Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. Dezember 2017 bis Samstag 9. Dezember 2017

Erste Woche im Advent

Br. László Erffa, LC

Ein langer AdventSonntag
Mensch des AdventsMontag
Kinder des AdventsDienstag
Hunger nach HeilungMittwoch
Vom Ernst des AdventsDonnerstag
Ein Licht im AdventFreitag
Hirten im AdventSamstag


Ein langer Advent

3. Dezember 2017

Erster Adventssonntag
Hl. Franz Xaver, Ordenspriester, Glaubensbote in Indien und Ostasien

Br. László Erffa, LC

Mk 13,33-37
In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verlie├č, um auf Reisen zu gehen: Er ├╝bertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem T├╝rh├╝ter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er pl├Âtzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du hast uns geschaffen, damit wir in dir unsere Erf├╝llung finden. Wir bitten dich: Schenke uns ein wachsames Herz, damit dein Kommen auch immer neu in unserem Leben Frucht bringen kann.

Bitte: Den Advent gut beginnen, als eine Zeit der Wachsamkeit und des aufmerksamen H├Ârens auf Gott.

1. Langweile. Sie kommt auf, wenn wir uns an etwas gew├Âhnt haben. Oder wenn wir auf etwas warten und es nicht gleich kommt. Auch Gott kann uns manchmal langweilig erscheinen. Und das obwohl, oder gerade weil er in unserem Leben ├╝berall pr├Ąsent ist. Gew├Âhnung l├Ąsst uns ihn dann gar nicht mehr bewusst in seiner Gr├Â├če und Tiefe wahrnehmen, obgleich er eigentlich immer neue ├ťberraschungen f├╝r uns bereith├Ąlt. Er wartet nur darauf, dass wir jeden Tag einen ersten Schritt tun, um unsere Beziehung zu ihm zu erneuern.

2. Schlaf. Das Einschlafen ist f├╝r viele die direkte Konsequenz der Langeweile. Wir h├Âren auf, achtsam zu sein gegen├╝ber Gott und unseren Mitmenschen. Schlaf verhindert die Wachsamkeit. Wessen Geist dem Schlaf verfallen ist, der erf├Ąhrt die Tr├Ągheit, Traurigkeit, die Hoffnungslosigkeit dessen, der Gott nicht mehr erwartet und auch nichts mehr von ihm erwartet. Man sagt sich dann: ÔÇ×Ich brauche Gott nicht,ÔÇť und ÔÇ×Er kommt ja eh nicht.ÔÇť

3. Wachsamkeit. Auch sie ist eine Folge der Langweile. Sobald ein f├╝r Gott sensibler Mensch aber erkennt, dass diese Langweile ihn von Gott trennen k├Ânnte, reagiert er und tut etwas. Wachsamkeit hebt die Langweile dabei nicht einfach auf, macht sie auch nicht spannender. Aber sie weckt im Menschen eine ├ťberzeugung und gibt der Zeit so Sinn. Ein wachsamer Mensch wei├č, dass unsere Sehnsucht nach Gott auf dieser Erde nie ganz erf├╝llt werden wird. Er wei├č, wie einfach sich unser Herz von Gott abwendet und einzuschlafen droht. Und deswegen bittet uns auch Jesus darum, wachsam zu sein. Es liegt an uns, seine Einladung anzunehmen und in die Tat umzusetzen, jeden Tag neu. Dann werden wir in diesem Advent wie W├Ąchter sein, die zun├Ąchst ganz leise Gottes Stimme h├Âren und ihn dann auch selber kommen sehen und an Weihnachten in Empfang nehmen. Wach und mit einer Freude, die durch langes Warten gewachsen ist.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, ich will heute, morgen, ├╝bermorgen deiner Einladung zur Wachsamkeit folgen. Was willst du mir sagen? Und wenn ich deiner Einladung aufrichtig folge und trotzdem immer wieder gegen die Langweile k├Ąmpfen muss? Hilf mir, zu verstehen, dass das Teil unseres Lebens auf dieser Erde ist: Ein st├Ąndiger Advent, ein Warten auf Gott. Aber gerade die Sehnsucht nach dir l├Ąsst auch die Freude wachsen.

