Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 2. April 2017 bis 8. April 2017

FĂĽnfte Woche in der Fastenzeit

Eva Gloserová

Freundschaft und GlaubeSonntag
Jesus und die EhebrecherinMontag
Die von Gott ersehnte AntwortDienstag
Wirklich seine JĂĽnger werdenMittwoch
Ein Heilmittel fĂĽr den Tod?Donnerstag
Wie ein gewaltiger HeldFreitag
Ein Mensch, der fĂĽr das Volk sterben sollSamstag


Freundschaft und Glaube

2. April 2017

FĂĽnfter Fastensonntag
Judica

Eva Gloserová

Joh 11,1-45
In jener Zeit war ein Mann krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten. Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen, und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, die Tage deiner Passion sind schon nahe. Ich möchte dich in allem, was du tust und sagst, als dein Freund begleiten. Danke, dass ich diese Zeit habe, mit dir ganz persönlich zu sprechen und mit dir zusammen zu sein.

Bitte: Herr, stärke meinen Glauben, damit auch meine Freundschaft mit dir enger wird.

1. Herr, dein Freund ist krank. Nur sehr enge Freunde konnten Jesus eine so feinfĂĽhlige und gleichzeitig dringende Botschaft schicken: „Herr, dein Freund ist krank.“ Und zwischen den Zeilen liest man: „Wir befĂĽrchten, dass er stirbt. Nur du kannst jetzt helfen. Wir brauchen dich. Bitte komm sofort, wenn es dir möglich ist!“ Man kann die Intensität dieser Freundschaft spĂĽren. Wie viel Vertrauen, Zuneigung, gegenseitige Wertschätzung strahlen diese Worte aus! Jesus hatte echte Freundschaften geschlossen, und ich bin auch dazu eingeladen, einer seiner Freunde zu sein. Vertraue ich darauf, dass er mich persönlich liebt?

2. Diese Krankheit wird nicht zum Tod fĂĽhren. Jesus beantwortet die tiefsten Ă„ngste seiner Freunde mit einer entschiedenen und gleichzeitig geheimnisvollen Aussage: „Diese Krankheit wird nicht zum Tod fĂĽhren, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.“ Krankheit und Tod gehören zu den Folgen der ErbsĂĽnde. Jesus, unser Heiland, ist gekommen, um uns von all demzu befreien. Auch die körperlichen und seelischen Krankheiten, an denen wir leiden, sind Zeichen unserer ErlösungsbedĂĽrftigkeit. Aber Jesus erlöst uns nicht durch eine kurze Bewegung mit dem Zauberstab. Wie macht er es denn dann? Durch einen Heilsdialog? Kann ich mir vorstellen, warum er so vorgeht? Wie steht mein Glaube dazu?

3. Wer an mich glaubt, wird leben... Glaubst du das? Während Marta, Maria und die JĂĽnger Jesu sich ĂĽber Lazarus’ Gesundheit Sorgen machen, ist Jesus auf etwas Anderes fokussiert. Gerade weil er sie liebt, möchte er ihren Glauben stärken. Die Auferweckung des Lazarus ist nach der Zählung des Johannes das siebte und letzte Zeichen, aufgrund dessen die Juden glauben sollen, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Vielleicht war es das Zeichen, das ihm am meisten abverlangt hatte: Lazarus sterben zu lassen, den Schmerz und das Entsetzen seiner Freunde zu sehen. Es war nur natĂĽrlich, dass er selbst erschĂĽttert war und weinte. Unser Leiden ist Jesus nicht gleichgĂĽltig. Er ermutigt die beiden Schwestern zu einem tieferen Glauben. Dann lässt er vor den Augen aller, die ihm zum Grab begleitet haben, zuerst den Stein wegnehmen und dankt seinem himmlischen Vater, dass er ihn erhört hat. SchlieĂźlich ruft er seinen Freund Lazarus aus dem Grab heraus und erfĂĽllt damit sein Versprechen.

Gespräch mit Christus: Jesus, wie steht es um meine Freundschaft mit dir? Wie steht es um meinen Glaube an dich? Ich möchte wie Marta von ganzem Herzen sagen: Ich glaube, Herr. Hilf mir, im Glauben weiter zu wachsen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde in einem Moment, in dem ich mich unsicher fĂĽhle, meinen Glauben erneuern und aktiv einen Glaubensakt setzen.


