Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 6. August 2017 bis 12. August 2017

Achtzehnte Woche im Jahreskreis

P. Nikolaus Klemeyer LC

VerklÀrungSonntag
Das offene HerzMontag
Christus, unser LichtDienstag
Aufopferung des AlltagesMittwoch
Das Neue GesetzDonnerstag
ChristozentrikFreitag
Ein Schatz in zerbrechlichen GefĂ€ĂŸenSamstag


VerklÀrung

6. August 2017

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis
VerklÀrung des Herrn

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 17,1-9
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und fĂŒhrte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei HĂŒtten bauen, eine fĂŒr dich, eine fĂŒr Mose und eine fĂŒr Elija. Noch wĂ€hrend er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die JĂŒnger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. WĂ€hrend sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: ErzĂ€hlt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lehre mich, dich beim Aufstieg zum Berg Tabor im Glauben zu begleiten. Hilf mir, meine Hoffnung immer auf dich zu bauen. EntzĂŒnde meine Liebe, damit ich ganz auf dich höre und mein Leben auf dich ausrichte.

Bitte: Herr, gib mir ein großzĂŒgiges Herz, das, weil es dich erfahren hat, gestĂ€rkt in den Alltag geht und ihn mit dir bewĂ€ltigt.

1. Jesus nimmt uns beiseite. Christus lĂ€dt uns in seine Nachfolge ein. Das bedeutet, dass er uns „beiseite nimmt“. Nachfolge bedeutet Trennung von unserem gewöhnlichen Umfeld und Eintreten in ein neues Leben. Sie geht einher mit der Einladung Christi, sich dem Gesetz der Liebe zu unterwerfen und sich ganz einzustellen auf das Leben und den Weg mit Gott.

2. Jesus fĂŒhrt uns auf einen hohen Berg. Wenn das Ziel des Lebens Gott ist, hat man kein geringes. Gott möchte mit uns „hohe Berge“ erklimmen. Er möchte uns hinfĂŒhren zum Himmel, das heißt dorthin, wo Gott „alles in allem ist“. So gewinnt das Wort Christi „ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ neue Bedeutung. Das Leben und die Wahrheit selbst sind der Gipfel unseres Lebens mit Gott, die Sakramente und das Gnadenleben sind Christus, der uns auf dem Pfad zum Gipfel hin begleitet.

3. Jesus steigt mit uns den Berg hinab.  Nach der wunderbaren Erfahrung der VerklĂ€rung Christi steigen die JĂŒnger wieder vom Berg hinab; aber mit Christus. So dĂŒrfen auch wir uns begleitet wissen von Christus, nicht nur im Gebet und den aufbauenden Erfahrungen der Liturgie, sondern eben auch im Abstieg zum Alltag.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du hast Großes mit uns vor. Immer wieder dĂŒrfen wir deine Liebe erfahren und erkennen, dass du dich danach sehnst, uns bei dir zu haben. „Wenn ich gegangen bin und einen Platz fĂŒr euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ Gleichzeitig begleitest du uns tĂ€glich, im Sakrament deiner Gegenwart und im Gnadenleben. Mach uns aufmerksam auf deine Anwesenheit.

Möglicher Vorsatz: Heute rufe ich in einer geistigen Kommunion Jesus zu mir, um die NĂ€he Gottes in meinem Leben zu erfahren.


Das offene Herz

7. August 2017

Montag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Afra, MĂ€rtyrerin
Hl. Donatus OSB, Bischof

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 14,13-21
In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den StĂ€dten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Als es Abend wurde, kamen die JĂŒnger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spĂ€t geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fĂŒnf Brote und zwei Fische bei uns. Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fĂŒnf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den JĂŒngern; die JĂŒnger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die JĂŒnger die ĂŒbrig gebliebenen BrotstĂŒcke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fĂŒnftausend MĂ€nner, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, stĂ€rke meinen Glauben, damit ich auch schmerzvolle Ereignisse im Leben mit dir ertragen kann. Vermehre meine Hoffnung, damit ich immer auf dich schaue. EntzĂŒnde meine Liebe, die der einzige Motor meines Lebens sein soll.

Bitte: Herr, hilf mir mit der gleichen Offenheit wie Christus zu leben, der immer das Wohl und das Heil der Menschen suchte.

