Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. Oktober 2017 bis Samstag 7. Oktober 2017

Sechsundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Wer kommt ins Reich Gottes?Sonntag
Kehrt um und werdet wie die KinderMontag
Keine Vernichtung im Namen Gottes!Dienstag
Nachfolge ChristiMittwoch
Bittet den Herrn der Ernte!Donnerstag
Jesus identifiziert sich mit seinen JĂŒngernFreitag
AnkĂŒndigung des Reiches GottesSamstag


Wer kommt ins Reich Gottes?

1. Oktober 2017

Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Theresia vom Kinde Jesus, Ordensfrau, Kirchenlehrerin
Hl. Remigius, Bischof von Reims

Ilka Haiberger

Mt 21,28-32
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. SpĂ€ter aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfĂŒllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus. Diese Zeit des Gebets und der Meditation gehören dir. FĂŒhre meine Gedanken. Nimm Besitz von meinem Herz und bewege mich durch deine Liebe.

Bitte: Herr, gib mir Kraft und Mut, deinen Willen zu tun.

1. Wer erfĂŒllt den Willen des Vaters? Der zweite Sohn tat den Willen des Vaters, auch wenn er zunĂ€chst nicht wollte. Er hatte keine Lust dazu. Er sagte einfach: „Ich will nicht.“ Danach gibt es einen Wendepunkt. Es reute ihn und er ging doch. Hier erzĂ€hlt Jesus die Bekehrung eines Herzens. Am Schluss ist es dieser zweite Sohn, der den Vater erfreut, indem er seinen Willen tut.

2. Was ist mit dem ersten Sohn? Der erste Sohn ist zunĂ€chst gutwillig. Er ist einverstanden mit dem Auftrag. Er spricht seinen Vater ehrfĂŒrchtig mit „Herr“ an. Doch dann heißt es ganz kurz: „ging aber nicht“. Wir wissen nicht, warum er nicht ging. Gab es etwas, was ihn ablenkte? Hat er einfach verschlafen? Dieser erste Sohn erinnert mich an mich selber. Sonntags bekenne ich meinen Glauben und vielleicht sĂŒndige ich nicht groß – doch tue ich auch den Willen unseres Vaters im Himmel?

3. Zöllner und Dirnen
 Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Das sind harte Worte. Wie viele Menschen werden von mir verurteilt, da sie Schlimmes tun. Hier holt uns Jesus auf den Boden der Tatsachen zurĂŒck. Die grĂ¶ĂŸten SĂŒnder kommen eher ins Reich Gottes als die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes. Übertragen in unsere Zeit könnte es heißen: AbtreibungsĂ€rzte und korrupte GeschĂ€ftemacher kommen eher
 (als die vielen Selbstgerechten, die etwas auf ihren Glauben halten).

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, diese ErzĂ€hlung schreckt mich auf. Ich möchte ins Reich Gottes kommen. Hilf mir dabei! Hilf mir, den Willen unseres Vaters im Himmel zu tun. Ändere auch meine Sichtweise auf meine Mitmenschen, dass ich niemanden verurteile.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich endlich etwas erledigen, was ich vor mir hergeschoben – und als Willen Gottes erkannt habe.

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Kehrt um und werdet wie die Kinder

2. Oktober 2017

Gedenktag
Hll. Schutzengel
Hll. Petrus, Hermann und Jakob OCist., MĂ€rtyrer

Ilka Haiberger

Mt 18,1-5.10
In jener Stunde kamen die JĂŒnger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. HĂŒtet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, auch heute komme ich wieder in deine Gegenwart. Ich möchte dich tiefer kennen lernen. Ich möchte all die weltlichen Dinge fĂŒr diese Zeit der Meditation außen vor lassen und wirklich auf dich schauen.

Bitte: Herr, schenke mir Einsicht und Klugheit. Lass mich heilig werden, so dass ich dich eines Tages von Angesicht zu Angesicht schauen kann.

