Tägliche Meditationen

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Tägliche Meditationen

Sonntag 10. April 2016 bis Samstag 16. April 2016

Dritte Woche in der Osterzeit

Birgit Gams

Eine Begegnung mit ChristusSonntag
Auf der Suche nach LebenMontag
Mit Jesus seinDienstag
Die Liebe eines VatersMittwoch
In der Schule JesuDonnerstag
Jesus fordert uns herausFreitag
Der Stein des Ansto├česSamstag


Eine Begegnung mit Christus

10. April 2016

3. Sonntag in der Osterzeit

Birgit Gams

Joh 21,1-19
In jener Zeit offenbarte Jesus sich den J├╝ngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natana├źl aus Kana in Galil├Ąa, die S├Âhne des Zebed├Ąus und zwei andere von seinen J├╝ngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die J├╝nger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der J├╝nger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus h├Ârte, dass es der Herr sei, g├╝rtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen J├╝nger mit dem Boot - sie waren n├Ąmlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundf├╝nfzig gro├čen Fischen gef├╝llt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den J├╝ngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den J├╝ngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine L├Ąmmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du wei├čt alles; du wei├čt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst geg├╝rtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine H├Ąnde ausstrecken, und ein anderer wird dich g├╝rten und dich f├╝hren, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen w├╝rde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, in diesem Evangelium darf ich teilhaben an einer tiefen Begegnung zwischen dir und den J├╝ngern. Das Geheimnis von Ostern strahlt darin auf und ich selbst bin ein Teil dieses Geschehens.

Bitte: Ich bitte dich, Jesus, lass mich nie aufh├Âren ├╝ber deine Liebe zu staunen. Lass diese Zeit der Betrachtung eine Zeit der Begegnung mit dir sein.

1. Zur├╝ck in mein altes Leben. Jesus hatte Petrus und Andreas von ihren Netzen weggeholt: ÔÇ×Kommt her, folgt mir nach!ÔÇť ÔÇ×Ich will euch zu Menschenfischern machen.ÔÇť Nun aber war Jesus einen grausamen Tod am Kreuz gestorben und die J├╝nger blieben ersch├╝ttert zur├╝ck. Welchen Sinn hatte nun ihr Leben als J├╝nger Jesu? Petrus tat das, was viele von uns in einer solchen Situation getan h├Ątten. Er nahm seine Berufung nicht mehr ganz so ernst und kehrte zeitweilig zu seinem alten Leben zur├╝ck. Doch in dieser Nacht fingen sie nichts. ÔÇô Unser Handeln kann nicht fruchtbar werden, wenn es nicht im Einklang mit dem Willen Gottes steht. Trotz all unserer M├╝hen werden wir nichts erreichen. ÔÇô Am Morgen stand ein Mann am Ufer und es kam zu einem Gespr├Ąch ├╝ber die Entfernung hinweg: Habt ihr nicht etwas zu essen? Da sprang ein Funke in das Herz des Johannes ├╝ber, und er stie├č einen Schrei aus: Es ist der Herr! Die Situation war v├Âllig ver├Ąndert und die J├╝nger eilten auf das Ufer zu. Etwas ├ähnliches kann auch uns geschehen, wenn wir vielleicht viele, viele Male Christus in der Eucharistie empfangen haben, und uns dann an einem Tag durch eine Gnade geschenkt wird, dass wir nicht nur eine Vorstellung davon haben, dass der Herr gegenw├Ąrtig ist, sondern dass ein Funke auf unser Herz ├╝bergreift und wir von seiner Gegenwart ergriffen werden. Dann gibt es kein Zur├╝ck mehr in unser altes Leben, sondern es geht nur immer weiter vorw├Ąrts - hin zu Christus!

