Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Dezember 2017 bis Samstag 16. Dezember 2017

Zweite Woche im Advent

Michaela Weimann, P. Hubert Reiner LC

Bereitet dem Herrn den Weg!Sonntag
Steh auf!Montag
Ich bin die Liebe, die Gott zu mir hat.Dienstag
Die Last der LiebeMittwoch
Wer Ohren hat, der höre!Donnerstag
Weiße Wand oder schwarzer Punkt?Freitag
Gottes verborgene ProphetenSamstag


Bereitet dem Herrn den Weg!

10. Dezember 2017

Zweiter Sonntag im Advent

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 1,1-8
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg fĂŒr dich bahnen. Eine Stimme ruft in der WĂŒste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der TĂ€ufer in der WĂŒste auf und verkĂŒndigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der SĂŒnden. Ganz JudĂ€a und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre SĂŒnden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen GĂŒrtel um seine HĂŒften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkĂŒndete: Nach mir kommt einer, der ist stĂ€rker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bĂŒcken, um ihm die Schuhe aufzuschnĂŒren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich darf weiter auf deine Ankunft zugehen, du nĂ€herst dich. So möchte ich dich heute weiter an mich herantreten lassen und dir bewusst mehr Platz in meinem Herzen einrĂ€umen.

Bitte: Guter Herr, hilf mir, mich bereit zu halten; auf dich und dein Handeln in mir ganz behutsam zu achten und wachsam zu sein, verleihe mir ein wachendes Herz.

1. Wegbereitung. Wir beginnen die zweite Adventswoche, eine weitere Woche, um mich auf die Ankunft des Menschensohnes vorzubereiten. Wahrscheinlich ist das Haus gut dekoriert (Adventskranz, Adventskalender, Lichterketten, Spekulatien, SpritzgebĂ€ck, usw.), all das spiegelt Ă€ußerlich wider, dass wir uns vorbereiten
 Die Äußerlichkeiten helfen uns, doch wie steht es mit der Vorbereitung meines Herzens? Gott will Mensch werden. Er will Mensch in mir werden. Wie kann mein inneres Haus, mein Herz und meine Seele mit wichtigen Elementen (wie Besinnlichkeit, Stille, selbstlose Darbringung, Hingabe an meinen NĂ€chsten
) „dekoriert“ werden? Wie bereite ich mich in Innerlichkeit auf diese nahende Begegnung mit dem kleinen Kind im Stall vor? Wie möchtest du, Christus, dass ich mich in dieser Woche, heute, auf dein Kommen vorbereite?

2. Aufruf zur Umkehr. Wie die Fastenzeit hat die Adventszeit einen Bußcharakter. Die liturgische Farbe drĂŒckt dies aus. Vier Wochen der Vorbereitung, der Wegbereitung, der Umkehr unseres Herzens. Vielleicht kann uns das folgende kurze Stoßgebet als Motto fĂŒr diese Wochen helfen: „Weg von mir und hin zu dir!“ oder mit den Worten des heiligen Nikolaus von der FlĂŒe: „Herr, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.“ Johannes legte Zeugnis fĂŒr Christus ab. Sein Beispiel ist uns ein konkreter Aufruf zur Umkehr. Sei es nun gelegen oder ungelegen. Wo sollte ich nach intensiver Umkehr streben?

3. Wahre Demut. Johannes ist sich seiner Stellung bewusst. Er versteht sich als VorlĂ€ufer und Wegbereiter Jesu. Er hat Jesus mit großer Demut und prophetischem Eifer als Sohn Gottes angekĂŒndigt, und er verstand es, sich vor ihm demĂŒtig zurĂŒckzunehmen. Nun dauert es nicht mehr lange und der Gottessohn möchte sich mir erneut schenken, indem er in der Krippe zu Betlehem die Gestalt eines kleinen, verletzbaren Kindes annimmt. Versuchen wir, uns diesem Geheimnis unseres Glaubens demĂŒtig, besonnen und aufmerksam zu nĂ€hern. Bekennen auch wir wie Johannes: „Ich bin es nicht wert
“

