Tägliche Meditationen

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Tägliche Meditationen

Sonntag 24. April 2016 bis Samstag 30. April 2016

FĂŒnfte Woche in der Osterzeit

P. Joachim Richter LC

Das ZeichenSonntag
Der AuftragMontag
Sehnsucht nach FriedenDienstag
Der Weg zu großer FruchtbarkeitMittwoch
Liebe wird konkretDonnerstag
Warum die Kleinen groß sindFreitag
VerfolgtSamstag


Das Zeichen

24. April 2016

5. Sonntag in der Osterzeit
Cantate Domino

P. Joachim Richter LC

Joh 13,31-33a.34-35
In jener Zeit, als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine JĂŒnger seid: wenn ihr einander liebt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du hast deutlich gemacht, dass es dir ganz und gar nicht gleichgĂŒltig ist, wie wir miteinander umgehen. Du möchtest, dass wir deinem Beispiel folgen und uns untereinander so lieben, wie du uns geliebt hast. RĂŒhre unsere Herzen an!

Bitte: Herr, sende aus deinen Geist und entzĂŒnde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe!

1. Das Erkennungszeichen. Das klarste Kennzeichen der Christen ist nach den Worten Jesu die Liebe. Schon zur Zeit der Römer, aber auch ĂŒber die Jahrhunderte hinweg, sind die Christen dadurch aufgefallen, dass sie untereinander eine tatkrĂ€ftige NĂ€chstenliebe praktiziert haben. Sogar Fremde und Andersdenkende waren davon nicht ausgeschlossen!Als Pachomius, ein heidnischer Soldat in der Armee von Kaiser Konstantin sah, wie die Christen seinen hungernden und kranken Kameraden Essen brachten, war er tief bewegt und wollte mehr ĂŒber die Lehre wissen, die diese Menschen zu solcher Barmherzigkeit anspornte. Beispiele wie diese waren einer der HauptgrĂŒnde dafĂŒr, dass die Kirche auch in Zeiten der Verfolgungen so wuchs.

2. Das Testament. Die letzten Worte im Leben eines Menschen sind sehr bedeutsam! Die letzten Worte im Leben Jesu sind kein zufĂ€lliges Geplapper, sondern wohlĂŒberlegt. Jesus bittet seine Freunde eindringlich: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Wie ernst nehme ich diesen Teil des „Testamentes“, das Jesus hinterlassen hat?

3. Verherrlichung. Was mag dieses rĂ€tselhafte Wort bedeuten: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht.“? Vielleicht dies: Jesus hielt unbeirrbar an seiner Sendung und an der Liebe fest. Trotz aller Hindernisse und Versuchungen hat er sich vom Auftrag des Vaters nicht abbringen lassen. Nicht einmal der Schmerz, den er durch den Weggang und Verrat des Judas erfahren musste, hat ihn aus der Bahn werfen können. Ebenso wenig ist er an Judas schuldig geworden. Jesus sieht voraus, dass der Weggang des Judas das erste Glied in der Kette von Leiden ist, durch die er gehen muss. Durch den Gehorsam bleibt er auf den Vater fokussiert und sieht, dass der Vater ihn nach allen Leiden in seine Herrlichkeit aufnehmen will. So bleibt er bereit, alles aus der Hand des Vaters anzunehmen und den Kelch bis zur Neige zu trinken.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, an Judas können wir sehen, dass du bis zur letzten Konsequenz treu bleibst: treu deinem Vater gegenĂŒber und unbeirrbar treu in der Liebe; sogar dem gegenĂŒber, der dich verlassen und verraten hat. Mach meine Liebe stark, Herr. Heile mich von der GleichgĂŒltigkeit, dieser Zivilisationskrankheit, die so viele Menschen angesteckt hat. Mehre meinen Glauben daran, dass du in mir bist und in mir alle Menschen lieben möchtest, mit einer universalen, feinfĂŒhligen und opferbereiten Liebe. Auch denen, die ich als unangenehm empfinde, will ich mit Wohlwollen begegnen, damit ich mit deiner Hilfe zu einem Zeichen werde, an dem die Welt erkennt, dass wir deine JĂŒnger sind.