M├Âglicher Vorsatz: Dem Herrn heute bei der heiligen Messe mit einem freudigen und wachen Herzen in seinem Wort begegnen und, wenn m├Âglich, ihn in der Eucharistie empfangen.


Mensch des Advents

4. Dezember 2017

Montag der ersten Woche im Advent
Hl. Barbara
Hl. Johannes von Damaskus, Bischof
Adolph Kolping

Br. László Erffa, LC

Mt 8,5-11
Als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gel├Ąhmt zu Hause und hat gro├če Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das h├Ârte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du willst zu allen kommen, die dich noch nicht kennen. Hilf uns Christen, wahre Zeugen deiner Liebe zu sein.

Bitte: Allein in Jesus Christus die Erf├╝llung unserer Sehns├╝chte suchen und finden.

1. Wachsame Menschen. Ein wachsamer Mensch ist jemand, der glaubt, dass Erl├Âsung m├Âglich ist, und auf diese Erl├Âsung hofft. In Demut begegnet er so Jesus und erkennt ihn als den, den sein Herz sucht. Er geht auf Jesus zu und sein Herz wird erf├╝llt; und dabei erh├Ąlt er viel mehr, als er es sich h├Ątte vorstellen k├Ânnen. Jesus will auch mir diese Erfahrung schenken, immer wieder neu.

2. Ein wachsamer Hauptmann. Der Hauptmann vom heutigen Evangelium ist so ein wachsamer Mensch. Er ist nicht dumm; er wei├č, wie die Welt funktioniert. Er ist aber auch ein Mensch, dessen Herz die Not anderer mitempfinden kann, der einen Sinn f├╝r Gerechtigkeit hat. So litt er wohl auch, wenn er sah, wie andere von Ungerechtigkeiten und Krankheiten ÔÇ×gebeuteltÔÇť wurden. Wir k├Ânnen uns vorstellen, wie das war, als er zum ersten Mal von Jesus h├Ârte. Und dann immer mehr hinh├Ârte, wenn ├╝ber diesen Jesus, seine Worte und seine Wundertaten berichtet wurde. Was er h├Ârte, mag in seinem Herzen gerade den Platz gef├╝llt haben, den seine Sehnsucht nach mehr dort bereitet hatte.

3. Ein wachsames Herz. Jesus freut sich ├╝ber den Glauben dieses Mannes. So wie er sich sicher auch immer wieder ├╝ber unseren Glauben freut. Weil Jesus wei├č, dass dieser Glaube nicht etwas Selbstverst├Ąndliches ist. Dass er gerade im erw├Ąhlten Volk Israel keinen solchen Glauben gefunden hat, macht Jesus traurig. Denn diejenigen, die Gottes N├Ąhe auf wunderbare Weise erfahren hatten, sollten doch eigentlich offener f├╝r ihn sein. Aber es geschieht das, was auch immer wieder uns Christen heute passiert: Das Herz wird m├╝de, es h├Ârt und sieht nicht mehr, was Gott ihm schenken will. Es erwartet gar nichts mehr von ihm, und kann so auch nichts mehr empfangen. Die Sehnsucht ist tot. Doch Gott ruft auch heute noch die Herzen der Wachsamen aus Ost und West an seinen Tisch.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, du l├Ądst auch mich immer wieder zu deinem Tisch ein. Wecke in mir die Sehnsucht nach deiner Liebe, und gib mir ein wachsames Herz, um heute, morgen und jeden Tag auf dich zu h├Âren. Und lass mich so auch erkennen, wie sehr du dich danach sehnst, noch mehr Menschen deine Liebe erfahren zu lassen. Kann ich dein Werkzeug hierf├╝r sein?

M├Âglicher Vorsatz: Heute durch mein L├Ącheln einer anderen Person zeigen, dass Gott sie liebt.


Kinder des Advents

5. Dezember 2017

Dienstag der ersten Woche im Advent
Hl. Anno von K├Âln, Erzbischof
Hl. Hartwig (Herwig) Erzbischof
Hl. Reginhard (Reinhard), Bischof
Sel. Philipp Rinaldi

Br. László Erffa, LC

Lk 10,21-24
In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erf├╝llt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unm├╝ndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ├╝bergeben worden; niemand wei├č, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand wei├č, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die J├╝nger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und K├Ânige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten h├Âren, was ihr h├Ârt, und haben es nicht geh├Ârt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du kommst, damit wir das Leben in F├╝lle haben. Gib uns ein waches und dem├╝tiges Herz, damit wir dich erkennen und annehmen k├Ânnen.

