Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 16. Juli 2017 bis 22. Juli 2017

FĂŒnfzehnte Woche im Jahreskreis

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Ă€rz
Schwerhöriges HerzSonntag
KompromisslosMontag
Hoffnung fĂŒr Sodom und GomorraDienstag
Vater, ich preise dich!Mittwoch
Kommt alle zu mir!Donnerstag
Liebe, und tu, was du willstFreitag
Beim Namen genanntSamstag


Schwerhöriges Herz

16. Juli 2017

FĂŒnfzehnter Sonntag im Jahreskreis

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Mt 13,1-23
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein SĂ€mann ging aufs Feld, um zu sĂ€en. Als er sĂ€te, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre! Da kamen die JĂŒnger zu ihm und sagten: Warum redest du ihnen in Gleichnissen? Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreiches zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. An ihnen erfĂŒllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile. Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. Hört also, was das Gleichnis vom SĂ€mann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesĂ€t wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbestĂ€ndig ist; sobald er um des Wortes willen bedrĂ€ngt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trĂŒgerische Reichtum, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesĂ€t, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, bete du heute in mir. Ich öffne dir meinen Verstand und mein Herz. Wirke du in mir. Ich lade dich ein und bitte dich: Komm, Heiliger Geist!

Bitte: Jesus, öffne mein Herz fĂŒr deine Stimme. Mache mich zu gutem Boden, damit dein Wort in mir nicht auf Felsen fĂ€llt oder von Dornen erstickt wird, sondern echte Frucht bringt in meinem Leben.

1. Hören. Worauf höre ich? Gibt es Menschen, deren Stimme, Meinung, mir besonders wichtig ist? Wie höre ich Menschen zu, im Beruf, in der Familie, im Freundeskreis? Was höre ich in meinem Alltag, auf dem Weg zur Arbeit, in meiner Freizeit? Und wenn alle GerĂ€usche um mich herum verstummen, welche Stimmen kommen dann in meinem Inneren auf? Die Stimme Gottes? Erwartungen? Ängste? SehnsĂŒchte? Ich merke, dass das, was ich höre, einen Einfluss auf mein Leben hat. Wie gut, dass ich heute auf Sein Wort hören darf.

2. Die seltsame Weissagung Jesajas. â€žHören sollt ihr, aber nicht verstehen (
). Mit ihren Ohren hören sie nur schwer (
) damit ich sie nicht heile
“ Man könnte fast meinen, Gott spiele verstecken und wolle uns zum Nicht-Verstehen prĂ€destinieren. Doch sicherlich hat Gott keine Freude daran, wenn wir ihn nicht verstehen, nicht hören, oder wenn er uns nicht heilen kann. Ganz im Gegenteil! Er sehnt sich danach, uns nah zu sein. Lesen wir die Weissagung Jesajas doch noch einmal, und hören wir den Schmerz und die Sehnsucht in Jesu Stimme, wenn er sagt: „Euer Herz ist hart geworden! Ich möchte euch heilen! Warum hört und seht ihr mich nicht?“

3. Jesus, der SĂ€mann. Jesus erzĂ€hlt hier nicht irgendeine Geschichte, sondern er offenbart uns, wie er wirkt: ER ist der gute SĂ€mann, der unermĂŒdlich in unseren Herzen am Werk ist. Er weiß schon, dass sein Wort bei uns nicht immer auf offene Ohren stĂ¶ĂŸt, sondern oft durch unsere UnbestĂ€ndigkeit, durch das Böse oder durch die Sorgen des Alltags erdrĂŒckt wird. Und doch verliert er die Hoffnung nie, in uns guten Boden zu finden.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du es nie aufgibst, in meinem Herzen zu arbeiten. Danke, dass du mich frei und glĂŒcklich machen willst. Öffne und heile mein Herz! Lehre mich, immer mehr auf dich zu hören, und deine Stimme im Wirrwarr anderer Stimmen zu unterscheiden. Nimm Taubheit und Blindheit von mir, damit ich dich besser verstehen kann.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht versuche ich heute einer Person bewusst zuzuhören.


