Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. Oktober 2017 bis Samstag 4. November 2017

Dreißigste Woche im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Energie fĂŒr BeziehungenSonntag
Je mehr Liebe, desto freierMontag
Dein Reich ist winzig kleinDienstag
Heilige lassen sich beschenkenMittwoch
Wo Gott ist, da ist LebenDonnerstag
Mein Blick auf ChristusFreitag
You raise me upSamstag


Energie fĂŒr Beziehungen

29. Oktober 2017

Dreißigster Sonntag im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Mt 22,34-40
In jener Zeit, als die PharisÀer hörten, dass Jesus die SadduzÀer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen NÀchsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hÀngt das ganze Gesetz samt den Propheten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Alle Gedanken jetzt fĂŒr dich, mein König! Schenke mir dieses GlĂŒck! Nur fĂŒr diese kurze Gebetszeit. Bitte!

Bitte: Lass mich dich heute leidenschaftlicher lieben! Gib mir Wachstum in meiner persönlichen Beziehung zu dir!

1. Alles hingeben. Nichts will ich dir vorenthalten, alles in mir darfst du jetzt berĂŒhren! Angesichts der Anforderungen des Lebens zweifle ich immer wieder an deiner Macht und deiner Kraft, und doch weiß ich auch: Wer, wenn nicht du? Wer erlöst, wenn nicht du? Wer gibt mir Auftrieb, wenn nicht du? Jede Zelle meines Körpers soll jauchzen in dieser Freude und Lust des Zusammenseins mit dir!

2. Meine Leere ĂŒberwinden. MĂ€chtiges ersehne ich mir von heute! Und so selten suche ich diese FĂŒlle bei dir. Tausend Möglichkeiten stehen mir offen. Ich strecke mich aus nach dem Besten: der Gottes- und NĂ€chstenliebe. Doch bremst mich mein unerlöstes Herz, das sich neigt, wohin ich nicht will. Wieso diese Neigung zur SĂŒnde? Erlöse mich, Gott! Deine Macht ist stĂ€rker! ErfĂŒlle mich, damit kein Raum mehr bleibt, in dem anderes herrscht als Du und die BedĂŒrfnisse meines NĂ€chsten!

3. Energie fĂŒr Beziehungen. Das Liebesband mit dir, mein König, möge wachsen! Mein Feststehen in dir werde mir zur Energiequelle fĂŒr die Beziehungen zu meinem NĂ€chsten! Ich will keine Feinde mehr kennen. Die, die mir auf die Nerven gehen, und die LĂ€stigen will ich lieben, weil du mich so erfĂŒllst! Fließe in mir, du lebendiges Wasser, du Gnade! Brenne in mir, du Feuer, das Christus in mich geworfen hat! Erhelle die Dunkelheit meiner Gedanken! ErwĂ€rme mein altgewordenes, kaltes Herz! EntzĂŒnde das Herz meines NĂ€chsten!

GesprĂ€ch mit Christus: Dein Reich komme, du geliebter König! Wie soll ich beten? Ich sehne mich nach dir, ich will dir gefallen, will Freude und ErfĂŒllung meiner SehnsĂŒchte in dir. Du, nimm dich meiner an!

Möglicher Vorsatz: Jeder, der mir heute begegnet, soll von mir etwas von der Liebe mitbekommen, die mir jetzt im Gebet geschenkt wurde. Jeder, der mich nervt, soll von mir nur Annahme und WertschĂ€tzung erfahren.


Je mehr Liebe, desto freier

30. Oktober 2017

Montag der dreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Emicho OSB
Hl. Bernhard Schwendtner, MĂ€rtyrer
Hl. Maria Theresia Tauscher

P. Leonhard Maier LC

Lk 13,10-17
In jener Zeit lehrte Jesus am Sabbat in einer Synagoge. Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem DĂ€mon geplagt wurde; ihr RĂŒcken war verkrĂŒmmt, und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen. Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst. Und er legte ihr die HĂ€nde auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott. Der Synagogenvorsteher aber war empört darĂŒber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte zu den Leuten: Sechs Tage sind zum Arbeiten da. Kommt also an diesen Tagen und lasst euch heilen, nicht am Sabbat! Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und fĂŒhrt ihn zur TrĂ€nke? Diese Tochter Abrahams aber, die der Satan schon seit achtzehn Jahren gefesselt hielt, sollte am Sabbat nicht davon befreit werden dĂŒrfen? Durch diese Worte wurden alle seine Gegner beschĂ€mt; das ganze Volk aber freute sich ĂŒber all die großen Taten, die er vollbrachte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich bin hier mit dir, Christus. Stille. Dich will ich erfahren, dir zuhören. Dir alles ĂŒberlassen, dich in mir wirken lassen. Das Beste und GrĂ¶ĂŸte, was ich heute erleben kann, wĂ€re das Eins werden mit deinem Willen.

