Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 2. Oktober 2016 bis Samstag 8. Oktober 2016

Siebenundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

StÀrke unseren Glauben!Sonntag
Die wichtigste Frage im LebenMontag
PrioritÀten setzenDienstag
Jesus lehrt uns betenMittwoch
Beten von ganzem HerzenDonnerstag
Maria, ein Werk der GnadeFreitag
Die Mutter Jesu ehrenSamstag


StÀrke unseren Glauben!

2. Oktober 2016

Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Schutzengel

Anton Stehmer

Lk 17,5-10
In jener Zeit baten die Apostel den Herrn: StĂ€rke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wĂ€re wie ein Senfkorn, wĂŒrdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er wĂŒrde euch gehorchen. Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflĂŒgt oder das Vieh hĂŒtet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gĂŒrte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnĂŒtze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

EinfĂŒhrendes Gebet: Danke, Herr, dass du meinen Glauben stĂ€rkst.

Bitte: Hilf mir, mit mehr Zuversicht zu glauben.

1. Kleiner Senfkornglaube. Die JĂŒnger baten Jesus darum, ihren Glauben zu stĂ€rken. Jesus erzĂ€hlte ihnen ein Gleichnis ĂŒber die Kraft des Glaubens. Wenn ihr Glaube nur so groß wĂ€re wie so ein kleines Senfkorn, dann könnten sie einen tief verwurzelten Maulbeerbaum herausreißen und versetzen. Was doch ein Glaube, der nur so groß wie ein Senfkorn ist, zu bewirken vermag!

2. Positiv denken! Es stehen aber noch die meisten MaulbeerbĂ€ume dort, wo sie gestanden haben. Warum? Viele denken, dass ihr Glaube noch kleiner als ein Senfkorn ist. Das frustriert. Jesus wollte damit aber nur sagen, dass ein ganz kleiner Glaube, große Kraft besitzt. Die Dinge, die unseren Glauben herausfordern, gleichen mĂ€chtigen, fest verwurzelten MaulbeerbĂ€umen. Jesus ermutigt uns, indem er sagt, dass auch ein kleiner Glaube – einem Senfkorn gleich – BĂ€ume auszureißen vermag, einen nach dem anderen.

3. Der Erntearbeiter benötigt Demut. Das zweite Gleichnis scheint zunĂ€chst nicht mit dem ersten in Zusammenhang zu stehen. Doch Glaube ist eine Frucht und entspringt als solche der Demut vor Gott. Und wer eine Glaubenserfahrung gemacht hat, soll sich dessen nicht rĂŒhmen und bequem werden. Glaube ist nicht Selbstzweck. Wir Schulden Gott Glauben. Ohne Glauben können wir Gott nicht gefallen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, oft denke ich ĂŒber meinen Glauben negativ. Doch zu zeigst mir, dass mein Glaube, den ich jetzt habe, etwas verĂ€ndern wird.

Möglicher Vorsatz: Ich lasse mich heute nicht entmutigen, sondern sage mir: Mein kleiner Glaube, auch wenn er noch kleiner als ein Senfkorn ist, reißt einen Maulbeerbaum aus. Danke, Herr!


Die wichtigste Frage im Leben

3. Oktober 2016

Montag der Siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ewald, MĂ€rtyrer
Hl. Utto (Udo) von Metten OSB, Abt
Hl. Irmgard

Anton Stehmer

Lk 10,25-37
Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen NĂ€chsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben. Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein NĂ€chster? Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von RĂ€ubern ĂŒberfallen. Sie plĂŒnderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halb tot liegen. ZufĂ€llig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte fĂŒr ihn. Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge fĂŒr ihn, und wenn du mehr fĂŒr ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der NĂ€chste dessen erwiesen, der von den RĂ€ubern ĂŒberfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du hast uns das ewige Leben durch deinen Tod am Kreuz und deine Auferstehung erwirkt. Danke dafĂŒr! Bitte, sprich nun zu meinem Herzen. Ich höre.

