Tägliche Meditationen

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Tägliche Meditationen

Sonntag 17. April 2016 bis Samstag 23. April 2016

Vierte Woche in der Osterzeit

P. Georg Rota LC

In der Hand des Vaters Sonntag
Die TĂŒr des Lebens Montag
Das TempelweihfestDienstag
Das Licht des GlaubensMittwoch
VerrÀter, Verleumder und VerzweifelterDonnerstag
Highway to HeavenFreitag
Der erste LegionÀr ChristiSamstag


In der Hand des Vaters

17. April 2016

4. Sonntag in der Osterzeit
Misericordia Domini

P. Georg Rota LC

Joh 10,27-30
In jener Zeit sprach Jesus: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist grĂ¶ĂŸer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

EinfĂŒhrendes Gebet: Danke, Jesus, dass du mir jetzt zuhörst, was ich zu sagen habe. Hilf mir, auch auf deine Stimme zu hören, nimm alles von mir, was mich von dir fernhĂ€lt.

Bitte: Herr, in deine HĂ€nde lege ich mein Leben. Gib du mir das, was ich brauche.

1. Die Stimme des Hirten. Der gute Hirte geht seinen Schafen voran, und fĂŒhrt sie zur grĂŒnen Weide und zum frischen Wasser. Er treibt sie nicht mit SchlĂ€gen an, sondern lediglich durch seine Worte. Deshalb mĂŒssen auch wir im geistlichen Leben immer wieder in die Stille gehen, um seine Stimme hören zu können. Oft zerren uns unsere Sorgen und unsere SĂŒnden in eine andere Richtung, und die sanfte Stimme Christi verhallt ungehört. „Herr, hilf, auf deine Stimme zu hören!“

2. Die Verheißung. Jesus verheißt uns ewiges Leben. Er macht keine leeren Versprechungen, sondern fĂŒhrt uns zur FĂŒlle des Lebens! Diese FĂŒlle besteht nicht darin, dass hier und jetzt alles nach unserer Lust und Laune geschieht. Die FĂŒlle ist kein Schlaraffenland, sondern vielmehr der Zustand, voll und ganz in Gottes Hand geborgen zu sein. In seinen HĂ€nden bin ich sicher, niemand kann mich seiner Hand entreißen.

3. Der Vater und ich. So wie Christus und der Vater eins sind, soll auch ich immer mehr unter dem liebevollen Blick des Vaters leben. Der Weg dorthin wird mir durch Jesus gezeigt, der mich mit seiner Stimme in die richtige Richtung lotst. Konkret bedeutet das: in der Stille immer mehr auf seine Stimme zu hören, seine Worte in der Heiligen Schrift als Wegweiser zu nutzen und die Sakramente als Momente der Begegnung und StĂ€rkung wahrzunehmen. Auf diese Weise werde ich immer mehr entdecken, wie befreiend es ist, nur vor und fĂŒr Gott zu leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist mein guter Hirte! Hilf mir, dir nachzufolgen, um durch dich zum Vater zu gelangen. Vater, in deine HĂ€nde lege ich mein Leben! Gib du mir die Gnade, die ich am meisten benötige!

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute versuchen, eine Sorge, die mich stĂ€ndig beschĂ€ftigt, bewusst in die HĂ€nde des Vaters zu legen.


Die TĂŒr des Lebens

18. April 2016

Montag der vierten Woche in der Osterzeit
Hl. Wigbert von Augsburg, Bischof

P. Georg Rota LC

Joh 10,1-10
In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die TĂŒr hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein RĂ€uber. Wer aber durch die TĂŒr hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der TĂŒrhĂŒter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und fĂŒhrt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzĂ€hlte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die TĂŒr zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und RĂ€uber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die TĂŒr; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in FĂŒlle haben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube an dich. StĂ€rke meinen Glauben. Herr, ich hoffe auf dich. Schenke mir noch grĂ¶ĂŸeres Vertrauen. Ich liebe dich! Entfache in mir das Feuer deiner Liebe.

