Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 7. Januar 2018 bis 13. Januar 2018

Erste Woche im Jahreskreis

P. Joachim Richter LC, Ilka Haiberger, P. Thomas Fox LC

Der Weg zur wahren FreiheitSonntag
Gottes BotenMontag
Jesus und der DĂ€monDienstag
Jesus besiegt die KrankheitMittwoch
Die Heilung eines AussÀtzigenDonnerstag
„Damit sie das Leben haben und es in FĂŒlle haben“Freitag
Wer will sich erreichen lassen von dem, der gekommen ist?Samstag


Der Weg zur wahren Freiheit

7. Januar 2018

Fest der Taufe des Herrn
Hl. Raimund von Penafort
Hl. Valentin, Bischof von RĂ€tien

P. Joachim Richter LC

Mk 1,7-11
In jener Zeit trat Johannes in der WĂŒste auf und verkĂŒndete: Nach mir kommt einer, der ist stĂ€rker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bĂŒcken, um ihm die Schuhe aufzuschnĂŒren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in GalilĂ€a und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, dein Cousin, Johannes der TĂ€ufer, hat gewusst, wer du wirklich bist; und er hat die Menschen auf dich hingewiesen. Gib, dass auch heute wieder viele erkennen, dass du der Sohn Gottes bist, dem Vater gleich!

Bitte: Du, Jesus, hast dich taufen lassen, um mir ein Beispiel zu geben, dass Umkehr notwendig ist. Mach mich frei von der Meinung der Menschen, damit ich zu dir umkehre, sei es im Gebet, sei es im Sakrament der Versöhnung.

1. Er und ich. Johannes hatte einen ganz klaren Blick dafĂŒr, wer Jesus ist und wer er selber ist: Jesus ist der Erlöser, der Sohn Gottes, heilig, Spender des Heiligen Geistes. Johannes weiß, dass er selber bloß ein Mensch ist, ein Geschöpf, das alles von Gott empfĂ€ngt. Möge mir dieses Bewusstsein meiner Geschöpflichkeit und ErlösungsbedĂŒrftigkeit immer erhalten bleiben, damit ich nie vergesse, wer Er ist und wer ich bin.

2. Solidarische Umkehr. Die Taufe des Johannes war zur Umkehr gedacht. NatĂŒrlich brauchte Jesus, der heilige Sohn Gottes, keine Umkehr. Wovon auch? Aber wieso hat er sich dennoch von Johannes taufen lassen? Er wollte zeigen, dass er solidarisch mit uns sĂŒndigen Menschen ist (vgl. Benedikt XVI. in seinem Buch „Jesus von Nazareth“, Band I). Und er wollte uns mit gutem Beispiel vorangehen, damit wir nicht vergessen, dass wir Umkehr immer wieder nötig haben.

3. Der Vater ist begeistert. Der Vater bestĂ€tigt seinen Sohn und drĂŒckt seine Zufriedenheit mit ihm aus. Sollte es mir nicht das wichtigste Anliegen sein, so zu leben, dass es Gott gefĂ€llt? So, dass Gott einst auch mir die herrlichen Worte zusprechen kann: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. Wie schnell vergeht die Meinung der Menschen! Aber wie Gott ĂŒber mich denkt, wird meine ganze Ewigkeit bestimmen.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Jesus, du erstaunst mich. Denn obwohl du der ewige, heilige Sohn Gottes bist, hast du dich unter diejenigen eingereiht, die bei Johannes durch die Taufe im Jordan Umkehr und Buße gesucht haben. Hilf mir, deinem Beispiel der Demut zu folgen und wie du in allen Bereichen meines Lebens danach zu streben, Gott Vater zu gefallen.

Möglicher Vorsatz: RegelmĂ€ĂŸig zum Sakrament der Versöhnung gehen (alle vier Wochen wĂ€re ein gutes Maß), um in einer Haltung der Umkehr zu bleiben.


