Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. Juni 2016 bis Samstag 2. Juli 2016

Dreizehnte Woche im Jahreskreis

Felix Honekamp

Konsequente NachfolgeSonntag
Verantwortliche NachfolgeMontag
Mit Jesus im selben BootDienstag
Die Anderen und ichMittwoch
Hauptsache gesund!Donnerstag
Der barmherzige ArztFreitag
Die Größe des HerrnSamstag


Konsequente Nachfolge

26. Juni 2016

Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

Felix Honekamp

Lk 9,51-62
Als die Zeit herankam, in der er in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf. Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich weiĂź, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit GĂĽte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, hilf mir zu erkennen, was du von mir erwartest und vertrauensvoll anzunehmen, was das fĂĽr mich bedeutet. Hilf mir, ein JĂĽnger nach deinem Geschmack und Plan zu werden.

1. Abgelehnt! Es scheint kaum eine Möglichkeit zu geben, es Jesus recht zu machen: Der Vorschlag, ein Dorf zu strafen, das Angebot, ihm zu folgen, der Wunsch, erst den Vater zu begraben oder Abschied zu nehmen – alles abgelehnt. Ist das nicht unmenschlich? Oder ist es nicht eher eine Frage der persönlichen WĂĽnsche, die wir gerne in den Vordergrund stellen? Höre ich auf Jesu Bitten an mich, oder habe ich vermeintlich gute Ausreden?

2. Meine Nachfolge Jesu. Was Jesus in seinen Antworten wirklich beschreibt, sind die Anforderungen der Nachfolge an ihn. Wer gerne mit Gewalt missionieren will, wer ein bequemes Leben oder seine Gewohnheiten fortfĂĽhren will, der kann kein ĂĽberzeugter JĂĽnger sein. Das heiĂźt nicht, dass man als Christ seine Familie vernachlässigen muss, aber es heiĂźt, Prioritäten zu setzen. WeiĂź ich, was die Nachfolge Jesu fĂĽr mein Leben bedeutet? Oder möchte ich meinen Glauben bequem in den Rest meines Lebens einpflegen?

3. Konsequenzen tragen. Jesus zwingt niemanden zur Nachfolge, er möchte, dass wir ihm in Freiheit und in voller Ăśbereinstimmung folgen. Aber er macht auch deutlich, was es bedeutet, die Nachfolge abzulehnen. Den kleinen Nachsatz, dass wer noch mal zurĂĽckblickt, nicht fĂĽr das Himmelreich taugt, sollten wir durchaus ernst nehmen. Kann ich die Halbherzigkeiten aus meinem Leben tilgen? Brenne ich fĂĽr das Himmelreich und die Nachfolge Jesu?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, oft scheint es mir zu schwer zu sein, dir zu folgen; ich suche einen bequemeren Weg und lese dann, dass du nach Jerusalem gegangen bist, um in den Himmel aufgenommen zu werden. Wie gerne wäre ich wie du, konsequent, klar und voller Liebe fĂĽr meine Mitmenschen. Ich danke dir, dass du mich trotzdem liebst.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mit einem Menschen, der dem Glauben eher fern steht, ĂĽber Jesus und darĂĽber, was er mir bedeutet, sprechen.


Verantwortliche Nachfolge

27. Juni 2016

Montag der dreizehntenWoche im Jahreskreis
Hl. Cyrill von Alexandria, Bischof

Felix Honekamp

Mt 8,18-22
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die um ihn waren, befahl er, ans andere Ufer zu fahren. Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben! Jesus erwiderte: Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben!

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich weiĂź, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit GĂĽte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, ich bitte dich, mit mir barmherzig zu sein, wenn ich aus Kleinmut die Herausforderungen des Glaubens ablehnen will. Schenk mir die Kraft, dir zu folgen und deine Last, die eigentlich leicht ist, auf mich zu nehmen.

