Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. November 2017 bis Samstag 18. November 2017

Zweiunddreißigste Woche im Jahreskreis

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Jesus und ichSonntag
Jesus lehrt michMontag
Bin ich Sklave oder Freund?Dienstag
Dankbar seinMittwoch
Sehnsucht nach dem Reich GottesDonnerstag
Meine SicherheitFreitag
Mein VaterSamstag


Jesus und ich

12. November 2017

Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 25,1-13
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem BrĂ€utigam entgegengingen. FĂŒnf von ihnen waren töricht, und fĂŒnf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in KrĂŒgen mit. Als nun der BrĂ€utigam lange nicht kam, wurden sie alle mĂŒde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der BrĂ€utigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder fĂŒr uns noch fĂŒr euch; geht doch zu den HĂ€ndlern und kauft, was ihr braucht. WĂ€hrend sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der BrĂ€utigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die TĂŒr wurde zugeschlossen. SpĂ€ter kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach und auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, fĂŒr eine kurze Weile möchte ich an diesem Tag ruhig werden. Ich will deine Stimme hören. Wenn ich still werde, tauchen viele Stimmen in mir auf. Ich will mich aber nur auf deine Stimme einlassen und sie hören. Ich will die Dinge in deinem Licht sehen.

Bitte: Jesus, ich möchte in deinem Licht leben. Du bist mein Licht. Nimm die Dunkelheit aus meinem Herzen!

1. Ich - mitten in der Nacht. Mitternacht. Ich ziehe mich warm an, öffne die TĂŒr. Der Himmel ist klar und die Sterne funkeln. Die Luft ist sehr frisch. Ich gehe durch die Straßen in einen Wald. Zuerst sehe ich kaum „die Hand vor den Augen“. Erst nach und nach erkennen meine Augen BĂŒsche und BĂ€ume. Aber eben nur in schwarzen oder grauen Farbtönen. Das GrĂŒn bleibt mir verborgen.Bei Nacht und ohne Licht ist nicht viel zu erkennen. Die zehn Jungfrauen warteten bis in die Nacht hinein. Auch mein Geist befindet sich manchmal in einer dunklen Nacht, denn man kann das ÜbernatĂŒrliche nicht unmittelbar erkennen, begreifen oder anfassen. Nur meine innere Erfahrung, dass nach der Nacht die Sonne wieder bald scheinen wird, stĂ€rkt mich. Es wird dann hell und ich kann wieder jede Farbe sehen.Kenne ich diese Erfahrung und hĂŒte sie in meinem Herzen, dass ich in dunklen Momenten meiner Seele, wenn ich Gott weder spĂŒren noch fassen kann, Jesus als einziges Licht anrufe, das mich das Farbenspiel Gottes wieder erkennen lĂ€sst? Greife ich nach dieser Hoffnung?

2. Ich - und der BrĂ€utigam. Oft lĂ€sst Jesus auf sich warten. Oft darf ich in der Dunkelheit ausharren. Es ist nicht leicht und hĂ€ufig schmerzhaft, auszuharren, wenn sich innerlich eine Leere oder eine Dunkelheit breitmacht. Diese Leere besteht in der Abwesenheit dessen, nach dem man sich so sehr sehnt. Oder sie besteht darin, nicht einmal mehr diese Sehnsucht zu spĂŒren. Was kann ich machen? Nichts, was in meiner Macht steht! Einfach nichts, nur ausharren und auf den Anderen hoffen, darauf, dass Er handelt; aushalten. Jede Mutter, die ein Kind erwartet, weiß, dass das Ausharren wĂ€hrend der Wehen der einzige Weg ist. Und gleichzeitig kann sie davon berichten, wie schön es ist, ihr Kind endlich in die Arme zu nehmen und es an ihr Herz zu legen. Das Ausharren und Warten lohnt sich. Die Leere verschwindet sofort, wenn das Ausharren hoffnungsvoll wird. Die fĂŒnf „törichten“ Jungfrauen konnten nicht hoffnungsvoll ausharren, weil sie kein extra Öl mit dabeihatten. Die Klugen hingegen warteten mit Sehnsucht und mit großer Freude. VerspĂŒre ich eine tiefe Sehnsucht, Jesus zu begegnen, auf Jesus zu warten? Oder harre ich Tag fĂŒr Tag aus und beschwere mich nur ĂŒber die Leere und Dunkelheit, die ich verspĂŒre?