Bitte: Uns selbst wollen wir vor Gott als unm├╝ndige Kinder erkennen und ihn als unseren Vater.

1. Unm├╝ndigkeit vor Gott. Jesus kommt zu denen, die offen f├╝r ihn sind. Die um die Begrenztheit ihrer Weisheit und Klugheit wissen. Sie k├Ânnen sich nicht bequem darauf ausruhen und geraten so auch nicht in Versuchung, unachtsam zu werden und einzunicken. Vielmehr ist es gerade die Erfahrung ihrer Unm├╝ndigkeit und Begrenztheit, die ihr Herz auf Gott hin ├Âffnet. Sie sehnen sich nach einer Erf├╝llung, die sie sich nicht selber geben k├Ânnen. Sie warten auf Gott.

2. Reifeprozess. Jesus offenbart uns den Vater. Das ist viel mehr, als wir erwarten k├Ânnen. Wir m├╝ssen da immer wieder in unsere Unm├╝ndigkeit ÔÇ×hineinreifenÔÇť: F├╝r uns als getaufte Christen ist es normal, zigmal am Tag ÔÇ×Gott VaterÔÇť anzurufen. Wir denken dabei aber vielleicht gar nicht dar├╝ber nach, was das eigentlich bedeutet und wie neu und wunderbar es damals f├╝r die Apostel geklungen haben mag, dass Gott f├╝r Jesus wirklich ÔÇ×VaterÔÇť war. Der Advent ist eine gute Zeit, um dieser Erfahrung der Apostel nachzusp├╝ren. Staunend schauen sie Jesus beim Beten zu und h├Âren, wie er als wahrer Sohn den Vater anspricht. Schauen wir dabei auch auf die Freude, die Jesus ausstrahlt: Vom Heiligen Geist erf├╝llt, preist er den Vater und dankt ihm daf├╝r, dass er sich auch uns armen, unm├╝ndigen Kindern offenbaren wollte. Denn so k├Ânnen auch wir diese Freude erfahren, S├Âhne Gottes zu sein ÔÇô pers├Ânlich von ihm geliebt.

3. Vollj├Ąhrigkeit. Verstehe ich, was ich hier sehen und h├Âren kann? Weckt es Sehnsucht in meinem Herzen? Wenn ja, dann gilt auch mir das Wort Jesu an die Apostel: ÔÇ×Selig bist du, weil du siehst, wonach sich schon so viele vor dir gesehnt haben, ohne es jemals zu sehen.ÔÇť Und wenn mich sein Wort heute kalt l├Ąsst, dann muss ich auch das als eine Begrenzung annehmen, die ich als unm├╝ndiges Kind vor Gott habe: Mein Egoismus, meine Selbstbezogenheit oder vielleicht auch nur meine erkaltete Beziehung zu ihm, weil ich mich schon an ihn gew├Âhnt habe. In Demut kann ich ihn dann bitten, er m├Âge die Sehnsucht in meinem Herzen vermehren.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, danke, dass du deine Freude mit mir teilst. Danke, dass du mir den Vater offenbarst und mich immer mehr in seine Liebe einf├╝hren willst. Und wenn ich diese Liebe jeden Tag neu, jeden Tag mehr erfahre, dann lass sie bitte ├╝berspringen auf die Menschen um mich herum.

M├Âglicher Vorsatz: Heute aufmerksam sein und eine kleine Gelegenheit nutzen, um vor Gott Demut zu ├╝ben.


Hunger nach Heilung

6. Dezember 2017

Mittwoch der ersten Woche im Advent
Hl. Nikolaus von Myra, Bischof
Hl. Dionysia, M├Ąrtyrerin
Henrika Fa├čbender OFM

Br. László Erffa, LC

Mt 15,29-37
Jesus zog weiter und kam an den See von Galil├Ąa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Kr├╝ppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme pl├Âtzlich redeten, Kr├╝ppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels. Jesus rief seine J├╝nger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen. Da sagten die J├╝nger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen? Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den J├╝ngern, und die J├╝nger verteilten sie an die Leute. Und alle a├čen und wurden satt. Dann sammelte man die ├╝brig gebliebenen Brotst├╝cke ein, sieben K├Ârbe voll.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du willst alle Menschen heilen. Hilf uns, dass wir trotz unserem Mangel an Bescheidenheit ein Werkzeug deiner Barmherzigkeit werden k├Ânnen.

