Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. Juli 2017 bis 29. Juli 2017

Sechzehnte Woche im Jahreskreis

Bernadette Ballestrem, Theresa Dömling, Bernadette Hein

Ă€rz
Unsere Heimat ist im HimmelSonntag
Jesus erkennen und ĂŒber ihn staunenMontag
SehnsuchtDienstag
HörenMittwoch
Wie wir beten sollenDonnerstag
Tief verwurzelt im GlaubenFreitag
VertrauenSamstag


Unsere Heimat ist im Himmel

23. Juli 2017

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis

Bernadette Ballestrem

Mt 13,24-43
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker sĂ€te. WĂ€hrend nun die Leute schliefen, kam sein Feind, sĂ€te Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zum Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesĂ€t? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in BĂŒndeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune. Er erzĂ€hlte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker sĂ€te. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es grĂ¶ĂŸer als die anderen GewĂ€chse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erzĂ€hlte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreiche ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsĂ€uert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfĂŒllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkĂŒnde, was seit der Schöpfung verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine JĂŒnger kamen zu ihm und sagten: ErklĂ€re uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sĂ€t, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesĂ€t hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt wird und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verfĂŒhrt und Gottes Gesetz ĂŒbertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte wie die JĂŒnger zu deinen FĂŒĂŸen sitzen und dieses Gleichnis von dir hören. Was möchtest du mir heute damit sagen?

Bitte: Ă–ffne mein Herz und hilf mir, ganz ruhig zu werden, damit ich dir begegnen kann.

1. Unser Ziel vor Augen. Am heutigen Sonntag erinnert uns Jesus an das Ziel unseres Lebens. Diese Welt ist nicht alles – wir gehen gemeinsam dem Himmel entgegen! Die Sorgen, Nöte, Ängste dieser Welt werden eines Tages vorbei sein. Wie sehr relativieren sie sich, wenn wir das bedenken. Im Vergleich zur Ewigkeit ist das Leben auf der Erde nicht mehr als ein einziger Lidschlag. Heute dĂŒrfen wir uns daran erinnern, dass Jesus im Himmel - diesem Ort, an dem Frieden, Freude und Liebe herrschen, - auf uns wartet.

2. Gesunder Realismus. Jesus weiß, dass wir es auf dem Weg zum Himmel immer wieder mit einem Feind zu tun bekommen. An Hindernissen mangelt es nicht, und auch im Herzen jedes Menschen wachsen Unkraut und Weizen gemeinsam. Jesus blickt voller GĂŒte auf uns. Er sieht die hellen und dunklen Seiten unseres Lebens und weiß um sie. Es frustriert ihn nicht und sorgt ihn nicht, wenn wir nur vor ihm mit offenen Karten spielen, uns immer bessern wollen und nichts mehr wĂŒnschen, als mit ihm einmal ganz vereint zu sein. Wenn Jesus aber so gĂŒtig mit uns und unseren dunklen Seiten umgeht, sollten wir dann nicht mit den dunklen Seiten anderer genauso umgehen?

3. Gemeinsam dem Himmel entgegen. Heute wird Jesus in der heiligen Messe das Kreuzesopfer gegenwĂ€rtig setzen. Damit wird er uns aus dem Reich des Bösen und aus unseren heutigen Vestrickungen freikaufen. Was fĂŒr eine gute Nachricht! Wir kĂ€mpfen den Kampf nicht alleine. Wir dĂŒrfen in diesen Sonntag voller Freude gehen, denn wir feiern erneut, dass Jesus uns von der SĂŒnde erlöst und das Böse und den Tod besiegt hat. Hoffentlich können wir diese Freude in die Welt tragen, sie all denen vermitteln, die das Ziel aus den Augen verloren haben!

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, lass mich heute ein wenig mehr verstehen, was du im Himmel fĂŒr mich vorbereitet hast. Und schenke mir ein großes Herz, dass bereit ist, die Menschen so zu lieben, dass auch sie dadurch den Weg zum Himmel finden.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte versuchen, diesen Tag voller Glaubensfreude zu leben, Freude darĂŒber, dass ich erlöst bin und so eine wunderbare Zukunft habe.


