Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 22. Mai 2016 bis Samstag 28. Mai 2016

Achte Woche im Jahreskreis

Magdalena Sczuka und Ilona Kies

Durch ihn, und mit ihm, und in ihmSonntag
Durst nach GottMontag
Gott - unendlich wĂŒrdigDienstag
Wer groß sein will, der dieneMittwoch
Gib du ihnen zu essen!Donnerstag
Die TempelreinigungFreitag
Vor Gott echt seinSamstag


Durch ihn, und mit ihm, und in ihm

22. Mai 2016

Hochfest
Dreifaltigkeitssonntag

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,12-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit fĂŒhren. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkĂŒnden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkĂŒnden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkĂŒnden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, vor dir kann ich sein, wie ich bin. Du kennst mich durch und durch. Du weißt um meine StĂ€rken und um meine Schwachpunkte. Du ĂŒberforderst mich nicht. Ich vertraue dir, Herr.

Bitte: Lieber Jesus, bitte lehre mich, meine eigene SchwĂ€che anzunehmen.

1. Ihr könnt es jetzt nicht tragen. Jesus hat sich mit seinen JĂŒngern zum Abendmahl versammelt. Er hat Ihnen die FĂŒĂŸe gewaschen und ihnen vieles gesagt: Er hat ihnen das Gebot der NĂ€chstenliebe gegeben, das Gleichnis von der Rebe und dem Weinstock, er hat ihnen gesagt, dass einer seiner JĂŒnger ihn verraten wird. Johannes hat dieses „Testament Jesu“ von Kapitel 13 seines Evangeliums ab aufgeschrieben. Nun sagt Jesus: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“ (16,12). Er kennt die Grenzen seiner JĂŒnger. Jesus, der sich dessen bewusst ist, dass dies sein letztes Zusammensein mit seinen Freunden ist, sehnt sich danach, ihnen noch mehr von seiner Liebe mitzuteilen. Doch er hĂ€lt sich zurĂŒck, um seine JĂŒnger nicht zu ĂŒberfordern. Er weiß: Sie können es jetzt nicht tragen.

2. Der Geist der Wahrheit. Was fĂŒr eine frohe Gewissheit, vielleicht sogar Erleichterung, ist es fĂŒr Jesus, zu wissen, dass er seinen JĂŒngern den Heiligen Geist senden wird. Dieser Geist wird die JĂŒnger dazu befĂ€higen, die Wahrheit zu erkennen, zu glauben und zu verkĂŒnden. Auch wenn es Jesus schwer fĂ€llt, sich von seinen JĂŒngern zu trennen, wird er sie nicht als Waisen zurĂŒcklassen. Er wird bei ihnen sein, IN ihnen sein, sie durchdringen. Als JĂŒnger Jesu sind wir auf seinen Geist angewiesen. Er hilft uns, die Wahrheit zu erkennen. Die Wahrheit ĂŒber Gott als Dreifaltigkeit, und auch die Wahrheit ĂŒber uns selbst. Und diese Letztere ist manchmal besonders schwer zu tragen. Der Geist gibt auch dazu die Kraft.

3. Nicht aus mir selbst heraus. Was sagt der Heilige Geist? „Er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört.“ Auch wir sollen nicht aus uns selbst heraus reden und handeln und brauchen es auch nicht zu tun. Wir dĂŒrfen uns als schwache Werkzeuge in den HĂ€nden Gottes erfahren. An unserer Schwachheit wird Gottes GrĂ¶ĂŸe sichtbar, wenn wir den Heiligen Geist in uns leben und wirken lassen. Nicht aus uns selbst heraus können wir Gutes tun, Gott gefallen oder anderen von Gott erzĂ€hlen. Nur im Heiligen Geist und nur durch ihn sind wir dazu fĂ€hig.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, oft empfinde ich meine Grenzen und SchwĂ€chen als Hindernis fĂŒr dein Wirken. Hilf mir, heute ein wenig besser zu erkennen, dass du gerade durch meine Schwachheit Großes tun kannst. Nicht durch meine eigene Klugheit erkenne ich die Wahrheit, sondern DURCH DICH. Nicht aus eigener Kraft vollbringe ich gute Werke, sondern MIT DEINER KRAFT. Nicht in meinem eigenen Herzen finde ich die Quelle der Liebe, sondern IN DIR. Lass mich heute durch dich, und mit dir und in dir leben. Amen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte Gott heute fĂŒr eine konkrete SchwĂ€che von mir danken und sie ihm zur VerfĂŒgung stellen.


