Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 5. Februar 2017 bis 11. Februar 2017

FĂŒnfte Woche im Jahreskreis

Angela Kunze und Ilka Haiberger

Die Kostbarkeiten der ErdeSonntag
Die Macht des VertrauensMontag
ZurĂŒck zu den Wurzeln – worum es wirklich geht!Dienstag
Die eigene Verantwortung ĂŒbernehmenMittwoch
So beten, dass man am Herzen Jesu rĂŒtteltDonnerstag
Jesus berĂŒhrt den Menschen, der zu ihm gebracht wirdFreitag
Die Freude des LebensSamstag


Die Kostbarkeiten der Erde

5. Februar 2017

FĂŒnfter Sonntag im Jahreskreis

Angela Kunze

Mt 5,13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zĂŒndet auch nicht ein Licht an und stĂŒlpt ein GefĂ€ĂŸ darĂŒber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist fĂŒr meine Augen verborgen. Dennoch glaube ich fest daran, dass du da bist und mich hörst. Ich danke dir, dass wir jetzt Zeit miteinander verbringen können.

Bitte: Als du damals zu deinen JĂŒngern gesprochen hast, hast du gewusst, dass auch ich deine Worte eines Tages hören werde. Bitte lass mich dich heute besser kennenlernen, deine Worte tiefer verstehen und dir immer Ă€hnlicher werden.

1. Die WertschĂ€tzung Gottes. Jesus spricht von Salz. Heute gibt es bei uns Salz im Überfluss. Das war aber nicht immer so: Damals war Salz etwas sehr Kostbares. Wenn Jesus seine JĂŒnger das „Salz der Erde“ nennt, weist er daraufhin, dass wir fĂŒr ihn und fĂŒr die Welt wertvoll sind und eine besondere Sendung haben. Bin ich mir bewusst, dass ich in den Augen Gottes kostbar bin?

2. Die eigene Berufung nicht vergessen. Salz hat eine besondere Funktion, die kein anderes GewĂŒrz ĂŒbernehmen kann. Man kann zum Beispiel das Salz in der Suppe nicht mit Pfeffer ersetzen. Auch wir als Christen haben eine besondere Aufgabe – wenn wir nicht dementsprechend leben, kann niemand anderes diese persönlich uns anvertraute Aufgabe erfĂŒllen! Jesus ermahnt uns mit seinen Worten: Vergiss nicht, dass du zu etwas berufen bist! Du lebst nicht einfach so in dieser Welt, sondern du hast einen Auftrag. Wozu ruft Gott mich ganz konkret?

3. Hoffen, dass Gott geehrt wird. Wenn Jesus sagt: „...damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“, gibt er uns eine ErklĂ€rung, wie wir diesen Auftrag, den er uns gegeben hat, leben sollen. Wahre Demut bedeutet nicht, unsere guten Taten zu verstecken, sondern darauf zu hoffen, dass Gott durch unser Tun fĂŒr unsere Mitmenschen sichtbar wird, – dass sie schließen können: Dieser Mensch tut das nicht aus sich selbst heraus, sondern es steckt etwas GrĂ¶ĂŸeres dahinter.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass wir diese Zeit miteinander verbringen konnten. Ich bin froh, zu wissen, dass ich in deinen Augen wertvoll bin. Bitte hilf mir, meiner Berufung treu zu sein und gib, dass andere Menschen dich in meinem Handeln erkennen.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich jemandem etwas schenken (eine Gabe, ein LĂ€cheln, einen freundlichen Gruß) und Jesus vorher bitten, dass die Person nicht nur meine Sympathie, sondern vor allem Gottes Liebe in dieser Handlung spĂŒren möge.


Die Macht des Vertrauens

6. Februar 2017

Gedenktag
Hl. Paul Miki und GefÀhrten, MÀrtyrer
Hl. Dorothea, MĂ€rtyrerin

Angela Kunze

Mk 6,53-56
In jener Zeit fuhren Jesus und seine JĂŒnger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berĂŒhren lassen. Und alle, die ihn berĂŒhrten, wurden geheilt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wie die Menschen damals komme auch ich heute zu dir. Ich bringe dir alle Menschen, die du mir verbunden hast, und vertraue dir besonders jene an, die krank sind und leiden. Mit ihnen bringe ich dir auch meine eigene UnzulĂ€nglichkeit und das, was an mir noch nicht heil ist, in dem Vertrauen, dass du mich heilen möchtest.