1. Suche nach Einsamkeit. Auf die Nachricht hin, dass Johannes der TĂ€ufer enthauptet wurde, sucht Christus die Einsamkeit. Schockierende Ereignisse im Leben des einzelnen oder der Gesellschaft können oft nur mit einem RĂŒckzug aus dem Trubel angemessen beantwortet werden. Denn die Einsamkeit lehrt uns, den Willen Gottes bedingungslos anzunehmen und unser Leid, wie auch das anderer, auf uns zu nehmen und zu tragen.

2. Offenheit der Liebe Christi. Die Bereitschaft Christi, auch diesen Moment des RĂŒckzugs zu opfern, zeigt, dass seine Trauer um den Tod des Johannes bei ihm nicht zur Abschottung des Herzens gefĂŒhrt hat. In seiner Brust schlĂ€gt eine besondere Liebe zum Menschen, wodurch er Leid im Gebet trĂ€gt, und gleichzeitig der Liebe Ausdruck verleiht, indem er sich großzĂŒgig selbst hingibt.

3. Gebt ihr ihnen zu essen! Christi Liebe soll durch uns praktiziert und fortgefĂŒhrt werden. Als Christen hören wir den Aufruf unseres Herrn: „Gebt ihr ihnen zu essen“. Christus bittet uns, seine Liebe nicht in unserem Herzen einzuschließen, sondern sie durch unsere NĂ€chstenliebe zu verbreiten. Er fordert und auf, den Menschen das wahre Brot zu geben, das sie nicht mehr hungern lĂ€sst.

GesprĂ€ch mit Christus: Christus, deine Liebe zu uns ist vollkommen. Du trĂ€gst das Leid der Menschen und bist immer bereit, fĂŒr unser Wohl zu sorgen. Öffne unser Herz, dass es deine Liebe erfahre. Gib uns jene Großherzigkeit, welche die Dankbarkeit und die Hingabe an den NĂ€chsten mehrt.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich meinen Mitmenschen mit Offenheit begegnen und auf ihre Nöte aufmerksam sein.


Christus, unser Licht

8. August 2017

Gedenktag
Hl. Dominikus, Priester und OrdensgrĂŒnder (OP)
Hl. Cyriakus, MĂ€rtyrer

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 15,1-2.10-14
In jener Zeit kamen von Jerusalem PharisĂ€er und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten: Warum missachten deine JĂŒnger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht die HĂ€nde vor dem Essen. Und er rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift: Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Da kamen die JĂŒnger zu ihm und sagten: Weißt du, dass die PharisĂ€er ĂŒber deine Worte empört sind? Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasst sie, es sind blinde BlindenfĂŒhrer. Und wenn ein Blinder einen Blinden fĂŒhrt, werden beide in eine Grube fallen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich glaube an dich, der du in meinem Herz anwesend bist. Ich hoffe auf deine FĂŒhrung im alltĂ€glichen Leben. Ich liebe dich von ganzem Herzen, mit all meinen Gedanken und meinem ganzen Leben.

Bitte: Herr, hilf mir, immer in deinem Licht zu leben und alle dunklen Ecken meines Lebens von deinem Licht ausleuchten zu lassen.

1. Die Überlieferung der Alten. Wichtigster Inhalt der Überlieferung im Alten Testament war die Treue zum Bund mit Gott. Der Missstand, den Christus bei den PharisĂ€ern anspricht, bezieht sich nicht auf die Überlieferung an sich, denn die ist gut, sondern auf ihre verzerrte Darstellung. FĂŒr Christus steht die Treue des ganzen Menschen gegenĂŒber Gott im Zentrum. Dass er mit Herz und Leben zum Herrn seiner Existenz Ja“ sagt.

2. Was aus dem Menschen herauskommt. Die UrsĂŒnde wurde ins Herz des Menschen gesĂ€t: ein Misstrauen gegenĂŒber Gott, das im Inneren aufkeimte. Auf diese verborgenen Gedanken und Einstellungen mĂŒssen wir achten, denn sie sind oft der NĂ€hrboden fĂŒr ein unĂŒberlegtes Wort, fĂŒr Neid und Missgunst.

