Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 31. Juli 2016 bis Samstag 6. August 2016

Achtzehnte Woche im Jahreskreis

Ohne eine Entscheidung komme ich nicht weiterSonntag
Einsam mit Gott angesichts großer AufgabenMontag
Wo es kriselt, da besteht auch eine ChanceDienstag
Die Sehnsucht, die in Jesus gipfeltMittwoch
Nicht das, was leicht ist, macht uns glĂŒcklichDonnerstag
Eine Tat, die alles ĂŒbersteigtFreitag
Werdet meine Zeugen!Samstag


Ohne eine Entscheidung komme ich nicht weiter

31. Juli 2016

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

Lk 12,13-21
In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hĂŒtet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzĂ€hlte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da ĂŒberlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und grĂ¶ĂŸere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine VorrĂ€te unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der fĂŒr viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurĂŒckfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehĂ€uft hast? So geht es jedem, der nur fĂŒr sich selbst SchĂ€tze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich glaube, dass du der Herr des Lebens und der Geschichte bist. Meine ganze Hoffnung will ich auf dich setzen. Alles andere in meinem Leben will ich als sekundĂ€r, im Vergleich zu dir als nebensĂ€chlich betrachten.

Bitte: Mein Herr und Gott, hilf mir, dass ich alle Dinge in meinem Leben als Mittel betrachte und nicht als Zweck. Du allein bist mein Ziel, du und mein NĂ€chster, mit dem du dich identifizierst.

1. Leben fĂŒr den NĂ€chsten. Der Sinn unseres Lebens ist es, fĂŒr Gott und den NĂ€chsten zu leben. Das scheint zunĂ€chst paradox, denn jeder natĂŒrliche Vorgang im Menschen dient zunĂ€chst der Selbsterhaltung. Aber allein auf die Liebe kommt es in unserem Leben an! Wir sind Geistwesen, Gott Ă€hnlich und als sein Abbild geschaffen – und Gott ist die Liebe. Jesus aber will uns zeigen, „wie das geht“, d.h. wie wir der fleischgewordenen Liebe (Ihm selbst) Ă€hnlicher werden können.

2. Uns nicht ablenken lassen. So viele Sorgen wollen uns glauben machen, dass wir keine Zeit und keine Kraft haben, um die NĂ€chstenliebe zu ĂŒben. Da sind die SteuererklĂ€rung, der Einkauf, der Arzttermin, Öl- und Reifenwechsel, und dann sollen wir ja auch noch Freizeit fĂŒr uns zur Entspannung ĂŒbrig haben. Wir können uns ein Leben lang um viele Dinge kĂŒmmern und dabei völlig am Ziel und Sinn des Lebens vorbeschießen. So wichtig dieses Leben und unsere Talente sind, wir mĂŒssen etwas Grundlegenderes tun und uns mit Tieferem beschĂ€ftigen, um ihren Sinn zu entdecken und das Ziel, das uns gesteckt ist, zu erreichen.

3. Zur Liebe gehört Opfer. Nur wer bereit ist, aus Liebe zu seinem NĂ€chsten Opfer auf sich zu nehmen, der wird auch die tiefsten Freuden des Menschseins erleben können. Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, vieles bewerkstelligt zu haben, sondern viel geliebt zu haben. So werden wir in den Augen Gottes reich, weil wir aus Liebe zu ihm und zum NĂ€chsten nicht auf den eigenen Vorteil bedacht sind, sondern lieben, wie Jesus uns liebt.

GesprĂ€ch mit Christus: O Herr, wie gerne wĂŒrde ich lieben, wie du mich liebst! Wenn ich dich am Kreuz betrachte, wo du fĂŒr mich bis zum Äußersten gegangen bist, ohne dass ich dich darum gebeten hĂ€tte, dann berĂŒhrt das mein Herz. Ich will fĂŒr andere da sein, auch wenn es mich etwas kostet. Segne mich und stĂ€rke mich in meinem Vorsatz!

Möglicher Vorsatz: Ich will jemandem helfen, ohne hierfĂŒr Dank oder Anerkennung zu erwarten.