Bitte: Jesus, bitte schenke mir das Vertrauen, dass du auch heute wirklich heilen kannst und willst.

1. Die Kranken unserer Zeit. Wer sind die Kranken unserer Zeit? Viele Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung leiden, ohne dass wir es merken. Das Leid kann dabei ganz unterschiedlich sein: körperliches, seelisches, aber auch geistiges Leid. Das GefĂŒhl von Verlassenheit, Hoffnungslosigkeit oder Entmutigung schmerzt besonders. Nehme ich diese Leiden meiner Mitmenschen wahr? Sehe ich ihre Not?

2. Die Kranken zu Jesus bringen. Wenn jemand schon eine lĂ€ngere Zeit des Leidens hinter sich hat, ist er vielleicht nicht mehr in der Lage, selbst zu Jesus zu kommen. Oder aber er kennt Jesus noch nicht und weiß daher nicht von dieser Möglichkeit. In diesem Fall braucht die Person den Glauben ihrer Freunde, die sich stellvertretend fĂŒr sie vor Jesus stellen und um Heilung bitten. FĂŒr welchen Menschen möchte ich in diesem Augenblick besonders beten?

3. Heilsames Vertrauen in Jesus. Um einen Menschen zu Jesus zu bringen, braucht es Glauben: Glauben, dass Jesus wirklich heilen kann und wird! Ich muss darauf vertrauen, dass eine Bitte genĂŒgt. „Und alle, die ihn berĂŒhrten, wurden geheilt.“ „Alle“ wurden geheilt, nicht nur einige. Warum sollte Jesus nicht auch heute Menschen heilen wollen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich mit jedem Sakrament, Gebet und Akt der NĂ€chstenliebe StĂŒck fĂŒr StĂŒck heiler machst. Wenn ich an die Erfahrungen denke, die ich schon mit dir machen durfte, staune ich. Ich möchte mein Vertrauen erneuern, dass du Heilung schenken möchtest. Bitte lass mich das heute auch erfahren.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich fĂŒr jemanden ganz konkret um Heilung bitten. Wenn ich nicht weiß, fĂŒr wen, bitte ich Gott in diesem Moment, mir im Laufe des Tages eine Person zu zeigen, fĂŒr die ich beten soll.


ZurĂŒck zu den Wurzeln – worum es wirklich geht!

7. Februar 2017

Dienstag der fĂŒnften Woche im Jahreskreis
Hl. Richard von England

Angela Kunze

Mk 7,1-13
In jener Zeit hielten sich die PharisĂ€er und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner JĂŒnger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen HĂ€nden aßen. Die PharisĂ€er essen nĂ€mlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die HĂ€nde gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere ĂŒberlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das AbspĂŒlen von Bechern, KrĂŒgen und Kesseln. Die PharisĂ€er und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine JĂŒnger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen HĂ€nden? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er ĂŒber euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist KorbĂĄn, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas fĂŒr Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und Ă€hnlich handelt ihr in vielen FĂ€llen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, auch ich folge Traditionen, die ich durch Überlieferung im Laufe meines Lebens von anderen Menschen ĂŒbernommen habe. Diese Traditionen möchte ich vor dich legen.

Bitte: Bitte hilf mir, zu erkennen, wo mein Herz gerade ist. Wenn ich nur aus Gewohnheit bete, bitte ich dich, die Liebe in meinem Herzen zu erneuern.

1. Wo ist mein Herz? Man kann viele Dinge tun, die nach außen hin vorbildlich erscheinen – Gebetszeiten nehmen, zur Messe oder in die Anbetung gehen, Rosenkranz beten – und dennoch Gottes Willen verfehlen, wenn alles nur an der OberflĂ€che bleibt, ein Lippenbekenntnis ist und nicht den Dienst an Gott und dem NĂ€chsten zum Zentrum hat. Letztlich geht es um das Herz: Wo ist mein Herz? Ist es wirklich bei Jesus?

