Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. Januar 2017 bis 7. Januar 2017

Erste Woche nach Weihnachten

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Ein Lobpreis auf GottSonntag
Wissen, wer ich binMontag
Der unscheinbare GottDienstag
Faszination wird zur NachfolgeMittwoch
Die Kette geht weiterDonnerstag
An sicherer Hand gefĂŒhrtFreitag
Ein helles LichtSamstag


Ein Lobpreis auf Gott

1. Januar 2017

Hochfest der Gottesmutter Maria
Neujahr

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Lk 2,16-21
So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzĂ€hlten sie, was ihnen ĂŒber dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten ĂŒber die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darĂŒber nach. Die Hirten kehrten zurĂŒck, rĂŒhmten Gott und priesen ihn fĂŒr das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorĂŒber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will mich in dein Licht stellen. Ich bin gewiss, du bist da und ich glaube an deine Versprechen. Auf dich baue ich. Du bist meine Hoffnung. Ich liebe dich. Doch zuerst muss ich lernen, mich von dir lieben zu lassen.

Bitte: Maria, lehre mich, all das im Herzen zu bewahren, was ich ĂŒber Gott in meinem Leben erfahren darf. Mögen die großen Dinge des Lebens nicht an mir vorĂŒbergehen.

1. Staunen. Alle „staunten ĂŒber die Worte der Hirten“, erzĂ€hlt uns das Evangelium. Kleine Kinder haben die FĂ€higkeit, ĂŒber die kleinsten Dinge zu staunen, sei es ein Farbenspiel, eine Bewegung, ein GerĂ€usch, ein Mensch. Nicht ohne Grund spricht Jesus darĂŒber, dass wir wie Kinder werden mĂŒssen, um in das Himmelreich zu gelangen. „Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis“ sagte auch schon Platon. Nur ein staunendes Herz kann ein Ereignis in seiner FĂŒlle begreifen. Nur ein staunendes Herz kann Gottes Angesicht in seiner Schöpfung, in den Ereignissen des Lebens und in seinem GegenĂŒber erkennen. Bin ich fĂ€hig zu staunen? Was gibt es Staunenswertes in meinem Heute?

2. Bewahren. Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Das GedĂ€chtnis unseres Herzens ist ein wichtiger Wegweiser auf unserem Weg mit Gott. Gott erinnert daher sein Volk immer wieder an vergangene Ereignisse, denn das Bestehen in der Hoffnung im Jetzt baut auf das, was unser Herz schon erfahren hat und nicht leugnen kann: Gott ist mein Heil. Gott ist treu. Wenn Winde toben und brausen und Gottes Weg alles andere als ein lichtreicher Weg erscheint, kann uns oftmals nur unser Herz den richtigen Weg weisen: Wenn er treu war, warum sollte er es nicht weiterhin sein? „Diese meine Worte sollt ihr auf euer Herz und auf eure Seele schreiben. Ihr sollt sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf eurer Stirn werden. Ihr sollt sie eure Söhne lehren, indem ihr von ihnen redet, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie auf die TĂŒrpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben. So sollen die Tage, die ihr und eure Söhne in dem Land lebt, von dem ihr wisst: der Herr hat euren VĂ€tern geschworen, es ihnen zu geben, so zahlreich werden wie die Tage, die der Himmel sich ĂŒber der Erde wölbt.“ (Deut 11,18-21). Wie oft sprechen wir untereinander wirklich von der Treue Gottes? Möge unser Leben ein Zeichen der Treue Gottes fĂŒr viele sein!

