Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 16. Oktober 2016 bis Samstag 22. Oktober 2016

Neunundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Felix Honekamp

Was w├╝rde Gott nicht f├╝r mich tun?Sonntag
Reichtum im HimmelMontag
Zeugnis gebenDienstag
Gottes VerwalterMittwoch
Ein epischer KampfDonnerstag
Zeichen und St├ÂrsenderFreitag
Liebe in FreiheitSamstag


Was w├╝rde Gott nicht f├╝r mich tun?

16.Oktober 2016

Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Felix Honekamp

Lk 18,1-8
In jener Zeit sagte Jesus den J├╝ngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht f├╝rchtete und auf keinen Menschen R├╝cksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich f├╝rchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen R├╝cksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie l├Ąsst mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schl├Ągt mich ins Gesicht. Und der Herr f├╝gte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen Auserw├Ąhlten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern z├Âgern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverz├╝glich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich wei├č, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit G├╝te und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu h├Âren, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater im Himmel, du hast mir den Glauben an dich geschenkt. Doch der wird immer wieder auf die Probe gestellt, wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich sie mir vorstelle, wenn ich Schicksalsschl├Ąge erleide. Hilf mir, dir zu vertrauen, im Herzen gewiss zu sein, dass du es gut mit mir meinst.

1. Der ungerechte Gott? Liest man das Gleichnis k├Ânnte man auf den Gedanken kommen, Gott sei dem ungerechten Richter vergleichbar. Das w├╝rde bedeuten, man m├╝sste ihn einfach nur so lange mit dem Gebet nerven, bis er endlich reagiert. Oder anders gedacht: Wenn Gebete nicht erh├Ârt werden, wenn Menschen sterben, obwohl man f├╝r ihre Heilung gebetet hat, wenn die W├╝nsche, die man an Gott richtet, nicht wahr werden, hat man dann nur zu wenig oder zu schlecht gebetet? Liegt der Fehler nur an uns? Dem w├Ąre entgegenzuhalten: Was f├╝r ein ungerechter Gott w├Ąre doch das, wenn man au├čer einer kindlichen Haltung im Gebet besondere F├Ąhigkeiten br├Ąuchte!

2. Mit Gott sprechen. Jesus stellt diese verkehrte Vorstellung von Gott richtig: ÔÇ×Sollte Gott seinen Auserw├Ąhlten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern z├Âgern?ÔÇť Die rhetorische Frage verdeutlicht, wie abstrus dieses Gottesbild eigentlich ist. Trotzdem liebt es Gott, wenn wir mit ihm sprechen, ihm gegen├╝ber unsere W├╝nsche in Worte fassen und sie dabei auch ├╝berdenken ÔÇô die vermeintliche ÔÇ×Verz├ÂgerungÔÇť nutzen, um unser Herz zu weiten: Ist das, was ich mir w├╝nsche, wirklich gut? Kann es Gr├╝nde geben, warum Gott nicht auf meine W├╝nsche h├Ârt?

3. Der f├╝r mich am Kreuz gestorben ist. Zu einer solchen Einstellung geh├Ârt aber eine Menge Vertrauen in den Herrn: Er ist unser Sch├Âpfer, er liebt uns so sehr, dass er f├╝r uns, f├╝r mich ganz pers├Ânlich, am Kreuz gestorben ist. Wenn ich mir das verdeutliche, werde ich nie wieder annehmen, dass ich vielleicht nicht richtig gebetet habe, keinen rechten Draht zu Gott finde, denn er hat mich schon ganz erreicht, ist den Weg zu mir gegangen. Kann ich auf diese Art frei beten wie zu einem Freund, den ich um einen Gefallen bitte in der Gewissheit, dass er mir helfen wird, wenn kein h├Âheres Motiv dagegen spricht, er es also kann?

