Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 4. Juni 2017 bis 10. Juni 2017

Neunte Woche im Jahreskreis

Br. LĂĄzlĂł Erffa LC

Ă€rz
Der Friede, den Jesus gibtSonntag
Leben mit dem Heiligen GeistMontag
Fragen und AntwortenDienstag
Mehr Fragen und noch mehr AntwortenMittwoch
Die MilllionenfrageDonnerstag
Von der Freude, Jesus zuzuhörenFreitag
Jesus sieht alles Samstag


Der Friede, den Jesus gibt

4. Juni 2017

Pfingstsonntag

Br. LĂĄszlĂł Erffa LC

Joh 20,19-23
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die JĂŒnger aus Furcht vor den Juden die TĂŒren verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine HĂ€nde und seine Seite. Da freuten sich die JĂŒnger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die SĂŒnden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus Christus, wir danken dir fĂŒr das Geschenk des Heiligen Geistes. Hilf uns, fĂŒr deine Gegenwart in unserem Leben offen zu sein, um den Frieden und die Freude zu erfahren, die du uns schenken willst.

Bitte: Komm, Heiliger Geist!

1. Friede und Freude. Die Gegenwart Christi bringt Frieden und Freude – die FrĂŒchte seiner Auferstehung. Der Heilige Geist, den er uns heute wieder neu sendet, erfĂŒllt uns mit diesen Geschenken. Es sind Gaben, an denen wir uns erfreuen dĂŒrfen, aber sie stellen auch einen Auftrag dar. Sie sind nicht nur fĂŒr uns. Wir sind gesandt, um unseren Mitmenschen die Gegenwart Christi zu verkĂŒnden. Damit auch sie seinen Trost, seinen Frieden und seine Freude verspĂŒren können.

2. Seine HĂ€nde und seine Seite. Auch 50 Tage nach Ostern dĂŒrfen wir nicht vergessen, wie das alles zustande kam, was wir jetzt genießen können: Quelle dieser Gaben (Frieden und Freude) sind seine Wunden. Sie rufen uns in Erinnerung, was er fĂŒr uns getan hat. Auch in Momenten der Freude kann es uns helfen, diese Wunden zu betrachten. Nach und nach können wir so besser seine Liebe zu uns begreifen.

3. Das Geschenk des Heiligen Geistes. Es ist nicht nur ein Geschenk an seine Priester, die im Sakrament der Beichte in seinem Namen die SĂŒnden vergeben können. Jeder von uns ist eingeladen, Vergebung zu schenken, barmherzig zu sein. So können auch wir seinen Frieden und seine Freude weitergeben und durch die Vergebung im Kleinen andere fĂŒr die Vergebung öffnen, die Gott ihnen im Sakrament der Beichte schenken will.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich schaue auf die Wunden in deinen HĂ€nden und weiß: Es geht hier nicht nur um schöne Worte. Ich schaue auf deine geöffnete Seite und merke: Du hast alles gegeben. Ich höre auf das, was du sagst und spĂŒre: Ich kann es nur mit deiner Kraft.

Möglicher Vorsatz: Heute einem Menschen, der mir Unrecht getan hat, von Herzen vergeben.


Leben mit dem Heiligen Geist

5. Juni 2017

Pfingstmontag
Hl. Bonifatius, Apostel der Deutschen

Br. LĂĄszlĂł Erffa LC

Joh 15,26-16,3.12-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aussenden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis fĂŒr mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit fĂŒhren. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkĂŒnden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkĂŒnden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkĂŒnden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, in deiner unendlichen GĂŒte wolltest du uns immer nahe sein. Bleibe heute bei uns, und erfĂŒlle uns mit deinem Heiligen Geist. Wir wollen dich immer besser kennenlernen und deine Zeugen sein. Gib uns deine Kraft dazu.

Bitte: Komm und bleibe bei uns, Heiliger Geist! Lass uns Jesus Christus bekennen!

1. Jesus bleibt bei uns. Damit, dass er in den Himmel auffĂ€hrt, verlĂ€sst uns Jesus nicht, auch wenn er nicht mehr auf körperliche Weise bei uns ist. Er hat uns seinen Heiligen Geist als Beistand geschenkt. Diese Art der Gegenwart Gottes ist eine andere und daher vielleicht nicht immer sofort gut zu begreifen. Selbst die JĂŒnger haben etwas Zeit gebraucht, um das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Leben und im Leben der Kirche zu erkennen. Aber sie sind offen, und nach und nach lernen sie, sich von ihm leiten zu lassen.