Bitte: Herr, schenke mir die FĂŒlle des Lebens!

1. Die TĂŒr. Zurzeit Jesu brachten die Hirten ihre Schafe nachts in einem Stall in Sicherheit. Sehr oft ließ sich der Hirte direkt am Eingang nieder, so dass jeder, der hinein oder hinaus wollte, am Hirten vorbei musste. Er war in gewisser Weise wirklich die „TĂŒr“. Jesus wendet dieses Bild auf sich an, weil wir durch ihn Zugang zum neuen Leben haben. Er hat uns durch seine Auferstehung den Zugang zum Himmel ermöglicht. Der Zugang zum Paradies fĂŒhrt an ihm vorbei und ist durch ihn möglich.

2. Die Stimme des Fremden. Es ist nicht immer leicht, auf die Stimme Gottes zu hören, doch Jesus hat trotzdem großes Vertrauen in uns. „Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.“ Das ist die Herausforderung fĂŒr uns Christen: die Stimme unseres guten Hirten so verinnerlicht zu haben, dass wir den falschen Versprechungen der fremden Stimmen nicht folgen. Wir sollen also die Versuchungen als solche erkennen, ihnen frĂŒhzeitig aus dem Weg gehen und sie zurĂŒckweisen, anstatt ihnen Gehör zu schenken. Manchmal ist es der beste Schutz, wenn wir von vornherein die Situationen, die uns zur SĂŒnde verleiten, meiden.

3. Das Leben in FĂŒlle. Wie ein MarathonlĂ€ufer sich sein Ziel stets klar vor Augen halten muss, um nicht aufzugeben, so sollen auch wir das Ziel unseres Lebens im Blick behalten. Es geht also nicht darum, allem auszuweichen, was möglicherweise eine Versuchung darstellten könnte, sondern vielmehr darum, das Ziel - Leben in FĂŒlle - zu erlangen. Dieses Ziel sollte uns dazu anspornen, uns immer wieder aufzurichten und unserem guten Hirten zu folgen, egal wohin er geht. In guten wie in schweren Zeiten.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mein Herr und Erlöser bist, der mir den Weg zum Leben in FĂŒlle eröffnet. Zeig mir, welche FĂŒlle des Lebens du fĂŒr mich bereithĂ€ltst, und gib mir die Kraft, auf dem Weg dorthin nicht mĂŒde zu werden.

Möglicher Vorsatz: Jedes Mal, wenn ich heute durch meine HaustĂŒr gehe, werde ich mich daran erinnern, dass Jesus die TĂŒr zur FĂŒlle des Lebens ist.


Das Tempelweihfest

19. April 2016

Dienstag der vierten Woche in der Osterzeit
Hl. Marcel Callo, MĂ€rtyrer
Hl. Leo IX, Papst
Hl. Gerold, Einsiedler
Hl. Friedrich OCist, MĂ€rtyrer

P. Georg Rota LC

Joh 10,22-30
In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis fĂŒr mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist grĂ¶ĂŸer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, in Dankbarkeit und Demut komme ich vor dich, um dich in deinem Wort zu betrachten. Gib mir deinen Heiligen Geist, damit er in mir und durch mich betet.

Bitte: Herr, gieße deine Liebe ĂŒber die ganze Welt aus!

1. Wenn Jesus uns hinhĂ€lt. Es könnte uns manchmal so vorkommen, als ob Jesus auch uns hinhĂ€lt. Wir beten scheinbar gegen die Wand. Dringende Sorgen und Fragen bleiben ohne Lösung und Antwort. Wir können seine Gegenwart nicht fĂŒhlen. Es fĂŒhlt sich so an, als ob Gott uns zappeln ließe. Wir stochern in Nebelschwaden herum und wĂŒnschen uns doch nur eine klare Antwort, so wie die Juden: „Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!“ Ein Blick ins Evangelium zeigt uns jedoch, dass Christus sehr wohl viele Zeichen und Wunder gewirkt hat. Vielleicht ist es auch tatsĂ€chlich in meinem Leben so. Jesus hĂ€lt mich gar nicht hin, sondern das Problem bin ich, weil ich nicht fĂ€hig bin, seine Hand in meinem Leben zu entdecken.

