Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. Januar 2018 bis Samstag 20. Januar 2018

Zweite Woche im Jahreskreis

Angelika Knauf

Bei Christus wohnenSonntag
Jesus Christus, einziger Sinn und einziges ZielMontag
Der nahe gekommene GottDienstag
Das Drama unserer FreiheitMittwoch
Kein Erkennen ohne Glauben, keine Nachfolge ohne LiebeDonnerstag
Kirche ist lebendige BeziehungFreitag
„Von Sinnen sein“Samstag


Bei Christus wohnen

14. Januar 2018

Zweiter Sonntag im Jahreskreis
Felix von Nola, Engelmar, Reiner

Angelika Knauf

Joh 1,35-42
In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner JĂŒnger standen bei ihm. Als Jesus vorĂŒberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden JĂŒnger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt ĂŒbersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt ĂŒbersetzt: der Gesalbte – Christus. Er fĂŒhrte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mein Erlöser, du willst in innigster Gemeinschaft mit mir leben. Ich preise dich fĂŒr deine unermessliche Liebe zu uns Menschen!

Bitte: Jesus, ich suche dich, will dich kennen. Sprich nun auch zu mir: „Komm und sieh!“

1. Auf Christus zeigen. Mit seinem ganzen Sein ist Johannes der TĂ€ufer ein auf Christus Verweisender. Jedes Wort, das er spricht, bezieht sich auf den, dessen Kommen er ankĂŒndigt. Jede Taufe, die er spendet, soll die Herzen allein fĂŒr den öffnen, dem er dient. Die JĂŒnger um ihn herum bindet er nicht an sich, sondern er richtet sie ganz auf den aus, den er als seinen Herrn bekennt. Nur so ist es zu verstehen, dass wenige Worte: „Seht, das Lamm Gottes!“ ausreichen, um die JĂŒnger zur sofortigen Nachfolge Jesu zu bewegen. Das existenzielle Zeugnis des Johannes hat ihr Herz fĂŒr Jesus geöffnet. Johannes konnte als Zeuge so aufrĂŒttelnd sein, weil er zuerst ein ganz von Gott Ergriffener war. Schon im Mutterschoß erwies sich das, als Maria Jesus bereits empfangen hatte und seiner Mutter Elisabeth begegnet. War Johannes damals Zeuge zunĂ€chst aus Gnade, so hat er sich dieser Gnade auch zeit seines Lebens vollkommen geöffnet.

2. Jesus kennen wollen. WĂ€ren diese beiden JĂŒnger bei Johannes angelangt und geblieben, wenn sie nicht zuvor ihrer Sehnsucht nachgegangen wĂ€ren? HĂ€tten sie in Jesus die Antwort auf ihre innere Sehnsucht erkennen können, ohne Johannes‘ existenzielles Zeugnis? Sie selbst tun dann aber den entscheidenden Schritt: Sie folgen Jesus. Und als er sie nach ihrem Beweggrund fragt, offenbaren sie ihm ihre Sehnsucht, ihn kennen zu lernen. Denn die Frage „Rabbi, wo wohnst du?“ drĂŒckt den Wunsch nach persönlicher Kenntnis, nach NĂ€he aus. Und wie sehr erinnert doch diese Frage an die Worte des Prologs nur wenige Zeilen zuvor: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14 a). Im Evangelium nach Johannes wird Jesus immer wieder das Bild vom „Wohnen“ verwenden, wenn er die Beziehung beschreibt, die Gott mit uns Menschen sucht. Beieinander wohnen bedeutet, das Leben miteinander teilen, beieinander zuhause sein.