3. Ich – und meine Lampe. Oft beschwere ich mich, weil ich ĂŒber einen langen Zeitraum hinweg vergeblich auf eine Besserung gewartet habe – in meinem Beruf, in meinen Beziehungen mit mir selbst oder mit anderen. Jesus zu besitzen, ist eine Gnade, ein freies Geschenk. Letztlich kann ich es mir nicht und muss ich es mir nicht erarbeiten. Jesus will es mir schenken. Ich muss mich nur vorbereiten. Was ist meine Lampe? Die Sehnsucht. Ohne Sehnsucht wird jedes freie Geschenk etwas SelbstverstĂ€ndliches. Die Sehnsucht kann ich nur mit dem Öl, der Kraft des Heiligen Geistes, immer wieder neu entfachen. Gebet, Askese und all die guten Taten, sind Mittel, die dem Heiligen Geist Raum geben, in mir das Feuer zu entfachen. Komm Heiliger Geist!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte mich nach dir mehr und mehr sehnen. Ich will, dass du ĂŒber die Jahre hinweg meine einzige Sehnsucht wirst. Wie schön wĂ€re es, wenn ich an meinem Sterbebett sagen könnte: Jetzt endlich kannst du mich besitzen und ich darf dich besitzen.

Möglicher Vorsatz: Jesus, ich möchte heute dem Heiligen Geist Raum geben, damit er in mir dein Feuer entfacht. Ich werde versuchen, inmitten vieler Stimmen, die heute in mir sprechen, die Stimme des Heiligen Geistes herauszuhören und darauf zu antworten.


Jesus lehrt mich

13. November 2017

Montag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Stanislaus Kostka SJ
Hl. Carl Lampert

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 17,1-6
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Es ist unvermeidlich, dass VerfĂŒhrungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es wĂ€re besser fĂŒr ihn, man wĂŒrde ihn mit einem MĂŒhlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verfĂŒhrt. Seht euch vor! Wenn dein Bruder sĂŒndigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich Ă€ndert, vergib ihm. Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versĂŒndigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich Ă€ndern!, so sollst du ihm vergeben. Die Apostel baten den Herrn: StĂ€rke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wĂ€re wie ein Senfkorn, wĂŒrdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er wĂŒrde euch gehorchen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich knie jetzt vor dir. Ich glaube, dass du mir etwas Wichtiges zu sagen hast. Hier bin ich. Ich höre. Sprich dein heilendes Wort.

Bitte: Ă–ffne meine Ohren. Öffne mein Herz.

1. Erste Anweisung. â€žEs ist unvermeidlich, dass VerfĂŒhrungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es wĂ€re besser fĂŒr ihn, man wĂŒrde ihn mit einem MĂŒhlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verfĂŒhrt.“ Es sind harte Worte, die Jesus hier spricht. Was bewirken sie in mir? Angst? Panik? Höre ich diese Worte, oder höre ich absichtlich weg, um mich damit nicht auseinandersetzen zu mĂŒssen? Vielleicht höre ich weg, weil ich in diesen Worten Barmherzigkeit und Liebe vermisse? Wenn ich aber genauer lese, dann kann ich in diesen Worten seine Liebe erkennen. Jesus spricht hier nĂ€mlich von „den Kleinen“. In seinem Reich sind wir seine „Kleinen“. Jesus sorgt sich auch um mich. Werde ich den VerfĂŒhrungen standhalten? Außerdem könnte es passieren, dass ich selbst zum VerfĂŒhrer werde. Er will aber weder mich noch andere verlieren und lehrt mich, in VerfĂŒhrungen standzuhalten.

