Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. Februar 2017 bis 18. Februar 2017

Sechste Woche im Jahreskreis

Br. Valentin Schmidts LC

Die ErfĂĽllung des Gesetzes aus LiebeSonntag
Offen sein fĂĽr Gottes WirkenMontag
Apostel seinDienstag
Jesus und der BlindeMittwoch
Wer ist Jesus Christus fĂĽr mich?Donnerstag
Die KreuzesnachfolgeFreitag
Jesus in der Verklärung begegnenSamstag


Die ErfĂĽllung des Gesetzes aus Liebe

12. Februar 2017

Sechster Sonntag im Jahreskreis

Br. Valentin Schmidts LC

Mt 5,17-37
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gebe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, so lange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch. Ihr habt gehört. dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, du bist immer zugegen und möchtest mir in der Tiefe meines Herzens begegnen. Komm, und erleuchte mich, damit ich dich besser kennenlerne. Ich will deinen Willen tun und dein Reich verkĂĽnden. Komm, und hilf mir.

Bitte: Herr Jesus, weil du uns liebst, hast du uns deine Gebote geschenkt. Hilf mir, diese in demselben Geist zu erfĂĽllen, wie du es an meiner Stelle tun wĂĽrdest. ErfĂĽlle mich mit deinem Geist der Liebe.

1. Die Gebote als Weg zu Gott. Aus welchem Grund hat Gott uns die Gebote gegeben, von denen Jesus hier spricht – „Du sollst nicht töten.“ „Du sollst nicht Ehe brechen“…? Stammen sie nicht aus dem Innersten seines Herzens? Sind sie nicht eine Hilfe, die er mir anbietet, um meine Freiheit richtig zu nutzen? Alles, was Gott mir gibt, wird mir zum Weg, der mich zu ihm hinfĂĽhrt und hilft mir so, glĂĽcklich zu werden – auch seine Gebote.

2. ErfĂĽllung aus Liebe. Was will mich Jesus im Grunde hier lehren? Er sagt, dass eine ErfĂĽllung des Gesetzes um des Gesetzes willen nichts bringt. GlĂĽcklich kann ich nur dann werden, wenn ich die Gebote des Herrn aus Liebe zu ihm und zum Nächsten erfĂĽlle. Den Pharisäern wirft Jesus nämlich oft vor, die Gebote nur aus egoistischen Motiven zu erfĂĽllen. Mich bittet er daher, wie ein kleines Kind zu gehorchen, das weiĂź, dass es in Gott einen liebevollen Vater hat. Dann stehen nicht so sehr die Gebote, sondern die innere Haltung, mit der ich sie erfĂĽlle, im Vordergrund. Worum er mich auch bittet – es wird immer gerecht und gut sein! Und so will ich es gerne tun, weil er es ist, der mich darum bittet.

3. Jesus steht mir bei. Jesus ist sich wohl bewusst, dass er sehr viel von mir fordert. Dennoch tut er es, denn er weiĂź, wie nötig das alles ist, damit ich im Glauben wachse. Er verlangt viel von mir, aber er begleitet mich auch mit seinem Beispiel, mit seiner Gnade, mit seinem Wirken durch andere Personen.

Gespräch mit Christus: â€žWohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, die leben nach der Weisung des Herrn. Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen und ihn suchen von ganzem Herzen, die kein Unrecht tun und auf seinen Wegen gehen. Du hast deine Befehle gegeben, damit man sie genau beachtet. Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, deinen Gesetzen zu folgen! Dann werde ich niemals scheitern, wenn ich auf all deine Gebote schaue. Mit lauterem Herzen will ich dir danken, wenn ich deine gerechten Urteile lerne. Deinen Gesetzen will ich immer folgen. Lass mich doch niemals im Stich!“ (Ps 118 ,1-8)

Möglicher Vorsatz: Heute denke ich in einem Moment der Stille ĂĽber folgende Fragen nach: Wo erfĂĽlle ich Gottes Gebote ohne Liebe oder wo erfĂĽlle ich sie vielleicht nicht, weil ich nicht liebe? Bittet Gott mich womöglich darum, jemandem zu vergeben oder meinen Blick auf andere Menschen zu reinigen?