Einsam mit Gott angesichts großer Aufgaben

1. August 2016

Montag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Alfons Maria von Liguori CSsR
Hl. Peter Faber SJ

Mt 14,13-21
In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den StĂ€dten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Als es Abend wurde, kamen die JĂŒnger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spĂ€t geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fĂŒnf Brote und zwei Fische bei uns. Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fĂŒnf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den JĂŒngern; die JĂŒnger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die JĂŒnger die ĂŒbrig gebliebenen BrotstĂŒcke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fĂŒnftausend MĂ€nner, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, du hast dir Zeit genommen, um mit deinem Vater allein zu sein. Aus dieser Begegnung hast du Kraft geschöpft und dann solch große Werke vollbracht. Ich bin ĂŒberzeugt, dass auch ich mir mehr Zeit nehmen sollte, um sie mit dir und deinem Vater zu verbringen.

Bitte: Hilf mir, Herr, die Notwendigkeit des Betens und der Stille zu begreifen. Wecke in mir die Sehnsucht, mit dir allein sein zu wollen.

1. Zeit mit Gott vor wichtigen Entscheidungen. Dieses Wunder wird in allen vier Evangelien berichtet, denn was Jesus uns damit sagen wollte, erschien allen Evangelisten sehr wichtig. Der Brotvermehrung ging eine wichtige Entscheidung voraus, denn unter anderem zeigte sie uns die Allmacht Jesu und seinen Wunsch, uns in der Eucharistie an seinem göttlichen Leben teilhaben zu lassen. Bemerkenswert aber ist, dass Jesus sich vor diesem wichtigen Ereignis die Zeit nahm, um mit seinem Vater allein zu sein. Selbst der Sohn Gottes musste sich in die Einsamkeit zurĂŒckziehen, um zu beten.

2. Einsam mit Gott. Die Einsamkeit gehört zu den wichtigsten Erfahrungen eines Menschen, der zu sich kommen und sinnvoll leben will. Einsamkeit ist nicht nur negativ zu bewerten. In ihrer AtmosphĂ€re beginnen wir wahrhaft hinzuhören, denn – paradoxerweise – je stiller meine Umgebung wird, desto intensiver nehme ich sie wahr. Einsamkeit im Angesicht Gottes fĂŒhrt zu einer Auseinandersetzung mit mir selbst und zu einem grĂ¶ĂŸeren Vertrauen in Gottes barmherzige Liebe.

3. Großes vollbringt er durch uns. Vor großen Entscheidungen und Ereignissen im Leben sollten wir uns Zeit fĂŒr Gott nehmen. Der heilige Ignatius von Loyola rĂ€t in seinen Regeln zur Unterscheidung der Geister davon ab, eine wichtige Entscheidung fĂŒr das Leben zu treffen, wenn man aufgeregt oder trostlos ist. Jeder von uns sollte tĂ€glich eine Zeitlang in Einsamkeit vor Gott verbringen, und einmal wöchentlich und monatlich lĂ€ngere Zeit beten, um alles vor Gott hinzutragen und in seiner Gegenwart zu sich zu kommen. So werden wir, wenn es darauf ankommt, die richtigen Entscheidungen treffen. Und wir werden entdecken, dass der AllmĂ€chtige uns einlĂ€dt, in unserem Leben mit seiner Gnade Großes zu vollbringen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, obwohl du, ehe du dieses Wunder vollbracht hast, nur wenig oder kaum Zeit mit deinem Vater verbringen konntest, kann ich etwas von dir lernen. Vor wichtigen Entscheidungen sollte ich immer erst zum Vater gehen, und ihn um Licht bitten und darum, dass ich in meiner Wahl den Frieden finden möge.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich eine anstehende Entscheidung fĂŒr 10 Minuten vor Gott bringen, und ihn darum bitten, meinen Willen nach dem Seinen zu lenken.


Wo es kriselt, da besteht auch eine Chance

2. August 2016

Dienstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Pierre Julien Eymard SSS
Eusebius von Vercelli, Bischof

Mt 14,22-36
Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die JĂŒnger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. SpĂ€t am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die JĂŒnger ĂŒber den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fĂŒrchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging ĂŒber das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du KleinglĂ€ubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die JĂŒnger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Genezareth. Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berĂŒhren lassen. Und alle, die ihn berĂŒhrten, wurden geheilt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich bin kleinglĂ€ubig. So sehr wĂŒnsche ich mir, tiefer zu glauben, aber Ängste und Unsicherheiten machen mich befangen. An deiner Seite jedoch fĂŒhle ich mich sicher.

Bitte: Schenke mir, Herr, tiefen Glauben und tiefes Vertrauen, damit ich in jeder Not zuerst zu dir gehe. BestĂ€rke mich in der Gewissheit, dass mit dir nichts unmöglich ist.