Bitte: Ich bitte dich, mich heilig zu machen, das Beste aus mir herauszuholen!

1. Ich werde geplagt. Dumme Angewohnheiten bringen mich ab von dir, bremsen mich. Wie verrinnt doch die Zeit oft mit Dingen, die ich nicht will! Christus, das plagt mich! Dieses Bisschen wertvolle Zeit, diese kurzen 24 Stunden: Ich weihe sie jetzt dir. Lass sie fruchtbar sein fĂŒr dein Reich!

2. Verlust der Freiheit. Seit dem SĂŒndenfall hat der Mensch etwas verloren: seine Freiheit, das Gute zu tun! Freisein heißt, dass ich von mir aus das Gute tue, ohne, dass ich dazu gezwungen werden muss. Das ist möglich durch die Erlösung Christi: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ Nicht durch Ă€ußere Gesetze wird der Freie bewegt, sondern durch das Gesetz der Liebe, das in sein Inneres geschrieben ist.

3. Christus will Menschen mit einem freien Herzen. Heute gibt es eine Plage: Pflichten ohne Motivation. Du musst das tun, weil es das Gesetz verlangt. Und wenn sich das Gesetz Ă€ndert? - Das Christentum hat die Kraft, freie Menschen zu formen. Die höchste WĂŒrde des Menschen besteht darin, das Gute frei zu wĂ€hlen, aus persönlicher, innerer Überzeugung. Nur wenn der Mensch im Bund mit Gott steht, wird er frei. Nicht die Freiheit ist das Problem, sondern die Versklavung der Menschen


GesprĂ€ch mit Christus: Ein erlöstes Herz, – wie sehne ich mich danach! Das Zusammensein mit dir, Christus, soll mich freimachen von den Dingen dieser Welt. Dinge, die Raum in mir einnehmen, wo du mich noch nicht ganz erfĂŒllst.

Möglicher Vorsatz: Wenn sich mir die nĂ€chste Versuchung nĂ€hert, will ich dich um Hilfe bitten: „Gott, komm mir zu Hilfe: Mach mich frei!“


Dein Reich ist winzig klein

31. Oktober 2017

Dienstag der dreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Wolfgang von Regensburg, Bischof
Hl. Notburga v. Köln
Hl. Jutta von Bedburg OPraem

P. Leonhard Maier LC

Lk 13,18-21
In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes Ă€hnlich, womit soll ich es vergleichen? Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen. Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsĂ€uert war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Du, Christus, versuchst mir klarzumachen, wie dein Reich beschaffen ist. Ja, du bist König, doch anders als die anderen.

Bitte: Lass mich jetzt verstehen, wie du bist! Immer mehr von dir verstehen! Immer tiefer! Immer klarer deine Wahrheit in mir erkennen!

1. Unscheinbar, aber mĂ€chtig! Werktags gibt es oft kaum Messbesucher. Doch da ist er, mĂ€chtig und faszinierend: Unser Gott, der Brot in seinen Leib verwandelt und Menschen vergöttlicht. Jeden Tag. Und auf der ganzen Welt ist es eine beeindruckende Zahl von Menschen, die jeden Tag dabei sind. Der winzige Sauerteig der wenigen tĂ€glichen Messbesucher durchsĂ€uert unaufhaltsam unsere Gesellschaft.

2. Nur Er ist Gott. Der Same wird aufgehen. Der Teig wird durchsĂ€uert werden. Das Reich Gottes breitet sich aus: denn Gottes Wort bewirkt, wozu es ausgesandt worden ist. Es gibt keine anderen Götter neben ihm: Nur er ist allmĂ€chtig, nur er hat uns alle gewollt, nur er weiß um unsere SehnsĂŒchte. Ich darf ihm vertrauen: Sein Reich ist schon gegenwĂ€rtig. Bin ich heute frei genug, um diese Entscheidung zu fĂ€llen und Teil seines Reiches zu sein?

