Tägliche Meditationen

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Tägliche Meditationen

Sonntag 3. April 2016 bis Samstag 9. April 2016

Zweite Woche nach Ostern

Was hat Priorit├Ąt in unserem Leben?Sonntag
Keine Angst haben zu empfangen Montag
Neugeburt durch GlaubenDienstag
Gottes ErbarmenMittwoch
Der von oben kommtDonnerstag
Zur vollkommenen Liebe berufenFreitag
Jesus, unser einziges FundamentSamstag


Was hat Priorit├Ąt in unserem Leben?

3. April 2016

2. Sonntag nach Ostern
Sonntag der g├Âttlichen Barmherzigkeit

Joh 20,19-31
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die J├╝nger aus Furcht vor den Juden die T├╝ren verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine H├Ąnde und seine Seite. Da freuten sich die J├╝nger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die S├╝nden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zw├Âlf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen J├╝nger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der N├Ągel an seinen H├Ąnden sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der N├Ągel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine J├╝nger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die T├╝ren waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine H├Ąnde! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungl├Ąubig, sondern gl├Ąubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner J├╝nger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, deine Barmherzigkeit suche ich, denn ohne dich vermag ich nichts, auch nicht zu erkennen, wie ich die Priorit├Ąten in meinem Leben zu setzen habe. Voll Vertrauen komme ich zu dir.

Bitte: ├ľffne nun mein Herz und tritt ein in mein inneres K├Ąmmerlein, das ich so oft aus Angst verschlossen halte, oder weil ich zerstreut bin, selbst nicht betrete!

1. Die richtigen Priorit├Ąten setzen. Setzen wir in unserem allt├Ąglichen Leben die richtigen Priorit├Ąten? Wie oft l├Ąsst uns der Drang, etwas nicht verpassen zu wollen, unseren grundlegendsten Entschl├╝ssen gegen├╝ber inkonsequent werden? Wie oft finden wir deswegen keine Zeit f├╝r das Gebet, obwohl wir es uns vorgenommen haben? Wie oft geht ein Tag einfach so vorbei, und wir m├╝ssen am Ende sagen: Schon wieder habe ich keine Zeit zum Beten gefunden! Doch wir finden immer Zeit, um 15 Minuten auf Facebook zu verbringen, 10 Minuten die Nachrichten zu h├Âren oder 20 Minuten uns sportlich zu bet├Ątigen. Wir leben mit einer subtilen Angst, etwas verpassen zu k├Ânnen. Und so erkennen wir nicht, dass wir eigentlich das Wichtigste verpassen: den t├Ąglichen Kontakt mit dem Herrn. Setzen wir unsere Priorit├Ąten richtig!

2. Das Herz f├╝r Jesus freihalten. Der heilige Thomas war anscheinend auch so ein Mensch, der nichts verpassen wollte. Vern├╝nftig war er schon. Er wusste, dass nach Jesu Tod das Leben ja auch weitergehen musste. Er wollte nicht, dass die Entt├Ąuschung ihn l├Ąhmt. Und doch h├Ątte ihm nach seiner dreij├Ąhrigen Erfahrung mit Jesus und den anderen J├╝ngern klar sein m├╝ssen, dass die Gemeinschaft der bevorzugte Ort ist, wo der Herr sich vergegenw├Ąrtigt. Die anderen Apostel verharrten gemeinsam im Gebet, wenn auch voll Angst und hinter verschlossenen T├╝ren. Ihre Herzen suchten Jesus und er erschien ihnen. Vor lauter Sorge, den Anschluss an das Leben drau├čen nicht zu vers├Ąumen, verpasste Thomas am ersten Abend der Woche das einzig entscheidende Ereignis: die Erscheinung des Auferstandenen. Und bet├Ąubt von all dem, was er ÔÇ×drau├čenÔÇť zu sehen und zu h├Âren bekommen hatte, war sein Herz nicht mehr offen und frei, um das Zeugnis der Mitbr├╝der anzunehmen.

