Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. August 2016 bis Samstag 20. August 2016

Zwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Joachim Richter LC

Feuer auf die ErdeSonntag
Wohin geht die Reise dieses Lebens?Montag
Wozu leben wir?Dienstag
Unglaublich, aber wahr: Was die Gerechtigkeit ĂŒbertrifft!Mittwoch
Gemacht fĂŒr das GlĂŒckDonnerstag
Das Wichtigste im LebenFreitag
Ein reines HerzSamstag


Feuer auf die Erde

14. August 2016

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Joachim Richter LC

Lk 12,49-53
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wĂ€re ich, es wĂŒrde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrĂŒckt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fĂŒnf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, du verlangst von uns Entschiedenheit in der Nachfolge. Hilf mir begreifen, wie sehr du uns damit Gutes tun willst.

Bitte: Komm, Heiliger Geist, entzĂŒnde in uns das Feuer deiner Liebe!

1. Ganz oder gar nicht. Wenn man ein Holzscheit ins Feuer wirft, dann wird es nach einiger Zeit ganz vom Feuer erfasst. Es gibt keine halben Flammen und kein halbes Feuer. Ebenso wenig kann man Christus nur halb besitzen, wie Bischof Oster vor kurzem in einem Interview sagte.

2. Die Liebe drĂ€ngt uns. Jesus ist von diesem Feuer der Liebe selber ganz erfasst und deshalb bedrĂŒckt, solange die ‚Taufe‘ seiner Lebenshingabe noch nicht vollzogen ist. SpĂŒren wir, wie sehr es ihn drĂ€ngt, die Sendung seines Vaters ganz zu erfĂŒllen ?

3. Warum Jesus gekommen ist. Jesus ist nicht als fotohungriger Tourist oder geschĂ€ftstĂŒchtiger VerkĂ€ufer in unsere Welt gekommen, auch nicht als frommer Pilger. Er trat vielmehr leidenschaftlich dafĂŒr ein, dass alle Menschen in der Welt zu lebendigen Flammen der Liebe werden: zu Wesen, die Gott mit ganzer Kraft und ganzem Herzen lieben und den NĂ€chsten wie sich selbst.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie oft ist GleichgĂŒltigkeit und Lauheit in mir. Hab Erbarmen mit meiner Schwachheit und stecke mein Herz mit dem Feuer deiner leidenschaftlichen Liebe an, die unaufhörlich Gutes tut!

Möglicher Vorsatz: Ich will danach streben, in den kleinen und großen Gelegenheiten des Tages viel Gutes zu tun.


Wohin geht die Reise dieses Lebens?

15. August 2016

Hochfest
MariÀ Aufnahme in den Himmel

P. Joachim Richter LC

Lk 1,39-56
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von JudĂ€a. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrĂŒĂŸte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hĂŒpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfĂŒllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hĂŒpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfĂŒllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die GrĂ¶ĂŸe des Herrn, und mein Geist jubelt ĂŒber Gott, meinen Retter. /Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut./Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. /Denn der MĂ€chtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig./Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht ĂŒber alle, die ihn fĂŒrchten./Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:/Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stĂŒrzt die MĂ€chtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen./Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lĂ€sst die Reichen leer ausgehen./Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern VĂ€tern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig./Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurĂŒck.

EinfĂŒhrendes Gebet: WofĂŒr lohnt es sich zu leben? Maria, du unsere Mutter, erinnerst uns heute daran, dass das Ziel unseres Lebens nicht in dieser Welt liegt, sondern bei Gott.

Bitte: Maria, unsere himmlische Mutter, vermehre unsere Sehnsucht nach dem Himmel.

1. Hoffnungszeichen. Heute feiern wir die Aufnahme Marias mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels. Wie Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter, sind wir berufen, am neuen, unvergĂ€nglichen Leben Christi teilzuhaben. Mit Maria können wir rufen: „Meine Seele preist die GrĂ¶ĂŸe des Herrn!“

2. Selig ist die, die geglaubt hat. Elisabeth spĂŒrt deutlich, dass etwas an Maria anders ist, irgendwie neu. Sie spĂŒrt, dass es daran liegt, dass sie geglaubt hat. Der neue Mensch entwickelt sich aufgrund eines lebendigen Glaubens. Maria ist so froh und hoffnungsvoll, weil sie ganz auf Gott hin lebt und ihn preist und ihm zujubelt: „Denn der MĂ€chtige hat Großes an mir getan!“