2. Wenn der Vater ein Zeugnis ausstellt. Jesus hat das Reich Gottes nicht nur mit Worten verkĂŒndet, sondern eben auch mit Taten. Alle Wunder, die er wirkte, waren stets eine BestĂ€tigung der Worte, die er verkĂŒndet hat. An seinen FrĂŒchten erkennt man die QualitĂ€t des Baumes. So sind auch wir gerufen, auf die UmstĂ€nde unseres Lebens zu blicken, und uns zu fragen, was Gott uns damit sagen möchte. Christen, die mit ihm vertraut sind, die auf sein heiliges Wort hören und ihm regelmĂ€ĂŸig in den Sakramenten begegnen, wird der Vater ein Zeugnis nicht verwehren, das zu seiner Ehre dient.

3. Wenn ich zugrunde gehe. â€žMein Vater, der sie mir gab, ist grĂ¶ĂŸer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.“ Wenn in meinem Leben manchmal einiges schief lĂ€uft und ich mich vielleicht sogar so fĂŒhle, als ob ich zugrunde gehen wĂŒrde, liegt das vielleicht daran, dass ich mich aus freien StĂŒcken von Gott entfernt habe. An und fĂŒr sich hat nichts und niemand die Macht, mich der Hand des Vaters zu entreißen, es sei denn, ich gebe hierzu meine freie Zustimmung. Die tröstliche Wahrheit lautet: Er wartet als barmherziger Vater mit weit geöffneten Armen auf mich. Ich muss nur „Ja“ sagen.

GesprĂ€ch mit Christus: Komm, Heiliger Geist! Komm in mein Herz, das ein Tempel deiner Gegenwart sein soll. Gib mir deine Gaben, damit ich immer mehr aus deiner Kraft lebe und deine Liebe ausstrahle.

Möglicher Vorsatz: Ich werde fĂŒr einen Menschen beten, der die Liebe Gottes vielleicht noch nicht erfahren hat.


Das Licht des Glaubens

20. April 2016

Mittwoch der vierten Woche in der Osterzeit
Hl. Hildegund von Schönau OCist
Hl. Wilhelm der Pilger

P. Georg Rota LC

Joh 12,44-50
In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, sĂ€e in unseren Glauben die Freude der Auferstehung. Erinnere uns daran: Wer glaubt, ist nie allein. Lehre uns, mit deinen Augen zu sehen, damit du das Licht auf unserem Weg bist; und lass dieses Licht des Glaubens in uns immerfort wachsen, bis jener Tag ohne Untergang kommt!

Bitte: Herr, sei du mein Licht!

1. Das Antlitz des Vaters. Der Glaube an Christus wirft auch ein besonderes Licht auf Gott Vater. In Jesus, können wir zugleich das Antlitz des göttlichen Vaters betrachten. Welch großes Geheimnis: Der allmĂ€chtige und unsichtbare Gott wird durch seinen Sohn auf der Erde sichtbar. Alles was Jesus tut und sagt, offenbart mir den Vater. Wenn ich der Stimme Jesu in der Heiligen Schrift lausche, und ihn im Gebet betrachte, werde ich fĂ€hig, auch den Vater immer tiefer kennenzulernen und mich auf den Moment zu freuen, an dem ich ihn von Angesicht zu Angesicht sehen werde.