Bitte: Hilf mir, noch tiefer zu erkennen, was das Wesentliche im Leben ist.

1. Die alles entscheidende Frage. Dieser Gesetzeslehrer stellte Jesus die entscheidende PrĂŒfungsfrage: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er hĂ€tte Jesus Fragen ĂŒber Gebote und Satzungen stellen können. Aber er kam zum Wesentlichen. Was nĂŒtzen einem FĂ€higkeiten, Klugheit, Reichtum und alle Ehre, wenn man schließlich stirbt und nicht das ewige Leben bei Gott erhĂ€lt? Wir leben in einer Zeit, in der der Materialismus und die Sinnlichkeit das logische und vernĂŒnftige Denken des Menschen vernebelt haben. Die Frage nach dem ewigen Leben interessiert fast niemanden mehr. Und das ist nicht logisch und auch nicht vernĂŒnftig. Als Christen mĂŒssen wir die Menschen aufwecken, indem wir sie dazu veranlassen, sich die wesentlichen Fragen zu stellen.

2. Gottesliebe fĂŒhrt zum ewigen Leben. Welche Antwort gab Jesus auf seine Frage: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Der Gesetzeslehrer antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen NĂ€chsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben. – Wer das ewige Leben gewinnen will, der muss mit seinem ganzen Wesen danach trachten, Gott zu lieben. Auch die Ehe ist, wie die Liebe zu Gott, ein lebenslanges BemĂŒhen und Trachten, in der Liebe zu wachsen.

3. Den NĂ€chsten lieben wie sich selbst. Der stolze Gesetzeslehrer ertrug es nicht, das Jesus ihn so schnell auf die richtige Antwort brachte und sagte: Und wer ist mein NĂ€chster? Jesus erzĂ€hlte ihm daraufhin das Gleichnis vom guten Samariter. Jesus wollte ihm damit sagen, dass es ohne die Liebe zum NĂ€chsten kein ewiges Leben geben kann. Und sich selbst in rechter Weise zu lieben, heißt, sich selbst so anzunehmen, wie Gott einen geschaffen hat. Wer sich selbst nicht in dieser Weise liebt, tut sich auch schwer, Gott zu lieben. Er kann dann auch den NĂ€chsten nicht wirklich lieben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, vergib mir, dass ich noch viel zu viel im Mittelpunkt stehe. Anstatt an den NĂ€chsten zu denken, denke ich an mich. Hilf mir, dich und den NĂ€chsten zu lieben. Hilf mir auch, mich selbst so zu lieben, wie ich bin.

Möglicher Vorsatz: Ich stelle mir heute mehrmals die Frage: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?


PrioritÀten setzen

4. Oktober 2016

Gedenktag
Hl. Franziskus von Assisi

Anton Stehmer

Lk 10,38-42
In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu FĂŒĂŸen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, fĂŒr ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kĂŒmmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein ĂŒberlĂ€sst? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und MĂŒhen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewĂ€hlt, das soll ihr nicht genommen werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, danke dass du nun durch diesen Text zu mir sprichst!

Bitte: Hilf mir zu erkennen, was heute PrioritĂ€t hat.

1. Marta beschwert sich bei Jesus. Jesus kam zu den gastfreundlichen Schwestern Marta und Maria. WĂ€hrend Marta ganz und gar damit beschĂ€ftig war, fĂŒr Jesus und seine JĂŒnger ein feines Festmahl zuzubereiten, setzte sich ihre Schwester einfach hin, um Jesu Worten zuzuhören. Marta wurde so Ă€rgerlich auf ihre Schwester, dass sie Jesus aufforderte, sie doch zurechtzuweisen: „Herr, kĂŒmmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein ĂŒberlĂ€sst? Sag ihr doch, sie soll mir helfen.“ So Unrecht hatte Marta nun auch wieder nicht. Sie ist eine eifrige und tatkrĂ€ftige Frau, die anpackt und etwas bewegt. Maria hört nur zu – was bringt das schon? Wir leben in einer Zeit, in der das Anpacken, Schaffen, Bauen, Bewegen, Managen höchste PrioritĂ€t hat. Doch all das bringt viele Sorgen und MĂŒhen.

