Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 15. Januar 2017 bis 21. Januar 2017

Zweite Woche im Jahreskreis

P. Daniel Weber LC und P. Thomas Fox LC

Das Zeugnis des JohannesSonntag
Jesus bringt das NeueMontag
Jesus ist Herr ĂŒber den SabbatDienstag
Politisch unkorrektMittwoch
Wer glaubt, geht auf Christus zu und berĂŒhrt ihnDonnerstag
Jesu Absichten und PlÀneFreitag
Ist Gott von Sinnen?Samstag


Das Zeugnis des Johannes

15. Januar 2017

Zweiter Sonntag im Jahreskreis

P. Daniel Weber LC

Joh 1,29-34
In jener Zeit sah Johannes der TĂ€ufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die SĂŒnde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Am Anfang deines öffentlichen Wirkens steht das Zeugnis des TĂ€ufers. Ich danke dir, dass du uns zeigst, wer du wirklich bist.

Bitte: Gib mir die Gnade, zu glauben, dass du wirklich die SĂŒnden der Welt hinwegnehmen kannst.

1. Seht das Lamm Gottes! â€žSeht das Lamm Gottes, das die SĂŒnden der Welt hinwegnimmt.“ Wir kennen diesen Satz aus der Messfeier. FĂŒr die Menschen damals musste es eine seltsame Art gewesen sein, mit dem Messias bekannt gemacht zu werden. Johannes hatte in die HintergrĂŒnde des Heilsgeschehens einen tieferen Einblick als seine Zeitgenossen. Bei der Darbringung der Opfer im Tempel wurden LĂ€mmer geschlachtet, um das Volk zu entsĂŒhnen. Doch das Blut von LĂ€mmern kann unmöglich SĂŒnden wegnehmen (Hebr 10,4). Johannes erkannte also in Jesus den von Gott Gesandten, der uns wirklich helfen, der wirklich die SĂŒnde tilgen und aus unserem Leben wegnehmen konnte. Das ist fĂŒr einen bloßen Menschen unmöglich. Hier scheint deshalb schon ein bisschen der Glanz der großen Mission Jesu durch. Rein menschlich betrachtet kann man sagen, dass Jesus sich viel vorgenommen hat.

2. Eine andere Taufe. Johannes war gesandt und taufte mit Wasser. Die Menschen kamen aus ganz JudĂ€a, um vor Johannes ihre SĂŒnden zu bekennen und sich taufen zu lassen. Der Erfolg und seine PopularitĂ€t waren ihm nicht zu Kopf gestiegen. Johannes wusste, wo er herkam und was er tun sollte. Jetzt aber kam Jesus selbst und taufte mit dem Heiligen Geist. Gott selbst sollte durch die Gnade in den Menschen leben. Er machte den Menschen damit ein großes Geschenk, er schenkte sich selbst.

3. Gottes Sohn. Große Worte. Nimmt Jesus den Mund zu voll? Aber seine Botschaft ist nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden (vgl. 1 Kor 2,4): Er stĂ€rkt den Glauben seiner JĂŒnger mit einer Offenbarung. Johannes sieht, wie der Geist vom Himmel auf Christus herabkommt. Deshalb kann er bezeugen: Er ist der Sohn Gottes. Und nur weil er der Sohn Gottes ist, kann er SĂŒnden hinwegnehmen. In dieser Offenbarung zeigt sich die Neuheit seiner Mission. Jesus ist nicht einer unter vielen, ein Prophet mehr, der uns mahnt, zu Gott zurĂŒckzukehren, sondern er ist Gott selber, der uns in der Gestalt des Christus sein Erlösungswerk vorstellt. Die Juden glaubten an Gott, hatten aber noch eine unvollkommene Vorstellung von seiner Vaterschaft. Nur eine Offenbarung wie diese konnte sie ĂŒberzeugen.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus ich danke dir, dass du dich dem Johannes offenbart hast. Wir wissen, du bist der Sohn Gottes. Danke fĂŒr diese Klarheit. Wir brauchen sie, wenn uns Zweifel bedrĂ€ngen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte meine Gebete mit mehr Glauben verrichten. Gott selber wohnt in meiner Seele.