2. Das Antlitz Mariens. Der heilige Johannes Paul II. lehrt uns in seinem Schreiben ĂŒber den Rosenkranz, dass die Betrachtung Christi in Maria ihr unĂŒbertreffliches Vorbild hat. Das Antlitz des Sohnes gehört in besonderer Weise auch zu ihr. In ihrem Schoß hat er Gestalt angenommen und von ihr sein menschliches Aussehen empfangen, was eine sicher noch tiefere geistliche Verbundenheit mit sich brachte. Niemand hat sich mehr als Maria der Betrachtung des Antlitzes Christi hingegeben.“ (vgl. Rosarium Virginis Mariae, Nr. 10)

3. Das Antlitz meines verklĂ€rten Leibes. Die Kirche lehrt uns, dass unsere unsterbliche Seele am jĂŒngsten Tag wieder mit ihrem Leib vereint werden wird. Wir werden einen sogenannten verklĂ€rten Leib besitzen. Sicherlich wird dieser verklĂ€rte Leib auch völlig von der Herrlichkeit Gottes erleuchtet sein. Aber vielleicht können wir uns auch heute schon vornehmen, ein wenig von dem auszustrahlen, was jetzt schon in unserem Herzen brennt. Sollte mein Gesichtsausdruck nicht auch etwas von der Freude der Auferstehung ausstrahlen? Sollte die Tatsache, dass ich erlöst bin und auf eine glorreiche Ewigkeit hoffe, nicht meinen Alltag mit Freude erfĂŒllen?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich preise dich dafĂŒr, dass du durch deine Auferstehung den Tod besiegt hast! Jetzt ist der Weg fĂŒr mich frei und ich kann ewig mit dir leben! Danke, Jesus.

Möglicher Vorsatz:  Ich werde heute versuchen, die Freude eines erlösten Christen auszustrahlen.


AuserwÀhlter, Gegenspieler und Verzweifelter

21. April 2016

Donnerstag der vierten Woche in der Osterzeit
Hl. Konrad von Parzham, OFMCap
Hl. Anselm von Canterbury OSB, Erzbischof

P. Georg Rota LC

Joh 13,16-20
Nachdem Jesus seinen JĂŒngern die FĂŒĂŸe gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht grĂ¶ĂŸer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht grĂ¶ĂŸer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwĂ€hlt habe, aber das Schriftwort muss sich erfĂŒllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr ich trete mit demĂŒtigem Herzen vor dich hin. Ich bin es nicht wert, dass du dich zu mir herabbeugst und mir die FĂŒĂŸe wĂ€schst, und doch sehne ich mich danach, dass du mich berĂŒhrst und meine Wunden heilst.

Bitte: Herr, lass nicht zu, dass ich jemals von dir getrennt werde.

1. Der AuserwĂ€hlte. Jesus gibt uns und seinen JĂŒngern durch die Fußwaschung ein vielsagendes Beispiel radikaler Demut. Obwohl er der Herr und Meister ist, wollte er uns die FĂŒĂŸe waschen, damit wir nie wieder daran zweifeln, wie sehr er uns liebt. Gleichzeitig lehrt er uns, dass wir unseren Mitmenschen nie ĂŒberheblich begegnen, dass wir uns nicht fĂŒr etwas „Besseres“ halten, sondern unseren NĂ€chsten dienen sollen. Die „AuserwĂ€hlung“ des Christen beinhaltet stets eine Berufung zum Dienen. Der Papst nennt sich „Diener der Diener Gottes“, das gilt ebenso fĂŒr alle anderen Geistlichen, ob sie in der Kirche oder jeweiligen Gemeinde ein Amt innehaben oder nicht. Wir sind auserwĂ€hlt, um zu dienen.

2. Der Gegenspieler. Auch Judas war ein AuserwĂ€hlter. Er ist Jesus anfĂ€nglich sicher mit großer Begeisterung nachgefolgt. Nach und nach hat sich in die aufrichtige Christusnachfolge auch ein Streben nach eigener Anerkennung und Bereicherung eingeschlichen. Es kam zwischen der Berufung zum Dienst und diesem egoistischen Streben zu einem frontalen Zusammenstoß: „Ich muss auch an mich denken! Ich muss mich finanziell absichern!“ So wurde ein AuserwĂ€hlter zum Gegenspieler. Nicht von heute auf morgen, sondern allmĂ€hlich, durch eine Vergiftung mit Egoismus und Gottvergessenheit, die tröpfchenweise voranschritt.