Möglicher Vorsatz: Ich ĂŒberlege mir, ob es einen Bereich in meinem Leben gibt, den ich im Hinblick auf eine konsequente Grundhaltung der Liebe bisher vielleicht etwas vernachlĂ€ssigt habe, und nehme mir fest vor, an diesem Punkt zu arbeiten.


Der Auftrag

25. April 2016

Fest
Hl. Evangelist Markus

P. Joachim Richter LC

Mk 16,15-20
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkĂŒndet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lĂ€sst, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie DĂ€monen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die HĂ€nde auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten ĂŒberall. Der Herr stand ihnen bei und bekrĂ€ftigte die VerkĂŒndigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

EinfĂŒhrendes Gebet: Du, Jesus, wolltest ausdrĂŒcklich, dass deine Frohbotschaft in der ganzen Welt verkĂŒndet wird. Denn jeder Mensch hat das Recht, dich kennenzulernen; dich, der uns offenbart hat, dass wir einen barmherzigen, liebenden Vater haben. Hilf mir begreifen, dass man einem Menschen keine grĂ¶ĂŸere Wohltat erweisen kann, als wenn man ihm hilft, dich und dein Evangelium kennenzulernen. Heiliger Markus, stĂ€rke unsere Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zu verkĂŒnden!

Bitte: ErfĂŒlle mich, Jesus, mit demselben Durst, der dich hinaus zu den Menschen getrieben hat, um ihnen zu sagen, dass es nichts GrĂ¶ĂŸeres und Wichtigeres im Leben gibt als das Reich Gottes.

1. Geht und verkĂŒndet! Diesen Auftrag hat Jesus den elf JĂŒngern mitgegeben. Doch wie seine VorgĂ€nger ruft uns Papst Franziskus unermĂŒdlich in Erinnerung, dass alle Christen gemeint sind: „alle sind wir aufgefordert, diesen Ruf anzunehmen: hinauszugehen aus der eigenen Bequemlichkeit und den Mut zu haben, alle Randgebiete zu erreichen, die das Licht des Evangeliums brauchen“ (Evangelii Gaudium, Nr. 20).

2. Neue Sprachen. Die Neuheit des Christentums leuchtet in vielen Merkmalen auf: in neuen Sprachen, in Heilungen, in der Überwindung von zerstörerischen dĂ€monischen KrĂ€ften und in der Freude: Freude ĂŒber die Liebe Gottes und ĂŒber unsere Berufung zum ewigen GlĂŒck im Himmel! „Die Freude des Evangeliums erfĂŒllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der SĂŒnde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude“ (Evangelii Gaudium, Nr. 1), eine Freude, die nach außen drĂ€ngt, hin zu unseren Schwestern und BrĂŒdern.

3. Der Herr stand ihnen bei. Manche Menschen setzen sich nicht fĂŒr die Mission ein, weil sie vielleicht meinen, dass es ohnehin nichts bringt oder dass jeder nach seiner Façon selig werden soll. Es stimmt, dass es oft den Anschein hat, als wĂŒrde Gott nicht existieren. Gleichzeitig kann aber das aufmerksame Auge ĂŒberall Zeichen der Auferstehung beobachten. Sie ist eine unbĂ€ndige Kraft! Wir dĂŒrfen tĂ€glich neuen Mut schöpfen, weil wir wissen, dass es wahr ist: Der Auferstandene wohnt wirklich in uns und wirkt durch uns.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bete zu deiner Mutter Maria: „Jungfrau und Mutter Maria, vom Heiligen Geist gefĂŒhrt nahmst du das Wort des Lebens auf, in der Tiefe deines demĂŒtigen Glaubens ganz dem ewigen Gott hingegeben. Hilf uns, unser ‚Ja‘ zu sagen angesichts der Notwendigkeit, die dringlicher ist denn je, die Frohe Botschaft Jesu erklingen zu lassen“ (Evangelii Gaudium, Nr. 288).