Jesus und die Ehebrecherin

3. April 2017

Montag der fĂĽnften Woche in der Fastenzeit
Hl. Richard, Bischof
Elisabeth Koch, Generaloberin

Eva Gloserová

Joh 8,1-11
In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du. Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem Anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, durch deinen Tod und deine Auferstehung hast du uns die Vergebung der SĂĽnden und das ewige Leben erworben. Ich möchte heute bei dir sein, ich möchte von dir lernen, mit deinen Augen sehen, mit dir fĂĽhlen, zusammen mit dir verstehen.

Bitte: Herr, gib mir die Gnade, deine Barmherzigkeit mit uns allen besser zu verstehen.

1. Nun, was sagst du, Meister? Jesus lehrt das Volk. Wahrscheinlich spricht er unter anderem ĂĽber die Barmherzigkeit, die Nächstenliebe, ĂĽber die Liebe Gottes zu uns Menschen. FĂĽr die Schriftgelehrten und Pharisäer klingt es, als ob er das Gesetz weichspĂĽlen wollte. Was fĂĽr ein liberaler Typ! Man muss sich doch immer an die Regeln halten. Zunächst bringen sie ihm die auf frischer Tat ertappte Ehebrecherin, um zu zeigen, dass Gesetzestreue und Barmherzigkeit nicht immer miteinander zu vereinbaren sind. „Mose hat uns vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du?“ Ich könnte mir auch selbst die Frage stellen: Sehe ich einen Konflikt zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit?

2. Die Ehebrecherin und die Ehebrecher. Jesus wartet in aller Ruhe ab. Er verleugnet nicht, dass ein Ehebruch stattgefunden hat. Er fragt auch nicht, wo denn der Mann ist, mit wem die Frau den Ehebruch begangen hat (fĂĽr ihn hätte Mose eigentlich die selbe Strafe vorgeschrieben). Jesus bĂĽckt sich, schreibt auf die Erde. Wie nehme ich seine Haltung wahr? Wie wirkt sie auf mich? Was fĂĽhlt Jesus in diesem Moment? Endlich gibt er ihrem hartnäckigen Drängen nach und antwortet: „Wer von euch ohne SĂĽnde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ Dann beugt er sich wieder nieder, wie jemand, der die Schande seines Nächstens nicht offenlegen will. Er verleugnet nicht die SĂĽnde, er weitet nur den Blick und lenkt ihn nach innen.

3. Das Urteil. FĂĽr die Gesetzeskundigen war der Ehebruch nicht nur eine SĂĽnde unter vielen. Sie war ein Symbol fĂĽr die Untreue des Volkes gegenĂĽber Gottes Bund. Die SĂĽnde gilt somit als Angriff auf die Liebe und Treue Gottes, nicht nur als eine Regelwidrigkeit.„Wer von euch ohne SĂĽnde ist?“ Erfahrene Menschen sind die ersten, die erkennen, dass auch sie gesĂĽndigt und die Barmherzigkeit Gottes nötig haben. Leise lassen sie ihre Steine fallen und ziehen sich zurĂĽck. Zuletzt spricht Jesus das Urteil aus, das fĂĽr die Frau, aber auch fĂĽr jeden ihrer Ankläger gilt: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sĂĽndige von jetzt an nicht mehr!“

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du uns und unsere Schwachheit kennst. Du verurteilst die SĂĽnde, nicht den SĂĽnder. Gib mir ein barmherziges Herz, das fähig ist, zu vergeben, weil auch du mir so oft vergeben hast. Gib mir einen weiten Blick, der mir dazu verhilft, die anderen und mich selbst besser zu verstehen und anzunehmen.

Mögliche Vorsatz: Ich möchte mich heute besonders bereit zeigen zu Verständnis und Vergebung.