Durst nach Gott

23. Mai 2016

Montag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Wigbert, Abt
Hl. Desiderius, Bischof
Hl. BartholomÀus Bauer OFM

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 10,17-27
In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrĂŒbt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine JĂŒnger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es fĂŒr Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die JĂŒnger waren ĂŒber seine Worte bestĂŒrzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: FĂŒr Menschen ist das unmöglich, aber nicht fĂŒr Gott; denn fĂŒr Gott ist alles möglich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte nun still werden vor dir. Ich möchte es dem Mann aus dem Tagesevangelium gleichtun: Im Geiste gehe ich jetzt auf dich zu und falle vor dir auf die Knie. Ich möchte bei dir sein. Auf dich hören. Und auf das hören, was mein Herz sagt.

Bitte: Guter Gott, bitte entzĂŒnde in mir die Sehnsucht nach dir.

1. Sehnsucht nach mehr. Dieser Mann, der plötzlich auf Jesus zulĂ€uft und sich vor ihm auf die Knie wirft, ist kein VerrĂŒckter. Es ist auch keine Verzweiflung oder Frustration, die ihn zu dieser ĂŒberraschenden Handlung anspornt. Der Mann fĂŒhrt eigentlich ein vorbildliches, gelungenes Leben: Er erfĂŒllt die Gebote, er stiehlt nicht, er lĂŒgt keinen an, er bringt niemanden um. Und doch bemerkt er tief in seinem Herzen eine Unzufriedenheit. So etwas wie eine Sehnsucht nach mehr. Ihm fehlt noch etwas. In ihm ist ein Verlangen nach FĂŒlle, das weder durch seine Freundschaften, noch durch seinen Besitz, noch durch irgendwelche irdischen Freuden gestillt werden kann.

2. Gott sehnt sich. â€žDa sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch
.“ Haben wir gehört, warum Jesus dem Mann diese Worte sagt? Nicht weil er ihn tadeln will, und auch nicht weil er ihn Ă€ndern oder verbessern will, spricht er so zu ihm, sondern einzig und allein, WEIL ER IHN LIEBT. Weil Jesus ihn liebt, sehnt er sich danach, diesen Menschen noch nĂ€her bei sich zu haben, um ihn noch mehr beschenken zu können.

3. Raum schaffen fĂŒr Gott. Unsere Sehnsucht nach mehr, nach Gott, ist ein Spiegel Seiner Sehnsucht nach uns. Wenn wir uns schmerzlich nach der NĂ€he Gottes sehnen, ist das so, weil ER sich zuerst schmerzlich nach unserer NĂ€he sehnt.Diese Sehnsucht nach Gott können wir entweder „betĂ€uben“, indem wir versuchen, sie mit anderen Dingen zu stillen und uns abzulenken, oder wir können uns dazu entscheiden, ihr Raum zu geben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hilf mir die Einsamkeit auszuhalten, die ich manchmal empfinde, und sie nicht mit Zerstreuungen zu fĂŒllen, sondern mit deiner stillen Gegenwart. Hilf mir, den Hunger meiner Seele zu spĂŒren und nach dem zu suchen, was mir wirklich fehlt, anstatt mich mit materiellen Dingen abzugeben. Lehre mich, die Sehnsucht nach wahrer Liebe wahrzunehmen, mich ihr zu stellen und sie nicht mit oberflĂ€chlichen Beziehungen zu verdrĂ€ngen. Stille du mein Verlangen!