Jesus erkennen und ĂŒber ihn staunen

24. Juli 2017

Montag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Christopherus
Hl. Christine

Theresa Dömling

Mt 12,38-42
In jener Zeit sagten einige Schriftgelehrte und PharisĂ€er zu Jesus: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen. Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei NĂ€chte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei NĂ€chte im Innern der Erde sein. Die MĂ€nner von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona. Die Königin des SĂŒdens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte nun ruhig werden. Ruhig, um dein Wort zu lesen und zu hören, was du mir heute sagen möchtest. Ich möchte meine Gebetszeit heute mit zwei Minuten Stille beginnen, um mein Herz fĂŒr das zu öffnen, was du mir heute durch das Evangelium sagen möchtest.

Bitte: Herr, öffne meine Augen und mein Herz, damit ich deine Zeichen erkenne und mich von dir berĂŒhren lasse.

1. â€žMeister, wir wollen ein Zeichen sehen.“ Jesus verwandelte bei der Hochzeit in Kana Wasser zu Wein, er heilte immer wieder Kranke, trieb DĂ€monen aus, erweckte Tote zum Leben. Doch die PharisĂ€er und Schriftgelehrten fordern immer noch ein Zeichen. Sind die Wunder, die Jesus tut, nicht Zeichen genug? Oft sind auch wir wie diese PharisĂ€er und Schriftgelehrten, wir sehen Jesu Zeichen nicht oder wollen sie nicht sehen, weil wir eine ganz genaue Vorstellung davon haben, was Jesus tun mĂŒsste, um sich vor uns als Messias zu erweisen. Damals wie heute sind Jesu Taten so offensichtlich: Jeder hat schon von Heilungen, Bekehrungen, Gebetserhörungen gehört und sie auch selbst erlebt. Wie oft hat nur ein Stoßgebet gereicht, um uns vor einer gefĂ€hrlichen Situation zu bewahren oder in einer schwierigen Lage zu helfen. Und in jeder heiligen Messe geschieht das grĂ¶ĂŸte Wunder, wenn Wein und Brot zu Leib und Blut Christi werden. Welche Zeichen brauchen wir noch? Ist es nicht genug?

2. â€žDiese böse und treulose Generation
“. Es ist wohl unleugbar eine Anklage, wenn Jesus die Menschen dieser Generation als böse und treulos bezeichnet. Es passt aber durchaus zu unserem Bild vom liebenden, barmherzigen Jesus, wenn wir diese Worte als eine Ermahnung und eine Chance ansehen, die uns gegeben ist, damit wir uns immer wieder mit der Wahrheit verbĂŒnden. Durch die ErbsĂŒnde tragen wir alle die Neigung zum Bösen in uns. Wir spĂŒren alle, wie uns unsere menschlichen SchwĂ€chen oft zur SĂŒnde hintreiben. Dagegen mĂŒssen wir ankĂ€mpfen. Das verlangt einen starken Willen und einiges an Anstrengung. Aber das Schöne dabei ist: Wir können diesen Kampf nicht alleine bestehen. Wir brauchen Jesus an unserer Seite. Und genau dadurch wird Jesus realer und wir kommen ihm nĂ€her.

3. â€žHier aber ist einer, der mehr ist
“. Wenn wir die Bibel fĂŒr unser Gebet benutzen, ist es oft sehr spannend, auch die Stellen aus dem Alten Testament zu lesen, auf die sich das Evangelium bezieht. Hier sind es Jona 2,1 und 1 Kön 10,1-10. Die Bewohner von Ninive bekehrten sich aufgrund der Worte, die Jona von Gott eingegeben worden waren. Die Königin von Saba erkannte Gott an der Schönheit des Tempels und an der Weisheit Salomos. Und dann: Jesus. Er ist nicht nur ein Prophet, nicht nur ein König, dem von Gott Worte, Schönheit und Weisheit gegeben sind. Er ist viel mehr: Gott selbst. Er ist der, der uns all dies geben kann und gibt. Wie wunderbar ist es, dass wir Jesus kennen dĂŒrfen, und durch ihn wissen, wie Gott ist: Er verurteilt uns nicht, sondern will uns retten, liebt uns und beschenkt uns. So sollen auch wir, wie Jona und Salomo, unsere Gaben, die wir von Gott bekommen haben, dafĂŒr einsetzen, dass die Menschen, denen wir begegnen, zu Gott finden können.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich nicht richtest. Danke, dass du an meiner Seite stehst, mit deinem Wort, deinem Rat, deinen wunderbaren Taten, um mich zu erlösen. Mach mich stark, damit ich zusammen mit dir diesen Kampf gegen das Böse kĂ€mpfen und mit dir siegen kann. Zeige mir, wie ich meinen Mitmenschen helfen kann, dich zu erkennen.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich ganz bewusst die Versuchungen des Bösen zurĂŒckweisen und dann ein kurzes Stoßgebet beten, bei dem ich um Kraft und um den Beistand Jesu bitte.


