Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 8. Januar 2017 bis 14. Januar 2017

Erste Woche im Jahreskreis

P. Karl Maurer LC

Jesus lÀsst sich von einem Menschen taufenSonntag
Was heißt das, „an das Evangelium glauben“?Montag
Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkĂŒndetDienstag
Jesus richtet uns aufMittwoch
Ich will, sei reinDonnerstag
Was ist das GrĂ¶ĂŸte?Freitag
Jesus verteidigt michSamstag


Jesus lÀsst sich von einem Menschen taufen

8. Januar 2017

Fest der Taufe des Herrn
Sonntag nach dem 6. Januar

P. Karl Maurer LC

Mt 3,13-17
In jener Zeit kam Jesus von GalilĂ€a an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich mĂŒsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfĂŒllen. Da gab Johannes nach. Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass alles in meinem Leben zu, was mich nach deinem Ratschluss dir nĂ€herbringen soll. Ich möchte dir nicht mehr immer wieder vorschreiben, was das genau sein soll. Du weißt es doch am besten.

Bitte: Bitte schenke mir ein Vertrauen, das ĂŒber das Maß hinausgeht, das ich mir vorstellen kann.

1. Jesus kommt zu Johannes. Gott ĂŒberrascht uns immer wieder. Er kommt zu uns. Der Herr kommt zu mir. So oft begebe ich mich nicht auf den inneren Weg zu dir. Du aber kommst immer zu mir. Wer bin ich denn, dass du dich mir so sehr zuwendest? Dass du soviel Interesse an mir hast. Deine Taufe im Jordan gibt mir darauf eine erstaunliche Antwort. Du kommst immer auf uns zu, weil du bei uns schwachen Menschen sein möchtest: Jesus mischte sich mitten unter die SĂŒnder, um sich von Johannes taufen zu lassen.

2. Johannes will so viel Demut nicht zulassen. Johannes erkennt Jesus sofort. Er weiß, dass vielmehr er von ihm getauft werden mĂŒsste. Dass er nicht einmal wĂŒrdig ist, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen. Jesus aber lehrt Johannes etwas ganz Entscheidendes: Gott offenbart sich in Demut. Gott beugt sich bis zum Menschen herab. Als Jesus sich von Johannes taufen ließ, beugte er sich gewissermaßen zu einem jeden von uns in Demut herab und wollte ihm damit sagen: Ich bin gekommen, um dich von all deinen SĂŒnden zu befreien und dir ein neues Leben zu schenken.

3. Das ist mein geliebter Sohn. Sehnen wir uns eigentlich danach, dass Gott zu uns einmal ganz persönlich sagt: Du bist mein geliebter Sohn. Du bist meine geliebte Tochter? Ja, Gott möchte das zu mir sagen. Jesus selber sagte einmal zu seinen JĂŒngern: Alle, die den Willen Gottes tun, die sind fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter. Das Evangelium von heute lehrt uns, was Gott so wohl gefĂ€llt: Die Demut, wenn sie aus einem liebenden Herzen kommt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte mich in diese Evangeliumsstelle vertiefen, damit mein oft so stolzes und raues Herz weicher und milder wird, damit es deinem demĂŒtigen Herzen Ă€hnlicher wird.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, in meiner Familie jemandem mit ganz offenen Ohren zu begegnen. Ich möchte ihm/ihr ohne Wenn und Aber das Gute tun, das er/sie sich wĂŒnscht.


Was heißt das, „an das Evangelium glauben“?

9. Januar 2017

Montag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Eberhard, Propst
Hl. Julian, MĂ€rtyrer

P. Karl Maurer LC

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes ins GefĂ€ngnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach GalilĂ€a; er verkĂŒndete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von GalilĂ€a entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nĂ€mlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein StĂŒck weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des ZebedĂ€us, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater ZebedĂ€us mit seinen Tagelöhnern im Boot zurĂŒck und folgten Jesus nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: â€žHerr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Ja, Herr, ich glaube, aber so oft glaube ich auch wieder nicht. StĂ€rke meinen Glauben!

Bitte: Jesus, ich möchte mich an deinem Wort festhalten. Bitte schenke mir ein immer grĂ¶ĂŸeres Vertrauen darauf, dass das heutige Evangelium ganz konkret fĂŒr mich GĂŒltigkeit hat.