2. Nur Eines ist notwendig! Arme Marta! Jesu Antwort fĂ€llt nicht zu ihren Gunsten aus: „Marta, Marta, Du machst dir viele Sorgen und MĂŒhen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewĂ€hlt, das soll ihr nicht genommen werden.“ Jetzt war die Zeit, Jesus zuzuhören und nicht die Zeit zu kochen. Jetzt war die Zeit, Jesu Wort aufzunehmen und sich nicht von anderen Dingen ablenken zu lassen. Jetzt war die Zeit, die Sorgen und MĂŒhen loszulassen und sich in Jesu Gegenwart zu begeben.

3. Im geistlichen Leben hat das Hören PrioritĂ€t. Marta will zuerst handeln, Maria will zuerst hören. Marta will durch harte Arbeit die Welt verĂ€ndern, Maria lĂ€sst sich zuerst selbst verĂ€ndern, indem sie auf Jesus hört. Im geistlichen Leben hat das Hören auf Jesus höchste PrioritĂ€t. Daraus soll das Handeln folgen. Wir mĂŒssen hier die PrioritĂ€t richtig setzen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, die Sorgen und MĂŒhen erdrĂŒcken mich. Doch du zeigst mir, dass ich zuerst auf dich hören soll. Vergib mir meinen Eigensinn, da ich oft zuerst handle und dann bete.

Möglicher Vorsatz: Ich prĂŒfe, wie ich mich heute in all den MĂŒhen und Sorgen des Tages verhalten habe.


Jesus lehrt uns beten

5. Oktober 2016

Mittwoch der Siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Meinolf von Paderborn
Hl. Maria Faustina Kowalska, Mystikerin

Anton Stehmer

Lk 11,1-4
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner JĂŒnger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine JĂŒnger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns tĂ€glich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere SĂŒnden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und fĂŒhre uns nicht in Versuchung.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du hast die JĂŒngern gelehrt, wie man betet. Du lehrst mich durch dein Vorbild und erweckst in mir den Wunsch, noch besser beten zu lernen.

Bitte: Herr, lehre mich nun beten.

1. Beten muss man lernen! Das vorbildliche Gebetsleben Jesu inspirierte in den JĂŒngern diese Bitte: „Herr, lehre uns beten.“ Wenn der Sohn den Vater beten sieht, wird er auch eines Tages beten. Wenn die Tochter die Mutter beten sieht, wird sie auch eines Tages beten. Wo Bekehrungen geschehen, verbergen sich dahinter immer betende Menschen. Beten bleibt nicht ohne Wirkung. Beten ist ein fundamentaler Akt des Glaubens.

2. Beten zum Vater. Jesus lehrte seine JĂŒnger nicht nur ein Gebet aufsagen, sondern er belehrte sie auch ĂŒber das Gebet selbst. Jedes Gebet beginnt mit: „Vater“. Diese vĂ€terliche Beziehung ist der Kern jedes Gebets. Sie drĂŒckt die ganze Liebe Gottes zum Betenden aus und umgekehrt. Dies gibt uns die Zuversicht, dass Gott uns hört.

3. Rechtes Beten vermag alles. â€žDein Name werde geheiligt“ lehrt die rechte Haltung gegenĂŒber Gott. Ehrfurcht gehört zum Gebet. Es bedeutet auch, Gott nicht meinen Willen aufzwingen zu wollen, sondern Gott die Freiheit zu lassen, zu handeln wie er will. Er wirkt immer das Beste fĂŒr uns, auch dann, wenn es gerade nicht so erscheint. Ziel des Gebets ist es, dass das Reich Gottes sich ausbreiten kann. Mit Gebet können wir unsere Sorgen ĂŒberwinden, gegen die SĂŒnde kĂ€mpfen, anderen vergeben und in Versuchung bestehen. Das Gebet vermag alles.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich ermutigst zu beten. Beten bringt Frucht. Schenke mir noch ein grĂ¶ĂŸeres Verlangen zu beten.