3. Gott preisen. Ein staunendes Herz, das das Angesicht Gottes erkennt, kann nur in Lobpreis ausbrechen. Lobpreis entsteht, wenn Endliches auf das Unendliche stĂ¶ĂŸt, wenn meine eigene UnzulĂ€nglichkeit mit dem Licht Gottes ĂŒberflutet wird. Damit dieses Feuer nicht erlischt, braucht unser Herz Wege, um seinem Staunen Ausdruck zu verleihen. Wie möchte ICH Gott preisen? Jede Art von Kunst, Worte, Taten, ja, alles kann zu einem Lobpreis Gottes werden. Lobpreis ist Ganzhingabe, die das Rationale ĂŒbersteigt, Loslassen von vergĂ€nglichem Reichtum und innerer Verklemmtheit – und das aus Liebe. Es ist das, was Maria tat, als sie Jesus salbte und ihm Nardenöl ĂŒber die FĂŒĂŸe goss (cf. Joh 12,3). Was ist mein Nardenöl? Lasse ich mein Staunen zu Lobpreis werden?

GesprĂ€ch mit Christus: Maria, heute beginnt ein neues Jahr. Ich will wie du ĂŒber all das in meinem Leben Geschehene staunen, damit mein Heute und dieses kommende Jahr ein Lobpreis fĂŒr Gott werden. Nimm mich doch an der Hand, und lehre mein Herz, sich zu öffnen.

Möglicher Vorsatz: Ich will mir heute einen bestimmten Moment Zeit nehmen, um ĂŒber Gottes Wirken im letzten Jahr zu staunen.


Wissen, wer ich bin

2. Januar 2017

Montag in der Weihnachtszeit
Hl. Basilius
Hl. Gregor von Nazianz
Hl. Dietmar

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Joh 1,19-28
Dies ist das Zeugnis Johannes‘ des TĂ€ufers: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir mĂŒssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du ĂŒber dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der WĂŒste ruft: Ebnet den Weg fĂŒr den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch PharisĂ€er. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnĂŒren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will mich in dein Licht stellen. Ich bin gewiss, du bist da und ich glaube an deine Versprechen. Auf dich baue ich. Du bist meine Hoffnung. Ich liebe dich. Doch zuerst muss ich lernen, mich von dir lieben zu lassen.

Bitte: Herr, wer bin ich? Lehre mich, mich selbst zu erkennen. Nur wenn ich in der Wahrheit stehe, kann ich dich auch so erkennen, wie du bist, und sein, wer ich bin.

1. Ein entschlossenes Nein. Zu wissen, wer ich bin, bedeutet auch zu wissen, wer ich nicht bin. Vielleicht fĂ€llt es uns in unserem Leben schwer, ein entschlossenes „Nein“ auszusprechen, wenn uns falsche Lebensmodelle vorgelegt werden. Wie oft konfrontiert uns das Leben mit Fragen wie: Bist du der Herr deines Lebens? Bist du dein eigenes Ziel? Bist du wertlos, wenn du schwach bist? Ist dein Leben sinnlos, wenn du erfolglos bist? Die Wahrheit wird mich frei machen (cf. Joh 8, 32), denn nur wenn ich die Wahrheit ĂŒber mich selbst erkenne, kann Gott sich in seiner ganzen GrĂ¶ĂŸe, GĂŒte und Schönheit in meinem Leben sichtbar machen. Nur dann kann er auch fĂŒr mich der sein, der er ist.

2. Mein Auftrag. Hand in Hand mit dem entschlossenen „Nein“ Johannes des TĂ€ufers geht aber auch ein klares Bewusstsein seiner IdentitĂ€t und seines Auftrags einher: „Ich bin die Stimme, die in der WĂŒste ruft: Ebnet den Weg fĂŒr den Herrn!“ Johannes der TĂ€ufer hatte einen einzigartigen Auftrag. Und ja, – auch ich bin kein Produkt des Zufalls. Ich habe einen besonderen Auftrag, den nur ich erfĂŒllen kann. Wie kann ich mit meinem Leben heute dem Herrn den Weg ebnen? Wie kann ich in anderen Sehnsucht nach Gott wecken? Ich bin nicht die Antwort auf die Sehnsucht der Herzen. Aber ich kann mit meinem Leben „Wegbereiter“ sein und andere zu Jesus fĂŒhren, der diese Antwort ist.