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, wie oft ist mein Glaube eher eine Formel, theoretisch. F├╝r dich war das Kreuz, an das du dich f├╝r mich hast schlagen lassen, aber ganz real. Und doch meine ich manchmal, dass du nicht alles f├╝r mich tun w├╝rdest. Und zugleich bleibst du selbst dann bei mir, wenn ich dir Vorw├╝rfe mache. Danke, dass du mich auch dann liebst, wenn ich an dir zweifle. Besiege meine Zweifel.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde in dieser Woche im Morgengebet das Kreuz betrachten und mir vergegenw├Ąrtigen, dass der Herr, der allm├Ąchtige Sch├Âpfer der Welt, sein Leiden f├╝r mich auf sich genommen hat.


Reichtum im Himmel

17. Oktober 2016

Gedenktag
Hl. Ignatius von Antiochia, Bischof, M├Ąrtyrer
Hl. Anselm von Wien OFM

Felix Honekamp

Lk 12,13-21
In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, h├╝tet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines gro├čen Verm├Âgens im ├ťberfluss lebt. Und er erz├Ąhlte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da ├╝berlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich wei├č nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schlie├člich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abrei├čen und gr├Â├čere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorr├Ąte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen gro├čen Vorrat, der f├╝r viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zur├╝ckfordern. Wem wird dann all das geh├Âren, was du angeh├Ąuft hast? So geht es jedem, der nur f├╝r sich selbst Sch├Ątze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich wei├č, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit G├╝te und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu h├Âren, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater im Himmel, du beschenkst mich mit so manchen Gaben. Bei vielen habe ich das Gef├╝hl, sie verdient zu haben. Lass mich erkennen, dass ich ohne dich nichts tun kann, mit dir aber alles, was Du von mir verlangst.

1. Ein kluger Mann. Nach weltlichen Ma├čst├Ąben handelt der reiche Mann genau richtig: Es geht ihm aufgrund einer ausgezeichneten Ernte sehr gut, sein neuer Reichtum war auch nicht ungerecht erworben sondern Frucht seiner Arbeit und seines Flei├čes. Dass er nun f├╝r schlechte Zeiten vorsorgen m├Âchte, ist ein Gebot der Vorsicht und der Klugheit. H├╝ten wir uns davor, den Bauern aufgrund des weiteren Verlaufs des Gleichnisses vorschnell zu verurteilen. Sein Beispiel ist keines, das zu Unvorsichtigkeit oder Sorglosigkeit einladen soll. Wir sollen die Zukunft im Auge haben.

2. Die Ewigkeit im Blick? Trotzdem nennt Gott diesen an und f├╝r sich klugen Mann einen Narren. Warum? Weil er sein Wohl nur in irdischen Dingen gesucht hat, sein Seelenheil dagegen hatte er ├╝ber seinen Reichtum aus den Augen verloren. Und auch wenn er flei├čig war, so war er doch nicht alleine der Urheber des reichen (Geld-) Segens, der ├╝ber ihn gekommen war. Er hatte ÔÇô im wahrsten Sinne ÔÇô seine Rechnung ohne Gott gemacht, und so auf Sand gebaut. Bin ich da so anders? Sehe ich in Gott den Urheber meines Wohlergehens? Halte ich die Ewigkeit im Blick und nicht nur die n├Ąchsten paar Jahre auf dieser Welt?

3. Der Narr in Gottes Augen. Ist Reichtum nun also von ├╝bel? Das ist hier nicht gemeint, es geht nur darum, den Reichtum im rechten Licht zu sehen: Mit allem Geld der Welt kann man sein Leben nicht verl├Ąngern. Zudem bringt der Reichtum nicht wenige Menschen dazu, sich um dessen Erhalt (und Mehrung) mehr zu sorgen als um die Ewigkeit. Das ist es, was Gott den Bauern einen Narren nennen l├Ąsst. W├╝rde Gott mich einen Narren nennen? Welche weltlichen G├╝ter haben einen zu gro├čen Einfluss in meinem Leben?