GesprĂ€ch mit Christus: Komm, Herr Jesus, komm! Dringe ein in die Tiefe meines Herzens und meiner Seele. Lehre mich, auf deine Stimme zu hören und dir zu folgen. Du bist der Heiland, auf den wir warten. Du bringst Heil in diese Welt und in mein Leben. Dir vertraue ich mich in dieser Adventszeit an. Komm, Herr Jesus, komm tiefer in mein Herz!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mir heute eine Zeit nehmen, in der ich bewusst still und hellhörig werde. Mit dem Blick auf Christus möchte ich einen ganz konkreten Vorsatz fĂŒr diese zweite Adventswoche fassen. Vielleicht sollte ich mir bewusst vor Augen fĂŒhren, dass die steigende Anzahl Ă€ußerer Verpflichtungen ein Mehr an Besinnlichkeit und Stille verlangt, eine Zeit, die tĂ€glich einzuhalten, ich mir fest vornehme.


Steh auf!

11. Dezember 2017

Montag der zweiten Woche im Advent
Hl. Damasus I., Papst
Hl. Arthur Bell OFM, MĂ€rtyrer
Hl. David von Himmerod OCist

Michaela Weimann

Lk 5,17-26
Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch PharisĂ€er und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern GalilĂ€as und JudĂ€as und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drĂ€ngte ihn dazu, zu heilen. Da brachten einige MĂ€nner einen GelĂ€hmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen. Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine SĂŒnden sind dir vergeben. Da dachten die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er: Wer ist das, dass er eine solche GotteslĂ€sterung wagt? Wer außer Gott kann SĂŒnden vergeben? Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr fĂŒr Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine SĂŒnden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben. Und er sagte zu dem GelĂ€hmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich darf erneut zu dir kommen. StĂ€rke meinen Glauben, vermehre meine Hoffnung und entzĂŒnde in mir das Feuer deiner Liebe, sodass ich auf diese Art und Weise immer weiter zu dir und deinem Willen fĂŒr mich finde und dir alle Ehre und allen Lobpreis darbringe.

Bitte: Ich bitte dich in diesem Gebet, hilf mir, von meinen Belanglosigkeiten, Bequemlichkeiten, inneren Blockaden, von meiner Selbstliebe und meinem Egoismus aufzustehen. Lehre mich, einen Schritt auf dich zuzugehen, um nĂ€her an dein Herz zu gelangen.

1. Was habt ihr fĂŒr Gedanken im Herzen? Jesus kennt uns durch und durch. Er kennt jeden unserer Gedanken, sogar viel besser als wir selber. Je mehr wir auf ihn schauen und hören, desto mehr lernen wir auch ĂŒber uns selber. Welche Gedanken haben mich in diesen Tagen bewegt? Was war dabei friedvoll und wohltuend? Was hat mich vielleicht verletzt oder mich traurig gestimmt? Welche Gedanken habe ich zu reinigen, d.h. welche Gedanken in mir entsprechen nicht dem Denken Jesu? Welche Gedanken haben mein Tun und Handeln beeinflusst? Positiv oder negativ? Ich möchte mir bewusst werden, was ich im Herzen trage und mich so ganz Christus anvertrauen und mich ihm wahrlich ĂŒberlassen. Mich ihm ganz zur VerfĂŒgung stellen.