3. Die WĂŒrde des Apostels. WĂ€hrend Johannes der TĂ€ufer im Jordan tauft und Christus verkĂŒndet, weist er darauf hin, dass er „mitten unter“ den Menschen ist. Soll das heißen, dass der, der alles ĂŒbersteigt, es von Grund auf nicht nötig hĂ€tte, auf Menschenhand zu bauen? – In der Tat, er hĂ€tte keinen Grund, sich zurĂŒckzunehmen und Johannes handeln und sprechen zu lassen. Warum tut er es dann? Nicht nur er selbst ĂŒbersteigt alles, sondern auch sein Bund, den er mit uns geschlossen hat, ĂŒbersteigt den Bund zwischen ihm und dem Rest der Schöpfung. Gott selber möchte seinen Heilsplan nicht allein verwirklichen. Wie oft stellt sich Jesus auch in meinem Leben unmerklich in die Reihe und gibt mir voll Vertrauen Anteil an seinem Auftrag: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zĂŒndet auch nicht ein Licht an und stĂŒlpt ein GefĂ€ĂŸ darĂŒber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Leuten leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Mt 5,13-16). Gott selber will sein Heilswerk zusammen mit mir verwirklichen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte den Weg fĂŒr dich ebnen. Dein Reich soll hier schon beginnen. Wie kann ich daran mitwirken? Wie kann ich Sehnsucht nach dir wecken? Hilf mir, mich nicht an falschen Idealen zu messen und mein Leben aus deiner Perspektive zu sehen: als Geschenk und Auftrag.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute jemanden bewusst positiv beeinflussen.


Der unscheinbare Gott

3. Januar 2017

Dienstag in der Weihnachtszeit
Heiligster Name Jesu
Hl. Genoveva

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Joh 1,29-34
In jener Zeit sah Johannes der TĂ€ufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die SĂŒnde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will mich in dein Licht stellen. Ich bin gewiss, du bist da und ich glaube an deine Versprechen. Auf dich baue ich. Du bist meine Hoffnung. Ich liebe dich. Doch zuerst muss ich lernen, mich von dir lieben zu lassen.

Bitte: Herr, lass mich dich doch in meinem Leben erkennen. Schenke mir Augen fĂŒr das Unscheinbare, einen festen Glauben und Mut, dich zu bezeugen.

1. Auch ich kannte ihn nicht. Zweimal betont Johannes: „Ich kannte ihn auch nicht.“ Jesus und Johannes waren gemeinsam aufgewachsen. Sie hatten Alltag miteinander erlebt. Sie hatten miteinander gespielt, Abenteuer erlebt und ĂŒber die Schrift gesprochen. Und Johannes hatte ihn nicht als Messias erkannt. Er wusste, wie jedes jĂŒdische Kind, dass der Messias kommen sollte, doch seine Vorstellungen waren wohl andere. Wie stellen wir uns den Sohn Gottes vor? Wie viele Menschen erkannten und erkennen ihn tatsĂ€chlich bis zu ihrem Lebensende nicht. Johannes macht uns hier auf eine wichtige Tatsache aufmerksam: Jesus in unserem Leben zu erkennen, ist ein Prozess, der Zeit erfordert. Wie oft habe ich Gott nicht erkannt und erkenne ihn jetzt? Wie blind bin ich doch sicher dann auch so oft im Jetzt. Wenn ich mich aber auf die Suche mache, werde ich ihn mehr und mehr erkennen. Wir können uns also mit Zuversicht auf den Weg machen. Gott will erkannt werden.

2. Echter Glaube. Es ist nicht JohannesÂŽ eigene Errungenschaft, dass er Jesus erkennt. Er hat sich die Erkenntnis der Wahrheit nicht erarbeitet, sondern baut auf das Wort Gottes: Er, der ihn gesandt hat, wĂŒrde ihm zeigen, wer der Sohn Gottes ist – so steht es in dieser Bibelstelle. Auf diesem Versprechen allein fußt sein Glaube. Worauf fußt mein Glaube? Auf intellektuellen Erkenntnissen? Auf meinen eigenen Erfahrungen? Kann ich Gottes Wort einfach vertrauen, nicht weil ich es immer verstehe, sondern weil ich weiß, von wem es kommt?

