Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. Januar 2017 bis 4. Februar 2017

Vierte Woche im Jahreskreis

Angelika Knauf

Gott allein genĂŒgtSonntag
Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in dir, mein GottMontag
Die Frucht des GlaubensDienstag
Staunen öffnet eine TĂŒrMittwoch
An Gott und sein Reich ‘verschwendet’Donnerstag
Ganz unten sein – und Jesus findenFreitag
Herr, sende Arbeiter in deine Ernte!Samstag


Gott allein genĂŒgt

29. Januar 2017

Vierter Sonntag im Jahreskreis

Angelika Knauf

Mt 5,1-12a
In jener Zeit als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine JĂŒnger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dĂŒrsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mein Herr und Erlöser! Ich glaube, dass alle FĂŒlle, die ich ersehne, in dir ist. Und doch fĂ€llt es mir schwer, vor dir so arm zu werden, dass ich aus deiner Hand empfangen kann, was allein mich wahrhaft erfĂŒllt.

Bitte: Ă–ffne mein Herz, o Jesus, damit es gereinigt werden und alles frei herausfließen kann, was mich von der Erfahrung deiner Liebe trennt.

1. Eine erste Stufe: Arm werden, die Trauer annehmen und meinen Willen loslassen. Jesus stellt die Seligpreisung der Armut allen anderen voran. Es scheint, als mĂŒsse ich zunĂ€chst arm werden, um ĂŒberhaupt Zugang zu den anderen Haltungen zu finden, die er seligpreist. Was heißt denn vor Gott arm sein? Meint es nicht, bis in die letzte Tiefe meines Seins die Tatsache anzunehmen, dass ich ein Geschöpf bin? Dass ich nichts, nicht einmal mich selbst, aus mir heraus habe? Dass ich mich vollkommen und in allem einem Anderen verdanke? Mein Geschöpfsein radikal zu leben ist auch schmerzhaft. Neben der inneren Freude, die es birgt, von Gott gehalten zu sein, bedarf es auch eines bestĂ€ndigen Sterbens, z.B., wenn ich auf meinen eigenen Vorstellungen, Sicherheiten, Rechten und Vorlieben bestehe, weil die SĂŒnde mich veranlassen will, die vertraute Einheit mit Gott aufzugeben. Arm von mir zu werden kann sogar Trauer erzeugen, die aus dieser Gebrochenheit stammt. Das bedeutet dann, meinen Willen loslassen zu mĂŒssen, also meine GewalttĂ€tigkeit in der Durchsetzung meiner Interessen aufzugeben, und sei sie auch nur in meinen inneren KĂ€mpfen zugegen. Doch welche Verheißung macht mir Jesus: Bin ich wahrhaft arm, trauernd und gewaltlos in meinem Wollen, werde ich den Himmel gewinnen, unermesslichen Trost finden und wahrhaft erst als Geschenk empfangen, was ich vielleicht aus Selbstliebe an mich reißen wollte.

2. Eine zweite Stufe: Heil werden und heilig. Wenn ich arm geworden bin, wird in mir ein unermesslicher Durst entstehen. Denn ich bin auf FĂŒlle hin geschaffen. Jesus wurde Mensch, damit wir das Leben haben, und es in FĂŒlle haben! Wenn ich den alten, selbstsĂŒchtigen Menschen in mir abgelegt habe, werde ich nach Jesu Menschsein dĂŒrsten, das gerecht ist, barmherzig und rein! Ich werde es von ihm empfangen können, ich werde satt werden an seiner Gerechtigkeit. Lasse ich seine Barmherzigkeit an mir zu und will mich nicht mehr selbst retten, dann kann ich mich in freigebender Liebe auch meinem NĂ€chsten zuwenden und barmherzig sein, weil ich dann ein armes, ein heil gewordenes Herz haben werde. Meine Liebe wird rein werden, heilig, wenn ich in Jesus geben kann, ohne etwas empfangen zu wollen. Wenn ich gerecht, barmherzig und rein in Jesus geworden bin, dann werde ich sein Wesen auch in mir schauen!

3. Eine dritte Stufe: Zum Segen werden, zum Stein des Anstoßes gemacht. Wenn in mir Jesu Wesen zum Leben kommt, kann ich das nicht fĂŒr mich behalten. Seine FĂŒlle in mir kann ich alleine nicht halten, sie muss ĂŒberfließen zu den anderen neben mir! Bin ich wahrhaft heil und heilig geworden in Jesus, dann muss ich dieses Heil auch anderen stiften, ich muss ihnen jenen Frieden stiften, den diese Welt nicht geben kann, sondern Jesus allein! Doch fĂŒr viele, die ihren Frieden, ihre Zufriedenheit in den Dingen dieser Welt suchen, ihr Selbst nach den Gesetzen dieser Welt erschaffen wollen, werde ich womöglich zum Stein des Anstoßes werden. Immer wird mein Sein sie auf die Vergeblichkeit und Sinnlosigkeit ihres Strebens hinweisen. So war es jedenfalls bei den MĂ€rtyrern der frĂŒhchristlichen Zeit. Auch ich werde verleumdet, beschimpft, vielleicht auch verfolgt werden, aber in Jesus werde ich frei bleiben und beten können: Herr, lass sie dich erkennen!

GesprĂ€ch mit Christus: O Jesus, lass nicht ab von mir! Locke mich, umwirb mich, damit ich den Schritt aus mir heraus wage, den Schritt, der mich ins vermeintliche Dunkel, ins Leere, ins Schmerzhafte zu fĂŒhren scheint. Lehre mich wahren Glauben, der im Dunkeln sieht, wahre Hoffnung, die in der Dunkelheit das wahre Licht erwartet. Lass nicht ab von mir, Jesus, bis ich arm genug bin, um in Reinheit zu lieben.