Bitte: Gottes Mitleid begegnen.

1. Wenig. Wir k├Ânnen Jesus nicht viel geben. Die Frage entsteht: Sollen wir die Menschen wegschicken oder sieben Brote verteilen? Oder was k├Ânnen wir sonst tun? Erst wenn wir uns unserer Unzul├Ąnglichkeit bewusstwerden, k├Ânnen wir Jesus wirken lassen. Es tut uns weh, nicht mehr tun zu k├Ânnen. Wir m├╝ssen mit dem Wenigen, was wir haben, aufwarten, um ihn handeln zu lassen. In der Hoffnung bzw. ├ťberzeugung, dass er schon eine L├Âsung finden wird.

2. Mehr. Jesus will unsere Sehnsucht stillen. Zun├Ąchst heilt er die Menschen ├Ąu├čerlich. Dann n├Ąhrt er sie mit seinem Wort und mit Brot. Mit jeder k├Ârperlichen Heilung und jeder Stillung des Hungers w├Ąchst die Sehnsucht der Menschen nach einer endg├╝ltigen Befreiung und nach einer Speise, die unserem geistigen Hunger entgegenkommt. Jesus gibt uns also immer viel mehr, als wir erwarten. Immer ├╝bertrifft er alle unsere Erwartungen, weckt aber auch neue Sehns├╝chte.

3. Der Hunger bleibt. Es bleiben sieben K├Ârbe voller Brot ├╝brig, der leibliche Hunger ist also aufs Erste gestillt. Und jetzt? Die Menschen werden wieder hungrig werden. Aber sie haben etwas erlebt, was sie v├Âllig ver├Ąndert hat: Sie haben durch die Heilungen und die F├╝lle der Gaben Gottes Gegenwart erfahren. Noch nicht so deutlich und klar wie bei seiner Kreuzigung und Auferstehung, und auch nicht so stark wie bei der Ausgie├čung des Geistes zu Pfingsten. Aber es ist ein Beginn, eine Hoffnung. Ein Advent, wie der erste Lichtstreifen eines neuen Tages am Horizont.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, ich will dich immer wieder neu erfahren und mich immer mehr nach dir sehnen. Jedes Mal, wenn du meinen Hunger stillst, wird mein Hunger nach dir gr├Â├čer. Hilf mir zu verstehen, dass mein Herz erst dann ganz erf├╝llt sein kann, wenn ich auf ewig bei dir und deinem Vater bin.

M├Âglicher Vorsatz: Den Hunger eines Menschen nach Gott stillen, indem wir ihm ein Wort aus der Heiligen Schrift geben.


Vom Ernst des Advents

7. Dezember 2017

Gedenktag
Hl. Ambrosius, Bischof von Mailand, Kirchenlehrer
Hl. Gerald (Gerhard) OSB

Br. László Erffa, LC

Mt 7,21,24-27
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erf├╝llt. Wer diese meine Worte h├Ârt und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die St├╝rme tobten und an dem Haus r├╝ttelten, da st├╝rzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte h├Ârt und nicht danach handelt, ist wie ein unvern├╝nftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die St├╝rme tobten und an dem Haus r├╝ttelten, da st├╝rzte es ein und wurde v├Âllig zerst├Ârt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, mein Leben kommt von dir und ist auf dich ausgerichtet. Hilf mir zu erkennen, was du von mir willst und dementsprechend zu leben.

Bitte: Mein Leben auf Felsen bauen.

1. Wachsamkeit mit Konsequenz. Es geht nicht nur darum, auf Gott zu h├Âren ÔÇô wir m├╝ssen auch seinen Willen tun, ihn in die Tat umsetzen. Das ist das Fundament, was wir brauchen, um wachsam zu sein, umh├Âren und antworten und dann wieder handeln und auf Felsen bauen zu k├Ânnen. Und gerade wenn unser Haus fest gebaut ist, sollte es noch einfacher sein, auf Gott zu lauschen.