2. Jesus als den Herrn bekennen. Der Heilige Geist kommt, um Jesus Christus zu verherrlichen. Schon Paulus weiß: Niemand kann sagen „Jesus ist der Herr“, wenn es ihm nicht vom Geist eingegeben wird (vgl. 1 Kor 12,3). Nur durch die Gnade des Heiligen Geistes kann ich also an Jesus Christus glauben und ihn als meinen Herrn bekennen.

3. â€žAuch ihr sollt Zeugnis ablegen“. Ohne das Geschenk des Heiligen Geistes könnten wir das nicht. Denn wir hĂ€tten zu viel Angst. – Der Geist gibt uns also Mut. Und ohne ihn hĂ€tten wir auch nichts zu sagen, denn er legt uns die Worte in den Mund, die ganze Wahrheit. Aber Gott, der uns beruft, seine Zeugen zu sein, gibt uns im Heiligen Geist auch alles, was wir dazu benötigen. So können wir versuchen, dem zu entsprechen.

GesprĂ€ch mit Christus: Was willst du mir heute sagen, Herr? Hilf mir, keine Angst vor dir zu haben, und lehre mich, auf dich zu hören.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich mir am Ende des Tages etwas Zeit nehmen und auf den Tag zurĂŒckblicken. Da kann ich mich fragen: Worin war ich heute ein gutes Werkzeug des Heiligen Geistes?


Fragen und Antworten

6. Juni 2017

Dienstag der neunten Woche im Jahreskreis
Hl. Norbert von Xanten, OPraem, Bischof
Hl. Claudius OSB, Abt

Br. LĂĄszlĂł Erffa LC

Mk 12,13-17
In jener Zeit wurden einige PharisĂ€er und einige AnhĂ€nger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand RĂŒcksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen? Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt ĂŒber ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du belehrst uns immer wieder neu durch dein Wort. Lass mich aufmerksam sein auf das, was du tust und sagst, und davon lernen. Ich bitte dich daher um Demut, damit ich mich dir in der rechten Weise nĂ€hern kann.

Bitte: Hilf mir, Herr, heute diese Zeit mit dir aufs Beste zu nutzen.

1. Eine Fangfrage. Woran erkennt Jesus, dass sie ihn in eine Falle locken wollen? Wahrscheinlich an ihrer oberflĂ€chlichen Frage. Sie reden ĂŒber Politik! Sie sagen zwar nichts Unwahres, aber ihre Absicht ist böse. Jesus wĂŒrde viel lieber mit ihnen ĂŒber das Reich Gottes reden und ĂŒber die Frage, wie sie ihr eigenes Leben immer mehr in den Dienst Gottes stellen können. Aber er kann nur von dem ausgehen, was sie sagen.

2. Eine Antwort. Wenn man ihn etwas fragt, reagiert Jesus ehrlich und direkt. „Gebt Gott, was Gott gehört.“ Jesus kann auch meine oberflĂ€chlichen Fragen umwandeln und zu etwas machen, was mich Gott nĂ€herbringt. Wie reagiere ich auf seine Antwort?

3. Eine Reaktion auf die Antwort. Wie reagieren die PharisĂ€er und die AnhĂ€nger des Herodes? Sie sind ĂŒber Jesus erstaunt. Zum einen, weil er sich ihrer Gerissenheit mehr als gewachsen erweist. Zum anderen, weil er sie zum Nachdenken gebracht hat. Das ist ein Staunen, das vielleicht auch zu einer Bekehrung fĂŒhren könnte. Wenigstens dies Eine also können wir von ihnen lernen: Immer wieder ĂŒber das zu staunen, was Jesus uns sagt. Denn seine Antwort auf unsere Fragen enthĂ€lt immer mehr als das, was wir erwartet hĂ€tten.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich will mich immer wieder neu ĂŒberraschen lassen von deiner Weisheit und GĂŒte. Verzeih mir meine OberflĂ€chlichkeit und nimm von mir alles, was mich von deiner Liebe trennt. Hilf mir so, dir jeden Tag einen Schritt nĂ€her zu kommen.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich Gott geben, was Gottes ist. Das kann z.B. bedeuten, dass ich Gott mehr als nur einen Moment des Tages schenke.