Offen sein fĂĽr Gottes Wirken

13. Februar 2017

Montag der sechsten Woche im Jahreskreis
Hl. Adolf, Bischof
Hl. Jordan von Sachsen OP

Br. Valentin Schmidts LC

Mk 8,11-13
In jener Zeit kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen. Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden. Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr, heute bin ich wieder hier, um einfach etwas Zeit mir dir zu verbringen. Ich glaube an dich und vertraue darauf, dass du in mir wirken willst.

Bitte: Wie sehr sehnt sich meine Seele nach dir, der FĂĽlle des GlĂĽcks! Komm, mein Herr, mein Herz ist bereit fĂĽr dich. Komm und offenbare dich mir.

1. Die Einstellung der Pharisäer. Schon vor dem Streitgespräch mit Jesus steht fĂĽr die Pharisäer fest, dass sie nicht an ihn glauben werden. Sie haben eine vorgefasste Meinung und wollen Jesu Lehren gar nicht begreifen, geschweige denn, ihn besser kennenlernen. Gibt es vielleicht auch in mir Vorurteile oder gewisse Einstellungen, die Gottes Wirken in mir behindern? Oder verschlieĂźe ich mich gegenĂĽber bestimmten Personen?

2. Da seufzte er tief. Wie sehr bedauert Jesus die Verschlossenheit der Pharisäer! Er gibt ihnen doch so viele Zeichen – nur eines, wie sie es sich wĂĽnschen, hat der Vater nicht vorgesehen. Unleugbare Machterweise wĂĽrden ihnen nämlich nicht in ihrer persönlichen Beziehung zu Gott helfen. Ich will mich stattdessen auf Jesu mitleidvollen Blick und seinen tiefen Seufzer einlassen. Bin ich bereit, ihm zuliebe meinen starren Willen loszulassen? Er meint es doch so gut mit mir.

3. Offenheit fĂĽr Gottes Stimme. Es liegt also an mir: Jesus will mir durchaus ein Zeichen geben, Er möchte mir seinen Willen offenbaren und mich im Glauben stärken. Dazu muss ich allerdings offen sein fĂĽr sein Wort. Wie kann ich aufmerksamer auf ihn hören und auf Gottes Wirken in meinem Leben achten?

Gespräch mit Christus: Herr, du liebst mich und möchtest mich näher an dich ziehen. Sprich du zu mir und hilf mir, auf deine Stimme zu hören. Ich bin bereit, alles zu tun, worum du mich bittest – sag es mir und gib mir die Kraft dazu.

Möglicher Vorsatz: Heute könnte ich mir zusätzlich etwas Zeit nehmen, um im Evangelium zu lesen, oder einfach einen Moment innehalten und ĂĽberdenken, wo Gott in letzter Zeit zu mir gesprochen hat.


Apostel sein

14. Februar 2017

Fest
Hl. Cyrill und Methodius, Bischöfe, Patrone Europas
Hl. Valentin

Br. Valentin Schmidts LC

Lk 10,1-9
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr, du hast mir den Glauben geschenkt. Ich danke dir von ganzem Herzen dafĂĽr und auch fĂĽr den Auftrag, diesen Glauben weiterzugeben. Ich will jetzt bei dir sein, damit du mich dafĂĽr begeisterst.

Bitte: Herr, lass mich brennen fĂĽr das Heil der Seelen und verhilf vielen Menschen zur Umkehr zu dir.

1. Er sandte sie voraus, wohin er selbst gehen wollte. Christus brannte fĂĽr die VerkĂĽndigung des Reiches Gottes. Zu allen Menschen empfand er eine bedingungslose und grenzenlose Liebe und deshalb zog es ihn in viele Städte Galiläas und Judäas. In seiner Weisheit und GĂĽte entschied er allerdings, sich unserer Vermittlung bedienen zu wollen und sandte deshalb zuerst seine JĂĽnger aus, damit sie ihm den Weg bereiten. Und genauso beruft er auch mich, an seiner Mission teilzuhaben. Wie schön ist es, seine Liebe in mir wachsen zu lassen und wie er ganz fĂĽr die Menschen da zu sein!

2. Heilt die Kranken und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist nahe. Jesus trägt den zweiundsiebzig JĂĽngern hier vieles auf, aber das Wichtigste finden wir im letzten Vers: „Heilt die Kranken (…) und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe“. Auch mich hat er auserwählt, Instrument seiner Gnade zu sein, durch das er die Menschen in ihrer Seele heilen und sein Reich in ihnen errichten möchte. Bin ich wirklich davon ĂĽberzeugt: Jemandem Jesus Christus zu bringen, ist das Beste, was ich tun kann?

3. Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter fĂĽr seine Ernte auszusenden. Gott ruft nicht nur mich, sondern auch viele andere. Damit ich aber lerne, in allem ganz und nur auf ihn zu vertrauen, sendet er diese nur, wenn ich ihn beharrlich und eifrig darum bitte. Wie sehr braucht unsere Kirche heilige Ordensleute und Priester, denen die VerkĂĽndigung des Evangeliums ja auf besondere Weise anvertraut ist! Herr, erbarme dich deiner Kirche!

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, du bist der Sinn meines Lebens und mein einzig wahres Gut. Lass deinen Eifer fĂĽr das Heil der Seelen in mir brennen und hilf mir, ein froher Zeuge des Evangeliums zu sein. Ich will dir als einfaches Instrument dienen und bitte dich nur darum, dich immer mehr zu lieben.

Möglicher Vorsatz: Heute kann ich vielleicht mit jemandem sprechen, mit dem ich sonst nicht so viel zu tun habe – vor allem, um ihm zu zeigen, dass er mir wichtig ist, und damit er Gottes Liebe durch mich erfahren kann.


Jesus und der Blinde

15. Februar 2017

Mittwoch der sechsten Woche im Jahreskreis
Hl. Siegfried von Schweden, Bischof
Hl. Claude de la Columbiere SJ

Br. Valentin Schmidts LC

Mk 8,22-26
In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht. Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen. Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich komme zu dir, mein Gott, mit all meinen Sorgen und Freuden. Ich ĂĽbergebe dir alles, auch meine SĂĽnden. So oft bin ich innerlich blind und sehe die Wahrheit nicht. Du bist gekommen, um sie uns zu offenbaren. Ich will sehen können mit den Augen des Glaubens.

Bitte: Erbarme dich meiner, o Herr, und schenke mir das Licht des Glaubens. Lass mich erkennen, dass allein du meine SehnsĂĽchte stillen kannst, und richte mein ganzes Sein und Denken auf dich aus.

1.  Er fĂĽhrte ihn vor das Dorf hinaus. Jesus fĂĽhrt den Blinden weg von der Menschenmenge und so sind sie beide ganz allein. In dieser Stille hat der Blinde die Möglichkeit, sich ganz auf ihn einzulassen, seine Zärtlichkeit zu erfahren und sich auf sein Wirken vorzubereiten. Auch ich brauche Momente, um mich von Gott berĂĽhren zu lassen, zum Beispiel jetzt im Gebet.

2. Heilung in zwei Schritten. Jesus heilt den Blinden, aber er nimmt sich viel Zeit dafĂĽr und nach der ersten BerĂĽhrung erlangt dieser nur teilweise das Augenlicht. Warum fragt er ihn wohl: „Was siehst du?“ Vielleicht damit er merkt, dass er schon beschenkt wurde, sich aber nach mehr sehnt und sich Jesus noch mehr öffnet. Auch in meinem Leben wirkt Gott oft schrittweise, man könnte sagen, er lässt sich manchmal Zeit. Danke ich ihm dafĂĽr und nutze ich die Gelegenheit, um noch mehr auf ihn zu hoffen?

3. â€žGeh aber nicht in das Dorf hinein!“ Weshalb bittet Jesus den Mann, nicht in das Dorf hinein zu gehen? Wahrscheinlich wollte er ihn einladen, das Geschehene im Herzen zu bewahren, anstatt es unĂĽberlegt hinauszuposaunen und sich so im unruhigen Alltag zu verlieren. Auch mich lädt Jesus ein, die groĂźen Werke, die er in meinem Leben vollbracht hat, in Ruhe zu betrachten. Dann kann ich gerne, innerlich gestärkt von der Erfahrung der Liebe Gottes, ein Bote seiner Taten sein.

Gespräch mit Christus: Wie oft schon hast du in meiner Seele gewirkt, Herr. Vielen Dank dafĂĽr! Ich bitte dich, nicht damit aufzuhören. Lass mich dir immer näher kommen und dich besser kennenlernen. Schenke mir die Gabe des Staunens und hilf mir, Zeuge deiner Liebe zu sein.

Möglicher Vorsatz: Inmitten von Stress und Alltag möchte ich mir heute etwas Zeit nehmen, mich an die vielen kleinen und groĂźen Geschenke Gottes erinnern und ihm dafĂĽr von Herzen danken.