Jesus bringt das Neue

16. Januar 2017

Montag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Marcellus I., Papst

P. Daniel Weber LC

Mk 2,18-22
Da die JĂŒnger des Johannes und die PharisĂ€er zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine JĂŒnger nicht, wĂ€hrend die JĂŒnger des Johannes und die JĂŒnger der PharisĂ€er fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die HochzeitsgĂ€ste fasten, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand nĂ€ht ein StĂŒck neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch grĂ¶ĂŸerer Riss. Auch fĂŒllt niemand neuen Wein in alte SchlĂ€uche. Sonst zerreißt der Wein die SchlĂ€uche; der Wein ist verloren, und die SchlĂ€uche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue SchlĂ€uche.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich danke dir, dass ich dir jetzt in der Schrift begegnen kann. Dein Wort soll fĂŒr mich ein Wegweiser sein.

Bitte: Lieber Jesus, lass mich einer deiner JĂŒnger sein. Ich will nicht ĂŒber das Verhalten der anderen Menschen urteilen. Lehre mich, das Neue zu sehen, das du uns allen bringst.

1. Das Fasten – Der Skandal. â€žHabt ihr schon gehört?“ tuschelten sie, „Die JĂŒnger des neuen Rabbi, dieses Jesus, fasten nicht!“. Die religiöse Empörung ĂŒber diese Unterlassung muss groß gewesen sein. Besonders fĂŒr die PharisĂ€er, fĂŒr die das Ă€ußere Verhalten sehr wichtig war. Zwar verlangte Jesus von seinen JĂŒngern nicht, dass sie fasten, aber er war deswegen noch lange kein religiöser „WeichspĂŒler“. Er fastete 40 Tage in der WĂŒste, verbrachte Stunden im Gebet in aller FrĂŒhe. Wahrscheinlich waren ihm andere Dinge wichtiger. Zum Beispiel, dass man den Menschen hinter all diesen Regeln nicht vergisst. Schließlich kam Jesus, um die SĂŒnder zu berufen und nicht die Gerechten.

2. Jesus lehrt uns, ausgeglichen zu sein. Allerdings ist fĂŒr Jesus das Fasten nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Er bezeichnet sich als BrĂ€utigam und seine JĂŒnger als HochzeitsgĂ€ste. Immer wieder benutzt Jesus die Bilder von der Hochzeit und dem Hochzeitfest als Gleichnisse fĂŒr den Himmel, als Sinnbilder der Freude und des Friedens. Das wĂ€re ein trauriges Hochzeitsfest, wenn die GĂ€ste sich dabei verlegen in die Augen schauen und fasten mĂŒssten, weil fĂŒr nichts gesorgt wĂ€re.Aber die JĂŒnger werden zur rechten Zeit fasten, erklĂ€rt er. Diese gesunde Lehre hat auch die Kirche ĂŒbernommen: Es gibt Zeiten der Vorbereitung, des Fastens und des Verzichts, aber auch Zeiten der Freude und des Feierns.

3. Das Neue. Jesus bringt das neue Leben, das neue Dasein. Er ist auch der Einzige, der sich erlauben darf, so etwas zu behaupten. Er ist Gottes Sohn. Er stiftet den neuen, ewigen Bund zwischen Gott und den Menschen. In seinem Blut wohlgemerkt, nicht mit leeren Worten. Darum gibt er seinen JĂŒngern beim letzten Abendmahl auch ein neues Gebot (unseren NĂ€chsten zu lieben, wie er uns geliebt hat). All dies tut er zum Wohl des Menschen. Das, was Jesus uns schenkt, ist mehr wert als eine ganze Welt menschlicher Gebote, auch wenn man sie millimetergenau einhĂ€lt. Er baut eine noch nie dagewesene Freundschaft zum Menschen auf.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, es ist so leicht, ĂŒber andere zu urteilen und zu lĂ€stern. Zeige mir, was GrĂ¶ĂŸe ist, damit ich ĂŒber den Dingen stehen kann und meinen NĂ€chsten liebe.

Möglicher Vorsatz: Heute eine Tat der NĂ€chstenliebe tun!


Jesus ist Herr ĂŒber den Sabbat

17. Januar 2017

Gedenktag
Hl. Antonius der Große, Mönchsvater

P. Daniel Weber LC

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine JĂŒnger Ähren ab. Da sagten die PharisĂ€er zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fĂŒgte hinzu: Der Sabbat ist fĂŒr den Menschen da, nicht der Mensch fĂŒr den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch ĂŒber den Sabbat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich danke dir fĂŒr das Geschenk des Sonntags, an dem ich mich ganz meinem Glauben widmen und mir Zeit fĂŒr dich nehmen kann.