Möglicher Vorsatz: Ich will mich heute Jesus einfach ĂŒberlassen, aufmerksam sein auf seine Gegenwart, seine Anregungen, seinen Willen.


Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in dir, mein Gott

30. Januar 2017

Montag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Adelgunde OSB, Äbtissin
Hl. Martina von Rom, MĂ€rtyrerin

Angelika Knauf

Mk 5,1-20
In jener Zeit kamen Jesus und seine JĂŒnger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa. Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bĂ€ndigen, nicht einmal mit Fesseln. Schon oft hatte man ihn an HĂ€nden und FĂŒĂŸen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen. Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen. Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quĂ€le mich nicht! Jesus hatte nĂ€mlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist! Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele. Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen. Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde. Da baten ihn die DĂ€monen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren! Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stĂŒrzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken. Die Hirten flohen und erzĂ€hlten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion DĂ€monen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fĂŒrchteten sie sich. Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war. Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen. Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den DĂ€monen besessen war, bei ihm bleiben zu dĂŒrfen. Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr fĂŒr dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat. Da ging der Mann weg und verkĂŒndete in der ganzen Dekapolis, was Jesus fĂŒr ihn getan hatte, und alle staunten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist mein Herr und mein Gott! Ich will dich wahrhaft anbeten, ich will dir wahrhaft folgen. In dir will ich all mein GlĂŒck suchen, allein in dir zur Ruhe kommen.

Bitte: Zeige mir, o Jesus, welche Fesseln mich davon abhalten, zu dir zu gehen und meine Seele dadurch in Unruhe halten.

1. Die unruhige See, der unruhige Mensch. Am Ende der Überfahrt, bei der Jesus den Sturm gestillt hatte, kamen Jesus und seine JĂŒnger wieder an das andere Ufer des Sees. Schon bei dieser Begebenheit hatten die JĂŒnger lernen mĂŒssen, was es bedeutet, in Jesu Nachfolge ganz auf ihn zu vertrauen. Hier erfahren sie nun, was es bedeuten kann, ein Leben zu fĂŒhren, das von Jesus getrennt ist. Wir erfahren nicht, warum dieser Mann besessen war, doch zeigt die Gegenwart einer Schweineherde, dass er in heidnischem Gebiet lebt, in einer Kultur also, die den wahren Gott nicht kannte. Von den DĂ€monen in Besitz genommen, zeigt er ein rastloses und selbstzerstörerisches Verhalten, dem man keine Grenze mehr setzen kann. Was brachte eine grĂ¶ĂŸere Unordnung mit sich: Der Sturm auf dem See oder der aus dem seelischen Gleichgewicht geratene und den KrĂ€ften des Bösen ĂŒberlassene Mensch?

2. Ringen um die Hingabe. Nein, meine inneren AufstĂ€nde haben meist keine so drastischen Auswirkungen wie hier vom Evangelisten Markus geschildert. Ich habe Gottes Liebe schon kennen gelernt, ich habe ihr schon zu vertrauen begonnen. Und dennoch: Auch ich ringe immer wieder mit der wirklichen Hingabe. Auch ich werfe mich Jesus zu FĂŒĂŸen und bitte, doch irgendwie an dem festhalten zu dĂŒrfen, was mir so unverzichtbar scheint. Und manchmal muss Jesus auch zu mir ein Machtwort sprechen, damit, was mich fesselt und von ihm trennt, sein wahres Wesen zeigt und sichtbar ins Unreine kehrt. Habe nicht auch ich schon den Moment erlebt, in dem plötzlich mit Macht ansichtig wird, was mich gefangen hĂ€lt? Dass Jesus mich davon befreit und mit erschĂŒtternder Klarheit einen Teil meiner Existenz – eine Fehlhaltung – von mir weg in einen Abgrund „stĂŒrzt“, weil er mich von ihr befreien will? Und mit Erschrecken und Erleichterung zugleich nehme ich dann wahr, was mich da gefangen hielt. Erschrecken ĂŒber das Maß an Gottferne, aus der Jesus mich zurĂŒckrief, und Erleichterung ĂŒber die Ordnung, die in mir einkehrt, wenn er mein Kleid, dass er mir doch in der Taufe geschenkt hatte, wieder ordnet, und meine Seele unter das Joch des guten Geistes stellt, sie fĂŒr die Liebe befreit.

3. Frei sein im Willen Jesu. Die Reaktion der Leute, die den Mann zuvor in seiner Raserei zu bĂ€ndigen versucht hatten, ist erschreckend: Sie wollen von all dem nichts wissen. Weder von den inneren KĂ€mpfen des zuvor besessenen Mannes, die doch auf GrĂ¶ĂŸeres verwiesen haben als nur ihre AlltĂ€glichkeit, noch von dem Wunder seiner Befreiung. Sie wollen einfach nicht in ihrer AlltĂ€glichkeit gestört werden, auch von keinem Heilsbringer. BerĂŒhrend jedoch das Zeugnis des Befreiten, der, durch Jesus ganz zu sich gekommen, nichts mehr ersehnt als seine NĂ€he. Der sich dann aber widerspruchslos von ihm senden lĂ€sst, um andere an seinem GlĂŒck teilhaben zu lassen, das er in Jesus finden durfte. Und Jesus belohnt seine Hingabe, die er nun vollkommen vollzogen hat, indem sein Zeugnis reiche Frucht trĂ€gt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, in der Tiefe meiner Seele erfahre ich oft ein Ringen. Wie schwer fĂ€llt es mir doch, mich dir einfach zu unterstellen. Lass nicht zu, dass ich mich in mir selbst verschließe. Befreie mich, wenn ich meine Fesseln nicht abzustreifen wage. Lehre mich, dein Heil zu suchen, zu finden, darin zu ruhen und es zu verschenken.