3. Jesus Christus aufnehmen. Die JĂŒnger bleiben bei Jesus und so lernen sie ihn kennen. Und es geschieht noch mehr: sie nehmen ihn in ihr Herz auf. Als sie Jesus verlassen, lassen sie ihn nicht zurĂŒck. Sie tragen ihn in ihrem Herzen mit sich und zu den anderen. Andreas verkĂŒndet ihn seinem Bruder Simon mit einem Bekenntnis: „Wir haben den Messias gefunden“. Dabei belĂ€sst er es aber nicht: „Er fĂŒhrte ihn zu Jesus.“ So geschieht es, dass Jesus auch Simon anblicken und an sich ziehen kann: „Du sollst Kephas heißen“.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, oft sind es kleine, unspektakulĂ€re Momente des Alltags, in denen eine Stimme in mir oder durch andere spricht: Sieh, das Lamm Gottes! Eine Stimme, die mich einlĂ€dt, dir zu folgen, zu sehen, wo du wohnst: in mir, in meinem NĂ€chsten, im Gebet, in der heiligen Messe, in den realen UmstĂ€nden meines Lebens. Lass mich immer tiefer erkennen, wo du unter uns Menschen wohnst.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute aufmerksamer deine, wenn du mich einlĂ€dst, dich besser kennen zu lernen oder anderen bekannter zu machen.


Jesus Christus, einziger Sinn und einziges Ziel

15. Januar 2018

Montag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Arnold Janssen SVD
Hl. Maurus, Abt
Hl. Romedius
Unsere Liebe Frau von Banneux, Jungfrau der Armen

Angelika Knauf

Mk 2,18-22
Da die JĂŒnger des Johannes und die PharisĂ€er zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine JĂŒnger nicht, wĂ€hrend die JĂŒnger des Johannes und die JĂŒnger der PharisĂ€er fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die HochzeitsgĂ€ste fasten, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand nĂ€ht ein StĂŒck neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch grĂ¶ĂŸerer Riss. Auch fĂŒllt niemand neuen Wein in alte SchlĂ€uche. Sonst zerreißt der Wein die SchlĂ€uche; der Wein ist verloren, und die SchlĂ€uche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue SchlĂ€uche.

EinfĂŒhrendes Gebet: O Jesus, in Einheit mit dem Vater und dem Geist bist du der eine Gott. Alle ErfĂŒllung ist in dir. Ich bete dich an, hilf mir, deiner Liebe zu entsprechen!

Bitte: Jesus, befreie mich von alten Bindungen an mich und an die Gesetze dieser Welt, um frei zu werden fĂŒr dich!

1. Frei werden fĂŒr Christus. Das Fasten ist ein Mittel, nicht selbst das Ziel. Fasten kann uns helfen, uns von ungeordneten Bindungen an uns selbst, an andere oder von der Verfangenheit in Weltliches zu lösen. Fasten allein macht uns nicht zu dem, was wir in Gott sein sollen, aber es hilft uns, zum Eigentlichen durchzudringen. Der Mensch ist fĂŒr die FĂŒlle geschaffen, nicht fĂŒr den Mangel. Aber er kann sich diese FĂŒlle nicht selber geben, er muss sie sich schenken lassen. Fasten hilft, fĂŒr die eigentliche FĂŒlle aufnahmefĂ€hig zu werden. Darum fasten die JĂŒnger des Johannes. Johannes verkĂŒndet nicht sich selbst, sondern die Ankunft des Messias; durch Fasten und Buße, durch Abkehr von einem sĂŒndhaften Leben bereiten sich seine JĂŒnger darauf vor. Die PharisĂ€er jedoch fasten, um sich in ihrem ÜberlegenheitsgefĂŒhl zu bestĂ€tigen. Ihr Fasten richtet sich auf ihr eigenes Ansehen. Ihre eigene ErlösungsbedĂŒrftigkeit erkennen sie nicht und bleiben so ihrer blinden SelbstgenĂŒgsamkeit verfangen.

2. Jesus Christus, die einzige FĂŒlle. Jesus bezeichnet sich als BrĂ€utigam. Mit der Ankunft des BrĂ€utigams muss das Fest beginnen. TrĂŒbsal und Fasten haben keine Berechtigung mehr. Doch wer ist die Braut? Jesus bezeichnet seine JĂŒnger als GĂ€ste einer Hochzeit. Sie sind noch nicht in ihre eigentliche Mission eingefĂŒhrt. Sie sind schon in der Begleitung des BrĂ€utigams, daher fasten sie nicht. Aber die Braut ist noch nicht mit ihrem BrĂ€utigam vereint. Die Braut Jesu wird aus ihm selbst hervorgehen, wenn er den JĂŒngern am Kreuz genommen sein wird. Die JĂŒnger werden trauern, zweifeln und sich verloren fĂŒhlen. Sie werden die NĂ€he Jesu vermissen und in diesem Sinne fasten. Wie oft auch wir werden sie noch nicht erfasst haben, dass er sich ihnen und allen Menschen im Tod ganz hingegeben hat. Erst durch seine Auferstehung werden die JĂŒnger sich als Kirche formieren und zur Braut Jesu werden und so auf immer mit ihm vereint sein.