Gottes Boten

8. Januar 2018

Montag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Severin, Mönch
Hl. Erhard, Bischof br/>Hl. Gudula (Gudrun)

P. Joachim Richter LC

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes ins GefĂ€ngnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach GalilĂ€a; er verkĂŒndete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von GalilĂ€a entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nĂ€mlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein StĂŒck weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des ZebedĂ€us, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater ZebedĂ€us mit seinen Tagelöhnern im Boot zurĂŒck und folgten Jesus nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist vom Vater gesandt, als Bote des göttlichen Lebens. Du hast weitere Boten in deine Nachfolge berufen und sie ausgesandt, so dass die Wahrheit der Frohen Botschaft durch viele Jahrhunderte bis in unsere Zeit gelangen konnte.

Bitte: Hilf mir zu erkennen, dass jeder Christ ein Glied in der Kette der Weitergabe des Evangeliums ist und dass mir damit eine persönliche und unĂŒbertragbare Verantwortung zukommt.

1. Wie Jesus vorgeht. Welcher Strategie ist Jesus gefolgt, um das Reich Gottes in unserer Welt aufzubauen? Zwei Merkmale lassen sich klar erkennen: 1) Er hat selber das Reich Gottes verkĂŒndet. 2) Er hat Menschen berufen und als ‚Menschenfischer‘ ausgesandt, als seine Apostel.

2. Folgt mir nach! Der erste Schritt in der Nachfolge Jesu ist eine Zeit der JĂŒngerschaft: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Denn vieles mussten sie erst lernen. Auch unser Christsein heute braucht Zeiten, in denen wir unsere persönliche Beziehung zu Christus erneuern und vertiefen, damit wir fĂ€higer werden, Christus als Maßstab, Mitte und Vorbild unseres ganzen Lebens zu nehmen und ihm nachzufolgen.

3. Die Frische der Nachfolge. Sie ließen Familie und Boot zurĂŒck und folgten Jesus nach. Welche radikale Freiheit strahlt diese Szene der Berufung der ersten JĂŒnger aus! Ganz losgelöst von allen irdischen Bindungen gehen sie mit Jesus, binden sich an ihn. Bitte, Herr, lass nicht zu, dass Bindungen an Geschöpfe mich daran hindern, dir mit ungeteiltem Herzen zu dienen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du sollst die Nummer eins in meinem Leben sein. Dich will ich lieben mit ganzem Herzen, mit meinem ganzen Verstand und mit all meinen KrĂ€ften. Nichts und niemanden will ich mehr lieben als dich. Befreie mich von jeglicher ungeordneten Bindung an geschaffene Dinge, damit ich mich vollstĂ€ndig an Dich binden und meine Aufgabe als Bote deines Evangeliums erfĂŒllen kann.

Möglicher Vorsatz: Woran bin ich gebunden? Ich will eine einfache Liste aufstellen mit Dingen und Personen und persönlichen Vorlieben, an die ich gebunden bin. Die Liste will ich im Gebet Gott hinhalten und beten: Herr, hilf mir, ungeordnete Bindungen zu durchbrechen und dir frei und ganzheitlich nachzufolgen.


Jesus und der DĂ€mon

9. Januar 2018

Dienstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Alix de Clerc
Hl. Eberhard, Propst
Hl. Julian, MĂ€rtyrer

Ilka Haiberger

Mk 1,21-28
In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stĂŒrzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkĂŒndet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von GalilĂ€a.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, in der Stille meiner heutigen Gebetszeit möchte ich mich ganz fĂŒr dich öffnen. Gib mir ein offenes Herz und einen wachen Geist – fĂŒr dich.

Bitte: Herr, lass mich verstehen, was du mir heute sagen möchtest.

1. Mit göttlicher Vollmacht. Jesus lehrte in der Synagoge. Er lehrte die Menschen nicht etwas, das er auf dieser Welt von jemandem gelernt oder gehört, sich zuvor schnell angeeignet oder gerade irgendwo gelesen hatte. Nein, er lehrte wie einer, der göttliche Vollmacht hat. Was er zuvor von seinem himmlischen Vater gehört hatte, das lehrte er. Das muss eine gewaltige Erfahrung gewesen sein. Es heißt, die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre.