2. Bist du es, Herr? Nach seiner Auferstehung zeigt sich Jesus in vielerlei Weisen seinen J├╝ngern und den Frauen: als Wanderer, der ein St├╝ck Weg mit ihnen geht, im Garten, am See. Doch sie erkennen ihn zun├Ąchst nicht. Auch wir erkennen Jesus oft nicht sofort. Er kommt verborgen in der Eucharistie, er kommt in der Stille des Gebetes und manchmal will er uns in unserem Leiden begegnen. Oft wissen wir nicht, dass es der Herr ist. Jesus ist mild und barmherzig, er macht den J├╝ngern keine Vorw├╝rfe. Er kommt als Bittender: Habt ihr nicht etwas zu essen? Nun m├╝ssen sie eingestehen: Wir haben nichts gefangen. Jesus fordert sie auf, das Netz noch einmal auszuwerfen. Gegen alle Berufserfahrung werfen sie am Morgen das Netz aus und sie k├Ânnen es nicht einholen, so voller Fische ist es. Petrus springt in den See und die J├╝nger ziehen im Boot das Netz hinter sich her. Doch als Jesus sagt: ÔÇ×Bringt von den FischenÔÇť, geht Petrus und zieht das Netz an Land. Was zuvor alle J├╝nger gemeinsam nicht konnten, das schafft Petrus nun allein. Wenn Jesus da ist, wenn er uns sendet, dann wird das Unm├Âgliche m├Âglich.

3. Liebst du mich? Im griechischen Urtext werden zwei verschiedene W├Ârter f├╝r ÔÇ×liebenÔÇť verwendet: agapao und phileo. Agapao beschreibt die Liebe, die von Gott her zu uns kommt, es ist die Gott eigene Weise zu lieben. Es ist eine Liebe, die nicht rechnet, eine Liebe, die wie eine sprudelnde Quelle ist und nicht fragt, wie viel du schon daraus getrunken hast. Phileo dr├╝ckt die pers├Ânliche Zuneigung, Vertrautheit und Z├Ąrtlichkeit einer Freundschaft aus. Jesus fragt Petrus: Liebst (agapao) du mich mit einer Liebe, die meiner Liebe ├Ąhnlich ist, die bereit ist das Leben zu geben? Beide Male antwortet Petrus mit dem Ausdruck phileo: Ja, Herr, du wei├čt, dass ich dich lieb habe. Du wei├čt, dass ich Dir zugetan bin. Beim dritten Mal nimmt der Herr den Ausdruck auf, den Petrus benutzt hatte, und fragt: ÔÇ×Hast du mich lieb (phileo)?ÔÇť Diese Frage trifft Petrus ins Herz und er weint. Au├čerdem stellt Jesus ihm diese Frage an einem Kohlenfeuer. An einem anderen Kohlenfeuer hatte Petrus den Herrn verleugnet, nachdem er sich zuvor ger├╝hmt hatte: Mein Leben will ich f├╝r dich geben (Joh 13,37). Heute gesteht Petrus ein: Du wei├čt alles, du wei├čt dass ich dich liebe so gut ich kann. Das ist eine Selbsterkenntnis, die im Gegensatz zu unserer Selbst├╝bersch├Ątzung steht. Adam und Eva wollten sein wie Gott. Petrus r├╝hmte sich: Mein Leben gebe ich f├╝r dich. Nun bekennt der Mensch, nun bekennt Petrus: Ich bin nicht so gut. Ich kann nicht lieben, wie Gott liebt. Ich kann nur ein wenig lieben. Petrus hat seinen Platz gefunden und Jesus gibt ihm den Auftrag: Weide meine L├Ąmmer! Dann wirst du dein Leben f├╝r mich hingeben, aber nicht aus deiner eigenen Kraft.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich m├Âchte dich sehen, deine Stimme h├Âren und dir nahe sein. Ich wei├č, du stellst auch mir die Frage: Liebst du mich? Ich kann dich nur ein wenig lieben, dir ein wenig dienen, aber ich vertraue dir, dass du mein Netz f├╝llst und die Liebe in mir bewirkst, dir du dir von mir w├╝nschst und nach der ich mich sehne.

M├Âglicher Vorsatz: Ich m├Âchte heute ein konkretes Zeichen f├╝r meine Liebe zu Jesus setzen: ein Gedanke an ihn, ein Gebet oder ein Besuch in der Kirche.


Auf der Suche nach Leben

11. April 2016

Montag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Stanislaus von Krakau, Bischof

Birgit Gams

Joh 6,22-29
In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen J├╝ngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die J├╝nger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die N├Ąhe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine J├╝nger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. M├╝ht euch nicht ab f├╝r die Speise, die verdirbt, sondern f├╝r die Speise, die f├╝r das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was m├╝ssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bittest mich heute, mich nicht f├╝r Dinge abzum├╝hen, die mein Herz nicht erf├╝llen k├Ânnen. Ich komme zu dir im Glauben, dass du meinen tiefsten Hunger und meinen tiefsten Durst stillen kannst.