2. St├╝rme werden kommen. Es wird nat├╝rlich auch sch├Âne Zeiten geben. Aber dann wieder einen Wolkenbruch und Wassermassen. Sollte uns das ├╝berraschen? Das alles ist Teil unseres Wartens auf Gott. Es darf uns nicht allzu sehr von dem ablenken, was wirklich wichtig ist. Und es bedeutet auch, dass wir unser geistiges Zuhause immer wieder ein wenig ausbessern m├╝ssen.

3. Felsenfest. Es macht ├╝brigens einen Unterschied, auf welchen Felsen wir bauen. Nach jedem Sturm haben wir die Gelegenheit, uns zu vergewissern, ob unser Fels wirklich so fest wie jener ist, von dem Jesus im Evangelium spricht. Denn dieser Fels ist Jesus selbst. Nichts Anderes kann unserem Leben Halt geben. Und wenn wir merken, dass wir doch nicht so fest stehen, liegt das nicht an ihm, sondern vielleicht daran, dass wir f├╝r unser Fundament ein wenig tiefer graben m├╝ssen, damit es wirklich direkt auf ihm zu liegen kommt.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, ich m├Âchte mein Leben ganz auf dich bauen. Hilf mir zu verstehen, dass dies ein Prozess ist, der in diesem Leben nie restlos vollendet sein wird. Hilf mir, in jedem Sturm, der an meinem Haus r├╝ttelt, eine Gelegenheit zu sehen, mein Leben noch besser auf das sichere Fundament deiner Liebe zu stellen.

M├Âglicher Vorsatz: Am Ende des Tages will ich heute zur├╝ckblicken und schauen, welche St├╝rme ich meistern musste, und was sie mir ├╝ber die Festigkeit meines Hauses und seiner Verankerung in Christus gesagt haben.


Ein Licht im Advent

8. Dezember 2017

Hochfest der ohne Erbs├╝nde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria
Hl. Alfrida (Elfrida) Edith und Sabina M├Ąrtyrerinnen
Konstantin, Abt

Br. László Erffa, LC

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galil├Ąa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegr├╝├čt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ├╝ber die Anrede und ├╝berlegte, was dieser Gru├č zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: F├╝rchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du geb├Ąren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird gro├č sein und Sohn des H├Âchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ├╝ber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ├╝ber dich kommen, und die Kraft des H├Âchsten wird dich ├╝berschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn f├╝r Gott ist nichts unm├Âglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verlie├č sie der Engel.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du hast uns in Maria ein Beispiel gegeben, wie wir die Adventszeit auf fruchtbare Weise leben k├Ânnen. Bring uns durch ihre m├╝tterliche Liebe immer n├Ąher zu dir.

Bitte: Von Maria lernen, die Zeit des Advents gut zu leben.

1. Maria wartet.  Was macht Maria so empf├Ąnglich f├╝r die Botschaft des Engels? Es ist wohl die adventliche Sehnsucht, die Wachsamkeit, mit der sie auf die Erl├Âsung Israels wartet. Inmitten des Leidens und der Ungerechtigkeit gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Gott doch noch kommen wird, weil Gott sein Volk liebt und es retten will. Es ist gerade diese Hoffnung und Sehnsucht, die Marias Unbeflecktes Herz auszeichnet, und die sie so empf├Ąnglich f├╝r Gott macht. So hat sie ÔÇ×bei Gott Gnade gefunden.ÔÇť

2. Maria stellt Fragen.  Immer wieder ├╝berrascht uns Gott: Er gibt uns grunds├Ątzlich mehr, als wir erwarten. Das ist f├╝r uns nicht immer einfach zu begreifen, besonders dann, wenn es nicht unseren eigenen Pl├Ąnen entspricht: ÔÇ×Wie soll das geschehen?ÔÇť Fragen bedeutet dabei aber nicht gleich zweifeln, sondern ist auch und vor allem ein Ausdruck der Freude und der Anerkennung der Gr├Â├če Gottes. Einer Gr├Â├če, wie wir sie uns selbst in unseren k├╝hnsten Vorstellungen nie h├Ątten tr├Ąumen lassen.