3. FĂŒr andere nĂŒtzlich sein. Mein Leben soll etwas bringen; ein Segen fĂŒr diese Welt sein. Das ist mein Verlangen. Wie im Baum neues Leben entsteht und in seinen Zweigen die Vögel nisten, so soll mein Leben sein: Es soll andere aufrichten; es soll auf seinen Schöpfer verweisen, von seiner GĂŒte und Schönheit, von der faszinierenden Persönlichkeit Christi erzĂ€hlen. Eine StĂŒtze will ich sein fĂŒr die Lebenslust anderer. FĂŒr ihren Glauben an den wahren Gott, an Jesus Christus.

GesprĂ€ch mit Christus: Du hast in mir deinen Samen schon oft ausgestreut, Herr! Lass ihn tausendfach aufgehen! Sorge du! Ich ĂŒberlasse mich heute dir: in meinen Gedanken; in meinen Blicken; im geschriebenen und gesprochenen Wort.

Möglicher Vorsatz: Ich melde mich bei jemandem, der es braucht, und sage ihm nur, dass ich heute besonders an ihn/sie denke.


Heilige lassen sich beschenken

1. November 2017

Hochfest
Allerheiligen

P. Leonhard Maier LC

Mt 5,1-12a
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine JĂŒnger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dĂŒrsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Zufrieden, erfĂŒllt, selig sein. Du willst mich dorthin fĂŒhren. Gerne lausche ich deinen Weisungen. Nur du, Christus, bist der Weg zum Vater. Ich will dir folgen!

Bitte: Ich habe nichts Besseres gefunden als dich: Gib mir heute Freude in der Beziehung mit dir!

1. Mir wird alles zu viel! ĂœberwĂ€ltigt von tausend Projekten und Dingen, die mich anspornen. Wie wenig schaffe ich von alledem! Ich sehe meine UnfĂ€higkeit, meine Armut, meine Begrenztheit. Und doch: Ich will es genießen, vor dir ganz armselig dazustehen. Ich brauche dich und will dich brauchen. Es wird mir zwar alles zu viel, doch ich weiß, dass du mich nicht betrogen hast: Du bist meine Hoffnung, meine Kraft, meine Lebenslust.

2. Unzufrieden. Du wirst nie erleben, dass ich mich damit abfinde, wenn die SĂŒnde im Leben meiner Freunde Schaden anrichtet. Null-Toleranz mit der SĂŒnde in meinem Leben! Sie zerstört mir die Freude, sie verdunkelt mein klares Denken, sie fĂŒhrt mich in den Tod. Ich werde heute kĂ€mpfen, beten und arbeiten, dass dein Reich Raum gewinnen kann: in mir und in den mir anvertrauten Menschen. Hunger nach Gerechtigkeit, Durst nach FĂŒlle.

3. Zugehörigkeit zur „Oberschicht“. Du, Christus, zahlst guten Lohn. Es lohnt sich, alles auf dich zu setzen. Im Roulette des Lebens gibt es eine Zahl, die den Einsatz garantiert hundertfach vermehrt: Jesus Christus. Solange ich dir nachfolge, gehöre ich zur wahren „Oberschicht“ der Menschheit: Ich darf wohnen am Hof des einzigen Königs des Universums. Ich darf mich seiner Barmherzigkeit ĂŒberlassen, in dauerhaftem Beschenktsein.

GesprĂ€ch mit Christus: Christus, heilig sein bedeutet, ganz nahe bei dir zu sein. Ich sehne mich nach deiner NĂ€he. Schenk mir die Gnade, jetzt so eng wie möglich mit dir verbunden zu sein! Mach aus mir den Heiligen, der dir am nĂ€chsten steht!

Möglicher Vorsatz: Wenn ich heute an einer Kirche vorbeikomme, will ich hineingehen und dich besuchen, weil du in jedem Tabernakel auf mich wartest.


Wo Gott ist, da ist Leben

2. November 2017

Gedenktag
Allerseelen
Hl. Tobias, MĂ€rtyrer

P. Leonhard Maier LC

Joh 11,17-27
In jener Zeit als Jesus in BetĂĄnien ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fĂŒnfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wĂ€rst du hier gewesen, dann wĂ€re mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich will nicht warten bis zum letzten Tag, um in FĂŒlle leben zu können. Ich will dieses Leben heute, Jesus. Ist das möglich? Kannst du mir wirklich jetzt, am 2. November 2017, dieses GlĂŒck schenken? Kann das Leben hier der Himmel auf Erden sein?