2. Zweite Anweisung. â€žWenn dein Bruder sĂŒndigt, weise ihn zurecht und wenn er sich Ă€ndert, dann vergib ihn.“ Jesus spricht hier mit mir in einer sehr strengen Weise. Zurechtweisungen sind keine angenehme Sache. Ich fĂŒhle mich oft dazu nicht fĂ€hig. Hinzu kommt noch, dass Jesus die Umkehr der Person zur Voraussetzung macht, damit wir ihr Vergebung spenden können. Wie kann ich das mit der Barmherzigkeit Gottes in Einklang bringen? An solchen Stellen im Evangelium ist es wichtig, sich in die Menschen der damaligen Zeit hineinzuversetzen: „Meister (...) wer hat gesĂŒndigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“ (Joh 9,2) fragten die JĂŒnger Jesus, als sie am Tempeltor auf einen Blinden trafen. Wenn jemand krank war, dachte man, die Ursache sei eine SĂŒnde. Damit war oft ein endgĂŒltiges Urteil ĂŒber den Wert der Person gefĂ€llt. Sie war quasi nicht mehr Teil des auserwĂ€hlten Volks. Jesus aber lehrte die Menschen, dass Vergebung möglich ist. Er kam, um uns von der SĂŒnde zu erlösen. Bekehrung ist tatsĂ€chlich möglich. Es ist sogar seine große Sehnsucht, dass wir zu ihm umkehren. Vergebung ist möglich! So kann auch ich anderen Menschen, die mich verletzen, vergeben. Jesus will mich und meinen Bruder nicht verlieren und lehrt mich, Vergebung zu spenden.

3. Dritte Anweisung. â€žWenn euer Glaube auch nur so groß wĂ€re wie ein Senfkorn, wĂŒrdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er wĂŒrde euch gehorchen.“Der Glaube ist der SchlĂŒssel zu allen Anweisungen, die Jesus uns gibt. Glaube versetzt Berge. Habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass mein Glaube etwas bewirken kann?Im Glauben kann ich allen VerfĂŒhrungen standhalten und jedem Menschen vergeben. Der Glaube bewirkt Großes. Jesus will mich nicht verlieren. – Glaube ich daran?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, schreibe all deine Lehren in mein Herz. Ich öffne mein Herz. Ich glaube, dass du mein Erlöser bist. Ich danke dir.

Möglicher Vorsatz:  Ich bezeuge heute, dass ich fest glaube, dass Jesus mich nicht verlieren möchte, indem ich versuchen werde, einer seiner Anweisungen zu folgen: einer VerfĂŒhrung, die mich heute heimsucht, standzuhalten; oder jemandem zu vergeben, oder einen Akt des Glaubens in einer schwierigen Situation zu vollbringen.


Bin ich Sklave oder Freund?

14. November 2017

Dienstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Alberich OSB, Bischof
Hl. Bernhard Letterhaus, MĂ€rtyrer
Hl. Sidonius OSB, Abt
Hl. Nikolaus Tavelic OFM, MĂ€rtyrer

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 17,7-10
In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflĂŒgt oder das Vieh hĂŒtet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gĂŒrte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnĂŒtze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich stehe hier, in deiner NĂ€he. Wie ich bin, darf ich zu dir kommen. Ich fĂŒhle mich oft nicht wĂŒrdig genug, oder ich traue mich nicht, vor dir so zu sein, wie ich bin. Und doch weiß ich in meinem Herzen, dass ich zu dir kommen darf – gerade wie ich bin.

Bitte: Jesus, schenk mir die Gnade, immer wieder zu dir zu kommen, egal, wie es mir geht, was ich gemacht habe, in welche SĂŒnde ich gefallen bin – koste es, was es wolle.

