Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 21. Januar 2018 bis Samstag 27. Januar 2018

Dritte Woche im Jahreskreis

P. Nikolaus Klemeyer LC

Der Ruf Gottes in unserem LebenSonntag
Der Schatz der EinheitMontag
Die wahre FamilieDienstag
Das großzĂŒgige SĂ€en GottesMittwoch
Die Erlösung unserer SeeleDonnerstag
Das Wachstum im christlichen LebenFreitag
Christus in unserem LebenSamstag


Der Ruf Gottes in unserem Leben

21. Januar 2018

Dritter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Meinrad, Mönch, Einsiedler und MÀrtyrer
Hl. Agnes, Jungfrau und MĂ€rtyrerin

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes den TĂ€ufer ins GefĂ€ngnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach GalilĂ€a; er verkĂŒndete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von GalilĂ€a entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nĂ€mlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein StĂŒck weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des ZebedĂ€us, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater ZebedĂ€us mit seinen Tagelöhnern im Boot zurĂŒck und folgten Jesus nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gib mir, Herr, ein offenes Herz, das sich im Gebet und Alltag nicht vor dir versteckt, sondern freudig auf dich zugeht.

Bitte: Wir bitten besonders um die Offenheit des Herzens.

1. Die Zeit ist erfĂŒllt. Vor mehr als zweitausend Jahren hat Christus gesagt, dass die Zeit erfĂŒllt ist. Und was mag das fĂŒr uns jetzt bedeuten? Christus möchte die „ErfĂŒllung“ nicht auf einen einzigen Zeitpunkt begrenzen. Er möchte uns vielmehr eine tiefere Botschaft ĂŒbermitteln: Es geht nicht primĂ€r um jenen Zeitpunkt der ErfĂŒllung, der geschichtlich nur einmal stattfindet. Es geht um die Person, die mit dieser ErfĂŒllung verbunden ist: ihn selber. ErfĂŒllung bedeutet nicht „jetzt“, „vor/in zwei Wochen“ oder „vor/in tausend Jahren“, sondern ErfĂŒllung bedeutet „Christus“.

2. Der Ruf Gottes. Es ergeht durch Christus ein ganz neuer Ruf Gottes an die Menschen. Wie Gott Adam und Eva einst im Paradies ein erstes Mal rief und sie sich daraufhin versteckt haben, so ruft nun Gott ein zweites und definitives Mal den Menschen in Christus zur ErfĂŒllung. Berufen wird man nicht, um eine Funktion zu erfĂŒllen, sondern man wird primĂ€r in Gottes Gemeinschaft gerufen.

3. SpontaneitĂ€t. Adam und Eva verstecken sich vor Gott, das GegenstĂŒck zu der SpontaneitĂ€t, die wir bei den Aposteln sehen. In Christus gewinnt der Mensch wieder seine ursprĂŒnglich vertraute Beziehung zu Gott. Alles hinter sich zu lassen, um Gottes Ruf zu folgen, ist nun wieder Gewinn und nicht, wie vorher, Verlust.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, Adam und Eva haben sich vor dir versteckt. Auch ich empfinde die Versuchung, mich immer wieder vor dir zu verstecken und zu verbergen. Lehre mich, die vertraute Haltung der Apostel anzunehmen und dir ganz zu folgen.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, besonders in der sonntĂ€glichen hl. Messe, die Vertrautheit mit Christus in meinem Herzen wachsen zu lassen.


Der Schatz der Einheit

22. Januar 2018

Montag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz, MĂ€rtyrer
Hl. Vinzenz Pallotti SAC
Hl. Epiphanius, Bischof

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mk 3,22-30
In jener Zeit sagten die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des AnfĂŒhrers der DĂ€monen treibt er die DĂ€monen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plĂŒndern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und LĂ€sterungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lĂ€stern mögen; wer aber den Heiligen Geist lĂ€stert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine SĂŒnde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nĂ€mlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, im Wissen, dass du meinem Leben die tiefe Einheit verleihst, bitte ich dich um deine Gnade und Hilfe. StĂ€rke in mir Glaube, Hoffnung und Liebe, und lass sie mein ganzes Leben erfĂŒllen.