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute auf eine Sache verzichten, die der Sehnsucht nach Gott in meinem Herzen Platz wegnimmt.


Gott - unendlich wĂŒrdig

24. Mai 2016

Dienstag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Ester
Hl. Dagmar
Hl. Magdalena Sophia Barat SC

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 10,28-31
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder BrĂŒder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafĂŒr empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er HĂ€user, BrĂŒder, Schwestern, MĂŒtter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du rufst Menschen dazu auf, alles um deinetwillen zu verlassen und sich ganz in deinen Dienst zu stellen. Du bist alles wert! Sogar große Opfer und Verzicht. Du bist wĂŒrdig, dass Menschen um deinetwillen sogar auf Lebensnotwendiges verzichten: Eine Heimat, eine eigene Familie, Besitz. Nur du darfst so etwas erbitten. Du bist Gott. Du bist mir alles wert.

Bitte: Herr, sende Arbeiter in deinen Weinberg!

1. Du weißt. So beginnt Petrus seinen Satz. „Du weißt
, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.“ Ja, der Herr weiß. Jesus weiß ganz genau, wie schwer es den Aposteln gefallen ist, alles zu verlassen. FĂŒr den einen war vielleicht der Verlust der Familie oder das UnverstĂ€ndnis der Freunde das grĂ¶ĂŸte Opfer. FĂŒr den anderen mag das Aufgeben des Besitzes und des eigenen Hauses besonders schwierig gewesen sein. FĂŒr wieder einen anderen war das Verlassen der gewohnten Umgebung eine große Herausforderung. „Du weißt
“ Ja, Herr, du weißt auch um die Nöte derer, die HEUTE alles fĂŒr dich verlassen. Du kennst die Einsamkeit vieler Priester; du siehst das UnverstĂ€ndnis, auf das der Zölibat heutzutage stĂ¶ĂŸt; du weißt um die AggressivitĂ€t, mit der die Gesellschaft auf die VerkĂŒndigung des Wortes Gottes reagiert.

2. Um seinetwillen. Doch das alles tun wir um seinetwillen! Nicht, weil wir uns fĂŒr besonders wichtig halten. Nicht, weil wir etwas besonders Gutes fĂŒr die Welt tun wollen. Nicht, weil die Kirche ein besonders guter Arbeitgeber ist. Nein, wer wirklich alles fĂŒr Gott verlĂ€sst, der tut es um seinetwillen; ihm zuliebe. Nicht aus Angst, nicht aufgrund von Zwang, sondern aus Liebe zu Jesus. Weil er in Jesus einen unermesslichen Schatz entdeckt hat. Einen Schatz, fĂŒr den es sich lohnt, alles zu geben.

3. Der Lohn. â€žJeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder BrĂŒder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafĂŒr empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er HĂ€user, BrĂŒder, Schwestern, MĂŒtter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.“ Gott verspricht denen, die ihm nachfolgen, einen doppelten Lohn. Und um den ersten Teil seines Versprechens halten zu können, ist er auf unsere Hilfe angewiesen: Denn wenn Gott seinen Priestern und allen ihm geweihten Menschen verspricht, ihnen „BrĂŒder, Schwestern, MĂŒtter, Kinder“ zu geben, dann braucht er dafĂŒr ganz konkrete Menschen, die fĂŒr sie BrĂŒder, Schwestern, MĂŒtter und Kinder sind. Auch mich.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du Menschen dazu berufst, sich ganz in deinen Dienst zu stellen. Danke, dass diese Menschen uns von dir erzĂ€hlen und deine Liebe durch ihre guten Taten und vor allem in den Sakramenten erfahrbar machen. Öffne mein Herz fĂŒr deinen Ruf. Lass auch mich Bruder und Schwester fĂŒr meine Mitmenschen sein.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute jemandem, der alles fĂŒr Gott verlassen hat, (dem Pfarrer, einer Schwester, einem Seelsorger, 
) ganz konkret meine WertschĂ€tzung ausdrĂŒcken, zum Beispiel durch ein gutes Wort, ein Geschenk oder eine Danknotiz.


