Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. September 2017 bis Samstag 9. September 2017

Zweiundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Br. Valentin Schmidts LC

Jesus und das Kreuz.Sonntag
Jesus, der Gesalbte, bringt mir die gute Nachricht.Montag
Glaube an die Macht Christi.Dienstag
Jesu Liebe im Alltag.Mittwoch
Der wunderbare Fischfang.Donnerstag
Mariä Geburt.Freitag
Der Herr ĂĽber den Sabbat.Samstag


Jesus und das Kreuz

3. September 2017

Zweiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 16,21-27
In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jetzt komme ich wieder zu dir, o Herr, um deine Stimme zu hören. Ich bin fĂĽr alles offen, was dein Wille ist, denn du willst mein GlĂĽck und weiĂźt, was am besten fĂĽr mich ist.

Bitte: Jesus, erleuchte meinen Verstand, damit ich den Wert des Kreuzes begreifen und die Größe deiner Liebe erkennen kann. Gib mir die Kraft, wie du täglich mein Kreuz auf mich zu nehmen.

1. Jesus weiĂź, was auf ihn zukommt. Jesus wusste, dass er leiden wĂĽrde, aber er ist entschieden auf dieses Leiden zugegangen, hat es ernst genommen und ihm zugestimmt. Wenn ich leide bzw. mir Leid bevorsteht, was tue ich dann? Leider fliehe ich oft davor, versuche es zu verhindern oder hinauszuzögern. Warum handle ich so, Jesus, du aber ganz anders?

2. Weg mit dir Satan, geh mir aus den Augen. Petrus hatte gute Absichten: Er wollte das Reich Gottes auf Erden errichten, allen Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit verhelfen, sich dafĂĽr einsetzen, dass Gott endlich die ihm gebĂĽhrende Ehre empfängt. Das alles schien ihm unvereinbar mit Jesu Tod! Wenn Petrus es doch gut meinte, warum war Jesus dann so streng mit ihm, sieht sogar Satan selbst hinter dessen Einstellung? Was ist dein Kriterium, Jesus, um zu unterscheiden, was der Sache Gottes dient und was nicht? Was ist meines? Habe ich „im Sinn, was Gott will [oder] was die Menschen wollen“?

3. Wer mein JĂĽnger sein will… Ich sehe, ich habe andere Kriterien, als Gott sie hat, und mir fällt es oft schwer, alles so anzunehmen, wie er es vorgesehen hat.Aber ich liebe dich, Jesus, weil ich deine unendliche, bedingungslose Liebe erfahren habe. Ich möchte einfach dir nachfolgen, bei dir sein und tun, was du dir von mir wĂĽnschst.Bin ich mir Jesu Liebe wirklich so sicher, kann ich mich ihm ganz anvertrauen?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du bittest mich heute um sehr viel. Ich liebe dich und möchte dir gefallen, aber schenke mir mehr Liebe, damit ich dir wirklich nachfolgen kann. Hilf mir bitte.

Möglicher Vorsatz: Bestimmt gibt es etwas, von dem ich schon lange merke, dass Gott mich darum bittet - wozu ich allerdings nie bereit bin. Das will ich heute tun.


Jesus, der Gesalbte, bringt mir die gute Nachricht

4. September 2017

Montag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Suitbert, Bischof
Hl. Rosalia
Hl. Ida von Herzfeld
Hl. Irmgard von SĂĽchteln

Br. Valentin Schmidts LC

Lk 4,16-30
In jener Zeit kam Jesus nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs? Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat! Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Gott, du willst dich mir jetzt wieder offenbaren. Ich möchte ganz offen sein, demĂĽtig annehmen, was ich als deinen Willen vernehme. Komm, Heiliger Geist, hilf mir dabei.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, sei du immer mehr der Dreh- und Angelpunkt in meinem Leben, auf den sich alles ausrichtet, was ich tue.

1. Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfĂĽllt. Jesus sagt hier, er sei die ErfĂĽllung dessen, was das Volk Israel schon seit Jahrhunderten erwartet: Er ist das Heil aller BedĂĽrftigen! Glaube ich wirklich, dass er das ist, auch heute, auch fĂĽr mich? Er ist Gott, also finden auch meine größten Nöte eine Antwort in ihm – bin ich davon ĂĽberzeugt?

2. Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Weshalb erwähnte Jesus, dass es Ausländer waren, die Gottes Hilfe erfuhren, wenn er doch ahnen konnte, dass er die Leute in der Synagoge damit provozieren wĂĽrde? Vielleicht weil er ihre innere Einstellung kannte: Ablehnung Jesus gegenĂĽber, Misstrauen, GleichgĂĽltigkeit … (er war ja nur der „Sohn Josefs“: was kann der uns schon sagen?). Er wollte sie wohl damit wachrĂĽtteln, ihre Augen fĂĽr die Wahrheit öffnen. Habe ich auch gewisse Vorurteile gegenĂĽber Gott, der Bibel, dem Pfarrer…, die mich der Wahrheit gegenĂĽber verschlieĂźen?

3. Eine Witwe und ein Aussätziger. Damals wurde nur einer heidnischen Witwe und einem heidnischen Aussätzigen geholfen, den Israeliten aber nicht. Diese waren wahrscheinlich verstockt und suchten ihr GlĂĽck nur in irdischen Dingen, anstatt auf Gott zu vertrauen. Deshalb konnte er nicht in ihr Leben eintreten. Wussten sie nicht, dass letzten Endes nur Gott unsere BedĂĽrfnisse, besonders die tiefsten, stillen kann?

Gespräch mit Christus: Herr, heute habe ich gesehen, wo ich dir gegenĂĽber kein volles Vertrauen habe, ich dich nicht ganz in mein Leben hineinlasse als der, der du bist: mein Erlöser. Hilf mir bitte, auf mich selbst zu verzichten und mehr auf dich zu vertrauen!

Möglicher Vorsatz: Heute kann ich ein Opfer bringen, um mich daran zu erinnern, dass Gott alles in meinem Leben ist.


Glaube an die Macht Christi

5. September 2017

Dienstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Mutter Teresa MC
Hl. Roswitha von Gandersheim
Hl. Maria Theresia von WĂĽllenweber

Br. Valentin Schmidts LC

Lk 4,31-37
In jener Zeit ging Jesus hinab nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte die Menschen am Sabbat. Sie waren sehr betroffen von seiner Lehre, denn er redete mit göttlicher Vollmacht. In der Synagoge saß ein Mann, der von einem Dämon, einem unreinen Geist, besessen war. Der begann laut zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der Dämon warf den Mann mitten in der Synagoge zu Boden und verließ ihn, ohne ihn jedoch zu verletzen. Da waren alle erstaunt und erschrocken, und einer fragte den andern: Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern, und sie fliehen. Und sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Gott, ich glaube wirklich, dass du der dreifaltige Gott bist, dass du in der Person des Wortes Mensch wurdest und uns am Kreuz erlöst hast und dass du mein Gebet hörst.

Bitte: Bitte, Herr, stärke meine Glauben und offenbare dich mir, damit ich dein Bote sein kann.

1. Da waren alle erstaunt. Die Leute staunten ĂĽber Jesu Worte und Taten. Sie erlebten etwas, das sie völlig ĂĽberstieg. Beim Lesen des Evangeliums gibt es noch mehr Stellen, die Staunen hervorrufen mĂĽssten. Und ich – wann habe ich das letzte Mal ĂĽber Jesus gestaunt, ĂĽber seine Werke, seine Liebe, sein Wirken in meinem Leben?

2. Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern. Jesus hat hier wirklich einen Dämon ausgetrieben – ein Befehl und er verlieĂź ihn! Er will mir damit auch sagen, dass er die Macht hat, in meinem Leben GroĂźes zu bewirken, in meiner Familie, in der Gesellschaft, in Bezug auf meine SĂĽnden. Er wird es vollbringen, wenn ich ihn nur beharrlich darum bitte und so meine Hoffnung nähre, immer mehr auf ihn allein vertraue.

3. Und sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend. Die Leute waren so erstaunt, dass sie die jĂĽngsten Ereignisse schnell weitererzählten, und so verbreitete sich Jesu Ruf in der ganzen Gegend. Das kann fĂĽr mich ein Hinweis sein. In dem MaĂź, in dem ich glaube, bin ich tatsächlich ĂĽberzeugt, dass Jesus die Antwort auf meine Leiden und Probleme ist. Je ernster ich das Evangelium nehme, desto motivierter bin ich dann, es auch zu verkĂĽnden. Jesus hat die Macht, die er damals zeigte, auch heute noch und wendet sie an, um uns glĂĽcklich zu machen.

Gespräch mit Christus: Mein Herr, du hast gesagt, dass der Glaube Berge versetzen kann (vgl. Mt 21,21). Ich möchte so sehr glauben können. Hilf meinem Unglauben!