Bitte: Erwecke in mir, was tot ist!

1. Freunde Jesu. Deine Freunde, Christus! Du eilst gerne zu ihnen, genießt das Zusammensein mit ihnen. Bist du gerne bei mir? FĂŒhlst du dich wohl bei mir, wie bei Maria, Marta und Lazarus? Ich erkenne in dir meinen König, und gleichzeitig meinen Freund. Ich will noch mehr Lust und Freude am Gebet, am GesprĂ€ch mit dir finden.

2. Dein Wunder heute. Ewiges Leben, Auferstehung kann immer geschehen, nicht nur irgendwann einmal nach dem Tod. Sondern das grĂ¶ĂŸte mir vorstellbare Wunder verwirklicht sich immer da, wohin ich Jesus rufe; immer dann, wenn ich Jesus die Situation ĂŒberlasse. Wo sich eine TĂŒr fĂŒr Gott auftut, da kann seine Allmacht sofort den Sieg erringen. Wo ich mit Gott lebe, da ist kein Tod mehr und keine Sinnlosigkeit.

3. Wenn du da gewesen wĂ€rst
! Doch du bist ja da. Immer. Du wĂŒrdest gerne eingreifen. Habe ich dich jemals eingeladen in meine ausweglose Situation, in meine Familie, in meine Krankheit? Wenn du da bist, dann fehlt mir nichts mehr. Rechne ich mit dir? Vertraue ich dir?

GesprĂ€ch mit Christus: Was am Ende dieses Lebens bleiben wird, sind Freundschaftsbeziehungen: meine Beziehung zu dir, Christus. Die Beziehungen zu den Menschen, die mir anvertraut worden sind. Wenn liebe Menschen sterben, dann merke ich erst, wie wenig ich sie meine Zuneigung habe spĂŒren lassen.

Möglicher Vorsatz: Heute zeige ich dem Menschen, mit dem ich momentan am meisten Umgang habe, auf besondere Weise meine uneigennĂŒtzige Liebe.


Mein Blick auf Christus

3. November 2017

Freitag der dreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hubert, Bischof
Hl. Silvia,
Hl. Viktorin, Bischof
Hl. Martin de Porres OP
Hl. Rupert Mayer SJ

P. Leonhard Maier LC

Lk 14,1-6
Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines fĂŒhrenden PharisĂ€ers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Da stand auf einmal ein Mann vor ihm, der an Wassersucht litt. Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die PharisĂ€er und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht? Sie schwiegen. Da berĂŒhrte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen. Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fĂ€llt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat? Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.

EinfĂŒhrendes Gebet: Was sehe ich, wenn ich meinen Blick auf dich richte? Sehe ich Gott, wenn ich in der Messe die weiße Hostie betrachte? Mit meinen Augen erkenne ich nur die Gestalt des Brotes, doch mein Glaube und mein Vertrauen auf dich lĂ€sst mich tiefer sehen: Gott.

Bitte: Nimm mir meine Blindheit, Jesus! Mach meine Augen licht! Ich möchte sehen, wie du siehst!

1. Deine BerĂŒhrung. Eine Geste deiner Allmacht genĂŒgt, und der Mann ist geheilt. Jesus, komm du jetzt zusammen mit mir in die Welt meiner Probleme und Sorgen: Und dann tu, was du willst! Ich stehe hier vor dir wie der Mann, der an Wassersucht litt. Schau mich und schau uns an! Heile uns in unserer Not! BerĂŒhre uns!

2. Deine Logik. Du bist die Wahrheit, so unwiderstehlich, dass die PharisĂ€er auf deine Worte nichts zu erwidern wussten. Schau, wie dunkel es in mir ist, wie kompliziert ich bin, welche Komplexe ich habe. Wie dĂŒrste ich nach deiner Klarheit, nach deiner Einfachheit! Gerne will ich denken wie du, um dann wie du handeln zu können: in NĂ€chstenliebe, Barmherzigkeit und Geduld. Verwandle mein hartes Herz!