1. Diese JĂŒnger mal wieder! Die JĂŒnger fragen Jesus, wer im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte sei. Was ist das fĂŒr eine Frage! So vermessen! Allerdings trĂ€gt jeder diese Frage in seinem Herzen. Selbst wenn wir uns nicht trauen, sie wirklich zu Ende zu denken, geschweige denn auszusprechen. Der Mensch wĂŒnscht sich (oft nur klammheimlich), groß zu sein, grĂ¶ĂŸer als die anderen. Und wer an das ewige Leben glaubt, den geht ja auch die Rangfolge im Himmel etwas an.

2. Kehrt um und werdet wie die Kinder. â€žWenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte.“ Jesus beantwortet die Frage der JĂŒnger und deutet auf die Kleinheit des Kindes. Das Kind hat keine Vergangenheit, auf die es stolz sein kann. Keine Titel, keine Karriere. Das Kind schwĂ€rmt nicht von den guten alten Zeiten. Ein Kind lebt im Hier und Jetzt. Es spielt, es lernt, es wĂ€chst. Es ist unvoreingenommen. Es urteilt nicht. Es verurteilt nicht. Es ist offen fĂŒr alles. Ein Kind ist und weiß sich abhĂ€ngig von der UnterstĂŒtzung seiner Eltern.

3. Die WĂŒrde der Kinder. â€žHĂŒtet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten!“ Jesus möchte Respekt und Bewunderung fĂŒr ein jedes Kind. Jedes Kind, und sei es noch so klein, ist in den Augen Gottes kostbar. Jedes Kind hat menschliche WĂŒrde und hat bereits Engel im Himmel, die fĂŒr es eintreten. Er sagt: „Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.“ Glauben wir an die Schutzengel!

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, ich möchte jedes Kind, dem ich begegne, schĂ€tzen und lieben. Ich möchte anderen die Liebe zu Kindern vorleben und nĂ€her bringen. Dieses Evangelium richtet meinen Blick auf das Wesentliche aus. Es gilt, heute und jetzt zu leben und mir nichts auf mich einzubilden. Es gilt, die Kultur des Lebens, der Kinder und der Lebendigkeit zu unterstĂŒtzen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde den MĂŒttern und werdenden MĂŒttern (und zukĂŒnftigen MĂŒttern), die ich kenne, meine Bewunderung oder Anerkennung ausdrĂŒcken. Sie kĂŒmmern sich um das Wichtigste und GrĂ¶ĂŸte! Sie ermöglichen das Leben der Kinder.


Keine Vernichtung im Namen Gottes!

3. Oktober 2017

Dienstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ewald, MĂ€rtyrer
Hl. Utto (Udo) OSB, Abt
Hl. Irmgard OCist

Ilka Haiberger

Lk 9,51-56
Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft fĂŒr ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die JĂŒnger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fĂ€llt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus du bist sanftmĂŒtig. Du bist geduldig. Du bist großartig. Du lebtest als Mensch auf Erden, damit wir ein unverfĂ€lschtes Zeugnis von dir haben und genau sehen und hören können, wie du bist. Aber auch, wie wir leben sollten.

Bitte: Jesus, ich komme zu dir, weil ich dich liebe. FĂŒlle diese Liebe mit Leben. Lass mich jetzt ganz nah bei dir sein und wirklich auf dich schauen. So kann ich dir Ă€hnlicher werden.

1. Die leidenschaftliche Liebe der beiden BrĂŒder. Jakobus und Johannes lieben Jesus leidenschaftlich. Sie erkennen ihn als Herrn an. Sie sind bereit, fĂŒr ihn alles zu tun. Sie sind gekrĂ€nkt, weil Jesus in diesem samaritischen Dorf nicht aufgenommen wurde. Und sie sind sich ihrer Macht bewusst, dass sie Feuer vom Himmel zur Vernichtung des Dorfes herabrufen können.

2. Keine Gewaltanwendung im Namen Gottes! Doch Jesus wandte sich um und wies sie zurecht. Niemand darf, schon gar nicht aus vermeintlicher Leidenschaft fĂŒr Gott, Menschenleben vernichten! Jesus ist weit davon entfernt, Rache zu ĂŒben und der Vernichtung des Dorfes zuzustimmen . Das Leben ist heilig. Auch das Leben derer, die Jesus nicht aufnehmen.