Bitte: Jesus, hilf mir, aufrichtig zu erkennen, wo ich nach Ersatzbefriedigungen und Sicherheiten strebe, die mir in Wahrheit aber keine Sicherheit und keine Erf├╝llung schenken.

1. Was suche ich? Die Menge sucht Jesus. Doch was zog sie an? Sein Ruf als Wundert├Ąter? Die Hoffnung auf ein gutes Leben? Oder doch etwas Tieferes? Nicht nur Brot f├╝r den leiblichen Hunger, sondern auch Nahrung f├╝r den Hunger der Seele? Jesus mahnt: M├╝ht euch nicht ab f├╝r die Speise, die verdirbt, sondern f├╝r die Speise, die f├╝r das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Wof├╝r m├╝he ich mich Tag f├╝r Tag ab? Was suche ich, wenn ich Jesus suche? Von wem oder was erhoffe ich mir Gl├╝ck und Erf├╝llung?

2. Wer gibt uns das Leben? Die Speise f├╝r das ewige Leben gibt uns der Menschensohn. Ihn hat Gott mit seinem Siegel beglaubigt. Der Hunger meiner Seele wird nicht durch den Glauben an irgendetwas gestillt, den Glauben an die Macht der Sterne, an ein blindes Schicksal oder an verborgene Kr├Ąfte. Er wird gestillt durch eine Person, durch Christus. Ihn hat Gott mit seinem Siegel beglaubigt. Das ist das ÔÇ×EchtheitszertifikatÔÇť, und unsere Sicherheit. Jesus f├╝hrt uns nicht in die Irre. Er verspricht nichts, was er nicht h├Ąlt. Er ist absolut integer und vertrauensw├╝rdig. Ich kann mich ihm anvertrauen.

3. Das Werk Gottes. An Jesus Christus zu glauben, den der Vater gesandt hat, ist das ÔÇ×Werk GottesÔÇť, es ist der Inbegriff dessen, was Gott wohlgef├Ąllig ist. Manchmal bin ich naiv und denke, dass mein Glaube stark, endg├╝ltig und unersch├╝tterlich ist, w├Ąhrend Jesus, der mich besser kennt, wei├č, dass die n├Ąchste kritische Situation beweisen wird, dass mein Glaube auf schwachen F├╝├čen steht. Wie Jesus Petrus dreimal nach seiner Liebe gefragt hat, so stellt er mir auch die Frage: Glaubst du? Glaubst du? Glaubst du wirklich? Und wenn ich ehrlich bin, dann muss ich antworten: Nein, Herr, ich glaube noch nicht wirklich und von Grund auf. Hilf meinem Unglauben!

Gespr├Ąch mit Christus:  Jesus, du bietest mir wahres Gl├╝ck, echte Freude und ein nie endendes Leben an. Ich suche nicht die oberfl├Ąchliche Freude, die Aussicht auf ein kleines Gl├╝ck oder ein prallvolles Leben, das doch so schnell vergeht. Ich habe Sehnsucht nach mehr und ich bringe dir meine Sehnsucht mit dem Vertrauen, das ich die F├╝lle des Lebens in dir finde.

M├Âglicher Vorsatz: In einer Situation, in der ich mich herausgefordert f├╝hle, will ich heute dem Herrn antworten: Jesus, ich vertraue dir, du f├╝hrst mich gut.


Mit Jesus sein

12. April 2016

Dienstag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Julius I., Papst
Hl. Herta, M├Ąrtyrerin

Birgit Gams

Joh 6,30-35
In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere V├Ąter haben das Manna in der W├╝ste gegessen, wie es in der Schrift hei├čt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass ich immer von dir beschenkt aus der Zeit des Gebetes gehe. Du bist da und wartest auf mich. Ich m├Âchte einfach bei dir sein.

Bitte: Schenke mir ein offenes und vertrauensvolles Herz.