Bitte: Ich bitte dich, lass mich verstehen, dass der Sonntag fĂŒr den Menschen, fĂŒr mich da ist, damit ich ihn verantwortungsbewusst nutzen kann.

1. Sucht Jesus stĂ€ndig Streit? Wie gestern gerĂ€t Jesus mit den PharisĂ€ern aneinander. Jesus ist nicht streitsĂŒchtig. Wirklich! Er hat kein Problem mit der AutoritĂ€t, auch wenn es der zweite Streit in zwei Tagen ist. Gestern war es das Fasten, heute die Heiligung des Sabbats. Sein Vater hat auch bei der Schöpfung der Welt den siebten Tag zum Ruhetag erklĂ€rt und einen Tag genannt, der fĂŒr Gott heilig ist. Jesus ist sicher der gleichen Meinung. Aber die Einhaltung des Sabbats soll nicht etwas Mechanisches sein.

2. Was damals galt, gilt heute noch. Es scheint so, als ob die JĂŒnger am Sabbat naschen wĂŒrden und die strengen PharisĂ€er regen sich auf. Jesus verweist auf David. David war fĂŒr die Juden ein großer Mann, der Prototyp eines Königs, ein Mensch, den Gott liebte, und daher von den Juden sehr verehrt. Da man damals bei ihm in der Notlage, in der er sich befand, auch eine Ausnahme machte, dĂŒrfen auch wir heute auf Barmherzigkeit hoffen. Nein, die Welt ist nicht untergegangen, nur, weil jemand seinen Hunger gestillt hat.

3. Die wahre Bedeutung des Sabbats. Unser Gott ist kein eitler Gott, der stĂ€ndig Leute braucht, die die Einhaltung seines Gesetzes einfordern, ihn loben und ihm danken, damit er sich gut fĂŒhlen kann. Am Sabbat, auf den die Wochentage gewissermaßen zulaufen, erkennen wir, warum Gott den Menschen geschaffen hat. Er hat den Menschen – und so auch Sie und mich – aus Liebe geschaffen. Das zeigt Gottes GrĂ¶ĂŸe, er hat den Menschen als freies Wesen und aus Liebe erschaffen. Und am Sabbat (bzw. fĂŒr uns heute am Sonntag) sollen wir uns erholen und auch Zeit fĂŒr Gott haben.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich danke, dir, dass du mich so sehr liebst und uns allen den Sonntag als Tag geschenkt hast, an dem wir uns dem Gebet und dem Gottesdienst widmen können. Danke, Jesus!

Möglicher Vorsatz: Am Sonntag, bewusst auf jede auf Profit ausgerichtete Arbeit verzichten und mir wirklich Zeit fĂŒr Gebet und die Bibellesung nehmen.


Politisch unkorrekt

18. Januar 2017

Mittwoch der zweiten Woche im Jahreskreis
Beginn der Weltgebetsoktav fĂŒr die Einheit der Christen
Hl. Priska, MĂ€rtyrerin

P. Thomas Fox LC

Mk 3,1-6
In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nĂ€mlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer ĂŒber ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die PharisĂ€er hinaus und fassten zusammen mit den AnhĂ€ngern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, deine Lehrweise war so souverĂ€n und klar! Heile uns auch heute noch von aller Betriebsblindheit. ErschĂŒttere unsere vermeintlichen Sicherheiten und zeige uns, was wesentlich ist.

Bitte: Gib mir Kraft, mich öffentlich zu dir zu bekennen.

1. Die PharisĂ€er hatten ihre Spione und setzten sie auf Jesus an. FrĂŒhzeitig kommt es immer wieder zum Zusammenstoß zwischen Jesus und den PharisĂ€ern. Er steht noch am Anfang seines öffentlichen Wirkens und schon zeichnen sich klare Fronten ab. Aber es ist eigentlich immer so gewesen und wird auch immer so sein: An Jesus Christus scheiden sich die Geister. Die einen lieben ihn bis zum „Wahnsinn“ des Martyriums, die anderen hassen ihn und können kein gutes Haar an ihm lassen. Das liegt daran, dass der Mensch vor ihm in die Entscheidung hineingedrĂ€ngt wird: Entweder sein Anspruch, Gottes Sohn zu sein, ist berechtigt oder er ist ein unertrĂ€glicher TrĂ€umer und Hochstapler.