1. Wenn Ängste uns befallen. Nach ehemaliger jĂŒdischer Sichtweise waren Meer und See ZugĂ€nge zur Unterwelt. Dass die JĂŒnger meinten, ein Gespenst zu sehen, heißt, dass sie um ihr Leben fĂŒrchteten. Wir erleben manchmal wahrhaft fĂŒrchterliche Augenblicke, in denen wir nicht wissen, ob es das Ende ist und wie es weitergehen soll. TrĂ€nen fließen. Ein GefĂŒhl der Hilflosigkeit macht sich in unserem Innern breit. Wir spĂŒren, dass das Leben unmöglich so weitergehen kann.

2. Vertrauen verlangt einen Schritt. Jesus fordert die JĂŒnger auf, Vertrauen zu haben. Und Petrus begriff, dass es zum Vertrauen dazugehört, Entscheidungen zu fĂ€llen. Intuitiv fĂ€llte er so den Entschluss, den Schritt des Vertrauens zu setzen und auf das Wasser hinauszugehen. Und Jesus war zufrieden mit seiner Entscheidung! Wie oft wissen wir intuitiv, welchen Schritt des Vertrauens wir setzen mĂŒssten, tun es aber nicht? Zieht nicht so manche Chance, um im Glauben und im Vertrauen zu wachsen, an mir vorĂŒber, weil ich das bisschen Glaube und Vertrauen nicht aufbringen und keine Entscheidung fĂ€llen will?

3. Das bisschen Glaube und Vertrauen fĂŒhren sehr weit. Auch wenn bei mir Glaube und Vertrauen klein sind, gibt es eine Lösung. Petrus zeigt uns, wie man es macht: indem man auf Jesus schaut! In seiner Not drehte Petrus sich nicht um, um bei seinen GefĂ€hrten Hilfe zu suchen. Er rief Jesus an. Jesus wird uns aus aller Gefahr, Ungewissheit, Bedrohung und Verlust retten, solange wir das bisschen Glauben und Vertrauen aufbringen und ihn um Hilfe anrufen. Denn auch wenn Glaube und Vertrauen klein sind wie ein Senfkorn, können sie dennoch Berge versetzen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr und Gott, dass du so nahe bist, ist unfassbar. Du kennst mein Innerstes und willst mit mir jeden Schritt gehen. Dabei nimmst du mir aber nicht meine Verantwortung. Gern will ich lernen, bewusst mit dir zu entscheiden und ein Leben nach deinem Willen zu fĂŒhren.

Möglicher Vorsatz: Ich will jemandem, der in Not ist, Mut zusprechen und ihn darin bestĂ€rken, auf Jesus zu vertrauen.


Die Sehnsucht, die in Jesus gipfelt

3. August 2016

Mittwoch der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Lydia
Hl. Burchard OPraem, Propst

Mt 15,21-28
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurĂŒck. Da kam eine kanaanĂ€ische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem DĂ€mon gequĂ€lt. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine JĂŒnger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast Recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, in mir ist eine Sehnsucht nach dir. Bei dir möchte ich mein Verlangen nach Sinn, Heil, und ewiger Liebe stillen.

Bitte: AllmĂ€chtiger Vater, ich bitte dich, in mir und in meinen Mitmenschen die Sehnsucht nach deinem Sohn, Jesus, zu wecken. Allein in ihm finden wir Halt und Sinn, in diesem Leben und in Ewigkeit.

1. Die wachsende Sehnsucht. Wer kennt das nicht: eine Sehnsucht, die nicht gestillt werden kann, und das daraus resultierende Wachstum der Sehnsucht? In der Heilsgeschichte kommt das immer wieder vor. Zum Beispiel als König David so sehr dafĂŒr brannte, dem Herrn ein Haus zu bauen, aber erst sein Sohn Salomo das Werk vollbringen durfte; der heilige Paulus, sehnte sich sehr danach, bei Gott zu sein, aber gleichzeitig wuchs in ihm die Sehnsucht, hier zu bleiben und möglichst viele Menschen zu Gott zu fĂŒhren; der heilige Augustinus, sehnte sich vor seiner Bekehrung so sehr danach, mit dem heiligen Ambrosius zu sprechen, doch der erlaubte es nicht, um in Augustinus das Verlangen nach Erkenntnis wachsen zu lassen.