Sehnsucht

25. Juli 2017

Fest
Hl. Apostel Jakobus d. Ä
Hl. Thea, MĂ€rtyrerin
Hl. Thomas von Kempen

Bernadette Ballestrem

Mt 20,20-28
In jener Zeit kam die Frau des ZebedĂ€us mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dĂŒrfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, fĂŒr die mein Vater diese PlĂ€tze bestimmt hat. Als die zehn anderen JĂŒnger das hörten, wurden sie sehr Ă€rgerlich ĂŒber die beiden BrĂŒder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrĂŒcken und die MĂ€chtigen ihre Macht ĂŒber die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld fĂŒr viele.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste, nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe, nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. (Hl. Franz von Assisi)

Bitte: Guter Jesus, bitte zeig mir heute ein wenig, wie sehr du mich liebst!

1.  Durst nach Liebe. Weder die Frau des ZebedĂ€us noch ihre Söhne waren schlechte Menschen. Nur sprechen sie das aus, was jeder Mensch in irgendeiner Form im Herzen trĂ€gt: die Sehnsucht nach Liebe, nach Anerkennung und danach, etwas Besonderes zu sein. Jesus ist aufgrund dieser Frage weder beleidigt noch verĂ€rgert. Er kennt das verwundete Herz seines Geschöpfs, des Menschen, durch und durch.

2. Eine Antwort. Wie reagiert Jesus auf unser verwundetes Herz? Wie wird diese Sehnsucht nach Liebe gestillt? Indem er seinen Kelch fĂŒr uns trinkt. Die Antwort Jesu ist der grĂ¶ĂŸte Liebesakt, zu dem er fĂ€hig ist: Er gibt sich selber hin. Er schenkt sein Leben, um uns den Himmel aufzuschließen. Er kauft uns frei, damit wir auf ewig bei ihm sein können.

3. Ein Tipp. Und dann gibt Jesus seinen Aposteln und uns noch einen Tipp. Mit anderen Worten sagt er: Mach dir nicht zu viele Sorgen um dich selber, sondern liebe die anderen – dann geht es deinem Herzen gut! Einfacher gesagt als getan
 aber wie wertvoll, um es wirklich zu beherzigen und dadurch froh und glĂŒcklich zu werden!

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, du kennst mein Herz. Nimm all die Sorgen, Ängste und Unsicherheiten, die dort manchmal hausen, weg und schenke mir deine Gnade, um ein Mensch zu werden, der wirklich lieben kann.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich einem Menschen einfach so eine Freude machen!


Hören

26. Juli

Gedenktag
Hl. Joachim und Anna, Eltern der Gottesmutter
Hl. Gloriosa, MĂ€rtyrerin
Hl. Titus Brandsma, MĂ€rtyrer

Bernadette Hein

Mt. 13,1-9
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein SĂ€mann ging aufs Feld, um zu sĂ€en. Als er sĂ€te, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, du bist immer da und hörst mir zu,Bitte lass mich auch zur Ruhe kommen und dir zuhören,Damit ich zuhöre, wenn du mir sagen willst, wie sehr du mich liebst.

Bitte: Herr Jesus, bitte hilf mir zu verstehen, was du wirklich sagen willst.

1. Zeitmangel. Wie oft hören wir Dinge, ohne sie wirklich zu verstehen. Wir sind so darauf gedrillt, Leistung zu erbringen, dass wir keine Zeit haben, ĂŒber das Gehörte nachzudenken. Wir filtern das heraus, was wir fĂŒr den Moment brauchen und meinen, dass es uns weiterbringt. Verstehen wir immer, was Jesus uns eigentlich sagen will? Er spricht viel in Gleichnissen, damit es anschaulicher ist, aber verstehen wir auch immer den tieferen Sinn dahinter? Geben wir uns genug MĂŒhe das zu verstehen? Wollen wir es ganz verstehen? Nehmen wir uns genug Zeit? Es passiert auch oft, dass wir anderen Menschen nicht wirklich zu hören. Wir verstehen nicht wirklich, was sie uns sagen wollen, weil wir keine Zeit haben, sie uns nicht nehmen oder mit unseren Gedanken ganz woanders sind. Es gibt in unserem Leben fast keine ruhigen Momente mehr, in denen wir Zeit zum Nachdenken oder Zuhören haben.