Bitte: Bitten wir den Herrn darum, ein konsequent christliches Leben zu fĂŒhren.

1. Die Kraft der Einheit. Wir alle suchen ein konsequentes Leben zu fĂŒhren. Das heißt, dass unser Tun mit dem ĂŒbereinstimmt, was wir innerlich glauben und wovon wir ĂŒberzeugt sind. In dieser Lebenseinheit liegt eine besondere Lebenskraft. Denn gerade ein Zwiespalt in der Seele wirkt zerstörerisch.

2. Der Teufel entzweit. So ist das Hauptanliegen des Teufels zu entzweien; die Unruhe des Zwiespalts zu sĂ€hen. Wir alle wissen, wie zerstörerisch Zwiespalt sich auswirken kann. Familien, Völker und Gemeinden werden auseinandergerissen, weil der Keil des Hasses in die ursprĂŒngliche Einheit gestoßen wurde.

3. Der Heilige Geist eint. Die harten Worte Christi „alle Vergehen und LĂ€sterungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lĂ€stern mögen; wer aber den Heiligen Geist lĂ€stert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine SĂŒnde wird ewig an ihm haften“, sollen uns den Wert der Einheit vor Augen fĂŒhren. Dort, wo Zwiespalt herrscht, steht die Gottesbeziehung auf dem Spiel. Nur da, wo das Herz wieder in Einheit mit Gott und dem Mitmenschen leben möchte, kann Gott wirken.

GesprĂ€ch mit Christus: Viele KrĂ€fte, Herr, möchten spalten. KrĂ€fte in uns, aber auch in unserer Umgebung. Hilf uns, aus der Kraft des Heiligen Geistes heraus in Einheit mit dir zu leben.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, insbesondere einen Aspekt meines Lebens ĂŒberzeugter und aufrichtiger zu leben.


Die wahre Familie

23. Januar. 2018

Dienstag der dritten Woche im Jahreskreis
Sel. Heinrich Seuse OP
Sel. Nikolaus Groß
Hl. Hartmut OSB, Abt

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mk 3,31-35
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine BrĂŒder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine BrĂŒder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine BrĂŒder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine BrĂŒder. Wer den Willen Gottes erfĂŒllt, der ist fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich trete nun vor dich hin und komme zu dir mit der Bitte, dass du in mir die göttlichen Tugenden stĂ€rkst. Gib mir den Glauben, dich ĂŒberall zu sehen, das Vertrauen, ganz auf dich zu bauen, und die Liebe, welche mein Herz entzĂŒndet.

Bitte: Heute wollen wir darum bitten, ganz vereint mit dem Willen Gottes zu leben.

1. Die Frage nach der Familie. Die Familie ist der wichtigste Grundstein des menschlichen Lebens. Deswegen ist die Frage nach der Familie wesentlich. Sie wird hier auch Christus gestellt. Welche Beziehung hat er zu seiner Familie? Was versteht er unter Familie? Wie so oft gibt Christus keine negative Antwort, sondern hebt den Dialog auf eine ganz neue und höhere Ebene. Er lĂ€dt dazu ein, den Blick zu weiten auf eine viel erhabenere Wirklichkeit.

2. Das Wesen der Familie. â€žDas hier sind meine Mutter und meine BrĂŒder. Wer den Willen Gottes erfĂŒllt, der ist fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Familie entsteht dort, wo der Mensch in Lebenseinheit mit Gott lebt. Die tiefe Einheit, die zwischen ihm (Christus) und seinem Vater im Heiligen Geist herrscht, wird somit zum wahren Ikone der Familie; zur Familie im wahrsten Sinne.