1. Was tust du? Die Menge fordert Jesus heraus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Der fordernde Ton, den die Menge dem Herrn gegen├╝ber anschl├Ągt, macht betroffen. Und doch, wie fordernd kann auch mein Reden sein: Herr, wie kannst du das zulassen? Warum hast du nicht eingegriffen? Wo warst du? Ich m├Âchte vertrauen und glauben, auch ohne dass du mir ein Zeichen geben m├╝sstest. Lass meine Liebe zu dir feinf├╝hliger werden, damit ich dich nicht durch anklagende oder fordernde Worte verletze. Lass mich wachsen in der Ehrfurcht vor dir, damit ich nicht vergesse, dass du Gott bist und ich es eben nicht bin.

2. Gib mir immer dieses Brot! Ich frage mich, ob die Menge wusste, worum sie Jesus baten, als sie sagten: Gib uns immer dieses Brot! Ahnten sie, dass es mehr als ein gew├Âhnliches Brot war? Mir kommt die Erinnerung an einen Muslim in den Sinn, der einmal mit uns in die Kirche kam und seinen Blick nicht vom ausgesetzten Allerheiligsten wenden konnte, obwohl er nicht wusste, dass Christus in diesem Brot wahrhaft gegenw├Ąrtig ist. Er hatte das ÔÇ×Empfinden einer GegenwartÔÇť, wie der Heilige Gregor von Nyssa es ausdr├╝ckt. Jesus ist da und manchmal ist uns diese Tatsache so vertraut, dass wir Gefahr laufen, uns daran zu gew├Âhnen. Doch der gr├Â├čte Schatz, den wir auf Erden besitzen ist der eucharistische Jesus. Er ist der im Acker verborgene Schatz. Er ist da und ich bin so oft abwesend und lebe in meiner eigenen kleinen Welt.

3. Kommt zu mir! Um Jesus zu begegnen, um seine Liebe und sein Leben zu empfangen muss ich zu ihm kommen. Nicht nur einmal, sondern immer wieder von Neuem. Wenn ich Jesus in der Kommunion empfange, dann werde ich eins mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Ich trete ein in eine geheimnisvolle, aber ganz wahre und tiefe Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, dieses Geheimnis ist gr├Â├čer, als ich es je erfasse kann. Ich kann dir nicht gerecht werden. Doch deine Einladung an mich und deine Verhei├čung bleibt bestehen: Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern. Er wird keinen Durst mehr haben.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde heute eine Kirche aufsuchen, um einen Augenblick mit Jesus zu sein.


Die Liebe eines Vaters

13. April 2016

Mittwoch der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Martin I., Papst

Birgit Gams

Joh 6,35-40
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, heute sprichst du zu mir vom Vater und ich sp├╝re die Vertrautheit und Liebe in deinen Worten. Die z├Ąrtliche Liebe des Vaters schlie├čt auch mich ein. Wie sehr sind wir geliebt! Oft ist mir dies nicht bewusst oder ich vergesse es. Ich will mein Herz ├Âffnen und die Liebe, die ich empfange, an die Menschen, mit denen ich heute zusammenkomme, weitergeben.

Bitte: Herr, schenke mir heute die Aufmerksamkeit zu erkennen, wo jemand besonders meine Liebe und mein Verst├Ąndnis braucht.

1. Den Willen des Vaters tun. Jesus ist gekommen, um den Willen des Vaters zu tun. Jesus kannte den Willen des Vaters. Was ist der Wille des Vaters f├╝r mich und mein Leben? Oft tappe ich suchend umher und sehe den Weg nicht deutlich vor mir. Der ÔÇ×OrtÔÇť, wo ich den Willen Gottes erkennen kann, ist das innere Gebet. In der Stille beim Herrn zu sein, bedeutet, mich f├╝r das Unendliche und f├╝r unendliche M├Âglichkeiten zu ├Âffnen. Meine privaten und selbstgemachten Welten kommen an ein Ende und eine neue Welt kann in mir und um mich herum entstehen. Eine Welt, in der Gott handeln kann und in der das f├╝r uns Unm├Âgliche zum Alltag wird. Ich m├Âchte Gott die Z├╝gel f├╝r mein Leben ├╝bergeben und nicht selbst den Plan f├╝r meine Zukunft entwerfen. Dazu muss ich aus dem Trubel und der Hektik meines Alltags heraustreten und die kleinen Nischen finden, in denen ich in Stille allein mit Gott sein kann. Vielleicht nur f├╝r wenige Minuten, aber Jesus kann diese Augenblicke verwenden, um mir seinen Plan f├╝r mein Leben mitzuteilen.