3. Gott im Unscheinbaren erkennen. Wie Johannes seinen Cousin lange nicht als Messias erkannt hatte, erkennen sicherlich auch wir seine Gegenwart oft nicht. Unser Herz muss Ausschau halten, um ihn zu erkennen. Und oftmals ist er nicht dort, wo wir ihn vielleicht suchen. Oftmals entspricht er nicht unseren menschlichen Vorstellungen und Erwartungen. Betlehem war sicher nicht eine Wunschvorstellung fĂŒr Josef und Maria. Nazareth war keine Wunschvorstellung fĂŒr das jĂŒdische Volk. Golgota war keine Wunschvorstellung fĂŒr die JĂŒnger. Doch nur diejenigen, die Jesus in seiner unscheinbaren Gestalt erkannt hatten, durften dann auch Zeugen seiner Auferstehung sein. Wie begegnet mir Jesus in unscheinbarer Gestalt? Durch welche Ereignisse, welche Menschen, welches Wort?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will dich erkennen, – so, wie du bist. Ich kannte dich nicht und bin dir schon nĂ€hergekommen. Öffne meine Augen weiterhin fĂŒr deine Gegenwart. Wo kann ich dir heute begegnen? Wie kann ich dich bezeugen?

Möglicher Vorsatz: Ich will jemandem erzĂ€hlen, wie ich Jesus heute im Unscheinbaren erfahren habe.


Faszination wird zur Nachfolge

4. Januar 2017

Mittwoch in der Weihnachtszeit
Hl. Angela von Foligno, Mystikerin
Hl. Marius, Bischof
Hl. Roger OCist, Abt

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Joh 1,35-42
In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner JĂŒnger standen bei ihm. Als Jesus vorĂŒberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden JĂŒnger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt ĂŒbersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt ĂŒbersetzt: der Gesalbte - Christus. Er fĂŒhrte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will mich in dein Licht stellen. Ich bin gewiss, du bist da und ich glaube an deine Versprechen. Auf dich baue ich. Du bist meine Hoffnung. Ich liebe dich. Doch zuerst muss ich lernen, mich von dir lieben zu lassen.

Bitte: Jesus, zeig mir, wo du wohnst. Zeig mir, wer du bist. Zeig mir, wer ich fĂŒr dich bin.

1. Kommt und seht! Wie faszinierend muss Jesus gewesen sein, dass diese zwei MĂ€nner ihm einfach nachfolgen! Was mĂŒssen sie fĂŒr Fragen gehabt haben, vielleicht auch Neugierde? Ein fragendes und suchendes Herz ist immer ein erster Schritt auf Jesus hin. Doch Jesus fragt sie nach ihrer wahren Absicht: Wollen sie nur ein Spektakel sehen? Ihre Antwort ist entscheidend. Als „Meister“ sprechen sie ihn an. Sie erkennen ihn also als den an, der er ist, und sie wollen ihn kennenlernen und verstehen. Jesu Einladung steht im Raum: Kommt, und seht! Jetzt liegt es an ihnen, ihm auf Schritt und Tritt zu folgen. Wer Jesus kennenlernen möchte, muss sich auf den Weg machen. Was ist der nĂ€chste Schritt auf meinem Weg zu Jesus und meiner Suche nach ihm?

2. FĂŒhrungskraft. Andreas, dieser Mann, der kommen und sehen durfte, er ĂŒberlegt nicht zweimal, als er seinem Bruder Simon Petrus begegnet. Wie faszinierend und ĂŒberzeugend muss Jesus gewesen sein, weil Andreas ihm sofort erzĂ€hlt, dass er den Messias gefunden hat. Solche Themen erwĂ€hnt man nicht einfach mal nebenbei. Nein, er muss von Jesus zutiefst ergriffen gewesen sein. Diese innere Ergriffenheit fĂŒhrt ihn dahin, sein FĂŒhrungspotenzial einzusetzen. Er fĂŒhrt seinen Bruder Simon Petrus zu Jesus und sicher riskierte er, belĂ€chelt zu werden und vor seinem Bruder das Gesicht zu verlieren. Ein mutiger Schritt! Und ein sehr entscheidender Schritt! Welch wichtige Aufgabe hatte Jesus doch fĂŒr Simon Petrus bereitet! Es war AndreasÂŽ Auftrag, ihn zu Jesus zu fĂŒhren.