3. Und das Leben geht weiter. Nachdem sie in diesem samaritischen Dorf abgewiesen worden waren und Jesus die JĂŒnger zurechtgewiesen hatte, gingen sie in ein anderes Dorf. Als ob nichts Besonderes geschehen wĂ€re. Jesus erzĂ€hlt kein Gleichnis, droht dem Dorf nicht den Untergang an, nichts. Er geht einfach seines Weges in ein anderes Dorf.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus ich bin sehr beeindruckt von deiner Gelassenheit. Du rĂ€chst dich nicht an denen, die dich nicht aufnehmen. Auch lĂ€sst du es nicht zu, dass deine JĂŒnger Rache fĂŒr dich nehmen. Du gehst einfach in ein anderes Dorf. Diese Gelassenheit ist großartig. Lass auch mich mit Problemen und Umwegen, die mir aufgezwungen werden, so gelassen umgehen!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte geduldig sein mit denen, die Jesus nicht aufnehmen wollen. Ihr Leben und ihre Freiheit sind heilig und das möchte ich immer respektieren.


Nachfolge Christi

4. Oktober 2017

Gedenktag
Hl. Franz von Assisi
Hl. Aurea Osb
Hl. Franz Xaver Seelos CSsR

Ilka Haiberger

Lk 9,57-62
In jener Zeit als Jesus und seine JĂŒnger auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die FĂŒchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkĂŒnde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurĂŒckblickt, taugt fĂŒr das Reich Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist manchmal schwierig zu verstehen. Die Nachfolge ist mehr als anspruchsvoll. Wenn ich das Evangelium des heutigen Tages lese, bin ich zunĂ€chst entmutigt.

Bitte: Ich bitte dich, Jesus, weise mich nicht ab, wenn ich zu viele Hindernisse zwischen mir und dir sehe. Sondern hilft mir, die Hindernisse zu ĂŒberwinden, so dass ich wirklich dein JĂŒnger sein kann.

1. Der erste Mann. Der erste Mann geht auf Jesus zu, denn er möchte ihm nachfolgen. Jesus weist ihn darauf hin, dass er keine Bleibe hat. Jesus nachzufolgen bedeutet, nicht zu wissen, was kommen wird. Unter UmstĂ€nden noch nicht einmal, wo wir abends schlafen werden. Wir Christen mĂŒssen bereit sein, auf irdische Sicherheiten zu verzichten. Die Nachfolge ist ein Abenteuer, von dem wir nicht wissen, wie es hier auf Erden ausgehen wird.

2. Der zweite Mann. Der nĂ€chste Mann wird von Jesus zur Nachfolge gerufen. Dieser möchte allerdings zunĂ€chst abwarten, bis er seinen Vater begraben hat. Die Nachfolge Christi kennt keinen Aufschub. Jesus akzeptiert keine Ausrede.

3. Der dritte Mann. Auch der dritte Mann aus dem heutigen Evangelium wird kein Nachfolger Jesu. Er möchte sich zunĂ€chst von seiner Familie verabschieden. Das klingt hart, dass Jesus noch nicht einmal das duldet! Wer sich um die Familie mehr kĂŒmmert als um Gott, „kann nicht mein [Jesu] JĂŒnger sein“ (Lk 14,27).

GesprĂ€ch mit Christus: Das heutige Evangelium fĂŒhrt mir vor Augen, wie schwierig die Nachfolge Christi ist. FĂŒr einen Menschen, dem die Welt und die anderen Menschen wichtig sind, ja, sogar fĂŒr jemanden, der primĂ€r auf seine Familie schaut, ist es schier unmöglich. Nur wenn wir auf Gott und seine Verheißungen schauen, wird es uns möglich sein, ihm wirklich nachzufolgen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mein Herz fĂŒr Jesus bereiten. In Gedanken werde ich mich ganz intensiv mit Jesu Worten und Verheißungen beschĂ€ftigen, mein Mund ist fĂŒr das Gebet da und alle Lauheit soll aus meinem Herzen vertrieben werden, damit Jesus dort seinen Platz einnehmen kann.


Bittet den Herrn der Ernte!