2. Nicht zugrunde gehen lassen. Jesus spricht davon, dass der Vater nicht will, dass wir zugrunde gehen. So viele Menschen versuchen, ihr Leben ohne Gott zu leben. So viele menschliche Leiden entstehen, weil wir Gott nicht kennen und auf der Suche nach Gl├╝ck und Leben in die Irre gehen. Der Vater schaut mit Mitleid auf uns. Seine Liebe will uns sch├╝tzen, er will uns nicht in unseren Verstrickungen und unerl├Âsten Lebenssituationen zugrunde gehen lassen. Dieser Elan der Liebe und Barmherzigkeit bewegt ihn, uns seinen Sohn zu schenken: Jesus Christus, den Erl├Âser und einzigen Retter der Welt. Manchmal stehe ich ohnm├Ąchtig vor leidvollen Situationen in meiner Umgebung. Ich m├Âchte helfen und kann doch nichts tun. Aber ich kann all diese Situationen zu dir bringen im Wissen, dass sie bei dir aufgehoben sind.

3. Zum Leben auferweckt. Die erste Frucht des Glaubens an den Sohn Gottes ist das ewige Leben. So viele Nachrichten konfrontieren uns mit Krieg, Terror und Tod und sch├╝ren unsere Angst. Der Gedanke an die Endlichkeit des Lebens und die damit verbundenen Krankheiten und Leiden k├Ânnen uns bedr├╝cken. Jesus ist gekommen, um die Menschen von ihrer Todesangst zu befreien und nicht um sie zu sch├╝ren Wir werden sterben und wir sterben immer wieder, wenn wir etwas verlieren, dass uns kostbar ist. Gott bittet uns, ihm in diesem inneren Sterben zu vertrauen, weil auf der anderen Seite das Leben wartet. Es liegt nicht in unserer Macht, keine Angst zu haben, aber wir k├Ânnen durch unsere Angst hindurchgehen in die Arme Jesu. Denn es ist der Wille des Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass er sie auferweckt am Letzten Tag.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, du bist unsere Hoffnung. Du hast uns erl├Âst und schenkst uns ewiges Leben, nicht erst nach unserem Tod. Dieses neue Leben hat schon begonnen und das ist Grund zu einer gro├čen Freude. Hilf mir, die Hoffnung weiterzutragen. Es gibt zu viele Menschen, die dich nicht kennen, Herr. Schenke mir ein Herz, das bereit und verf├╝gbar ist f├╝r die Evangelisation.

M├Âglicher Vorsatz: Ich schlie├če heute einen Menschen, der leidet, besonders in mein Gebet ein.


In der Schule Jesu

14. April 2016

Donnerstag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Lidwina, Mystikerin

Birgit Gams

Joh 6,44-51
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir f├╝hrt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten hei├čt es: Und alle werden Sch├╝ler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater h├Ârt und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen au├čer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure V├Ąter haben in der W├╝ste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin f├╝r das Leben der Welt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du bittest uns, in deine Schule zu gehen und von dir zu lernen. Daf├╝r m├╝ssen wir uns Zeit nehmen, dein Leben betrachten und bereit sein, uns ver├Ąndern zu lassen. Ich danke dir f├╝r dieses Geschenk und bitte dich, dass du mir das Herz eines J├╝ngers schenkst, das bereit ist, dir zu folgen und von dir zu lernen.

Bitte: Herr, erneuere mein Herz und meine Liebe zu dir!

1. Niemand hat den Vater gesehen. Niemand hat den Vater gesehen au├čer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Gott erfassen wir nicht mit unserem Verstand. Wir m├╝ssen zu ihm in die Schule gehen, uns von Gott selbst zeigen lassen, wie wir ihn lieben, wie wir ihn anbeten und wie wir ihm in unserem Alltag folgen k├Ânnen. Dazu brauchen wir viele Werkzeuge und Hilfsmittel: Die Katechese, das Gebet, die Sakramente und die Zeit der Betrachtung. Ich will darauf achten, dass ich die Mittel, die du mir zur Verf├╝gung stellst, nicht vernachl├Ąssige.

