Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Februar 2017 bis 25. Februar 2017

Siebte Woche im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Sehnsucht nach Liebe zu allenSonntag
Die Kraft, die wirklich heiltMontag
Er stellt mein Denken „auf den Kopf“Dienstag
Ich darf herrschen im Reich GottesMittwoch
Das „Salz“ in mir entschlossen verteidigenDonnerstag
Ich will nur allesFreitag
Spielen im Haus des KönigsSamstag


Sehnsucht nach Liebe zu allen

19. Februar 2017

Siebter Sonntag im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Mt 5,38-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, öffne mein Ohr, damit ich höre und verstehe, was du mir heute sagen willst. Gib mir ein gläubiges Herz, damit mein Beten dir gefällt und mein Leben vor dir bestehen kann (vgl. MB 305).

Bitte: Lass mich dich jetzt erfahren!

1. Es ist mir gleich, welchen Eindruck du auf mich machst! Es steht mir nicht zu, ein Urteil ĂĽber jemanden zu fällen, festzuhalten, wer gut und wer böse ist. Universale Nächstenliebe wird von mir verlangt: dass ich jedes Menschen WĂĽrde ehre, aufgrund der einfachen Tatsache, dass er ein Abbild Gottes ist und die Berufung hat, Sohn/Tochter meines Vaters im Himmel zu werden. Wie werde ich als Mensch vollkommen? Indem ich jeden so liebevoll respektiere und annehme, wie Gott es tut.

2. Wann war das letzte Mal … dass mich jemand um einen Gefallen bat? Was wollte er/sie von mir? – Alltagsmomente, in denen Gott erfahrbar wird, sicher keine gottlosen Augenblicke. Was war zu tun? Keine Abneigung kommunizieren, sondern: „Ich höre dir zu. Ich nehme deinen Standpunkt an“. Ein Blick nach innen legt meine Gedanken bloĂź: Der Bettler will schon wieder etwas von mir. Ich bin innerlich genervt, doch nehme ich mir Zeit fĂĽr einen liebevollen Austausch mit ihm. Du drängst mir etwas auf – und ich interessiere mich dafĂĽr. Ich soll dir Geld schenken? Okay, ich lasse mich darauf ein, dir zu helfen. Auch heute beim Abendgebet werde ich dir, der du mich vor den anderen blamiert hast, Gutes wĂĽnschen. Man muss bereit sein, jedem Menschen herzlich in die Augen zu schauen, jedem wohlwollend die Hand zum GruĂź zu reichen. Barmherzig wie unser Vater im Himmel!

3. Mit deinem Volk ziehst du durch die WĂĽste der Geschichte. Damals in Wolke und Feuersäule, heute in Brot und Wein. Deine Gegenwart, Herr, spornt mich an. Ich will dich glĂĽcklich machen. Kann ich das? Um die Ecke, in der Kirche: Da bist du gegenwärtig, in dem, was mir Brot erscheint. Das strahlt aus in mein Leben. Ich besuche dich, wenn ich nicht mehr weiter weiĂź. Wenn mein Herz freudig hĂĽpft, dann sollst du es als erster wissen. Kaum einer versteht mich und sieht in mein Herz: Doch fĂĽr Gott ist mein Leben kein Geheimnis. Weil du mein Gott bist, kann ich heilig und vollkommen werden wie du. Du in unserer Mitte. Mein Leben kreist um dich.

Gespräch mit Christus: Christus, bei uns ist das so der Brauch. Alle machen es so. Wenn ich anders bin, werden sie mich nicht verstehen. Meine Familie, mein Dorf schaut vielleicht verwundert, wenn einer plötzlich neu denkt, wenn einer radikal sich an dem ausrichten möchte, was du sagst. Gute alte Freunde könnten mich nicht mehr grĂĽĂźen. Ist das jenes Schwert, von dem du gesprochen hast, dass du es gebracht hast? Lass mich brechen mit dem Falschen, was uns immer gesagt worden ist. Lass mich alte Gewohnheiten hinterfragen, aufbrechen zu sonnigen und von himmlischer Leichtigkeit durchfluteten Ufern: Lass mich den lieben, der mir wehgetan hat; freudig dem schenken, der mir weggenommen hat.

Möglicher Vorsatz: Aufmerksam sein, wenn mich heute jemand um einen Gefallen bittet. Wenn mich einer zwingen will, „eine Meile mit ihm zu gehen“, dann werde ich ihm anbieten, ihn sogar „zwei Meilen“ lange zu begleiten; ihm mehr zu helfen, als er sich von mir erwartet hätte.