1. Die Zeit ist erfĂŒllt. Jesus ist die ErfĂŒllung. Ohne Jesus und ohne seine Vermittlung kann kein Mensch in das Reich Gottes eintreten. Jetzt, da Jesus gekommen ist, ist es aber allen in nie gekanntem Maße nahe. Es ist auch mir nahe. Um in das Reich Gottes einzutreten, ist die Bekehrung meines Herzens und meines Lebens vonnöten. Und ich muss an Jesus glauben.

2. Komm her, folge mir nach! Was bedeutet Umkehr und Glauben an Jesus konkret? Es bedeutet vor allem, dass wir Jesus in unserem Leben vorangehen lassen. Dass wir ihm folgen. Wir schauen auf Jesus als unseren Meister und folgen ihm. Das ist Umkehr und das ist ein Leben im Glauben.

3. Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Jesus vermag einen jeden Menschen mit GlĂŒck und Freude zu erfĂŒllen. Er möchte sogar in uns dieses Feuer entzĂŒnden, das uns veranlasst, seine Liebe auch an andere Menschen weiterzugeben. Wir können das nicht aus uns selbst heraus. Das tut er: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, schenke mir eine immer tiefere Beziehung zu dir. Im möchte mit dir einen ganz vertrauten Umgang haben, dann wird mein Herz von alleine von dem sprechen, was es erfĂŒllt.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mir heute fĂŒnf Minuten Stille nehmen, in denen ich dich bitte, mein Herz und die Herzen anderer Menschen mit deiner Liebe zu erfĂŒllen.


Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkĂŒndet

10. Januar. 2017

Dienstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor X, Papst
Hl. Paulus von Theben
Hl. Wilhelm von Donjeon, Erzbischof

P. Karl Maurer LC

Mk 1,21-28
In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stĂŒrzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkĂŒndet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von GalilĂ€a.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist gekommen um das menschliche Herz zu erneuern. Deine Lehre verĂ€ndert das Leben. Sie krempelt uns zutiefst um. Öffne meine Herz dafĂŒr.

Bitte: Bitte nimm von mir alle Routine. Bitte gestalte mein Herz um, damit es dem deinen Ă€hnlicher wird.

1. Die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre Irgendwie hatten es die Menschen zur Zeit Jesu leichter. Sie erlebten die Ausstrahlung, die von Jesus ausging, und seine Worte trafen sie bis ins Innerste. – Nun möchte ich mich auch von deinen Worten treffen lassen. Vor allem aber bitte ich dich um das Geschenk des Glaubens. Ich möchte fest an dein Wort glauben, dann wird es in meinem Leben bestimmt Frucht bringen.

2. Jesus besitzt göttliche Vollmacht. Jesus vermag alles! Damals heilte er viele Menschen. Damit wollte er seinen Zeitgenossen zeigen, dass er göttliche Vollmacht besaß. Jesus ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben worden. Wenn wir das doch endlich einmal glauben wĂŒrden! Wer mit Jesus seinen Lebensweg geht, der kommt ganz bestimmt ans Ziel. Oft laufen dabei die Dinge natĂŒrlich nicht so, wie wir uns das vorstellen. Und so ist einmal mehr Glaube vonnöten. Bitte, stĂ€rke meinen Glauben!

3. Sogar die unreinen Geister gehorchten seinem Befehl. Jesus kann auch befehlen und wenn er etwas befiehlt, dann geschieht es augenblicklich. Das Geheimnis seiner Liebe zu uns Menschen besteht aber oft gerade darin, dass er uns nichts befiehlt. Er wĂŒnscht sich meinen Glauben, mein Vertrauen und meine freie Antwort. Er ruft uns zur Liebe auf und er sagt: „Lernt von mir!“ – Wir leben jetzt in der Zeit der Barmherzigkeit, die bis zu seiner Wiederkunft andauert. Herr, ich möchte diese Zeit nutzen, um immer tiefer zu dir zu finden.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, die Liebe braucht nicht alles zu verstehen. Es gibt Dinge, die sind einfach zu erhaben fĂŒr uns. Die Liebe aber gibt uns die Kraft, unseren Lebensweg im Vertrauen mir dir zu gehen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mich heute an ein Wort erinnern, dass du gesagt hast, und es mir immer wieder ins GedĂ€chtnis rufen. Dieses Wort soll mir heute Kraft und Mut fĂŒr mein Leben geben.