3. Neues Leben, das das alte Maß sprengt. Die aus Jesu geöffneter Seite entspringende Kirche wird der neue Stoff sein, der das Kleid des Alten Bundes zum Reißen bringt, der neue Wein, der den alten Schlauch des Gesetzes zerreißt. Das neue Gewand ist die Gnade, mit der Jesus Christus das SĂŒndenkleid des alten Menschen ersetzt. Der neue Wein ist die Liebe Jesu, die ausgegossen wurde ĂŒber die ganze Welt am Holze des Kreuzes. Die Gesetze des alten Bundes können diese FĂŒlle neuen Lebens nicht mehr fassen. Der Mensch muss sein altes SĂŒndenkleid ablegen und sich das neue Heilsgewand anlegen lassen. Er muss den alten Schlauch der Gesetzesgerechtigkeit zurĂŒcklassen und den neuen Schlauch seines Glaubens an die Liebe Gottes hinhalten, um die FĂŒlle fassen zu können, die aus Jesu Hingabe entspringt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wenn du dich mir in meinem Leben offenbarst und mich zum Glauben an dich einlĂ€dst, klammere ich mich doch noch allzu oft an meine selbstgemachten Sicherheiten. Ich ĂŒberwinde sie nicht aus eigener Kraft. Ich bitte dich, hilf mir, mich dir Schritt fĂŒr Schritt anzuvertrauen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute versuchen, eine innere Anregung umzusetzen, die ich im Gebet oder in der Betrachtung empfange.


Der nahe gekommene Gott

16. Januar. 2018

Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Marcellus I. Papst
Hl. Ulrich, Bischof
Hl. Theobald OFM
Hl. Tillo von Solignac OSB, Abt

Angelika Knauf

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine JĂŒnger Ähren ab. Da sagten die PharisĂ€er zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fĂŒgte hinzu: Der Sabbat ist fĂŒr den Menschen da, nicht der Mensch fĂŒr den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch ĂŒber den Sabbat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mein Gott, du bist der Herr ĂŒber das Gesetz. Deine Gebote sind vom Geist der Liebe erfĂŒllt. Sie sollen den Menschen zu seiner GrĂ¶ĂŸe in dir fĂŒhren.

Bitte: Herr, hilf mir, mich nicht hinter Regeln zu verstecken, wenn du mich zur persönlichen Begegnung mit dir rufst.

1. Glaube fĂŒhrt zur Begegnung mit Gott. Dass die JĂŒnger Ähren abrissen, um ihren unmittelbaren Hunger damit zu stillen, war nach den Vorschriften des Gesetzes erlaubt. Die PharisĂ€er stoßen sich trotzdem daran. Wie aus dem Fasten haben sie auch aus dem Sabbat einen Selbstzweck gemacht. Der Sabbat sollte dem Menschen dazu dienen, nicht zu vergessen, dass er Geschöpf Gottes ist und alles ihm verdankt. Doch hier ist Gott selbst in Jesus anwesend, die JĂŒnger sind in seiner Gegenwart, folgen ihm. Sie glauben an ihn, so brauchen sie den Sabbat nicht, um Gott nahe zu sein. Die PharisĂ€er hingegen lehnen die Gottheit Jesu ab, können Gott in ihm gerade deshalb nicht begegnen, weil sie in Vorschriften verharren, die Gott selbst untergeordnet sind.