Die von Gott ersehnte Antwort

4. April 2017

Dienstag der fĂĽnften Woche in der Fastenzeit
Hl. Isidor von Sevilla, Erzbischof und Kirchenlehrer
Hl. Konrad OPraem, Abt

P. LC

Joh 8,21-30
In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, deine Stunde, die Zeit deines heilbringenden Leidens rĂĽckt näher. Ich möchte mit dir sprechen, dich betrachten und besser verstehen, was du uns in diesem Moment mitteilen willst. Ă–ffne meinen Verstand und mein Herz. Ich liebe dich und bin hier fĂĽr dich.

Bitte: Stärke, Jesus, meinen Glauben. Erneuere meinen Glauben. EntzĂĽnde meinen Glauben, damit er meinen BrĂĽdern und Schwestern Licht spende.

1. Ich gehe fort. Wir lesen ein Evangelium, das eines der letzten Gespräche wiedergibt, die Jesus mit den Juden in aller Ă–ffentlichkeit gefĂĽhrt hat. Es klingt so, als wolle er sie provozieren. Warum? „Ich gehe fort,“ meint er. Seine Zuhörer verstehen richtig, dass er ĂĽber seinen kommenden Tod spricht. Seine Stunde ist nahe. Es gibt wenig Zeit zum Sprechen. Jesus konzentriert sich auf das Wesentliche. Aber ist es den Juden ĂĽberhaupt möglich zu verstehen, dass er der Sohn Gottes ist? Wahrer Gott und wahrer Mensch? Etwas so GroĂźes und Geheimnisvolles? Er versucht es trotzdem mit Bildern, mit Gleichnissen und mit Worten, die einfach seinem Herzen entspringen. Ich möchte ihm zuhören, nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen.

2. Ein Wunder. Eine schwierige Gesprächssituation: Zuhörer, die einerseits das Thema kaum verstehen, andererseits vielleicht auch nicht verstehen wollen. Und plötzlich geschieht doch dieses Wunder: „Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.“ Vielleicht war es ein größeres Wunder, als die Brotvermehrung oder die Auferweckung von Lazarus, denn bei einem solchen Wunder ist nicht nur die Gnade Gottes, sondern auch die freie Mitarbeit der Menschen vonnöten. „Der Glaube ist die Antwort des Menschen an Gott, der sich dem Menschen offenbart und schenkt und ihm so auf der Suche nach dem letzten Sinn seines Lebens Licht in FĂĽlle bringt.“ (KKK 26) Ich kann mich fragen: wie ist mein Glaube? Lebe ich ihn als eine Antwort an Gott, der sich mich offenbart und schenkt?

3. Die Offenbarung. Was hat die Zuhörer Jesu, die zum Glauben kamen, ĂĽberzeugt? Was wurde ihnen offenbart? Wenn wir die letzten Worte Jesu noch einmal lesen, entdecken wir eine höchst persönliche, intime und liebevolle Aussage ĂĽber seine Beziehung zum Vater: „Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt.“ Jesus ist kein zweiter Gott. Er ist die Zweite Göttliche Person, tief vereint mit dem Vater im Wollen, Sprechen, Tun... Wer ihn sieht, sieht den Vater. Ihm geht es nicht darum, fĂĽr sich selbst „Werbung“ zu machen. Er will uns zum Vater bringen, und deshalb offenbart er uns, wer Gott ist, damit wir an ihn glauben können.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass ich an dich glauben kann. Danke fĂĽr alles, was du uns ĂĽber den Vater, den Heiligen Geist und dich selbst offenbart hast. Möge mein ganzes Leben eine Antwort auf deine groĂźe Liebe zu mir sein.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte während einiger Momente dieses Tages mein Glauben bewusst erneuern, zum Beispiel den Glauben an die Realpräsenz Jesu in der Eucharistie, an die Kraft des Gebetes, etc.


Wirklich seine JĂĽnger werden

5. April 2017

Mittwoch der fĂĽnften Woche in der Fastenzeit
Vinzenz Ferrer OP
Crescntia Höß OFS, Oberin

Eva Gloserová

Joh 8,31-42
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, deine Stunde, die Zeit deines heilbringenden Leidens, rĂĽckt näher. Ich möchte mit dir sprechen, dich betrachten und besser verstehen, was du uns in diesem Moment mitteilen willst. Ă–ffne meinen Verstand und mein Herz. Ich liebe dich und bin hier fĂĽr dich.