Mehr Fragen und noch mehr Antworten

7. Juni

Mittwoch der neunten Woche im Jahreskreis
Hl. Eoban und Adalar, Bischöfe, MÀrtyrer
Hl. Robert von Newminster OCist, Abt

Br. LĂĄszlĂł Erffa LC

Mk 12,18-27
In jener Zeit kamen einige von den SadduzĂ€ern, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlĂ€sst, aber kein Kind, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Es lebten einmal sieben BrĂŒder. Der Erste nahm sich eine Frau, und als er starb, hinterließ er keine Nachkommen. Da nahm sie der Zweite; auch er starb, ohne Nachkommen zu hinterlassen, und ebenso der Dritte. Keiner der sieben hatte Nachkommen. Als Letzte von allen starb die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Jesus sagte zu ihnen: Ihr irrt euch, ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes. Wenn nĂ€mlich die Menschen von den Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden sein wie die Engel im Himmel. Dass aber die Toten auferstehen, habt ihr das nicht im Buch des Mose gelesen, in der Geschichte vom Dornbusch, in der Gott zu Mose spricht: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr irrt euch sehr.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, alles was wir haben, kommt von deiner Gnade. Bewahre uns davor, uns selbst fĂŒr zu wichtig zu halten. Hilf uns zu verstehen, dass der Glaube grĂ¶ĂŸer ist als das, was wir mit bloßer Vernunft zu erfassen vermögen.

Bitte: Herr, ich will die Schrift und die Macht Gottes kennen.

1. Was ist hier passiert? Schauen wir uns zunĂ€chst die SadduzĂ€er an. Sie nehmen Jesus nicht ernst. Sie wollen ihn nicht einmal in politische Probleme verstricken, sondern einfach nur lĂ€cherlich machen. So möchten sie sich mit diesem kĂŒnstlich erdachten Fall letztendlich ĂŒber ihn lustig machen und können ihm nur schwerlich ihre Verachtung verbergen. Dabei erkennen sie weder die „Schrift noch die Macht Gottes“ und sind so am Ende selber bloßgestellt. Indem sie Jesus nicht ernst nehmen und auch Gott gegenĂŒber verschlossen sind, beschneiden sie sich selbst. Heutzutage gibt es leider viele SadduzĂ€er, Menschen, die Gott auf ihr Niveau herabziehen wollen, um ihn nicht ernst nehmen zu mĂŒssen. Es beginnt damit, dass sie sich selbst viel zu ernst nehmen!

2. Wie reagiert Jesus? Jesus antwortet. Nicht unbedingt auf die freundlichste Art und Weise. Wer ihn kennt, weiß: Jesus ist traurig und enttĂ€uscht wegen dieser entwĂŒrdigenden Art der SadduzĂ€er, die ihm gar nicht einmal recht zuhören wollen. Und so versucht er nicht einmal, sie zu bekehren. Er sagt ihnen ganz einfach die Wahrheit und legt ihnen ihren Irrtum dar. Vielleicht hat er so wenigstens das ein oder andere Herz berĂŒhren und zur Umkehr bewegen können.

3. Und was sollen wir tun? Wenn wir Jesus in dieser Situation sehen, kommt in uns der Wunsch auf, ihn zu trösten, bei ihm zu stehen und diesem Wunsch Taten folgen zu lassen. Auch wenn wir von denen, die sich fĂŒr die Schlausten halten, ausgelacht werden sollten. Hilft es denn ĂŒberhaupt, auf solche Angriffe zu antworten? Jesus jedenfalls tut es. Mit der Wahrheit, die uns frei macht.

GesprĂ€ch mit Christus: Durch deine Gnade kann ich lernen zu beten, statt zu spekulieren. Mein Gebet muss etwas mit dem Leben zu tun haben, nicht mit irgendwelchen abstrakten theologischen SonderfĂ€llen, es sei denn, dein Licht fĂ€llt darauf. Hilf mir zu sehen, wo ich stehe und wohin du mich noch fĂŒhren willst im Gebet.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich versuchen, in Unterhaltungen positive Dinge anzusprechen, und oberflĂ€chliche GesprĂ€che zu meiden.


Die Millionenfrage

8. Juni 2017

Donnerstag der neunten Woche im Jahreskreis
Hl. Medardus, Bischof
Hl. Ilga (Helga) von Schwarzenberg

Br. LĂĄszlĂł Erffa LC

Mk 12,28b-34
In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist grĂ¶ĂŸer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den NĂ€chsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit VerstĂ€ndnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sehnst dich nach unserer Liebe. Du weißt auch, dass wir schwach sind und immer wieder fallen. Komm uns entgegen mit deiner Gnade, um immer mehr dem zu entsprechen, was du fĂŒr uns geplant hast.

Bitte: Herr, ich will dich lieben! Aus ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit Verstand und Willen.

