott darzubringen, zu weihen. Diese Einzelheiten bilden die Grundlage fĂŒr die zentrale Szene dieser Evangeliumsstelle. Sie treten aber demĂŒtig in den Hintergrund, denn nicht bloße Traditionen fĂŒhren hier im Tempel Regie, sondern in ihnen und durch sie der Geist Gottes, der neues Leben schenkt.

2. Eine wunderbare Szene. Der alte Mann, Simeon, nimmt das neugeborene Kind auf seine Arme. Er, der vorbildlich fromme Mann, der sich ganz Gott anvertraut, sich seinem Willen hingibt, wird zum geisterfĂŒllten Propheten. In seinem Lobgesang stellt er die Bedeutung dieses Kindes ins helle Licht. Dieses kleine Kind, Jesus, bringt Befreiung, Heil, Rettung: So kann der alte Mann gelassen und in Ruhe in den Tod gehen, in dem Bewusstsein, dass sowohl die Heiden als auch Israel im Heilsangebot des Messias stehen. Sicherlich ist diese Szene von großer theologischer Bedeutung, aber sie strahlt auch eine große ZĂ€rtlichkeit aus. Die ZĂ€rtlichkeit der Liebe Gottes, die wir erfahren dĂŒrfen.

3. Die Passion Jesu wirft ihre Schatten voraus. Doch kann man nicht nur österliche Töne vernehmen, nein, die Ablehnung Jesu durch die Menschen wirft in den Worten des Simeon an Maria ihre Schatten voraus. Maria war wohl tief betroffen davon und so reicht das Bild der schmerzhaften Mutter schon bis in die Kindheit Jesu zurĂŒck. Sie wird wie kein anderer Mensch in den Widerspruch, der sich an der Person ihres Sohnes entzĂŒndet, teilhaben. Deshalb dĂŒrfen wir Maria auch vertrauensvoll mit unseren Sorgen und Nöten „bombardieren“. Vor allem auch und besonders dann, wenn es unsere Kinder betrifft. Wir sollten unsere Kinder unbedingt der Mutter Gottes anvertrauen. Sie ist eine mĂ€chtige Mutter!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist der Heiland, der Messias. Gekommen als kleines, hilfloses Kind bringst du das Licht in unser dunkles Leben. Lass mich das niemals vergessen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich so leben, als ob es mein letzter Tag hier auf Erden sei.


Zeit fĂŒr Muße

3. Februar 2018

Samstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Blasius, Bischof
Hl. Ansgar, Bischof
Claudine Théenent MSSCC
Hl. Alojs Andritzki, MĂ€rtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Mk 6,30-34
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen StĂ€dten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, auch ich fĂŒhle mich oft wie ein Schaf, das sich verlaufen hat, der Hirt scheint weit weg zu sein. Ich möchte dir entgegenlaufen und von dir getragen werden, wenn ich unter der Last des Alltags zusammenzubrechen drohe. Dann brauche ich deine Hilfe.

Bitte: Jesus, schenke mir den Mut, dich immer wieder zu suchen.

1. Das BedĂŒrfnis, eine Pause einzulegen. Jesus und seine JĂŒnger ziehen durch das Land, von Ort zu Ort. Überall gibt es Menschen, die ihre Hilfe brauchen. Die Apostel, die Jesu ausgesandt hat, kehren erschöpft zurĂŒck und erstatten Bericht. Sie haben alles gegeben, jedem geholfen, sich selbst vergessen bis zur Selbstverleugnung. Oft hatten sie noch nicht einmal Zeit gehabt, etwas zu essen. Jesus sieht es ihnen an und möchte, dass alle eine Pause einlegen, sich ausruhen, körperlich und auch geistlich, um aufzutanken beim Vater, bei Gott. Deshalb schlĂ€gt er vor, an einen einsamen Ort zu fahren.

2. Die Schafe ohne Hirten. Wie groß muss die Not der Menschen und auch die Anziehungskraft Jesu gewesen sein, dass sie sich nicht haben abschrecken lassen, hinter einem abfahrenden Boot herzulaufen. Menschen, die Hilfe brauchten, geheilt werden wollten. Und sie wussten, wenn es einer kann, dann ER, Jesus. Welch großes Vertrauen! „..wie Schafe, die keinen Hirten haben“, heißt es. Jesus ist der gute Hirt, der niemals auch nur ein Schaf verloren geben wĂŒrde. Er kĂŒmmert sich um seine Schafe, den JĂŒngern gönnt er eine Pause.

3. Bei Jesus KrĂ€fte sammeln. Den Zustand großer Erschöpfung, alles gegeben zu haben im Alltagsstress der heutigen Zeit, kennen wir alle. Aber wissen wir dann auch, wann es Zeit ist fĂŒr eine Pause, fĂŒr ein Auftanken beim Herrn? Oftmals treibt uns unser Aktionismus immer weiter, und die Konsequenz kann sein, dass wir auch wie verlorenen Schafe orientierungslos werden, vom Wege abkommen und uns im GestrĂŒpp, im schlimmsten Fall im GestrĂŒpp der SĂŒnde verfangen. Dann sollten wir sofort den RĂŒckweg antreten, und uns finden lassen, denn Jesus, der göttliche Hirt wartet schon, um uns auf seinen Schultern zu tragen, wenn wir zu erschöpft sind.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist mein Hirt. Bei dir weiß ich mich in Sicherheit. Wenn ich erschöpft bin, kann ich mich bei dir ausruhen, dir die Dinge ĂŒberlassen, die ich nicht mehr leisten kann. Ich danke dir fĂŒr deine unendliche FĂŒrsorge und Liebe.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich in eine Kirche gehen und mich dort wenigstens 15 Minuten bei Jesus ausruhen.