Jesus richtet uns auf

11. Januar 2017

Mittwoch der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Paulinus von Aquileia
Hl. Theodosius, Mönch

P. Karl Maurer LC

Mk 1,29-39
In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus ĂŒber sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte fĂŒr sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der HaustĂŒr versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele DĂ€monen aus. Und er verbot den DĂ€monen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller FrĂŒhe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz GalilĂ€a, predigte in den Synagogen und trieb die DĂ€monen aus.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, richte auch mein Leben auf. Immer wieder merke ich, dass ich ein schwacher Mensch bin.

Bitte: Schlimm ist es, wenn ein Mensch nur auf den Menschen vertraut (vgl. Jer 17,5). Wenn Gott fĂŒr ihn keine Rolle spielt. Bitte lass mich nie in einen solchen Unglauben fallen.

1. Jesus kommt zu mir. Genauso wie Jesus zur Schwiegermutter des Petrus ging, so kommt er auch zu mir. Besonders schön ist es, dass die JĂŒnger Jesus von ihrer Krankheit erzĂ€hlen. Auch wir sind gerufen, bei Jesus FĂŒrbitte fĂŒr Leidende einzulegen. Jesus freut sich so sehr, wenn wir nicht nur um unser eigenes Wohlbefinden bitten, sondern fĂŒr andere eintreten.

2. Jesus richtete sie auf. Eine echte Begegnung mit Jesus richtet uns immer auf. Er lĂ€sst niemanden ohne eine konkrete StĂ€rkung zurĂŒck. Ich möchte mich heute ehrlich der Frage stellen: Lasse ich Jesus in mein Innerstes hinein? Zeige ich ihm die Wunden, die ich in mir trage? ErzĂ€hle ich ihm von dem, was mich wirklich zutiefst beschĂ€ftigt? Setze ich in ihn mein ganzes Vertrauen? Ja, Jesus, ich möchte so eine Beziehung zu dir haben.

3. Alle suchen dich! Damals haben dich alle gesucht, weil du alle körperlichen Leiden geheilt hast. Wenn das heute so wĂ€re, dann wĂŒrden auch alle zu dir gelaufen kommen. Aber geht es dir in erster Linie darum, dass es keine körperlichen Leiden mehr gibt? Ist nicht die Lieblosigkeit und alles, was aus ihr hervorgeht, das grĂ¶ĂŸte Leiden der Menschen? Von dieser Lieblosigkeit werden wir geheilt, wenn wir dein Herz kennenlernen. Wenn die Liebe deines Herzen wie heilender Balsam in unser Herz strömt und wir uns davon berĂŒhren lassen. Wenn du in uns zu leben beginnst.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wir dĂŒrfen uns sicher sein, dass du niemandem diese innere Heilung verwehrst. Jesus, lass mich doch dein Wort verstehen: „Sucht zuerst das Reich Gottes und alles Übrige wird euch hinzugegeben werden.“

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute einen Menschen aufrichten.


Ich will, sei rein

12. Januar 2017

Donnerstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Ernst, MĂ€rtyrer
Hl. Johann Kaspar Kratz, MĂ€rtyrer
Hl. Hilda, Äbtissin
Hl. Tatiana, MĂ€rtyrerin

P. Karl Maurer LC

Mk 1,40-45
In jener Zeit kam ein AussĂ€tziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berĂŒhrte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schĂ€rfte ihm ein: Nimm dich in acht! ErzĂ€hl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll fĂŒr sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzĂ€hlte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der StĂ€dte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von ĂŒberallher zu ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte mich auch sehr respektvoll an dich wenden: „Wenn du willst, dann hilf mir in dem, was mir am Herzen liegt...“

Bitte: Hilf mir, in rechter Weise zu bitten.

1. Er fiel vor ihm auf die Knie. Eine Frage: Wann bin denn ich das letzte Mal vor Jesus auf die Knie gegangen? Nicht in der Kirche, wenn sich alle hinknien. Sondern ich, ganz persönlich, in einem Moment der Anbetung oder einem Moment der Bitte. Sich vor jemanden hinknien bedeutet, ihm die höchste Ehrfurcht und das grĂ¶ĂŸte Vertrauen entgegenzubringen. Wie gut tut es unserer Seele, wenn wir uns immer wieder vor Gott hinknien. Wenn diese Ă€ußere Geste auch einem innerlich vollzogenen Akt entspricht.