2. Gott baut uns BrĂŒcken zu sich. Jesus verteidigt die JĂŒnger und die Worte, die er dazu wĂ€hlt, möchten auch den PharisĂ€ern eine BrĂŒcke zum Verstehen bauen. Er erinnert sie daran, wie David auf der Flucht vor der ungerechten Verfolgung des Königs Saul Hilfe bei dem Priester Ahimelech, dem Vater des Abjatar, erhielt. Er gab ihm die heiligen Brote aus dem Haus Gottes zur Nahrung und legte damit auch Zeugnis dafĂŒr ab, dass das Recht im Streit mit Saul auf Davids Seite stand. Jesu ErklĂ€rung ist wie eine Einladung an die PharisĂ€er, es dem Priester aus der Zeit Davids gleichzutun und nun Jesus als den rechtmĂ€ĂŸig von Gott Gesalbten anzuerkennen. WĂŒrden sie sich zu Jesus bekennen, kĂ€me der Sabbat, dessen Stellung sie so vehement verteidigen, zu seiner ErfĂŒllung: Beziehung mit Gott zu ermöglichen.

3. Nicht Knecht, sondern Freund. Doch die PharisĂ€er weigern sich, sie wollen nicht glauben. So muss Jesus seine Herrschaft vor ihnen aufrichten. So demĂŒtig er auch ist, will er doch seine AutoritĂ€t nicht leugnen, wenn es um das Heil der Menschen geht. Er weist darauf hin, dass der Sabbat dazu da ist, den Menschen zu erhöhen, nicht um ihm Lasten aufzuerlegen. Denn der Mensch, der am Sabbat seines Schöpfers gedenkt, wird auch daran erinnert, dass er als Abbild dieses Schöpfers geschaffen ist und sich nicht von den Dingen dieser Welt beherrschen und von Gott trennen lassen soll. Die Dinge dieser Welt sollen ihm dienen, z.B. seinen Hunger stillen. Sowohl als Gott, als auch als Mensch ist Jesus Herr ĂŒber den Sabbat. Die PharisĂ€er erheben sich ĂŒber Jesus, anerkennen ihn nicht als Herrn. Sie erniedrigen sich zu Knechten des Gesetzes, wĂ€hrend Jesus sie zu Freunden Gottes machen will.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, als mein Gott willst du mir begegnen, mit mir sein. Doch oft traue ich deiner Liebe nicht bis zuletzt, misstraue noch etwas deiner persönlichen, wirklich konkreten Zuwendung zu mir. So bleibe ich ein „bĂŒrgerlicher“ Christ, der sich lieber hinter vertrauten Regeln verschanzt. Lass mich erkennen, dass deine Gebote Hilfen sind, um mich auf die Begegnung mit dir vorzubereiten. Und lass diese Begegnung mir alles bedeuten.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute zuerst die Begegnung mit Jesus suchen und mich dann von ihm fĂŒhren lassen.


Das Drama unserer Freiheit

17. Januar 2018

Gedenktag
Hl. Antonius d. Gr., Mönchsvater
Hl. Beatrix von Cappenberg OPraem

Angelika Knauf

Mk 3,1-6
In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nĂ€mlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer ĂŒber ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die PharisĂ€er hinaus und fassten zusammen mit den AnhĂ€ngern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund. (GL 344)

Bitte: Jesus, sende mir den Heiligen Geist, damit ich zum rechten Gebrauch meiner Freiheit finde!

1. DĂŒrrem gieße Leben ein! Der Mann mit der verdorrten Hand ist wie ein Bild fĂŒr den Menschen, der der Erlösung bedarf. Durch die SĂŒnde von seinem Schöpfer getrennt, kann er die Werke nicht mehr verrichten, zu denen er als Abbild Gottes berufen war. Die tĂ€tige Hand des Menschen wurde lahm, als sich durch die Abwendung von Gott sein Herz verkehrt ausrichtete. Der Mann in diesem Evangelium sitzt jedoch in der Synagoge. Er hat sich schon auf den Weg zu Gott gemacht, er wĂ€re nicht dort, wĂŒrde er nichts von Gott erwarten, wĂ€re er nicht bereit, sich Gott zu nĂ€hern. Die Aufforderung Jesu: „Steh auf und stell dich in die Mitte!“, ist auch wie ein Ruf, in das rechte VerhĂ€ltnis zu Gott und zu sich selbst zurĂŒckzukehren: Du bist Geschöpf eines liebenden Gottes, suche das Leben bei ihm!