2. Unbeirrt das Gute tun. Das, von dem wir wissen, dass es das Gute und Richtige ist, sollen wir tun – auch angesichts heftigen Widerstands. Einfach, weil es das Gute ist. Wir sollen das Gute nicht um des Lobes willen tun (nec laudibus), noch es aus Menschenfurcht unterlassen (nec timore) – so der Wahlspruch des Bischofs von MĂŒnster, Clemens August Kardinal von Galen (gest. 1946), eines anerkannten Gegners des Nazi-Regimes. Heute heißt das wohl: Die Familie fördern, das Leben verteidigen (vom Schoß der Mutter bis hin zu seinem natĂŒrlichen Ende), sich freiwillig technischer Möglichkeiten enthalten, wo sie den wahren Interessen des Menschen entgegenstehen


3. Starkmut angesichts feindseliger Haltung. Jesus hat die Konfrontation nicht gescheut. Den PharisĂ€ern gingen die Argumente aus, denn schließlich standen sie vor dem, der die Wahrheit ist. Was will man auch sagen, wenn der Gegner – offensichtlich mit Gottes Hilfe – vor den eigenen Augen Wunder vollbringt und alle Menschen ihn loben? Jesus hat sie nicht gern beschĂ€mt, doch zwangen sie ihn dazu. Er tat es auch nicht, weil er sich fĂŒr einen RĂŒckzieher zu schade war. Es ging um das Prinzip und es ging um den Menschen, den er zu retten gekommen war. Es wĂ€re feige gewesen, vor ihnen kleinbeizugeben. „Wollt ihr nicht das Heil, so sollt ihr es den Bußfertigen doch nicht missgönnen“ (Anna Katharina Emmerich).Die PharisĂ€er aber blieben hart und fassten den Beschluss, ihn unschĂ€dlich zu machen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du bist ein Zeichen, dem widersprochen wird. Die Trennungslinie lĂ€uft quer durch die Herzen der Menschen. Gott sei Dank siehst nur du sie klar. Und ich erinnere mich an dieses Wort, das immer wieder in deinem Evangelium erklingt: FĂŒrchte dich nicht!

Möglicher Vorsatz: Bei gegebenem Anlass öffentlich ein Kreuzzeichen machen.


Wer glaubt, geht auf Christus zu und berĂŒhrt ihn

19. Januar 2017

Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Marius, MĂ€rtyrer
Hl. Pia von Karthago, MĂ€rtyrerin

P. Thomas Fox LC

Mk 3,7-12
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen JĂŒngern an den See zurĂŒck. Viele Menschen aus GalilĂ€a aber folgten ihm. Auch aus JudĂ€a, aus Jerusalem und IdumĂ€a, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen JĂŒngern, sie sollten ein Boot fĂŒr ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrĂŒckt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrĂ€ngten, um ihn zu berĂŒhren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, der Glaube ist ein Schatz. Lass mich erkennen, wie wertvoll diese Gabe ist. Bitte, richte mein geknicktes Rohr auf und entfache meinen glimmenden Docht!

Bitte: Lass mich im Glauben zu dir gehen und dich berĂŒhren!

1. Eine gemeinsame Erfahrung. Das heutige Evangelium dokumentiert uns, was die gemeinsame Erfahrung der Menschen von damals war, nĂ€mlich, dass die BerĂŒhrung mit Jesus, der physische Kontakt mit ihm, vielen Heilung brachte. „Denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte“ (Lk 6,19). Diejenigen, die sich an ihn herandrĂ€ngten, waren Menschen, die ein Leid hatten – so steht es geschrieben. Auch heute nĂ€hern sich Jesus eher die Leidenden und Kranken, nicht die Gesunden. Andere bleiben auf Distanz, weil sie Jesus nur aus der Ferne kennen oder aber sie haben ihn im Glauben schon berĂŒhrt und halten nun aus Ehrfurcht eine gewisse Distanz.

2. Eine gemeinsame Hoffnung. Die Heilung, die so vielen Menschen durch die BerĂŒhrung mit Jesus zuteilwurde, nĂ€hrte in ihnen eine gemeinsame Hoffnung: Er ist der Herr, der Messias! Die Hoffnung, ihn zu sehen, seine Worte zu hören und vielleicht geheilt zu werden, rechtfertigte jedes Opfer, jede Strapaze und ließ Scharen zu ihm aufbrechen. Ja, sie hĂ€tten ihn erdrĂŒckt, wenn er nicht Vorsicht hĂ€tte walten lassen und mithilfe der JĂŒnger ausgewichen wĂ€re. Wollen wir uns nicht auch im Glauben auf die innere Reise zum Herrn hinbegeben? Nutzen wir unser geistiges Fortbewegungsvermögen! Gehen wir im Glauben auf Jesus zu und berĂŒhren wir ihn in seiner Menschheit! Dazu haben wir diesen ĂŒbernatĂŒrlichen Tastsinn.