2. Der unreine Geist. In der Synagoge war ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der unreine Geist plagte den Mann wahrscheinlich schon seit Monaten oder sogar Jahren. Konfrontiert mit Jesus begann der DĂ€mon laut zu schreien und zerrte den Mann hin und her: Gerade dort, wo Jesus in seiner Macht in Erscheinung tritt, wird das Böse sichtbar und wir erkennen, wie Gott und das Böse im Kampf einander gegenĂŒberstehen.

3. Jesus befreit den Mann vom unreinen Geist. Da der DĂ€mon weiß, wer Jesus ist, beginnt er zu schreien. Sicher fĂŒrchtet er sich vor Jesus. Und das zu Recht! Auf der Stelle befreit Jesus den armen Mann von ihm. Mit nur wenigen machtvollen Worten. Wir brauchen vor dem Bösen nicht zu erschrecken. Denn Gott ist allmĂ€chtig. Der Sieg gehört ihm. Wo Jesus zugegen ist, lĂ€sst der Böse und seine Gehilfen vom Menschen ab.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, ich möchte nicht mehr erschrecken, wenn ich dem Bösen begegne. Ich möchte mich dann an dir festhalten und auf dich vertrauen. Gib mir dazu deine Gnade!

Möglicher Vorsatz: Jedes Mal, wenn ich das Kreuzzeichen mache, denke ich an die Macht, die vom Kreuz Christi und von der Anrufung seines Namens ausgeht.


Jesus besiegt die Krankheiten

10. Januar 2018

Mittwoch der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor X, Papst
Hl. Paulus von Theben
Hl. Wilhelm von Donjeon, Erzbischof

Ilka Haiberger

Mk 1,29-39
In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus ĂŒber sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte fĂŒr sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der HaustĂŒr versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele DĂ€monen aus. Und er verbot den DĂ€monen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller FrĂŒhe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz GalilĂ€a, predigte in den Synagogen und trieb die DĂ€monen aus.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, die kommenden Minuten möchte ich dir schenken. Ich möchte zu dir kommen und bei dir sein.

Bitte: Herr, lass mich auf dich schauen und von dir lernen. Lass mich ein Abbild von dir sein.

1. Den Tod vor Augen. Fieber war frĂŒher ein dramatisches Symptom, dem man nichts entgegensetzen konnte. Oft verstarben die Kranken. Man kannte keine Antibiotika, keine Fiebersenker, keine Intensivmedizin. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett und die JĂŒnger sprachen mit Jesus ĂŒber sie. Sie befĂŒrchteten bestimmt, dass sie bald sterben wĂŒrde.

2. Jesus heilt die Kranke. Die Heilung der Schwiegermutter des Simon wird mit knappen Worten und ganz unspektakulĂ€r beschrieben. Jesus ging zu ihr, nahm ihre Hand und richtete sie auf. Daraufhin wich das Fieber und sie konnte die MĂ€nner als Gastgeberin bewirten. So selbstverstĂ€ndlich, als ob nichts anderes zu erwarten gewesen wĂ€re!

3. Das Wichtigste aber
 Nachdem Jesus an diesem Abend noch viele Menschen geheilt und DĂ€monen ausgetrieben hatte, suchte er in aller FrĂŒhe am nĂ€chsten Morgen die Stille, um zu beten. Danach zog er weiter durch ganz GalilĂ€a, um zu predigen. Denn damit erfĂŒllte er den Auftrag seines Vaters im Himmel. Die WĂŒnsche „aller“, die ihn wegen der Wunder suchten, waren ihm nicht so wichtig, wie der Auftrag seines Vaters.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bin erstaunt, wie lapidar, wie selbstverstĂ€ndlich von der Heilung erzĂ€hlt wird. FĂŒr mich ist es eine große Sache, die ich mit meinem Verstand nicht wirklich begreifen kann. Herr, zieh mich ganz nah zu dir, damit ich an deiner Seite ganz in die Welt des Glaubens, der Wunder, der Heilungen und deiner Heilstat eintauche.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte wieder neu auf den Willen des Herrn hören, auf das, wozu er mich erschaffen hat. „Hier bin ich, um deinen Willen zu erfĂŒllen“ – soll meine Haltung sein.