2. Steh auf! Jesus befahl dem GelĂ€hmten, aufzustehen. So fordert er auch mich auf, von meinen inneren LĂ€hmungen aufzustehen (meinem Stolz, meinen Eitelkeiten, meinen oftmals ungerecht angewandten MaßstĂ€ben, meinen negativen Einstellungen und Sichtweisen, meiner Hartherzigkeit
), mich von ihnen loszumachen und mich in Bewegung zu setzen. Der Advent ist eine Zeit der Vorbereitung. Wir sind eingeladen, uns auf den Weg zu machen, den Weg zu beschreiten, der zur Begegnung mit Christus fĂŒhrt. HĂ€lt mich etwas von dieser Begegnung ab? Liege oder sitze ich noch oder bin ich bereits aufgestanden? Werden wir still und hören wir auf sein „Steh auf!“

3. Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen. Die Leute gerieten außer sich, heißt es. Das Wunder, dass Jesus vollbringt, versetzt sie in Staunen. Auch wir werden am Ende dieser Adventszeit etwas Unglaubliches sehen. Inmitten einer kalten Nacht wird Gottes Sohn in einem Ă€rmlichen Stall Mensch und in eine Krippe gelegt, weitab von allem Glanz und Ruhm. Es hat etwas Geheimnisvolles an sich. Einem Geheimnis sollte man sich am besten voll Dankbarkeit und in betrachtender Stille nĂ€hern. Vertiefen wir uns doch in diese Haltung des Betrachtens, des Staunens, des Verweilens
 und erlernen wir sie.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr und mein Gott, ich möchte nun ganz still werden und, ausgerichtet auf dich, von allen Seiten in deine Gegenwart eingehĂŒllt werden. Ich möchte nur dir gehören und mich ganz in die Reinheit deiner Liebe versenken. Doch zugleich merke ich, wie arm ich bin und wie weit entfernt davon, dich so zu lieben, wie du mich geliebt hast – bis zur völligen Hingabe.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, einen Moment der bewusst gelebten Stille zu suchen. Ich werde mir eine Zeit einrĂ€umen, um zu betrachten, zu staunen und bei ihm und in ihm zu verweilen.


Ich bin die Liebe, die Gott zu mir hat.

12. Dezember 2017

Dienstag der zweiten Woche im Advent
Unsere Liebe Frau von Guadalupe
Hl. Vizelin
Hl. Hartmann CRSA/OSA, Bischof

Michaela Weimann

Mt 18,12-14
In jener Zeit fragte Jesus seine JĂŒnger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lĂ€sst er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurĂŒck und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich ĂŒber dieses eine mehr als ĂŒber die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Am Tag Unserer Lieben Frau von Guadalupe bitte ich dich, Maria, dass du mich auf diesem Weg der Umkehr und Hinkehr zu Christus mitnehmen und mich weiter in sein Herz einfĂŒhren mögest.

Bitte: In diesem Gebet möchte ich fĂŒr alle Priester beten, besonders fĂŒr jene, die in diesen Tagen, den Jahrestag ihrer Weihe begehen. Möge es ein Moment tiefgehender Erneuerung in der Liebe zu Christus sein. Maria, Mutter aller Priester, sorge fĂŒr einen jeden deiner Priestersöhne.

1. Der gute Hirte. Christus ist wahrlich ein guter Hirte, ein besonders großherziger, selbstloser, der uns nie verlĂ€sst. Es scheint fĂŒr ihn normal zu sein, die neunundneunzig Schafe zurĂŒckzulassen, um das verirrte zu suchen. FĂŒr viele von uns wĂ€re es wohl normal, sich auf die große Mehrheit zu konzentrieren, als auf das eine, das - aus welchem Grund auch immer - einen anderen Kurs eingeschlagen hat. Doch der gute Hirt geht seinem Schaf nach. Er sucht es, er nimmt alle Unannehmlichkeiten auf sich, lĂ€sst nicht locker, bis er es findet.