Möglicher Vorsatz: Ich denke heute ĂŒber den Wert des Gebets nach.


Beten von ganzem Herzen

6. Oktober 2016

Donnerstag der Siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bruno der KartÀuser

Anton Stehmer

Lk 11,5-13
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die TĂŒr ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfĂŒllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfĂ€ngt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich klopfe bei dir an. Danke, dass du mir nun die TĂŒr öffnest und wir miteinander sprechen können.

Bitte: Heiliger Geist, hilf mir, von ganzem Herzen zu beten.

1. Zudringliches Bitten. Das Gleichnis berichtet, wie mitten in der Nacht ganz ĂŒberraschend ein Gast kommt. Um ihn zu bewirten, muss der Gastgeber seinen Freund mitten in der Nacht wecken und ihn um Brote bitten. Der Freund ist nicht erfreut und Ă€rgert sich ĂŒber die Ruhestörung. Doch der Gastgeber gibt nicht auf, weil er weiß, dass sein Freund sein Freund ist. Jedoch muss er recht zudringlich werden, d.h. er muss heftig klopfen und immer lauter rufen. Wegen dieser Zudringlichkeit gibt der Freund schließlich nach.

2. Bitten, suchen, anklopfen – von ganzem Herzen. Jesus sagt uns hier, dass wir bitten, suchen, anklopfen sollen. Er verspricht, dass wir damit nicht auf taube Ohren stoßen und Erfolg haben werden. Aber welche Haltung ist notwendig? Das Gleichnis zuvor lehrt, dass wir zudringlich sein mĂŒssen. Es ist nicht damit getan, ein bisschen zu bitten, zu suchen, anzuklopfen. Vielmehr muss man es mit Entschlossenheit, IntensitĂ€t, Herzenshingabe und Beharrlichkeit tun. Jesus verspricht, dass es Wirkung haben wird. Gott ist ein guter Vater, er gibt uns nur Gutes! Unser Bitten, Suchen, Anklopfen geht also nie leer aus.

3. Gott gibt den Heiligen Geist. Doch Gott will uns zuerst die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist geben. Mit dem Heiligen Geist wird unser Beten immer tiefer, effektiver und wirksamer. Wir werden zu guten Mitarbeitern Gottes.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, oft ist mein Gebet oberflĂ€chlich und ichzentriert. Doch du willst, dass es intensiv ist, ja sogar zudringlich, denn du willst mein Gebet erhören. Lass mich mit Hilfe des Heiligen Geistes lernen, besser zu beten.

Möglicher Vorsatz: Heute prĂŒfe ich, wie ich bete.


Maria, ein Werk der Gnade

7. Oktober 2016

Gedenktag
Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz
Hl. Justina von Padua, MĂ€rtyrerin

Anton Stehmer

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebĂ€ren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater im Himmel, Gott und Herr. Obwohl wir „nur“ deine Geschöpfe sind, wollte dein Sohn einer von uns werden. Das „Ja“ Mariens hat alles möglich gemacht.

Bitte: Jesus, hilf mir, die Gnade, die du mir gegeben hast, zu erkennen.

1. Die Berufung. Mit der VerkĂŒndigung greift Gott in Marias Leben ein. Das Eingreifen Gottes in das Leben eines Menschen ist ein Moment der Gnade. Dass Maria erschrak, ist natĂŒrlich, denn wenn man spĂŒrt, dass Gott eingreift, kann das Leben nicht mehr so weitergehen wie bisher. Es kommt etwas ganz Neues. Es ist der Beginn eines großen Abenteuers. Gnade bedeutet auch Schönheit. Das Eingreifen Gottes in das Leben eines Menschen hat immer das Ziel, den Menschen in seiner ganzen Person zu entfalten und „schön“ zu machen. Wie wunderschön ist die Mutter Jesu doch geworden!