3. Das Licht Christi. Wenn Christus die PharisĂ€er als blinde BlindenfĂŒhrer bezeichnet, dann auch, um auf sich als den sehenden Hirten zu verweisen. Christus möchte uns zum Licht fĂŒhren; das heißt, zur Wahrheit ĂŒber uns selbst: dass wir als SĂŒnder seiner Erlösung bedĂŒrfen, und als Erlöste im Licht Gottes leben können.

GesprĂ€ch mit Christus: Christus, die Heuchelei der PharisĂ€er hat dir so missfallen, weil ihr Eifer Lippendienst , ihr Herz aber fern war. Lehre mich, wahrhaft von Herzen zu lieben. Hilf mir, wirklich gĂ€nzlich mein Leben auf dich auszurichten.

Möglicher Vorsatz: Ich versuche heute, meine verborgenen Gedanken ĂŒber die Mitmenschen besonders aufmerksam zu prĂŒfen und, falls notwendig, zu reinigen.


Aufopferung des Alltags

9. August

Fest
Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) OCD, MĂ€rtyrerin, Schutzpatronin Europas
Hl.
Altmann, Bischof

P. Nikolaus Klemeyer LC

Joh 4,19-24
Die Frau sagte zu Jesus: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere VĂ€ter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die StĂ€tte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, mĂŒssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, stĂ€rke meinen Glauben, damit ich dir mein ganzes Leben mit derselben Überzeugung wie die heilige Edith Stein hingebe. Ich hoffe auf dich, den einzigen Fels, auf den es sich zu bauen lohnt. Mehre meine Liebe, besonders durch den persönlichen Kontakt mit dir in der Anbetung und im Gebet.

Bitte: Herr, gib mir die Gnade aus meinem ganzen Leben einen Akt der Anbetung des Vaters zu machen.

1. Ausrichtung. FĂŒr die Juden war die Gebetsausrichtung von großer Bedeutung. Denn damit wollten sie die Seele auf den Ort ausrichten, an dem Gott wohnte: auf den Tempel in Jerusalem. Ähnlich ist unser Gebet. Wir wollen uns ausrichten auf die Anwesenheit Gottes in dieser Welt. Dies tun wir aber vor allem innerlich: Das heißt, wir lassen alle anderen LebensvollzĂŒge im Gebet beiseite, um gesammelt auf Gott zu schauen.

2. Im Geist und in der Wahrheit. Die Anwesenheit Gottes finden wir nun nicht mehr nur an einem konkreten Ort, sondern in uns selber, da Gott dort durch die Gnade wohnt. So werden wir selber zu einem Tempel, einem Ort der Anbetung. Die „Einkehr in sich selbst“ wird dann richtig verstanden, wenn wir uns auf Gottes Anwesenheit in unserer Seele besinnen, sei es durch sein Wort, sei es durch die Liebe.

3. Anbetung des Vaters. Das ganze Leben Christi diente der Verherrlichung des Vaters. Da wir nun einverleibt sind in Christus, sind wir es auch in diesen Lobpreis, den Christus stĂ€ndig darbringt. Mit Christus sind wir berufen, unser Leben ganz zu Ehren Gottes, des Vaters, zu leben, und aus allem ein Gebet zu machen, das wie Weihrauch aufsteigt zu Gott.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, die heilige Edith Stein war bereit, ihr Leben hinzugeben und daraus ein Ganzopfer zu machen. Lass auch mein Leben zu einem stĂ€ndigen Akt der Anbetung werden.

Möglicher Vorsatz: Ich will aus meinem Alltag durch die bewusste Aufopferung des Tageswerks ein Gebet machen.


Das Neue Gesetz

10. August 2017

Fest
Hl. Laurentius, Diakon, MĂ€rtyrer
Philomenia
Asteria, (Astrid)

P. Nikolaus Klemeyer LC

Joh 12,24-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fĂ€llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hĂ€ngt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich trete vor dich hin und bitte dich darum, mir zu helfen, diese Zeit des Gebets in Glaube, Hoffnung und Liebe zu leben. EntzĂŒnde mein Herz und gib mir Freude in deiner Nachfolge.

Bitte: Herr, lehre mich, wie man wahrhaft Frucht bringt. Lass mich lernen zu sterben, um Frucht zu bringen.