2. Das Irren auf dem Weg. Das Sprichwort: „Irren ist menschlich.“ ist uns gelĂ€ufig. Wann irren wir uns? Die Ursachen sind vielfĂ€ltig: Wenn wir Göttliches nach menschlichen Kriterien beurteilen, wenn es uns an Wissen und Erfahrung fehlt oder auch wenn wir unaufmerksam sind, uns keine MĂŒhe machen und nicht wollen, weil wir andere Vorstellungen haben - also weil wir schwach sind... es ist eben menschlich. FĂŒr niemanden ist es schmeichelhaft, wenn sein Irrtum bloßgestellt wird, doch ob wir wollen oder nicht, wir machen manchmal die Erfahrung. Meistens ist es schmerzhaft, weil man mit seiner eigenen Schwachheit und seinen Grenzen konfrontiert wird, denen wir nur ungern begegnen. Doch dieses Irren (sich verirren) ist der Grund, warum der Hirte sich auf die Suche macht. Christus kommt meiner Schwachheit und meiner Kleinheit, meiner BedĂŒrftigkeit entgegen
 Er gibt mir ein Beispiel, nicht nur im Gleichnis vom guten Hirten, sondern in wenigen Tagen macht er sich selbst zur Kleinheit und BedĂŒrftigkeit schlechthin. Er irrt sich nicht, sondern erwĂ€hlt ganz bewusst genau diese Form. Er möchte mich finden und sich von mir finden lassen.

3. Die wahre Freude des Herrn. Eine der schönsten Freuden, die wir dem Herrn bereiten können, liegt wohl darin, ihn schalten und walten zu lassen, wie es ihm beliebt. Mich von ihm lieben zu lassen, mich von ihm vertrauensvoll fĂŒhren zu lassen, mich (Schwachen und Irrenden) von ihm suchen und finden zu lassen. Oft wollen wir auf seine Liebe mit unserem Tun antworten, doch geht es ihm weniger darum, dass wir etwas mit eigener Kraft fĂŒr ihn leisten, als dass wir bei ihm sind, einfach nur so. Ich bin die Liebe, die Gott zu mir hat. Machen wir ihm in diesen Tagen eine große Freude, indem wir uns von ihm ganz lieben lassen!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich möchte dich in diesen Tagen des Advents wahrlich erfreuen. So möchte ich mich fĂŒr deine feinfĂŒhlige Liebe ganz öffnen, dich in mir wirken lassen. Maria, gute Mutter, entferne alle Hindernisse, die mich von deinem Sohn trennen könnten.

Möglicher Vorsatz: In den Momenten, in denen ich mir heute meiner eigenen Schwachheit und Begrenzung bewusst werde, möchte ich mich dieser rĂŒhmen und mir sagen: „Komm, Herr Jesus, ich bin die Liebe, die du zu mir hast.“


Die Last der Liebe

13. Dezember 2017

Gedenktag
Hl. Luzia, MĂ€rtyrerin
Hl. Odilia, Äbtissin
Hl. Jodok (Jobst)

P. Hubert Reiner LC

Mt 11,28-30
In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du bist ein Gott fĂŒr alle FĂ€lle. Lass mich zu dir kommen, lass mich heute alles bei dir abladen: mich selbst, meine vielen Anliegen, WĂŒnsche und SehnsĂŒchte, die Nöte der ganzen Welt.

Bitte: Herr, mache mich sanft und demĂŒtig von Herzen.

1. Jeder Mensch hat eine Last zu tragen. Jeder Mensch trĂ€gt die Last des Lebens mit sich, sei es in Form der Unzufriedenheit mit sich selbst und ĂŒber die eigene Begrenztheit, sei es in Form des steten Konflikts mit den Mitmenschen oder in Form des Lebenskampfs als solchem.Sogar unseren Glauben erfahren wir oft als Last! „Tu dies, lass jenes, vergiss nicht...“ Das Alte Testament kannte eine Vielzahl von Ge- und Verboten, die der Mensch tĂ€glich genauestens zu beachten hatte.

2. Jesu Last: immer zu lieben. Er gibt uns ein neues Gebot: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Jesus fĂŒgt den Geboten des Alten Testaments keine weiteren hinzu, sondern gibt ein neues Gebot, „sein“ Gebot. Es ist sozusagen sein Markenzeichen, sein Alleinstellungsmerkmal. „Darin liegt die ErfĂŒllung aller anderen Gebote.“Das „Joch“ Jesu besteht darin, immer, in jeder Situation, den Weg der aufrichtigen Liebe zu Gott und zum NĂ€chsten zu gehen.