3. P. Rupert Mayer SJ sah das UnglĂŒck voraus. Immer gibt es sie: von Gott erleuchtete MĂ€nner und Frauen, die in die Dunkelheit des Zeitgeistes die Logik Gottes hineintragen. Der selige P. Rupert Mayer SJ wollte sein Land, das der Nazipropaganda blind verfallen war, vor dem Abgrund retten. Bewegt mich die BedĂŒrftigkeit der vielen Menschen, die den wahren Gott oft nicht kennen und deshalb vor jedem, der ihnen den Himmel auf Erden verspricht, auf die Knie sinken? Was tue ich heute, um die Erkenntnis Gottes in mein Land hineinzutragen?

GesprĂ€ch mit Christus: In meiner Liebe zum NĂ€chsten, der mir jeden Tag begegnet, lasse ich mich allzu leicht bremsen. Befreie mich, Christus, von den Fesseln meiner geheimen Ängste und entfalte in mir die Hingabe, zu der nur du mich befĂ€higen kannst!

Möglicher Vorsatz: Der nĂ€chste Mensch, der mir nach dieser Gebetszeit begegnet, soll von mir ein Zeichen der Liebe Gottes erhalten: ein LĂ€cheln, einen herzlichen HĂ€ndedruck, eine Umarmung, ein ehrliches Lob, eine wirkliche Hilfe, ein Geschenk.


You raise me up

4. November 2017

Gedenktag
Hl. Karl BorromÀus, Kardinal
Hl. Gregor, Abt
Hl. Reginhard (Reinhard) OSB,Abt

P. Leonhard Maier LC

Lk 14,1.7-11
Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines fĂŒhrenden PharisĂ€ers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die GĂ€ste die EhrenplĂ€tze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann wĂŒrde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wĂ€rst beschĂ€mt und mĂŒsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rĂŒck weiter hinauf! Das wird fĂŒr dich eine Ehre sein vor allen anderen GĂ€sten. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: DemĂŒtig sein. In der Wahrheit leben. Herr, schenke mir dieses GlĂŒck, meinen Platz in deinem Reich einnehmen zu dĂŒrfen. Du bist meine Selbstverwirklichung!

Bitte: Ich bitte dich um die Gnade, heute in die Wahrheit ĂŒber dich und mich selbst tiefer einzudringen.

1. Meine SchwĂ€che. Ehrlich bekenne ich vor dir, mein Gott, dass ich es nicht schaffe, so zu sein, wie ich es ersehne. Theresia von Avila fand es angemessen, von manchen Schwestern schlecht behandelt zu werden, da sie sich ihrer eigenen SĂŒndhaftigkeit bewusst war. Auch ich will mir dessen bewusst sein. Ich sage dir einmal mehr: „Christus, ich brauche dich!“

2. Meine Ehre. Nicht ich will glĂ€nzen, nein: Du, Herr, sollst durch mich verherrlicht werden: durch meine Blicke, meine Worte, meine Gesten, meine Phantasie. Meine Ehre ist es, wenn mein Leben fĂŒr dein Reich Frucht bringen darf; wenn du in mir aufstrahlen kannst; wenn andere durch mich zu dir finden. Dein Reich – meine Ehre!

3. Du vergöttlichst mich. â€žYou raise me up to more than I can be”, so der Text des bekannten Liedes: Du hebst mich auf zu Höherem, als ich selbst es vermag. Deine Gnade erhöht mich. Doch muss ich es auch zulassen. Wer selber alles kann, den kann Gott nicht vergöttlichen, weil er in seiner Sattheit nicht offen ist fĂŒr die Gabe Gottes, fĂŒr die Gnade. In jeder Beichte erniedrige ich mich, woraufhin Gott mich erhöhen kann. Habe ich die nötige Demut fĂŒr eine gute Beichte?

GesprĂ€ch mit Christus: Je nĂ€her ich bei dir bin, Christus, desto freier kann ich sein. Befreie mich heute von meinen verkehrten Leidenschaften und Komplexen! Dein Heiliger Geist soll mich heute in die volle Freiheit der Kinder Gottes fĂŒhren: hinein in ein Leben mit dir!

Möglicher Vorsatz: Innerhalb von einer Woche möchte ich mich durch das Sakrament der Beichte mit einem reinen Gewissen beschenken lassen! Ich plane jetzt den Tag dafĂŒr.