Möglicher Vorsatz: Heute kann ich in einer Unterhaltung mit jemandem versuchen, den Glauben daran zu vermitteln, dass Gott wirklich alles in der Hand hat und zum Guten fĂĽhrt.


Jesu Liebe im Alltag

6. September 2017

Mittwoch der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Magnus OSB, Apostel des Allgäus
Hl. Theobald, OFM
Hl. Gundolf von Metz, Bischof

Br. Valentin Schmidts LC

Lk 4,38-44
In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen. Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie. Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle. Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war. Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen. Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden. Und er predigte in den Synagogen Judäas.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich liebe dich, denn du liebst mich, ohne dass ich es verdient hätte. Lass mich deine Liebe jetzt noch mehr erfahren, damit ich groĂźzĂĽgiger darauf antworten kann.

Bitte: Herr, gib mir bitte eine tiefere Liebe zu den Menschen in meinem Umfeld!

1. Die Schwiegermutter Petri. Jesus predigte zuerst von der Erlösung, von seiner Liebe… aber dann handelt er auch ganz konkret. Er heilt die Schwiegermutter des Petrus, und das einfach, weil er ihr begegnet und ihr in ihrem Leid seine Liebe zeigen wollte. Ist die Liebe fĂĽr mich vielleicht oft noch abstrakt, rein theoretisch oder liebe ich diese und jene Person, die Gott mir in meinem Leben auf den Weg stellt, auch selbstlos und auf konkrete Weise?

2. Als die Sonne unterging… Nach seiner Predigt am Morgen war Jesus wieder fĂĽr die Menschen da und heilte stundenlang, wohl bis spät in die Nacht. Hier zeigt sich das AusmaĂź seiner Liebe, die keine Grenzen kennt, sondern sich auch dann hingibt, wenn Erschöpfung sich breitmacht. Er sieht die vielen Menschen und sein Herz ist so voller Barmherzigkeit, dass er gar nicht anders kann, als sie zu heilen.

3. Dazu bin ich gesandt. Am frĂĽhen Morgen macht sich Jesus auf den Weg in die anderen Städte. Nach der gestrigen Anstrengung macht er unermĂĽdlich weiter, denn er weiĂź sich vom Vater gesandt, allen die Botschaft seines Reiches zu verkĂĽnden. Er trägt ein Feuer in sich, das ihm Kraft und Motivation gibt, Antrieb fĂĽr seine grenzenlose Hingabe ist: Das Heil der Seelen! Das ist es, was auch mich bewegen sollte.

Gespräch mit Christus: Jesus, du bist mein Ein und Alles, hast mir alles geschenkt, was ich habe. Du liebst mich unendlich, und das trotz meiner Undankbarkeit. GieĂźe mir bitte deine brennende Liebe und einen tiefen Eifer fĂĽr die Seelen ein!

Möglicher Vorsatz: Ich kann heute eine meiner Pflichten besonders sorgfältig erledigen – im Gedanken an denjenigen, der davon profitiert, und aus Liebe zu ihm – und ihm sogar zusätzlich ein kleines Geschenk machen.


Der wunderbare Fischfang

7. September 2017

Donnerstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Dieterich, Bischof
Hl. Stephan Pongràcz, Märtyrer
Hl. Otto Ocist, Abt
Hl. Regina, Märtyrerin

Br. Valentin Schmidts LC

Lk 5,1-11
In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Genezareth stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich vertraue auf dich, mein Herr, denn du bist meine Hoffnung. Wenn ich nichts verstehe, ĂĽberfordert bin, keinen Sinn entdecke oder leiden muss – dann bist du dennoch da und stehst mir bei, gibst Zuversicht und Freude.

Bitte: Bitte hilf mir, Jesus, trotz aller Widerstände auf dich zu vertrauen und so Freude zu verbreiten.

1. Er lehrte das Volk vom Boot aus. Viele Leute waren um Jesus versammelt und wollten ihn hören. Da begann Jesus, zur Menge zur sprechen, um so seine Liebe, die GĂĽte des Vaters und vieles mehr zu verkĂĽnden: Er wollte GroĂźes an den Menschen tun und deshalb sprach er zu ihnen von der befreienden Wahrheit, die allein er bringen konnte. Aber bei all dem brauchte Jesus ein Boot, damit ihn alle gut hören konnten. Was kann ein Boot allein schon? Aber wenn Jesus es nutzt, hilft es ihm bei seinem Werk. Auch ich habe nur Boote (oder sonstige Werkzeuge und Geräte) und kann alleine nicht viel damit ausrichten. – Glaube ich, dass Jesus in mir und durch mich Wunder vollbringen kann?