3. Glaube oder Materialismus. Der Materialismus ist manchmal schon sehr verlockend. Doch je mehr man sich von ihm erfassen lĂ€sst, desto mehr werden der Glaube und die wahren Werte erstickt. Durch ihre Aufnahme in den Himmel lenkt Maria unseren Blick in die richtige Richtung: ‚Gebt eure Hoffnung auf den Himmel nicht auf! Tut, was Jesus sagt! Lebt wie ich: Mir geschehe, wie es der Herr gesagt hat.‘

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, danke fĂŒr Maria, die Mutter, die du mir gegeben hast. Maria, danke, dass du uns so sanft, aber dennoch klar darauf hingewiesen hast, wofĂŒr es sich zu leben lohnt. Wir finden die wahre Freude, wenn wir auf den Himmel hin leben!

Möglicher Vorsatz: Heute will ich voller Freude jeden Handgriff so tun, als ob ich schon bald in den Himmel gehen dĂŒrfte.


Wozu leben wir?

16. August 2016

Dienstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Theodor, Bischof
Hl. Rochus, Pilger

P. Joachim Richter LC

Mt 19,23-30
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die JĂŒnger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: FĂŒr Menschen ist das unmöglich, fĂŒr Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafĂŒr bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf StĂ€mme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen HĂ€user oder BrĂŒder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafĂŒr das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: WofĂŒr lohnt es sich zu leben? HĂ€user, Autos, Handy, Urlaub, Familie, Reichtum, VergnĂŒgen? Herr, erleuchte mich, dass ich den Sinn des Lebens hier auf der Erde verstehe.

Bitte: Herr, löse mein Herz von den geschaffenen Dingen, damit ich frei bin und mich nicht vom Weg zum Himmel ablenken lasse.

1.  Nadelöhr. Das „Nadelöhr“ war ein kleines Tor in der Stadtmauer von Jerusalem. Es war eigentlich fĂŒr Menschen gedacht. Aber auch ein Kamel konnte das Tor passieren, wenn man vorher die Last entfernte und das Kamel dann mĂŒhsam auf Knien hindurchrutschte.Der Himmel ist fĂŒr Menschen gedacht, die Gott lieben und das, was Gott wichtig ist. Wer am Reichtum hĂ€ngt, zeigt, dass er Gott nur halbherzig liebt. Um in den Himmel zu kommen, muss er sich zuvor von seinem Besitz loslösen und sich klein machen.

2. Werden nur wenige gerettet? Jesu Worte, dass Reiche nur schwerlich in den Himmel kommen, sind ernst. Er will uns wachrĂŒtteln und uns den unendlich höheren Wert des Himmels verdeutlichen. Aber er macht uns auch Hoffnung durch die Gewissheit, dass fĂŒr Gott alles möglich ist.

3. Die Letzten werden die Ersten sein. So manches, was in unserer Welt groß erscheint, nĂŒtzt fĂŒr das ewige Leben wenig. Deshalb war der heilige Domenico Savio klug, weil er sich immer, wenn er etwas tun wollte, eine Frage gestellt hat: „Was nĂŒtzt mir das fĂŒr die Ewigkeit?“

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, hilf mir einzusehen, wie unendlich viel wertvoller der Himmel ist als alles andere in der Welt. Löse mein Herz von den geschaffenen Dingen, damit ich mich nicht vom Weg zum Himmel ablenken lasse, sondern nach dem strebe, was mir fĂŒr die Ewigkeit nĂŒtzt. Danke, dass du mich gut fĂŒhrst.

Möglicher Vorsatz: Ich will mir eine kleine Liste von den Dingen machen, die mir wichtig sind, und mir ĂŒberlegen, wovon ich mich lösen sollte bzw. welche Einstellung ich brauche, um die Dinge so zu nutzen, dass sie mir zu einem Sprungbrett fĂŒr die Ewigkeit werden.


Unglaublich, aber wahr: Was die Gerechtigkeit ĂŒbertrifft!