2. Löse, was in sich erstarrt! Doch das ist noch nicht genug, um Heilung zu erfahren. Jesus fordert den Mann auf: „Streck deine Hand aus!“ Im Ausstrecken der Hand offenbart der Mann seine SchwĂ€che, er bekennt sich zu ihr, verbirgt sie nicht. Zugleich hĂ€lt er die Hand auch von sich weg, löst sich also von seiner UnfĂ€higkeit zu guten Werken ab, will darin nicht verbleiben. Das Ausstrecken der Hand ist ebenso Bitte um Heilung, ein Symbol fĂŒr das Verlangen nach Gott, nach dem Heil, das nur er geben kann. Dieser ganze Vorgang ist wie ein Sinnbild fĂŒr das Sakrament der Beichte. Wenn wir es empfangen, sagen wir: Sieh, Jesus, ich suche dich! Schau meine SchwĂ€che, meine SĂŒnde an, ich verberge sie nicht vor dir! Nimm meine SĂŒnde von mir, rette mich! Und was geschieht dann? – Vergebung und Heil: „Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.“

3. Lenke, was den Weg verfehlt! Nichts wird gesagt von einer weiteren Geste Jesu! Allein durch die Befolgung seiner Worte wurde dieser Mann geheilt. Sein Ja zum Heilsangebot Jesu, sein Glaube, sein Vertrauen lĂ€sst das Wunder geschehen. Wie dramatisch und traurig erscheint davor das Verhalten der PharisĂ€er! Sie halten sich Gott buchstĂ€blich vom Leibe und verschanzen sich hinter der ErfĂŒllung von Vorschriften, was mehr ihrem Selbstgefallen dient als der aufrichtigen Suche nach Gott. Jesus schaut der Reihe nach jeden persönlich an: Verstecke dich nicht hinter den anderen, antworte mir persönlich, ob du dich mir öffnen willst; ob auch du neues Leben in dein taubgewordenes Herz einlassen willst! Doch sie wollen nicht! Sie lehnen ihn dermaßen ab, dass sie ihn sogar vernichten wollen. Wie könnte Jesus nicht voll Zorn und Trauer sein!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie oft verstecke ich mich hinter allgemein anerkannten Standards des Christseins, wenn du mich persönlich ansprichst; wenn du mir persönlich dein Heil anbieten willst; wenn es um meine ganz persönliche, bewusste und freie Antwort geht, ob ich dir vertrauen und nachfolgen will. Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Möglicher Vorsatz: Ich will heute offen sein fĂŒr die Begegnung mit Jesus und ihm nicht ausweichen, wenn er mich anspricht. Ich möchte damit ĂŒben, Verantwortung fĂŒr meine Freiheit zu ĂŒbernehmen.


Kein Erkennen ohne Glauben, keine Nachfolge ohne Liebe

18. Januar 2018

Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Beginn der Weltgebetsoktav fĂŒr die Einheit der Christen
Hl. Priska, MĂ€rtyrerin
Hl. Wolfried
Hl. Margareta von Ungarn

Angelika Knauf

Mk3,7-12
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen JĂŒngern an den See zurĂŒck. Viele Menschen aus GalilĂ€a aber folgten ihm. Auch aus JudĂ€a, aus Jerusalem und IdumĂ€a, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen JĂŒngern, sie sollten ein Boot fĂŒr ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrĂŒckt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrĂ€ngten, um ihn zu berĂŒhren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich bekenne vor dir: Du allein bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Bitte: Lass mich nun erkennen, wo ich diesem Bekenntnis noch nicht entspreche.

1. Unsere BedĂŒrftigkeit zulassen. Diese Verse schließen sich im Markusevangelium unmittelbar an die gestrige ErzĂ€hlung an. Welch ein Unterschied: Gestern die Verweigerung der PharisĂ€er, die hinausgehen und beschließen, Jesus zu töten, obwohl sie das Wunder mit eigenen Augen gesehen haben. Hier nun Scharen von Menschen, die von anderen nur gehört hatten, was er tat und sich auf den Weg gemacht haben, um ihm zu begegnen. Selbst wenn einige aus Neugier kommen, so sind doch viele unter ihnen, die sich ihrer BedĂŒrftigkeit bewusst sind. Sie suchen nach dem, was sie sich selbst nicht geben, sondern nur empfangen können. Weite und mĂŒhevolle Wege haben sie dafĂŒr auf sich genommen. Wie sehr kann uns das Beispiel dieser Menschen auf unserem eigenen Glaubensweg ermutigen, wenn er uns gerade weit und mĂŒhevoll erscheint.