Möglicher Vorsatz: Ich will Jesus darum bitten, dass er andere Menschen und mich selbst von inneren Fesseln befreit.


Die Frucht des Glaubens

31. Januar 2017

Gedenktag
Hl. Johannes Bosco

Angelika Knauf

Mk 5,21-43
In jener Zeit fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von GalilĂ€a hinĂŒber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. WĂ€hrend er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher namens JaĂŻrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu FĂŒĂŸen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die HĂ€nde auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drĂ€ngten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drĂ€ngte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berĂŒhrte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berĂŒhre, werde ich geheilt. Sofort hörte die Blutung auf, und sie spĂŒrte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fĂŒhlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem GedrĂ€nge um und fragte: Wer hat mein Gewand berĂŒhrt? Seine JĂŒnger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drĂ€ngen, und da fragst du: Wer hat mich berĂŒhrt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. WĂ€hrend Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu JaĂŻrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemĂŒhst du den Meister noch lĂ€nger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den LĂ€rm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schlĂ€ft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt ĂŒbersetzt: MĂ€dchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das MĂ€dchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schĂ€rfte ihnen ein, niemand dĂŒrfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem MĂ€dchen etwas zu essen geben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube an dich. Doch möchte ich auch lernen, dir zu glauben, wenn du dein Wort in mein konkretes Leben hinein sprichst.

Bitte: Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!

1. Der Glaube der Gemeinschaft. Eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn, sagt der Evangelist Markus. Sie alle hatten irgendwie von Jesus gehört, doch die BeweggrĂŒnde fĂŒr das Kommen eines jeden einzelnen mögen unterschiedlich gewesen sein: Vielleicht kamen viele aus Neugier, andere vielleicht im Schlepptau ihrer Freunde, manche womöglich schon mit einer konkreten Hoffnung. Es ist leicht, im Schutz der Menge zu Jesus zu kommen. Man kann in der Deckung bleiben, erst einmal abwarten, muss noch keinen eigenen Schritt tun. Das scheint auch die Situation vieler glĂ€ubiger Menschen von heute zu sein: Sie sind irgendwie dabei, fĂŒhlen sich auch ganz wohl, haben keine grĂ¶ĂŸeren EinwĂ€nde, aber sie bleiben in der Deckung der Gemeinschaft. Diese Haltung ist nicht schlecht, aber sie ist nur ein Anfang, bei dem ich nicht verharren kann, wenn ich im Glauben wachsen will. Im Bericht des Markus kommt einer, JaĂŻrus, zu Jesus, der sich aus der Deckung wagt. Aus höchster Not und Angst um seine Tochter wagt er diesen Schritt. Er denkt noch nicht viel, er reflektiert seine Bitte noch nicht, er greift einfach verzweifelt nach dem Rettungsanker, der sich ihm in Jesus bietet. Was hat er zu verlieren? Auch ich kenne diese Momente, wenn ich zu Jesus gehe, weil ich nichts dabei zu verlieren und alles zu gewinnen habe. Jesus aber wird JaĂŻrus zu tieferem Glauben fĂŒhren – und auch mich.

2. Der Mensch, der persönlich im Glauben steht. Die blutende Frau geht in ihrem Glauben noch weiter. Durch ihre Blutungen galt sie eigentlich als unrein, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Doch sie glaubt an die Heilsmacht Jesu. Ohne dass andere sie in irgendeiner Weise ermutigt hĂ€tten, sich ihm zu nĂ€hern, drĂ€ngt sie sich durch die Menge noch nicht persönlich Glaubender hindurch, sie verlangt von Jesus keine Rechenschaft seiner GlaubwĂŒrdigkeit. Sie glaubt mit einem persönlichen und entschiedenen Glauben, und in diesem Glauben ist sie sich gewiss, dass schon die BerĂŒhrung mit dem Saum des Gewandes Jesu sie heilen wird. Jesus spĂŒrt die Kraft, die von ihm ausgeht, weil diese Frau durch ihren Glauben in den Raum seiner göttlichen Heilsmacht eingetreten ist. Durch den Glauben dieser Frau wurde zwischen ihm und ihr eine Beziehung eröffnet, durch die ein Dialog möglich wurde, bei dem Jesus als Retter und Erlöser angesprochen wurde. Daher nimmt er sie wahr. Die Frau tritt auf seine Frage voller Furcht und Zittern vor, weil sie erfahren durfte, dass die Macht Jesu in Wirklichkeit noch viel grĂ¶ĂŸer und umwĂ€lzender ist, als sie es sich in der menschlichen Dimension ihres Glaubens vorstellen konnte. Der persönliche, das heißt, der sich ganz zu Eigen gemachte Glaube des frei geschaffenen Menschen gibt der Heilsmacht Gottes die Möglichkeit zu handeln: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!“