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, im heutigen Evangelium machst du es mir nicht leicht. Die Sorge um mein irdisches Wohlergehen und das der mir anvertrauten Menschen, ist notwendig. Und doch ist es nicht das Wesentliche. Lass mich niemals den Blick auf dich vergessen, den Blick auf die Ewigkeit und den Reichtum, den ich vor Gott erwerben m├Âchte.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde im heutigen Abendgebet ehrlich mit mir sein und mir vor Augen halten, was ich heute f├╝r die Ewigkeit getan habe, womit ich mir tats├Ąchlich einen Schatz im Himmel erworben haben k├Ânnte ÔÇô und womit nicht.


Zeugnis geben

18. Oktober 2016

Fest
Hl. Evangelist Lukas
Hl. Petrus von Alcantara

Felix Honekamp

Lk 10,1-9
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle St├Ądte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist gro├č, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f├╝r seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die W├Âlfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Gr├╝├čt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm w├╝nscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zur├╝ckkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich wei├č, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit G├╝te und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu h├Âren, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater im Himmel, du hast mich zum J├╝nger berufen. Du hast mir das Geschenk des Glaubens gemacht, und ich bin aufgefordert, diesen Glauben weiter zu tragen. Hilf mir, ein guter J├╝nger und ein guter Apostel des Glaubens zu sein.

1. J├╝ngerschaft ist Arbeit. Jesus sendet die J├╝nger aus, um das Reich Gottes zu verk├╝nden. Nach den 12 Aposteln ist das der zweite Missionsauftrag, den er erteilt. Und er gibt den J├╝ngern einige Ratschl├Ąge mit auf den Weg, die deutlich machen: Es wird kein Zuckerschlecken. Er verwendet sogar das Wort Arbeit f├╝r die Verk├╝ndigung. Auch wenn ich den Glauben an Jesus Christus vornehmlich in meiner freien Zeit verbreite: Bin ich mir der Ernsthaftigkeit bewusst?

2. Schafe unter W├Âlfen. Dass die Mission kein Zuckerschlecken wird, wird auch daran deutlich, dass Jesus seine J├╝nger darauf vorbereitet, dass sie abgelehnt werden k├Ânnten. Den Glauben nimmt jeder in Freiheit an ÔÇô und kann nein sagen. Und nicht nur das: Ein J├╝nger muss damit rechnen, bek├Ąmpft zu werden, manchmal auch mit unfairen Mitteln, die dem J├╝nger verwehrt sind. Christ zu sein und Jesu Botschaft zu verk├╝nden, das bedeutet auch heute eine unb├Ąndige Freude. Aber ich darf mich nicht t├Ąuschen: Es ist auch ein Kampf.

3. Lasse ich mich rufen? Was Jesus seinen J├╝ngern prophezeit hat, das steht auch uns als Christen heute bevor. Da ist es gut, sich dar├╝ber Gedanken zu machen, was ich mir zutraue. Es geht nicht darum, das Martyrium, die Verfolgungen und Verspottung zu suchen, aber, was f├╝r mich bestimmt ist, muss ich aushalten. Daf├╝r wei├č ich immer, dass Jesus, der wahre Herr der Welt, mir zur Seite steht. Er tut alles f├╝r mich ÔÇô darum muss ich mich pr├╝fen und herausfinden, was ich f├╝r ihn und meinen N├Ąchsten zu tun bereit w├Ąre.

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, gleich deinen ersten J├╝nger sendest du mich wie ein Schaf unter die W├Âlfe. Diesen Auftrag kann ich ablehnen, aber ich m├Âchte ihn so gerne wahrnehmen. Dazu brauche ich deine Hilfe und die Gewissheit, dass du immer an meiner Seite bist. Es gibt nichts, was du nicht f├╝r mich tun w├╝rdest. Gib mir den Mut, alles f├╝r dich und meinen N├Ąchsten zu tun, was notwendig ist ÔÇô gelegen oder ungelegen.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde bewusst in einer Situation, in der mir das unangenehm ist, Zeugnis f├╝r meinen Glauben ablegen.