Wer groß sein will, der diene

25. Mai 2016

Mittwoch der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor VII., Papst

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 10,32-45
In jener Zeit, als Jesus und seine JĂŒnger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich ĂŒber ihn, die JĂŒnger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kĂŒndigte ihnen an, was ihm bevorstand. Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden ĂŒbergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des ZebedĂ€us, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfĂŒllst. Er antwortete: Was soll ich fĂŒr euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, fĂŒr die diese PlĂ€tze bestimmt sind. Als die zehn anderen JĂŒnger das hörten, wurden sie sehr Ă€rgerlich ĂŒber Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrĂŒcken und die MĂ€chtigen ihre Macht ĂŒber die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld fĂŒr viele.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du hast mit deinem ganzen Leben gezeigt, wie wir leben sollen. Du bist auf die Erde gekommen, um uns zu dienen. Du bist als kleines Kind in einem Stall geboren, um fĂŒr uns schwach und hilfsbedĂŒrftig zu sein. Du hast deinen JĂŒngern die FĂŒĂŸe gewaschen und hast dein Leben am Kreuz gegeben, um uns von unseren SĂŒnden zu befreien. Lass mich heute dein Beispiel betrachten.

Bitte: Jesus, lehre mich dienen.

1. Woran denkt Jesus? Jesus denkt an das, was er in diesen Tagen fĂŒr seine JĂŒnger tun wird: Er wird nach Jerusalem gehen und sich gefangen nehmen lassen. Er wird zulassen, dass er verraten, beleidigt, ausgelacht und gegeißelt wird. Er wird uns seine Liebe bis zur Vollendung zeigen: Er wird am Kreuz seine Arme ausbreiten und alle an sich ziehen. Er denkt dabei nicht an sich, sondern an die, die er liebt. An seine JĂŒnger, an mich und an dich.

2. Woran denken die JĂŒnger? Seine JĂŒnger haben wĂ€hrenddessen anderes im Kopf. Zwei von ihnen machen sich Sorgen darum, ob sie im Himmel die EhrenplĂ€tze bekommen oder nicht. Die anderen sind neidisch, und Ă€rgern sich ĂŒber die beiden, weil sie selbst auch an den besten PlĂ€tzen interessiert sind. Jeder von ihnen möchte gerne der MĂ€chtigste, der Schlauste und der Wichtigste sein.

3. Bei euch soll es nicht so sein. â€žBei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.“ Jesus möchte dieses weltliche Denken seiner JĂŒnger durchbrechen. Er möchte ihnen zeigen, dass wahre GrĂ¶ĂŸe nicht durch Macht, sondern durch Dienst zu erreichen ist. Diese Worte setzt Jesus einige Tage spĂ€ter in die Tat um: Als er seinen JĂŒngern beim letzten Abendmahl die FĂŒĂŸe wĂ€scht, tut er einen Dienst, den zu dieser Zeit nur Sklaven tun mussten. „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld fĂŒr viele.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du dich fĂŒr mich so klein gemacht hast. Ich danke dir, denn du bist der allmĂ€chtige Gott, und machst dich dennoch klein, wie ein Sklave. Ich sollte vor dir knien, und doch kniest du vor mir, wĂ€schst meine schmerzenden Wunden, meine schmutzigen FĂŒĂŸe, mein staubiges Herz. Du vergießt dein göttliches Blut, um mich zu erlösen. Ich hab das nicht verdient, Jesus. DANKE.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute jemandem einen Dienst erweisen, der es „nicht verdient“ hat.


Gib du ihnen zu essen!