3. Die Glaubensschule Jesu. Jesus will auch JaĂŻrus zu diesem persönlichen Glauben fĂŒhren. Der Tod des MĂ€dchens scheint fast durch sein Verweilen bei der blutflĂŒssigen Frau verschuldet zu sein. Doch noch bevor die Benachrichtigung vom Tod seiner Tochter JaĂŻrus‘ Glauben auslöschen kann, hilft Jesus ihm auf: „Sei ohne Furcht; glaube nur!“ Und er darf Zeuge sein, wie Jesus dem MĂ€dchen das Leben zurĂŒckschenkt, alle anderen aber, die nicht glauben, werden dabei nicht zugelassen. Jesus will von jedem von uns einen Glauben, der auch ganz auf einer persönlichen Entscheidung beruht. Warum? Weil Glauben ein Sich-Festmachen-in-Gott ist, oder, wie Hans Urs von Balthasar es ausdrĂŒckt, „Glaube als Akt der ganzen Person die Richtung von sich weg auf Gott hat (
)“. Durch seinen Glauben bindet sich der Mensch Gott so an, dass er wie eine Rebe wird, die Kraft aus dem Weinstock (Jesus) beziehen und so und nur durch ihn Frucht bringen kann (vgl. Joh. 15,5). Glaube muss oft ohne oder gar gegen die eigenen GefĂŒhle geĂŒbt werden, immer aber ist er mit Gnade verbunden. Gerade der Empfang dieser Gnade setzt meine persönliche, willentliche Entscheidung voraus, sie empfangen zu wollen – mit der Annahme aller Konsequenzen, die das Wirken Jesu in meinem Leben haben mag. Jesus braucht nicht viel von mir, um diese Gnade des persönlichen Glaubens in mir zu wirken, nicht viel mehr als mein offenes Herz!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich begegne mehr und mehr diesen Momenten, in denen ich einen Schritt hinein ins Dunkle tun muss, hinein in das Vertrauen auf dich. Es fĂ€llt mir oft so schwer, meine eigenen Sicherheiten aufzugeben und mich deiner FĂŒhrung ganz zu ĂŒberlassen. Doch in mir ist zugleich eine tiefe Sehnsucht danach, immer wieder diesen Schritt zu wagen, weil ich ahne, dass du mich zu einem Leben fĂŒhren willst, das meine Vorstellung und mein eigenes Vermögen weit ĂŒbersteigt. Komm mir zu Hilfe!

Möglicher Vorsatz: Ich will heute auf eine Möglichkeit achten, einen echten Akt des Glaubens zu vollziehen. Jesus wird ihn mir schenken, wenn ich ihn aufrichtig um das Wachstum meines Glaubens bitte.


Staunen öffnet eine TĂŒr

01. Februar 2017

Mittwoch der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Brigida von Kildare, Äbtissin
Hl. Severus, Bischof

Angelika Knauf

Mk 6,1b-6
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine JĂŒnger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das fĂŒr eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das fĂŒr Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die HĂ€nde auf und heilte sie. Und er wunderte sich ĂŒber ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte dir folgen, doch manchmal verlĂ€sst mich der Mut, wenn ich damit auf UnverstĂ€ndnis stoße. Manchmal folge auch ich dir nicht, wenn du mir ungewohnt entgegentrittst.

Bitte: Jesus, hilf mir, dir treu zu sein, wenn du mein Leben umgestaltest.

1. Staunen öffnet eine TĂŒr. Es kann einem das Herz zerreißen, wenn man betrachtet, wie eng beieinander die Entscheidung fĂŒr oder gegen den Glauben manchmal liegt. Die Menschen aus Jesu Heimatort kannten ihn, viele von ihnen wohl von Kindheit an. Er war eine Zeit fort gewesen, nun ist er wieder unter ihnen und ein ganz neuer Wesenszug wird an ihm offenbar. Die Menschen staunen! Welche Weisheit ist ihm gegeben, welche Wunder geschehen durch ihn? „Gegeben“ und „geschehen durch“ sind Worte, die irgendwie ausdrĂŒcken, dass sie von diesem Zimmermannssohn keine solche Weisheit und keine Wunder erwartet hĂ€tten. So weit, so gut! Denn hĂ€tten diese Menschen ihr Staunen zugelassen, sich von ihm fĂŒhren lassen, so hĂ€tten sie in Jesus Aspekte entdecken können, die ihm von seiner Gottheit zuflossen, gegeben waren, und die sich ihnen durch den Menschen Jesus, den sie schon ganz zu kennen meinten, kundtaten. Sie hĂ€tten Zugang zur ewige Wahrheit gefunden, die ihnen zugedacht war zu ihrem Heil. Jesus wollte ihnen die Frohe Botschaft bringen, er kam mit weit offenem Herzen zu ihnen. Ihr Staunen ĂŒber die neuen Aspekte an seiner Persönlichkeit hĂ€tte ihnen eine TĂŒr zu dem von ihm angebotenen Heil öffnen können.

2. Fertige Urteile verschließen die TĂŒr. Doch um die Wahrheit schlechthin in Jesus zu entdecken, hĂ€tten sie ihr eigenes Wissen, ihre eigenen Rechtfertigungen und Urteile revidieren mĂŒssen. Intuitiv mĂŒssen diese Menschen gespĂŒrt haben, das ihnen hier in Jesus „etwas“ entgegentrat, was ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen drohte. Dazu Ja zu sagen, hĂ€tte viel Demut erfordert. Doch sie wollen die TĂŒr, die sich ihnen durch ihr Staunen öffnete, nicht durchschreiten. Man kennt schon, man weiß schon, man urteilt: Was wir hören und sehen, kann nicht sein, denn wir wissen ja schon, wer dieser Jesus ist! „Und sie nahmen Anstoß und lehnten ihn ab.“ Die TĂŒr, die gerade durch ihr Staunen geöffnet worden war, fĂ€llt zu, ja wird geradezu zugestoßen. Der Einbruch des Heils in ihr Dasein, der sich ereignen sollte, zerschlĂ€gt an den steinernen Mauern ihrer fertigen Urteile, ihrer eigenen Sicherheiten. Welche Tragik, welcher Schmerz – der Moment der Gnade zieht vorĂŒber.