Die Kraft, die wirklich heilt

20. Februar 2017

Montag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Falko, Bischof
Hl. Jordan Mai OFM
Hl. Korona, Märtyrerin
Hl. Mildred, Ă„btissin

P. Leonhard Maier LC

Mk 9,14-29
In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurück! Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine Jünger: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

EinfĂĽhrendes Gebet: â€žHerr, du kennst unser Elend: Wir reden miteinander und verstehen uns nicht. Wir schlieĂźen Verträge und vertragen uns nicht. Wir sprechen vom Frieden und rĂĽsten zum Krieg. Zeig uns einen Ausweg. Sende deinen Geist, damit er den Kreis des Bösen durchbricht und das Angesicht der Erde erneuert“ (MB 311).

Bitte: Zieh mich hoch zu Dir!

1. â€žZieht“ der Teufel bei mir mehr als Gott? - Egal! Ein Exorzist erzählte mir vor kurzem, dass etwa zehnmal mehr Menschen zu einem Vortrag kommen, wenn als Thema der Teufel ausgeschrieben wird. Das Thema Gott „ziehe“ da weniger. Doch, sagte er mir, das mache nichts. Das Wirken des Teufels sei nämlich eine gute Ausrede, die Macht Gottes zu verkĂĽnden. Ăśberall zeigt sich der Sieg Gottes, sogar dort, wo feindliche Kräfte versuchen, Gottes höchste Schöpfung, den Menschen, zu zerstören. Wie oft waren es gerade Dämonen, die verkĂĽnden mussten, dass Jesus der Sohn Gottes ist! Erschaffen als Boten Gottes und Diener des Menschen können auch gefallene Engel nicht anders, als dem Befehl Gottes zu gehorchen: „Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurĂĽck!“ Wie viel Frieden kann mir diese Gewissheit schenken: Ich kann jederzeit Schutz suchen bei Gottes Allmacht!

2. Warum schaffen wir es nicht? Die JĂĽnger hatten nicht die Kraft, den Dämon auszutreiben... Ăśberrascht fragten sie ihren Meister: „Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben?“ – Seine Antwort: „Weil ihr ihn nicht zu mir gebracht habt!“ Nur Jesus kann den Menschen ganzheitlich heilen, nicht wir. Keine Energietherapie, keine Lichtkur, kein Schamane kann im ĂĽbernatĂĽrlichen Bereich wirklich heilend wirken, nur der Herr: „Bringt den Kranken zu mir!“, fordert uns Jesus auf. So geht Gebet: Indem wir uns selbst, unsere Anliegen, unsere Probleme und Freuden zu Jesus bringen.

3. Auf einmal kann ich alles… Mein Gebet wirkt so, wie Gott will und in dem MaĂź, wie ich glaube; so, wie ich mein Vertrauen auf Jesus setze und nicht auf meine Sicherheiten, nicht auf meine schulischen/beruflichen Leistungen. Ich kann nur glauben, wenn ich diesen Glauben als Gabe Gottes annehme. Auf diese Weise kann Gott mich in ihn umgestalten, und genau das ist das Ziel eines Christen: werden wie Christus. Im Glauben wende ich mich direkt Gott zu. „Jesus, wenn du kannst, dann hilf...!“ – „Alles kann, wer glaubt!“ Indem ich auf Gott mein Vertrauen setze, kann ich auf einmal alles. Nichts mehr kann mich daran hindern, hineingenommen zu werden in die „Power“ Gottes, in die Kraft, die jede Wunde, jede Krankheit heilen kann.

Gespräch mit Christus: Christus, damals wollte jener Vater seinen Sohn zu dir bringen, und deine JĂĽnger versuchten, ihn ohne dich zu heilen. Auch ich setze mich selber leicht unter Druck und denke, dass ich es bin, der helfen, der heilen muss. Ich bitte dich um die Gnade, ein Kanal deiner Liebe und deiner Kraft zu sein. Wer zu mir kommt, den will ich gleich zu dir bringen: im Gebet! Ich höre deine Worte: „Bringt ihn zu mir!“

Möglicher Vorsatz: Wer mich heute um Hilfe bittet in einem Anruf, Brief, einer E-Mail oder bei einer Unterhaltung, den werde ich geistlich gleich vor Jesus bringen, und vielleicht ergibt sich auch die Gelegenheit, mit ihm/ihr in die Stille einer Kirche zu gehen und gemeinsam zum Vater zu beten.