Gottes Verwalter

19. Oktober 2016

Mittwoch der Neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Isaak Jogues SJ, M├Ąrtyrer

Felix Honekamp

Lk 12,39-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses w├╝sste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so w├╝rde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis nur uns oder auch all die anderen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt? Selig der Knecht, den der Herr damit besch├Ąftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Verm├Âgens machen. Wenn aber der Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht zur├╝ck!, und anf├Ąngt, die Knechte und M├Ągde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in St├╝cke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungl├Ąubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum k├╝mmert und nicht danach handelt, der wird viele Schl├Ąge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schl├Ąge verdient, der wird wenige Schl├Ąge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zur├╝ckgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich wei├č, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit G├╝te und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu h├Âren, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater im Himmel, wie leicht werde ich durch das, was mich von dir entfernt, abgelenkt und verf├╝hrt. Zeige mir, wie ich jeden Tag ein Leben in deinem Sinne f├╝hren kann.

1. Zuverl├Ąssigkeit. Eigentlich ist es nicht viel, was Jesus da verlangt. Man k├Ânnte es als Mindestma├č begreifen, das auch jeder Arbeitgeber verlangen darf: Zuverl├Ąssigkeit. Es geht lediglich darum, das zu tun, was die Aufgabe ist, nicht mehr und nicht weniger. Doch die Aufgaben sind durchaus unterschiedlich verteilt, und ich muss meine erkennen und sie erf├╝llen. Wird Gott mich als zuverl├Ąssig erachten?

2. Versuchungen. Obschon Zuverl├Ąssigkeit keine gro├če Herausforderung zu sein scheint, sind die Versuchungen, sich von der eigenen Aufgabe abzuwenden, doch nicht zu untersch├Ątzen. Was soll denn schon diese kleine Unachtsamkeit, diese einmalige Vernachl├Ąssigung meiner Pflichten f├╝r Schaden anrichten? So wie der unzuverl├Ąssige Verwalter meint, er k├Ânne essen und trinken und M├Ągde und Knechte schlagen, so gibt es auch Versuchungen, die in mir die Willk├╝r n├Ąhren und mich von meiner Aufgabe abbringen k├Ânnen. Kenne ich meine Schw├Ąchen?

3. Zu unbekannter Stunde. Die besondere Herausforderung der Zuverl├Ąssigkeit gegen├╝ber Gott besteht wohl vor allem darin, dass ich ihn nicht sehen kann und nicht wei├č, wann die entscheidende Stunde gekommen ist. Da ist es verf├╝hrerisch, meine Pflichten auf die leichte Schulter zu nehmen. Lebe ich jeden Tag, jede Stunde, als sei es die f├╝r Gott entscheidende? Glaube ich, dass das zu viel verlangt ist? Kann ich meine Stunden und Tage dem Herrn weihen?

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, eigentlich verlangst du nicht viel von mir. Und obwohl ich so oft unzuverl├Ąssig bin, betraust du mich mit gro├čen Aufgaben. Ich danke dir, dass du so gro├čes Vertrauen in mich setzt.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde eine Aufgabe in meiner Gemeinde, Gemeinschaft oder Familie ├╝bernehmen und zuverl├Ąssig erf├╝llen.


Ein epischer Kampf

20. Oktober 2016

Donnerstag der Neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Wendelin, Abt
Hl. Vitalis OSB, Bischof

Felix Honekamp

Lk 12,49-53
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh w├Ąre ich, es w├╝rde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedr├╝ckt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn f├╝nf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich wei├č, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit G├╝te und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu h├Âren, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater im Himmel, zeige mir den Platz in der Welt, den du mir zugedacht hast. Gib mir Mut, den Kampf aufzunehmen, den der Glaube an dich beinhaltet. Ich wei├č, dass du an meiner Seite stehen wirst, wenn ich deine Botschaft verk├╝nde.

1. Die Welt entflammen. Heute verstehen wir die Worte ÔÇ×Feuer auf die Erde werfenÔÇť eher bildhaft. Aber Jesu J├╝nger werden diesen Satz w├Ârtlich verstanden haben. Es mag sie schockiert haben, sicher haben sie sich aber nicht vorstellen k├Ânnen, was es bedeutet, die Welt mit dem Glauben an Gott zu entflammen. Heute gibt es weltweit fast 2 Milliarden Menschen auf der Welt, die an Christus glauben, mehr als 30 % der Weltbev├Âlkerung. Das h├Ątten sich Jesu J├╝nger wohl kaum tr├Ąumen lassen.