3. Der Verzweifelte. Der Mensch, der sich von Gott entfernt, um dauerhaft nur um sich selbst zu kreisen, bewegt sich auf den Abgrund des Absurden zu. Der Mensch ist dazu bestimmt, auf ewig bei Gott zu sein. Wenn man Gott systematisch aus seinem Leben ausklammert, lĂ€uft man Gefahr, in den Abgrund der Verzweiflung zu stĂŒrzen. Dies wird auch am Beispiel des Judas deutlich, der einst als AuserwĂ€hlter gelebt hat und dann durch schrittweise, egoistische Bereicherung seiner selbst zum VerrĂ€ter an Christi Sache wurde. Darin hat er nicht etwa sein GlĂŒck gefunden, sondern es brachte ihm die Verzweiflung und ein trauriges Ende.

GesprĂ€ch mit Christus: O Herr, lass nicht zu, dass ich mich in meinem Leben durch eine stete Dosis stumpfer Routine von dir entferne. Nimm von mir alles, was mich von dir trennt. Reinige mein Herz und erfĂŒlle es mit dem Beispiel deiner selbstlosen Liebe.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mich heute von einer konkreten Sache, die mich im Kleinen oder Großen von Christus entfernt, lossagen.


Highway to Heaven

22. April 2016

Freitag der vierten Woche in der Osterzeit
Hl. Cajus (Kai), Papst
Hl. Wolfhelm OSB, Abt

P. Georg Rota LC

Joh 14,1-6
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wĂ€re, hĂ€tte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz fĂŒr euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz fĂŒr euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. ErfĂŒlle meine Gedanken mit deinen göttlichen Wahrheiten, belebe mein Herz mit deinem ĂŒbernatĂŒrlichen Leben und stĂ€rke meinen Willen, damit ich diesen Weg auch in Treue gehen kann.

Bitte: Herr, ich will dich sehen!

1. Sehnsucht nach Heimat. Christus verspricht mir einen Platz im Hause seines Vaters. Genau dort wird mein Herz zur Ruhe kommen, denn wie der heilige Augustinus richtig erkannt hat, ist mein Herz unruhig, bis es ruht in dir allein. Dieser Platz im Herzen des Vaters ist meine wahre Heimat. Ein Platz, an dem meine Pilgerreise endet, meine Rastlosigkeit zur Ruhe kommt. Diese Heimat schenkt mir die FĂŒlle, ganz und gar.

2. Sehnsucht nach Wahrheit. Noch bin ich jedoch auf der Erde und bin gerufen, den Pilgerweg des Glaubens zu gehen. Jesus selbst wird mir die volle Wahrheit ĂŒber mein Leben offenbaren: Die Wahrheit, dass ich unendlich und bedingungslos von Gott geliebt bin. Die Wahrheit, dass ich zu einem Leben in FĂŒlle geschaffen bin. Wie wichtig ist es, dass ich nicht auf die Stimmen höre, die mir einreden wollen, dass der Glaube mĂŒhsam ist, und das Leben nur dann genießbar wird, wenn ich den egoistischen Freuden hinterherjage, die mir die Unterhaltungsindustrie anbietet. „Herr, gib mir das Licht und die Kraft, um zu erkennen, wo ich in meinem Leben unehrlich bin, und mich nur mit deiner göttlichen Wahrheit zufrieden zu geben.

3. Sehnsucht nach Leben. Jeder Christ fĂŒhrt ein Doppelleben: durch die Geburt ein menschliches Leben, und durch die Taufe ein ĂŒbernatĂŒrliches Leben in Christus. Wir sind sozusagen BĂŒrger zweier Welten. Das bedeutet, dass wir wie ein TrapezkĂŒnstler zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren RealitĂ€t hin und her schwingen. Manchmal könnte es jedoch passieren, dass wir unser geistliches Leben nicht so ernst nehmen und es daher vernachlĂ€ssigen. Die tiefste Sehnsucht unseres Herzens weist uns jedoch immer wieder darauf hin, dass wir uns nach dem Leben in FĂŒlle sehnen: sowohl hier und jetzt, als auch in der Ewigkeit; sowohl im Äußeren, als auch im Inneren.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, Jesus, ich danke dir, dass du fĂŒr mich eine Wohnung im Hause deines Vaters bereithĂ€ltst. Hilf mir, dir zu folgen, denn du bist der Weg, der mich zur ewigen Heimat fĂŒhrt.