Er stellt mein Denken auf den Kopf

21. Februar 2017

Dienstag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Damiani OSB, Kardinal, Kirchenlehrer

P. Leonhard Maier LC

Mk 9,30-37
In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, um deinen Frieden zu bringen in unsere Welt voll Spannungen und Streit, ist dein Sohn zu uns gekommen und hat sein Leben eingesetzt. Er lebte nicht fĂĽr sich, sondern gab sich dahin. Lass uns erfassen, was er getan hat. Hilf uns, mit ihm dem Frieden und der Versöhnung zu dienen.

Bitte: Lass mich jetzt mehr so werden wie Du!

1. Mein Denken und dein Denken. Du stellst meine Weltanschauung auf den Kopf! Du bringst meine Vorstellungen durcheinander! Warum so ungemĂĽtlich, Jesus? Wieso denkst du so anders? Ich mĂĽhe mich ab um dies und um jenes: Ist das ĂĽberhaupt in deinem Sinne? Hast du mir heute vielleicht etwas zu sagen, willst du nun auch mich belehren, so wie damals deine JĂĽnger? Ich bitte dich um die Gnade, dir zuhören zu können! Gib mir deine GefĂĽhle, gib mir dein Herz, gib mir dein Denken!

2. Er durchschaut mich. Nichts mehr verstecken. Du, mein Gott, weiĂźt, wo bei mir Krankheit und SĂĽnde ist. Ich ĂĽbergebe dir all das. Wenn auch das „Flugzeug“ meines Lebens auf seinem Kurs durchgeschĂĽttelt wird: ich kann gelassen und ohne Angst dasitzen. „Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht!“ (Ps 55,23). Ich schäme mich. Du siehst es und verstehst, was ich brauche. Du willst mir alle FĂĽlle schenken, Leben, Freude, mein Herz ĂĽberquellen lassen vor GlĂĽck. Du kennst meine SehnsĂĽchte: Stille du, was trocken und durstig ist in mir!

3. Mein Leben will das GroĂźe. Diese wenigen Jahre hier auf der Erde sollen fruchtbar sein, sollen einen Unterschied machen. Ja, ich will meine Zeit nicht verschwenden, will der Erste sein. Du zeigst mir den Weg: Dienen. Wo ist so ein Kind, das ich aufnehmen und annehmen kann? Es ist auch in mir. Das Kind in mir selbst annehmen, meine Prägungen, die oft mein Kreuz sind. Das akzeptieren und von Christus erlösen lassen. Meine ungeordneten Neigungen annehmen. Dem Herrn hinhalten. Seine Erlösung erbitten. Indem ich das Kind in mir und in den anderen annehme, nehme ich Christus an.

Gespräch mit Christus: Vater, diesen Tag nehme ich dankbar an. Was ich heute erlebe, will ich dir als Liebesopfer schenken. Zeig mir, wo ich der Erste im Dienen sein kann. Gib mir Phantasie, um jedem Menschen die Liebe weitergeben zu können, die du mir in dieser Gebetszeit eingegossen hast. Jedes „Kind“, das mir heute begegnet, soll sich bei mir angenommen fĂĽhlen. Auch das „Kind“ in mir darf sein, wie es ist. Vater, erlöse meinen Charakter, meine Neigungen, meine Begierden, meine SehnsĂĽchte!

Möglicher Vorsatz: Ich ĂĽberrasche den nächsten Menschen, der mir begegnet, indem ich ihn wohlwollend anlächele und fĂĽr ihn bete.


Ich darf herrschen im Reich Gottes

22. Februar 2017

Fest
Kathedra Petri

P. Leonhard Maier LC

Mt 16,13-19
In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Gott. Du kennst mich besser, als ich mich selber kenne. Du weiĂźt, wie sehr ich der Ă„nderung und Umkehr bedarf. Aber du trittst nicht mit Gewalt an mich heran oder mit List. Du kommst zu mir mit deinem Wort – deinem offenen und guten, deinem fordernden und heilenden Wort. Gib, dass ich dir heute nicht ausweiche, dass ich mich öffne und dein Wort annehme: Jesus Christus! (vgl. MB 317)

Bitte: Gib mir Lust an der Beziehung mit Dir!