Die Heilung eines AussÀtzigen

11. Januar 2018

Donnerstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Paulin von Aquileia, Patriarch
Hl. Theodosius, Mönch

Ilka Haiberger

Mk 1,40-45
In jener Zeit kam ein AussĂ€tziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berĂŒhrte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schĂ€rfte ihm ein: Nimm dich in acht! ErzĂ€hl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll fĂŒr sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzĂ€hlte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der StĂ€dte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von ĂŒberallher zu ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, ich komme zu dir. Ich setze mich dir zu FĂŒĂŸen, um von dir zu lernen und dir nahe zu sein.

Bitte: Herr, öffne meine Augen fĂŒr dich, öffne mein Herz fĂŒr deine Botschaft und hilf meinem Verstand, damit ich dich liebe und dir in meinem Leben gehorche.

1. Der AussĂ€tzige wird geheilt. Gestern und vorgestern haben wir von Jesus gehört, wie er DĂ€monen ausgetrieben und Kranke geheilt hatte. Nun berichtet der Evangelist Markus von einer weiteren Heilung. Wahrscheinlich hatte der AussĂ€tzige von all den Heilungen gehört. Er sah seine Chance, suchte Jesus und bat um Hilfe. Ein vorbildlicher „Selfmademan“, der die Initiative ergriff, um sich helfen zu lassen.

2. Jesu Wunsch. Jesus bat den geheilten Mann, er möge niemandem von der Heilung erzĂ€hlen und die Ordnung einhalten, die das Gesetz vorsah, indem er sich dem Priester zeigt und das gebotene Reinigungsopfer darbringt. – Meistens geschieht das Gute im Verborgenen und ohne Aufsehen. PflichterfĂŒllung in rechter Absicht und dankbarer Stille begĂŒnstigen seine wahre Ausbreitung.

3. Die „Tratschtante“. Doch der Mann hielt sich nicht an Jesu Wunsch. Er war so erfĂŒllt von dem Ereignis, dass er ĂŒberall davon erzĂ€hlte. Das Ergebnis war fĂŒr Jesus unangenehm. Er konnte sich nirgends mehr blicken lassen und hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich verstehe nicht so recht, warum du dem Mann eingeschĂ€rft hast, niemandem etwas davon zu erzĂ€hlen. War es nicht klar, dass er von seiner Heilung begeistert weitererzĂ€hlen wĂŒrde? Wie hĂ€tte er es fĂŒr sich behalten können?

Möglicher Vorsatz: Herr, hilf mir zu schweigen, wo du es verlangst. Heute werde ich mich im Schweigen ĂŒben. Ich werde einmal meinen Mund halten, wenn die Worte nur so aus mir heraussprudeln wollen.


„Damit sie das Leben haben und es in FĂŒlle haben“

12. Januar 2018

Freitag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Ernst, MĂ€rtyrer
Hl. Johann Kaspar Kratz, MĂ€rtyrer
Hl. Hilda, Äbtissin
Hl. Tatiana, MĂ€rtyrerin

P. Thomas Fox LC

Mk 2,1-12
Als er einige Tage spĂ€ter nach Kafarnaum zurĂŒckkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der TĂŒr Platz war; und er verkĂŒndete ihnen das Wort. Da brachte man einen GelĂ€hmten zu ihm; er wurde von vier MĂ€nnern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den GelĂ€hmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem GelĂ€hmten: Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lĂ€stert Gott. Wer kann SĂŒnden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was fĂŒr Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem GelĂ€hmten zu sagen: Deine SĂŒnden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben. Und er sagte zu dem GelĂ€hmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich möchte dir im Geist begegnen, in meiner Vorstellung, in meiner Wahrnehmung, meinen Sinnen. Ich möchte unbedingt bis zu dir gelangen, vor dir stehen 
 oder liegen. Und da höre ich deine Stimme, wie du sagst: „Dein SĂŒnden sind dir vergeben.“

Bitte: Jesus, hilf mir, mich zu meinem inneren GelĂ€hmten zu bekennen und ihn in Demut und flehentlicher Bitte vor dir herabzulassen.