Möglicher Vorsatz: Ich will Herz und Augen offenhalten, damit ich wach bin fĂŒr Situationen, in denen ich anderen Menschen etwas von Jesus oder vom Evangelium sagen kann. Dabei soll meine Grundhaltung von wohlwollender, dienender NĂ€chstenliebe geprĂ€gt sein.


Sehnsucht nach Frieden

26. April 2016

Dienstag der fĂŒnften Woche in der Osterzeit
Hl. Kletus Papst, MĂ€rtyrer

P. Joachim Richter LC

Joh 14,27-31a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurĂŒck. Wenn ihr mich lieb hĂ€ttet, wĂŒrdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist grĂ¶ĂŸer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Der Prophet Jesaja hatte einen „FĂŒrst des Friedens“ verheißen. In dir, Jesus, hat sich dieses Wort erfĂŒllt. Oft sind wir ratlos, wenn wir von so vielen Kriegen, Terrorakten, Scheidungen und anderen SchicksalsschlĂ€gen hören oder selber von einer unerklĂ€rlichen Unruhe geplagt sind. Aber wir können immer zu dir kommen, und du wirst unser Herz mit einem Frieden erfĂŒllen, wie ihn die Welt nicht geben kann.

Bitte: Jesus, du bist unser FriedensfĂŒrst! ErfĂŒlle alle, die an dich glauben, mit deinem wunderbaren Frieden. Und stifte Frieden und Versöhnung auch unter denen, die zerstritten sind.

1. Frieden anderer Art. Als ich im Sommer mal im Meer tauchen war, ist mir aufgefallen, dass das Wasser weiter unten oft ziemlich ruhig wird, obwohl es an der OberflĂ€che unter UmstĂ€nden tobt und die Wellen gegen die FelsenkĂŒste donnern. Das ist ein Bild fĂŒr den Frieden, den Jesus uns verheißen hat: Er wird uns nicht die Schwierigkeiten wegnehmen, aber wer sich an Jesus festhĂ€lt, der wird Frieden im Herzen erleben, selbst im turbulenten Auf und Ab des Lebens.

2. Die RĂŒckkehr. Im Film „Der RĂŒckkehrer“ kehrt ein Trapper, der fĂŒr tot gehalten und dessen Sohn ermordet wurde, aus der Wildnis zurĂŒck, um sich zu rĂ€chen. Auch Jesus wird in unsere Welt zurĂŒckkehren, aber aus einem ganz anderen Grund: aus Liebe zu uns Menschen und aus Liebe zum Vater! Mit Jesus kommen Hoffnung und Freude! Und mit ihm können wir an einer Zivilisation der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens bauen.

3. Die Einheit mit Gott ist der Weg zum Frieden. In unserer Kultur ist die Selbstbestimmung ĂŒber das eigene Leben einer der höchsten Werte. Wenn wir auf Jesus schauen, sehen wir, dass sein höchster Wert ein ganz anderer war, nĂ€mlich die ganz enge Verbundenheit mit dem Vater und die Übereinstimmung mit seinem Willen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du willst uns mit deinem Frieden erfĂŒllen. Und wir werden ihn erfahren, wenn wir uns um dieselbe Grundeinstellung bemĂŒhen, die dich charakterisiert hat: dass wir nach dem Willen Gottes streben, das heißt also, dass wir so handeln, wie du es uns vom Vater mitgeteilt hast.

Möglicher Vorsatz: a) FĂŒr den Frieden beten; b) Überlegen, wo ich Frieden stiften kann; c) Überlegen, wo mir eine grĂ¶ĂŸere Übereinstimmung mit dem Willen Gottes guttun wĂŒrde.