17. August 2016

Mittwoch der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Jutta OPraem

P. Joachim Richter LC

Mt 20,1-16a
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der frĂŒh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter fĂŒr seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar fĂŒr den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untĂ€tig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten. Da kamen die MĂ€nner, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, ĂŒber den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag ĂŒber die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gĂŒtig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, du bist der Schöpfer und Herr aller Dinge und Menschen. Du hast uns dazu berufen, an deiner Schöpfung und am Heil der Menschen mitzuwirken. Ich staune, Herr, an welch hoher WĂŒrde du uns Anteil gibst.

Bitte: Gib mir die Gnade, neu zu erkennen, dass du der Gutsbesitzer bist und dass mir die Aufgabe zukommt, in deinem Weinberg zu arbeiten.

1. Die Arbeit ist einer unserer Daseinszwecke. Gott braucht jeden Menschen. Nicht nur geistliche und apostolische TĂ€tigkeiten sind unter den „Arbeiten im Weinberg“ zu verstehen, sondern jede Arbeit: die Erziehung von Kindern genauso wie Arbeit in einem McDonald’s, in einer Fabrik oder als Lehrer. „Die Arbeit kann ein Mittel der Heiligung sein und die irdische Wirklichkeit mit dem Geiste Christi durchdringen“ (KKK 2427). Dauerhafte UntĂ€tigkeit, geistig wie materiell, hat selten gute Folgen, sie ist nach dem heiligen Benedikt der „Feind der Seele“.

2. Ich werde euch geben, was recht ist. Mit jedem Arbeiter vereinbart der Herr einen Lohn, der recht ist: ein Denar, der ĂŒbliche Tageslohn. Dass am Ende des Tages trotz sehr unterschiedlich langer Arbeitszeiten der Lohn fĂŒr alle gleich hoch ist, irritiert zunĂ€chst. Ist Gott ungerecht? Das Gleichnis ist wie jeder Vergleich beschrĂ€nkt in seinem Aussageumfang: Es zielt vor allem darauf ab, dass jeder Mensch, der nach dem Willen Gottes lebt, als Belohnung das ewige Leben erlangen wird, unabhĂ€ngig davon, wann er sich zu Gott bekehrt hat. Und ist das ewige Leben nicht allen Einsatz wert?

3. Gottes GĂŒte sorgt fĂŒr mehr als bloße Gerechtigkeit. Nach unserem GerechtigkeitsverstĂ€ndnis muss jeder gleich behandelt werden: gleicher Lohn fĂŒr gleiche Arbeit; gleiche Rechte und gleiche Pflichten 
 Ohne Zweifel sind alle Menschen an WĂŒrde gleich.Aber Gottes GĂŒte ĂŒbertrifft unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit– Gott sei Dank! Er ist so gĂŒtig, dass er auch dem Verbrecher am Kreuz das Paradies schenkt, obwohl der sozusagen nur im letzten Moment seines Lebens den Willen Gottes gesucht und erfĂŒllt hat. Die Liebe kennt kein Maß. Sie ist grĂ¶ĂŸer als bloße Gerechtigkeit.

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, Herr, dass du so interessiert an uns bist und möchtest, dass alle Menschen in den Himmel kommen. Danke, dass du unermĂŒdlich nach uns Ausschau hĂ€ltst und zur Mitarbeit einlĂ€dst, zur ersten, dritten, sechsten, neunten und elften Stunde! Danke fĂŒr deine GĂŒte, die deine Gerechtigkeit weit ĂŒbertrifft!

Möglicher Vorsatz: Ich will die Absicht erneuern, alle TĂ€tigkeiten des Tages in der Art und Weise zu verrichten, dass ich zum Himmel hin orientiert lebe.


Gemacht fĂŒr das GlĂŒck

18. August 2016

Donnerstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Helena
Hl. Klaudia, Äbtissin

P. Joachim Richter LC

Mt 22,1-14
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen GĂ€ste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kĂŒmmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen ĂŒber seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die GĂ€ste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal fĂŒllte sich mit GĂ€sten. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die GĂ€ste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm HĂ€nde und FĂŒĂŸe, und werft ihn hinaus in die Ă€ußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwĂ€hlt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, du hast etwas unvorstellbar Schönes und Gutes fĂŒr mich vorbereitet: den Himmel! Du willst, dass ich fĂŒr immer glĂŒcklich bin.