Möglicher Vorsatz: Ich werde versuchen, das heutige Freitagsopfer bewusst zu vollbringen und meinen Trost nicht in materiellen Dinge suchen, sondern Sehnsucht nach dem ewigem Leben zu spĂŒren.


Der erste LegionÀr Christi

23. April 2016

Samstag der vierten Woche in der Osterzeit
Hl. Georg, MĂ€rtyrer
Hl. Adalbert von Prag, MĂ€rtyrer

P. Georg Rota LC

Joh 14,7-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genĂŒgt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch grĂ¶ĂŸere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, rĂŒste mich fĂŒr den Kampf des Gebetes. Nimm von mir alle Zerstreuungen und alle Unlust. Ich möchte dir die Ehre geben

Bitte: Heiliger Georg, bitte fĂŒr mich! Lass mich zusammen mit Jesus triumphieren.

1. Der geistliche Kampf. Der heilige Georg kann uns ein Vorbild im geistlichen Kampf sein, dem wir tagtĂ€glich ausgesetzt sind. Es ist der Kampf gegen unsere Bequemlichkeit und gegen unseren Stolz. Diese Drachen ziehen so still und leise durch unser Leben, dass wir sie manchmal fĂŒr zahme Haustiere halten, die uns ungefĂ€hrlich sind. Der gefĂ€hrlichste Gegner ist jener, der gar nicht als Gegner erkannt wird. Wie oft nehmen wir diesen Sachverhalt im geistlichen Leben gar nicht wahr? Möge der heilige Georg uns darauf aufmerksam machen, welche Drachen in unserem Alltag lauern. Und mögen wir, wie er, im Zeichen des Kreuzes die Laster der Bequemlichkeit und des Stolzes mit der Lanze des Glaubens und der Selbstverleugnung besiegen.

2. Die FrĂŒchte des geistlichen Kampfes. Wer die Welt fĂŒr Christus gewinnen möchte, muss zuerst sich selbst erobern. Die tĂ€gliche Anstrengung im Gebet, der Kampf gegen die Routine und Lauheit sind fĂŒr den Christen Ausdruck einer Liebe, die Entschlusskraft besitzt. Der geistliche Kampf ist nicht umsonst, sondern er ist gleichsam die Schule der Liebe, die uns zu immer grĂ¶ĂŸerer Freiheit fĂŒhrt und von den ZwĂ€ngen unserer gefallenen, menschlichen Natur befreit. In dieser Freiheit der Kinder Gottes werden auch wir fĂ€hig sein, hinauszugehen und die Frohe Botschaft des im Sohne sichtbar gewordenen Vaters zu verkĂŒnden.

3. Der geistliche Sieg. â€žWer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch grĂ¶ĂŸere vollbringen.“ Wenn wir auf Christus schauen, werden wir Gott immer besser kennen lernen. Wenn wir im Halbdunkel des Glaubens den Kampf nicht aufgeben und das Handtuch werfen, werden wir auch in unserem Herzen den Sieg der Liebe Christi erfahren. Einen Sieg, der durch Kreuz und Leid errungen wurde. Durch ihn haben wir Anteil an der Auferstehung und am Triumph ĂŒber den Tod. Wir empfangen den Heiligen Geist, der uns fĂ€hig machen wird, diesen Sieg auch in die Welt hinauszutragen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, schenke mir deinen Heiligen Geist, der mich erleuchtet. Zeige mir, welche Bestien ich aus meinem Leben verbannen soll, um deiner Liebe in meinem Herzen zum endgĂŒltigen Sieg zu verhelfen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich versuchen, nicht einfach aufzugeben und meiner Laune freien Lauf zu lassen, sondern mutig und entschieden zu Christus stehen.