Der Weg zu großer Fruchtbarkeit

27. April 2016

Mittwoch der fĂŒnften Woche in der Osterzeit
Hl. Petrus Canisius SJ
Hl. Zita, Magd

P. Joachim Richter LC

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine JĂŒnger werdet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, so viele wichtige und weniger wichtige BeschĂ€ftigungen nehmen mein Denken in Anspruch. Doch mit all dem komme ich zu dir, Herr, und lege es in deine HĂ€nde. Ich brauche dich und will mit dir verbunden sein. Vereint mit dir wird mein Leben in allen Bereichen verwandelt, belebt und fruchtbar.

Bitte: O Jesus, komm zu mir und lass mich tief verwurzelt in dir und aus dir heraus leben.

1. Sinn und Zweck unseres Lebens. Wozu legt ein Winzer einen Weinberg an? Weil er FrĂŒchte ernten will. Ähnlich können wir uns fragen: Warum hat uns Gott das Leben geschenkt? Er möchte, dass wir in seiner Kraft reiche Frucht bringen: gute Taten, die uns ihm Ă€hnlich machen.

2. Reinigung. Erfahrene Winzer wissen: Der hĂ€ufigste Fehler beim Rebschnitt ist eigentlich, dass zu wenig geschnitten wird! Rebzweige mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig beschnitten werden. Diese Reinigung ist notwendig fĂŒr ein gleichmĂ€ĂŸiges Wachstum und eine gesunde Entwicklung. Auch wir mĂŒssen immer wieder beschnitten werden. Das tut Gott auf unterschiedliche Weise. Sein Ziel dabei ist aber sehr gut: Gott beschneidet uns, damit wir von toten / krankwĂŒchsigen / unfruchtbaren Werken befreit werden. So können wir in Glaube und Liebe wachsen und viele gute Werke hervorbringen.

3. Dauerhaft fruchtbar sein – wie geht das? Wie schnell verdorrt ein Rebzweig, der nicht mehr mit dem Weinstock verbunden ist, weil ihm die NĂ€hrstoffe fehlen! Ähnlich schnell wird unser Leben steril, frucht-, freud- und sinnlos, wenn wir nicht lebendig und tief mit Jesus verbunden sind: durch persönliches Gebet, durch bewussten Empfang der Sakramente, durch das hörende Lesen des Wortes Gottes und durch das Festhalten an den Geboten Jesu.

GesprĂ€ch mit Christus: Wachse, Jesus, wachse in mir. In meinem Geist, in meinem Herzen, in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen. Wachse in mir in Deiner Milde, in Deiner Reinheit, in Deiner Demut, Deinem Eifer, Deiner LIEBE: Wachse in mir mit Deiner Gnade, Deinem Licht und Deinem Frieden. Wachse in mir zur Verherrlichung Deines Vaters, zur grĂ¶ĂŸeren Ehre Gottes. Amen. (Pierre Olivaint)

Möglicher Vorsatz: Diese Woche in eine Kirche gehen und fĂŒr die Menschen meiner Umgebung beten, die entfernt von Gott leben.


Liebe wird konkret

28. April 2016

Donnerstag der fĂŒnften Woche in der Osterzeit
Hl. Pierre Chanel, MĂ€rtyrer
Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort

P. Joachim Richter LC

Joh 15,9-11
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, in mir ist oft nur Leere, KĂ€lte, GleichgĂŒltigkeit. RĂŒttle mich auf, Herr, dass ich erkenne, wie sehr du mich liebst und dich nach meiner Liebe sehnst.

Bitte: Herr Jesus, entzĂŒnde in mir und in allen Menschen das Feuer deiner Liebe.

1. Am Anfang war die Liebe. Alles beginnt mit der Liebe Gottes: das Universum, unser Leben und unsere Erlösung. Die Liebe Gottes ist das Fundament, auf dem wir sicher stehen. Die einzig passende Antwort darauf, dass Gott uns so maßlos liebt, kann nur darin bestehen, dass wir seine Liebe erwidern.

2. Welche Liebe Jesus von uns erwartet. Jesus lĂ€sst uns nicht im Unklaren darĂŒber, welche Art von Liebe er von uns erwartet. Er hat sie uns selber vorgelebt: Er hat die Gebote seines Vaters gehalten, hat seinen Willen erfĂŒllt. Jesus erhofft sich, dass wir seinem Beispiel folgen und seine Gebote halten, um auf diese Weise den Willen des Vaters zu tun. Das ist echte Liebe zu Gott.