2. Selbstlose Suche nach Gott. Jesu Worte jener kanaanĂ€ischen Frau gegenĂŒber erscheinen ablehnend und verurteilend. Er will jedoch in ihr ein grĂ¶ĂŸeres Verlangen und einen grĂ¶ĂŸeren Glauben wecken. Sie antwortet einsichtig und mit einem gewissen Sinn fĂŒr Humor. Sie nimmt sich selbst nicht so wichtig und zeigt Jesus, dass es ihr wirklich nicht um Selbstdarstellung oder Wundersucht geht, sondern, dass ihre Tochter dringend Hilfe braucht, und sie glaubt, dass er der Einzige ist, der ihr helfen kann. WĂŒrde Jesus bei mir auch diese Haltung vorfinden, wenn er mich so behandeln wĂŒrde?

3. Suchende zu Jesus bringen. Wenn ich Menschen begegne, die auf der Suche sind, und eine Sehnsucht nach mehr in sich tragen, dann sollte ich daran erkennen, dass der Heilige Geist in ihnen wirklich am Werk ist. Ich muss aufmerksam sein, damit auch ich, wie die JĂŒnger, Menschen zu Jesus fĂŒhre. Ich kann fĂŒr sie beten: Herr, hilf dieser Person, die innerlich nach dir dĂŒrstet. Und lassen wir zu, dass Jesus den Glauben in jenen Menschen weckt und Heilung schenkt, damit sie Gottes Wohltaten preisen. Gott verwandelt das Leben aller, die sich nach ihm sehnen und ihn ehrlich suchen. Denn auch er sehnt sich nach uns!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, wenn ich mich geliebt weiß, dann wĂ€chst auch in mir eine Liebe. Die Erfahrung deiner Liebe und Sehnsucht nach mir hilft mir am allermeisten. Ich bin so dankbar, dass ich dich kennen darf, und möchte mein Leben fĂŒr immer nahe bei dir verbringen.

Möglicher Vorsatz: Ich will jemandem von einer meiner wohltuenden Erfahrungen mit Jesus erzĂ€hlen.


Nicht das, was leicht ist, macht uns glĂŒcklich

4. August 2016

Donnerstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars

Mt 16,13-23
In jener Zeit als Jesus in das Gebiet von CĂ€sarea Philippi kam, fragte er seine JĂŒnger: FĂŒr wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen fĂŒr Johannes den TĂ€ufer, andere fĂŒr Elija, wieder andere fĂŒr Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, fĂŒr wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die MĂ€chte der Unterwelt werden sie nicht ĂŒberwĂ€ltigen. Ich werde dir die SchlĂŒssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den JĂŒngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. Von da an begann Jesus, seinen JĂŒngern zu erklĂ€ren, er mĂŒsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm VorwĂŒrfe; er sagte: Das soll Gott verhĂŒten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich glaube, dass du der Sohn des lebendigen Gottes bist. Ich vertraue auf dich, dass du mich beim Namen nennst, mich kennst und mich in deine NĂ€he rufst. Ich liebe dich von ganzem Herzen.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, gib mir die Kraft, angesichts des Leidens in der Welt nicht den Mut zu verlieren. Schenke mir das feste Vertrauen, dass du immer bei mir bist und dass ich mit dir alle Herausforderungen und Schwierigkeiten meistern kann.

1. Die Menschen suchen den leichteren Weg. Wir besitzen die FĂ€higkeit zu erkennen, was das Richtige ist. Allerdings sind wir oft zu bequem, uns dafĂŒr zu entscheiden! Und wir treffen keine Entscheidungen, weil wir dafĂŒr nicht die Verantwortung tragen wollen. Manchmal scheint es einem leichter, keine Verantwortung tragen zu mĂŒssen. Wir meinen, Verantwortung stelle eine freudenlose Zukunft in Aussicht. Petrus erkennt Jesus gerne als Messias an, aber von den Folgen dieser Anerkennung will er nichts wissen. Er wollte einen Jesus ohne Kreuz. Er wollte nur den Freund Jesus, aber nicht die Verantwortung fĂŒr sein Reich.