2. Der Sinn dahinter. Jesus zieht sich oft zurĂŒck von den Leuten und begibt sich an ruhigere Orte, außerhalb der Stadt, um nachzudenken und mit seinem Vater allein zu sein. Dorthin kommen dann die Leute, um zu hören, was er sagt. Hier, an dieser Bibelstelle spricht er wieder in einem Gleichnis zu ihnen und weist sie daraufhin, dass nicht alle seine Worte so verstehen und aufnehmen, dass sie Frucht bringen werden. Er fordert sie dazu auf, wirklich und nicht nur oberflĂ€chlich zuzuhören. Er wĂŒnscht sich fĂŒr uns alle das Beste und möchte, dass wir verstehen, worauf es wirklich ankommt. Aber das geht nur, wenn wir offen dafĂŒr sind.

3. Ruhe suchen. Auch wir sollen zur Ruhe kommen, uns nicht von unseren Sorgen und Problemen ĂŒbermannen, sondern Jesu Wort in uns einsickern lassen; den Sinn dahinter wirklich verstehen und darauf achten, dass dieses Wort auf guten Boden fĂ€llt, wo es Frucht bringen kann. Dann können auch wir anderen wirklich zuhören und Gott kann durch uns wirken.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, du weißt alles und weißt, worauf es ankommt und was wichtig im Leben ist, bitte lass mich dein Wort hören und es wirklich verstehen.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir eine Viertelstunde Zeit und setze mich nach draußen oder an einen ruhigen Ort und komme einmal ganz zur Ruhe.


Wie wir beten sollen

27. Juli 2017

Donnerstag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Natalie, MĂ€rtyrerin
Berthold, Mönch
Hl. Magnerich, Bischof
Hl. Waldrada, Äbtissin

Bernadette Ballestrem

Mt 13,10-17
In jener Zeit kamen die JĂŒnger zu Jesus und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. An ihnen erfĂŒllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile. Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, öffne mein Herz und meinen Geist fĂŒr deine Worte und Gedanken, damit ich dich besser kenne und dich mehr liebe.

Bitte: Herr, lehre mich beten.

1. Wahrhaftigkeit. Es ist nicht immer leicht, Jesus zu verstehen. Er redet ohne Hintergedanken. Die Dinge, die er sagt, sind so gemeint, wie er sie sagt. Wenn wir beginnen, seine Worte zu verdrehen oder Hintergedanken zu suchen, dann verstehen wir nichts mehr. Daher hören die Menschen oft die Worte, aber verstehen sie nicht recht. Das liegt nicht an Jesus, sondern am Menschen selbst, wenn etwas in ihm verdreht ist. Daher ist die Wahrhaftigkeit, die in Jesu Worten liegt, ein Anspruch an uns, ebenso wahrhaftig und ernsthaft damit umzugehen. So werden wir hören und verstehen.

2. NatĂŒrlichkeit. Unsere Art, mit Gott zu sprechen, folgt denselben Regeln. Wenn wir wahrhaftig sind, dann ist es Gott auch, und „wir verstehen uns“. In einem anderen Evangelium sagt Jesus „Meine Schafe kennen meine Stimme und folgen mir.“ Sind wir im Gebet nicht manchmal gute Schauspieler? Vielleicht ohne es zu merken. Wir sagen bisweilen Dinge, die wir nicht meinen. Es kann auch passieren, dass wir Dinge sagen, von denen wir nichts verstehen. Daher: Reden wir mit Gott so natĂŒrlich, wie wir mit anderen reden. So einfach, wie man mit einem Vater oder einem Freund redet. Und lassen wir alles weg, was der Regel der NatĂŒrlichkeit widerspricht. Zur NatĂŒrlichkeit gehört selbstverstĂ€ndlich auch der Respekt.