2. Doch wenn du es sagst… Petrus soll noch einmal die Netze auswerfen. Das erscheint jedem, der Ahnung vom Fischen hat, als Unsinn. Petrus weiĂź, dass er mit seinen menschlichen Mitteln nicht weit kommen wird. Und dennoch tut er, worum Jesus ihn bittet, eben weil er es ist, der ihn bittet, und so geschieht das Wunder! Das ist das Geheimnis, das Jesus hier mitzuteilen versucht: Wenn man die Talente, die einem zur VerfĂĽgung stehen, fĂĽr Jesus und im Vertrauen auf seine Macht einsetzt – selbst wenn es vergeblich scheint – dann wird das eigene Tun Frucht fĂĽr das Reich Christi bringen.

3. Herr, geh weg von mir… und sie folgten ihm nach. Zuerst ist Petrus sich seiner Kleinheit und SĂĽnde bewusst, später aber folgt er Jesus voller Staunen nach und lässt alles zurĂĽck. Das soll auch meine Einstellung sein: Ich bin klein, begrenzt, schwach und unwĂĽrdig – Jesus weiĂź das. Aber aus Liebe nimmt er mich so an, verzeiht mir und ruft mich zu sich, damit ich an seinem Werk mitarbeiten kann. Das darf fĂĽr mich eine Quelle von Vertrauen, Begeisterung und Mut auf dem Weg seiner Nachfolge sein.

Gespräch mit Christus: Herr, wie oft verstecke ich mich vor dir, ignoriere deinen Ruf, weil ich mich unwĂĽrdig fĂĽhle, nicht aus mir heraus gehen möchte oder keine Aussicht auf Erfolg sehe. Gib mir bitte mehr Vertrauen, damit ich mein Leben mit dir und ohne Ă„ngste fĂĽhren kann.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute in einem Geheimnis des lichtreichen Rosenkranzes Jesus betrachten, wie er uns Hoffnung schenkt.


Mariä Geburt.

8. September 2017

Freitag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Mariä Geburt
Hl. Sergius I., Papst
Hl. Adrian, Märtyrer

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 1,1-16. 18-23
Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija, Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, Schealtiël von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Jesus, ich möchte jetzt einfach eine Weile mit dir verbringen, weil ich dich liebe. Auch du sehnst dich danach – noch viel mehr als ich – bei mir zu sein. Ich möchte dir eine Freude machen, indem ich versuche, mich nicht ablenken zu lassen. Ich weiĂź, wie sehr du wegen mir und den anderen zu leiden hast – nimm meine Liebe als Trost an.

Bitte: Herr Jesus, schenke mir eine tiefe Freude ĂĽber deine Menschwerdung und eine kindlichere Liebe zu deiner Mutter.

1. Er wird sein Volk von seinen SĂĽnden erlösen. Diese lange Liste an Vorfahren Jesu zeigt unter anderem, dass die Menschheit, und speziell Israel ĂĽber viele Generationen hinweg auf ihren Erlöser gewartet hat. So viele Menschen, die alle die Folgen der SĂĽnde: Leid und Tod erfuhren, ersehnten einen Heiland (und viele ersehnen ihn bis heute), mussten sich aber mit einer VerheiĂźung, d.h. einem Versprechen fĂĽr die Zukunft begnĂĽgen. Auch ich brauche einen Erlöser und darf mich freuen, dass er in Jesus endlich gekommen ist.

2. Die Mutter Gottes. Maria war ein einfaches Mädchen vom Land. Sie war noch sehr jung, wohl nicht allzu gebildet, recht arm, unscheinbar und demĂĽtig. Aber sie war es, der die enorme Ehre zuteilwurde, den Messias, den seit Jahrhunderten erwarteten Heiland, in ihrem SchoĂź zu empfangen. Gott hat ihr dieses Geschenk gemacht, weswegen auch ich sie mit dem Herzen und mit Taten loben möchte, besonders heute an ihrem Geburtstag. AuĂźerdem hat Gott ihr damit eine groĂźe Verantwortung anvertraut – wie dankbar sollte ich ihr sein, denn sie hat meinen Erlöser geboren und groĂźgezogen.