1. Das Weizenkorn bleibt ja sonst allein. Eine tiefe Sehnsucht des Menschen ist es, nicht allein zu sein. Die ursprĂŒngliche Einsamkeit beantwortete Gott mit der Erschaffung einer „GefĂ€hrtin“. Der Mensch braucht die Gemeinschaft. Aber hier geht es nicht nur um die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen, sondern auch darum, dass der Mensch danach sucht, sich selber zu „verewigen“. Wir trachten danach, Frucht zu bringen, durch Nachkommenschaft in unserer Familie in gewisser Weise weiterzuleben.

2. Ein neues Gesetz. Christus lehrt uns nicht, dieses Gesetz der Gemeinschaft und des Weiterexistierens in einer Familie zu missachten oder aufzugeben, sondern wie man wahrhaft Frucht bringt. Und zwar fĂŒhrt er uns vor Augen, dass Fruchtbringen mit einem gewissen Sterben einhergeht. Man muss sich selbst loslassen, fĂŒr die anderen leben. Dann erst bringt man Frucht.

3. Die Nachfolge Christi. Doch geht es hier nicht um etwas rein Menschliches, etwa um Philanthropie, die auch Selbstlosigkeit erfordert. Es geht vielmehr um die echte „imitatio Christi“, die Nachfolge Christi. Seine Opfer fĂŒr das Heil der Menschen dient als Vorbild fĂŒr unser Sterben, durch das wir Frucht bringen sollen. Ja, wir dĂŒrfen unser Leid und Opfer mit dem Erlösungswerk Christi verbinden und dadurch auch in ihm Frucht bringen.

GesprĂ€ch mit Christus: Immer wieder stellt sich die Frage, wie ich dir, Herr, nachfolgen kann. Erleuchte mich und werfe Licht auf meinen Lebensweg, damit ich mich der wahren „imitatio Christi“ hingebe und dir erlaube, immer mehr in mir zu leben und durch mich zu handeln.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich fĂŒr jemanden, der mir nahesteht, ein Opfer bringen, damit dieser Mensch das Heil erlangt.


Christozentrik

11. August 2017

Gedenktag
Hl. Klara v. Assisi OSCI
Hl. Nikolaus v. Kues, Kardinal
Susanna v. Rom, MĂ€rtyrerin

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 16,24-28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wer mein JĂŒnger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nĂŒtzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbĂŒĂŸt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurĂŒckkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du lĂ€dst uns ein zu deiner Nachfolge. Lass mich auf den festen Fels des Glaubens bauen, halte mir immer als Ziel der Hoffnung, deine Liebe, vor Augen und lass mich immer die Kraft deiner Liebe erfahren.

Bitte: Vater, ich bitte dich um die Gnade, Christus zum Zentrum und zur Mitte meines Lebens zu machen, d.h. „christozentrisch“, nicht egozentrisch, zu leben.

1. Die Frage der JĂŒngerschaft. Christus macht hier die Frage der Nachfolge gewissermaßen von uns selber abhĂ€ngig. Er lĂ€dt ein. Er verpflichtet nicht. Doch dahinter steckt weit mehr. Christus ist nicht eine Option unter vielen. Christus möchte vielmehr eine Entscheidung fĂŒr ihn, welche dann auf die Freiheit der Liebe gegrĂŒndet ist.

2. Der Gewinn: das Leben. Es gehört zum Wesen des Menschen, nach dem Leben zu suchen. Wir wollen gedeihen, uns entwickeln und Zukunft haben. FĂŒr uns Christen ist diese Suche nach Leben eng verbunden mit der Person Jesu Christi. Man findet aber dort das wahre Leben, wo das auf sich zentrierte Leben losgelassen und das auf Christus zentrierte gewonnen wird. Nicht das Leben an sich verlieren wir, sondern das egozentrische, um das „christozentrische“, das wahre Leben, zu gewinnen.

3. Das Wesen des Lebens. Was dieses Leben aber in sich birgt, hören wir am Ende dieses Evangeliums: dass wir „den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.“ Neben dem apokalyptischen Aspekt, der hier aufscheint, die Wiederkunft Christi, möchte diese Stelle auch etwas ĂŒber das Wesen des Himmels selbst offenbaren. Der Himmel besteht fĂŒr den Menschen in der Erkenntnis Gottes, in der Gottesschau. Diese Schau bringt ihm die grĂ¶ĂŸte ErfĂŒllung, denn sie bedeutet, dass der Mensch ganz in Gott und durch Gott lebt.