Kompromisslos

17. Juli 2017

Montag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Donata, MĂ€rtyrerin
Hl Hedwig
Hl. Charlotte Thouret OCD

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Mt 10,34-11,1
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wĂŒrdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wĂŒrdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wĂŒrdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein JĂŒnger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Als Jesus die Unterweisung der zwölf JĂŒnger beendet hatte, zog er weiter, um in den StĂ€dten zu lehren und zu predigen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist! FĂŒhre du meine Gedanken und GefĂŒhle. Lehre du mich beten. Ich möchte still werden. Mein Herz ganz fĂŒr dich öffnen, auf dich ausrichten. Ich bitte dich, komm Heiliger Geist. Bete du in mir.

Bitte: Jesus, dieses Evangelium ist nicht leicht zu verstehen. Ich bitte dich um deinen Beistand. Lass mich dein Wort mit offenem Herzen empfangen. Sende mir deinen Geist. Und wenn ich es nicht verstehen kann, schenke mir doch nur ein Wort, das mich heute stĂ€rkt und begleitet.

1. Friede, Freude, Eierkuchen. (Fast) jeder Mensch sehnt sich nach Frieden. Wir möchten keinen Streit, und noch viel weniger Krieg und Gewalt. Auch Jesus will uns Frieden schenken. „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Joh 14,27a) aber er sagt auch „nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch“ (Joh 14,27b). Er will keinen Frieden, der auf faulen Kompromissen basiert.

2. Das Schwert Jesu. â€žDir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Diese Weissagung des Simeon an Maria, als sie den kleinen Jesus zum Tempel bringt, könnte uns einen Hinweis darauf geben, welches „Schwert“ Jesus hier meint. Jesus wendet keine Gewalt an. Er verbietet sogar Petrus, ihn mit dem Schwert zu verteidigen, als die Soldaten ihn in Getsemani gefangen nehmen. (Joh 18,11) Jesus nachzufolgen bedeutet allerdings nicht, nett und friedlich zu sein, sondern sich fĂŒr ihn zu entscheiden, selbst wenn das Spaltung, Schmerz und Kreuz bedeutet.

3. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wĂŒrdig. Krasse Worte. Ist das nicht irgendwie zu anspruchsvoll? Übertreibt Jesus nicht etwas? Warum gibt er sich nicht mit dem zweiten oder dritten Platz in meinem Herzen zufrieden? Warum den ersten? Jesus will, dass ich unendlich frei und glĂŒcklich bin. Er will mich grenzenlos beschenken. Er will, dass nichts und niemand auf der Welt mich von ihm trennen kann; auch nicht die Erwartungen der Menschen, die ich liebe. Das erfordert eine radikale Entscheidung, um ihm wirklich den ersten Platz in meinem Leben zu geben. Er ist der Einzige, der solche AnsprĂŒche stellen darf, weil in Wirklichkeit nur ER diesen Platz auch ausfĂŒllen kann, denn er ist die Liebe. Er will nicht, dass wir unsere Mitmenschen (Familie, Freunde, Partner) weniger lieben, sondern dass wir ihn ĂŒber alles lieben, und durch ihn alle anderen. In Freiheit und FĂŒlle.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich habe mich fĂŒr dich entschieden, und das ist nicht immer leicht. Manchmal bedeutet diese Entscheidung Schmerz und Schwert. Aber ich möchte mich heute neu fĂŒr dich entscheiden. Sei du der Erste in meinem Leben. Der Mittelpunkt von allem, was ich tue, damit ich als freier und erfĂŒllter Mensch leben kann, ohne Kompromisse und Notlösungen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte meine Entscheidung fĂŒr Jesus heute in einer Sache konkret ausdrĂŒcken.


Hoffnung fĂŒr Sodom und Gomorra

18. Juli 2017

Dienstag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Answer OSB, Abt und MĂ€rtyrer
Hl. Thietmar, Bischof
Hl. Friedrich von Utrecht, Bischof

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Mt 11,20-24
In jener Zeit begann Jesus den StĂ€dten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, VorwĂŒrfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei euch geschehen sind - man hĂ€tte dort in Sack und Asche Buße getan. Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei dir geschehen sind, dann stĂŒnde es noch heute. Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂŒlle die Herzen deiner GlĂ€ubigen und entzĂŒnde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen und du wirst das Angesicht der Erde erneuern. Vater, du hast die Herzen deiner GlĂ€ubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in diesem Geist erkennen, was recht ist, und allzeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Bitte: Jesus, öffne unsere Herzen und unsere Welt fĂŒr deinen Geist. BeschĂŒtze uns vor allem Bösen, vor Unheil und SĂŒnde. Wir möchten dir den Weg öffnen in diese Welt, indem wir uns bemĂŒhen, das Gute zu tun und dir zu vertrauen.