2. Teilnahme am Erlösungswerk Gottes. Gottes Gnade an Maria bestand nicht nur darin, die Mutter des Erlösers zu werden, sondern auch an der Erlösung der Welt mitzuwirken. Maria nahm am Leben Jesu teil, an seinem Leiden und an seiner Auferstehung. Sie war dabei, als die junge Kirche zu wachsen begann. Sie wurde zur Mutter der Kirche. Auch wir sind gerufen, am Erlösungswerk teilzunehmen. Das können wir in vielen Pfarreien, Gemeinschaften und Bewegungen der Kirche tun. Auch das „Regnum Christ“ ist ein solcher Ausdruck der Gnade Gottes.

3. Unser „Ja“ ist erforderlich. Maria sagte: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Maria musste sich entscheiden. Ohne unser „Ja“ kann die Gnade Gottes sich nicht entfalten. Das „Ja“ bedeutet aber auch, mit Maria hinauf nach Golgota zu gehen. Das Kreuz gehört auch zur Gnade.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich sage „Ja“ zu deiner fĂŒr mich bestimmten Gnade. Du willst durch mich die Welt zum Guten verĂ€ndern. Hilf mir, die Gnade, die du mir geschenkt hast, besser zu erkennen und anzunehmen.

Möglicher Vorsatz: Ich denke ĂŒber die Gnade nach, die ich erhalten habe, und erneuere heute mein „Ja“.


Die Mutter Jesu ehren

8. Oktober 2016

Samstag der Siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Simeon von Jerusalem

Anton Stehmer

Lk 11,27-28
In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genÀhrt hat. Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist wahrer Gott, aber auch wahrer Mensch, und als solcher bist du ganz der Sohn deiner Mutter – welch eine tiefe Beziehung muss zwischen euch geherrscht haben. Danke, dass du uns Maria zur Mutter gegeben hast.

Bitte: Jesus, hilf mir, die Schönheit deiner Mutter tiefer zu erkennen.

1. Selig die Frau, deren Leib dich getragen! Was die Frau gesagt hat, war richtig. Die Mutter Jesu verdient es, geehrt zu werden. Maria war im Plan Gottes keine „Leihmutter“, so als ob sie sich des Kindes zu entledigen gehabt hĂ€tte oder ihr Dienst nur ein Ă€ußerlicher gewesen wĂ€re. Nein, nein, nein! Maria ist wahre Mutter Jesu, Mutter des Sohnes Gottes. Nur durch ihr „Ja“ konnte Gott Mensch werden. Jesus und Maria sind ein Fleisch und ein Blut! Jesus ist wahrer Sohn Marias, damals, heute und in Ewigkeit.

2. Selig, wer Vater und Mutter ehrt. Und Jesus ehrt seine Mutter, denn er selbst hat geboten: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Auch die Geschichte zeigt uns, dass Jesus seine Mutter in der Kirche ehrt und dass er sie in den beiden letzten Jahrhunderten so stark aufleuchten ließ wie nie zuvor (La Salette, Lourdes, Fatima,
). Als Glieder der Kirche wollen wir die Mutter Jesu von Herzen anrufen und ehren.

3. Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Jesus widerspricht nicht der Frau, sondern zeigt auf, worin die wahre GrĂ¶ĂŸe seiner Mutter liegt. Seine Mutter war eine gute Zuhörerin. Sie dachte Tag und Nacht ĂŒber seine Worte nach, um in immer tieferer Gemeinschaft mit ihm selbst zu leben. Sie war stets bereit, sein Wort in die Tat umzusetzen. Darin besteht ja das GlĂŒck des Menschen, im Hören und Befolgen des Wortes Gottes. Darum mĂŒssen wir uns Zeit nehmen, um zuzuhören. Nicht das Befolgen kommt zuerst, sondern das Hören. Lernen wir von Maria!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, lass mich wie deine Mutter dein Wort hören und befolgen.

Möglicher Vorsatz: Heut spreche ich mit Maria ĂŒber ein Sache, die mir am Herzen liegt.