1. Leben. Was ist das Leben? Aristoteles, dieser griechische Denker aus der Antike, dessen Vater ĂŒbrigens Biologe war (von „bios“, das Leben), sagte einmal, es sei die FĂ€higkeit, sich selbst zu bewegen. Dem GelĂ€hmten fehlte also eine wichtige Lebensfunktion. Deshalb wurde er von vier Menschen getragen. Das letzte StĂŒck Weg war das schwierigste: Oft verhindern Neugierige, MitlĂ€ufer und solche, die bei der Predigt einschlafen, dass fĂŒr wirklich BedĂŒrftige eine Rettungsgasse zur VerfĂŒgung steht. Nur gut, dass sich diese Rettungshelfer nicht entmutigen ließen, denn sie verstanden das Leben wohl auch als einen Kampf ums Überleben, als einen Kampf, um in die NĂ€he Christi und bis vor seine FĂŒĂŸe zu gelangen, damit er als Gott und Urquell des Lebens wahres Leben schenken kann. Denn Jesus sagt: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast“ (Joh 17,3).

2. Nur Gott hat die Macht, Leben zu erschaffen. HĂ€tten die Schriftgelehrten doch in Jesus den wahren Gott erkannt, der hier auf Erden wandelt und sogar SĂŒnden vergeben kann! Er hĂ€tte ihr Herz sicher zu neuem Leben erweckt. Ein Zeichen fĂŒr seine Gottheit war schon das spontane Erkennen ihrer Gedanken, denn vor Gott liegt alles nackt und bloß, auch das Innere unserer Herzen. Wie es an anderer Stelle heißt: „Jesus brauchte von keinem ein Zeugnis ĂŒber den Menschen, denn er wusste, was im Menschen ist“ (Joh 2,25). Und dann das zweite Zeichen, noch offenkundiger: die Heilung „auf Befehl“. Wie der Hauptmann einmal sagte: „Herr, sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund“ (Mt 8,8). Es ist Gottes Vorrecht, auf sein bloßes Wort hin Leben zu schaffen. So steht es im Schöpfungsbericht: „Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht“ (Gen 1,3). Und die Schriftgelehrten kannten ohne Zweifel diese Stelle. Als also der Lahme gehen konnte, hĂ€tte ihnen ein Licht aufgehen sollen: Hier handelt Gott.

3. Leben in FĂŒlle. Der Lahme strebte nicht wie die Schriftgelehrten vom Licht weg. Er wollte nichts verbergen und liebte nicht die Finsternis mehr als das Licht. Im Gegenteil, er landete mit seiner ganzen Last, die er fĂŒr sich selbst war und fĂŒr andere bedeutete, unmittelbar vor Jesus. Wenigstens innerlich muss er sein Schicksal zum Herrn getragen und es vor ihm ausgebreitet haben. Mit offenem Ende. Er hatte noch keine Bitte geĂ€ußert, da kam Jesus ihm und seinen Helfern zuvor. Die Geste allein genĂŒgte ihm, denn er erkennt unsere Absichten von fern. ZunĂ€chst bindet und vertreibt Jesus den Ă€rgsten Feind des Lebens in Gott und mit Gott: die SĂŒnde. Dann heilt er all unsere Blockaden, alles, was uns daran hindert, am Leben in FĂŒlle teilzunehmen. Der Lahme war zwar nicht fĂ€hig, sich physisch fortzubewegen, doch war er noch fĂ€hig, in Glaube und Vertrauen auf Gott zuzugehen. Daher konnte er auch von innen her geheilt werden. Die Wurzel war noch gesund.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich will dieses Leben in FĂŒlle, das du deinen JĂŒngern versprichst. Gib mir zuerst die FĂŒlle der Beziehung zu dir, denn lieben und leben ist geben und nehmen: Ich bitte dich um etwas und du gibst es mir. Du bittest mich um etwas und ich gebe es dir. Wahres Leben ist fĂŒr den Menschen Austausch auf der Ebene des Herzens.

Möglicher Vorsatz: Ich werde versuchen, bedĂŒrftigen Menschen zu vermitteln, dass sie keine Last, sondern eine wahre Bereicherung sind.


Wer will sich erreichen lassen von dem, der gekommen ist?

