Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 13. November 2016 bis Samstag 19. November 2016

Dreiunddreißigste Woche im Jahreskreis

Ilona Kies und Magda Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi LC

LebenSonntag
Das LichtMontag
Jesus kommt zu BesuchDienstag
Das Reich GottesMittwoch
Die TrÀne GottesDonnerstag
Tempel GottesFreitag
Überzeugt und geduldig seinSamstag


Leben

13. November 2016

Dreiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 21,5-19
In jener Zeit als einige darĂŒber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmĂŒckt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irrefĂŒhrt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen ĂŒbergeben, ins GefĂ€ngnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus fĂŒr eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrĂŒmmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heute ist dein Wort schwierig zu verstehen. Öffne mein Herz, dass ich es verstehe. Sprich zu mir, mein Gott, ich will dich hören.

Bitte: Hilf mir, dich, Lebendiges Wort, zu hören und zu begreifen. Heiliger Geist, komme und erfĂŒlle mein Herz.

1. Jesu Worte. Die Worte Jesu greifen an dieser Stelle mehrere Themen auf. Er prophezeit die Zerstörung des Tempels, die JĂŒnger fragen daraufhin, wann es geschehen wird und an welchen Zeichen es zu erkennen sei. Daraufhin ermahnt Jesus sie, niemandem zu folgen, der sich in jenen Tagen fĂŒr Christus ausgeben wird, damit sie nicht irregefĂŒhrt werden. Er spricht von Kriegen, Hungersnöten und schlimmen Zeichen am Himmel; von Verfolgung und Hass. Es kann uns Angst einjagen, wenn wir Jesu Worte hören.

2. Zwischen den Zeilen lesen. Liest man den Text mehrmals durch, sind die tröstenden Worte Jesu zu erkennen. „Lasst euch nicht erschrecken“, „...das Ende kommt nicht sofort“, „... ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können“. Jesus möchte nie, dass wir uns fĂŒrchten und Ă€ngstigen. Sicherlich sollen wir Gott fĂŒrchten und ehren. Doch Gott allein aus Furcht zu lieben, ist noch keine vollkommene Liebe. Vielleicht möchte uns Jesus durch diese harte RealitĂ€t etwas Wichtiges sagen.

3. Das Leben gewinnen. â€žWenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen!“. Es geht um das Leben. Das Wichtigste fĂŒr Jesus ist mein Leben. Er möchte, dass ich ewig lebe, weil er liebt. Den Tod hat er nicht geschaffen. Aus geheimnisvollen GrĂŒnden, die wir nicht begreifen können, hat er ihn wegen der BĂŒndnisuntreue unserer Stammeltern zugelassen. Doch hat er einen Weg gefunden, um sich, seiner göttlichen Natur entsprechend, ewig an uns verschwenden zu können: die Erlösung. Im Vergleich zu einem einzigen geretteten Menschenleben ist alles andere, die Verfolgung, der Hass oder die Zerstörung des Tempels ein Nichts.

GesprĂ€ch mit Christus: Was heißt nun fĂŒr mich standhaft bleiben? Jesus, ich möchte standhaft bleiben, weil ich in deiner Liebe leben und bleiben möchte.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mir heute vornehmen, Zeugnis von meinem Christsein abzulegen. Sei es durch das Bekenntnis meines Glaubens oder durch einen Akt der NĂ€chstenliebe.


Das Licht

14. November 2016

Montag der Dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bernhard Letterhaus, MĂ€rtyerer
Hl. Alberich OSB, Bischof

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 18,35-43
Als Jesus in die NĂ€he von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte. Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten? Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorĂŒber. Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Die Leute, die vorausgingen, wurden Ă€rgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herfĂŒhren. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, hier knie ich vor dir und bete dich an. Wenn ich mein Herz zu dir erhebe, wird mir bewusst, wer ich vor dir bin: klein und arm, jemand, der einen Erlöser braucht.

Bitte: Geh nicht an mir vorĂŒber. Bleibe stehen! Auch ich bitte dich um dein Erbarmen.