Bitte: Hilf mir, Jesus, zu verstehen, was du von mir als deinem JĂĽnger wĂĽnschst.

1. Das Gespräch geht weiter. Jesus lehrt heute wieder im Tempel und es kommt noch einmal zu einer Auseinandersetzung mit seinen Zuhörern. Gestern haben viele an ihn geglaubt. FĂĽr Jesus ist das allerdings nicht genug. Der Glaube kann nicht abstrakt bleiben, ohne praktische Folgen im eigenen Leben und Umfeld. Er ist nicht nur meine Privatsache. Er ist viel mehr als das. Und Jesus scheut keine MĂĽhe, es uns ganz deutlich mitzuteilen. Ist das vielleicht ein Thema, das mir auch etwas zu sagen hat?

2. In seinem Wort bleiben. Glaubenswissen ist nicht genug, um Jesu JĂĽnger zu werden. Ich soll in seinem Wort bleiben. Was kann das bedeuten? Jesus hat doch so viel gesagt und erzählt! Aber er hat auch das Wesentliche deutlich gemacht, das größte Gebot: Du sollst den Herrn, deinen Gott, ĂĽber alles lieben und deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (vgl. Mt 22,37-40) Seine Worte soll ich nicht nur hören, sondern auch danach handeln (Mt 7,24). In all dem geht es nicht nur um die ErfĂĽllung irgendwelcher Vorschriften, sondern um eine wahre Schicksalsgemeinschaft mit Jesus. Sein JĂĽnger zu werden bedeutet, seinem Beispiel zu folgen, und das macht uns fruchtbar und zu wahren Gottesverehrern. (Joh 15,7-8)

3. Die Wahrheit wird euch befreien. Ich bin doch kein Sklave! Ich habe mein Leben im Griff. Oder doch nicht ganz? Sicher will ich nicht Jesus töten, aber gibt es in meinem Leben etwas, was meine Authentizität als Christ verringert? Reaktionen, Gewohnheiten, Ă„ngste, Unterlassungen...? Von welchen Lastern möchte ich gerne befreit werden? Jesus wĂĽnscht mir die wahre Freiheit, zu der wir durch ein Leben in der Wahrheit gelangen.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte dein JĂĽnger werden. Ich will in dir bleiben und deinen Worten gemäß denken, sprechen und handeln. Gib mir deine Gnade dazu. Schenke mir dein Licht, damit die Wahrheit mich befreit, jeden Tag mehr.

Möglicher Vorsatz: Ich versuche heute ganz bewusst, als Christ zu leben. Heute um die Mittagszeit möchte ich mich dann fragen, inwiefern es mir gelungen ist, in welchen Situationen es fĂĽr mich einfach und in welchen es eher schwierig war.


Ein Heilmittel fĂĽr den Tod?

6. April 2017

Donnerstag der fĂĽnften Woche in der Fastenzeit
Hl. Petrus der Märtyrer

Eva Gloserová

Joh 8,51-59
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, deine Stunde, die Zeit deines Leidens heilbringenden Leidens, rĂĽckt näher. Ich möchte mit dir sprechen, dich betrachten und besser verstehen, was du uns in diesem Moment mitteilen willst. Ă–ffne meinen Verstand und mein Herz. Ich liebe dich und bin hier fĂĽr dich.

Bitte: Hilf mir, Herr, besser zu verstehen, was du mir im heutigen Evangelium sagen möchtest.

1. Die Kraft deines Wortes. Jesus fĂĽhrt die Diskussion mit den Juden weiter. Er fĂĽgt ein weiteres Element hinzu, das nicht weniger aufregend ist als das frĂĽhere: „Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.“ Und wie er es sagt! Nicht etwa beiläufig; es ist ein ernstes und feierliches Versprechen. Seine Worte strahlen seine göttliche Macht und Wahrheit aus. Nicht weniger ist hier auch seine Liebe zu uns zu spĂĽren: Wer von uns fĂĽrchtet nicht den Tod? Wer sehnt sich nicht nach dem ewigen Leben?