1. Der Sklave. Es war sehr heiß. Die Luft ĂŒber dem Feld glĂŒhte noch in der spĂ€tsommerlichen Sonne. Die Sklaven erledigten trotz dieser Hitze ihr Arbeit gewissenhaft. Der Pflug wurde immer wieder neu ĂŒber dem Feld ausgerichtet. Erst als die Sonne schon tief am Horizont hing, war die Arbeit erledigt und jeder Sklave schlĂŒrfte mĂŒde und erschöpft mit seinem Gutsherrn zurĂŒck zum Gut. Durstig und hungrig waren sie alle, nachdem alle geschuftet hatten. Der Herr setzte sich aber sogleich auf einen Stuhl und streckte seine Beine aus. Ein völlig erschöpfter Sklave sprang sofort auf, nahm ihm die Schuhe ab, holte Wasser und wusch ihm die FĂŒĂŸe. Ein weiterer bereitete das Essen zu, ohne selbst davon essen zu können. Und der Sklave, der dem Herrn die FĂŒĂŸe zu waschen hat, bin ich.

2. Die Schuldigkeit. â€ž...wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.“ Von welcher Schuldigkeit spricht Jesus hier?Ich habe von Gott alles bekommen: Mein Leben mit all seinen Gaben. Ich bin ein Geschöpf Gottes. Ich vergesse es nur sehr oft. Mein Leben ist ein Geschenk Gottes. Ich bin es ihm schuldig, mein Leben – jedes menschliche Leben – als das grĂ¶ĂŸte Geschenk auf Erden anzusehen. Wie gehe ich mit meinem Leben um? Sehe ich es als wertvoll an? Oder bin ich ĂŒberheblich? Schuldigkeit bedeutet hier, dass ich anerkenne, dass Gott ein Anrecht auf mich hat und dass ich mich als Geschöpf verhalte.

3. â€žFreunde nenne ich euch“ (vgl. Joh 15,15). Ich nenne euch nicht mehr Knechte! Was fĂŒr ein Wort! Ich bin in Gottes Augen nicht mehr „nur“ ein Geschöpf, sondern stehe ihm gegenĂŒber, als Freund – auf Augenhöhe. Das Beste ist noch: Ich muss es mir nicht verdienen oder erarbeiten. Ich bin es, sein Sohn, seine Tochter.Was ruft das in meinem Herzen hervor? Freude? Dankbarkeit? Nichts?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du mich als Freund betrachtest. Ich weiß, dass ich als Freund immer zu dir kommen kann, egal was passiert. Deswegen möchte ich immer wieder zu dir kommen, besonders in Momenten, in denen ich mich nicht als wĂŒrdig empfinde.

Möglicher Vorsatz: Freundschaften mĂŒssen gepflegt werden. Meine Beziehung mit Jesus braucht diese Pflege. Vielleicht kann ich heute Jesus einfach Zeit schenken. Vielleicht gehe ich einfach in eine Kirche, um Jesus zu besuchen. Oder ich ziehe mich fĂŒr eine Weile in meine Gebetsecke zurĂŒck, um mit Jesus allein zu sein. All das könnte ich machen, ohne dabei auf die Uhr zu schauen.


Dankbar sein

15. November 2017

Mittwoch der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Findan OSB,
Hl. Leopold
Hl. Albert der Große, OP, Bischof

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 17,11-19
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und GalilĂ€a. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn AussĂ€tzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und wĂ€hrend sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den FĂŒĂŸen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die ĂŒbrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, voller Freude komme ich heute zu dir, denn in dir habe ich einen Freund gefunden, zu dem ich immer wieder gehen kann. Ich bin kein Sklave in deinen Augen, sondern dein Freund.

Bitte: Lass mich nie vergessen, dass ich alles von dir erhalte. Schenk mir die Gnade, dir immer wieder zu danken, besonders dann, wenn es mir nicht so gut geht.

1. Das Grenzgebiet. Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und GalilĂ€a. Die Samariter waren ein Volk, das sich von den Juden abgespalten hatte. Als Jesus die Samariterin um Wasser bat, war diese richtiggehend ĂŒberrascht, dass ein „Jude“ das tun wĂŒrde (Joh 4). Jesus scheint aber dieses Grenzgebiet zu lieben. Zum Beispiel erzĂ€hlt er gerne Gleichnisse, in denen Samariter vorkommen, wie das vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,30-37). Er selbst wird von den Juden sogar einmal als Samariter bezeichnet (Joh 8,48).Was mag Jesus wohl an diesem Volk, mit denen die Juden nicht verkehrten (Joh 4:9), gefunden haben? Vielleicht war er dort auf der Suche nach den verlorenen Schafen Israels? Ich kann Jesus oft an Orten finden, wo ich ihn nicht erwarte. Seine Liebe zu mir drĂ€ngt ihn, mich auch in Grenzgebieten aufzusuchen. In welchem Grenzgebiet befinde ich mich?