3. Maria, Urbild der Aufnahme in die göttliche Familie. Die Gottesmutter Maria lebt diese erhabene Wirklichkeit in aller Einfachheit. Ihr Herz hat ganz „Ja“ zu Gott gesagt und sich so in die Willenseinheit zwischen Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist eingefĂŒgt. Maria ist somit hineingewachsen in die göttliche Familie und darf deswegen von Christus gepriesen werden als diejenige, „die den Willen Gottes erfĂŒllt.“

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du wolltest unseren Wunsch nach einer Familie vertiefen und in Gottes Liebe wurzeln lassen. Ich möchte ganz „Ja“ sagen zu deinem Willen in meinem Leben, und somit teilhaben an der göttlichen Familie.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich besonders in meiner Familie ein Zeuge des Glaubens sein.


Das großzĂŒgige SĂ€en Gottes

24. Januar 2018

Gedenktag
Hl. Franz von Sales
Hl. Vera von Clermont, WohltÀterin

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mk 4,1-20
In jener Zeit lehrte Jesus wiederum einmal am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein SĂ€mann ging aufs Feld, um zu sĂ€en. Als er sĂ€te, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? Der SĂ€mann sĂ€t das Wort. Auf den Weg fĂ€llt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesĂ€t wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fĂ€llt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbestĂ€ndig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrĂ€ngt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fĂ€llt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trĂŒgerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesĂ€t, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, öffne mein Herz, damit es in dieser Gebetszeit, aber auch in meinem ganzen Leben, ein empfĂ€nglicher Boden sei, in dem das Wort Gottes aufgehen und gedeihen kann.

Bitte: Maria, lehre uns, immer ein so fĂŒgsames Herz zu haben, wie du wĂ€hrend deines Lebens hier auf Erden.

1. Der SĂ€mann geht aufs Feld. Oft mögen wir denken, dass Gott nicht zu uns spricht. Doch lesen wir hier im Evangelium, dass der SĂ€mann großzĂŒgig aussĂ€t. Das Korn wird nicht nur kleinlich auf das gute Feld gesĂ€t, sondern ĂŒberall hin. Der SĂ€mann scheut sich nicht, die kostbare Saat auch auf den Weg, auf felsigen Boden und in die Dornen zu sĂ€en. Es fehlt nicht an Gottes Handeln in dieser Welt.

2. Die Saat braucht einen Boden. Den Unterschied macht der Boden. Dort zeigt sich, ob das Wort Gottes angenommen wird, oder ob es auf ein verschlossenes Herz trifft. So auch in unserem Leben. Wir mĂŒssen und dĂŒrfen eine Gewissheit haben: Gott schenkt immer alle Gnade, nicht nur die nötige, sondern im Überfluss.

3. Sanftes und demĂŒtiges Herz. Somit werden wir eingeladen, unser Herz der Gnade gegenĂŒber zu öffnen. Vieles liegt nicht in unseren HĂ€nden. Auch vieles von dem, was unsere Beziehung zu Gott und unser Tugendleben ausmacht. Es steht aber wohl in unsere Macht, dass wir Gott unser Herz anbieten, dass wir es zu einem „sanften und demĂŒtigen Herzen“ umformen lassen, um so empfĂ€nglicher fĂŒr die Gnade zu sein, die Gott stĂ€ndig anbietet und ausströmen lĂ€sst.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, oft findest du in uns ein eher „stures“ Herz. Aber du bist der Besitzer des Weinbergs, der auch zur spĂ€ten Stunde auf den Markt geht, um ein williges Herz zu finden. Höre nicht auf, immer wieder an unser Herz zu klopfen und um Einlass zu bitten.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, die Demut und FĂŒgsamkeit des Herzens zu ĂŒben, und dort „Ja“ zu Gott zu sagen, wo es mir besonders schwerfĂ€llt.