1. Ein Blinder. Gesunde Menschen können sich schwer vorstellen, was es bedeutet, blind zu sein. Und Menschen, die die Farben eines Sonnenuntergangs, oder die Gesichter ihre Familie vor ihrer Erblindung schon einmal gesehen haben, werden diesen Anblick wohl nie vergessen. Doch selbst ein Blindgeborener sehnt sich nach Licht. So trug auch der Blinde von Jericho dieses Verlangen in seinem Herzen. DarĂŒber hinaus galt er als Verstoßener. Krankheiten sind ein Zeichen fĂŒr den Keim der Unordnung in der Schöpfung. Ja, damals wurden sie oft als Konsequenz der SĂŒnde angesehen (siehe Lev 26,1 und ff). Die JĂŒnger haben zum Beispiel Jesus im Johannesevangelium ĂŒber einen Blindgeborenen Mann befragt, ob dieser gesĂŒndigt habe, oder seine Eltern (Joh 9,2). Diese Schmach, als SĂŒnder zu gelten, der vor den Augen anderer nichts wert ist, schmerzt den Blinden. Bin nicht auch ich ein SĂŒnder? Suche nicht auch ich nach dem Licht der Wahrheit?

2. Die Begegnung. Der Blinde von Jericho hörte nur, dass Menschen zum Stadttor liefen. Er fragte die vorbeilaufenden Menschen, was denn los sei. „Jesus von Nazareth geht vorĂŒber!“ Der Name Jesus lĂ€sst den blinden Mann aufhorchen. So oft hatte er schon von dem WundertĂ€ter gehört. Endlich wird er wieder sehen können! Das innere Leiden hat ein Ende. Er schreit aus voller Kehle: „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ In seiner Not schreit er nicht „Jesus von Nazareth“, sondern er bekennt: Jesus, mein Erlöser. Die Juden glauben, dass der Messias aus dem Hause Davids kommt. Ihn stört es nicht, dass die Menschen ihn mundtot machen wollen, er schreit weiter. Und – Jesus hört das Schreien. Er hört aber nicht nur das Schreien, sondern auch das Vertrauen und den Glauben heraus. Tief berĂŒhrt lĂ€sst er sich zu dem blinden Mann fĂŒhren. „Was soll ich dir tun?“ Jesus setzt nicht die Heilung voraus. Er respektiert unsere Freiheit. „Herr, ich will wieder sehen können!“ Jesus wartete darauf, dass ihm der blinde Mann sein inneres Verlangen offenbart. Rufe ich wie der blinde Mann nach Jesus, auch wenn – und besonders dann, wenn alles um mich herum sich dagegen strĂ€ubt (Menschen, UmstĂ€nde, mein Egoismus oder der Böse)? Welche Sehnsucht bringt mich zu Jesus?

3. Der Sehende. â€žDu sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen!“ Jesu Worte sind „Machtworte“. Er spricht sie aus und sie erfĂŒllen sich. Der blinde Mann konnte von diesem Moment an sehen. Nicht allein seine Augen sind es, die Licht empfangen. Sein Herz, erfĂŒllt vom Licht Gottes, preist Gott. Er folgt Jesus. Er sieht mit dem Herzen. Weil er „sehend“ geworden ist, preisen auch alle anderen um ihn herum Gott. Welchen Wandel hat Jesus hervorgebracht! Noch vor kurzem haben diese Leute den Blinden fĂŒr sein Handeln verurteilt und jetzt, wo er geheilt ist, preisen sie gemeinsam mit ihm Gott.Mein Glaube, mein Gebet, das ich an Jesus richte, und mein Kampf, der mich immer wieder zu Jesus bringt, werden Wunder bewirken.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir fĂŒr dieses Wunder, auch wenn du es vor 2000 Jahren gewirkt hast. Es zeigt mir heute noch, dass ich dich um alles bitten kann. Ich glaube an dich. Auch ich sehne mich, zu sehen. Ich will sehen. Hab Erbarmen mit mir!

Möglicher Vorsatz: Ich bitte Jesus, mir das Augenlicht des Herzens zu geben.


Jesus kommt zu Besuch

15. November. 2016

Dienstag der Dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Albert der Große OP, Bischof

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 19,1-10
In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens ZachĂ€us; er war der oberste ZollpĂ€chter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: ZachĂ€us, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem SĂŒnder eingekehrt. ZachĂ€us aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die HĂ€lfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurĂŒck. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, in diesen ersten Morgenstunden möchte ich ein wenig Zeit mit dir verbringen. Ich glaube, dass du mich erschaffen und erlöst hast. Ich glaube, dass du es fĂŒr mich getan hast: mich erlöst hast, durch dein Kreuz und durch dein Blut. Es fĂ€llt mir schwer, dir zu sagen, dass ich einen Erlöser wie dich brauche. Du hast dich selbst hingeben; was fĂŒr einen Gott habe ich!