3. Was Jesus beabsichtigt. Die obersten Ziele in unserer Leistungsgesellschaft sind ProduktivitĂ€t, Gewinn und Erfolg. Jesus verfolgt andere Ziele, wenn er uns zum Einhalten der Gebote auffordert: Er möchte sehen, dass wir es mit unserer Liebe ernst meinen, und er möchte uns mit Freude erfĂŒllen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, so viele Dinge in unserer Welt blĂ€hen sich als unverzichtbar wichtig auf! Wie oft lasse ich mich von ihnen tĂ€uschen und unbewusst dazu verleiten zu meinen, sie seien wichtiger als die Liebe zu Gott! Wie töricht. Dabei kann ich meine Liebe zu dir gar nicht besser beweisen als durch das Halten deiner Gebote. Und du, in deiner unglaublichen GroßzĂŒgigkeit, hĂ€ltst eine Freude fĂŒr mich bereit, wie ich sie in keinem Geschöpf finden könnte. Danke Jesus. Hilf mir, in deiner Liebe zu bleiben.

Möglicher Vorsatz:


Warum die Kleinen groß sind

29. April 2016

Fest
Hl. Katharina von Siena OSD
Hl. Roswitha, Äbtissin

P. Joachim Richter LC

Mt 11,25-30
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, in deiner Menschwerdung hast du dich mit jedem Menschen identifiziert. Deshalb kann ich so zu dir kommen, wie ich bin, wenn es mir gut geht oder wenn ich geplagt und niedergedrĂŒckt bin. Du verstehst mich. Bei dir findet meine Seele Frieden. Danke, Jesus.

Bitte: Herr, bitte lass meinen Glauben und mein Vertrauen so groß wie ein Senfkorn sein! Dann wirst du mir den Vater offenbaren, und Gott wird in mir wohnen.

1. Himmlische Wertehierarchie. In unserer Welt zĂ€hlen die Reichen, MĂ€chtigen, Intelligenten und Coolen. Doch bei Jesus kommen die Kleinen und DemĂŒtigen zuerst. Ihnen offenbart er die PlĂ€ne des Vaters. Wer also von Gott etwas möchte, der muss sich klein machen und die Haltung eines Bettlers einnehmen, in dem dankbaren Bewusstsein, dass jede gute Idee und jedes gute Werk von Gott stammt.

2. Kommt zu mir! Wer in der gesamten Geschichte der Menschheit könnte das sagen: „Kommt zu mir!“? Jesus ist unvergleichlich. Bei ihm finden wir tatsĂ€chlich StĂ€rkung, wenn wir schwer zu tragen haben oder erschöpft sind. Sagen wir noch heute: „Ja, Jesus, ich komme zu dir!“

3. Lernt von mir! Von so vielen Dingen wird gesagt: ‚Das ist wichtig, das musst du lernen.‘ Wie viel wichtiger ist es, dass wir von Jesus lernen, wie wir gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig werden können. Denn unser eigentlicher Lebenszweck besteht ja darin, Jesus immer Ă€hnlicher zu werden. Was haben wir davon? - Wir werden Frieden und Ruhe im Herzen finden und als Christen erkennbar sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du Ebenbild des allmĂ€chtigen Vaters, du hast dich klein gemacht und den Kleinen und Niedrigen besondere Liebe bezeigt. Hilf mir verstehen, dass es mir nicht schadet, wenn ich vor dir und vor den Menschen klein und bedĂŒrftig erscheine und mir an deiner GĂŒte und Demut ein Vorbild nehme. Du willst mich vielmehr reich beschenken, indem du mein Herz mit Ruhe und Frieden erfĂŒllst.

Möglicher Vorsatz: a) Überlegen, wo ich meine Haltung Ă€ndern sollte: nicht groß sein vor Gott und den Mitmenschen, sondern klein, bedĂŒrftig und dienstbereit; oder b) Überlegen, wem ich davon erzĂ€hlen könnte, dass Jesus mir beisteht, wenn ich geplagt bin und schwere Lasten zu tragen habe.