2. Wenn du willst
 Fragen wir uns weiter: Wie bitte ich denn Gott um etwas? UngefĂ€hr so, wie wenn ich in einen Laden gehe und den VerkĂ€ufer um die Sachen bitte, die ich brauche? Oder vielmehr so wie ein einfacher Mensch, der vor einen König tritt? Oder auch so, wie das einer tut, der seinen besten Freund um etwas bittet? Gott ist beides, der erhabenste König und der vertrauteste Freund. „Wenn du willst“ ist wohl eine der bestformuliertesten Bitten, eine der schönsten und trefflichsten, die je ein Mensch ausgesprochen hat.

3. Ich will es! Gott liebt es, wenn wir bei ihm um etwas anfragen, wenn wir ihn einschalten. In der Frage nimmt der Mensch sich selbst zurĂŒck. Gerne gibt Gott uns eine Antwort. Wenn seine Antwort „ich will das, was du willst“ ist, sind wir immer zufrieden und fragen normalerweise nicht nach, warum Gott das auch will. Unser Wille wurde ja erfĂŒllt und das genĂŒgt uns. Wehe aber, Gott will nicht, was wir wollen. Dann sind wir oft enttĂ€uscht. Dann kommen wir leicht zum Schluss, dass unser Beten sowieso nichts bringt. Wie verkehrt ist doch eine solche Einstellung. O Herr, befreie mich davon! Lehre mich, wahrhaft und in rechter Weise zu bitten!

GesprĂ€ch mit Christus: Was immer du willst, Herr, ist das Beste fĂŒr mich. Mein Wille leitet mich so oft in die Irre. Dein Wille hingegen leitet niemanden fehl. Herr, lehre mich beten: „Wenn du willst und wie du es willst“, möge es geschehen. Ich vertraue deiner Liebe!

Möglicher Vorsatz: In dieser Herzenshaltung möchte ich heute eine konkrete Bitte vor Gott bringen.


Was ist das GrĂ¶ĂŸte?

13. Januar 2017

Freitag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Hilarius, Bischof
Hl. Gottfried von Cappenberg OPraem

P. Karl Maurer LC

Mt 2,1-12
Als er einige Tage spĂ€ter nach Kafarnaum zurĂŒckkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der TĂŒr Platz war; und er verkĂŒndete ihnen das Wort. Da brachte man einen GelĂ€hmten zu ihm; er wurde von vier MĂ€nnern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den GelĂ€hmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem GelĂ€hmten: Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lĂ€stert Gott. Wer kann SĂŒnden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was fĂŒr Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem GelĂ€hmten zu sagen: Deine SĂŒnden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben. Und er sagte zu dem GelĂ€hmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, niemand hat uns so viel geschenkt wie du! Und doch sind wir uns dieser Geschenke oft gar nicht mehr so bewusst. Jesus, auf die Faszination, die von dir ausgeht, will ich nie verzichten mĂŒssen.

Bitte: Bitte, lass das Auge meines Geistes nie stumpf werden.

1. Deine SĂŒnden sind dir vergeben. Habe ich mich daran gewöhnt, dass die SĂŒndenvergebung ganz leicht zu erwerben ist? Es kostet nichts und nimmt auch nur wenig Zeit in Anspruch. Der Priester spricht ĂŒber mich die Worte: „Ich spreche dich los...“ und schon ist es geschehen! Damals, als Jesus das zum ersten Mal tat, erregte er damit einen riesen Skandal. „Nur Gott kann SĂŒnden vergeben!“, sagten die PharisĂ€er – und hatten damit Recht.

2. Was fĂŒr Gedanken haben wir im Herzen? Welche Gedanken tragen wir im Herzen, wenn wir beichten gehen? Sind wir uns dessen bewusst, dass wir wirklich vor Gott hintreten? Dass wir ihm alles sagen? Dass er in Liebe auf uns schaut? Dass er sich von uns vor allem Glauben wĂŒnscht? In der Evangeliumsstelle heißt es: Er sah ihren Glauben und dann sagte er zu dem GelĂ€hmten: Deine SĂŒnden sind dir vergeben. Wie dankbar war der GelĂ€hmte nach der Begegnung mit Jesus! Wie dankbar bin ich?