Bitte: Ich bitte dich, mein Retter, berĂŒhre mich mit deinen Worten, die ich heute lesen werde, und lass mich tiefer erkennen, welche Erlösung du fĂŒr mich erkĂ€mpft hast.

1. Wer war ZachĂ€us? Er war ein kleiner Mann. Beruflich arbeitete er fĂŒr das Zollamt. Wie der blinde Mann vom Vortag waren auch Zöllner von der Gesellschaft ausgestoßen. Sie waren reich, weil sie die Steuern eintrieben und von ihren Untergebenen oft mehr Geld als vorgeschrieben einforderten. ZachĂ€usÂŽ Ruf war sogar noch schlechter, da er der „oberster ZollpĂ€chter“ war. Er hatte sich aber mit seiner Lage abgefunden. Ihm war es nicht mehr wichtig, wie andere ĂŒber ihn dachten.

2. ZachĂ€us begegnet Jesus. Da nun ZachĂ€us von Statur her klein geraten war, suchte er sich einen Baum, um Jesus ĂŒber die Menschenmenge hinweg sehen zu können. Lukas gibt keine tiefsinnige ErklĂ€rung warum ZachĂ€us unbedingt Jesus sehen wollte. Es heißt nur: „Er wollte gerne sehen, wer Jesus sei (...)“. Irgendetwas drĂ€ngte ZachĂ€us zu Jesus hin. Sicherlich sind es all die Wunder, die er zu seiner Zeit gewirkt hat. Gleichzeitig muss Jesus eine starke Anziehungskraft ausgeĂŒbt haben. Die Menschen konnten das Göttliche in Jesus erkennen, ohne es tatsĂ€chlich zu begreifen. Auch ZachĂ€us konnte dieser Anziehungskraft nicht entgehen. Gott zieht uns alle an sich. Wir kommen von Gott. Auch mich zieht es zu ihm.„Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: ZachĂ€us, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“Gottes Antwort auf unsere Neugier und auf unsere Sehnsucht nach ihm ist sein fester Entschluss, bei uns zu Gast zu sein.

3. Jesus als Gast. Was bedeutet es, Jesus zu Gast zu haben? ZachĂ€us stieg „schnell herunter und nahm Jesus freudig auf“. Er versprach Jesus sofort, die HĂ€lfte seines Vermögens den Armen zu geben und denen das Vierfache zurĂŒckzugeben, von denen er mehr verlangt hatte. Jesus sprach nur davon, Gast sein zu wollen und ZachĂ€us krempelt sein ganzes Leben um. Nichts bleibt, wie es frĂŒher einmal war. Das heißt es, Jesus zu Gast zu haben. Er verĂ€ndert das Herz. Wenn er zu Gast bei mir ist, wird er auch mein Herz verĂ€ndern. Jesus schenkt mir sein Heil. Er macht mich heil!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bitte dich, sei auch zu Gast bei mir. Ich möchte, dass du bei mir bleibst, und nicht mehr weggehst.

Möglicher Vorsatz: Gibt es etwas in meinem Leben, das Jesus hindert, zu mir zu kommen? Habe ich die Sehnsucht Jesus zu begegnen? In einer kurzen Zeit der Stille versuche ich diese Hindernisse beim Namen zu nennen und lasse Jesus herein, indem ich versuche, etwas zu Ă€ndern. Vielleicht schaue ich zu sehr auf mich, nicht auf Jesus, und kann heute meine Gedanken mehr auf ihn richten.


Das Reich Gottes

16. November 2016

Mittwoch der Dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Buß – und Bettag
Ottmar von St. Gallen, Abt

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 19,11-28
In jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzĂ€hlte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die KönigswĂŒrde zu erlangen und dann zurĂŒckzukehren. Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht GeschĂ€fte damit, bis ich wiederkomme. Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird. Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner RĂŒckkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen GeschĂ€ften erzielt hatte. Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet. Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlĂ€ssig warst, sollst du Herr ĂŒber zehn StĂ€dte werden. Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fĂŒnf Minen erwirtschaftet. Zu ihm sagte der König: Du sollst ĂŒber fĂŒnf StĂ€dte herrschen. Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurĂŒck. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt; denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesĂ€t hast. Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesĂ€t habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hĂ€tte ich es bei der RĂŒckkehr mit Zinsen abheben können. Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat. Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. (Da erwiderte er:) Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde - bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder! Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ans Kreuz haben sie dich geschlagen. Was fĂŒr einen Gott habe ich, der sich fĂŒr mich hingibt. Deswegen möchte ich jetzt fĂŒr eine kurze Weile bei dir sein, dein Wort aufmerksam lesen und meine Seele nĂ€hren.