3. Offenheit. Immer wieder kommt es in unserem Leben vor, dass wir Gott nicht „verstehen oder hören“. In Wirklichkeit sieht es dann aber so aus: Wir verstehen schon, wollen aber nicht hören. So verschließt sich unsere Seele vor ihm. Und dann hören wir, ohne zu verstehen. Die Offenheit im Gebet, in der Stille der Seele, wird genĂ€hrt vom Vertrauen, dass Gott es gut meint. Das macht es nicht einfach, offen und still zu sein. Aber Jesus lĂ€dt zum Vertrauen ein, denn der Vater will unser Wohl und meint es gut mit uns. Lassen wir uns vertrauensvoll auf Gott ein und seien wir offen fĂŒr ihn. Er wird uns nicht schaden, sondern uns ein Leben in FĂŒlle schenken.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, es tut mir leid, dass ich mich immer wieder vor dir verschließe oder verstelle. Lass mich ganz wahrhaftig werden. Schicke deinen heiligen Geist, dass er in mir das gute Werk der Öffnung, des Vertrauens und der Echtheit bewirkt. Danke.

Möglicher Vorsatz: Ich will jetzt im Gebet ganz natĂŒrlich sprechen und fragen, ich will ehrlich mit Gott sein, und ich will mich öffnen, damit er mir sein Wort mitteilen kann.


Tief verwurzelt im Glauben

28. Juli 2017

Freitag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Innozenz I, Papst
Hl. Benno von OsnabrĂŒck, Bischof

Theresa Dömling

Mt 13,18-23
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Hört, was das Gleichnis vom SĂ€mann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesĂ€t wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbestĂ€ndig ist; sobald er um des Wortes willen bedrĂ€ngt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trĂŒgerische Reichtum, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesĂ€t, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, heute redest du zu uns deutlich und klar. Du legst uns das Gleichnis aus, das wir vor zwei Tagen im Evangelium gehört haben. Du lĂ€sst uns nicht weiter darĂŒber spekulieren, was es zu bedeuten hat. Danke fĂŒr deine NĂ€he zu uns Menschen und fĂŒr deine eindeutigen Worte.

Bitte: Jesus, bitte hilf uns, deine Worte in rechter Weise aufzunehmen und danach zu handeln.

1. Der Einfluss des Bösen. Der Böse nimmt Einfluss auf uns. Ganz besonders, wenn wir Gott nicht verstehen können. Zuerst machen sich kleine Zweifel breit: Vielleicht ist Gott doch nicht so gut, vielleicht will er doch nicht das Beste fĂŒr mich, vielleicht liebt er mich doch nicht so sehr? Es beginnt ganz leise und wenn wir dem Zweifel Raum geben, und nicht sofort dagegen ankĂ€mpfen, dann wird er immer lauter. Und wenn die Wurzeln des Glaubens nicht tief genug liegen, sondern nur oberflĂ€chlich sind, dann wird sie der Böse schnell ausreißen können. Wir sollen uns also darum bemĂŒhen, immer mehr im Glauben verankert zu sein und den Zweifel selbst keine Wurzeln schlagen lassen.

2. Glaube versus unsere Sorgen. Die Sorgen dieser Welt hindern uns daran, den Glaube in unserem Herzen tiefe Wurzeln fassen zu lassen. Ja, wir glauben an Gott, wollen ihm vertrauen. Doch sobald die Nöte dieser Welt aufkommen, die Sorge um unsere Zukunft, Krankheit, Verlust, Personen, die uns verletzen, 
 vergessen wir ganz schnell, auf wen wir unsere Hoffnung und unser Vertrauen gesetzt haben. Und dennoch: Gott weiß, was passiert, er hat alles in der Hand! Dort, wo uns Sorgen ĂŒberfallen und Gott nichts zu tun scheint, wollen wir im ersten Moment unser Leben am liebsten selbst in die Hand nehmen. Doch genau da will und wird Jesus fĂŒr uns da sein und alles zum Besten lenken! Gott ist so gut! Übergeben wir also Gott unsere Sorgen, denn nur er weiß, was am besten fĂŒr uns ist.