2. Das Wunder. Aus beiden Gegenden ausgestoßen, befanden sich die AussĂ€tzigen in diesem Grenzgebiet. Eine einzige innere Sehnsucht erfĂŒllte sie - wieder heil und gesund zu werden; „normal“ zu sein. „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“ DrĂŒckt dieser Satz auch meine Sehnsucht und mein Rufen nach Jesus aus, wenn ich gefallen bin, verletzt bin oder gesĂŒndigt habe? Oder verstecke ich mich, habe Angst, vor Jesus hinzutreten und schĂ€me mich?„Geht, zeigt euch den Priestern!“ Welch eine Vollmacht verleiht Jesus den Priestern in diesem Moment. Die Priester hatten nĂ€mlich auch die Aufgabe im Falle eines Aussatzes den Menschen als rein oder unrein zu erklĂ€ren. Und just als die Zehn auf dem Weg zu den Priestern waren, geschah auch das Wunder. Mein Glaube, durch den Priester Heilung und Vergebung bei Gott zu finden, ist Voraussetzung dafĂŒr, dass das Wunder in meiner Seele geschieht. Sie wird geheilt. Brennende Sehnsucht und demĂŒtiger Glaube berĂŒhren Gott zutiefst und bewegen ihn zum Handeln. Trage ich in meinem Herzen eine brennende Sehnsucht und demĂŒtigen Glauben?

3. Der Samariter. Nur einer kam zurĂŒck: der AussĂ€tzige aus Samarien. SpĂŒrten die anderen keine brennende Sehnsucht und hatten sie keinen demĂŒtigen Glauben? Doch, sie alle spĂŒrten und hatten beides. Jedes Wunder Gottes bewirkt Heilung an Seele und Leib, aber es nimmt niemandem die innere Freiheit, Gott zu lieben und sich dafĂŒr zu bedanken. Gott will geliebt werden, aber er zwingt mich nicht dazu. Er zwingt mich nicht, mich zu bedanken und heilt trotzdem. Ich muss ihm nicht mit Liebe auf das Wunder antworten. Es steht mir frei, mich fĂŒr ihn zu entscheiden. Was fĂŒr einen Gott wir doch haben!In manchen Menschen hinterlĂ€sst sein Wunder aber auch tiefe Dankbarkeit, weil sie erkennen, dass Gott es mit uns gut meint und uns Gutes tut. Solche Seelen haben Jesus als ihren Erlöser und Retter erkannt und können sich nicht mehr von ihm trennen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte genau diese Seele sein. Du bist mein Erlöser und Retter. Du hast „Fleisch“ angenommen. Du bist zu mir gekommen, um mir so nahe zu sein, um mich zu umarmen, mit mir zu weinen und zu lachen. Ich will mich nie mehr wieder von dir trennen, nie wieder ohne dich leben.

Möglicher Vorsatz: Und weil ich dich als meinen Retter und Erlöser erkannt habe, möchte ich mir Zeit nehmen, und mindestens zehn Dinge aufschreiben, fĂŒr die ich dir dankbar bin.


Sehnsucht nach dem Reich Gottes

16. November 2017

Donnerstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Otmar von St. Gallen, Abt
Hl. Walter
Hl. Margareta von Schottland

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi


In jener Zeit als Jesus von den PharisĂ€ern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an Ă€ußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch. Er sagte zu den JĂŒngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du König meines Herzens. Ich glaube an dich. Ich bete dich an. Dein Leben hat mir gezeigt, was fĂŒr ein König du bist. Ein König, der weder herrisch, noch selbstgerecht oder demĂŒtigend ĂŒber mich bestimmt, sondern ein König, der mich liebt.