1. Noch eine Frage. Auch dieser Schriftgelehrte will Jesus auf die Probe stellen. Aber im guten Sinne. Wieso stellt er gerade diese Frage? Vielleicht will er sich ein Urteil ĂŒber Jesus bilden. Vielleicht hat er schon viel ĂŒber ihn gehört, oder im sogar aus der Ferne zugehört. Und jetzt ist sein Moment gekommen, um Jesus persönlich zu begegnen. Wir erfahren nicht, ob er Jesus am Ende nachfolgt. DarĂŒber kann man sich streiten. Jedenfalls nimmt er Jesus ernst, und Jesus nimmt ihn ernst.

2. Jesus hört immer zu. Jesus hat viel Geduld mit diesen Schriftgelehrten
 Schon wieder kommt einer und stellt ihm eine Frage. Aber Jesus ist nicht genervt. Er lĂ€sst alle zu ihm kommen und hört ihnen ganz offen zu. Er hat keine Vorurteile, und so ist jede Begegnung mit ihm ganz neu. Einfach ist diese Einstellung fĂŒr ihn sicher auch nicht, aber dazu ist er gekommen: um fĂŒr uns da zu sein.

3. Meine eigenen Fragen. Was wĂŒrde ich Jesus fragen, wenn ich Gelegenheit dazu hĂ€tte, wie dieser Schriftgelehrte? Die Antwort Jesu wĂŒrde sich sicher nicht so sehr von der unterscheiden, die er dem Schriftgelehrten gab: Er betont, dass wir Gott ungeteilt und nicht „scheibchenweise“ lieben sollen, also mit ganzem Herzen, ganzer Seele, mit alle unseren Gedanken und mit all unserer Kraft. Also gibt es auch fĂŒr mich noch viel zu tun. Vielleicht bin ich ja wie der Schriftgelehrte, der alle Gebote kennt, aber deswegen noch nicht unbedingt alles gegeben hat. Oder ich bin wie jemand, der den Herrn aufrichtig lieben will, aber es dabei mit den Geboten nicht so genau nimmt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du hörst mir immer wieder geduldig zu, wenn ich mein Leben vor dich hinstelle. Lass mich dankbar sein fĂŒr das, was in meinem Leben deinem Willen entspricht und hilf mir, das zu Ă€ndern, wo das noch nicht der Fall ist.

Möglicher Vorsatz:  Heute im Laufe des Tages, in guten und schlechten Momenten, dem Herrn immer wieder sagen: „Ich liebe dich.“


Von der Freude, Jesus zuzuhören

9. Juni 2017

Freitag der neunten Woche im Jahreskreis
Hl. EphrÀm der Syrer, Kirchenlehrer
Hl. Anna Maria Taigi, Mystikerin

Br. LĂĄszlĂł Erffa, LC

Mk 12,35-37
Als Jesus im Tempel lehrte, sagte er: Wie können die Schriftgelehrten behaupten, der Messias sei der Sohn Davids? Denn David hat, vom Heiligen Geist erfĂŒllt, selbst gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde unter die FĂŒĂŸe. David selbst also nennt ihn „Herr“. Wie kann er dann Davids Sohn sein? Es war eine große Menschenmenge versammelt und hörte ihm mit Freude zu.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du bist Mensch geworden, um uns die Frohe Botschaft zu verkĂŒnden. Daher bitten wir um deine Gnade: Bereite unser Herz und unseren Verstand, damit diese Botschaft in uns wachsen und FrĂŒchte bringen kann.

Bitte: Herr, bitte schenke mir die Freude, die nur dein Wort geben kann.

1. Zuhören ist schwer. Vielleicht ist es fĂŒr uns heute nicht immer allzu einfach, Jesu GedankengĂ€ngen zu folgen. Und wahrscheinlich haben ihn auch damals nicht alle gleich verstanden. Aber irgendwie haben sie es doch im Hinterkopf behalten und uns ĂŒbermittelt. Sie wussten: Hier lehrt einer mit AutoritĂ€t. Und vor allem konnten sie sich spĂ€ter auch noch an etwas anderes erinnern: an die Freude, Jesus zuzuhören.

2. Gut zuhören macht Freude. Woher kommt diese Freude? Kennen wir sie auch? Vielleicht schon, zum Beispiel wenn wir in einer Predigt von einer Auslegung der Heiligen Schrift ĂŒberrascht werden, an die wir vorher nie gedacht haben, auch wenn wir diese Stelle schon x-mal gehört hatten. Oder wir verstehen ein Jesus-Wort zum ersten Mal richtig, persönlich, zu uns gesprochen. Das ist das immer Neue am Wort Gottes, das lebendig und kraftvoll in unser Leben eindringt (vgl. Hebr 4,12). Es ist die Freude, zu wissen, dass Gott immer noch zu uns spricht, auch heute.