1. Der Einfluss der SĂŒnde. Diese beiden StĂ€dte sind im Alten Testament bekannt fĂŒr die schlechten Taten ihrer Bewohner. Im Buch JoĂ«l heißt es „Und auch ihr, Tyrus und Sidon, (
) ihr habt mein Silber und Gold genommen und meine kostbaren SchĂ€tze in eure PalĂ€ste gebracht. Ihr habt Judas und Jerusalems Söhne an die Jawaniter verkauft, um sie aus ihrer Heimat zu entfernen.“ (JoĂ«l 4,4-6) Das Ende dieser StĂ€dte ist Ă€hnlich dramatisch und grausam wie das von Sodom und Gomorra. Nicht ein böser, zorniger Gott hat diese StĂ€dte vernichtet, sondern die SĂŒnde. Die Grausamkeit des Menschen, unser Hass, unsere Lieblosigkeit, Gewalt, Unversöhnlichkeit; all das zerstört unsere Gesellschaft, zieht das Unheil an und entfernt uns von Gott, der uns vor der Zerstörung bewahren will.

2. Die Vorherrschaft des Guten. In Genesis 18 offenbart Gott Abraham, dass Sodom zerstört wird. Abraham protestiert: „Vielleicht gibt es fĂŒnfzig Gerechte in der Stadt: Willst du auch sie wegraffen und nicht doch dem Ort vergeben wegen der fĂŒnfzig Gerechten dort?“ (Gen 18,24). Am Ende dieses recht sympathischen Feilschens verspricht Gott, dass Sodom nicht zerstört wird, wenn sich dort auch nur 10 Gerechte finden lassen. Schließlich werden trotz der fehlenden Anzahl die einzigen Gerechten, die dort leben, die Familie Lots, vor dem UnglĂŒck noch rechtzeitig evakuiert. Sicher ist hier nicht die genaue Anzahl der Gerechten ausschlaggebend, aber die Textstelle gibt uns zu verstehen, dass die GĂŒte und Aufrichtigkeit von ein paar Menschen - selbst inmitten einer kranken Gesellschaft - Heil, Segen und Beistand Gottes fĂŒr die ganze Stadt bedeuten kann.

3. Die Zeichen und Wunder Gottes. Jesus sehnt sich danach, dass wir an ihn glauben, unser Leben zum Guten Ă€ndern und ihm vertrauen, damit er uns vor allem Bösen bewahren kann. Deswegen wirkt er manchmal Wunder, um uns bei diesem Schritt des Glaubens zu helfen. Ignoriere ich diese Zeichen Gottes, so wie die Bewohner von Kafarnaum, Chorazin und Betsaida? Oder nehme ich sie wahr und lasse mich davon verĂ€ndern?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, unsere Welt ist zerrissen, durch Krieg, Hass und Misstrauen. Auch in meinem persönlichen Leben gibt es Spuren davon. Herr Jesus, komm in mein Leben; komm in diese Welt mit deiner GĂŒte, deiner Barmherzigkeit, deiner Heilung. Lass mich darauf vertrauen, dass das Gute immer stĂ€rker ist als das Böse, weil du die SĂŒnde und den Tod schon besiegt hast!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute ein kleines Zeichen des Guten setzen.


Vater, ich preise dich!

19. Juli

Mittwoch der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Justina und Rufina, MĂ€rtyrerinnen
Hl. Bernulf von Utrecht, Bischof

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Mt. 11,25-27
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

EinfĂŒhrendes Gebet: Halleluja! Gut ist es, unserm Gott zu singen; schön ist es, ihn zu loben. Der Herr baut Jerusalem wieder auf, er sammelt die Versprengten Israels. Er heilt die gebrochenen Herzen und verbindet ihre schmerzenden Wunden. (
) Stimmt dem Herrn ein Danklied an, spielt unserm Gott auf der Harfe! (Ps 147,1-3.7)

Bitte: Jesus, bitte hilf mir, mit großer Einfachheit zu dir zu kommen. Ich öffne dir mein Herz und bitte dich: Komm, sei bei mir, Herr Jesus!