1. Begeisterung fĂĽr Jesus. Der Schriftgelehrte möchte Jesus folgen, wohin er auch geht. Er scheint ĂĽberzeugt von seinem Tun, ist offenbar begeistert von Jesus. Eine solche Entscheidung nötigt erst einmal Respekt ab: Er will sein Leben, seine gesicherte Existenz hinter sich lassen. Wäre ich dazu bereit? Bin ich wirklich so begeistert von Jesus, dass ich ihm ein solches Angebot machen wĂĽrde?

2. Konsequenzen einkalkulieren. Und doch scheint Jesus den Schriftgelehrten abzulehnen. Er tut das nicht etwa, weil er den Willen und die Begeisterung des Mannes nicht sieht, sondern weil er merkt, dass er die Konsequenzen nicht wirklich bedacht hat. Der Schriftgelehrte geht davon aus, dass seine Entscheidung, sein eigener Wille ausreichend wären. Glaube ich, Jesus aus eigener Kraft folgen zu können?

3. Eine reife Entscheidung. Eine echte, eine reife Entscheidung fĂĽr Jesus beinhaltet, zu wissen, was man damit aufgibt und auf sich nimmt. Die Nachfolge Jesu ist kein weltliches Erfolgsmodell – Jesus selbst ist am Kreuz gelandet, und auch wenn uns dieses Schicksal hoffentlich nicht blĂĽht, ist die JĂĽngerschaft kein Spaziergang. Interessanterweise sagt die Bibelstelle nichts darĂĽber aus, ob der Schriftgelehrte Jesus nicht doch anschlieĂźend gefolgt ist. Auch wir sind zu einer reifen Entscheidung fähig und tun gut daran, sie immer wieder zu ĂĽberprĂĽfen.

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, du versprichst mir in deiner Nachfolge nicht den Himmel auf Erden. Wenn ich dir nachfolge, hat das Konsequenzen; viele davon absehbar, andere schwer zu kalkulieren. Ich möchte dir darum jeden Tag bewusst folgen, meine Nachfolge anbieten und darauf hören, was du mir zu sagen hast.

Möglicher Vorsatz: Ich werde eine Konsequenz meines Glaubens, die ich bisher nicht ĂĽbernommen habe, bewusst annehmen (zum Beispiel eine ungute Gewohnheit aufgeben, mein Verhalten zu Menschen ändern …).


Mit Jesus im selben Boot

28. Juni 2016

Gedenktag
Hl. Irenäus von Lyon, Bischof und Märtyrer

Felix Honekamp

Mt 8,23-27
In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See, und es trat völlige Stille ein. Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich weiĂź, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit GĂĽte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, wie gerne wĂĽrde ich vertrauen. Hilf mir, nicht kleingläubig zu sein, sondern dich gerade dann zu erkennen, wenn ich meine, du hättest mich alleine gelassen.

1. NatĂĽrliche Todesangst. Auf einem ruhigen See zu segeln, ist wunderbar entspannend. In einem unerwarteten Sturm in einem kleinen Schiff hin- und hergeworfen zu werden, ist etwas ganz anderes. Dass einen dort – im Lärm des Sturms und der Gischt des Wassers – Todesangst ĂĽberkommt, ist nur allzu verständlich. Das mag auch ein Bild sein fĂĽr viele Situationen meines Lebens: Was sind die StĂĽrme meines Lebens? Was macht mir Angst?

2. Jesus ist da. Scheinbar versteht Jesus die Angst seiner JĂĽnger nicht, wo sie doch menschlich sehr nachvollziehbar ist. Aber sie sollten doch wissen, wer da mit ihnen auf dem Schiff ist, dass sie in seiner Begleitung nicht untergehen werden. Aber sie haben „die Rechnung“ offenbar ohne Gott gemacht. Wende ich mich in schwierigen Situationen an Jesus, ziehe ich seine Anwesenheit in meine Furcht mit ein? Und warum habe ich dann trotzdem manchmal Angst vor viel weniger als einem heftigen Sturm?