3. Jesu Blick, der mich bestĂ€rkt. Jesus in die Augen zu schauen, ist eine Sehnsucht, deren ganze ErfĂŒllung uns erst im Himmel zuteilwird. Petrus durfte schon zu Lebzeiten von Jesus angeschaut werden. Ja, von Angesicht zu Angesicht standen sich beide gegenĂŒber: Jesus und Petrus. Und Petrus durfte von Jesus hören, dass er ihn und seinen Auftrag kennt. Wir können Jesus nicht genauso wahrnehmen wie Petrus. Dennoch ruht jede Sekunde meines Lebens derselbe Blick Jesu auf mir: dieser Blick, der mich erkennt, der mir IdentitĂ€t verleiht, der mich bestĂ€rkt, der mich liebt. Unsere Sinne lassen sich leicht tĂ€uschen, doch unsere Seele ist fĂ€hig, diesen Blick wahrzunehmen. Lassen wir uns von seinem Blick berĂŒhren. Welchen persönlichen Auftrag gibst du mir, Jesus?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie faszinierend musst du nur sein! Was muss diese MĂ€nner dazu gefĂŒhrt haben, dir nachzufolgen und dich mutig zu bezeugen! Meister, wo wohnst du? Auch ich will deine Worte hören, mit denen du zu mir sprichst.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute im Gebet einfach versuchen, Jesu Blick wahrzunehmen.


Die Kette geht weiter

5. Januar 2017

Donnerstag in der Weihnachtszeit
Hl. Johann Nepomuk Neumann, Bischof
Hl. Ämiliana (Emilie)

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Joh 1,43-51
In jener Zeit wollte Jesus nach GalilĂ€a aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf NatanaĂ«l und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, ĂŒber den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte NatanaĂ«l zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah NatanaĂ«l auf sich zukommen und sagte ĂŒber ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. NatanaĂ«l fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. NatanaĂ«l antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch GrĂ¶ĂŸeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen ĂŒber dem Menschensohn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will mich in dein Licht stellen. Ich bin gewiss, du bist da und ich glaube an deine Versprechen. Auf dich baue ich. Du bist meine Hoffnung. Ich liebe dich. Doch zuerst muss ich lernen, mich von dir lieben zu lassen.

Bitte: Jesus, ergreife mein Herz, mein Leben. Möge dieser Moment der Begegnung mein Herz verwandeln und mein Handeln heute prĂ€gen.

1. Jesus traf Philippus. Philippus traf NatanaĂ«l. Warum hat Jesus nicht selber NatanaĂ«l aufgesucht, wenn er ihn doch schon beobachtet hatte? Er wusste doch, dass er ihn berufen wollte. Situationen wie diese sind im Evangelium kein Einzelfall. War Jesus nicht einmal imstande, seine zwölf JĂŒnger selber aufzusuchen? Die meisten von ihnen werden von jemand anderem zu Jesus gefĂŒhrt. Offenbart uns das nicht gerade ein großartiges Geheimnis der Heilsgeschichte? Jesus möchte seine Mission in der Evangelisierung mit uns teilen und das nicht nur auf symbolische Art und Weise. Jeder von uns ist ein unersetzliches Glied in dieser Kette. Jesus traf Philippus. Phillipus traf auf NatanaĂ«l. Jesus traf auf mich. Auf wen treffe ich heute?