Bitte: Jesus, stĂ€rke mich, um dein Reich der Liebe zu verkĂŒnden und ihm gemĂ€ĂŸ zu leben.

1. Wann kommt das Reich Gottes? â€žDas Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an Ă€ußere Zeichen erkennen könnte.“ Jesus scheint den PharisĂ€er nicht ihre Frage zu beantworten. Er geht sofort auf das ein, was die PharisĂ€er wirklich suchen. Sie suchen Ă€ußere Zeichen, die Gewissheit, dass die Zeit, die die Schriften verheißen, jetzt angebrochen ist: die Ankunft des Messias. Es ist fĂŒr sie nicht klar erkennbar, dass in Jesus das Reich Gottes zu ihnen gekommen ist. Das liegt aber daran, dass ihr Begriff vom Reich Gottes verkehrt ist. Es geht nicht um Ă€ußere Zeichen, um einen König voll Macht und StĂ€rke. Es geht um ein Reich Gottes, das „schon mitten unter euch“ ist. Ein Reich, das er in meinem Herzen errichtet. Das Reich Gottes ist dort, wo Liebe und Barmherzigkeit herrschen.

2. Welche Sehnsucht? â€žEs wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben.“ Wie an vielen Stellen des Evangeliums spricht Jesus hier wieder von einer Sehnsucht. Eine Sehnsucht entspringt direkt dem Herzen. Er spricht direkt zu mir. Es wird eine Zeit geben, in der ich mich danach sehnen werde, nur einen Tag mit Jesus zu erleben. Habe ich diese Sehnsucht schon einmal verspĂŒrt? Die Sehnsucht nach Gottes NĂ€he, nach seiner ZĂ€rtlichkeit und seiner Zuwendung?

3. Warum soll ich dort nicht hingehen?  Wenn man diese Sehnsucht und diesen Hunger nach Gott spĂŒrt, begibt man sich automatisch auf die Suche nach ihm. Nur kann es sein, dass ich Gott nicht gleich „erlebe“: „...aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lĂ€uft nicht hinterher.“ Je leidenschaftlicher wir nach dem GlĂŒck suchen, desto grĂ¶ĂŸer ist im Allgemeinen auch die Gefahr, dass wir dabei in die Irre gehen. Jesus spricht aber nicht davon, dass ich ihn nicht finden, sondern davon, dass ich ihn nicht „erleben“ werde. Jeder, der sich auf den geistlichen Weg macht, kommt frĂŒher oder spĂ€ter an dem Punkt an, wo die Sehnsucht nach Gott sehr groß ist, aber ungestillt bleibt, weil man Gott noch nicht erfĂ€hrt. Die großen Heiligen nennen es die dunkle Nacht der Seele. Eine Reinigung. In diesem Zustand heißt es: ausharren. Zu seiner Zeit wird Jesus sich mir dann wie ein Blitz wieder offenbaren. Wenn es soweit ist, werde ich ihn noch inniger als je zuvor erfahren. Aber solange es noch nicht soweit ist, harre ich aus und suche nach Dingen, die meine Sehnsucht nach ihm immer wieder entfachen und am Leben erhalten. Ganz besonders suche ich das GEBET.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich sehne mich nach dir. Ich will mich nach dir sehnen. Ich will, dass du in meinem Herzen herrschst. Deswegen erlaube ich dir, die Winkel meines Herzens, fĂŒr die ich mich schĂ€me, zu durchleuchten. Das Licht reinigt und heilt, auch wenn das fĂŒr mich bedeutet, dass ich eine Weile in der Dunkelheit ausharren muss, bis du kommst.

Möglicher Vorsatz: Was kann ich machen, um die Sehnsucht nach Gott neu zu entfachen und aufrecht zu erhalten? Habe ich eine gute geistliche LektĂŒre, die mir hilft? Vielleicht kann ich mir heute vornehmen, wieder etwas fĂŒr meine Seele zu tun, indem ich ein gutes geistliches Buch lese, oder mir einen guten geistlichen Vortrag anhöre.