3. Gott ist mit uns. Maria und Josef haben ihre Berufung angenommen und alles Notwendige getan, um Jesus eine wĂĽrdige Wohnung zu bereiten und ihn auf seine Mission vorzubereiten. So ist durch ihre GroĂźzĂĽgigkeit das Heil in die Welt gekommen – ohne sie könnten wir heute nicht sagen und erfahren: „Gott ist mit uns.“. Auch fĂĽr mich hat Gott eine Berufung, durch die er in die Welt, in die Herzen vieler Menschen kommen will. Ich möchte Marias und Josefs Beispiel der Offenheit und Hingabe folgen, damit die Personen um mich herum und in der Gesellschaft Gottes Gegenwart erfahren.

Gespräch mit Christus: Maria, du hast die wunderbare Berufung angenommen, Mutter Gottes zu sein. Vielen Dank dafĂĽr! Hilf mir bitte, das groĂźe Geschenk der Erlösung mehr wertzuschätzen und freudiger zu verkĂĽnden.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich eine Person, die mir unsympathisch ist, herzlich behandeln und ihr einen Gefallen tun.


Der Herr ĂĽber den Sabbat

9. September 2017

Samstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Claver SJ
Hl. Audomar (Otmar) OSB, Missionsbischof

Br. Valentin Schmidts LC

Lk 6,1-5
Als Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder ging, rissen seine Jünger Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. Da sagten einige Pharisäer: Was tut ihr da? Das ist doch am Sabbat verboten! Jesus erwiderte ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren wie er in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote nahm, die nur die Priester essen dürfen, und wie er sie aß und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich möchte mich jetzt vor dir demĂĽtigen, mein Herr. Du bist mein Schöpfer, ohne dich wäre ich nicht. Du weiĂźt am besten, was gut fĂĽr mich ist, und du bist mein Vater, der mich glĂĽcklich machen will. Ich will also einfach dir gehorchen und mich nicht weiter gegen deinen Willen aufbäumen.

Bitte: Zeige mir bitte deinen Willen fĂĽr mich, heute an diesem Tag, und hilf mir, ihn freudig zu erfĂĽllen.

1. Wozu Gebote? In diesem Evangelium geht es um das richtige Verständnis des Sabbatgebots. Da kann in einem die Frage aufkommen, warum Gott uns ĂĽberhaupt Gebote gibt. Er kennt uns und unsere Begrenztheit, also gibt er uns die Gebote, damit wir eine klare Orientierung haben. Denn wenn sie nicht bekannt und aufgeschrieben worden wären, wären unsere Entscheidungen, die ja fĂĽr das ewige Leben eine wichtige Rolle spielen, oft gänzlich der WillkĂĽr unterworfen. Wie schön ist es, dass Gott mein Innerstes kennt, Verständnis hat und mir in den Geboten eine Hilfe gibt – noch ein Grund mehr, ganz auf ihn zu vertrauen.

2. Keine Last, sondern ein Weg der Reinigung. Die Gebote Gottes sind aber nicht nur negativ (du sollst nicht…) und dienen nicht nur dazu, dass wir wissen, was verboten ist. Sie sind vor allem positiv zu verstehen (du sollst den Sabbat heiligen! oder „Du sollst nicht töten“ als Verzicht auf Gewaltanwendung). Gott will uns also keine unnötige Last auferlegen oder einfach nur festlegen, was nötig ist, um nicht in die Hölle zu kommen. Er will, dass ich frei werde, liebe und so bereit bin, in Jesus umgestaltet zu werden. Gott möchte mit mir vereint sein, deshalb gibt er mir seine Gebote!

3. Und warum halte ich die Gebote? Und ich – warum tue ich, was Gott mir aufträgt? Ich gehe zur Messe, ĂĽbe mich in Geduld, stehe BedĂĽrftigen zur Seite, bete den Rosenkranz… vielleicht, weil es meine Pflicht ist, „notwendig“ fĂĽr meine Erlösung oder weil ich so nicht selbst nachdenken muss, was richtig ist. Wäre es nicht besser, Gottes Gebote zu halten, um ihm zu gefallen, um meinen eigenen, oft fehlgeleiteten Willen dem seinen anzugleichen? Er möchte ja wirklich mein Bestes und das aller Menschen!

Gespräch mit Christus: Mein Vater, du hast einen Plan fĂĽr mich, der meine kĂĽhnsten Träume ĂĽbertrifft. Ich möchte ihn kennen und nicht länger eigensinnig sein. Hilf mir dabei, und fĂĽhre mich auf deinen Pfaden.

Möglicher Vorsatz: Heute kann ich im Katechismus ĂĽber eines der 10 Gebote nachlesen, wie und warum wir es als Katholiken so und so leben sollen.