2. Der Anspruch der NĂ€chstenliebe. Einen Menschen wirklich zu lieben, ist nicht eben schnell getan: Es kostet Zeit und Kraft. Mit menschlichen Regeln ist hier versucht worden, diese MĂŒhe zu umgehen und - statt der eigenen Person - etwas Materielles zu geben, das man sogar Gott weiht. Aber echte Liebe schließt ein, sich selbst zu geben, und aus dem Vertrauen zu leben, dass Gott auch fortwĂ€hrend die Kraft dazu gibt.

3. Ein Blick ins Herz. Der springende Punkt ist, dass ich, solange ich nur Ă€ußere Dinge erfĂŒlle, die mein Herz nicht direkt betreffen, ohne lebendige Beziehung zu Gott leben kann. Ich muss nicht in mich selbst hineinschauen, sondern mein Blick ist stĂ€ndig nach außen gerichtet. Ein ehrlicher Blick ins Herz kann aber, trotz aller Verwundungen, die dort vielleicht zu finden sind, sehr heilsam sein: „Gott, ich brauche Dich!“ – Kann da ein Herz hart bleiben, wenn es diese Not spĂŒrt oder sieht?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, schnell passiert es mir, dass ich so mit Ă€ußeren Dingen beschĂ€ftigt bin, dass ich nicht mehr in mein Herz schaue. Du weißt am besten, was ich brauche. Dir möchte ich mein Herz öffnen und den Heiligen Geist bitten, dass er es ganz erfĂŒllen möge.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich besondere Liebe und Dankbarkeit in mein Tischgebet legen und es nicht einfach aus Gewohnheit sprechen.


Die eigene Verantwortung ĂŒbernehmen

8. Februar 2017

Mittwoch der fĂŒnften Woche im Jahreskreis
Hl. Hieronymus Ämiliani CRS
Hl. Philipp Jeningen SJ

Angela Kunze

Mk 7,14-23
In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine JĂŒnger nach dem Sinn dieses rĂ€tselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklĂ€rte Jesus alle Speisen fĂŒr rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, auch heute komme ich zu dir, will bei dir sein und von dir lernen.

Bitte: Hilf mir, deine Worte zu verstehen.

1. Die Freiheit der Wahl. Damals sind die Menschen davon ausgegangen, dass sie durch die BerĂŒhrung mit gewissen GegenstĂ€nden oder bestimmten Personen unrein werden. FĂŒr uns ist das schwer nachvollziehbar. Und doch passiert es hĂ€ufig, dass auch wir die Verantwortung auf Ă€ußere UmstĂ€nde abschieben: Ich habe einen schlechten Tag gehabt – deswegen reagiere ich (innerlich) verĂ€rgert. Dabei vergessen wir, dass wir immer die Freiheit der Wahl haben und die Ă€ußeren UmstĂ€nde unser innere GemĂŒtslage nicht bestimmen mĂŒssen.

2. Aus dem Herzen kommt das Böse. Da muss man schon schlucken: Aus mir selber kommt das Böse? Ja, es gibt das Böse in meinem Herzen. Aber als Christ bin ich zu einem Tempel des Heiligen Geistes geworden. Wenn ich es zulasse und unterstĂŒtze, wird dieser Geist mein Herz verwandeln – es wird immer liebesfĂ€higer und damit Gott Ă€hnlicher (vgl. Ez 36, 26). Habe ich schon eine Verwandlung in meinem Herzen bemerkt? Wo habe ich mich zum Guten geĂ€ndert?

3. Keine Angst haben, zu fragen. Die JĂŒnger haben die Worte Jesu zunĂ€chst nicht verstanden. In einem ruhigeren Moment haben sie noch einmal nachgefragt und Jesus hat ihnen seine Worte ausfĂŒhrlich erklĂ€rt. Wenn ich Jesus nicht verstehe, macht es keinen Sinn, so zu tun, als hĂ€tte ich ihn verstanden: Jesus wird auch mir eine Antwort auf meine Frage geben – wenn ich ihn frage!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, auch ich unterliege IrrtĂŒmern. Ich hoffe, dass du mich auf meinem Weg fĂŒhrst und mich immer besser verstehen lĂ€sst, wer du bist und was du möchtest. Bitte lege mir Liebe in das Herz, damit ich deinen Willen dann auch tue.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich am Ende des Tages meine Entscheidungen ĂŒberprĂŒfen: – Habe ich fĂŒr sie Verantwortung ĂŒbernommen oder jemand anderen dafĂŒr verantwortlich gemacht? Warum habe ich mich so entschieden?