2. Erkennen durch Glauben. Jesus lĂ€sst die JĂŒnger ein Boot bereithalten, damit die Menge ihn nicht erdrĂŒcken kann. Was erdrĂŒckt ihn ĂŒber das rein physische HerandrĂ€ngen der Menschen hinaus? Jesus wird von den Menschen erdrĂŒckt, wenn sie in ihm nur ihr irdisches Heil suchen. Letzteres ist wichtig, Jesus heilt immer wieder von Krankheiten oder befreit von DĂ€monen. Doch wenn es allein dabeibleibt, dass die Menschen in ihm nur sich selbst, nur ihr eigenes Wohl suchen, dann engen sie ihn ein. Denn Jesus ist gekommen, die FĂŒlle ewigen Lebens zu bringen. Heilung und Befreiung dienen dazu, sich jener FĂŒlle zu öffnen, die ĂŒber dieses Leben hinausgeht. Jesus wird immer dann erdrĂŒckt, wo wir ihn in unsere irdischen MaßstĂ€be zwĂ€ngen, fĂŒr unsere Zwecke gebrauchen wollen. Dann muss Jesus sich uns entziehen, um uns auf einen anderen Grund zu stellen, der unser Herz weitet: auf den Glauben an seine Person. Das Boot erscheint so wie ein Sinnbild fĂŒr den Zugang zu einem Grund, der tief, lebendig, aber auch unbeherrschbar ist wie das Wasser: Der Glaube.

3. Glaube als Nachfolge.  Solange wir auf Erden sind, erfassen wir Jesus in der FĂŒlle seiner Gottheit nur durch den Glauben. Warum aber lehnt er dann das Zeugnis der unreinen Geister so vehement ab? – Weil sie ihn erkennen, ohne ihm nachzufolgen. Ja mehr noch, gerade diese Erkenntnis wird ihnen zum Anlass, sich gegen ihn aufzulehnen. Das ist wichtig. Denn wir sind uns oft zu sicher, dass wir Jesus folgen wĂŒrden, wenn wir ihn nur leichter erkennen könnten. Doch nur die Bereitschaft zur Liebe fĂŒhrt zu wahrem Erkennen und weiter bis hin zum rechten Handeln. Jedes Mal, wenn wir nicht wahrhaft Liebende werden wollen, werden auch wir Jesus ablehnen, wenn wir ihn erkennen. Lieben bedeutet eben auch, Jesus nachzufolgen, sich ihm nicht zu verweigern. Gerade dann nicht, wenn die Liebe uns Loslösung von unserer Selbstliebe abverlangt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will mich neu mit dir aufmachen, mich deiner Wahrheit öffnen, dein Leben empfangen. Hilf mir, meine BedĂŒrfnisse in deinem Licht zu sehen, mich dir im Glauben ganz zu öffnen und dir in Liebe nachzufolgen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute versuchen, deine Liebe an jemanden weiterzuschenken, den du mir als bedĂŒrftig zeigst.


Kirche ist lebendige Beziehung

19. Januar 2018

Freitag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Agritius, Bischof von Trier
Hl. Marius, MĂ€rtyrer
Hl. Pia von Karthago, MĂ€rtyrerin
Hl. Ratmund OSB, Abt
Hl. Heinrich OCist

Angelika Knauf

Mk 3,13-19
In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwĂ€hlt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht DĂ€monen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus - diesen Beinamen gab er dem Simon -, Jakobus, der Sohn des ZebedĂ€us, und Johannes, der Bruder des Jakobus - ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -, dazu Andreas, Philippus, BartholomĂ€us, MatthĂ€us, Thomas, Jakobus, der Sohn des AlphĂ€us, ThaddĂ€us, Simon KananĂ€us und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist Person, du suchst Begegnung, du rufst beim Namen, du willst Beziehung. Dein Wesen ist Liebe. Ich danke dir dafĂŒr!

Bitte: Ă–ffne meine Seele, meinen Geist und mein Herz deinem Anruf!