2. Ich bin das Brot des Lebens. Wir haben das Wort des Lebens geh├Ârt, mit unseren Augen gesehen, geschaut und mit unseren H├Ąnden angefasst. (vgl. 1 Joh1,1) In dieser beeindruckenden Liste, die aufz├Ąhlt, in welcher Weise wir an Gottes Liebe teilhaben k├Ânnen, fehlt noch eines: ...gegessen. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin f├╝r das Leben der Welt. Durch den Empfang der Eucharistie wohnt die Gegenwart Gottes in uns. Diese Einheit ist enger als die Einheit von Mutter und Kind in der Schwangerschaft und enger als die von Mann und Frau in der Ehe, denn Jesus geht in Leib und Seele derer ein, die ihn essen. Er geht in uns auf und ist uns n├Ąher, als wir selbst es uns je sein k├Ânnen.

3. Das Mahl ist bereit. Haben wir uns schon einmal ein Gastmahl vorgestellt, bei dem die einzige Nahrung die Liebe ist? Die Eucharistie ist dieses Mahl, bei dem Jesus, die Liebe in Person, sich selbst verschenkt. Wir sind die Geladenen bei diesem Festmahl der Liebe. Wir sind Tausende, Milliarden, die von Gott gerufen sind an diesem Mahl teilzunehmen. Wie kann Jesus sich mir ganz schenken, wenn ich nur eine unter vielen bin? Doch die Mathematik der Liebe ist nicht die Mathematik der Vernunft. Die Vielen sind wie zu einer einzigen Braut geworden und doch ist jeder einzelne von Christus in seiner Einzigartigkeit angeschaut und geliebt. Bei diesem Fest ist jeder der Einzige f├╝r Christus.

Gespr├Ąch mit Christus: Deinen Hochzeitssaal sehe ich, o mein Erl├Âser, herrlich erleuchtet,

und mir fehlt das Hochzeitsgewand, um einzutreten zu k├Ânnen

und mich deines Lichtes zu erfreuen.

Erhelle mein Gewand, das Gewand meiner Seele,

und mache aus mir einen strahlenden Gast in deinem K├Ânigreich,

der du ├╝berreich an Erbarmen bist.(orthodoxe Liturgie)

M├Âglicher Vorsatz: Ich will heute versuchen, die Menschen, denen ich begegne, mit einem Blick der Liebe und Wertsch├Ątzung anzuschauen.


Jesus fordert uns heraus

15. April 2016

Freitag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Nidgar von Augsburg, Bischof

Birgit Gams

Joh 6,52-59
In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die V├Ąter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Einf├╝hrendes Gebet: Ich werde Zeuge wie die Juden untereinander streiten, weil sie deine Worte unannehmbar finden. Manchmal sind deine Worte eindeutig und sie fordern mich heraus. Ich kann sie nicht abschw├Ąchen, sie sind wie ein zweischneidiges Schwert und sie fordern von mir immer wieder eine Entscheidung und ein Bekenntnis.

Bitte: Herr, hilf mir, in meinen Entscheidungen klar und eindeutig zu sein.

1. Harte Kost. Ich bin das Brot des Lebens. Damit sagt Jesus: Von mir k├Ânnt ihr leben. Wer mich in sein Leben hineinnimmt, der wird feststellen, dass ich den Hunger und den Durst der Seele ganz und gar stillen kann. Viele Menschen haben es in ihrem Leben erfahren. Sie haben bei Jesus gefunden, wonach das Herz am Tiefsten verlangt: sich geliebt zu wissen, sich nicht verurteilt zu f├╝hlen, angenommen zu sein, vertrauen zu k├Ânnen. Sie haben bei Jesus das Lebenswichtigste gefunden: das Brot der Liebe.