Meine Sicherheit

17. November 2017

Freitag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Gertrud von Helfta Ocist, Mystikerin
Hl. Hilda OSB, Äbtissin
Hl. Salome OSCI

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 17,26-37
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle. Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten. Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um. Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart. Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurĂŒckkehren. Denkt an die Frau des Lot! Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen. Ich sage euch: Von zwei MĂ€nnern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurĂŒckgelassen. Von zwei Frauen, die mit derselben MĂŒhle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurĂŒckgelassen. Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr? Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich sehne mich nach dir. Ich suche dich. Wenn du heute zu mir sprichst, sprich zu meinem Herzen. Manchmal sind deine Worte fĂŒr meinen Verstand unbegreiflich. Ich will nur bei dir sein.

Bitte: Jesus besitze mich, so dass ich keine andere Sicherheit in meinem Leben habe, als dich allein.

1. Zur Zeit Noahs und Lots. Das Leben fĂŒr die Menschen in der Zeit Noahs und Lots verging scheinbar, ohne dass sie einen Gedanken an das Warum und Wieso verschwendeten, ein Tag nach dem anderen. Jesus verurteilt nicht, dass die Menschen aßen und tranken. Er möchte nicht etwa sagen, dass wir endlich damit aufhören sollen. Es geht ihm um etwas viel Tieferes. Wie oft lebe ich mein Leben „einfach so dahin“, ohne das Bewusstsein, Christ zu sein. Es ist kein Wunder, dass mich Katastrophen oder traurige Ereignisse ĂŒberraschen, ja sogar schockieren. Lebe ich aber wirklich im Bewusstsein, Jesus zu gehören, wĂ€chst ein tiefes Gottvertrauen in mir, so dass ich SchicksalsschlĂ€ge mit Vertrauen und Glauben leben kann.

2. Was soll ich tun? â€œWer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen (...). Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren!“ Jesus will nicht, dass ich „Panik schiebe“. Er sagt zu mir: Hab keine Angst, Christ zu sein. Hab keine Angst, fĂŒr deine Überzeugungen einzustehen. Du kannst auf Erden deinen guten Ruf oder dein Leben verlieren, aber ich verspreche dir, du wirst das alles wieder zurĂŒckbekommen. Es gibt in unserem Leben keine Sicherheit, auf die wir dauerhaft bauen können, außer Gott selbst. Was soll ich also tun? – Mein Vertrauen auf Jesus bauen. Wenn ich auf dem Dach bin, dann soll ich nicht hinabsteigen und meine Sachen holen. Meine Sicherheit liegt in diesem Moment bei Jesus. Was auch immer auf mich zukommt, wenn Gott meine Sicherheit ist, werde ich mein Leben gewinnen.

3. Wo wird es geschehen? Die JĂŒnger fragen, „wo“ es geschehen wird und nicht „wann“ und „warum“. Daraufhin antwortet Jesus: „Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier“. Eine sehr geheimnisvolle Stelle. Manche sagen, es handle sich um einen verdeckten Hinweis auf die Eucharistie. Sie ist in dem Fall der „Leichnam“, so wie wir „Fronleichnam“ feiern, indem wir uns um den Herrn versammeln. Keine sehr schmeichelhaften Worte, die Jesus da wĂ€hlt, doch schon bei Origenes steht das Aas fĂŒr den getöteten Christus und die Adler werden als die ErwĂ€hlten verstanden, die Christus von ĂŒberall her zusammenholt.Recht sicher ist aber die Auslegung, dass bei der Ankunft Christi in Herrlichkeit die Frage nach dem „Wo“ keine Rolle spielt, denn einfach ĂŒberall, wo ein Aas ist, sammeln sich in KĂŒrze die Geier – das ist jedenfalls ein sicherer Erfahrungswert fĂŒr ein Volk, das das Leben in der WĂŒste kennt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du mir immer wieder sagen möchtest, dass ich keine Angst haben soll. Oft bleibe ich an Ă€ußerlichen Dingen haften, und interpretiere Geschehnisse vorschnell. Aber du sagst mir ja, dass du selbst meine Sicherheit bist.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht kann ich heute darĂŒber nachdenken, wo meine Sicherheiten sind. In der Altersvorsorge? Im Geld? In meinem Besitz? In anderen Menschen? Ich setze heute ein Zeichen dafĂŒr, dass Jesus selbst meine Sicherheit ist. Vielleicht, indem ich bewusst in schwierigen Momenten meines Tages sage, Jesus ich vertraue auf Dich! Oder indem ich mich von etwas, das mich abhĂ€ngig macht, löse.