So beten, dass man am Herzen Jesu rĂŒttelt

9. Februar 2017

Donnerstag der fĂŒnften Woche im Jahreskreis
Hl. Apollonia, MĂ€rtyrerin
Hl. Anna Katharina Emmerick, Mystikerin

Ilka Haiberger

Mk 7,24-30
In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu FĂŒĂŸen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den DĂ€mon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast Recht, Herr! Aber auch fĂŒr die Hunde unter dem Tisch fĂ€llt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der DĂ€mon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der DĂ€mon es verlassen hatte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, durch dieses Gebet möchte ich dich nĂ€her kennen lernen und lernen, wie ich zu dir beten kann. Du bist fĂŒr mich da und schaust mich in meiner Kleinheit an.

Bitte: Durchströme mein Herz, öffne meine Augen und Ohren, dass ich dir wirklich zuhöre und dich lieben lerne!

1. Jesus zog sich zurĂŒck. Jesus hatte zuvor Leute belehrt, er hatte sich mit PharisĂ€ern und Schriftgelehrten auseinandergesetzt. Jetzt ging er an einen anderen Ort und wollte verborgen bleiben. Wollte er sich ausruhen? Suchte er die Stille?

2. Die Not der fremden Frau. Die Syrophönizierin hörte von Jesus. Sie gehörte nicht zum jĂŒdischen Volk, zu den AuserwĂ€hlten. Sie war eine Fremde. Aber sie eilte zu Jesus und ehrte ihn, indem sie ihm zu FĂŒĂŸen fiel. Einmal in seiner Gegenwart bringt sie ihre Bitte vor, die von Jesus zunĂ€chst abgelehnt wird. Er vertröstet sie auf spĂ€ter. Zuerst seien die Kinder an der Reihe. Diese Reaktion Jesu ĂŒberrascht mich. Warum will Jesus ihr nicht sofort helfen? Steht er mir heute auch so gegenĂŒber? Oder sehnt er sich danach, meine Bitten zu erfĂŒllen? Bei den Erscheinungen der hl. Faustina sagte Jesus unter anderem, er sei sehr betrĂŒbt, weil er um so wenig gebeten wird! Bitte ich Jesus um die wichtigen Belange in meinem Leben? Bitte ich auch stellvertretend fĂŒr andere? Bitte ich auch um Kleinigkeiten? Gerade durch Gebetserhörungen kann ich immer wieder erstaunliche Erweise seiner Liebe erfahren!

3. Ihr Wille, ihre Demut, ihr Glaube. Die fremde Frau aus dem heutigen Evangelium lĂ€sst sich nicht so schnell vertrösten. Sie liebt ihre Tochter. Deshalb ist ihre Verzweiflung groß und ihr Wille stark. Noch grĂ¶ĂŸer ist ihre Demut. Mutig diskutiert sie mit Jesus, nimmt die Zurechtweisung in gutem Geist an und fleht um seine Hilfe. So bekommt sie schließlich, was sie will. Ihr Glaube an Jesus, ihre Demut und ihr starker Wille haben geholfen. Bin ich Jesus gegenĂŒber auch so demĂŒtig, und doch zugleich mutig und aufdringlich wie diese fremde Frau?

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, du bist unser Herr und Gott. Ich vertraue auf deine StĂ€rke und Hilfe. Ich weiß, dass du alles kannst. Ich will mir von dir helfen lassen. Nichts soll mich bremsen, dir meine Anliegen vorzutragen und um deine Hilfe zu flehen! Gib mir tiefe Demut, einen unerschĂŒtterlichen Glauben und den festen Willen, meine Anliegen vor dich zu bringen.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich damit beginnen, ein wichtiges Anliegen einer Person meiner Familie demĂŒtig vor Jesus hinzutragen und ihn geduldig darum zu bitten, es zu erfĂŒllen.