5. Oktober 2017

Donnerstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Meinolf von Paderborn
Anna SchÀffer
Hl. Maria Faustina Kowalska, Ordensfrau, Mystikerin
Hl. Anna SchÀffer, Mystikerin

Ilka Haiberger

Lk 10,1-12
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere JĂŒnger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle StĂ€dte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter fĂŒr seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! GrĂŒĂŸt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wĂŒnscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurĂŒckkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren FĂŒĂŸen klebt, lassen wir euch zurĂŒck; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du hast hier auf Erden Menschen berufen, deine Botschaft zu verkĂŒnden. Du hast sie geschult und ausgesendet.

Bitte: Ich bitte dich, sende auch mich!

1. Ein wichtiger Auftrag. Es gibt nicht viele Aussagen Jesu ĂŒber bestimmte Inhalte, die das Gebet haben sollte. Wir wissen, dass er als glĂ€ubiger Jude die Psalmen betete. Die JĂŒnger lehrte er das Vater unser. Im heutigen Evangelium gibt er uns eine ganz explizite Gebets-Aufforderung. Jesus beauftragt uns, den Herrn der Ernte zu bitten, dass er Arbeiter fĂŒr seine Ernte aussende.

2. VerkĂŒndet das Reich Gottes! Gleich dreimal erwĂ€hnt Jesus das Reich Gottes, das nahe ist, bzw. die große Ernte. Es ist der Kern seiner VerkĂŒndigung. Ihm ist es wichtig, dass das Reich Gottes rasch und an vielen Orten verkĂŒndigt wird. Die zwölf JĂŒnger alleine können das nicht bewĂ€ltigen. Deswegen beauftragt er noch weitere. Aber nicht nur ein paar, sondern gleich zweiundsiebzig. Die Botschaft soll schnell und effektiv verbreitet werden!

3. Es geht wirklich um das Reich Gottes – und sonst nichts. Jesus gibt den zweiundsiebzig anderen JĂŒngern genaue Vorschriften, wie die VerkĂŒndigung stattfinden soll. Die JĂŒnger sollen niemanden unterwegs grĂŒĂŸen (was bei Orientalen durchaus ein lĂ€ngeres GesprĂ€ch bedeutet), sondern sich direkt der VerkĂŒndigung widmen. Sie sollen sich nicht darum grĂ€men, wenn StĂ€dte die VerkĂŒndigung nicht hören wollen. Sie sollen sich nicht ums Essen, um VorrĂ€te und Geld kĂŒmmern. Allein die VerkĂŒndigung soll ihnen wichtig sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Auch ich bin einer der vielen JĂŒnger, die du, Jesus, in deine Nachfolge rufst, um das Reich Gottes zu verkĂŒndigen. Du möchtest durch mich (und durch alle anderen Christen) jeden Menschen auf der Welt mit der frohen Botschaft erreichen.

Möglicher Vorsatz: Jesus, ich erneuere meine Bereitschaft, an deinem Reich mitzubauen. Heute gehe ich mit neuer Entschlusskraft an die Arbeit fĂŒr dein Reich. Außerdem werde ich heute und regelmĂ€ĂŸig an jedem Priesterdonnerstag fĂŒr Berufungen beten, damit du, Herr, Arbeiter in deine Ernte aussendest.


Jesus identifiziert sich mit seinen JĂŒngern

6. Oktober 2017

Freitag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bruno der KartÀuser
Hl. Adalbero, Bischof
Hl. Renatus, Bischof
Hl. Romanus, Bischof

Ilka Haiberger

Lk 10,13-16
In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei euch geschehen sind - man hĂ€tte dort in Sack und Asche Buße getan. Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, ich komme zu dir. Den Alltag und die Sorgen, alle Nachrichten und MĂŒhseligkeit lasse ich hinter mir, um mich jetzt dir und deinem Wort zuzuwenden.

Bitte: Ă–ffne mein Herz und lass deine Botschaft in mir ankommen und lebendig werden.

1. Der JĂŒnger
 Jesus identifiziert sich mit seinen JĂŒngern, die er ausgesandt hat. Er sagt: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab;“ Durch diese Worte lĂ€sst Jesus seine JĂŒngern an seiner eigenen unendlichen WĂŒrde teilhaben!

2. â€Šund sein Herr. Jesus stellt klar, dass er und der Vater eins sind. „Wer mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.“ Also ist auch der, der von Jesus gesandt wurde, mit dem Vater eins, denn er identifiziert sich ja mit seinen JĂŒngern.