1. Welche Frage hat Jesus auf dem Herzen? Wie damals im Gebiet von Cäsarea Philippi, so auch heute: Ich darf mein Leben an der Seite Jesu leben, und er stellt diese Frage auch mir: „Wer bin ich fĂĽr die Leute? Wer bin ich fĂĽr dich?“ Was fĂĽr Gott zählt, ist nicht, ob einer ja keinen Fehler macht. Was ihn wirklich interessiert, ist die Beziehung „seiner Leute“ zu ihm, zu diesem Gott, der liebesverrĂĽckt Mensch geworden ist. Christus, lass mich dir ein wenig erzählen, wer du fĂĽr mich bist.

2. Herrschen durch meine Beziehung zu Christus. Petrus hat die richtige Beziehung zu Jesus, er erkennt in ihm den, der von jedem Menschen ersehnt wird: den Retter. Petrus wird befähigt, im Reich Gottes als unbesiegbarer Fels zu stehen, seine ihm von Gott zugedachte Aufgabe zu erfĂĽllen und dadurch zu „herrschen“. Dieses Reich hat kein Fundament aus Stein, seine StĂĽtze ist primär die Beziehung eines Mannes zu Christus, unterstĂĽtzt durch die Gnade. Durch meine persönliche Beziehung zu Christus habe auch ich die Möglichkeit, eine StĂĽtze fĂĽr das Reich Gottes in Kirche und Welt zu werden. Was bewirke ich hier? NĂĽtze ich diese Chance?

3. Nichts ist egal, alles zählt auf Erden. Als Getaufter habe ich die WĂĽrde eines Königskindes, Autorität und Macht. Petrus und seine Nachfolger, die Päpste, haben das höchste Dienstamt, die „SchlĂĽssel des Himmelreichs“ empfangen. Auch ich als Getaufter treffe jetzt Entscheidungen fĂĽr die Ewigkeit. Jede Sekunde kann unendlich viel wert sein! Heute möchte ich bereit sein fĂĽr die Stunde meines Todes. Heute möchte ich regeln, was von ewiger Wichtigkeit sein wird: Jetzt vergeben. Jetzt alles Christus ĂĽbergeben. Jetzt das Angebot der Erlösung empfangen: aus den guten Vaterhänden Gottes. Heute kann der entscheidende Tag meines Lebens sein!

Gespräch mit Christus: Jesus Christus, je mehr ich dich und deine Worte betrachte, desto tiefer wird mir dein Geheimnis bewusst. Ich werde dich nie ganz verstehen, doch faszinierst du mich jeden Tag mehr. Mich begeistert, dass ich fĂĽr dich und dein Reich wichtig bin, dass es auch auf mich ankommt. Danke fĂĽr dein Vertrauen in mich!

Möglicher Vorsatz: Was mir momentan am schwersten fällt, diese meine Pflicht, will ich heute mit besonderem Elan anpacken, bewusst und mit Lust; auf diese Weise will ich meine Herrschaft als Kind Gottes ausĂĽben, damit dieser Tag zu einer Erfahrung des Reiches Gottes wird.


Das „Salz“ in mir entschlossen verteidigen

23. Februar 2017

Donnerstag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Polykarp, Bischof und Märtyrer
Hl. Willigis, Erzbischof

P. Leonhard Maier LC

Mk 9,41-50
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine Würze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, lass mich nicht träge und gleichgĂĽltig werden. Gib mir Tatkraft und Phantasie, mich fĂĽr die Sache deines Sohnes in Kirche und Welt einzusetzen, damit die Menschen Stellung beziehen mĂĽssen und in Jesus Christus den Weg zum Heil finden. Amen. (vgl. MB 319)

Bitte: WĂĽrze du mich jetzt mit dem Salz deiner Gnade!

1. Wenige machen den groĂźen Unterschied. Was der Apostel Johannes mit Jesus erfahren hatte, gab er auch an Polykarp, den Bischof von Smyrna, weiter. Dieser bekannte sich mit solcher Liebe zu Christus, dass er auf Befehl des römischen Prokonsuls öffentlich als Märtyrer verbrannt wurde. Wie vielen zeigte dieser alte Mann den Weg zum wahren Leben, zur Wahrheit! Wer ist mir anvertraut? Wem kann ich heute den Weg zum Leben zeigen? Wen fĂĽhre ich gerade zu Christus?