2. Das Kreuz gehört zu Jesus. Jesus will uns ermutigen: Jeder Mensch trĂ€gt ein Kreuz. Kraft seines ungeheuren Leidens wird Jesus auch unser Kreuz verwandeln. Wir sollen davor keine Angst haben, sondern Dankbarkeit und Zuversicht empfinden. Petrus war wie wir: Er wollte gern die glorreichen Aspekte des Lebens mit Jesus teilen, aber die schwierigen Aspekte, die Verleumdungen, Verfolgungen und Beschimpfungen wollte er nicht. Diese gehören aber zu Jesu Königtum, denn er stellt sich mit dem neuen Gesetz der Liebe quer gegen die typische MentalitĂ€t der Welt: „Wenn es dir nicht gefĂ€llt, kann es nicht richtig sein.“

3. Jesus lĂ€sst uns nicht allein. Uns fĂŒr das Richtige entscheiden zu können, ist der Sinn unserer Freiheit. Was fĂŒr eine Freude empfinden wir, wenn wir in Übereinstimmung mit unserem Gewissen handeln! Jesus will sich in allen unseren Entscheidungen hinter uns stellen. Wir können in der Kraft Christi und seines Reiches leben und handeln, wenn wir auch bereit sind, mit ihm auf seinem Leidensweg zu gehen. Dazu gehört das Bekenntnis wie auch die Bereitschaft, alle Folgen einer Entscheidung um seinetwillen auf sich zu nehmen: mit ihm das Kreuz zu tragen, um auch mit ihm verherrlicht zu werden.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, gerne bekenne ich dich als meinen Gott und König, aber ich habe Angst vor deinem Kreuz. Ich gebe es zu. Ich schaue mein Kreuz nicht gerne an. Wenn ich dieses Kreuzes aus Liebe zu dir annehme, werde ich tiefen Frieden finden. Danke, dass du mir das zeigst.

Möglicher Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, eine Baustelle in meinem Leben genau zu betrachten und mit Jesus den nĂ€chsten Schritt zu planen.


Eine Tat, die alles ĂŒbersteigt

4. August 2016

Freitag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Oswald, Nothelfer
Hl. Dominika, Mystikerin
Hl. Stanislaus, Kardinal

Mt 16,24-28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wer mein JĂŒnger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nĂŒtzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbĂŒĂŸt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurĂŒckkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Herr, ich glaube fest an deine Allmacht, und ich fĂŒrchte das JĂŒngste Gericht. Aber ich hoffe auf deine reiche Barmherzigkeit. Die Liebe, die du mir schenkst, kann in meinem Leben alles verĂ€ndern.

Bitte: Herr Jesus, ich bitte dich, lass mich deine persönliche Liebe zu mir erkennen und erfahren. Das wird mir die Kraft verleihen, um dich auch zu lieben.

1. Vertrauen auf seine Barmherzigkeit. Der Tag, an dem der Menschensohn wiederkommt und jedem Menschen nach seinen Taten vergilt, sollte er mir nicht Angst bereiten? Denn kein Mensch ist ohne Schuld vor dem Herrn. Doch etwas, was in den Augen des Herrn große Verdienste erwirbt, ist das Vertrauen auf seine Barmherzigkeit. Jesus ist Mensch geworden, um mir die NĂ€he seines Herzens zu offenbaren. Deswegen darf ich mich ihm ohne Angst und mit Zuversicht nĂ€hern.

2. Taten, die mein Vertrauen zeigen. Mit meinen Taten will ich ihm meine NĂ€he bezeigen. Deswegen sind ein aufrichtiges Leben und der ehrliche Versuch, die SĂŒnde aus dem eigenen Leben zu verbannen, so wichtig. Jesus beklagt sich, dass es Menschen gibt, die nur „Herr, Herr!“ sagen, sich aber keine MĂŒhe geben, ein Leben zu fĂŒhren, das die Vertrautheit mit ihm kennt. Dieses „Leben mit ihm“ ist ein Leben in seiner Gnade und Freundschaft.

3. Taten und Gnade, die die SĂŒnde ĂŒberwinden. Es ist möglich, das Leben mit ihm und in seiner Gnade zu gestalten. Meine SĂŒnden sind nicht unĂŒberwindbar. Sie wurden am Kreuz gesĂŒhnt, ihnen wurde ein Ende gesetzt! Zwei Aspekte sind wichtig bei ihrer Überwindung: ihre Vergebung im Sakrament der Versöhnung, wie auch wirksame VorsĂ€tze, die die Gnade in meinem Leben stĂ€rken. Wenn ich so vorbereitet bin, wird die Begegnung mit dem Herrn am Ende der Zeiten eine freudige und zuversichtliche sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, es fĂ€llt mir nicht leicht, meine SĂŒnden zu bekennen und sie dann auch noch meiden zu mĂŒssen. Ich verstehe aber, dass es dein Wunsch ist, meine SĂŒnden schon in diesem Leben zu vergeben. Ich will dir vertrauen und offen vor dir stehen. Ich habe nichts zu verbergen, sondern lege alles vor dich hin.