2. Brot vom Himmel. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Die Eucharistie ist das Geschenk des Vaters an die Welt. In jeder heiligen Messe erneuert sich das Geheimnis, das in den Worten enthalten ist: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab (Joh 3,16).Das ist die Botschaft, die wir in die Welt hinausrufen sollen. Wir sind nicht uns selbst ├╝berlassen. Wir haben einen nahen Gott, einen Gott, der sich in unsere H├Ąnde begibt und uns liebt. (Benedikt XVI)

3. Werdet das, was ihr empfangen habt. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Wenn wir den Leib Christi essen, dann leben wir von ihm, von der Kraft, die von seinem Leben ausgeht. Wir leben aber auch auf ihn hin, zu seiner Ehre, auf seine Liebe und sein Reich hin. Wer von mir isst, wird durch mich leben. Jesus gie├čt das Leben in uns ein, das er selbst in sich tr├Ągt. Das bewirkt, dass wir ihm ├Ąhnlich werden. Unsere Gef├╝hle, unsere Art zu denken, unsere W├╝nsche gleichen sich den seinen an. Das Brot des Lebens ver├Ąndert uns, wenn wir uns von ihm ern├Ąhren.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, danke f├╝r das Geschenk der Eucharistie. Du bist in ihr gegenw├Ąrtig. Lehre mich, aus dieser Quelle zu leben und mache mein Leben fruchtbar.

M├Âglicher Vorsatz: Ich will heute w├Ąhrend meiner Arbeit immer wieder einmal innehalten, um mich daran zu erinnern, dass Gott in mir gegenw├Ąrtig ist.


Stein des Ansto├čes

16. April 2016

Samstag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Bernadette Soubirous, Seherin von Lourdes, Ordensschwester

Birgit Gams

Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der J├╝nger Jesu, die ihm zuh├Ârten: Was er sagt, ist unertr├Ąglich. Wer kann das anh├Âren? Jesus erkannte, dass seine J├╝nger dar├╝ber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Ansto├č? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch n├╝tzt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste n├Ąmlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten w├╝rde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele J├╝nger zur├╝ck und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zw├Âlf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich danke dir f├╝r deine Liebe und deine N├Ąhe. Die Frage: Wollt auch ihr gehen, trifft mein Herz. Ich will dir treu sein, auch dann, wenn deine Worte mich herausfordern.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, dass auch ich vor anderen bezeuge: Du bist der Heilige Gottes.

1. Der Stein des Ansto├čes. Nach dem gro├čen Zulauf, das gro├če Weglaufen? Nach dem Andrang der Massen, der Massenabfall. Was hat Jesus ÔÇ×falschÔÇť gemacht, dass ihn immer mehr Leute verlie├čen, bis schlie├člich nur noch eine kleine Schar von Frauen und M├Ąnnern bei ihm war? Einfach hat Jesus es seinen Zuh├Ârern nicht gemacht, als er ihnen sagte: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Das war selbst vielen seiner engsten Anh├Ąnger zu viel: Sie haben daran Ansto├č genommen. Wie gut kann man das verstehen! Ich wurde einmal von einem Nichtchristen vor versammelter Gruppe gefragt: Sag mal, glaubt ihr Christen wirklich, dass ihr das Fleisch und Blut von Gott esst? Als ich mit Ja antwortete, war bleierne Stille im Raum, bis schlie├člich jemand sagte: Das ist ja krass. So drastisch, so ungeheuerlich diese Worte klingen, Jesus hat die Worte nicht abgeschw├Ącht, damit es weniger anst├Â├čig klingt: So als ob er das mit seinem Fleisch und seinem Blut nur symbolisch gemeint h├Ątte, nicht so direkt und w├Ârtlich. Dagegen sperren sich auch die letzten Worte Jesu. Er h├Ątte selber ja leicht die Emp├Ârung seiner Zuh├Ârer abfangen k├Ânnen, indem er einfach erkl├Ąrt h├Ątte, er habe niemanden schockieren wollen, er habe hier nur bildhaft gesprochen. Doch Jesus sagt im Gegenteil: ÔÇ×Mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.ÔÇť Jesus meint, was er sagt. Als er im Abendmahlsaal Brot und Wein nahm, sagte er: ÔÇ×Das ist mein Leib; das ist mein BlutÔÇť. So glauben wir es bis heute, wenn wir die Kommunion empfangen.