Die Erlösung unserer Seele

25. Januar 2018

Fest der Bekehrung des Apostels Paulus
Hl. Wolfram Opraem, Abt
Hl. Titus Maria Horten OP

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mk 16,15-18
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkĂŒndet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lĂ€sst, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie DĂ€monen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die HĂ€nde auflegen, werden gesund werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Christus, ich bereite mich jetzt darauf vor, dir in diesen Minuten des Gebets zu begegnen. Du lebst in mir, ich glaube fest an deine Anwesenheit in meinem Leben und bitte dich, mein Vertrauen und meine Liebe zu dir zu stĂ€rken.

Bitte: Bitten wir den Herrn darum, tief zu gehen und unser Leben hier auf Erden immer mehr als einen Pilgerweg zu verstehen, der uns auf das ewige Leben vorbereitet.

1. Das Wesentliche. Christus fasst unsere ganze Sendung in diesen einfachen Worten zusammen: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkĂŒndet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lĂ€sst, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Im Zentrum seiner Botschaft steht das ewige Heil aller Menschen. Keine institutionell gut entwickelte oder pastoral schlau dastehende Kirche, sondern der Aufbau und das Heil des Mystischen Leibes; die Rettung aller seiner Glieder.

2. Der Glaube. Der Schritt zum Wesentlichen unseres christlichen Lebens und seiner Sendung geschieht im Glauben: Das heißt, dass wir mit unserem ganzen Leben „Ja“ sagen zu Gott und seinen offenbarten Wahrheiten. Dieses „Ja“ erwĂ€chst immer aus einer tiefen Überzeugung, die von der persönlichen Beziehung zu Christus genĂ€hrt wird.

3. Geht hinaus in die ganze Welt! Unser Glaube wird jedoch auch gestĂ€rkt, wenn er geteilt wird. So wie die Liebe wĂ€chst, wenn sie gelebt wird, so wird auch der Glaube gestĂ€rkt, wenn man ihn miteinander teilt. Das ist das Gesetz des Glaubens: Wachstum durch Hingabe; oft dem Naturgesetz ganz zuwider: Wachstum, indem man sich etwas nimmt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, unser christliches Leben ist vom Wesen her Bekehrung, damit wir als deine Glieder gerettet werden können. Hilf uns, den Blick immer auf diese Hauptaufgabe unseres Lebens zu richten, und alles zu tun, damit viele Seelen deine erlösende Liebe annehmen.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, jemanden durch Wort, Tat oder Gebet dem Glauben nĂ€her zu bringen.


Das Wachstum im christlichen Leben

26. Januar 2018

Gedenktag
Hll. Timotheus und Titus ApostelschĂŒler, Bischöfe
Hl. Paula von Rom
Hl. Stephan Harding, Abt

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mk 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sĂ€t; dann schlĂ€ft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wĂ€chst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sĂ€t. Ist es aber gesĂ€t, dann geht es auf und wird grĂ¶ĂŸer als alle anderen GewĂ€chse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkĂŒndete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen JĂŒngern aber erklĂ€rte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du vollbringst alles Gute in uns. Wir können im Gebet nicht einmal deinen Namen anrufen, wenn uns nicht der Heilige Geist unterstĂŒtzt und inspiriert. Komme nun in mein Herz und lass in ihm wahres Gebet wachsen.

Bitte: Bitten wir darum zu lernen, was wirkliches Wachstum im christlichen Leben bedeutet.

1.  Kostbare Pflanzen und Unkraut. Unser Leben ist oft durchwachsen von kostbaren Pflanzen, gleichzeitig aber auch von Unkraut. Dieses Miteinander von Gut und Böse ist nicht einfach zu tragen. Denn wir wĂŒrden uns gerne ganz von allem lösen, was uns von Gott trennen könnte. Diese Trennung ist jedoch auf Erden nie ganz erreicht, weil Wunden und Narben, aber auch die SĂŒnde doch immer noch Teil unseres Lebens bleiben.