3. Maria gibt Antwort.  Nur ein wachsames Herz, das Gottes liebende F├╝rsorge und Gegenwart erfahren hat, kann auch antworten und bereit sein, Gott alles zu geben. Keiner von uns hat die Berufung, Mutter des Erl├Âsers zu sein, aber auch wir k├Ânnen in unserem Leben und durch unsere Offenheit gegen├╝ber Gott dazu beitragen, dass er in dieser Welt ein wenig sichtbarer, ein wenig sp├╝rbarer gegenw├Ąrtig wird. Denn das ist die Antwort Gottes auf die Sehnsucht der Menschen: Er will kommen, aber dazu m├Âchte er sich menschlicher Werkzeuge bedienen.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, danke f├╝r das Geschenk deiner Mutter! Sie f├╝hrt uns durch ihr Vorbild und ihre F├╝rbitte zu dir. Hilf mir, wie du ein treuer Sohn zu sein, der auf sie schaut und von ihr lernt, Gott zu lieben. Was kann ich von Maria noch lernen?

M├Âglicher Vorsatz:  Heute ein Bild der Gottesmutter Maria in meinem Haus sch├Ân herrichten und ein wenig im Gebet davor verweilen. Wo Maria sich gerne aufh├Ąlt, wird auch Jesus gerne sein.


Hirten im Advent

9. Dezember 2017

Samstag der ersten Woche im Advent
Hl. Juan Diego
Hl. Liborius Wagner
Hl. Eucharius, Bischof
Petrus Fourier

Br. László Erffa, LC

Mt 9,35-10,1.6-8
In jener Zeit zog Jesus durch alle St├Ądte und D├Ârfer, lehrte in ihren Synagogen, verk├╝ndete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren m├╝de und ersch├Âpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen J├╝ngern: Die Ernte ist gro├č, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f├╝r seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zw├Âlf J├╝nger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Er gebot ihnen: Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verk├╝ndet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Auss├Ątzige rein, treibt D├Ąmonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du hast Mitleid mit den Menschen, die dich nicht kennen und daher dein Licht noch nicht gesehen haben. Du willst auch durch uns zu diesen Menschen gelangen. Hilf uns, Boten deiner Barmherzigkeit zu sein.

Bitte: Das Mitleid Jesu erfahren.

1. Schafe ohne Hirten. Ohne den Hirten sind die Schafe orientierungslos. Auf der Suche nach Futter laufen sie hin und her, geraten auf gef├Ąhrliche Pfade und haben keine Sicherheit mehr. Heute geschieht das im ├╝bertragenen Sinne vielleicht noch mehr als je zuvor: Wir sind m├╝de und ersch├Âpft, stolpern dahin, ohne Richtung und ohne Kraft. Kein Wunder, das Jesus Mitleid mit uns hat. Und dieses Mitleid k├Ânnen wir erfahren, indem wir uns ihm ├Âffnen und unsere Verlorenheit bekennen.

2. Ernte ohne Arbeiter. Die Sehnsucht der Menschen nach etwas Gro├čem ist da. Es braucht nur jemanden, der sie anspricht, sie zu Gott f├╝hrt und ihnen zeigt, dass er die Erf├╝llung all ihrer Sehns├╝chte ist. Jemanden, der das vorher auch an sich erfahren hat, wie die J├╝nger, die Jesus jeden Tag zuh├Âren konnten.

3. Geben ohne Lohn. Jesus will durch uns viele Menschen erreichen. In der Kirche und au├čerhalb. Dazu schenkt er uns immer neu die Erfahrung seiner Liebe. Unser Teil ist es, wachsam zu sein, offen und sehns├╝chtig auf ihn zu warten. Umsonst empfangen wir das alles, und geben es auch gerne umsonst weiter. Einen Lohn gibt es trotzdem: Die Freude, die die Menschen erfahren, die Christus kennenlernen d├╝rfen. Und dieser Lohn, der alle unsere Erwartungen ├╝bersteigt, ist Christus selber.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, ich danke dir f├╝r die Freude, dich zu kennen und zu lieben. Wie kann ich diese Freude mit anderen teilen? Danke auch f├╝r die Gnade, in dir ausruhen zu d├╝rfen.

M├Âglicher Vorsatz:  Heute ein Ges├Ątz des Rosenkranzes beten oder ein anderes kleines Gebet um Berufungen zum Priestertum verrichten.