Wer ist Jesus Christus fĂĽr mich?

16. Februar 2017

Donnerstag der sechsten Woche im Jahreskreis
Hl. Juliana, Märtyrerin
Hl. Philippa Mareri OSCI, Ă„btissin

Br. Valentin Schmidts LC

Mk 8,27-33
Jesus ging mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten. Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen. Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen. Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich komme zu dir, mein Gott, mein Schöpfer, mein Alles. Als dein Geschöpf will ich ganz dir gehören und deinen Willen tun. Nur in dir hat mein Leben einen Sinn und deshalb möchte ich ganz dein sein. Nimm mich mit meinen Anliegen und Sorgen an und gestalte mich um nach dem Abbild deines Sohnes.

Bitte: Vater, ich bitte dich: Hilf mir, deinem Sohn in der Tiefe meines Herzens zu begegnen, ihn als meinen Erlöser zu erkennen und mein Leben ausschlieĂźlich auf ihn auszurichten.

1. Jesus begegnen. In der Abgeschiedenheit fragt Jesus die JĂĽnger, fĂĽr wen die Leute ihn halten. Aber eigentlich geht es ihm ja darum, fĂĽr wen seine JĂĽnger ihn halten (bzw. ich persönlich). Ist er nur eine Idee oder behandle ich ihn oft so? Oder ist er fĂĽr mich wirklich jemand ganz Besonderes, der mich liebt, dem ich alles erzähle wie einem Freund? Er lädt mich immer wieder von neuem ein, ihn besser kennenzulernen und noch inniger vereint mit ihm zu leben.

2. Du bist der Messias. Der Vater legt Petrus diese Worte in den Mund: „Du bist der Messias.“ Jesus will also vor allem mein Erlöser sein. Er will mir bewusstmachen, dass er mein Heil ist, dass ich ihn dringender brauche als alles andere. Erkennt man das an meinem Leben? Mein Herz soll ganz an ihm hängen und mein Wille sich an ihm orientieren.

3. â€¦ der Menschensohn mĂĽsse vieles erleiden … Die persönliche Begegnung mit Jesus ist auch notwendig als Vorbereitung auf die Nachfolge bis zum Kreuz. Nur wer ihn als persönlichen Freund und Erlöser erfährt, ist bereit, fĂĽr ihn die Leiden auf sich zu nehmen, die der Vater zulässt. Ein einfaches PflichtgefĂĽhl oder reiner Altruismus genĂĽgen nicht; nur wenn ich mein Leben ganz auf Christus baue, werde ich durchhalten können – groĂźzĂĽgig und frohgemut.

Gespräch mit Christus: Ich danke dir, Jesus, dass ich diese Zeit mit dir verbringen darf. Ich liebe dich und möchte dich noch mehr lieben. Sei du der Mittelpunkt meines Lebens und der Motor, der mich in jedem Moment zu größerer Hingabe antreibt.

Möglicher Vorsatz: Ich könnte Jesus heute in der Eucharistie einen besonderen Besuch abstatten oder mich geistlich mit ihm vereinen, um ihm mein Tagewerk aufzuopfern.


Die Kreuzesnachfolge

17. Februar 2017

Freitag der sechsten Woche im Jahreskreis
Hl. Evermond, Bischof
Hl. Benignus, Märtyrer
Hl. Bruno von Minden, Bischof

Br. Valentin Schmidts LC

Mk 8,34-9,1
In jener Zeit rief Jesus die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis könnte ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommt. Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie gesehen haben, dass das Reich Gottes in seiner ganzen Macht gekommen ist.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich bin in deiner Gegenwart, Herr, um dein Wort zu hören. Sprich zu mir, damit ich deinen Willen kenne, und gestalte mich um, damit ich ihn auch umsetzen kann.

Bitte: Herr Jesus, gewähre mir, tiefer in das Geheimnis deines Kreuzes einzudringen, damit ich es freudig auf mich nehmen kann.

1. Wer mein JĂĽnger sein will, der verleugne sich selbst. Jesus ist hier sehr anspruchsvoll: völliger Selbstverzicht, das Tragen meines Kreuzes. NatĂĽrlich ist Jesus verständnisvoll, geduldig, barmherzig und ĂĽberfordert mich nicht; dennoch erwartet er einiges von mir. Worum bittet er mich zurzeit?