1. Gott preisen. Wie schön ist es, den Herrn zu preisen! Jesus dankt seinem Vater aus ganzem Herzen. Er lobt und preist ihn fĂŒr seine GĂŒte, seine Weisheit und seine Liebe. Wann habe ich Gott zum letzten Mal gepriesen? Ich möchte einstimmen in das Lob Jesu. Es tut unwahrscheinlich gut, Gott zu preisen; seine GrĂ¶ĂŸe, seine FĂŒrsorge, seine Barmherzigkeit zu loben. Es macht uns frei von uns selbst, und richtet unseren Blick auf das Wichtige.

2. Du hast all das den UnmĂŒndigen offenbart. In der deutschen Übersetzung heißt es „UnmĂŒndige“, was ziemlich negativ klingt. Im Englischen sind es „little children“ (kleine Kinder), denen sich Gott offenbart, im Französischen „les tout-petits“ (Kleinkinder), im Spanischen „los mĂĄs pequenos“ (die Kleinsten), im polnischen „ludziom prostym“ (den einfachen Menschen). Es sind die Kleinen, die Einfachen, die Kinder, denen sich Jesus offenbaren möchte. Wenn ich bete, mit ihm spreche, darf ich also einfach sein; dann bin ich eingeladen, meine Masken, die ich mir als Erwachsener aufgesetzt habe, abzulegen, und einfach Kind zu sein vor Ihm.

3. Gott WILL sich offenbaren. Gott muss sich nicht offenbaren. Er könnte den Menschen sich selbst ĂŒberlassen. Er muss uns nicht erzĂ€hlen, wer er ist, wie er ist, und was er möchte. Es ist seine freie Entscheidung, sich zu offenbaren, sich uns zu zeigen. Wie unbegreiflich schön ist das: Gott möchte, dass wir ihn kennen; dass wir wissen, wie er ist und was er im Herzen hat. Warum? Weil er uns liebt. Und wenn man jemanden liebt, genießt man es, Zeit miteinander zu verbringen und sich besser kennenzulernen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du dich mir offenbarst. Danke, dass ich zu denen gehören darf, die dich kennenlernen. Ich möchte dich loben fĂŒr dieses große Geschenk! Ich danke dir Herr! Du bist gut!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte Gott heute ein dankbares Herz schenken.


Kommt alle zu mir!

20. Juli 2017

Donnerstag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Margareta von Antiocha, MĂ€rtyrerin
Bernhard von Hildesheim, Bischof
Hl. Apollinaris, Bischof

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Mt 11,28-30
In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte zu dir kommen, so wie ich bin. Mit meinen Sorgen und Lasten, meiner Freude, meinem Dank. Ich weiß, dass du dich ĂŒber mich freust, ganz egal, welche Taten ich vorzuweisen habe. Du hast Freude an mir, einfach nur, weil ich bin, weil ich dein Kind bin. Ich möchte heute voller Vertrauen zu dir kommen.

Bitte: Jesus, nimm alles von mir, was mich bedrĂŒckt und erdrĂŒckt. Lehre mich, meine Sorgen auf dich zu werfen; sie dir anzuvertrauen. Lass mich die Ruhe und den inneren Frieden finden, nach dem ich mich sehne.

1. Leichtes Joch. Ein Joch ist ein Zuggeschirr, mit dem zwei Ochsen vor einen Wagen oder Pflug gespannt werden. Eine anstrengende Arbeit fĂŒr die Tiere. Auch in unserem Leben gibt es viele Dinge, die uns belasten und einengen, wie ein schweres Joch. Jesus ist Mensch geworden und hat sich unter das Joch unserer mĂŒhseligen Tage gebeugt. Dieses Joch ist schwer, doch wenn ich es mit Jesus trage, wird es fĂŒr mich leichter, weil er den grĂ¶ĂŸten Teil der Last auf sich nimmt.

2. Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kĂŒmmert sich um euch. (1 Petr 5,7) Wie gut tut es zu hören, dass ich all meine Sorgen auf ihn werfen kann! Er kann das alles tragen, er will es sogar tragen! Jesus ist nie ĂŒberfordert, denn „der Herr ist ein ewiger Gott, der die weite Erde erschuf. Er wird nicht mĂŒde und matt (
). Er gibt dem MĂŒden Kraft, dem Kraftlosen verleiht er große StĂ€rke.“ (Jes 40,28-29) Ihm ist keine meiner SĂŒnden zu schwer. Es gibt auch keine Sorge, die er unwichtig findet, wenn sie mich belastet. Es heißt ja nicht: „Werft nur eure großen Sorgen auf ihn. Mit den kleineren Sorgen mĂŒsst ihr aber selbst klarkommen!“ Nein, in der Bibel heißt es: „Werft alle eure Sorge auf ihn!“