2. Jesu Bewunderung. Mehrere Stellen im Evangelium zeigen uns Jesus in seiner Bewunderung fĂŒr uns Menschen. Eigentlich sollten uns diese Aussagen Jesu tief verwundern. Was kann denn Jesus, der Sohn Gottes, an uns unzulĂ€nglichen Menschen staunenswert finden? Und doch bewundert er den Hauptmann von Kafarnaum, er bewundert Maria, die Frau mit dem Nardenöl, er bewundert die Frau aus Samarien, die Jesus um lebendiges Wasser bittet, und er bewundert auch NatanaĂ«l: „Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.“ Was fĂŒr ein Gott, der uns sogar bewundert! Ja, Jesus bewundert auch dich! Er kennt jeden Fehler, jede deiner SĂŒnden und doch bewundert er dich. Bin ich fĂ€hig, andere Menschen trotz ihrer UnzulĂ€nglichkeiten zu bewundern? Spreche ich Bewunderung aus oder breite ich mich vielmehr ĂŒber die Fehlerhaftigkeit meiner Mitmenschen aus?

3. Von Jesus erkannt und ergriffen. Jesus hat seinen persönlichen Plan mit jedem Menschen. Jede Erstbegegnung ist eine ganz persönliche. Jeder Weg ist ein ganz persönlicher. FĂŒr NatanaĂ«l ist es entscheidend, dass Jesus ihn genau kennt. Wir wissen nicht, was NatanaĂ«l unter dem Feigenbaum getan oder gedacht hat. Doch NatanaĂ«l weiß es, und Jesus auch. Was ĂŒberzeugt mich an Jesus? Warum folge ich ihm nach? Wie hat Jesus mich ergriffen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich weiß, dass du deine Mission in der Evangelisierung auch mit mir teilen möchtest. Was ist mein Auftrag heute? Du hast mich fasziniert und faszinierst mich jeden Tag neu. Wie du uns Menschen begegnest, fasziniert mich. Wie du jeden von uns persönlich aufsuchst, fasziniert mich. Ich will dich nachahmen.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute nach Jesu Vorbild meine Bewunderung fĂŒr einen anderen Menschen ausdrĂŒcken.


An sicherer Hand gefĂŒhrt

6. Januar 2017

Hochfest der Erscheinung des Herrn
Hll. 3 Könige Kasper, Melchior, Balthasar

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Mt 2,1-12
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in JudĂ€a geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in JudĂ€a; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den fĂŒhrenden StĂ€dten von Juda; denn aus dir wird ein FĂŒrst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfĂ€ltig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfĂŒllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre SchĂ€tze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurĂŒckzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will mich in dein Licht stellen. Ich bin gewiss, du bist da und ich glaube an deine Versprechen. Auf dich baue ich. Du bist meine Hoffnung. Ich liebe dich. Doch zuerst muss ich lernen, mich von dir lieben zu lassen.

Bitte: Herr, stĂ€rke mein Vertrauen auf deine sichere Hand, die mich jeden Tag meines Lebens fĂŒhrt. Hilf mir zu erkennen, wie du mich auf geheimnisvolle und manchmal unerforschliche Weise fĂŒhrst.

1. Der Stern. Die Sterndeuter folgen einem Stern, ja, nur seinetwegen machen sie sich auf den Weg zu Jesus. Inmitten der Dunkelheit und Unsicherheit der WĂŒste fĂŒhrt er sie geradlinig an ihr Ziel. Oftmals schenkt uns Gott auch in unserem Leben diese „Sterne“ – helle Lichter in dunkler Nacht. Das sind die Tröstungen und Mutmacher auf unserer Reise im Glauben. Gott lĂ€sst uns nicht in absoluter Dunkelheit stehen. Er lĂ€sst Sterne leuchten, doch wir mĂŒssen unseren Blick erheben und sie beobachten. Sicher können wir dann auch in unserem Leben Sterne entdecken – Ereignisse, Gebetserhörungen, ein Wort Gottes, Worte anderer Menschen. Doch vergessen wir nie, dass auch der Stern von Bethlehem ein Stern in der Dunkelheit bleibt. Unser Leben wird immer auch dunkle Seiten haben. Aber wir folgen dem Stern, der uns zum Licht unseres Herzens und aller Herzen fĂŒhrt.