Bitte: Jesus, lehre mich Barmherzigkeit ganz in deinem Sinne. Lass in meinem Herzen dein Reich wachsen.

1. Was wollen die Menschen?  â€žIn jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen.“Das Reich Gottes – was verstanden die Menschen damals darunter? Das römische Kaiserreich war das grĂ¶ĂŸte Imperium jener Zeit. Davor hatten die Israeliten schon andere Königreiche erlebt. Das jĂŒdische Volk erhoffte sich wieder ein Königreich, das den Zeiten Davids Ă€hnelt. Jesus, der durch seine göttliche Macht viele Wunder wirkt und durch sein Wort jedes offene menschliche Herz berĂŒhrt, nĂ€hert sich Jerusalem – der Königsstadt. Die Menschen hoffen darauf, dass er wieder ein Königreich wie zu Zeiten Davids errichtet.

2. Das Gleichnis. Als Antwort auf die Sehnsucht des jĂŒdischen Volkes nach einem neuen Königreich erzĂ€hlt Jesus ein Gleichnis:„Macht GeschĂ€fte damit, bis ich wiederkomme!“ sagt der KönigsanwĂ€rter, als er jeweils zehn Minen unter seinen zehn Dienern aufteilt. Der Mann, der aus einer vornehmen Familie stammt, reist in ein anderes Land, um König zu werden. WĂ€hrenddessen sind seine Diener mit der Verwaltung seines Vermögens betraut. Jeder Diener geht auf seine Weise mit dem Geld um. Der Mann kommt zurĂŒck mit der Königskrone und verlangt von jedem Rechenschaft. Zwei wichtige Prinzipien hebt Jesus in diesem Gleichnis hervor. Das Erste: Die Diener sind frei und haben die Zeit, das Geld zu verwalten. Das Zweite: Lass nicht Angst dein Motiv zum Handeln sein! Denn er hebt die Handlungsweise des letzten Dieners hervor. Dieser hatte Angst vor seinem Herrn. Der König vertraute ihm, aber er vertraute nicht auf seinen Herrn, sondern folgte dem Urteil anderer.

3. Das Reich Gottes.  Was hat das Gleichnis nun mit dem Reich Gottes zu tun?Das jĂŒdische Volk dachte, dass das Reich Gottes „sofort“ erscheinen wĂŒrde. Jesus versuchte aber, ihnen zu erklĂ€ren, dass das Reich Gottes Zeit zum Wachsen braucht. Es bedarf der Gnade Gottes, also der Minen, die Gott uns schenkt, aber auch unseres Handelns, um diese Gnade Gottes zu vermehren. Auch möchte Gott nicht, dass wir aus Angst handeln. Er will eine Liebesbeziehung, voller Vertrauen und Glauben. Es gibt keinen Platz fĂŒr Angst.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich vertraue auf deine Barmherzigkeit. Ich habe keine Angst. Ich gebe dir alles, was ich habe. Ich möchte in Gnade leben.

Möglicher Vorsatz: Wo lebe ich meinen Glauben aus Angst? Vielleicht kann ich heute die Angst durch Akte des Vertrauens ersetzen.


Die TrÀne Gottes

17. November 2016

Donnerstag der Dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Gertrud von Helfta OCist, Mystikerin
Hl. Hilda OSB, Äbtissin

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 19,41-44
In jener Zeit, als Jesus nĂ€herkam und die Stadt sah, weinte er ĂŒber sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hĂ€ttest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen. Es wird eine Zeit fĂŒr dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrĂ€ngen. Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich höre, dass du weinst. Mein Gott weint. Ich hĂ€tte nie gedacht, dass mein Schöpfer, der sich allein genĂŒgt, der vollkommen ist, dem nichts fehlt, weinen kann.

Bitte: Lass mich spĂŒren, was du spĂŒrst und lass mich sehen, was du siehst.