26. Mai 2016

Hochfest
Fronleichnam
Hl. Philipp Neri, OrdensgrĂŒnder

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 9,11b-17
In jener Zeit redete Jesus zum Volk vom Reich Gottes und heilte alle, die seine Hilfe brauchten. Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zwölf zu ihm und sagten: Schick die Menschen weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort. Er antwortete: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten: Wir haben nicht mehr als fĂŒnf Brote und zwei Fische; wir mĂŒssten erst weggehen und fĂŒr all diese Leute Essen kaufen. Es waren etwa fĂŒnftausend MĂ€nner. Er erwiderte seinen JĂŒngern: Sagt ihnen, sie sollen sich in Gruppen zu ungefĂ€hr fĂŒnfzig zusammensetzen. Die JĂŒnger taten, was er ihnen sagte, und veranlassten, dass sich alle setzten. Jesus aber nahm die fĂŒnf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete sie und brach sie; dann gab er sie den JĂŒngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Und alle aßen und wurden satt. Als man die ĂŒbrig gebliebenen BrotstĂŒcke einsammelte, waren es zwölf Körbe voll.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte anderen von dir erzĂ€hlen, und merke, dass ich dich kaum kenne. Ich möchte anderen helfen und weiß mir selbst mit meinen eigenen Sorgen und Nöten kaum zu helfen. Ich möchte anderen meine Zeit schenken und habe doch kaum Zeit, um meine Standespflichten zu erfĂŒllen. Schau mit Barmherzigkeit auf mich und eile mir zu Hilfe!

Bitte: Jesus, lehre mich, meine Talente, so klein und armselig sie auch sein mögen, in deinen Dienst zu stellen.

1. Schick sie weg! Ja, es ist das Jahr der Barmherzigkeit. Ja, ich kenne die Werke der Barmherzigkeit. Ja, ich bin auch irgendwie bereit, sie eventuell zu vollbringen. Aber, wenn ich ehrlich bin, hoffe ich doch insgeheim, dass mir heute kein Kranker, Durstiger, Hungriger oder Fremder ĂŒber den Weg lĂ€uft. (Bei Gefangenen ist das ja eher unwahrscheinlich) Und wenn es dann doch mal passiert, dass ein FlĂŒchtling mich um einen Gefallen bittet, ist dann nicht meine erste, spontane Reaktion die der JĂŒnger: „Herr, schick sie weg.“? Ich fĂŒhle mich ĂŒberfordert mit der Not anderer Menschen. Denn ich habe auch meine eigenen Nöte, und die werden mir momentan schon zu viel.

2. Woran liegtÂŽs, dass wir so reagieren? Könnte es sein, dass ich das Jahr der Barmherzigkeit ein bisschen falsch verstanden habe? Vielleicht kann das Tagesevangelium helfen. „Wir haben nicht mehr als fĂŒnf Brote und zwei Fische.“ Diese Klage der JĂŒnger klingt nach Betroffenheit und Resignation. Herr, es ist einfach zu wenig, was wir anzubieten haben! Es reicht noch nicht einmal fĂŒr uns selbst! Und sie haben Recht: FĂŒnf Brote und zwei Fische sind definitiv nicht genug fĂŒr fĂŒnftausend MĂ€nner plus deren Familien. Aber Jesus sagt daraufhin nicht: „Kein Problem, Leute, esst diese Brote selbst auf, dann seid wenigstens ihr satt.“ Sondern es gilt weiterhin, was er gesagt hatte: „Gebt ihnen zu essen!“ Aber Jesus lĂ€sst seine JĂŒnger mit dieser unlösbaren Aufgabe nicht allein. ER nimmt das Brot in seine HĂ€nde und betet zu seinem Vater. ER wirkt das Wunder. Es ist Jesu Barmherzigkeit, die die Menschen satt macht, nicht die der JĂŒnger. Die JĂŒnger hatten nichts zu geben. Sie hatten nicht einmal genug fĂŒr sich selbst. Jesus macht aus dem „Zu wenig“ ein „Zu viel“. Und so können die JĂŒnger verschenken, was sie nicht aus eigener Kraft besitzen, sondern aus Gottes Kraft.