2. Herodes. Herodes scheint wohl derjenige zu sein, von dem wir es am wenigsten erwarten wĂŒrden, dass er als Wegweiser dient. Der boshafte König fĂŒhrt die Sterndeuter an ihr Ziel, wo sie Jesus, dem wahren König, huldigen können. Seine Absicht ist nicht rein, ja sogar boshaft und dennoch war es wohl von Gott vorhergesehen, dass sie nicht direkt in Bethlehem ankommen sollten, sondern von Herodes weitergefĂŒhrt wĂŒrden. Ja, sogar sĂŒndhafte Menschen können uns zu Wegweisern werden. Was fĂŒr unseren menschlichen Verstand widersprĂŒchlich zu sein scheint, ist es wohl nicht fĂŒr Gott. So können auch in meinem Leben Schwierigkeiten oder fehlerhafte Menschen Wegweiser fĂŒr mich sein. Es ist dann nicht ihr Verdienst, aber Gott kann in seiner Allmacht alles zum Guten wenden, sogar unsere SĂŒndhaftigkeit oder die anderer Menschen.

3. Der Traum. Der dritte Wegweiser auf dem Weg der Sterndeuter wird ein Traum sein. Dieser enthĂ€lt zugleich wohl die klarste Botschaft. Der Stern war klar, aber ungewiss war, wo er hinfĂŒhren wĂŒrde. Herodes war nicht vertrauenswĂŒrdig. Der Traum ist klar und doch könnte es nun am eigenen Rationalismus scheitern. Gerade dann, wenn Gott sehr klar spricht: „Tu das.“, haben wir oftmals mit den grĂ¶ĂŸten Zweifeln zu kĂ€mpfen. Wie kann ich sicherstellen, dass ich mir das nicht nur eingebildet habe? Vielleicht hat er etwas anderes gemeint? Sind das nur meine Gedanken? Warum soll ich das tun, wenn es keinen logischen Grund dafĂŒr gibt? Ihr Gehorsam hat sie und die Heilige Familie beschĂŒtzt. Wagen wir es mutig, Gottes Wort zu folgen, wenn er zu uns spricht, auch wenn wir die GrĂŒnde nicht immer ganz erfassen können.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich weiß, dass du auch mich jeden Tag meines Lebens mit sicherer Hand fĂŒhrst. StĂ€rke mein Vertrauen auf dich. Hilf mir, meinen Blick zu deinen Sternen zu erheben. Hilf mir weniger perfekte Situationen und Menschen nicht als Hindernis anzusehen. Hilf mir, dir zu vertrauen, wenn du in Klarheit zu meinem Herzen sprichst.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute nach Gottes Wegweisern Ausschau halten und diesen mutig und rĂŒckhaltlos folgen.


Ein helles Licht

7. Januar 2017

Samstag in der Weihnachtszeit
Hl. Raimund von Peñafort
Hl. Valentin, Bischof

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Mt 4,12-17.23-25
In jener Zeit, als Jesus hörte, dass man Johannes ins GefĂ€ngnis geworfen hatte, zog er sich nach GalilĂ€a zurĂŒck. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfĂŒllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische GalilĂ€a: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkĂŒnden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er zog in ganz GalilĂ€a umher, lehrte in den Synagogen, verkĂŒndete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Man brachte Kranke mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden zu ihm, Besessene, MondsĂŒchtige und GelĂ€hmte, und er heilte sie alle. Scharen von Menschen aus GalilĂ€a, der Dekapolis, aus Jerusalem und JudĂ€a und aus dem Gebiet jenseits des Jordan folgten ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will mich in dein Licht stellen. Ich bin gewiss, du bist da und ich glaube an deine Versprechen. Auf dich baue ich. Du bist meine Hoffnung. Ich liebe dich. Doch zuerst muss ich lernen, mich von dir lieben zu lassen.

Bitte: Jesus, ich möchte dich als Licht in meinem Leben erfahren. Sei du das Licht, das mich selber, meine Mitmenschen und alle Ereignisse beleuchtet.