3. â€žIch fĂŒrchte Jesus, der vorĂŒberzieht und nicht mehr zurĂŒckkehrt“ (hl. Augustinus). Wer Jesus ernsthaft nachfolgt, kennt die Erfahrung der Ablehnung, auch vonseiten nahestehender Menschen: „Nun bleib mal vernĂŒnftig, musst nicht gleich ĂŒbertreiben, meinst wohl, was Besseres zu sein.“ Es war fĂŒr Jesus ein großer Schmerz, sich mit eng verbundenen Menschen ĂŒber das Kostbarste nicht austauschen zu können Doch er hat diesen Schmerz ausgekostet, und darin bin ich mit ihm dann vereint! Sollen wir es wagen, Jesu Schmerz noch tiefer zu ergrĂŒnden? Papst Franziskus hat ihn am 17. November in seiner Predigt in Santa Martha so begrĂŒndet: „Das ist es, was dem Herzen Jesu Christi Schmerz zufĂŒgt, diese Geschichte der Untreue, diese Geschichte, die Liebkosungen Gottes nicht erkannt zu haben, die Liebe Gottes, eines verliebten Gottes, der dich sucht, der danach trachtet, dass auch du glĂŒcklich bist.“ Lehne nicht auch ich oft die Weise ab, in der sich Jesus mir zeigen will? Wenn er in einem Menschen zu mir kommt, der mir unsympathisch ist, oder in der VerĂ€nderung von lieb gewonnenen LebensumstĂ€nden, die mir Sicherheit gaben?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, manchmal ist in mir Widerwillen, manchmal habe ich Angst vor dem Opfer, das mit deiner Nachfolge verbunden ist. Manchmal erschrecke ich ĂŒber die Weise, wie du mir entgegentrittst, manchmal ĂŒbersehe ich deine NĂ€he ganz. Hilf mir, wenn eingefahrene Gewohnheiten mich davon abhalten, dich in deiner Schönheit und GrĂ¶ĂŸe zu erkennen und mich auf sie einzulassen.

Möglicher Vorsatz: Ich will mich mehr bemĂŒhen, Jesu Gegenwart in meinem Leben zu entdecken. Dazu will ich meinem TagesrĂŒckblick am Abend wieder mehr Aufmerksamkeit schenken.


An Gott und sein Reich verschwendet

2. Februar 2017

Fest der Darstellung des Herrn (Lichtmess)
Hl. Dietrich, Bischof
Hl. Markward, Bischof
Hl. Alfred Delp SJ, MĂ€rtyrer

Angelika Knauf

Lk 2,22-40
Es kam fĂŒr die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemĂ€ĂŸ dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede mĂ€nnliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel gefĂŒhrt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfĂŒllen, was nach dem Gesetz ĂŒblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

Nun lĂ€sst du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, dass du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit fĂŒr dein Volk Israel.

Sein Vater und seine Mutter staunten ĂŒber die Worte, die ĂŒber Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter PenuĂ«ls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges MĂ€dchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich stĂ€ndig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach ĂŒber das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach GalilĂ€a in ihre Stadt Nazareth zurĂŒck. Das Kind wuchs heran und wurde krĂ€ftig; Gott erfĂŒllte es mit Weisheit und seine Gnade ruhte auf ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir und preise dich fĂŒr das Geschenk des gottgeweihten Lebens! Menschen, die dir ihr ganzes Sein und Leben weihen, sind Zeichen der Hoffnung. Und du willst sie uns schenken. In ihnen lĂ€sst du uns immer wieder neu deine liebende Zuwendung erfahren und verheißt sie uns.

Bitte: Lass mich auch fĂŒr mein eigenes Leben tiefer verstehen, was es bedeutet, etwas oder sich ganz dir geweiht zu haben.

1. Ganz hingegeben. Die Kirche feiert heute den Tag des gottgeweihten Lebens und dies ist ihr Anlass zu Freude und Dankbarkeit und auch zur Bitte an Gott um dieses Geschenk. KĂŒrzlich meinten in einem GesprĂ€ch, das ich mitverfolgte, zwei glĂ€ubige Frauen, dass der Begriff „gottgeweiht“ heutzutage kaum mehr zu vermitteln sei. Wolle man z.B. sagen, was eine gottgeweihte Frau im Regnum Christi ist, spreche man besser von „so etwas wie einer Nonne in der Welt“. Etwas Gott weihen meint, es freiwillig, aus Dankbarkeit und Liebe dem eigenen Gebrauch und der eigenen VerfĂŒgungsgewalt vollstĂ€ndig zu entziehen, es Gott vollkommen hinzugeben. Etwas, das Gott geweiht wurde, bleibt ihm allein vorbehalten. So hatte die Darbringung Jesu im Tempel fĂŒr Maria und Josef eine weit tiefere Bedeutung als nur die ErfĂŒllung einer religiösen Vorschrift. Indem sie Jesus, den Sohn Gottes, dem Vater weihen, unterstellen auch sie sich ausdrĂŒcklich dem Willen Gottes in Bezug auf die Sendung dieses Kindes. Beide, Josef und Maria, hatten zu diesem Kind sicher auch schon eine innige menschliche Beziehung entwickelt. Jesus Gott zu weihen, hat also fĂŒr sie auch schon den Aspekt eines Opfers. Vielleicht ist es gerade dieser Aspekt – also, dass man etwas oder jemanden, den man liebgewonnen hat, Gott ĂŒberlĂ€sst –, der es dem heutigen Menschen so schwermacht, einen Zugang zum Begriff „gottgeweiht“ zu finden. Der Gedanke, einem Gott etwas weihen oder gar opfern zu sollen, scheint aus allzu archaischen Zeiten zu stammen, als man Göttern noch opfern musste, um sie sich gewogen zu halten.