2. Unerf├╝llte Erwartungen. M├Âglicherweise haben die Menschen, die sich von Jesus abwenden, sehr weltliche Hoffnungen, und da Jesus diese offensichtlich nicht zu erf├╝llen bereit ist, entl├Ądt sich die Entt├Ąuschung in Zorn und Ablehnung. Sie hoffen auf bessere Zeiten, auf einen, der ihr Leben verbessert, die Verh├Ąltnisse ├Ąndert, das Land von den R├Âmern befreit, und die Menschen von Leid und Krankheit. Stattdessen spricht Jesus von einem anderen, neuen Leben, das nicht materiellen Wohlstand sondern ein sinnerf├╝lltes und auf das ewige Heil orientierte Dasein verhei├čt. Er redet von Umkehr und Vergebung, von Leid und Kreuz, von Vers├Âhnung und Barmherzigkeit. Vielen ist das zu wenig handgreiflich, zu wenig n├╝tzlich und praktisch. Irgendwie zu fromm. Und so gehen sie weg, anfangs einige, schlie├člich scharenweise. Aber Jesus geht viel weiter. Jesus hat trotz der zu erwartenden Missverst├Ąndnisse in keiner Weise die Sch├Ąrfe seiner Aussagen abgemildert. Trauen wir uns, diese Worte Jesu so zu nehmen wie er sie gesagt hat? Wagen wir zu sagen: Ja, das ist der Leib und das Blut Christi, er gibt sich selbst als Speise und Trank, und wir sollen ihn essen und trinken, uns sein Fleisch und Blut wirklich ÔÇ×einverleibenÔÇť. Oder sprechen wir vom ÔÇ×heiligen BrotÔÇť oder vom ÔÇ×geweihten BrotÔÇť, um der Wucht und Gr├Â├če der Worte Jesu ausweichen? Dass Brot und Wein in der heiligen Messe wirklich Fleisch und Blut Jesu sind, das erkennt und bezeugt nur der Glaube.

3. Wohin sollen wir gehen? Auch heute wenden sich viele Menschen von Jesus ab. Der Glaube scheint nicht das zu bringen, was viele sich vom Leben erwarten. Und doch trifft Jesus auch auf so viel offene Herzen. Jeder wird fr├╝her oder sp├Ąter einmal vor die Entscheidung gestellt, zu gehen oder zu bleiben. Vielleicht h├Âren wir die Frage in unserem Herzen: Willst auch du gehen? Mit Petrus will ich antworten: ÔÇ×Zu wem soll ich gehen?ÔÇť Ich habe viele Wege versucht. Nirgendwo habe ich gefunden, was nur du uns geben kannst: Worte ewigen Lebens. Fleisch und Blut Jesu Christi sind direkt verbunden mit der Person, nicht mit der Natur des Sohnes Gottes. Wir tasten also beim Kommunionempfang nicht das Wesen der Gottheit selbst an, sondern die g├Âttliche Person Jesu Christi, der uns seine verherrlichte Menschheit reicht. Insofern essen wir nicht das Fleisch und Blut Gottes, weil Gott von seinem Wesen her Geist ist und niemand ihn essen kann. Wir empfangen aber die verherrlichte Menschheit Christi, die von seiner g├Âttlichen Person v├Âllig untrennbar ist. Gehen wir zu diesem Gott, der sich mit unserer Menschheit f├╝r immer verbunden hat.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, immer wieder gibt es Gespr├Ąche, in denen ├╝ber dich, die Kirche oder den christlichen Glauben abwertend gesprochen wird. Manchmal gebe ich Zeugnis von dir und andere Male schweige ich einfach, um eine Diskussion zu umgehen und weil es der bequemere Weg ist. Doch kann vielleicht mein Zeugnis und mein Bekenntnis der entscheidende Impuls sein, dass ein Mensch sich f├╝r dich ├Âffnet. Lass mich nat├╝rlich, klar und bescheiden meinen Glauben bekennen, damit ich zu einem Werkzeug f├╝r den Heiligen Geist werden kann. Lass mich nicht tr├Ąge und bequem werden, sondern entz├╝nde in meinem Herzen immer wieder das Feuer f├╝r die Evangelisation.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich will heute eine Gelegenheit nutzen, in der ich meinen Glauben an dich bezeugen kann.