3. Die untergegangenen StĂ€dte. Dramatische Worte findet Jesus ĂŒber die unglĂ€ubig gebliebenen StĂ€dte. Kafarnaum ist heute eine einzige Ruine, Chorazin ein nationaler ArchĂ€ologie-Park. Hier hatten Jesus und seine JĂŒnger gewirkt. Und doch bestehen sie nicht mehr. Warum? Sicher ist das angedrohte Gericht nicht primĂ€r zeitlich zu verstehen. Aber wie Jesaja schon sagte: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ (7,9).

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, deine Worte sind wahr. Ein Zeichen dafĂŒr sind die Ruinen in Karfarnaum und Chorazin - oder auch die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 durch die Truppen des Titus. Wenn Zweifel mein Herz befallen, kann ich diese Ereignisse betrachten und mit Glaubensgewissheit erkennen, dass du die Wahrheit sprichst. Deine Worte sind mĂ€chtig. Deine Worte vermögen unendlich viel. Deine Worte erheben deine JĂŒnger zur Einheit mit dir und dem Vater. Das ist unglaublich.

Möglicher Vorsatz: Von heute ab möchte ich ein echter, richtiger, verlĂ€sslicher JĂŒnger Jesu sein!


AnkĂŒndigung des Reiches Gottes

7. Oktober 2017

Gedenktag
Unsere liebe Frau vom Rosenkranz
Hl. Justina von Padua, MĂ€rtyrerin
Hl. Georg OFMCap

Ilka Haiberger

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebĂ€ren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, wie oft schon habe ich von der VerkĂŒndigung des Engels Gabriel gehört! Und doch ist es, als ob ich manche Worte vorher noch nie gehört hĂ€tte. Der Engel Gabriel verkĂŒndet nicht nur die Geburt Jesu, die Menschwerdung Gottes, sondern auch die Ewigkeit deines Reiches.

Bitte: Herr, lass mich an dich und dein Wort glauben!

1. GegrĂŒĂŸet seist du, Maria, voll der Gnade! Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Es ist erstaunlich, dass Maria nicht ĂŒber die Erscheinung des Engels erschrocken ist, sondern ĂŒber die Anrede. Der Engel scheint ihre Gedanken lesen zu können und erklĂ€rt: Hab keine Angst, denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

2. Das Reich Gottes soll durch Maria RealitĂ€t auf Erden werden. Seine Herrschaft wird kein Ende haben. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen. Maria, die wie das gesamte jĂŒdische Volk auf den rettenden Messias wartet, versteht sofort, was das bedeutet. Sie soll Mutter des erwarteten Heilands werden! Vorbehaltlos hört sie die AnkĂŒndigung des Engels. Man könnte den Eindruck haben, dass sie durchaus fĂŒr Israel mit einem solchen Besuch und seiner Botschaft gerechnet hĂ€tte, nicht aber fĂŒr sich selbst.

3. Doch da gab es noch ein kleines Problem. Maria ist aufgeklĂ€rt und kennt sich aus. Sie weiß, dass sie ohne einen Mann zu „erkennen“ - was ihrem Gelöbnis entspricht - und in der Sprache der Bibel so viel wie Geschlechtsverkehr innerhalb der Ehe bedeutet, nicht schwanger werden kann. So fragt sie den Engel, wie das geschehen soll. Der Engel erklĂ€rt es ihr und sagt schließlich: „Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich.“ Marias Antwort, mit der das GesprĂ€ch endet, ist berĂŒhmt geworden. Sie stellt sich voll und ganz dem Willen Gottes zur VerfĂŒgung.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, Maria ist wahrhaft deine vorbildliche Dienerin. Vorbehaltlos wie ein Kind fĂŒgt sie sich dem Willen Gottes. Sie bleibt dabei nicht passiv. Ihr „Fiat“, ihr „Ja“ zu Gottes Willen ist ein aktives „ich bin einverstanden und werde alles, was meinerseits notwendig ist, dafĂŒr tun“.

Möglicher Vorsatz: Maria ist uns Christen ein Vorbild. Ich will Maria nachahmen und sie ausdrĂŒcklich heute durch eine Geste ehren.