3. Von der Last zur Lust. Ein Priester wurde von einem kritischen Zeitgenossen angegangen: „Ich halte die Sonntagspflicht fĂŒr eine unertrĂ€gliche Last. Ich gehe nur zur Messe wenn ich Lust dazu habe.“ Worauf der Priester meinte: „Ja, ich auch. Manche Tage habe ich sogar zwei oder dreimal Lust auf die Begegnung mit Gott.“Wenn wirklich die Liebe unser Tun motiviert, dann wird die Last leicht, und unsere Seele findet Ruhe in allem, was wir tun.

GesprĂ€ch mit Christus: Trage dem Herrn alle Deine Lasten vor, und bitte ihn um die Gnade, sie mithilfe seiner Liebe anzunehmen.

Möglicher Vorsatz: In einem schwierigen Moment aus Liebe handeln.


Wer Ohren hat, der höre!

14. Dezember 2017

Gedenktag vom hl. Johannes vom Kreuz OCD, Kirchenlehrer
Hl. Franziska Schervier, OrdensgrĂŒnderin
Hl. Berthold OFM

Michaela Weimann

Mt 11,7b.11-15
In jener Zeit begann Jesus zu der Menge ĂŒber Johannes zu reden: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen grĂ¶ĂŸeren gegeben als Johannes den TĂ€ufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist grĂ¶ĂŸer als er. Seit den Tagen Johannes' des TĂ€ufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die GewalttĂ€tigen reißen es an sich. Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz ĂŒber diese Dinge geweissagt. Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Heute gedenkt die Kirche des heiligen Johannes vom Kreuz, zusammen mit ihm erheben ich mein Gebet zu dir, Herr: „Du nimmst mir ja nicht weg, mein Gott, was du mir in deinem einzigen Sohn, Jesus Christus, einmal gegeben hast; und in ihm hast du mir alles gegeben, was ich mir ĂŒberhaupt wĂŒnschen kann.“

Bitte: Gib, Herr, dass dieses Gebet, diese Begegnung mit dir mich weiter auf deine baldige Ankunft vorbereiten möge. Bereite du mein Herz fĂŒr dich.

1. Das Himmelreich der Gemeinschaft mit Gott. Das heutige Evangelium, ein Gleichnis, will uns helfen, die Botschaft besser zu verkĂŒndigen. Worin besteht die Botschaft? Es geht um das ewige Leben und darum, wie der Weg dahin konkret aussehen kann.Das Himmelreich beginnt bereits auf Erden. Es besteht in der Gemeinschaft mit Gott und fĂŒhrt zum ewigen Leben. Es gibt Menschen, die es nicht annehmen wollen, sie tun ihm Gewalt an, sie handeln zuwider. Aber auch die, die es annehmen wollen, mĂŒssen Gewalt anwenden - allerdings gegen sich selbst, um es an sich zu reißen. Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden.

2. Mit dem GrĂ¶ĂŸten in Verbindung stehen. Bevor das Reich Gottes kommt - so die Prophezeiung des Alten Testaments - muss Elija kommen. Nun sagt der Herr, dass in Johannes Elija gekommen sei. Also beginnt mit Christus das Reich Gottes sich unverhĂŒllt zu offenbaren. Alle Propheten bis Johannes haben ĂŒber diese Dinge geweissagt, Johannes hingegen wies mit dem Finger unmittelbar auf das Reich Gottes hin, weil er Jesus Christus selbst begegnet ist. Von daher ist Johannes der GrĂ¶ĂŸte, weil er mit dem GrĂ¶ĂŸten unmittelbar in Verbindung steht.