3. Der Herr ĂĽber alles. Jesus erweist sich hier als der Herr des Sturmes; der Wind und die See gehorchen ihm als dem Sohn Gottes. Wer kennt nicht die Situationen, in denen sich scheinbar schwerwiegende Probleme „wie durch ein Wunder“ lösen. Bin ich mir dann bewusst, dass Jesus gewirkt haben könnte? Und nehme ich die Hilfe Gottes an, wenn ich einen Teil des Problems selber lösen muss?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, wenn ich ehrlich bin, ziehe ich dich und deine Liebe zu mir in schwierigen Situationen oft nicht in Betracht. Ich glaube, alles selbst lösen zu mĂĽssen und verzweifle oder werde ängstlich. Dabei bist du immer bei mir – du und ich, wir sitzen immer im selben Boot.

Möglicher Vorsatz: Ich werde in schwierigen Situationen ganz bewusst mit Jesus sprechen, ihn in mein Leben, in die Situation hineinholen und ihn im Gebet um Hilfe bitten.


Die Anderen und ich

29. Juni 2016

Hochfest
Hl. Apostel Petrus und Paulus
Hl. Beata von Sens, Märtyrerin
Hl. Gero von Köln, Erzbischof

Felix Honekamp

Mt 16,13-19
Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich weiĂź, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit GĂĽte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Vater, oft spreche ich den Namen deines Sohnes gedankenlos aus. Lass mich erkennen, wer Jesus ist, was es bedeutet, deinem Sohn zu folgen. Vielleicht kenne ich ihn noch zu wenig – schenke mir bitte die Gnade, ihn zu erkennen.

1. Die Anderen. Will Jesus wirklich wissen, was die Leute von ihm halten? Die Frage stellen wir uns oft: Was denken die Kollegen ĂĽber mich, was die Nachbarn? Aber diese Fragen sind eher ein Produkt der Eitelkeit: Stehe ich auch im rechten Licht? Sehen die Anderen meine VorzĂĽge? Das also kann Jesus wohl kaum gemeint haben.

2. Und Ihr? Die zweite Frage Jesu zeigt, wohin er eigentlich zielt – dabei ist es auch jetzt kein GeltungsbedĂĽrfnis, das ihn fragen lässt, sondern der Wunsch, dass ihn seine JĂĽnger richtig einschätzen. Erkennen sie wirklich, was und wer er ist? Und er macht deutlich, dass er mit einer anderen Antwort rechnet, als auf die erste Frage. Wer Jesus kennt, der kommt zu anderen SchlĂĽssen als die, die ihn nur aus der Ferne beobachten. Stehe ich Jesus nahe genug, um zu verstehen, was es bedeutet, dass er Gottes Sohn ist?

3. Und ich? Am Ende muss die Frage „FĂĽr wen haltet Ihr mich?“ jeder beantworten. Petrus hat eine ebenso impulsive wie ĂĽberzeugte Antwort gegeben; es wird nicht berichtet, dass er lange hätte ĂĽberlegen mĂĽssen: Ihm war intuitiv klar, wer Jesus wirklich ist. Hätte ich die Antwort auch so gegeben? Oder weiche ich, wenn andere mich fragen, einem solchen Bekenntnis lieber aus? Bin ich Zeuge dafĂĽr, dass Jesus der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes, ist?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, in jedem Moment fragst Du mich, wer du fĂĽr mich bist, fĂĽr wen ich dich halte. Und du stellst die Frage, weil du dich um mein Seelenheil sorgst. Danke, dass ich dich immer besser kennenlernen darf.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute ein ehrliches Zeugnis meines Glaubens geben.


Hauptsache gesund!

30. Juni 2016

Donnerstag der dreizehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Otto von Bamberg, Bischof
Hl. Ernst von Prag, Bischof
Hl. Donatus

Felix Honekamp

Mt 9,1-8
In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt. Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott. Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Und der Mann stand auf und ging heim. Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich weiĂź, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit GĂĽte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, lass mich deine Allmacht aufrichtig erkennen. Ich möchte dir durch meinen mangelnden Glauben keine Grenzen setzen. – Hilf meinem Unglauben.