1. Jesus, unser Licht. â€žDenen, die im Schatten wohnten, ist ein Licht erschienen.“ Warum zieht Jesus ausgerechnet in das Gebiet von Sebulon und Naftali. Diese Namen erzĂ€hlen eine Geschichte, die den Juden zur Zeit Jesu noch allzu vertraut war, eine tieftraurige Geschichte der Verzweiflung. 700 Jahre zuvor waren diese Stammesgebiete erobert worden. Es gab sie praktisch nicht mehr. Fremde wurden angesiedelt und ein Land, in dem man vorher an den Gott Israels geglaubt hatte, wurde praktisch wieder heidnisches Land. Der Glaube schien in diesem Gebiet tot zu sein, und die Angst vor der Gewalt der MĂ€chtigen war groß. Das GefĂŒhl von Aussichtslosigkeit war wohl sehr klar zu spĂŒren. Doch gerade da, wo die Dunkelheit am grĂ¶ĂŸten ist, soll es hell werden. Gerade dort, wo jetzt der Glaube mit FĂŒĂŸen getreten wird, wo Verzweifelte nicht mehr aus noch ein wissen, wo Hoffnungslosigkeit herrscht, gerade dort beginnt neue Hoffnung sich zu zeigen (cf. Jes 9,1). Wo sehen wir in unserem Leben, in unserer Gesellschaft, in unseren Gemeinden Dunkelheit und Schatten? Glauben wir, dass Jesus gerade dort Licht sein will. Laden wir ihn in unser „Sebulon und Naftali“ ein.

2. Heilung. Das erste, was Jesus bewirkt, sind zahlreiche Heilungen. Jesus berĂŒhrt Menschen, die unter den verschiedensten Gebrechen leiden, und macht sie wieder gesund. Die ganze menschliche Gebrochenheit kann er jedoch in diesem Leben nicht vollkommen von uns nehmen. Die Geheilten werden wieder einmal krank werden. Doch warum dann so viele Heilungen? Jede Heilung ist ein Zeichen, ein Zeichen, dessen, was er in unseren Seelen bewirken will. Alle sind wir krank in unseren Herzen. Jesus möchte das heilen, und er wird es tun, wenn wir ihn lassen, und diese Heilung vergeht nicht. Oftmals schenkt er uns Ă€ußerlich sichtbare Wunder, sodass wir seine Gegenwart, seine GĂŒte und Allmacht nicht leugnen können. Doch vergessen wir nicht, dass die großen Wunder im Inneren des Menschen stattfinden. Auch wenn körperliche Heilung ausbleibt, ist er da. Er ist gut, fĂŒr immer treu.

3. Nachfolge. Scharen von Menschen folgten ihm. Wer Jesus wirklich begegnet ist, wer sein Angesicht erkannt hat, wird ihm nachfolgen wollen. Wenn Jesus uns beschenkt, bleiben wir nicht einfach zufrieden stehen und bedanken uns. Ein Geschenk, eine Gnade von ihm zu erhalten, erweckt in uns immer den Drang, ihm nachzufolgen und sein Leben zu teilen. Wer Jesus von Angesicht zu Angesicht begegnet und wer von ihm berĂŒhrt wurde, sehnt sich immer mehr nach ihm. Lassen wir diese Sehnsucht nicht erlöschen. Gehört diese Nachfolge nicht zum Wesen unseres christlichen Glaubens? Wir sind Christen, nicht etwa weil wir Gesetze erfĂŒllen oder ein Kreuz um den Hals tragen. Wir sind Christen, weil wir Christus nachfolgen, jeden Tag. Wo wird er uns heute hinfĂŒhren?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte heute besonders die dunkelsten Aspekte meines Lebens bringen. Ich bringe dir meine SĂŒnden, ich bringe dir meine Beziehungsprobleme. Ich bringe dir unser Land und unsere Kirche. Sei du unser Licht. Sei du mein Licht.

Möglicher Vorsatz: Ich will eine konkrete Zeit fĂŒr meine nĂ€chste Beichte einplanen, um Jesu heilende Hand zu erfahren.