Jesus berĂŒhrt den Menschen, der zu ihm gebracht wird

10. Februar 2017

Gedenktag
Hl. Scholastika, Äbtissin
Hl. Wilhelm der Große, Einsiedler
Hl. Bruno von Minden, Bischof

Ilka Haiberger

Mk 7,31-37
In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam ĂŒber Sidon an den See von GalilĂ€a, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berĂŒhren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berĂŒhrte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzĂ€hlen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, du bist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Lass mich auf das hören, was uns ĂŒber dich berichtet wurde, damit ich heute und in Ewigkeit mit dir lebe!

Bitte: Ă–ffne mein Herz, meine Augen und Ohren und löse meine Zunge!

1. Man brachte ihn zu Jesus. Ein Taubstummer wird zu Jesus gebracht. Wollte er zu ihm? Er hatte ja nicht von ihm hören können. Wer weiß, welche VerstĂ€ndigung ihm möglich war. Als Taubstummer war man zu allen Zeiten sehr isoliert. Was einem da alles entgeht! Keine GesprĂ€che, keine Musik, keine GerĂ€usche aus der Umgebung
 Hatte er die Leute darum gebeten, zu Jesus gebracht zu werden? Kannte er Jesus? Zu seinem GlĂŒck gab es Leute, die sich um ihn kĂŒmmerten und ihn zu Jesus brachten, als er in ihre Gegend kam. Dieser Taubstumme begegnet Jesus durch die Initiative seiner Mitmenschen!

2. Die Heilung. Die Leute, die den Taubstummen zu Jesus brachten, baten den Herrn auch, ihn zu berĂŒhren. Jesus nahm den Taubstummen beiseite und heilte ihn durch BerĂŒhrung. Er schaute zum Himmel auf und befahl den Ohren und der Zunge des Taubstummen. Nicht nur die Naturgewalten in Form von Wind und Unwetter, nicht nur die DĂ€monen, auch unser Körper „hört“ auf Jesus. Jesus ist allmĂ€chtig. Er ist der Herr. Durch ihn hat uns Gott Vater erschaffen. Durch ihn können wir geheilt werden.

3. WorĂŒber reden wir? WorĂŒber schweigen wir? Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzĂ€hlen – und sie taten es dennoch. Jesus ist nicht darauf angewiesen, durch Wundertaten bekannt zu werden. Er hat keine Firma fĂŒr Heilungen gegrĂŒndet und wollte, dass man ĂŒber die Heilung Diskretion wahrt, die Aufmerksamkeit nach innen richtet, Gott dankt, ihm begegnet. Er ist gekommen, um das Himmelreich zu verkĂŒnden. Er ist gekommen, um uns von unseren SĂŒnden zu erlösen und uns den Himmel zu erschließen. Sein Reich ist nicht von dieser Welt! Er trug uns auf, das Evangelium allen Geschöpfen zu verkĂŒnden, die Menschen sollen an ihn glauben und sich taufen lassen, damit sie gerettet werden. Das ist das Wichtigste! Auch wenn uns natĂŒrlich die Wundertaten schwer beeindrucken


GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich preise dich fĂŒr deine Wundertaten! Ich möchte auch immer wieder zu dir kommen, mich an dich wenden, damit du heilst, was an mir nicht richtig funktioniert, oder gar nicht recht zu gebrauchen ist. Heile mich, vervollkommne mich! Jesus, ich möchte dir auch alle meine NĂ€chsten bringen, die es alleine nicht zu dir schaffen, da sie dich nicht kennen, von dir noch nicht gehört oder noch keine lebendige Erfahrung gemacht haben.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute grĂŒndlich darĂŒber nachdenken, welchen Gebrauch ich von meinen Talenten und Sinnen mache und dann Jesus bitten, alles zu heilen, was fehlerhaft ist, damit ich ihm zur Ehre lebe.