GesprĂ€ch mit Christus: Gott, jedes Leben hat einen Mittelpunkt: etwas, was es tief motiviert. Mein Leben soll Christus selber zum Mittelpunkt haben, den einzigen und letzten Sinn, das Fundament jedes Menschendaseins. GewĂ€hre mir die Gnade, deinen Sohn immer mehr als Mittelpunkt zu erfahren und dich so in meinem Leben immer mehr zu schauen.

Möglicher Vorsatz: Ich versuche heute mein Ego zu ĂŒberwinden, indem ich einer Person in Not aufmerksam helfe.


Ein Schatz in zerbrechlichen GefĂ€ĂŸen

12. August 2017

Samstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Johanna Franziska von Chantal OVM
Hl. Karl Leisner
Hl. Radegunde

P. Nikolaus Klemeyer LC

Mt 17,14-20
In jener Zeit trat ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsĂŒchtig und hat schwer zu leiden. Immer wieder fĂ€llt er ins Feuer oder ins Wasser. Ich habe ihn schon zu deinen JĂŒngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. Da sagte Jesus: O du unglĂ€ubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Dann drohte Jesus dem DĂ€mon. Der DĂ€mon verließ den Jungen, und der Junge war von diesem Augenblick an geheilt. Als die JĂŒnger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den DĂ€mon nicht austreiben? Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: RĂŒck von hier nach dort!, und er wird wegrĂŒcken. Nichts wird euch unmöglich sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, das göttliche Leben in mir, Glaube, Hoffnung und Liebe, ist oft in einem sehr zerbrechlichen GefĂ€ĂŸ geborgen. Dennoch weiß ich, dass du diesem GefĂ€ĂŸ Festigkeit verleihst, damit es den göttlichen Schatz fassen kann.

Bitte: Herr, stĂ€rke mich, damit ich ein wĂŒrdiger TrĂ€ger deiner Gnade bin.

1. Die Leichtigkeit der SĂŒnde. Oft ist das, woran wir an unserer Schwachheit am schwersten tragen, nicht das, was sie uns beschert, sondern, dass wir so wenig tun können, um ihr Abhilfe zu schaffen. Der Vater des mondsĂŒchtigen Sohnes leidet besonders unter dem „immer wieder“. Vieles hat er versucht, aber „immer wieder“ fĂ€llt sein Sohn. Die Sucht oder die Fesselung durch SĂŒnde und Laster ist das große Drama des Menschen. Auch wir erfahren in unserem Leben, mit welcher Leichtigkeit wir in SĂŒnde fallen, wie schwer es aber ist, die Neigung zur SĂŒnde zu ĂŒberwinden.

2. Heilung! Und wie viele „JĂŒnger“ suchen wir auf, um Heilung zu finden. Wie viele „Apostel“ gibt es in dieser Welt, die fĂŒr alles Heilung anbieten. Techniken, Schulen, Propheten und Heilande, welche vielleicht zum Teil Linderung verschaffen, aber doch die tiefste Neigung zu SĂŒnde nicht heilen können.

3. Christus, unser einziger Erlöser. Und so ist allein Christus wirklich der Erlöser. Denn durch seinen Kreuzestod werden nicht nur die Ă€ußeren Schichten unseres Daseins geheilt, sondern auch die oft zum Teil verdorbene Wurzel. Christi Erlösung ist tiefgreifend und endgĂŒltig. Sie umfasst jede Faser unseres Seins.

GesprĂ€ch mit Christus: Christus, oft mĂŒssen wir auch in unserem Leben erfahren, zu welchen AbgrĂŒnden die SĂŒnde uns treibt. Dennoch wissen wir uns immer von dir angenommen. Denn du bist gekommen, um die SĂŒnder zu berufen und nicht die Gerechten. Dieses Vertrauen auf deine Hilfe und Gnade durchdringe immerfort mein Leben!

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute den Barmherzigkeitsrosenkranz beten.