2. Den Gott lobpreisen, der uns liebt. Doch welchem Gott opfern Maria und Josef? Und wen opfern sie? Sie weihen das Kind Jesus, den Sohn Gottes, seinem himmlischen Vater, der sich gerade in diesem Kind den Menschen auf vollkommene Weise zugewandt und geschenkt hat. „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“, so hatte es der Engel des Herrn den Hirten und damit allen Menschen auf den Feldern von Bethlehem verkĂŒndet (Lk 2,11). Staunen und große Freude hatte diese Botschaft ausgelöst, und große Freude löst das Erscheinen Jesu ĂŒberall dort aus, wo Herzen voller Vertrauen und Erwartung offen sind fĂŒr Gottes rettende Verheißung. Simeon und Hanna hatten ein solch offenes Herz. Sie lebten seit vielen Jahren ganz auf Gott ausgerichtet, erst dadurch konnten sie auch seine Verheißungen und deren ErfĂŒllung in Jesus wahrnehmen. Und ihre Herzen brechen ĂŒber dieses Kind in Freude und Lobpreis aus! Hier ist im tiefsten Sinne ausgedrĂŒckt, was gottgeweihtes Leben bedeutet: Sich Gott vollkommen öffnen und ĂŒbergeben im Vertrauen auf die Verheißung seiner Liebe; die ErfĂŒllung dieser Verheißung allein von Gott zu erwarten; die FĂŒlle, die er schenkt, zu preisen, zu verkĂŒnden und weiter zu schenken. In diesem Sinn ist gottgeweihtes Leben prophetisch, denn es ist ein Zeichen dessen, wofĂŒr jeder Einzelne letztlich geschaffen ist: Einheit mit Gott in der FĂŒlle seiner Liebe!

3. Das Schwert, das die Seele durchdringt. Doch wer gottgeweiht in dieser Welt lebt, der wird auch empfindsamer fĂŒr die Gottferne vieler Menschen, ja fĂŒr ihren Widerstand gegen die Herrschaft der Liebe Gottes. Gottgeweihtes Leben ist mitten hineingestellt in das Drama der Erlösung, das sich zwischen dem Angebot der Liebe Gottes und der Freiheit des Menschen abspielt, der dieses Angebot auch ausschlagen kann. Das Innerste des Menschen ist durch die SĂŒnde „unheil“ geworden, weil SĂŒnde Absonderung von Gott bedeutet. Um diese Trennung von Gott zu ĂŒberwinden, ist ein Heilungsprozess erforderlich, den der Mensch nicht alleine vollziehen kann. Er benötigt dazu Gottes NĂ€he. Er bedarf ihrer von seinem Wesen her, weil es fĂŒr die Einheit mit Gott geschaffen ist („die letzte Berufung des Menschen ist die göttliche“ GS 22). Abgesondert von Gott verliert der Mensch die Wahrnehmung fĂŒr seine BedĂŒrftigkeit, seine fĂŒr die Liebe bestimmte Freiheit kann sich in Autarkie, in eine im wahrsten Sinne des Wortes unheilvolle SelbstgenĂŒgsamkeit, in ein Zerrbild verwandeln. SelbstgenĂŒgsamkeit aber gebiert Widerstand gegen jeden, der eine wahre Beziehung sucht. Maria, die am meisten von allen Menschen Gott hingegeben war, durchdringt die Ablehnung, die Jesus unter den Menschen erfĂ€hrt, wie ein Schwert. Sie trifft ihre Seele, die Gott ganz verbunden war. Und dieses Schwert dringt im Laufe der Zeit auch immer tiefer in ihr Herz, weil ihr Sohn sich immer mehr in die Sendung des Vaters stellt. Auch von ihr wird verlangt werden, dass sie ihn dem Vater am Kreuz wieder ganz opfert. Sich auf Erden Gott zu weihen, bedeutet eigentlich, die FĂŒlle der gekreuzigten Liebe zu erfahren. Das Kreuz Christi war aus der Sicht der Welt verschwendete Liebe. Sich freiwillig an Gottes Liebe zu verschwenden, ist aber aus der Sicht des Glaubens der Weg zu ganzer FĂŒlle.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, deine Liebe ist ein unerschöpfliches Geheimnis. Die Erfahrung deiner Liebe vermag mein Herz manchmal zu sprengen und dabei zu weiten, manchmal aber auch zu zerreißen. FĂŒlle und Leid liegen oft so nah beieinander. Jesus, halte mich in deiner Liebe, auch wenn sie meine Seele zum Heil wie ein Schwert durchdringt.

Möglicher Vorsatz: Was verursacht mir gerade das grĂ¶ĂŸte Leid? Genau dort will ich, wie Maria, nach der Verheißung deiner Liebe suchen, Jesus!


Ganz unten sein – und Jesus finden

3. Februar 2017

Freitag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Blasius, Bischof
Hl. Ansgar, Bischof
Alojs Andritzki, MĂ€rtyrer

Angelika Knauf

Mk 6,14-29
In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der TĂ€ufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche KrĂ€fte in ihm. Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden. Herodes hatte nĂ€mlich Johannes festnehmen und ins GefĂ€ngnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fĂŒrchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schĂŒtzte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich fĂŒr Herodias eine gĂŒnstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten BĂŒrgern von GalilĂ€a zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen GĂ€sten so sehr, dass der König zu ihr sagte: WĂŒnsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die HĂ€lfte meines Reiches wĂ€re. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wĂŒnschen? Herodias antwortete: Den Kopf des TĂ€ufers Johannes. Da lief das MĂ€dchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des TĂ€ufers Johannes bringen lĂ€sst. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen GĂ€sten einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins GefĂ€ngnis zu gehen und den Kopf des TĂ€ufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem MĂ€dchen, und das MĂ€dchen gab ihn seiner Mutter. Als die JĂŒnger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte deine Liebe in ihrer ganzen GrĂ¶ĂŸe und Wahrheit erkennen und anbeten. Ich möchte erkennen, wer du fĂŒr mich bist und wer ich vor dir bin.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Mut und die Liebe, dir meine nur vermeintliche GrĂ¶ĂŸe ganz hinzugeben. Wachse du in mir, o Herr!