Verfolgt

30. April 2016

Samstag der fĂŒnften Woche in der Osterzeit
Hl. Pius V. Papst
Hl. Pauline von Mallinckrodt SCC, Generaloberin

P. Joachim Richter LC

Joh 15,18-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen wĂŒrdet, wĂŒrde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwĂ€hlt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht grĂ¶ĂŸer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich habe Angst davor, wegen meines Glaubens an dich von anderen abgelehnt zu werden. Wir Christen sind eine Minderheit geworden, die im so genannten christlichen Abendland toleriert wird, und zwar so lange sie sich ruhig verhĂ€lt, im stillen KĂ€mmerlein. Aber der Glaube an dich, o Herr, darf nicht zur Privatsache reduziert werden, sondern soll von den DĂ€chern und auf den PlĂ€tzen verkĂŒndet werden.

Bitte: ErfĂŒlle uns mit deinem Heiligen Geist, der uns den Mut verleiht, authentische Zeugen fĂŒr dich und deine Kirche zu sein, auch wenn wir uns dadurch nicht beliebt machen.

1. Keine Überraschung. Derzeit herrscht die grĂ¶ĂŸte Christenverfolgung aller Zeiten. Nach SchĂ€tzung von Hilfsorganisationen werden zurzeit ĂŒber 100 Millionen Menschen in ĂŒber 50 LĂ€ndern verfolgt, weil sie an Jesus glauben. Aber eigentlich sollte das niemanden ĂŒberraschen, weil Jesus selbst vorhergesagt hat, dass diejenigen, die an seinem Wort festhalten, Ablehnung erfahren werden.

2. Grund fĂŒr die Verfolgung. Das grĂ¶ĂŸte Ideal unseres christlichen Lebens besteht darin, dass wir danach streben, mit Jesus, unserem Herrn und Meister immer verbunden zu sein, an seinem Leben Anteil zu haben und ihm in unserer Einstellung und unserem Charakter Ă€hnlicher zu werden. Wenn wir aber mit dem ganzen Jesus verbunden sein wollen, mĂŒssen wir auch Anteil an seinem Leiden erhalten: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“ Das ist nichts Verwerfliches, sondern fĂŒr den, der es erfĂ€hrt, eine Auszeichnung, die Jesus ihm zuteilwerden lĂ€sst.

3. Ergebnis der Verfolgung. â€žĂœber Jahrhunderte und Generationen hinweg hat sich immer wieder herausgestellt, dass Leiden eine besondere Kraft in sich birgt, die den Menschen innerlich Christus nahebringt, eine besondere Gnade also“ (Johannes Paul II. in Salvifici Doloris, Nr. 26). Und die Verfolgungen bringen auf lange Sicht etwas ganz Großes hervor, weil sie nĂ€mlich in besonderer Weise zum Wachstum der Kirche beitragen. Den Höhepunkt der Verfolgungen haben die MĂ€rtyrer erlebt und mit ihrem Opfer gekrönt, was Gott mit einer besonders großen Fruchtbarkeit belohnt hat: „Sanguis martyrum est semen christianorum“ – „Das von MĂ€rtyrern vergossene Blut ist der Same, aus dem neue Christen hervorgehen, wie der altchristliche Apologet Tertullian im 3. Jahrhundert gesagt hat.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bitte dich um die Gnade, dass unsere Freundschaft so stark und fest wird, dass es mir nicht mehr so viel bedeutet, wie andere ĂŒber mich denken. Hilf mir, den Glauben mit tiefer Überzeugung und Konsequenz zu leben, einfach weil du, Jesus, die Wahrheit bist.

Möglicher Vorsatz: a) Beten fĂŒr die verfolgten Christen; oder b) Mich neu entscheiden, Jesus auch dann treu zu bleiben, wenn ich belĂ€chelt oder abgelehnt werde.