3. Resonanz. FĂŒr die damaligen Zuhörer Jesu war es gerade diese Erfahrung, die sie mit Freude erfĂŒllte. Jesus nimmt einen Psalm, den sie schon oft gebetet haben, und taucht ihn in ein völlig neues, anderes, aufregendes Licht. Und noch dazu schĂŒrt er eine Hoffnung, die tief in ihren Herzen verborgen liegt. Die Hoffnung auf einen Messias, auf einen Erlöser fĂŒr ihr von den Römern unterdrĂŒcktes Volk. Und dann nimmt Jesus diese eher begrenzte menschliche Hoffnung und verleiht ihr neue Horizonte: Der Messias ist nicht nur ein König wie David, nein, er ist mehr als das. Was genau bedeutet das? Noch verstehen sie es nicht, und sie wissen wohl auch nicht, dass er ĂŒber sich selbst spricht.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, nicht alle Menschen wollen deine Botschaft hören, geschweige denn verstehen. Ihre Ohren und ihr Herz sind verschlossen. Wie kann ich ihnen die Freude vermitteln, die du uns durch deine Worte schenken willst? Welche Gelegenheiten werden sich mir heute bieten, um Botschafter deiner Freude zu sein?

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich am Ende des Tages nochmals diese Evangeliumsstelle betrachten, und zwar im Lichte dessen, was mir an diesem Tage alles zugestoßen ist.


Jesus sieht alles

10. Juni 2017

Samstag der neunten Woche im Jahreskreis
Hl. Olivia MĂ€rtyrerin
Hl. Bardo OSB, Abt, Erzbischof

Br. LĂĄszlĂł Erffa, LC

Mk 12,38-44
In jener Zeit lehrte Jesus eine große Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen GewĂ€ndern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und PlĂ€tzen grĂŒĂŸt, und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die EhrenplĂ€tze haben. Sie bringen die Witwen um ihre HĂ€user und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber umso hĂ€rter wird das Urteil sein, das sie erwartet. Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenĂŒbersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine MĂŒnzen hinein. Er rief seine JĂŒnger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, hilf mir, alle Menschen mit deinen Augen zu betrachten, mit den Augen des Glaubens. Hilf mir, tiefer zu blicken und nicht an Ă€ußeren Erscheinungen hĂ€ngen zu bleiben. Hilf mir zu sehen, was du in diesen Menschen siehst, das zu sehen, was sie fĂŒr dich so liebenswert macht.

Bitte: Herr, bitte lass mich sehen, was du siehst.

1. Der Blick Jesu. Jesus schaut den Menschen zu. Schauen wir ihm dabei zu, und versuchen wir, von ihm zu lernen. Vielleicht merken die Leute das gar nicht, dass er sie anschaut, weil sie zu sehr mit sich selbst beschĂ€ftigt sind... Er schaut alle mit Liebe an, und er hofft, in ihnen etwas zu sehen, was seiner Liebe entspricht.

2. Auf wen der Blick fĂ€llt. Was sieht Jesus in den Schriftgelehrten? Nichts, was ihn sehr glĂŒcklich macht. Und das sagt er auch klipp und klar. Er sagt es allen, in der Hoffnung, dass wenigstens einige auf ihn hören. Was sieht Jesus in den Leuten, die ihr Geld in die OpferkĂ€sten werfen? Er sagt nichts, nichts Gutes und auch nichts Schlechtes. Er freut sich sicher, dass diese Menschen an Gott denken und etwas spenden, von sich geben, auch wenn es nur ein kleiner Teil ihres Überflusses ist. Und was sieht Jesus in der armen Witwe? Er sieht etwas, was ihn mit Freude erfĂŒllt: Er sieht einen großen Glauben. Und es gefĂ€llt ihm sosehr, dass er es gleich seinen JĂŒngern weitererzĂ€hlt. Damit auch sie lernen, die Dinge mit seinen Augen zu betrachten und seine Freude zu erfahren.

3. Jesus schaut auf mich. Und was sieht Jesus in mir? Kann auch ich ihm ab und zu eine kleine Freude schenken? Er freut sich ja auch, wenn wir ihm nur wenig, aber eben von ganzem Herzen das Wenige geben, was wir haben. Wir kennen alle diese Situationen, wenn wir schlecht gelaunt sind, es aber trotzdem schaffen, jemandem so etwas Kleines wie ein LĂ€cheln zu schenken; oder wenn alles schiefgeht und wir trotzdem ein Danke auf den Lippen haben.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, was siehst du, wenn du auf mich schaust?

Möglicher Vorsatz: Heute will ich mit den Augen Jesu auf einen Menschen schauen, den ich sonst nicht so nett finde.