Bitte: Bitte stĂ€rke meine Sehnsucht nach dem Himmel und meine Bereitschaft, jeden Tag so zu leben, dass mein Leben eine geeignete Vorbereitung darstellt.

1. Es ist alles bereit. Jesus selbst hat gesagt: „Ich gehe zum Vater, um einen Platz fĂŒr euch vorzubereiten“ (Joh 14,2). Ich denke mir oft: Wenn schon diese erste Schöpfung so unglaublich schön ist – die majestĂ€tischen Berge, das endlose Meer, die Vielfalt der Blumen, BĂ€ume und Tiere, die Menschen – wie schön muss dann erst der neue Himmel und die neue Erde sein, die Jesus fĂŒr uns vorbereitet!

2. Keine Zeit, kein Interesse. Das Gleichnis ist erschreckend aktuell: Wie wenige Menschen in unserer Gesellschaft interessieren sich ernstlich fĂŒr Jesus und den Himmel! Leider sind den meisten Menschen Gott, Kirche und Evangelium im Grunde genommen egal. Doch Jesus sucht geduldig und unaufhörlich nach HochzeitsgĂ€sten, die seine Einladung wertschĂ€tzen.

3. Billige Gnade? Das Schunkellied „Wir kommen alle in den Himmel, weil wir so brav sind“ drĂŒckt aus, was viele zu Unrecht annehmen, nĂ€mlich, dass irgendwann sowieso alle Menschen gerettet werden und man sich nicht vorzubereiten brĂ€uchte. Doch schon Augustinus hielt dieser Annahme die klare, evangeliumsgemĂ€ĂŸe Lehre entgegen: „Qui creavit te sine te, non salvabit te sine te“, ĂŒbersetzt „Der dich ohne dein Zutun erschaffen hat, wird dich nicht ohne dein Zutun erlösen.“ Unser Glaube an Gott muss also in unserem tĂ€glichen Leben konkrete RealitĂ€t werden. Jesus hĂ€lt uns in diesem Gleichnis mit ernsten Worten vor Augen, dass die Möglichkeit besteht, einmal dauerhaft ausgeschlossen zu sein, wenn wir uns nĂ€mlich weigern, jegliche Anstrengung zu unternehmen, um uns auf das Hochzeitsmahl vorzubereiten.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, manchmal denke ich mir, dass wir wie kleine Kinder sind, denen die Eltern etwas Großes schenken wollen, z.B. einen Ausflug zu einem großen Kinderspielplatz. Doch die Kinder sind gerade von einer PfĂŒtze vor dem Haus so fasziniert, dass sie sich vehement gegen die Fahrt zum Ausflugsort strĂ€uben.Oh, könnten wir doch besser begreifen, dass du fĂŒr uns ein unvergleichlich viel grĂ¶ĂŸeres Geschenk bereithĂ€ltst, was jeden Einsatz lohnt!

Möglicher Vorsatz: Ich will mir heute vor jeder neuen TĂ€tigkeit bewusst machen, dass es darauf ankommt, so zu leben, dass es mir zur Ewigkeit nĂŒtzt.


Das Wichtigste im Leben

19. August 2016

Freitag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Caritas Pirckheimer OSCI
Hl. Ezequiel Moreno, Bischof

P. Joachim Richter LC

Mt 22,34-40
In jener Zeit, als die PharisÀer hörten, dass Jesus die SadduzÀer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen NÀchsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hÀngt das ganze Gesetz samt den Propheten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, so viele Dinge sind wichtig fĂŒr mich: Sport, Arbeit, Hobbys, Familie, Freunde, Anerkennung 
 Doch sollte all das nicht erst an zweiter und dritter Stelle kommen und du und der Vater an erster Stelle stehen?

Bitte: Herr, bitte entzĂŒnde mein Herz mit deiner Liebe, damit es weit und lebendig wird und ich dich mit ganzem Herzen, mit all meiner Kraft und mit all meinen Gedanken liebe.

1. Besinne dich ein wenig! Jesus spricht: Wenn du eine einfache Liste machst von den Dingen, fĂŒr die du regelmĂ€ĂŸig Zeit aufwendest und die in deinem Wochenablauf selten fehlen, dann kannst du schnell erkennen, was dir wichtig ist. Was steht ganz oben in deiner Werteskala?