2. Was ich mit Hand, FuĂź und Augen tue, beeinflusst das „Salz“ in mir. Jesus macht mich heute auf eine reale Gefahr aufmerksam: Meine „WĂĽrze“, mein „Salz“, meine Fähigkeit, fasziniert von Gott zu sein und andere fĂĽr das Reich Gottes zu gewinnen, kann ich verlieren. In mir findet ein Kampf um dieses „Salz“ statt. Habe ich durch das Einfallstor meiner Augen unreine Dämonen in mein Herz gelassen, die jetzt an meinem „Salz“ nagen? In welchen Bereichen meines Lebens spĂĽre ich diese „Schlacht“ um mein Herz, um meine Faszination? Lasse ich mich hier gerade passiv besiegen oder kämpfe ich aktiv?

3. Ich muss mich entscheiden fĂĽr einen konkreten Schritt. Hau die Hand ab! Hau den FuĂź ab! ReiĂź das Auge aus! Christus redet klare Worte: Wenn du nichts unternimmst, wirst du dein „Salz“ verlieren. Willst du Faszination fĂĽr Gott? Willst du Eifer fĂĽr die Ausbreitung seines Reiches? Dann ist heute der Moment fĂĽr einen konkreten Schritt. Wenn du wirklich willst, wirst du auch konkrete Mittel finden. Wir alle sollten darĂĽber einmal nachdenken: Wann falle ich? Worin sĂĽndige ich?

Gespräch mit Christus: Vater, dieses Leben hast du mir geschenkt zum GlĂĽcklichsein. Ich will in deinem Haus wohnen, im Haus des Vaters. Inmitten meiner Schwachheit und SĂĽnde will ich dein Kind sein, dass alles vom Vater erwartet. Will Kind sein, das fasziniert ist von der Liebe des Vaters. Kind, das sich freut auf die Ăśberraschungen, die der Vater vorbereitet hat. Zeige mir, welchen Schritt ich heute tun kann, um „Salz“ in mir zu haben!

Möglicher Vorsatz: Was mich vielleicht die letzten Tage zur SĂĽnde verfĂĽhrt hat, will ich wirksam so verändern, dass ich mit Gottes Hilfe heute nicht fallen werde. Wegwerfen, Kabel verschenken, Filter einbauen, Gemeinschaft suchen statt Alleinsein, mich hingeben statt mich verschlieĂźen.


Ich will nur alles

24. Februar 2017

Fest
Hl. Apostel Matthias
Hl. Modestus, Bischof
Hl. Ida von Hohenfels OSB

P. Leonhard Maier LC

Joh 15,9-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

EinfĂĽhrendes Gebet: Gott. In Jesus von Nazaret hast du der Welt den neuen Menschen gegeben. Wir danken dir, dass wir ihn kennen dĂĽrfen; dass sein Wort und Beispiel unter uns lebendig wird. Ă–ffne uns fĂĽr seine Gegenwart. RĂĽhre uns an mit seinem Geist. Mach durch ihn auch uns zu neuen Menschen. Amen. (MB 315)

Bitte: Lass mich heute reichlich Frucht bringen fĂĽr dein Reich!

1. Alles! Alles werdet ihr erhalten, worum ihr auch bittet. ALLES! Alles! Alle Freude, die nur möglich ist; alles Leben, Leben in FĂĽlle; Gott, der allein „ist“; allein Gott genĂĽgt, allein Gott erfĂĽllt und allein Gott schenkt mir Frieden; allein Gott lässt mich ankommen am Hafen, am Strand all meiner SehnsĂĽchte. Nur Gott! Alles andere ist mir zu wenig, zu klein. Ich bin fĂĽr „alles“ gemacht, fĂĽr Dich!

2. Auf fruchtbare Weise brennen. Keine Krankheit und keine SĂĽnde mehr, keine verzweifelte Situation, die er nicht erlösen könnte. Will ich dieses Geschenk annehmen? Mich auf den Weg ins Haus des Vaters machen? Werde ich mich auf dieses Abenteuer einlassen, nach dem sich Jesus so sehnt? Dieses Leben mit Christus wird jeden Tag größer und jeden Tag spannender, jeden Tag erfĂĽllender, jeden Tag bekommt es mehr Ausstrahlung, jeden Tag wird es mehr und mehr Menschen erfassen, ja mitreiĂźen! Dieses Feuer hat Jesus in mir entzĂĽndet mit seinem Geist, und wie sehnt er sich, dass es brennt und sich ausbreitet und seine FrĂĽchte bringt: Menschen, die brennen vor Liebe zu Gott, vor Liebe zum Himmel.