3. Lernt von mir! Wir können unendlich viel von Jesus lernen: Wie er mit Menschen umgeht, wie er betet, wie er vergibt, wie er den Vater liebt, wie er auf den Geist hört, wie er zuhört. Hier lĂ€dt Jesus mich ein, von ihm zu lernen, wie gĂŒtig und demĂŒtig er ist, und er bringt das mit dem Frieden meiner Seele in Verbindung. Warum? Vielleicht kann ich nur dann Ruhe finden fĂŒr meine Seele, wenn ich lerne, den Menschen in GĂŒte zu begegnen, auch wenn diese das nicht tun, und wenn ich die Widrigkeiten des Alltags und sogar die SchwĂ€chen der Mitmenschen in Liebe und Demut annehme.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du dich um mich kĂŒmmerst und dich um mich sorgst. Ich weiß, dass ich dir bedingungslos vertrauen kann, denn du liebst mich, du kennst mich und du bist allmĂ€chtig. Du möchtest mich versorgen mit allem was ich brauche. Danke, Herr!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte ihm ganz bewusst meine Sorgen abgeben – die großen und die kleinen.


Liebe, und tu, was du willst

21. Juli 2017

Freitag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Laurentius von Brindisi OFM
Hl. Daniel, Prophet

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Mt 12,1-8
In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine JĂŒnger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon. Die PharisĂ€er sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine JĂŒnger tun etwas, das am Sabbat verboten ist. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren -wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist einer, der grĂ¶ĂŸer ist als der Tempel. Wenn ihr begriffen hĂ€ttet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hĂ€ttet ihr nicht Unschuldige verurteilt; denn der Menschensohn ist Herr ĂŒber den Sabbat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke. Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue. Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe. StĂ€rke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hĂŒte. HĂŒte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere. (Hl. Augustinus)

Bitte: Vater, lass mich heute deinen Sohn besser kennen lernen, ihn lieben und ihn nachahmen.

1. Sieh her, der tut etwas Verbotenes! Wie oft ist das mein erster Gedanke
 wenn einer mich auf der Autobahn von rechts ĂŒberholt, wenn die Mitbewohnerin zum dritten Mal in der Woche die leere Milchpackung in den PapiermĂŒll wirft, oder wenn ein Kind trotz eines Verbotsschildes auf dem Vorplatz Fußball spielt. Und manchmal geht es mir auch bei religiösen Sachen so, wenn es um die Sonntagspflicht oder die katholische Morallehre geht. Wahrscheinlich handle ich da nicht so sehr im Namen Jesu, sondern eher wie die PharisĂ€er: „Sieh her, deine JĂŒnger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.“ Und Jesus sagt dann vielleicht liebevoll zu mir: „Wenn du begriffen hĂ€ttest, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hĂ€ttest du nicht Unschuldige verurteilt.“

2. Innere Freiheit. Jesus ist extrem frei. Frei von dem, was andere ĂŒber ihn denken. Frei von den Erwartungen der Juden. Frei, um den Willen des Vaters zu tun. Ihm ist das Gesetz nicht gleichgĂŒltig, aber er will, dass es im Dienst der Liebe steht. Er will, dass wir frei werden zu lieben; dass es nicht die Angst ist, die uns bewegt und hin und her jagt; weder die Angst vor Bestrafung durch Gott, noch die Angst vor der Meinung der anderen. Angst fesselt. Wahre Liebe macht wahrhaft frei. Vielleicht versteht sich so das „Liebe, und tu, was du willst“ des heiligen Augustinus.

3. Barmherzigkeit, nicht Opfer. Jesus schaut mit Barmherzigkeit auf die Menschen. Er kennt ihr Herzen. Ich kenne sie nicht, und oftmals ist mein Urteil falsch. Vielleicht ist der RechtsĂŒberholer gerade auf dem Weg zum Kreissaal (oder ich habe mich auf der linken Spur unnötig lange aufgehalten)? Vielleicht weiß meine Mitbewohnerin gar nicht, dass Tetrapacks in die gelbe Tonne gehören, und wer weiß, ob das Kind, das da vor meiner Garage Fußball spielt, heute eine FĂŒnf in Mathe kassiert hat, und Spielplatzverbot hat? Vielleicht verrĂŒckt, so zu denken, aber besser aus Liebe etwas verrĂŒckt, als wegen zu viel HĂ€rte unbarmherzig sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte extrem frei sein, so wie du. Bitte bring mir bei, mich von meinen Fesseln zu lösen! Was macht mich unfrei?