Mein Vater

18. November 2017

Samstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Odo von Cluny OSB, Abt
Hl. Philippine Rose Duchesne SC
Hl. Gerung OPraem

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 18,1-8
In jener Zeit sagte Jesus den JĂŒngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fĂŒrchtete und auf keinen Menschen RĂŒcksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fĂŒrchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen RĂŒcksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lĂ€sst mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlĂ€gt mich ins Gesicht. Und der Herr fĂŒgte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen AuserwĂ€hlten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzĂŒglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, allezeit beten und nicht nachlassen. Das fĂ€llt mir nicht leicht, vor allem, wenn ich um etwas bitte und nichts sich zu Ă€ndern scheint. Ich weiß auch nicht, ob es mein Recht ist, das zu fordern. Eher muss ich wohl immer dazusagen: Dein Wille geschehe!

Bitte: Jesus, schreib tief in mein Herz, dass es mein Recht ist, dich anzurufen, wenn ich etwas brauche.

1. Der Richter. Er fĂŒrchtet sich weder vor Gott noch vor irgendeinem Menschen. Er wird von Jesus als ungerecht beschrieben. Er scheint wohl vieles fĂŒr sich zu bestimmen. „Lange wollte er davon nichts wissen“. Die Witwe kommt immer wieder und bittet ihn ĂŒberzeugt darum, ihr Recht zu verschaffen. Der Richter will aber nichts von ihr wissen. Der Witwe wurde sicher ein Unrecht getan. Ungerecht behandelt zu werden, ist oft verletzend, vor allem dann, wenn derjenige nicht hilft, der es eigentlich tun sollte. Der Richter sieht das Unrecht nicht. Er will es nicht sehen. Er lĂ€sst sich aber doch erweichen, weil die Witwe ihm keine Ruhe lĂ€sst. Das konstante Bitten nervt ihn. Humorvoll erklĂ€rt Jesus, der Richter habe Angst, von der Witwe ins Gesicht geschlagen zu werden.

2. Die Witwe. Diese Witwe war eine standhafte Person. Wir wissen nicht, um welches Unrecht es geht. Sie könnte sich vielleicht selbst Recht verschaffen. Dass sie Feinde hat, ist jedenfalls klar. Sie wehrt sich aber mit Geduld auf dem Rechtsweg, kommt immer wieder zum Richter und bittet ihn um Hilfe. Sie lĂ€sst sich nicht abwimmeln, weil sie sich im Recht weiß. Sie vertraut, hofft und bleibt standhaft. Am Ende erweist sich der Richter als schwĂ€cher.

3. Gott. â€žSollte Gott seinen AuserwĂ€hlten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern?“ – fragt Jesus. Er nennt den Richter ungerecht. Wenn schon der Richter, der ungerecht ist, schließlich handelt, wie könnte Gott, der gerecht ist, etwa nicht handeln? Gottes Herz ist nicht nur gerecht, sondern auch barmherzig. Allen seinen AuserwĂ€hlten, besonders denen, die ihm angehören, seinen Getauften, wird er zu ihrem Recht verhelfen. Gehe ich also ins Gebet zu Gott mit dem Glauben, dass er mir helfen wird, weil er mein Vater ist?

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, ich komme zu dir und möchte dich preisen und anbeten. Ich glaube, dass du mich immer erhören wirst.

Möglicher Vorsatz: Heute bitte ich meinen Vater im Himmel wieder um etwas, worum ich ihn schon oft gebeten habe. Doch heute mit dem Glauben, dass er mich erhören wird. Ich vertraue ihm, weil er mein Vater ist.