1. Jesus ist Gott. Jesus ist Mensch und Gott zugleich. Als Menschen können wir sein „Gott sein“ nicht verstehen und begreifen. Wir können durch unsere Gedanken ein wenig nachspĂŒren, was es heißt, Gott zu sein, aber wir werden es nie begreifen können. Vielen Heiligen wurde die Gnade zuteil, Gott durch eine mystische Erfahrung nĂ€her zu kommen. Sie konnten jedoch Gott nicht mithilfe von SinneseindrĂŒcken, Worten oder Gedanken beschreiben. Nachdem Thomas von Aquin eine Schauung Gottes hatte, wollte er die Summa theologiae zerstören, ein Werk, das in vieler Hinsicht bis heute noch am anschaulichsten mit unseren Worten beschreibt, wer Gott ist.

2. Jesus ist Mensch. Gottes Sohn entschied sich, Mensch zu werden und in alle Ewigkeit Mensch zu sein. Er nahm alle FĂ€higkeiten, die wir Menschen besitzen an, um uns gleich zu sein. Er kann fĂŒhlen wie wir. Er kann denken wie wir. Er kann urteilen wie wir. Der Schöpfer hat die Natur und das Wesen seines Geschöpfs angenommen. Nicht um seinetwillen, sondern wegen mir. Jesus will mit mir fĂŒhlen, mit mir denken und mit mir reden, so wie ich es kann.

3. Die TrĂ€nen Gottes. Sein FĂŒhlen klammert auch den Schmerz nicht aus. Er spĂŒrt das Leid. Wenn wir weinen, dann oft, weil wir ĂŒber etwas traurig sind. Jesus weint ĂŒber Jerusalem. „Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hĂ€ttest, was dir Frieden bringt.“ Er drĂŒckt die Tiefe seiner ganzen Sehnsucht aus. Die TrĂ€ne Gottes entspringt seiner Liebe. Seine Liebe zehrt an ihm. Er sehnt sich so sehr danach, dass Jerusalem - das Reich Gottes - in den Menschen lebendig ist. Ein Gott, den wir nicht begreifen können, der Mensch wurde, um uns an sich zu ziehen, weint ĂŒber die, die seine Sehnsucht nicht erkennen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte erkennen, dass du mich liebst. Ich möchte, dass dein Reich in meinem Herzen wĂ€chst.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute Jesus trösten, indem ich einer anderen Person einen Fehler verzeihe und ihr es auch zum Ausdruck bringe. Vielleicht habe ich die Gelegenheit, mich mit jemandem zu versöhnen, mit dem ich mich schon lange im Streit befinde.


Tempel Gottes

18. November 2016

Freitag der Dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Odo von Cluny OSB, Abt

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 19,45-48
In jener Zeit ging Jesus in den Tempel und begann, die HĂ€ndler hinauszutreiben. Er sagte zu ihnen: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine RĂ€uberhöhle gemacht. Er lehrte tĂ€glich im Tempel. Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die ĂŒbrigen FĂŒhrer des Volkes aber suchten ihn umzubringen. Sie wussten jedoch nicht, wie sie es machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn gern.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte dir heute mein Leben von neuem hingeben. Alles, was ich bin. Tempel des Heiligen Geistes bin ich. Heiliger Geist, komm und öffne meine Ohren, um zu hören. Komm!

Bitte: Jesus, hilf mir, dein Handeln zu verstehen. Zeige mir, warum du die HĂ€ndler hinausgeworfen hast und was ich bei mir Ă€ndern soll.

1. Der Tempel. Ich bin ein Tempel des Heiligen Geistes. Wenn ich in Gnade lebe, wohnt die Heiligste Dreifaltigkeit in mir. Weil ich aber noch nicht im Himmel bin, kommen immer wieder HĂ€ndler und machen aus meinem Tempel eine RĂ€uberhöhle. Was raubt mir immer wieder den Frieden?

2. Mein Herz. Jesus verfuhr sehr streng mit allem, was nicht in den Tempel gehörte. Er möchte auch meine Seele immer wieder von dem reinigen, was nicht heilig ist. Vor meinem Herzen macht er aber Halt, denn das Herz eines jeden Menschen ist fĂŒr Gott heilig. Er hat mich so geschaffen, dass ich frei ĂŒber mein Herz bestimmen darf. Er klopft an und wartet. Mein Herz ist der wichtigste Ort, in dem sich das Reich Gottes entfalten kann. Von dort entspringen meine Handlungen.