Möglicher Vorsatz: Heute etwas Positives ĂŒber einen Menschen denken, ĂŒber den ich manchmal urteile.


Beim Namen genannt

22. Juli 2017

Fest
Hl. Maria Magdalena
Hl. Verena, MĂ€rtyrerin
Hl. Eberhard, OCist

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte des Regnum Christi

Joh 20,1-2.11-18
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frĂŒhmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem JĂŒnger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. WĂ€hrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen GewĂ€ndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die FĂŒĂŸe des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der GĂ€rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf HebrĂ€isch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen BrĂŒdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den JĂŒngern und verkĂŒndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Maria Magdalena, ich möchte heute von dir lernen und deine Liebe fĂŒr Jesus betrachten. Ich möchte Jesus noch mehr kennenlernen und durch das Gebet sein Herz besser verstehen. Ich möchte so wie du nach Ihm suchen, auch wenn alles hoffnungslos zu sein scheint.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, sprich du mich heute persönlich an. Erlaube mir, dir heute zu begegnen, so wie Maria Magdalena dir begegnet ist.

1. Als es noch dunkel war. Maria macht sich ganz frĂŒh am Morgen auf den Weg. Es ist noch dunkel, aber sie sehnt sich so sehr nach ihrem Herrn, dass sie nicht lĂ€nger warten kann. Dieser Jesus hatte ihr Leben verĂ€ndert. Er hatte sie befreit, von allem woran sie gefesselt war, und ihr das SelbstwertgefĂŒhl wiedergegeben. Er hatte Licht in ihre absolute Dunkelheit gebracht und ihr wieder Hoffnung gegeben, als alles verloren schien. Und jetzt war dieser Jesus tot. Was fĂŒr ein Schmerz! Doch sie wollte zumindest dort sein, wo sein Leib begraben lag, um ihm einen letzten Dienst zu erweisen.

2. VerrĂŒckt vor Liebe. Marias Augen mĂŒssen wohl vom vielen Weinen ziemlich verschleiert gewesen sein: Sie bemerkt nicht einmal, dass da ein Engel mit ihr spricht, und kurz danach erkennt sie Jesus nicht, sondern hĂ€lt ihn fĂŒr den GĂ€rtner. Vielleicht nehmen mir meine TrĂ€nen und die Traurigkeit auch manchmal die Sicht auf Jesus? Marias GesprĂ€ch mit dem vermeintlichen GĂ€rtner ist auch ein wenig eigenartig: „Sag mir wo du ihn hingebracht hast, dann will ich ihn holen.“ Wenn der GĂ€rtner den Leichnam wirklich weggetragen hĂ€tte, wĂŒrde er wohl kaum wollen, dass Maria ihn wieder zurĂŒcktrĂ€gt. Außerdem wĂ€re Maria nie in der Lage, Jesus zu tragen, zumal es besonders schwierig ist, einen toten Leib zu heben. Maria denkt nicht groß nach. Ihre Liebe sagt ihr nur eins: Ich will bei Jesus sein!!

3. Maria! - Rabbuni! Ein Wort genĂŒgt, und Maria weiß genau, wen sie da vor sich hat. Jesus spricht sie persönlich an. Und Maria, die ihn vorher weder an der Stimme noch am Aussehen erkannt hatte, fĂ€llt es wie Schuppen von den Augen: Es ist der Herr! Nur er nennt mich SO beim Namen! Wie nennt Jesus mich? Erkenne ich seine Stimme, wenn er mich beim Namen ruft?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will dir gar nicht so viel sagen. Nenne du mich einfach beim Namen. Und ich möchte deinen Namen sagen; dich mit dem Namen ansprechen, den ich am liebsten fĂŒr dich verwende. Ich möchte dich einfach anschauen, und mich daran freuen, dass ich dich nicht festhalten muss, denn du bist schon bei mir; bist immer in mir.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute den Namen Jesus in meinem Herzen wĂ€hrend des Tages einige Male wiederholen. (Oder den Namen, mit dem ich Jesus persönlich anspreche)