2. Spaltung. Und doch ist die Geschichte des Christentums nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Verfolgungen und Spaltungen sind Teil des Weges der Christenheit durch die Zeit. Jesus hat angek├╝ndigt, nicht Frieden sondern Spaltung zu bringen. Widerspricht das nicht unserer Vorstellung vom Christentum? Doch die Wahrheit ist: Gerade der Botschaft der Liebe und des Friedens wird ├╝berall auf der Welt widersprochen. F├╝r seinen Glauben an Christus einzustehen ÔÇô ein solches Handeln spaltet die Welt, es ruft in den Herzen unterschiedliche Reaktionen hervor.

3. Kampf. Trotzdem wissen wird, dass Gott am Ende Sieger sein wird. Wir glauben daran, dass unser Zeugnis die Welt zum Besseren ver├Ąndern wird. Es sollte uns aber nicht erschrecken, dass man daf├╝r Mut braucht, Widerspruch erntet und bek├Ąmpft werden wird. In einer gebrochenen Welt stehen die J├╝nger Jesu immer in einem epischen Kampf. Bin ich dazu bereit?

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, du hast mir keinen Spaziergang versprochen. Ich sollte wissen, dass das Leben als Christ kein einfaches sein wird, jedenfalls nicht, wenn ich es ernst nehme. Ich danke dir, dass du dabei immer an meiner Seite stehst. Ich stehe in diesem Kampf niemals alleine.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde in Diskussionen widersprechen, wenn die Argumente sich gegen meinen Glauben und die damit verbundene Wahrheit wenden.


Zeichen und St├Ârsender

21. Oktober 2016

Freitag der Neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ursula, Verena, Clementine, M├Ąrtyrerinnen

Felix Honekamp

Lk 12,54-59
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der S├╝dwind weht, dann sagt ihr: Es wird hei├č. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels k├Ânnt ihr deuten. Warum k├Ânnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil? Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bem├╝h dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener ├╝bergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gef├Ąngnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich wei├č, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit G├╝te und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu h├Âren, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater im Himmel, immerzu sendest du mir Zeichen, die mir auf meinem Lebensweg helfen sollen. Hilf mir, meine geistlichen Antennen richtig auszurichten, damit ich deine Botschaften an mich im L├Ąrm der Welt empfangen kann.

1. Einfache Deutungen. Um Deutungen und Interpretationen im Gesch├Ąftsleben sind wir nie verlegen. Auch naturwissenschaftlich bleibt uns nur wenig v├Âllig verborgen. Und doch f├Ąllt es uns schwer, die Zeichen zu deuten, die Gott uns sendet. Sehe ich Gottes Hinweise an mich? Glaube ich ├╝berhaupt, dass er mir welche sendet?

2. St├Ârsignale. Wenn ich glaube, dass es die Zeichen der Zeit durch Gott gibt, die Zeichen Gottes f├╝r mich ÔÇô warum sehe ich sie dann nicht? Vielleicht liegt es daran, dass diese eher leisen Botschaften durch die laustarken Zeichen der Welt ├╝berlagert werden. Diese St├Ârsender wollen mir andere Zeichen schmackhaft machen: Was mir alles zusteht, wie ich meine Freiheit nutzen sollte, wie ich den h├Âchsten Gewinn aus meiner Leistung beziehe. Dagegen muss ich bei Gottes Zeichen schon sehr genau hinh├Âren und meinen ÔÇ×Empf├ĄngerÔÇť auf dieses wahre Signal ausrichten.