3. Lust auf dein Leben in mir. Warum noch Sorgen? Warum noch Anspannung? Ich sehne mich nach deinem Frieden in meinem Herzen, ich strecke mich aus nach diesem Leben in FĂĽlle, das nur du mir schenken kannst. DemĂĽtig und gelassen meine Aufgaben und Sorgen dir ĂĽbergeben. Lust haben an diesem Tag, der eine Chance ist, dich zu verherrlichen. Ich möchte, dass jeder Mensch dieses GlĂĽck erfahren darf, das ich jetzt erfahre. Lass mich das predigen, was ich jetzt lebe. Du stehst auch heute vor der TĂĽre meines Herzens und willst eintreten und mir den Himmel auf Erden bringen.

Gespräch mit Christus: Komm herein, Jesus! Setz dich zu mir, Jesus! Ich genieĂźe diese Zeit, die ich ganz exklusiv mit dir verbringen darf! Liebe du heute in mir, bringe du jetzt Frucht in mir! Ich will frei sein, deine Gebote in die Tat umzusetzen.

Möglicher Vorsatz: Deine Liebeshingabe will ich heute leben mit meinem Blick: Der erste Mensch, der mir heute begegnet, soll meinen liebevollen Blick bekommen, der ihm das Gute wĂĽnscht, der nichts fĂĽr sich will, der bewirkt, dass er sich geliebt weiĂź.


Spielen im Haus des Königs

25. Februar 2017

Samstag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Walburga OSB, Ă„btissin
Hl. Adeltrud OSB, Ă„btissin

P. Leonhard Maier LC

Mk 10,13-16
In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, du hast uns Christen zusammengefĂĽhrt. Wir danken Dir! Lass uns erkennen, was wir sind. Lass uns glauben, was wir beten. Lass uns tun, was du uns sagst. Lass uns die Kleinen zu dir bringen. (vgl. MB 309)

Bitte: Lass meine erste Liebe zu dir nie alt werden!

1. Verwundungen meiner Kindheit Jesus bringen. Meine Eltern, meine Kindheit: es war nicht alles perfekt. Ich habe meine Prägungen, meine Verletzungen, die Heilung brauchen. Ich will das Kind in mir zu Jesus kommen lassen. Er lädt mich heute dazu ein. Es hilft nichts, das zu verdrängen. Ich will mich annehmen, mit allem, was dazu gehört. Nur Jesus kann da helfen, nur er kann meine Wunden heilen. Nur er kann meine Begierden ordnen, meine SehnsĂĽchte zur Ruhe kommen lassen.

2. Wem gehört das Reich Gottes? Ein Kind spielt, es staunt, es freut sich voll Hoffnung und es kann richtig gut schlafen. Nicht kindisch, nicht unreif, sondern einfach, unkompliziert, ehrlich und rein. Nur in kindlicher Gesinnung bin ich offen fĂĽr das Geschenk von Gottes Reich. Fasziniert sein, staunend, jubelnd, gelassen: mich einfach vom Vater beschenken lassen. In der Gewissheit, dass der Vater versteht, was er tun muss, damit es mir gut geht.

3. Annehmen, dass Christus in mir herrscht. Diese Herrschaft Jesu lässt mich aufblĂĽhen, gibt mir Verwirklichung als geliebtes Kind im Haus des Königs. Ich darf frei sein, um der ErfĂĽllung meiner innigsten SehnsĂĽchte entgegenzugehen. Ich muss nichts leisten und erfahre doch das Privileg, dass mir nichts mehr fehlt, dass das Suchen meines Herzens angekommen ist und Friede sein darf. Heute schon.

Gespräch mit Christus: Du, Christus, bist so unkompliziert, so unermesslich einfach. Dir stehen vor Augen: meine Komplexe, meine Sorgen, meine Ă„ngste, mein Egoismus und meine unerlöste Begierde. Jesus, sorge du! Gib mir das kindliche Herz, das mich eintreten lässt in deine Freude!

Möglicher Vorsatz: Wenn ich jetzt durch diese Gebetszeit gestärkt meinen Alltag beginne, will ich ihn leben als schönsten Tag meines Lebens: ich entscheide mich, diesen Tag sorglos und spielend wie ein geliebtes Kind anzupacken.