3. Wer Ohren hat, der höre! Diese letzte Zeile enthĂ€lt eine Anleitung fĂŒr uns; sie sagt uns, dass wir in unserem Gebet vor allem zuhören sollen, wĂ€hrend Gott zu uns spricht. Umgeben von einer Flut von Worten empfinden wir das Zuhören als fremd, vor allem sind wir nicht daran gewöhnt, uns in einen inneren und Ă€ußeren Zustand der Stille zu begeben, in dem wir fĂŒr die Botschaft Gottes an uns empfĂ€nglich sind. Beim Vernehmen der Botschaft werden wir zur Reue, zur Umkehr, zum Wachstum in der Liebe und zur erneuten Ausrichtung auf ihn hin bewogen.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr und mein Gott, ich möchte ganz still werden. Auch wenn mir die Stille schwerfallen mag, weiß ich, dass sie mich befĂ€higt, mich von dir fĂŒhren zu lassen. Herr, du sprichst leise in mir, ich möchte dir aufmerksam zuhören.

Möglicher Vorsatz: Der heutige Tagesheilige sagte einmal: „Die einzige Sprache, die Er (Gott) hört, ist die Sprache des Schweigens in Liebe.“ So nehme ich mir heute vor, dem Klang der Stille in mir bestĂ€ndig Raum zu verschaffen, um Gott walten zu lassen. Es ist mir möglich, diese Stille zu finden, wenn ich ihrem Klang folge.


Weiße Wand oder schwarzer Punkt?

15. Dezember 2017

Freitag der zweiten Woche im Advent
Hl. Carlo Steeb, Priester
Hl. Wunibald, GrĂŒnderabt von Heidenheim
Hl. Christiane (Nina)

P. Hubert Reiner LC

Mt 11,16-19
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben fĂŒr euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem DĂ€mon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und SĂ€ufer, dieser Freund der Zöllner und SĂŒnder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass mich nicht bloß als Zuschauer auf dein Leben und dein Evangelium schauen. Reiß mich aus meiner Bequemlichkeit und Kritiksucht heraus, hinein in die FĂŒlle des Lebens mit dir.

Bitte: Ăœberwinde meine EinwĂ€nde gegen dein Evangelium.

1. Unser tĂ€glicher Pessimismus. â€žJa, aber...“ sagen wir sehr schnell, wenn wir eine gute Nachricht erhalten. Es kann doch gar nicht so gut sein, wie es klingt! Bestimmt ist da ein Haken dran, etwas, was nicht ganz stimmt. Ich werde es mit kritischem Auge begutachten und verfolgen, bestimmt findet sich ein Makel!Unser Misstrauen Neuem gegenĂŒber ist groß, besonders, wenn es eine gute Nachricht ist. Zu oft wurden wir enttĂ€uscht, zu oft haben sich „Heilige“ als Scheinheilige, ja als echte Gauner entpuppt.

2. Ohne Wagnis kein Gewinn. Christus bringt uns eine Gute Nachricht, die ganz radikal und neu ist: die der Vergebung und die der Gnade Gottes, die er uns schenken möchte. Nicht aufgrund unserer Verdienste, sondern einzig und allein aufgrund seiner Liebe und Großmut. Ihm liegt tatsĂ€chlich nur an uns, nicht an sich selbst.Seine Botschaft, wenn wir sie denn annehmen, wird unser Leben von Grund auf „umkrempeln“, in seinen Fundamenten neu orientieren.Gerade deshalb macht uns das skeptisch, wir hinterfragen und kritisieren, anstatt uns mit kindlichem Vertrauen zu öffnen und unser Leben in die liebende Hand Gottes zu legen.