2. Ehrliche Bestandsaufnahme. Jesus spricht: Überlege, warum dir die Dinge so wichtig sind und woran dein Herz hĂ€ngt. Sage mir ehrlich, wie es mit deiner Liebe zu Gott und zum NĂ€chsten steht. Was ist das Maß deiner Liebe?

3. Fang neu an! Jesus spricht: Willst du in deiner Liebe zu Gott und zu deinem NĂ€chsten ein neues Feuer erleben? Deine menschliche Kraft kann das nicht zustande bringen. Komm zu mir, denn meine Liebe ist wie ein Vulkan, der sogar kalte, harte Steine in flĂŒssige Glut verwandeln kann. Besuche mich in einer Kirche am Tabernakel. Pflege das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit und du wirst entzĂŒndet werden.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr dein Wort, das mich zu einer authentischen und ganzen Liebe herausfordert. Nimm mein Herz aus Stein und gib mir deines, damit ich durch dich den Vater und alle Menschen liebe, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Möglicher Vorsatz: Ich will mich in Beziehung zu Gott und zu meinen Mitmenschen herausfordern lassen, denn „das Maß der Liebe ist die Liebe ohne Maß“, wie der heilige Franz von Sales sagte.


Ein reines Herz

20. August 2016

Gedenktag
Hl. Bernhard von Clairvaux, Abt, Kirchenlehrer

P. Joachim Richter LC

Mt 23,1-12
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine JĂŒnger und sagte: Die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnĂŒren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rĂŒhren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren GewĂ€ndern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und PlĂ€tzen lassen sie sich gern grĂŒĂŸen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid BrĂŒder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der GrĂ¶ĂŸte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich bin wie alle Menschen bedĂŒrftig und ich sehne mich nach Anerkennung. Es ist leicht, etwas zu tun, um von den Menschen beachtet und anerkannt zu werden. Hilf mir, dass meine Absicht rein wird wie ein Kristall, und dass ich bete und zur Kirche gehe, um Gott zu ehren, unabhĂ€ngig davon, was die Leute ĂŒber mich denken.

Bitte: Schenke mir ein reines Herz, das die Ehre Gottes sucht und den Menschen selbstlos dient.

1. Sein oder Schein? Der Lebensstil der PharisĂ€er war nicht authentisch. Sie lebten scheinbar fromm, doch ihr Herz war fern von Gott. Ihr Handeln hat nicht zu ihren tönenden frommen Worten gepasst. Ihr Ă€ußeres Leben tĂ€uschte etwas vor, was in ihrem Inneren keine Entsprechung fand. So eine Art von Religion ist Christus zuwider, er ruft uns zur Umkehr auf!

2. Eitelkeit der Eitelkeiten. Die PharisĂ€er gefielen sich darin, von anderen geehrt zu werden, anstatt die Ehre Gottes zu suchen. Dadurch wurde ihr Glaube an Gott pervertiert und vergiftet. Wir können nur zum Glauben an Gott kommen, wenn wir Gott gefallen wollen und danach streben, Ihn durch unsere Worte und Taten zu ehren.

3. Christliche Selbstverwirklichung. Christus hat es sowohl in Worten gesagt, als auch entsprechend vorgelebt, was zum Wesenskern Gottes und des Menschen gehört: das Dienen um der Liebe willen. Er selbst ist in unsere Welt gekommen, um sich klein zu machen und zu dienen. Er, unser Haupt, hofft, dass wir, sein Leib, seinen Lebensstil zu unserem machen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, auch wenn es sicherlich gut ist, dass wir einander WertschĂ€tzung, Anerkennung und Ehre schenken, so sollten wir andererseits nicht danach Ausschau halten, sondern vielmehr darauf bedacht sein, in allen Lebensbereichen Gott zu ehren.

Möglicher Vorsatz: Ich will mir neu ĂŒberlegen, wo ich jemandem einen kleinen oder grĂ¶ĂŸeren Dienst erweisen und wo ich dauerhaft in einer Haltung des Dienens leben kann, um auf diese Weise Gott zu ehren.Der heilige Bernhard, der Tagesheilige, gab folgenden Rat: „Stehe an der Spitze, um zu dienen, nicht um zu herrschen!“