13. Januar 2018

Samstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Hilarius, Bischof
Hl. Gottfried von Cappenberg OPraem
Hl. Ivette

P. Thomas Fox LC

Mk 2,13-17
In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des AlphĂ€us, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und SĂŒnder zusammen mit ihm und seinen JĂŒngern; denn es folgten ihm schon viele. Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der PharisĂ€er gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und SĂŒndern aß, sagten sie zu seinen JĂŒngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und SĂŒndern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die SĂŒnder zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich möchte dir im Geist begegnen, in meiner Vorstellung, in meiner Wahrnehmung, meinen Sinnen. Ich möchte vor dir stehen. Und nun stehst du vor mir und sagst: „Ich bin gekommen
“.

Bitte: Du Arzt, du Vater, du Hirt meiner Seele!

1. Viele hĂ€ngen von mir und meinem Lebenszeugnis ab. Jesus, wie facettenreich bist du doch! Man findet dich ĂŒberall: in der Stadt, bei den Menschen, draußen am See, du sprichst gern zu den Scharen und lehrst sie, rufst aber auch einzelne Menschen, gehst auf sie zu, sprichst sie an und Ă€nderst ihr Leben. Die Menge ist dir wichtig, weil du den Samen des Wortes ausstreuen und dich an alle im Brot des Lebens verschenken willst. Aber der einzelne Mensch fasziniert dich noch mehr, die Person, weil sie nach deinem Willen das eigentliche Ziel der ganzen Schöpfung ist. Ihr willst du begegnen, um Liebe auszutauschen, göttliche und menschliche, denn wenn du auch nur einen oder eine fĂŒr deinen Vater gewinnst, gibt es viele, die durch sie gerettet werden, weil niemand eine einsame Insel ist, sondern jeder in eine Familie und eine Menge sozialer BezĂŒge eingebunden lebt. Levi war Zöllner. Von ihm und seinem Weg mit dir hing das Schicksal vieler Menschen ab.

2. Der Kranke, die Kranken und der Arzt. Was ist ein Kranker? Ich frage mich manchmal, ob es eigentlich noch gesunde Menschen in dieser Welt gibt! Innere Verletzungen, Ă€ußere Verletzungen, chronische Leiden oder solche, die uns unerwartet fĂŒr eine Zeitlang ĂŒberfallen – eine Grippe oder ein Schnupfen – Allergiker, TherapiebedĂŒrftige, alte Menschen mit ihren tausend Leiden, Burnout mitten im besten Alter, KnochenbrĂŒche – alles kann uns passieren. Und wenn es einem dauerhaft gut geht, kann man leicht in GleichgĂŒltigkeit und Routine fallen, gefĂŒhllos und borniert werden. Jesus war kein Gesundheitsfanatiker. Er betrieb keinen Körperkult. Er war Arzt. Er hatte ein Auge fĂŒr die Kranken. Er kam wegen der Kranken. Wie steht es mit mir? WofĂŒr habe ich ein Auge? Nehme ich die Kranken in meinem Umkreis ĂŒberhaupt wahr?

3. Offenbarung als Heilsdialog: Wort Gottes und Antwort des Menschen. Das heutige Evangelium ist in seinem Herzen eine Berufungsgeschichte – die des Levi. Im Wort Gottes wendet sich Jesus unaufhörlich an uns Menschen und offenbart uns seinen Willen zur Einheit mit uns. Aber die Offenbarung bleibt unvollstĂ€ndig, wenn auf das „Wort“ von Jesu Seite keine angemessene „Antwort“ von unserer Seite erfolgt. Eigentlich hat dann gar keine Offenbarung stattgefunden
 Denn im Leben geht es um wahren Austausch zwischen Mensch und Gott; und um wahren Austausch unter den Menschen. Um der grĂ¶ĂŸeren Liebe willen, um ihr Raum zu verschaffen und wenn nötig, WĂ€lle und Klischees niederzureißen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du sehnst dich nach einer Antwort von uns. Nach einer Antwort, die von Herzen kommt. Befreie uns von allem, was uns gegen deinen Anruf immun macht. All diese Krankheiten, die unser Herz verschließen, eine uneinnehmbare Festung daraus machen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute mit besonderer Aufmerksamkeit die Kranken und die Krankheiten in meinem Umkreis wahrnehmen und, wenn möglich, mein Gebet, meine Hilfe oder Anteilnahme anbieten.