3. Auf Christi Weg und in seiner Nachfolge meine Grenzen ĂŒberschreiten. Und doch liegt in dieser Botschaft der Weg zu echtem Wachstum, SinnerfĂŒllung und wahrem GlĂŒck in unserem Leben, wenn wir es schaffen, ĂŒber unseren eigenen Schatten zu springen.Christus, der fĂŒr mich zu einem Kind in einer Krippe wird, verdient mein ganzes Vertrauen und meine vorbehaltlose Hingabe. Ihm, und nur ihm, kann ich ohne Wenn und Aber vertrauen und folgen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, höre meine Zweifel und Fragen....Und gib mir Kraft, dir trotzdem zu vertrauen und nachzufolgen.Besonders brauche ich deine Kraft in jener bestimmten Situation..., mit jenem Menschen...

Möglicher Vorsatz: In Situationen, die Entschlusskraft verlangen, mit besonderem Nachdruck vom Evangelium her handeln.


Gottes verborgene Propheten

16. Dezember 2017

Samstag der zweiten Woche im Advent
Hl. Adelheid, Kaiserin
Hl. Sturmius, GrĂŒnderabt von Fulda
Hl. Ado OSB, Erzbischof
Hl. Tanko OSB, Bischof

P. Hubert Reiner LC

Mt 17,9a.10-13
WĂ€hrend Jesus und seine JĂŒnger den Berg hinabstiegen fragten ihn die JĂŒnger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst mĂŒsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden mĂŒssen. Da verstanden die JĂŒnger, dass er von Johannes dem TĂ€ufer sprach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, gib mir ein einfaches, sehendes Herz. Hilf mir, dich in meinem Alltag zu entdecken.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, forme mein Herz nach deinem Herzen.

1. Elija, Johannes und die alten Propheten wurden verkannt. Nach dem Wunder der VerklĂ€rung erscheint Jesus den JĂŒngern in einem neuen Licht, und sie fragen ihn nach Elija, der in der Erscheinung aufgetreten war.Jesus fĂŒgt die Frage in einen grĂ¶ĂŸeren Zusammenhang ein und sieht die Person Elijas als Zeichen der vielen HeilsbemĂŒhungen, die Gott durch die Geschichte hindurch gewirkt hat, die aber immer wieder von den Menschen verkannt und zurĂŒckgewiesen wurden. Auch ihn selbst erwartet dieses Schicksal.

2. Jesus, ein armes Kind in einer Krippe – schwer zu erkennen als der Sohn Gottes! In der Adventszeit bereiten wir uns auf Jesu Geburt im Stall von Bethlehem vor. Auch dort wird er von vielen Menschen nicht erkannt werden. Herodes sieht in ihm einen Konkurrenten, dem es um Macht und Einfluss geht, und will ihn töten. Die Schriftgelehrten und Theologen in seinem Palast wissen um sein Kommen, es kĂŒmmert sie aber nicht. Die Bewohner Bethlehems schließen ihre TĂŒr vor der armen, fremden Familie in Not.Nur die Hirten werden ihn erkennen und anbeten.

3. Gott spricht im Hier und Jetzt, er ist aber schwer zu erkennen. Gott wĂ€hlt bewusst Wege, die nicht unseren Vorstellungen entsprechen. Es sind Wege der Demut, der Einfachheit, der schlichten Gegenwart und Teilnahme am tĂ€glichen Leben.Oft ist er gegenwĂ€rtig im Verborgenen, im AlltĂ€glichen, ohne dass wir ihn erkennen.Wir wehren uns dagegen, ihm Einfluss ĂŒber unser Leben und unsere Entscheidungen zu geben. Seine Botschaft finden wir vielleicht interessant, aber sie spiegelt sich nicht in unserem Urteilen und Handeln wider. In unserem NĂ€chsten sehen wir nicht Gottes Gegenwart, sondern nur BedĂŒrftige, die unsere Bequemlichkeit gefĂ€hrden und unseren Wohlstand in Frage stellen.

GesprĂ€ch mit Christus: Bitte Gott um ein ruhiges, beschauliches Herz, das ihn im Alltag erkennt.

Möglicher Vorsatz: Einem Mitmenschen bewusst helfen und ihn annehmen.