1. â€žHerauf“-gerufen zu Jesus. Wieder unmittelbar anschließend an die Begegnung mit den vielen herandrĂ€ngenden Menschen schildert Markus die Szene von der Berufung der Apostel. So erscheint sie wie eine direkte Antwort Jesu auf die Not der Menschen. Sie brauchen Hirten, in denen sie ihn selbst finden können. Und er, Jesus, ist nicht denkbar außerhalb seiner Beziehung zum Vater. Der Berg, auf den er steigt, ist immer wieder der Ort seiner Begegnung mit ihm. Als Sohn des himmlischen Vaters ruft er die zu sich, die er erwĂ€hlt hatte und holt sie in seine Beziehung zum Vater hinein, holt sie aus den Niederungen der Welt herauf zu sich, damit sie auf gleicher Höhe mit ihm seine Apostel sein können.

2. â€žHeraus“-gesandt aus Jesus. Es reicht Jesus nicht, ihnen nur Funktionen und Dienste zu ĂŒbertragen. Nein, er selbst will sich in ihnen vergegenwĂ€rtigen. Diejenigen, die er einsetzt, sollen zuallererst in engster Beziehung mit ihm stehen. So sagt Markus auch zuerst: „die er bei sich haben wollte“. Es geht ihm nicht nur um ein Verstehen seines Auftrags. Er möchte, dass diejenigen, die er zu den Menschen sendet, zuallererst seine WeggefĂ€hrten, dass sie „bei ihm“ sind. Allein aus sich heraus kann der Mensch nicht fruchtbar sein fĂŒr das Reich Gottes. Er wird es auch nicht sein, wenn er nur tut, was ihm aufgetragen wird, ohne sich mit seinem ganzen Herzen einzubringen. Die erste und grundlegendste Voraussetzung fĂŒr jedes Apostolat ist es, ganz bei Jesus zu sein, von Herz zu Herz. Jedem Apostolat, das Frucht bringen soll, geht die Bekehrung des eigenen Herzens voraus. Bekehrung meint nicht nur moralische Besserung, sondern innerste, personale Hinwendung zu Jesus, Einswerdung mit ihm.

3. In Jesus geeint. Markus nennt jeden einzelnen Apostel beim Namen. Er bringt damit zum Ausdruck, dass Jesus immer Einzelne beruft, nicht die Masse. Er kennt, wen er ruft, und er liebt, wen er aussendet. Er schaut nicht so sehr auf die Ă€ußeren FĂ€higkeiten, sondern setzt in innerste Beziehung zu sich, um selbst durch diesen Menschen zu wirken. Und er handelt darin vollkommen frei. Auch die JĂŒnger folgen frei seinem Ruf. Und in diesem freien Zueinander erfolgt ein wirklicher, lebendiger Austausch. Das ist fĂŒr uns von fundamentaler Bedeutung: Die Kirche ist nicht zuerst Institution, sondern ein lebendiger Organismus von einzelnen Personen, ein Leib mit vielen Gliedern, jedes in innerster Beziehung mit Jesus, der Haupt und Herz dieses Leibes ist. Es ist sein Herzblut, welches das Leben der Kirche hervorbringt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bitte dich um Befreiung aus den Automatismen meines Glaubenslebens. Ich bitte dich, mich wieder neu in wahre Beziehung mit dir zu fĂŒhren. Bekehre mein Herz zu dir und lass mich dadurch neues Vertrauen zu den Sakramenten der Kirche finden. Du selbst willst mir begegnen, mich heilen, mich mit dir vereinen.

Möglicher Vorsatz: Jesus ruft mich in seine NĂ€he. Darauf möchte ich antworten und ihm im Sakrament der Beichte begegnen.


„Von Sinnen sein“

20. Januar 2018

Samstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Fabian und Sebastian, MĂ€rtyrer
Hl. Ursula Haider, MĂ€rtyrerin

Angelika Knauf

Mk 3,20-21
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die JĂŒnger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurĂŒckzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist Gott! Wie erschrecke ich manchmal vor deiner GrĂ¶ĂŸe, wie fremd erscheinen mir deine Wege. Doch ich sehne mich zu schauen, was kein Auge gesehen, zu hören, was kein Ohr gehört hat, zu erfahren, was in keines Menschen Herz gedrungen ist: was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.