2. Wer sein Leben verliert, wird es retten. Jesus sagt mir auch, warum er solche Anforderungen stellt: Selbstverleugnung ist die Bedingung, um in den Himmel zu kommen. Der Sinn meines irdischen Lebens ist ja gerade, Gott lieben zu lernen, indem ich seinen Willen ĂĽber meinen eigenen stelle. „Wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“

3. Das Kreuz des Zeugnis-Gebens. Eine ganz spezielle Forderung, die Jesus hier an mich stellt, besteht darin, von ihm Zeugnis in der Welt abzulegen. Schäme ich mich seiner oder bin ich bereit, in allen Lebenslagen zu Jesus zu stehen und anderen mutig von ihm zu erzählen? Offensichtlich gelingt das nur in dem MaĂźe, in dem ich selbst auch wirklich zutiefst von ihm ĂĽberzeugt bin, davon, wie liebenswert er ist und wie sehr es sich lohnt, groĂźe Opfer fĂĽr ihn darzubringen.

Gespräch mit Christus: Du forderst mich heraus, mein Gott. Du willst, dass ich mich nicht mit einem bequemen Leben zufriedengebe, sondern um deiner und des Evangeliums willen auf mich selbst verzichte. Ich bin aber schwach und kann das alleine nicht. Komm, und sei meine Kraft.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht bittet mich Gott heute um ein Opfer bei Tisch oder einfach darum, auf etwas zu verzichten, was mir gefällt. So kann ich mir noch einmal bewusster machen, was eigentlich in meinem Leben zählt.


Jesus in der Verklärung begegnen

18. Februar 2017

Samstag der sechsten Woche im Jahreskreis
Hl. Giovanni von Fiesole OP
Hl. Constantia, Märtyrerin

Br. Valentin Schmidts LC

Mk 9,2-13
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen. Da fragten sie ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er antwortete: Ja, Elija kommt zuerst und stellt alles wieder her. Aber warum heißt es dann vom Menschensohn in der Schrift, er werde viel leiden müssen und verachtet werden? Ich sage euch: Elija ist schon gekommen, doch sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie es in der Schrift steht.

EinfĂĽhrendes Gebet: Das Gebet ist wie ein Aufstieg zum Berg Tabor, wo man Jesus Christus in seiner Gottheit und Menschheit begegnet. Also bemĂĽhe ich mich jetzt um die notwendige Sammlung und öffne mich fĂĽr das Wirken des dreifaltigen Gottes in meiner Seele.

Bitte: Herr, mein Gott, du bist in Jesus fĂĽr uns erkennbar geworden. Lass mich dich so erfahren, wie du wirklich bist, damit ich dich zumindest heute lieben kann, wie du es verdienst.

1. Er fĂĽhrte sie auf einen hohen Berg. Jesus lädt auch mich jetzt ein, ihm ganz nahe zu sein und ihm auf besondere Weise zu begegnen. Er möchte mir seine Gottheit offenbaren, um meinen Glauben an ihn zu stärken. Wie Petrus will ich auch etwas fĂĽr ihn tun. Petrus ist zwar verwirrt, aber er weiĂź ganz sicher, dass es gut ist, bei Jesus zu sein und bei ihm zu bleiben.

2. Auf ihn sollt ihr hören! Der Vater vertraut mir seinen Herzenswunsch an: auf Jesus zu hören, seinen geliebten Sohn. Sprich zu mir, Jesus, damit ich deinen Willen kenne und begeistere mich fĂĽr die ErfĂĽllung dieses Willens.

3. Der Abstieg vom Berg. Nach dieser wunderbaren Erfahrung mĂĽssen die JĂĽnger wieder vom Berg herabsteigen. Dabei spricht Jesus auf geheimnisvolle Weise von Tod und Auferstehung. Ich soll begreifen, was fĂĽr eine wichtige Kraftquelle das Gebet fĂĽr das spätere Tragen des Kreuzes ist; jenes Kreuzes, das ich als Geschenk von ihm anzunehmen habe und lernen soll, aus Liebe zu tragen.

Gespräch mit Christus: Was gibt es Besseres, als bei dir zu sein, mit dir zu sprechen und mich von dir begeistern zu lassen! Mein Herr, stärke meinen Glauben an dich und gestalte mein Innerstes um, sodass du in mir herrschen kannst und dein strahlendes Licht durch mich zu den Menschen kommt.

Möglicher Vorsatz: Heute kann ich jemandem von der Erfahrung erzählen, die ich von Jesus Christus gemacht habe.