2. EigenstĂ€ndigkeit im Wachsen. Es gibt in diesem Wachsen eine merkwĂŒrdige EigenstĂ€ndigkeit. Wir bestellen den Acker, bringen jedoch nicht das Wachstum selbst zuwege. Oft wird in unserem Leben die MĂŒhe dort belohnt, wo wir es am wenigsten erwartet haben. Diese EigenstĂ€ndigkeit ist eine Botschaft: Der Heilige Geist ist der wahre Akteur der Heiligung. Er ist derjenige, der die Frucht fĂŒrs ewige Leben wachsen lĂ€sst.

3. Das Gesetz des Geistes. So herrscht auf der Ebene des Geistes ein anderes Gesetz. Oft ist gerade das Unscheinbare das, was am meisten Kraft in sich birgt und somit gedeiht und reiche Frucht bringt. Die großen Errungenschaften, die wir in unserem Leben, besonders im Glaubensleben zu verzeichnen haben, sind oft Frucht kleiner Überwindungen, die wir aus Liebe zu Gott auf uns nehmen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, stĂ€ndig wirkst du in meiner Seele. Oft merke ich nicht, wie, sondern möchte dir vielmehr sagen, was und wie du es tun sollst. SchĂ€rfe meinen inneren Blick, damit ich dein Wirken in meiner Seele immer besser und tiefer begreife.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich mir vornehmen, besonders aufmerksam fĂŒr die kleinen, aber tiefgreifenden Gnaden Gottes zu sein, mit denen er mich tĂ€glich beschenkt.


Christus in unserem Leben

27. Januar 2018

Samstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Angela Merici OSU
Hl. Julian von Le Mans, Bischof
Sel. Paul Josef Nardini, OrdensgrĂŒnder

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mk 4,35-41
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen JĂŒngern: Wir wollen ans andere Ufer hinĂŒberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu fĂŒllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kĂŒmmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das fĂŒr ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, wir sind Tempel des Heiligen Geistes. Ich weiß im Glauben, dass du wirklich als Dreifaltigkeit in mir wohnst, das heißt ganz anwesend bist in meinem Leben. Gib mir nun die Gnade, mit dir einfach zu sprechen.

Bitte: Herr, gib mir die Gnade, deine liebende Anwesenheit in meinem Leben zu erkennen und den Umgang mit dir zu pflegen.

1. Christus in unserem Boot. Christus lebt mit uns im Boot des Lebens. Wir empfinden Gott oft als Zuschauer. Von draußen schaut er auf unser Lebensboot und greift gelegentlich mal ein. Aber hier, in diesem Evangelium, sehen wir, wie Gott in Christus ganz Teil hat an unserem Leben.

2. Schweigsame Gegenwart. Nur ist es oft eine schweigsame Gegenwart. Sie duldet auch Winde, ohne sofort einzugreifen. Denn nicht um ein mĂŒheloses Leben geht es, sondern um die FĂ€higkeit, die MĂŒhen mithilfe der stillen Anwesenheit Christi zu erdulden und zu ĂŒberstehen.

3. Weckruf ans Herz. Dessen ungeachtet dĂŒrfen wir Christus aber auch durch unser bittendes Gebet wachrufen. Denn dieser Weckruf gilt eher unserem Herz. Christus hat alles unter Kontrolle, wir mĂŒssen lernen, im Vertrauen auf sein Eingreifen zu hoffen und alles in seine HĂ€nde zu legen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, wenn ich den Winden des Lebens ausgesetzt bin, richtet sich mein Blick oft auf den Wald von Schwierigkeiten und Herausforderungen, und nicht so sehr auf das Licht, das durch die BĂ€ume durchschimmert und mir einen Weg weist. Hilf mir, dieses Licht im Auge zu behalten, auf deine Anwesenheit und FĂŒhrung in meinem Leben zu achten. Du hast alles unter Kontrolle, ich glaube daran.

Möglicher Vorsatz: Ich nehme mir vor, in Dankbarkeit fĂŒr die tĂ€glich empfangenen Gnaden ein Magnifikat zu beten.