1. GrĂ¶ĂŸe in Gott. Gestern haben wir die Weissagung des Simeon an Maria gehört, dass ihr ein Schwert durch die Seele dringen werde. Simeon sagte dies, nachdem er ihr die GrĂ¶ĂŸe ihres Kindes mit nie zuvor gehörten Worten prophetisch beschrieben hatte. Heute wird uns der schmachvolle Tod Johannes des TĂ€ufers geschildert, von dem Jesus gesagt hatte: „Unter allen Menschen hat es keinen grĂ¶ĂŸeren gegeben als Johannes den TĂ€ufer; doch der kleinste im Himmelreich ist grĂ¶ĂŸer als er.“ (Mt 11,11) Betrachten wir diese Bibelstelle ganz aus der Sicht des Johannes. Er ist möglicherweise der, dessen Leben und Existenz nach Maria am engsten mit der Menschwerdung des Gottessohnes verbunden war. Als dem letzten Propheten des Alten Bundes war es ihm beschieden, das Kommen des Messias zu verkĂŒnden und sogar auf ihn zu zeigen. Johannes hat sich von dieser Sendung schon im Mutterschoß und dann auch wĂ€hrend seines ganzen, aus jedem menschlichen Rahmen fallenden Lebens vollkommen ergreifen lassen. Er ist zu einer GrĂ¶ĂŸe gelangt wie kein Mensch vor ihm, weil er jede GesetzmĂ€ĂŸigkeit, die nur menschlichem KalkĂŒl entstammte, hinter sich gelassen hatte. Er nahm weder RĂŒcksicht auf sich selbst, noch kannte er irgendeine Menschenfurcht.

2. Der Abstieg in die SchwĂ€che. Doch den Kerker erfĂ€hrt Johannes anscheinend nicht nur Ă€ußerlich als einen tiefen und dunklen Abgrund. Vielleicht veranlasste ihn der Widerstand seiner JĂŒnger gegenĂŒber seiner Weisung, Jesus nachzufolgen - „Seht das Lamm Gottes!“(Joh. 1,29) - dazu, sie mit einer Frage zu Jesus zu schicken, die sein vorheriges Zeugnis ĂŒber Jesus in Zweifel ziehen könnte: „Bist du der, der kommen soll, oder mĂŒssen wir auf einen anderen warten?“ (Mt. 11,3) Die UmstĂ€nde seiner Enthauptung schließlich könnte man sich kaum demĂŒtigender vorstellen. Angestiftet durch den Neid und die Gier einer Ehebrecherin, unter dem Bann der erotischen VerfĂŒhrungskraft eines jungen und frivolen MĂ€dchens, lĂ€sst ein schwacher Herodes, dessen Herz durch die Worte des Johannes fĂŒr die Wahrheit doch schon aufzubrechen begann, ihn eilig enthaupten. Die Tat selbst geschieht im Geheimen, keine öffentliche Hinrichtung, die vielleicht noch zu einem beeindruckenden Zeugnis dieses Propheten hĂ€tte fĂŒhren können. Johannes wird Ă€ußerlich in jeder Weise beschĂ€mt und so muss er in die Dunkelheit des Todes hinabsteigen.

3. Wahrhaft groß geworden in Jesus Christus. Johannes‘ einsamer Tod scheint ein ĂŒbles Ende zu sein fĂŒr den grĂ¶ĂŸten unter den von einer Frau Geborenen. Doch Jesus hatte ja hinzugefĂŒgt: „(
) doch der kleinste im Himmelreich ist grĂ¶ĂŸer als er.“ Johannes ist nicht nur der letzte Prophet des Alten Bundes, sondern auch einer der ersten Zeugen des Neuen Bundes, der in Jesus Christus beginnt. Der Neue Bund offenbart einen Gott, der die Menschen so liebt, dass er sich seiner GrĂ¶ĂŸe entĂ€ußert, Mensch wird wie wir und fĂŒr die Menschheit einen grausamen und schmachvollen SĂŒhnetod stirbt. Johannes war nicht nur der VorlĂ€ufer Jesu, der sein öffentliches Wirken anbahnte, als die Stimme in der WĂŒste, die ihm den Weg bereitete. Johannes geht Jesus auch in seinem Tod voraus. „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ (Joh 3,30). Johannes war seinen eigenen Worten vollkommen treu und sicher ist er dadurch auch einer der ersten im Himmel geworden, und damit grĂ¶ĂŸer als er es je zuvor war. Wenn Jesus in uns wachsen soll, dann mĂŒssen auch wir uns in den Kerker unserer SchwĂ€che fĂŒhren lassen, wo unser alter Mensch sterben wird. Dadurch wird unser neuer Mensch in Christus zu einem Leben und einer GrĂ¶ĂŸe auferstehen, die kein menschliches Gesetz, kein menschlicher Maßstab mehr zu fassen vermag.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich weiß um die Tugend der Demut. Doch wenn ich mich elend und klein fĂŒhle, widerstrebt mir dieser Zustand so sehr. Hilf mir zu erkennen, dass gerade die Momente, in denen ich schwach bin, Momente der Begegnung mit dir sind. Du willst mich aufrichten und mir zu wahrer GrĂ¶ĂŸe verhelfen, doch dazu bedarfst du meines EingestĂ€ndnisses, dass ich schwach bin. Gib mir das Vertrauen, mich von dir in meine SchwĂ€che fĂŒhren zu lassen, damit du in mir stark wirst.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute zu Jesus gehen, gleich wie mir zumute ist, und seinen liebenden Blick auf mir ruhen lassen.