2. An deinem Wort festhalten. Die Bedingung ist klar: an deinem Wort festhalten. Was bedeutet das? Was bedeutet das fĂĽr mich, jetzt, in meiner konkreten Situation? Vielleicht kann ich mich an das Sonntagsevangelium ĂĽber Marta, Maria und Lazarus erinnern. Jesus hat von ihnen dasselbe verlangt: ihm zu vertrauen, die Freundschaft mit ihm zu pflegen, sowohl in guten, als auch in schlechten Zeiten. Dein Wort festzuhalten, wie etwas, das fĂĽr mich kostbar, ja sogar unverzichtbar ist. An deinem Wort festhalten, weil es zu einem Teil von mir selbst wurde. Es ist nicht mehr ein externes Wertesystem, das ich ab und zu ĂĽbernehme, sondern mein eigenes Wertesystem, meine Lebensphilosophie und letztendlich mein Leben. Wer so fest mit Jesus verbunden ist, will mit Jesus fĂĽr ewig leben.

3. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Was Jesus sagt, ist mutig und provoziert. Er kann sich selbst nicht verleugnen, er ist wahrer Gott und wahrer Mensch, und will es uns auch offenbaren. Es war ihm allerdings auch bewusst, dass ein Mensch, der sich unter den Juden als Gott bezeichnet, die Todesstrafe zuzieht. „Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben...“ Jesus ist viel größer als Abraham, Mose und alle Propheten. Aber seiner WĂĽrde steht es nicht entgegen, sich zu uns herabzubeugen, einer von uns zu werden, damit wir ihn nachahmen können. „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäuĂźerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott ĂĽber alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: ,Jesus Christus ist der Herr.' - zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (Phil 2,8-11).

Gespräch mit Christus: Jesus, danke fĂĽr deine groĂźe Liebe zu mir. Danke, dass du aus Liebe zu mir sogar den Tod erlitten hast, damit ich mit dir jetzt und in Ewigkeit leben kann. Hilf mir, mich an deinem Wort jederzeit festzuhalten.

Möglicher Vorsatz: Jedes Mal, wenn ich heute ein Kruzifix sehe, möchte ich Jesus danken, dass er fĂĽr mich gestorben und auferstanden ist.


Wie ein gewaltiger Held

7. April 2017

Freitag der fĂĽnften Woche in der Fastenzeit
Hl. Johann Baptist de la Salle FSC

Eva Gloserová

Joh 10,31-42
In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, deine Stunde, die Zeit deines heilbringenden Leidens, rĂĽckt näher. Ich möchte mit dir sprechen, dich betrachten und besser verstehen, was du uns in diesem Moment mitteilen willst. Ă–ffne meinen Verstand und mein Herz. Ich liebe dich und bin hier fĂĽr dich.

Bitte: Herr, festige mein Vertrauen auf dich!

1. Sie hoben Steine auf, um Jesus zu steinigen. Die Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Juden spitzt sich zu. Jetzt heben sie schon Steine auf, um den angeblichen Gotteslästerer zu richten. Wie steht Jesus jetzt da? Ich versuche, mir die Szene vorzustellen. Ich höre die Worte, spĂĽre die GefĂĽhle und Emotionen, die sie begleiten. Die Situation ist gefährlich, schwierig, aber Jesus steht da, mutig, wĂĽrdig, stark. „Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreiĂźt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“ (Jn 10, 18-19)Es kann mir helfen, auch die erste Lesung (Jer 20,10-13) und den Antwortpsalm (Ps 18) zur UnterstĂĽtzung fĂĽr mein Gebet zu nehmen. Jesus befindet sich vom menschlichen Standpunkt aus gesehen in Todesgefahr, aber genau hier wird sein volles Vertrauen auf den Vater noch deutlicher.

2. Vom Vater geheiligt und gesandt. Was sagt Jesus zu seiner Verteidigung? Er offenbart seine Identität. Jesus beschreibt sich selbst als Gottes Sohn, vom Vater geheiligt und in die Welt gesandt, der, der die Werke seines Vaters vollbringt und mit ihm wesentlich verbunden ist. Durch seine Worte und Werke können wir an ihn als Sohn Gottes glauben und ihn als solchen erkennen. Er tritt nicht in seinem eigenen Namen auf: Er ist der Gesandte, das Wort Gottes, das an uns ergangen ist. Auch als Mensch hat er volles Vertrauen auf seinen Vater, der mit ihm und in ihm ist. Als Christ habe auch ich vom Vater den Auftrag bekommen, Zeugnis vor den Menschen abzulegen, und er begleitet mich in meiner Sendung. Wie Jeremiah kann auch ich erfahren: Der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Habe ich es nicht schon einmal erlebt?