1. Ă„uĂźere Heilung. Kaum vorstellbar, welche Erwartungshaltung die Menschen seiner Zeit an Jesus hatten. Sie bringen Alte, Kranke, Besessene oder eben diesen Gelähmten zu ihm. Und sie vertrauen darauf, dass Jesus ihn heilen wird. Auch heute beten viele um Heilung, und doch scheint in den meisten Fällen der Zweifel zu ĂĽberwiegen – wer fährt schon nach Lourdes oder an einen anderen Wallfahrtsort mit der festen Ăśberzeugung, geheilt zu werden? Traue ich Jesus so etwas zu? Oder sehe ich ihn ganz nĂĽchtern? Ist mein Glaube groĂź genug?

2. Innere Heilung. FĂĽr Jesus ist aber etwas anderes viel wichtiger, als aufstehen und fortgehen zu können: Er ist gekommen, um Seelen zu heilen. Gott wĂĽnscht sich nichts so sehr, wie die Menschen bei sich zu haben, die darum von den SĂĽnden befreit werden mĂĽssen. Das ist Jesu Auftrag, den hat er erfĂĽllt und erfĂĽllt ihn noch heute im Beichtstuhl, vertreten durch den Priester. Und wieder muss ich mich fragen: Glaube ich, dass Jesus mich wirklich innerlich heilt?

3. Was ist leichter? Die Frage, was leichter ist – innere Heilung durch Vergebung der SĂĽnden oder äuĂźere Heilung einer Krankheit –, ist nicht so einfach zu beantworten, wie es vielleicht scheint. In der beschriebenen Szene ist die äuĂźere Heilung ein Zeichen der inneren Heilung. Wie ĂĽberrascht mĂĽssen die Schriftgelehrten gewesen sein, als der Mann tatsächlich aufgestanden ist. Das hatten sie nur Gott zugetraut und staunen, dass Jesus diese Vollmacht hat. Welche Art der Heilung traue ich Jesus zu? Setze ich ihm Grenzen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass er eine – innere oder äuĂźere – Krankheit heilen kann?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, immer wieder ĂĽberraschst du Menschen mit deinen Werken. Doch so wunderbar sie auch sein mögen, sie dienen nur dazu, mich dir näher zu bringen. Du bist selbst die Heilung, du selbst bist zu unserer Heilung Mensch geworden. Ich danke dir dafĂĽr.

Möglicher Vorsatz:  Ich werde bei der nächsten Beichte ganz bewusst nach innerlichen Wunden suchen, bei denen ich zweifle, ob Gott sie heilen kann – und sie ihm ĂĽberlassen.


Der barmherzige Arzt

1. Juli 2016

Freitag der dreizehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Theoderich OSB
Eckart OPraem

Felix Honekamp

Mt 9,9-13
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich weiĂź, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit GĂĽte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, du siehst mein Leben, mein BemĂĽhen, meine RĂĽckschläge, meine guten Seiten, aber auch meine SĂĽnden und Fehler. Hilf mir zu sehen, dass ich dich als Arzt meiner Seele brauche.

1. Seelische Krankheit. Zöllner und SĂĽnder sind es, mit denen Jesus sich zum Schrecken der Pharisäer zusammensetzt. Dabei geht es ihm gar nicht darum, sich mit SĂĽndern zu umgeben. Aber gerade bei ihnen sieht er die seelische Not, die zu heilen er gekommen ist. Dahingegen halten die Pharisäer sich fĂĽr seelisch ganz gesund. Und ich: Komme ich auf den Gedanken, mich zu den Zöllnern und SĂĽndern zu zählen? Oder meine ich, ich sei ein Gerechter?

2. Der Christ als Arzt. Jesus beschreibt sich als Arzt. Auch ein Arzt freut sich – wenn er nicht auf’s Geschäft sieht – ĂĽber die Gesunden; sein Ziel ist es, dass die Menschen gesund sind. Aber ein gewissenhafter Arzt, der berufen ist zu heilen, der sucht die Nähe der Kranken. Auch als Freund Jesu bin ich dazu berufen, fĂĽr die seelisch Kranken da zu sein. Meide ich den Kontakt zu Menschen, von denen ich meine, dass sie zu weit von Jesus entfernt sind? Wie hätte sich Jesus gegenĂĽber Kollegen und Bekannten verhalten, die den christlichen Glauben verlachen und ein Leben in SĂĽnde fĂĽhren?