3. So etwas haben wir noch nie gesehen. Wir sind immer versucht, unsere Augen am VordergrĂŒndigen kleben zu lassen. Es ist aufsehenerregend, dass ein Lahmer aufsteht, seine Tragbahre nimmt und geht. Doch was ist das schon im Vergleich zur Vergebung von SĂŒnden! Jesus, ich möchte dich einmal mehr bitten, dass ich die grĂ¶ĂŸten Geschenke, die es hier auf Erden gibt, mit der grĂ¶ĂŸten Liebe, Ehrfurcht und Dankbarkeit empfange: Die Eucharistie – dich selbst! und die heilige Beichte – die SĂŒndenvergebung, die nur du schenken kannst.

GesprĂ€ch mit Christus: Was wĂ€re der Mensch ohne SĂŒndenvergebung? Er wĂ€re schlicht und einfach verloren! Danke fĂŒr dieses grĂ¶ĂŸte Geschenk.

Möglicher Vorsatz: Ich nehme mir in diesem Jahr vor, die heilige Beichte mit Liebe, Ehrfurcht und Dankbarkeit zu empfangen.


Jesus verteidigt mich

14. Januar 2017

Samstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Felix von Nola,
Hl. Berno, Bischof

P. Karl Maurer LC

Mk 2,13-17
In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des AlphĂ€us, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und SĂŒnder zusammen mit ihm und seinen JĂŒngern; denn es folgten ihm schon viele. Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der PharisĂ€er gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und SĂŒndern aß, sagten sie zu seinen JĂŒngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und SĂŒndern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die SĂŒnder zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich brauche dich. Ich weiß, dass es in mir so vieles gibt, dass noch krank ist. Bitte heile mich!

Bitte: Bitte schenke mir ein demĂŒtiges Herz, damit ich mich so erkenne, wie ich wirklich bin.

1. Jesus sah einen Mann am Zoll sitzen. Wenn heute jemand am Zoll sitzt, ĂŒbt er einen Beruf aus wie viel andere auch. Damals aber war das ganz anders. Die Römer trieben den Zoll ein. Ein Jude, der sich dafĂŒr hergab, den Römern hierbei zu helfen, war wie ein AbtrĂŒnniger – ausgestoßen. Was dachte Jesus, als er MatthĂ€us am Zoll sitzen sah? Steckte er ihn etwa in eine „Schublade“? Dieser AbtrĂŒnnige! Dieser SĂŒnder! Schaute er mit Verachtung auf ihn? – Nein, ganz und gar nicht. Er rief ihm zu: Folge mir nach!

2. Jesus kehrt bei Zöllnern und SĂŒndern ein und isst mit ihnen. Jesus hat in das Herz des Zöllners hineingeschaut. Er sah, dass MatthĂ€us darauf wartete, ein neues Leben zu beginnen. Deswegen folgte MatthĂ€us dem Ruf Jesu sofort und lud ihn zu einem Abendessen mit all seinen Freunden und Bekannten ein. Jesus wusste, dass ihm das viel Kritik einbringen wĂŒrde. Wer sich mit solchen Leuten abgab, der verlor seinen guten Ruf. Doch Jesus ging es nicht um seinen guten Ruf, sondern um den höchsten Liebesbeweis! Wie sieht es denn in meinem Leben in dieser Hinsicht aus?

3. Bin ich krank oder gesund? Wie schĂ€tze ich mich selber ein: Bin ich krank oder gesund? Gibt es denn in Wirklichkeit ĂŒberhaupt einen einzigen Menschen, der vor Gott mit den Worten hintreten könnte: „KĂŒmmere du dich nur um die Kranken. Ich brauch dich nicht. Ich bin gesund.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, schau in unsere Herzen! Jesus, bitte, schau auch in mein Herz. Du bist der beste Arzt und der beste Freund. Bitte heile mich!, damit ich immer mehr zu einem Menschen werde, der in Wahrheit liebt.

Möglicher Vorsatz: Jesus, ich vertraue dir heute etwas an, was nur deine Liebe zu heilen vermag.