3. Falsche Blickrichtung. Es ist nicht nur die Welt, die mich ablenkt. Allzu gerne lasse ich mich auch verwirren, weil ich andere Zeichen viel lieber sehen m├Âchte, weil sie angenehmer und bequemer sind. Papst Benedikt XVI. hat dazu treffend gesagt: ÔÇ×Wer Bequemlichkeit will, der ist bei Christus allerdings an der falschen Adresse. Aber er zeigt uns den Weg zum Gro├čen, zum Guten, zum richtigen Menschenleben.ÔÇť Will ich den Weg wirklich finden und ihn gehen, auch wenn er unbequem ist?

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, erneut zeigst du mir auf, welche Schwierigkeiten es mit sich bringt, dein J├╝nger zu sein. Du l├Ąsst mich nicht im Unklaren dar├╝ber, dass das Leben mit dir kein bequemes Leben sein wird. Danke, dass du mir immer wieder Mut machst, die n├Ąchsten Schritte in deiner Nachfolge zu tun.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde meine Gef├╝hle und ÔÇ×EingebungenÔÇť hinterfragen, ob sie wirklich von Gott kommen.


Liebe in Freiheit

22. Oktober 2016

Samstag der Neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kordula, M├Ąrtyrerin

Felix Honekamp

Lk 13,1-9
Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galil├Ąern, die Pilatus beim Opfern umbringen lie├č, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galil├Ąer S├╝nder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galil├Ąer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Und er erz├Ąhlte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Fr├╝chte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weing├Ąrtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Fr├╝chte tr├Ągt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weing├Ąrtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und d├╝ngen. Vielleicht tr├Ągt er doch noch Fr├╝chte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich wei├č, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit G├╝te und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu h├Âren, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater im Himmel, du schenkst mir und allen anderen Menschen immer wieder Zeit, mich f├╝r dich zu entscheiden. Deine Geduld ist grenzenlos. Ich will dir mein Leben weihen ÔÇô hilf mir, dass es fruchtbar werden kann.

1. Fruchtbarkeit. Was soll man schon mit so einem offenbar unfruchtbaren Feigenbaum anfangen? Die Entscheidung, ihn umzuhauen, ist durchaus vern├╝nftig. Der Weinbauer darf sehr wohl auch Fr├╝chte erwarten, daran ist nichts Falsches. Und doch wird dem Feigenbaum noch mehr Zeit einger├Ąumt. Und ich kann mich fragen: Bin ich fruchtbar f├╝r Gott?

2. So viel Zeit, wie ich brauche. Der Baum bekommt noch ein Jahr ÔÇô der Weing├Ąrtner hat das durchgesetzt. Der Besitzer des Weinbergs stimmt dem zu und stellt vorerst nicht nur seinen Anspruch auf Ertrag zur├╝ck, er l├Ąsst auch zu, dass der Weing├Ąrtner weiter in den Baum investiert. Auf diese Weise investiert auch Jesus in uns: Er tut alles, um uns zu ├╝berzeugen, ein Leben mit Gott zu f├╝hren. Und Gott gibt uns immer wieder Zeit.

3. Liebe statt Zwang. So wie man einen Feigenbaum nicht zwingen kann, Fr├╝chte zu tragen sondern sich nur darum bem├╝hen kann, ihm ein gutes Umfeld zu bereiten, so bem├╝ht sich auch Christus um unsere Liebe zu Gott. Was f├╝r eine gro├čartige Freiheit schenkt mir der Herr: Nicht nur, dass ich frei bin, ja zu ihm zu sagen oder ihn abzulehnen; er investiert auch noch unabl├Ąssig in mich, wirbt immer wieder um mein Herz. Eine erzwungene Liebe ist keine ÔÇô also muss ich mich schon selbst entscheiden, Gott zu lieben und Fr├╝chte der Umkehr zu zeigen.

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, du bist Gott und allm├Ąchtig. Aber du hast dich selbst eingeschr├Ąnkt, indem du mir die Freiheit geschenkt hast. Du wirst mich nicht zwingen, dich zu lieben, denn das w├Ąre ein Widerspruch. Umso mehr wirbst du um meine Liebe. Ich will dir antworten.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde heute im Gebet betrachten, was es bedeutet, Christus wirklich zu lieben.