3. Ein gemeinsamer Glaube. Die vielen Heilungen entfachten in den Menschen das Feuer des Glaubens. Und dieses Feuer griff um sich. Vorher kamen sie angetrieben durch einen Glauben, der vielleicht nur noch ein glimmender Docht war, ihre letzte Hoffnung. Hernach war es das Erlebnis aller, das der Geheilten und das der Menschen, die bei den Heilungen zugegen waren: Es ist kein Hirngespinst, es ist die Wahrheit: Er ist der Messias!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, wie so viele, trat auch die blutflĂŒssige Frau an dich heran, berĂŒhrte nur den Saum deines Gewands und wurde geheilt. Sie glaubte, und deshalb wurde sie geheilt. Die vielen hingegen, die dich gedankenlos oder im euphorischen Rausch anrempelten, erfuhren nichts von deiner Kraft. Lass uns im Glauben auf dich zugehen und dich berĂŒhren: im Gebet, im Sakrament, im NĂ€chsten, in der Arbeit und der Ruh.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute die Brille des Glaubens aufsetzen und die Geschehnisse in ihrer realen Bedeutung vor Gott betrachten. Ich will den Glauben nicht nur „haben“, sondern ihn auch „benutzen“.


Jesu Absichten und PlÀne

20. Januar 2017

Freitag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Fabian und Sebastian, MĂ€rtyrer

P. Thomas Fox LC

Mk 3,13-19
In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwĂ€hlt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht DĂ€monen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus - diesen Beinamen gab er dem Simon -, Jakobus, der Sohn des ZebedĂ€us, und Johannes, der Bruder des Jakobus - ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne, dazu Andreas, Philippus, BartholomĂ€us, MatthĂ€us, Thomas, Jakobus, der Sohn des AlphĂ€us, ThaddĂ€us, Simon KananĂ€us und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, groß und feierlich ist der Moment, in dem du deine Apostel zu dir rufst. Sie ahnen die Tragweite dieser Geste. Die ganze Frische eines neuen Anfangs steckt darin.

Bitte: Christus, lass uns deinen PlĂ€nen und Vorstellungen entsprechen!

1. Er wollte sie bei sich haben. Das Erste, woran der Herr dachte, als er seine Apostel auswĂ€hlte, waren diese Apostel selbst. Er legte Wert auf Ihre Freundschaft, auf ihre Gesellschaft und Begleitung. Jeder Einzelne von ihnen lag ihm am Herzen. Deshalb sind ihre Namen auch nicht verschollen. FĂŒr die Apostel ihrerseits bedeutete die Beziehung zu ihrem Herrn alles. – Auch uns Christen der heutigen Zeit sollte es in erster Linie darum gehen, bei Jesus zu sein, unsere Zeit auf dieser Erde mit ihm und mit den Dingen zu verbringen, die ihm wichtig sind.

2. Er wollte sie aussenden. Wer wirklich bei Jesus zu Hause ist, der wird im Kontakt mit ihm „aufgeladen“. Das Licht, mit dem er erfĂŒllt wird, kann er auch abgeben. So ist die Kirche nirgendwo mehr sie selbst, als dort, wo sie missionarisch ist, denn das ist immer der beste Beweis dafĂŒr, dass sie von der Erfahrung des Herrn â€žĂŒberquillt“.