Herr, sende Arbeiter in deine Ernte!

4. Februar 2017

Samstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Veronika

Angelika Knauf

Mk 6,30-34
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen StĂ€dten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

EinfĂŒhrendes Gebet:  Jesus, ich suche dein Angesicht! Ich möchte dich schauen und dich wahrhaft erkennen. Ich möchte dir jetzt begegnen und bei dir bleiben.

Bitte: Jesus, offenbare mir dein Antlitz, deinen Blick, mit dem du mich bis in die innerste Tiefe meines Seins suchst.

1.  Hirten nach dem Herzen Jesu. Jesus hatte die Zwölf in seinem Namen ausgesandt, damit sie seine Botschaft verkĂŒnden und die Menschen zur Umkehr zu Gott aufrufen. In dieser Vollmacht hatten die JĂŒnger auch DĂ€monen ausgetrieben und Kranke geheilt. Nun sammelt er sie wieder um sich und ruft sie in die IntimitĂ€t mit ihm „an einen einsamen Ort, wo wir allein sind“. Wen Jesus beauftragt, sein Wort zu verkĂŒnden, den beruft er auch dazu, an seinem Herzen zu ruhen, ihn immer tiefer kennen und lieben zu lernen. Jeder von uns braucht diese intimen Momente mit dem Herrn, um sein JĂŒnger sein zu können. Am dringendsten aber brauchen sie jene, durch die er sich den Menschen immer neu schenken will: seine Priester. Ich suche doch die Liebe Jesu
 Ist mir bewusst, dass „das Priestertum die Liebe des Herzens Jesu ist“, wie der heilige Pfarrer von Ars sagt? Suche ich Jesus im Dienst und in der Person des Priesters, mehr noch: in den Sakramenten, die nur ein Priester spenden kann? Bete ich fĂŒr meinen Seelsorger, dass er in der IntimitĂ€t mit Jesus Ruhe findet?

2. Sehnsucht nach heiligen Priestern. Die Menschen nehmen große MĂŒhen auf sich, um Jesus und seinen JĂŒngern zu begegnen: „sie liefen zu Fuß aus allen StĂ€dten dorthin und kamen noch vor ihnen an.“ Die Sehnsucht nach dem Heil, das sie von Jesus erhoffen, treibt sie an. Auch wenn diese Sehnsucht vielleicht in manchen noch nicht gelĂ€utert ist, erkennen sie doch, dass sie das Heil aus eigener Kraft nicht erlangen können. Treibt mich die Sehnsucht nach dem Heil dazu an, solche MĂŒhen auf mich zu nehmen? Zu der MĂŒhe, einen Priester zu suchen und um Hilfe zu bitten, um Jesus zu finden? Habe ich Vertrauen, dass ich Jesus finden werde, wenn ich ihn im sakramentalen und seelsorgerischen Dienst eines Priesters suche? Bitte ich Jesus, mir durch seine Priester zu begegnen und mich zu leiten? Bete ich, auch in Gemeinschaft mit anderen, darum, dass Jesus uns wieder mehr Priesterberufungen schenkt? „Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter in seine Ernte auszusenden.“ (Lk 10,2)

3. Der Herr wird sich erbarmen. Jesus hatte fest vor, sich mit seinen JĂŒngern in die Einsamkeit zurĂŒckzuziehen. Aber die Not der Menschen erfĂŒllt sein priesterliches Herz mit Erbarmen, „denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Jesus kennt mich besser als ich selbst. Er weiß, wie schwer ich es auf meinem Weg zu ihm ohne die Begleitung eines Seelsorgers habe. Er will mich durch ihn lehren. Ja, aber warum sendet er dann nicht Seelsorger in ausreichender Zahl? Warum haben wir keinen Pfarrer mehr? Warum finde ich keinen geistlichen Begleiter? Steht vor all diesen Fragen nicht zuvor die Frage, was ich zu tun bereit bin, um diese Not zu wenden? Bete ich ausdauernd um einen Seelsorger? Bitte ich den Herrn um Arbeiter fĂŒr seine Ernte? SchĂ€tze ich den Dienst des Priesters? Ermutige ich junge Leute, die eine Berufung spĂŒren? Schaffe ich in meiner Pfarrei, in meiner geistlichen Gemeinschaft, in meiner Familie eine AtmosphĂ€re, in die hinein Gott rufen kann, aus der heraus er berufen darf? Liebe folgt dem Gesetz des Dialogs. Wenn das Priestertum die Liebe des Herzens Jesu ist, dann darf ich an Jesu Herz mit der Liebe meines Herzens rĂŒtteln, um ihn darum zu bitten, unter uns durch heilige Priester gegenwĂ€rtig zu sein. Wenn ich ihn beharrlich und vielleicht auch unter Opfern bitte, wird er Erbarmen haben: „Und er lehrte sie lange.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, der heiligen Veronika, derer wir heute gedenken, weil sie sich ohne Furcht einen Weg durch die feindliche Menge zu dir bahnte, hast du dein Angesicht offenbart. Unsere Zeit schĂ€tzt das Priestertum oft nicht mehr. StĂ€rke mich auf die FĂŒrsprache der heiligen Veronika, damit ich dich furchtlos suche und dich darum bitte, uns dein liebendes Antlitz in heiligen Priestern zu offenbaren.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute Jesus bitten, Arbeiter in seine Ernte zu senden und uns Berufungen zum Priestertum zu schenken. Auch werde ich heute fĂŒr meinen Seelsorger beten.