Bitte: Herr, ich möchte sehend werden!

1. Licht, das sehend macht. Wenn man Gott wahrhaft erfĂ€hrt, entsteht eine ungemein starke Dynamik im Herzen. Die von Gott geschaffene Seele begegnet, vielleicht noch ohne es bewusst zu erkennen, ihrem wahren Sein. Sie wird ĂŒber ihre rein menschlichen BezĂŒge hinausgehoben, sieht plötzlich alles in einem anderen Licht. Es öffnet sich eine innere Logik, die fĂŒr Außenstehende, Unbeteiligte zunĂ€chst nicht nachvollziehbar ist. Wer nun Christus konsequent zu folgen beginnt, wird oft fĂŒr andere, die noch im alten Blick verhaftet sind, zu einer rĂ€tselhaften Gestalt. Er scheint wie von Sinnen. So geht es auch diesen Menschen, die sich an keinerlei Ă€ußere Ordnung mehr zu halten scheinen, um Jesus zu finden. Etwas hat sie berĂŒhrt, das in ihnen eine existenzielle Hoffnung weckt und alles Zweitrangige zurĂŒckdrĂ€ngt.

2. Licht, das blendet. Es kostet Mut, diesem inneren Impuls zu folgen, gerade wenn man sich nicht, wie die Menschen in diesem Evangelium, in einen Kreis Gleichgesinnter einreihen kann. Es kostet Mut, vor denen, die uns am besten zu kennen glauben, wie z.B. unsere Angehörigen und Freunden, einen neuen Weg einzuschlagen. Es kostet Mut, allgemein anerkannte Konventionen zu ĂŒberwinden, in denen sich ein mĂŒde und bĂŒrgerlich gewordenes Christentum bequem eingerichtet hat. Dann kann es Momente geben, in denen die anderen meinen, wir wĂ€ren von Sinnen. Es kann aber auch Momente geben, in denen uns der Herr selbst wie von Sinnen zu sein scheint. Sodass es uns vor der Nachfolge graust. Das mĂŒssen nicht große oder spektakulĂ€re Dinge sein. Vielleicht bittet uns Jesus um kleine, aber grundlegende VerĂ€nderungen. Bekennen wir ihn dann auch noch als unseren Gott, der uns ĂŒbersteigt?

3. Wahres Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Doch „wer begreift den Geist des Herrn? Wer kann ihn belehren?“ (1 Kor 2,16). FĂŒr viele, selbst seine engsten GefĂ€hrten, ist Jesus Christus bis zum letzten Moment seines Lebens Stein des Anstoßes geblieben, ein Zeichen, dem widersprochen wurde. Wir haben uns heute an den Anblick des Kreuzes sehr gewöhnt. Sein Ärgernis erkennen wir selbst erst, wenn wir anderen aufgrund unseres Glaubens anstĂ¶ĂŸig werden. Gott kommt meist in unscheinbaren Ă€ußeren Zeichen oder Begebenheiten auf uns zu. Schauen wir z.B. nur auf die schlichten Ă€ußeren Gesten der heiligen Messe! Ein Herz, das sich dem Geist Gottes öffnet, sieht in diesen Zeichen Unermessliches, eine nie gekannte GrĂ¶ĂŸe und Liebe. Und es möchte dieser Liebe glauben, möchte diesen Glauben auch in der Haltung und in Taten einer ebensolchen Liebe ausdrĂŒcken, damit es „sehend“ bleibt. Wenn wir wie Christus lieben wollen, werden wir fĂŒr diese Welt wie von Sinnen sein. Doch denen, die Christus lieben, wurde ein Sinn gegeben, der ĂŒber dem sichtbaren dieser Welt liegt!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, je mehr ich dich erfahre, desto mehr erkenne ich meine Blindheit. Mein Glaube ist wie fahles Licht, das erst hell zu strahlen beginnt, wenn ich deine Liebe erfahre. StĂ€rke meinen Glauben, vertiefe mein Vertrauen in deine Liebe!

Möglicher Vorsatz: Mit neuem Mut möchte ich in meinem Glauben einen Schritt tun, den ich vielleicht schon lange vor mir herschiebe.