3. Das Jahr der Barmherzigkeit ist ein Jahr fĂŒr mich. Das Jahr der Barmherzigkeit ist sicherlich ein Aufruf an jeden Christen, die Werke der Barmherzigkeit zu ĂŒben. Und doch ist es vielleicht in erster Linie nicht ein Jahr, um barmherzig zu sein, sondern um Barmherzigkeit zu empfangen. Es ist an erster Stelle ein Jahr fĂŒr mich, in dem Gott mich mit seiner barmherzigen Liebe beschenken möchte. Ganz besonders in der Eucharistie möchte er mir Gutes tun, mich bestĂ€rken, mich trösten, mich sĂ€ttigen, mich lehren, mir meine Zweifel nehmen, meine SĂŒnden vergeben, meinen Durst stillen, mich aus meinem GefĂ€ngnis befreien. Nur aus dieser tiefen und persönlichen Erfahrung seiner Liebe, kann ich in Freiheit und Freude weiterschenken, was ich selbst empfangen habe. Nicht aus meiner eigenen Kraft heraus, sondern aus Gottes Kraft.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du mir das Jahr der Barmherzigkeit schenkst. Lass nicht zu, dass es an mir wie jedes andere Jahr vorbeizieht. BerĂŒhre mich tief mit deiner GĂŒte, mit deiner Vergebung, mit deiner Liebe. Und wenn meine eigene UnzulĂ€nglichkeit mich heute bedrĂŒckt und verzweifeln lassen will, dann erinnere mich an das, was du aus fĂŒnf Broten und zwei Fischen gemacht hast. Jesus, ich vertraue dir.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mir heute ĂŒberlegen, wo ich Gottes Barmherzigkeit besonders brauche, und ihn bitten, mein Herz fĂŒr seine Hilfe zu öffnen.


Die Tempelreinigung

27. Mai 2016

Freitag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Augustinus von Canterbury, OSB
Hl. Bruno von KĂ€rnten, Bischof

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 11,11-25
In jener Zeit zog Jesus nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spĂ€t am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus. Als sie am nĂ€chsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger. Da sah er von weitem einen Feigenbaum mit BlĂ€ttern und ging hin, um nach FrĂŒchten zu suchen. Aber er fand an dem Baum nichts als BlĂ€tter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine JĂŒnger hörten es. Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die HĂ€ndler und KĂ€ufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die StĂ€nde der TaubenhĂ€ndler um und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug. Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes fĂŒr alle Völker sein? Ihr aber habt daraus eine RĂ€uberhöhle gemacht. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fĂŒrchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren. Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen JĂŒngern die Stadt. Als sie am nĂ€chsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. Jesus sagte zu ihnen: Ihr mĂŒsst Glauben an Gott haben. Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor, und stĂŒrz dich ins Meer!, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte mit dir und den zwölf Aposteln unterwegs sein. Ich möchte sehen, hören und spĂŒren, was du mir mit diesem Evangelium zu sagen hast. Ich glaube an dich, ich liebe Dich.

Bitte: Jesus, prĂ€ge den Willen zur Vergebung und Versöhnung tief in mir ein.

1. Der Feigenbaum vor der Tempelreinigung. In Jerusalem angekommen, geht Jesus zunĂ€chst in den Tempel und sieht sich alles an, wie es heißt. SpĂ€tabends geht er mit seinen Aposteln nach Betanien, wohl zu seinem Freund Lazarus. Am nĂ€chsten Tag sind sie wieder auf dem Weg nach Jerusalem, als Jesus Hunger verspĂŒrt und einen Feigenbaum sieht. Da er aber keine FrĂŒchte trĂ€gt, beschließt Jesus, dass er in Ewigkeit keine Frucht mehr tragen soll. OberflĂ€chlich betrachtet könnte man meinen, Jesus war wĂŒtend, weil es ihn hungerte und der Baum keine Frucht bereithielt, um sein BedĂŒrfnis zu stillen. Darum „bestrafte“ er den Baum. Der Anschein, dass es sich um eine Strafe handelt, wird noch durch die darauf folgende Tempelreinigung verstĂ€rkt. Jesu Worte sind scheinbar schwer mit dem Gott der GĂŒte, der Geduld und der Barmherzigkeit zu vereinbaren.