3. Guter Boden sein. Wir sind guter Boden, wenn wir das Wort hören und verstehen. Denn nur dann können wir sein Wort auch weitergeben, sein Licht ausstrahlen, Licht der Welt sein. Doch alleine, aus eigener Kraft, können wir das wiederum nicht. Um das Wort wirklich zu verstehen, brauchen wir den Heiligen Geist. Wir brauchen seine Weisheit, um Gottes Wort nicht nur zu hören, sondern auch zu verstehen und zu verinnerlichen. Wenn wir Jesus um seinen Geist bitten und offen sind fĂŒr das, was er uns sagen will, dann kann er uns sein Wort offenbaren. Dann werden wir im Glauben auch immer fester verwurzelt sein, sodass der Böse es nicht mehr schaffen kann, uns den Glauben zu entreißen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, alle deine Wege sind gut, denn du weißt, was du tust. Ich möchte dir nun mein Ja zu dir und deinem Plan geben, ohne Angst und Sorgen, was kommen mag. Hilf mir, niemals zu vergessen, wie groß und gut du bist! Ich möchte alles dafĂŒr geben, dir nachzufolgen.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich bereits die kleinen Zweifel und Versuchungen ganz bewusst bekĂ€mpfen, damit diese nicht Fuß fassen und sich in mir ausbreiten können.


Vertrauen

29. Juli 2017

Gedenktag
Hl. Marta von Betanien
Hl. Luzilla und Flora, MĂ€rtyrerinnen
Hl. Ladislaus von Ungarn

Bernadette Hein

Joh 11,19-27
In jener Zeit waren viele Juden zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wĂ€rst du hier gewesen, dann wĂ€re mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich vertraue auf dich und baue auf dich,du bist meine Festung, auf die ich mich in schweren Zeiten stĂŒtzen kann,lass mich deine Liebe und Sicherheit spĂŒren.

Bitte: Herr, lass mich wachsen in meinem Glauben, lass mich einen festen und ĂŒberzeugten Glauben leben, damit du durch mich wirken kannst.

1.  Nur das Beste. Um zu glauben, muss man darauf vertrauen, dass das, was der andere sagt, wahr ist. Wir mĂŒssen darauf vertrauen, dass diese Person einen Plan hat, dass alles einen Sinn hat. FĂŒr uns Christen heißt das, dass wir Gott vollkommen vertrauen mĂŒssen, damit wir wirklich glauben können. Gott weiß, dass das nicht immer einfach fĂŒr uns ist, vor allem, wenn wir in einer schwierigen Situation sind und den Sinn der Ereignisse nicht begreifen können. Aber Gott hat immer einen Plan, er kennt uns viel besser, als wir uns selber kennen. Da er uns liebt, gibt er uns auch nur das, was das Beste fĂŒr uns ist.

2. Menschliches Erfassen. Er hat uns nach den Propheten sogar seinen eigenen Sohn gesandt, der Zeugnis fĂŒr alles abgelegt hat und aus Liebe zu uns am Kreuz gestorben ist, um uns zu erlösen. Auch Maria und Marta glauben an das, was Jesus sagt und an seine Person. Selbst nach dem Tod ihres Bruders und nachdem Jesus nichts unternommen hat, um ihn zu retten, bekundet Marta vor Jesus ihren Glauben. Sie glaubt, dass Jesus der Messias ist, und sie glaubt an ein Leben nach dem Tod, kann aber als Mensch in ihrer Trauer die Macht Jesu nicht erfassen. Sie versteht nicht ganz, was er mit den Worten: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Joh 11,26) meint.

3. Gottesbild. Jesus ist grĂ¶ĂŸer, als wir es uns vorstellen können, er ist Gott und er liebt uns von ganzem Herzen! Ist uns das immer so bewusst?! Oder haben wir manchmal ein festes Bild von Gott im Kopf, wie er sein muss, was er denken muss, was er tun muss?! Wir schĂ€tzen verschiedene Situationen nur nach unserer menschlichen Vorstellung von Gerechtigkeit und nach unseren menschlichen Maßen ein, so dass wir diese Sichtweise leicht auch auf Gott projizieren und denken, dass auch er so denkt, urteilt und handelt. Doch Gott ist anders. Wir können nie ganz begreifen, wie Gott ist, aber wir wissen, dass er die Liebe selbst ist und immer das Beste fĂŒr uns will. FĂŒr ihn ist nichts unmöglich und seine Liebe ĂŒbertrifft alles!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, ich weiß, dass du alles kannst und mich liebst, du hast um Lazarus getrauert und ihn von den Toten auferweckt. Du liebst jeden Einzelnen so sehr, bitte schenke mir das rechte Vertrauen auf dich, dass ich auch in den schwierigen Momenten im Glauben fest bleibe und diese Momente zusammen mit dir durchstehe.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, alles mit festem Vertrauen darauf zu machen, dass hinter allem Gottes Plan steht. So will ich es aus Liebe zu ihm tun und aufopfern.