3. Sie sollten predigen und DĂ€monen austreiben. Die Katechese ist heutzutage leider ein Bereich, der in weiten Teilen der Welt brachliegt. Dem flĂ€chendeckenden Angebot der Massenmedien hat die Kirche quantitativ fast nichts entgegenzusetzen. Sie besitzt nur eine leise Stimme im Wettstreit der Meinungen. Allerdings liegt ihre StĂ€rke darin, dass sie das Wort persönlich verkĂŒndet, dem einzelnen Menschen. Das gibt ihrer Botschaft qualitativ einen ganz anderen Wert. Und wie Paulus sagt: Wenn auch die Wahrheit in Banden liegt und niedergehalten wird, „das Wort Gottes ist nicht gefesselt“ (vgl. 2 Tim 2,9). - Und die Teufelsaustreibungen? Ein reines Herz ist wohl der grĂ¶ĂŸte Schreck der DĂ€monen. Darum sollte ein Prediger oder Christ, der darauf hofft, dass seine Arbeit im Weinberg Frucht bringt, die ganze Leidenschaft seines Herzens auf Christus lenken. Dann wird es ihm leichtfallen, die Reinheit zu verbreiten, die in ihm wohnt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich möchte mich mit dir „aufladen“. Sag mir, wo ich dir begegnen und dich finden kann, in meinen Mitmenschen, im Gebet, im Allerheiligsten, im Kreuz, in der Einsamkeit. Lass mir dein Gesicht aufleuchten, damit mein Herz verwandelt wird und deine Liebe ausstrahlt, denn das ist der stĂ€rkste missionarische Impuls.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute im Laufe des Tages bei meinen Verrichtungen immer wieder den Namen „Jesus“ mit Herz und Seele aussprechen, ihn innerlich anrufen.


Ist Gott von Sinnen?

21. Januar 2017

Samstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Meinrad OSB
Hl. Agnes (Ines), MĂ€rtyrerin

P. Thomas Fox LC

Mk 3,20-21
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die JĂŒnger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurĂŒckzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, so viele suchen dich! Wer dir nahe steht, scheint Hemmungen zu haben. Umso enthusiastischer sind die, die dich zum ersten Mal kennenlernen und von dir alles erhoffen. Willst du uns nicht alle heilen, – die, die mit Vorbehalten zu dir kommen, und die Einfachen?

Bitte: Mehre unseren Glauben!

1. Ein Sammelbecken verschiedener Existenzen. Es könnte einem so vorkommen, als wĂ€re dieses Haus, in das Jesus gegangen ist, zu einem Sammelbecken der Menschheit geworden. Wer ist gekommen? Die arm sind im Geiste, die Trauernden, die SanftmĂŒtigen, die nach Gerechtigkeit Suchenden, die Barmherzigen, die ein reines Herz haben, die Frieden stiften, die Verfolgten. Allesamt mit der Sehnsucht, Jesus zu sehen, ein Wort von ihm aufzuschnappen. Allesamt SĂŒnder, aber dennoch alles Menschen, die glauben und Gott in ihrem Leben eine Chance geben wollen.

2. Ein Skandal? Die Angehörigen Jesu haben wenig VerstĂ€ndnis fĂŒr das, was er tut. Sie glauben nicht an ihn und schĂ€men sich fĂŒr ihn. Sie sagen: Was soll dieser GrĂ¶ĂŸenwahn? Wie kann er sich so aufspielen und meinen, er sei der Messias. Sieht er nicht, dass diese ganze Sache unkontrollierbare Ausmaße annimmt? Sie beurteilen ihn eben nur nach menschlichen MaßstĂ€ben. Sie haben keinen Glauben.

3. Maria, eine glĂ€ubige Seele unter den Angehörigen. Maria befand sich auch unter den Angehörigen. Sie glaubte an ihren Sohn und daran, dass er all diese Menschen, die zu ihm kamen, retten konnte. Sie ahnte, dass er die SĂŒnden aller Menschen, all ihr Leid auf sich nehmen und sie erlösen wĂŒrde. Hatte sie nicht erfahren, dass Gott allmĂ€chtig ist und sein Volk retten will? UnermĂŒdlich fĂŒhrte sie in ihrem Herzen das Elend der Menschen Gott vor Augen, weil er sich ihr als Ozean der Barmherzigkeit geoffenbart hatte. Schon damals hatte sie verstanden, was Paulus spĂ€ter so ausgedrĂŒckt hat: „Denn wo die SĂŒnde mĂ€chtig wurde, wurde die Gnade ĂŒbergroß“ (Röm 5,20).

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, auch die Menschen von heute suchen Heilung und den Weg zum wahren GlĂŒck. Deine Möglichkeiten sind unbegrenzt. Heile uns! Erlöse uns! Lass uns die nĂŒchterne Trunkenheit deiner Liebe verkosten, die von Sinnen macht, ohne dass man dabei die Vernunft verliert.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute nicht am Elend der Welt verzweifeln, sondern im Gebet mit Herz und Seele alles vor Jesus Christus hintragen, ihm zufĂŒhren. Eine Minute Vertrauen reicht.