Doch ist das Wort Gottes, Jesus Christus selbst, in sich nur gut. Deswegen werden wir in diesem Moment, nur hinhören, wie es die Apostel getan haben: „Und seine JĂŒnger hörten es.“

2. Die Tempelreinigung. Man kann Jesus nur selten zornig erleben. Was ging in Jesus vor? Er war empört darĂŒber, dass an heiliger StĂ€tte GeschĂ€ftemacherei betrieben wurde: „Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes fĂŒr alle Völker sein? Ihr aber habt daraus eine RĂ€uberhöhle gemacht.“ Jesus wurde aus Gerechtigkeit und Liebe zornig. Er war aber nicht wĂŒtend. Die Wut bringt immer den Schaden des anderen mit sich. Sicherlich hat Jesus einen geringen sachlichen Schaden anrichten mĂŒssen. Vor allem aber hat er den VerkĂ€ufern das GeschĂ€ft verdorben
 Doch dieser „Schaden“ war zur Reinigung des Ortes notwendig - einer Reinigung, durch die das Haus des Vaters wieder zu einem Haus des Gebetes werden konnte.

3. Der Feigenbaum nach der Tempelreinigung. Am nĂ€chsten Morgen gehen die JĂŒnger wieder am Feigenbaum vorbei. Sie sehen, dass er verdorrt ist. Erst jetzt spricht Jesus, das Wort Gottes, und legt uns sein Verhalten aus: Seine Worte laden uns zu Glaube und Vergebung ein. Der Glaube reinigt die Seele. Oft erscheint uns die Übung des Glaubens in unserem alltĂ€glichen Leben als trocken und mĂŒhevoll. Wir dĂŒrfen unseren Glauben aber mit all unserer Menschlichkeit leben. TatsĂ€chlich bringt sich unser Glaube auch in GefĂŒhlen zum Ausdruck. Mit dem Herzen glauben und nicht zweifeln, dazu lĂ€dt uns Jesus ein. Ein durch den Glauben gereinigtes Herz bringt FrĂŒchte hervor, vor allem die Frucht der Vergebung. Ohne Vergebung verliert alles in unserem Leben allmĂ€hlich seine innerste Kraft. Es stirbt. Auch Vergebung und Versöhnung sind Ausdruck unseres Glaubens.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mein Ein und Alles. Ich danke dir fĂŒr all deine Worte und deine Zuwendung. Reinige mein Herz, stĂ€rke meinen Glauben. Ich glaube an dich und ich liebe dich.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mich heute bewusst mit jemandem versöhnen, der mich verletzt hat, oder den ich verletzt habe.


Vor Gott echt sein

28. Mai 2016

Samstag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Germanus von Paris
Hl. Wilhelm von Aquitanien

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 11,27-33
In jener Zeit kamen Jesus und seine JĂŒnger wieder nach Jerusalem. Als er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm und fragten ihn: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun? Jesus sagte zu ihnen: Zuerst will ich euch eine Frage vorlegen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen? Antwortet mir! Da ĂŒberlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Sollen wir also antworten: Von den Menschen? Sie fĂŒrchteten sich aber vor den Leuten; denn alle glaubten, dass Johannes wirklich ein Prophet war. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Jesus erwiderte: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm Heiliger Geist! ErfĂŒlle die Herzen deiner GlĂ€ubigen, und entzĂŒnde in ihnen das Feuer deiner Liebe!

Herr, du sendest aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen, und du wirst das Angesicht der Erde erneuern (vgl. Ps 104,30).

Bitte: Jesus, ich bitte dich: Sende deinen Geist der Wahrheit und der Liebe, dass ich vor dir ganz ehrlich sein kann.