3. Zwei Reaktionen. Jesus ist ein Held, der immer tiefen Respekt vor unserer Freiheit hat. Er offenbart sich den Menschen. Die einen glauben an ihn, die anderen glauben nicht und versuchen ihn festzunehmen, ihn zu vernichten. Er schlägt nicht zurĂĽck und lässt sich auch nicht einfach verhaften, sondern arbeitet beharrlich weiter an der ErfĂĽllung seiner Sendung – bis zur Vollendung. Wäre das ein Hinweis fĂĽr mich in Bezug auf meine Sendung? Es ist zu erwarten, dass ich nicht von allen Menschen verstanden und gut aufgenommen werde. Was wäre unter diesen Umständen ein christliches Verhalten?

Gespräch mit Christus: Ich will dich rĂĽhmen, Herr, meine Stärke, Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht. Du fĂĽhrst mich hinaus ins Weite, du befreist mich, denn du hast an mir Gefallen. (vgl. Psalm 18)

Möglicher Vorsatz: Wenn ich mich heute in einer schwierigen Lage oder angespannten Situation befinde, versuche ich mich daran zu erinnern, dass Gott bei mir ist und mich stärkt.


Ein Mensch, der fĂĽr das Volk sterben soll

8. April 2017

Samstag der fĂĽnften Woche in der Fastenzeit
Walter von Rebais OSB
Beata von Ribnitz OSCI
Julia Billiart SND

Eva Gloserová

Joh 11,45-57
In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhält, soll er es melden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, deine Stunde, die Zeit deines heilbringenden Leidens, rĂĽckt näher. Ich möchte mit dir sprechen, dich betrachten und besser verstehen, was du uns in diesem Moment mitteilen willst. Ă–ffne meinen Verstand und mein Herz. Ich liebe dich und bin hier fĂĽr dich.

Bitte: Herr, ich will dich begleiten, mitfĂĽhlen, mitleiden, mich von dir retten lassen.

1. Eine groĂźe Anspannung lag in der Luft. Wir lesen heute in der Schrift, was am letzten Tag vor Beginn der ersten Karwoche geschah. Das Evangelium spiegelt die Anspannung wider, die ĂĽberall herrschte. Etwas musste passieren. Viele hatten an Jesus geglaubt. Manche hatten vor ihm Angst. Das Urteil des Hohepriesters lautete: Er muss sterben. Die Leute fragten sich, ob Jesus ĂĽberhaupt zum Paschafest kommen wĂĽrde. Wie ging es ihm am diesem Tag? Welche Gedanken und GefĂĽhle bewegten ihn?

2. Es ist besser, dass ein einziger Mensch fĂĽr das Volk stirbt. Der Heilige Geist hatte durch den Mund des Kajaphas gesprochen. So groĂź ist die Allmacht Gottes! Jesus wird fĂĽr das Volk, die Juden, sterben, aber auch fĂĽr die gefĂĽrchteten Römer, die Ă„gypter und alle anderen Nationen. Alle sind sie versprengte Kinder Gottes. Jesus wird auch fĂĽr mich sterben. Was bedeutet das fĂĽr mich?

3. Die Sammlung der versprengten Kinder Gottes. Sowohl in der ersten Lesung (Ez 37,21-28) als auch im Antwortpsalm (Jer 31, 10-13) ist die Rede von der Sammlung der Kinder Gottes. Es geht nicht nur um die RĂĽckkehr aus dem Exil, es geht um eine Bekehrung, RĂĽckkehr zu Gott und zueinander. Was bedeutet es fĂĽr mich heute, mich von Gott „sammeln“ zu lassen?

Gespräch mit Christus: Herr, danke, dass du kommst, um mich zu retten! Schaffe in mir ein neues Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist! Ich bin bereit.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte Jesus heute im Geiste begleiten und, wenn möglich, den Kreuzweg als Vorbereitung auf die Karwoche beten.