3. Barmherzigkeit statt Opfer. Den Pharisäern scheint das Gebetsleben und die zur Schau gestellte Gerechtigkeit auszureichen. Sie meinen, doch schon alles fĂĽr Gott zu tun. Es ist nicht so, als ob Gott das Gebet nicht zu schätzen weiĂź, aber wenn es nicht mit Barmherzigkeit gegenĂĽber den Kranken, gegenĂĽber den SĂĽndern gepaart ist, bleibt es ohne Seele. „Ohne ein reuiges Herz ist jedes religiöse Handeln unwirksam!“ (Papst Franziskus, Generalaudienz vom 13.04.2016)

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, immer wieder zeigst du mir, was du mit Barmherzigkeit meinst. Oft glaube ich, ich mĂĽsse nur der Spender von Barmherzigkeit sein, gegenĂĽber Menschen, die an mir schuldig geworden sind, oder die meine Hilfe brauchen. Dabei bin ich es doch selbst, der deiner Barmherzigkeit mehr als alles andere bedarf.

Möglicher Vorsatz:  Ich werde das Gespräch mit einem Menschen suchen, der Gott offenbar fern steht; nicht um ihn zu bekehren, sondern um ihm zu zeigen, dass ich fĂĽr ihn da bin.


Die Größe des Herrn

2. Juli 2016

Fest
Mariä Heimsuchung

Felix Honekamp

Lk 1,39-56
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria:

Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht ĂĽber alle, die ihn fĂĽrchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurĂĽck.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich weiĂź, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, oder wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit GĂĽte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, ich bitte dich um ein freudiges Herz, wenn ich die Worte der Schrift betrachte. Sie sind ein Geschenk, wie es das Magnificat ist und wie es dieses Gebet zum Ausdruck bringt.

1. Freude. Das Magnificat, das die Kirche täglich zur Vesper betet, ist in erster Linie ein Freudenlied. Es besingt einerseits die Freude einer Mutter ĂĽber ein Kind. Aber in Marias Freude spiegelt sich zusätzlich noch die Freude ĂĽber den Retter: ihren eigenen und den der Welt. Bereitet mir der Gedanke ĂĽber die Geburt Jesu auch eine solche Freude? Verstehe ich, was Gott durch die Menschwerdung an uns getan hat?

2. Dankbarkeit und Demut. Gleichzeitig macht Maria deutlich, dass ihr bewusst ist, dass ihre Freude nicht ihr eigenes Verdienst ist. Wenn alle Geschlechter sie von nun an selig preisen liegt das daran, dass der Herr auf ihre Niedrigkeit geschaut und der Mächtige GroĂźes an ihr getan hat. Was fĂĽr ein groĂźartiges Beispiel Maria doch fĂĽr den Glauben, die Dankbarkeit und die Demut ist! Was fĂĽr ein groĂźartiges Vorbild!

3. Bekenntnis. Im Weiteren wird klar, was Gott mit der Menschwerdung eigentlich alles getan hat: Er erhebt damit die Niedrigen, beschenkt die Hungernden und hilft Israel und seinem Volk. All dies sieht Maria, die sonst so schweigsam alles in ihrem Herzen bewahrte, und jubelt darĂĽber. Kein Wunder, dass dieses Gebet so wesentlich fĂĽr das tägliche Gebet der Kirche geworden ist. Erkenne ich die wahre Bedeutung der Worte Marias?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, du bist nicht nur Mensch geworden, sondern hast uns auch deine Mutter als leuchtendes Beispiel fĂĽr Glaube, Liebe, Dankbarkeit und Demut gegeben. Ich danke dir, dass du uns Maria als FĂĽrsprecherin an die Hand gegeben hast und dass wir uns ihr vertrauensvoll zuwenden können.

Möglicher Vorsatz:  Ich werde in den kommenden Tagen die einzelnen Zeilen des Magnificat betrachten: Was war Maria so wichtig, dass sie diese Worte gewählt hat?