1. Die Ehrlichkeit als Grundlage jeder Beziehung. Haben Sie schon einmal mit einem Menschen gesprochen, von dem Sie wussten, dass er nicht ehrlich ist? Der mit Überzeugung in der Stimme etwas behauptet, von dem Sie (und er selbst) wissen, dass es nicht stimmt? In dem GesprĂ€ch zwischen Jesus und den Hohenpriestern passiert genau das. Es kann gar keine wirkliche Begegnung stattfinden, denn die Hohenpriester sagen nicht, was sie wirklich denken. Jesus setzt alles daran, um ein ehrliches GesprĂ€ch möglich zu machen. Zweimal bittet er um eine ehrliche Antwort: „Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen? Antwortet mir!“ Er möchte diese Menschen fĂŒhren, er möchte sich ihnen so gerne offenbaren. Aber sie hindern ihn daran, weil sie sich nicht dazu durchringen, echt zu sein. Sie sagen nicht was sie wirklich denken, weil sie Angst vor dem Volk haben, und weil sie zu stolz sind, um zuzugeben, dass sie sich getĂ€uscht haben.

2. Sich von Gott anschauen lassen. Im Gebet können wir vor Gott so sein, wie wir sind. Wenn wir das nicht tun, dann gibt es keine Grundlage fĂŒr unser GesprĂ€ch mit Gott. Er kennt uns so, wie wir sind. Gott erwartet nicht von uns, dass wir mit makellosem Herzen und reinen HĂ€nden zu ihm kommen. Er erwartet nicht einmal von uns, dass wir gerne zum Gebet kommen. Er erwartet einfach nur, dass wir vor ihm ECHT sind. Vor ihm können wir alle Masken ablegen. Wir brauchen uns nicht zu verstellen. Manchmal denken wir vielleicht, dass Jesus uns besonders liebt, wenn wir stark sind und gute Taten vorzuweisen haben. Doch die heilige Theresia von Lisieux belehrt uns eines Besseren: „Je Ă€rmer du bist, desto mehr wird Jesus dich lieben. Er wird weit gehen, sehr weit sogar, um dich zu suchen, wenn du dich zuweilen ein wenig verirrst.“

3. Sich mit Vertrauen ihm öffnen. Stellen wir uns einmal vor, das GesprĂ€ch Jesu mit den Hohenpriestern wĂ€re anders verlaufen. Jesus bittet sie: „Antwortet mir!“ und die Hohenpriester beratschlagen miteinander: „Was sollen wir antworten?“, gehen zu Jesus und sagen: „Herr, wir sind uns nicht sicher. Wir haben nicht an die Zeichen geglaubt, die du getan hast, weil wir dich noch nicht kennen, und neidisch sind. Wir haben uns aber auch nicht gegen dich ausgesprochen, weil wir Angst vor dem Volk haben, dass dir hinterherlĂ€uft. Hilf unserem Unglauben.“ Wie anders wĂ€ren dann die Dinge gelaufen! Sicher hĂ€tte Jesus ihnen das Geschenk des Glaubens gemacht. Sicher hĂ€tte er sich ihnen offenbart, ihnen die Zweifel und die Angst genommen, und sie wĂ€ren seine begeisterten Apostel geworden. Lassen wir uns also von ihm anschauen, und fĂŒrchten wir uns nicht davor, vor Jesus schwach und klein zu erscheinen. Er hat Gefallen daran.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte mich dir heute so zeigen, wie ich bin. Dir sagen was ich jetzt fĂŒhle, 
 , dir sagen, worum ich mich heute sorge, 
 , dir sagen, was mich in den letzten Tagen froh gemacht hat, 
 Danke, dass du an MIR interessiert bist. Ich liebe dich und möchte mich von dir lieben lassen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde in dieser Woche am Anfang jedes Gebets prĂŒfen, ob ich ehrlich vor Gott bin und ihm sagen, was wirklich in meinem Herzen ist.