Die Freude des Lebens

11. Februar 2017

Nichtgebotener Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes
Hl. Anselm OPraem, Abt
Theodor Babilon, (+ im KZ)

Ilka Haiberger

Joh 2,1-11
In jener Zeit fand in Kana in GalilĂ€a eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine JĂŒnger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne WasserkrĂŒge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefĂ€hr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: FĂŒllt die KrĂŒge mit Wasser! Und sie fĂŒllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der fĂŒr das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den BrĂ€utigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die GĂ€ste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurĂŒckgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in GalilĂ€a, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine JĂŒnger glaubten an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: O Jesus, dieses erste Zeichen, dass du bei der Hochzeit in Kana gewirkt hast, erfĂŒllt mein Herz mit Freude. Deine Herrlichkeit ist groß und wunderbar!

Bitte: ErfĂŒlle mein Herz mit so viel Freude, dass es davon ĂŒberströmt und meine Mitmenschen daran teilhaben lĂ€sst!

1. Wie das Wunder geschieht. Nachdem Maria die Diener ermahnt hatte, sie sollten Jesus gehorsam sein, beginnt das Mysterium. Die Diener tun genau das, was Jesus anordnet. Und wĂ€hrend sie ihre Arbeit verrichten, geschieht das Wunderbare. Aus normalem Wasser wird Wein. Nicht nur irgendein Wein. Nein, wenn Jesus etwas tut, dann tut er es sehr gut. Es ist ein vorzĂŒglicher Wein!

2. Maria sorgt sich um alle. Was macht den Wein besonders? Wein steht seit jeher fĂŒr Lebensfreude. Der Wein auf der Hochzeit ging aus. Das ist eine Blamage fĂŒr die Gastgeber. Die Hochzeitsparty droht öde zu werden. Maria ist aufmerksam, so dass sie es mitbekommen hat. Um die Katastrophe abzuwenden, handelt sie. Bin ich ebenso aufmerksam wie Maria? Sehe ich die Not der anderen? Sorge ich mich darum? Oder nehme ich es mir erst gar nicht zu Herzen, da es ja wirklich grĂ¶ĂŸere Probleme im Leben gibt? Nehme ich auch die kleinen, vielleicht etwas unscheinbaren BedĂŒrfnisse und Nöte war? Gerade in den kleinen Dingen, in den kleinen Gesten, die im Verborgenen oder zumindest abseits des Rampenlichts geschehen, offenbart sich ein liebendes, aufmerksames Herz!

3. Jesus und die Hochzeit. Warum in aller Welt tut Jesus ausgerechnet sein erstes Zeichen auf einer Hochzeit? Warum nicht unter Leprakranken oder Zöllnern? Warum nicht im Tempel oder in einer Synagoge? Mir wĂŒrden viele bedeutsame Orte einfallen, die fĂŒr ein erstes Wunder passend wĂ€ren. Aber tatsĂ€chlich fand sein erstes Zeichen auf einer Hochzeit statt. Das unterstreicht die fundamentale Bedeutung der Ehe. Jesus ist es nicht „egal“, ob wir heiraten und wie die Feier stattfindet. Er geht zur Hochzeitsfeier, zu der er eingeladen wurde. Er verwandelt dort Wasser zu Wein. Im ĂŒbertragenen Sinn heißt das, er verleiht der Hochzeit und damit der Ehe Freude und Herrlichkeit. Im christlichen Sinn ist die Ehe etwas Schönes, etwas Besonderes, etwas, das gefeiert wird, etwas, wozu Gott gehört: ein Sakrament. Ist meine Ehe in dieser Hinsicht christlich? Was tue ich dafĂŒr, dass meine Ehe schön ist und dass Gott darin wohnt? Trage ich zur Schönheit und Freude anderer Ehen bei?

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, ich danke dir fĂŒr das heutige Evangelium. Gerne möchte ich von der Herrlichkeit kosten, die du der Ehe verleihst. Gib mir die Kraft, das Vertrauen und die Heiligkeit, um wirklich eine christliche Ehe zu fĂŒhren und andere darin zu bestĂ€rken!

Möglicher Vorsatz: Heute will ich etwas fĂŒr meinen Ehepartner tun (ein LĂ€cheln, einen Dienst, einen Liebesbrief schreiben oder was auch immer) oder fĂŒr ein christliches VerstĂ€ndnis der Ehe einstehen, beten oder werben.