3. Sich sehnen. Jesus weiß, dass er mein Herz nur erobern kann, wenn es sich nach Gott sehnt. Es sehnt sich von Natur aus nach Gott, aber konkret und bewusst kann ich es nur aus freien Willen zulassen. Liebe existiert nur in Freiheit. Vollkommene Freiheit besitze ich nicht, denn meine Seele wird immer wieder von den HĂ€ndlern heimgesucht. Wie wichtig ist es da, Jesus immer wieder einzuladen und dafĂŒr zu sorgen, dass er in mir wohnen bleibt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, komm in mein Herz, reinige es, reinige meine Seele und befrei mich von allen Fesseln. FĂŒhre mich zur vollkommenen Freiheit, die nur in dir und durch dich bestehen kann.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich bewusst Tempel des Heiligen Geistes sein und es mir immer wieder sagen: „In mir wohnt die Heiligste Dreifaltigkeit!“


Überzeugt und geduldig sein

19. November 2016

Gedenktag
Hl. Elisabeth von ThĂŒringen
Hl. Mechthild von Hackeborn, Mystikerin

Magda Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 20,27-40
In jener Zeit kamen einige von den SadduzĂ€ern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlĂ€sst, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben BrĂŒder. Der Erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der Zweite, danach der Dritte, und ebenso die anderen bis zum Siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott fĂŒr wĂŒrdig hĂ€lt, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn fĂŒr ihn sind alle lebendig. Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet. Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir ein hörendes Herz, dass ich dein Wort aufnehmen kann. Ich möchte verstehen, was du mir sagen willst. Ich möchte deine Botschaft annehmen, auch wenn sie mir unverstĂ€ndlich erscheint oder es mir schwerfĂ€llt, sie zu leben. Danke, dass du Geduld mit mir hast.

Bitte: Herr, prĂŒfe mein Herz und meinen Verstand. Sieh, ob in ihnen ist, was dir gefĂ€llt, und ob ich auf deinem Weg gehe.

1. Ăœberzeugt sein! – Aber wovon?  Die SadduzĂ€er sind sich sicher, dass sie Recht haben: Nach dem Tod ist alles aus! Sie ĂŒberlegen sich diese ein wenig ĂŒberspitzte Geschichte, um Jesus zu widerlegen und allen zu beweisen, dass das, was Jesus sagt, unlogisch ist. Sie berufen sich auf die Worte der Schrift, aber sie merken nicht, dass das lebendige Wort Gottes vor ihnen steht.

2. Geduldig sein. Obwohl Jesus sicherlich schnell merkt, dass die SadduzĂ€er nicht mit den besten Absichten zu ihm kommen, lĂ€sst er sich mit viel Geduld auf das GesprĂ€ch mit ihnen ein. Er verurteilt sie nicht. Er wirft ihnen ihre Falschheit nicht vor. Er hört ihnen zu, lĂ€sst sie ausreden und antwortet dann mit Geduld und Klarheit. Auch er beruft sich auf Mose, auch wenn er, der neue Mose, dies nicht nötig hĂ€tte. Er spricht so, dass die, die vor ihm stehen, ihn gut verstehen können.

3. Sich ĂŒberzeugen lassen. â€žMeister, du hast gut geantwortet.“ Ob einige der SadduzĂ€er sich wohl von Jesus haben ĂŒberzeugen lassen? Haben sie ihre „Wahrheiten“ beiseitegelassen, um dem zu folgen, der der Weg, DIE WAHRHEIT und das (ewige) Leben ist? Wir wissen es nicht. Aber wir können uns fragen: Habe auch ich meine „Wahrheiten“, an denen ich stur festhalte und die ich nicht von Jesus hinterfragen lasse? „Wahrheiten“ ĂŒber mich selbst, ĂŒber mein Image, ĂŒber meine UnfĂ€higkeit? „Wahrheiten“ ĂŒber meinen NĂ€chsten, meinen Nachbarn, meinen Bruder? Vielleicht sogar ĂŒber Gott?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du zeigst so viel Geduld bei dieser Begegnung. Sei auch geduldig mit mir. Hilf mir zu erkennen, wo ich zu sehr an meinen selbstgemachten Wahrheiten festhalte, und tausche sie durch deine Wahrheit aus, die wirklich freimacht. Öffne mein Herz fĂŒr die Gedanken und Ideen der anderen.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht habe ich heute eine Gelegenheit, geduldig zuzuhören und zu versuchen die Sichtweise meines GegenĂŒbers nachzuvollziehen.