Möglicher Vorsatz:  Heute will ich mich ordentlich auf meine nĂ€chste Beichte vorbereiten.


Werdet meine Zeugen!

6. August 2016

Fest
VerklÀrung des Herrn

Lk 9,28b-36
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und wĂ€hrend er betete, verĂ€nderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei MĂ€nner mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfĂŒllen sollte. Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei MĂ€nner, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei HĂŒtten bauen, eine fĂŒr dich, eine fĂŒr Mose und eine fĂŒr Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. WĂ€hrend er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwĂ€hlter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die JĂŒnger schwiegen jedoch ĂŒber das, was sie gesehen hatten, und erzĂ€hlten in jenen Tagen niemand davon.

EinfĂŒhrendes Gebet: Himmlischer Vater, ich danke dir, dass du mir deinen Sohn gesandt hast. Jesus ist wahrhaftig die Leidenschaft meines Lebens. Ich will wie er sein. Ich glaube fest daran, dass du mich formst und mein Herz nach seinem Herzen bildest. Mach weiter so mit mir!

Bitte: Herr, stĂ€rke in mir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, damit ich ein besserer Zeuge fĂŒr dich sein kann.

1. Dieses Zeugnis erlaubt keinen Zweifel. Im heutigen Evangelium legen Mose, Elija und Gott Vater in außergewöhnlicher Weise Zeugnis fĂŒr Jesus ab. Er könnte ein gĂŒltiges Zeugnis ĂŒber sich selbst ablegen, weil er die Wahrheit selbst ist. „Ich bin das Licht der Welt“ (vgl. Joh 8,12-14). Aber er will, dass kein Zweifel ĂŒber seine IdentitĂ€t besteht. Die JĂŒnger brauchten dieses Zeugnis, damit ihr Glaube angesichts des Kreuzes nicht wankt. Warum sollte ihr Glaube fest stehen? Weil sie als Zeugen Jesu ausgesandt werden sollten. Und wie steht es mit mir? Ist mein Glaube fest?

2. Wir sind wie er. Jesus schafft fĂŒr uns neue MaßstĂ€be: Er selbst ist dieser Maßstab. Er offenbart dem Menschen den Menschen. Er ist der Standard – ein ganz hoher Standard! Denn er sagt an anderer Stelle: „Seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist“; und weiter: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Die Kirche ĂŒbernimmt dieses Ideal und kann nicht mit weniger zufrieden sein. Wir wollen wie Jesus sein. Wir wollen uns bemĂŒhen, das wahre Antlitz Jesu zu bezeugen. „Ich bin das Licht der Welt!“ – und bin gekommen, damit alle sehen! Jesus in seiner Herrlichkeit am Tabor offenbart uns auch unsere Herrlichkeit als Kinder Gottes.

3. Wir sind gut ausgestattet und wurden ausgesandt. Hierzu stehen uns Mittel zur VerfĂŒgung. Petrus stellte es sich anders vor. Er wollte am Berg Tabor bleiben. Jesus aber möchte, dass die JĂŒnger mit ihm an ihrer Seite ausziehen und aufgrund dessen, was sie mit ihm erlebt haben, der ganzen Welt die Frohe Botschaft verkĂŒnden. Wir sind ausgesandt. Wir handeln im Auftrag des Sohnes Gottes und sind ausgestattet mit seiner Macht. Wir benötigen das Gebet, das Glaubenswissen, die Glaubenshaltung und die Sakramente, um uns fĂŒr diese Sendung bereit zu halten. Denn so wird durch unser Leben das Licht Jesu in die Welt getragen und Glaubenswerke entstehen.

GesprĂ€ch mit Christus: O Vater, ich will fester glauben. Ich möchte diese Mittel, die die Kirche uns gibt, einsetzen. Mein Gebet soll hĂ€ufiger und inniger werden. Meine Glaubenskenntnisse will ich vertiefen durch Lesungen und Glaubenskurse. Die Sakramente will ich hĂ€ufig und wĂŒrdevoll empfangen. Ich danke dir fĂŒr alles, was du mir geschenkt hast.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich mein tĂ€gliches Gebet inniger, persönlicher und intensiver mit Jesus halten.