3. Das Geschenk der Barmherzigkeit empfangen. Wir k├Ânnen von Thomas und den anderen Aposteln lernen, die Priorit├Ąten in unserem Leben wieder am richtigen Platz zu setzen. Wenn unsere Erfahrung mit Jesus nicht die Quelle ist, an der wir trinken, werden wir immer wieder das Entscheidende in unserem Leben vers├Ąumen. Christus kann in unser pers├Ânliches Leben und in das Leben unserer Gemeinschaften, ob Familie, Gemeinde oder geistliche Gemeinschaft, eintreten, wenn wir uns ihm im Gebet ├Âffnen. Sowohl das pers├Ânliche als auch das gemeinschaftliche Gebet m├╝ssen f├╝r uns wieder priorit├Ąr sein. Wenn wir an die gro├čen Gaben, die uns das Gebet erwirkt, glauben w├╝rden: Jesu Friede und die Gnade, von ihm zu unseren Mitmenschen gesandt zu werden ÔÇô w├╝rden wir sicher daf├╝r Zeit finden. Denn Jesu Barmherzigkeit erf├Ąhrt, wer alles von ihm erhofft und daher geduldig mit den Br├╝dern und Schwestern im Gebet verharrt. Solche Menschen beschenkt er mit seinem Geist, und dieser lehrt uns, dass keine Angelegenheit im Leben wichtiger ist als unsere innere Verbundenheit mit Christus und unsere Zuwendung zu den Menschen, die unserer Liebe bed├╝rfen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, so oft bin ich wie Thomas: Ich bin nicht anwesend, wenn du mich im Inneren meines Herzens suchst; ich bin misstrauisch, wenn du dich mir offenbaren willst. Pr├Ąge deine Wunden meinem Herzen ein, damit ich immer und zu jedem Zeitpunkt an deine Gegenwart und Liebe glaube.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich werde mich heute an Jesus wenden und zu ihm mit den Worten beten, die er die heilige Faustyna gelehrt hat: Jesus, ich vertraue auf Dich!


Keine Angst haben zu empfangen

4. April 2016

Montag der zweiten Woche nach Ostern
Verk├╝ndigung des Herrn
Hl. Isidor von Sevilla, Erzbischof;
Hl. Konrad OPraem, Abt

Lk 1,26-38
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galil├Ąa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegr├╝├čt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ├╝ber die Anrede und ├╝berlegte, was dieser Gru├č zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: F├╝rchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du geb├Ąren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird gro├č sein und Sohn des H├Âchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ├╝ber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ├╝ber dich kommen, und die Kraft des H├Âchsten wird dich ├╝berschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn f├╝r Gott ist nichts unm├Âglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verlie├č sie der Engel.

Einf├╝hrendes Gebet: Gott, ich preise dich, denn du hast auf die Niedrigkeit deiner Magd geschaut. Maria hat sich dir in Demut und aus Liebe ganz geschenkt. Du hast Marias Ja angenommen und sie zu deiner Tochter, Mutter und Braut gemacht. Ich m├Âchte sein wie Maria!

Bitte: Jesus, ├Âffne mir nun Sinne, Verstand und Herz, damit Marias Haltung meinen Glauben an dich und meine Liebe zu Dir pr├Ągen.

1. Durch Dienen zur F├╝lle gelangen. Marias Haltung war die einer dem├╝tigen Dienerin. Sie lebte die Kernbotschaft dessen, was Jesus uns in den Evangelien vermittelt: die Hingabe. Sie war losgel├Âst von den Dingen dieser Welt und so konnte sie frei sein f├╝r die Bindung an Gott. Sie wusste, wof├╝r sie leben wollte. Sie war entschlossen, f├╝r ihn zu leben. So h├Ârte sie dem Engel genau zu. Und sie sprach ihr vollkommenes Ja zu seinem Wort. Ihr ganzes Wesen war frei, offen und bereit f├╝r den Willen Gottes. Und sie empfing das Wort Gottes, das unaussprechliche Wort des ewigen Vaters, in ihrem Scho├č. Sie verschenkte sich vollkommen und erhielt im Gegenzug als Mutter des Gottessohnes unausdenkbare F├╝lle. - Sehne ich mich danach, f├╝r die F├╝lle Gottes offen und weit zu sein? Ist es das Ziel meines Lebens, mich ihm hinzugeben und ihm zu dienen? Findet mein Lebensziel schon Ausdruck in meinem Alltag, in der Form, wie ich bete, wie ich anderen Menschen begegne?

2. Als Kind dem Vater folgen. Marias Haltung war auch die Haltung einer liebenden und treuen Tochter. Ein Kind, das sich vom Vater geliebt wei├č, antwortet mit Liebe. Wenn der Vater es ruft, vertraut es sich ihm ganz an. Ein Kind ist auch kein Sklave, der kein Erbrecht besitzt und sich deswegen nicht f├╝r die Angelegenheiten des Vaters interessiert. Als wahrer Tochter lagen Maria die Angelegenheiten des Vaters auch am Herzen. Sie war daran interessiert, dass sein Wille geschehe und dass er verherrlicht werde. Aufgrund ihres liebenden Vertrauens und ihrer wesenhaften Anteilnahme an den Anliegen des Vaters war Maria bereit und f├Ąhig, sich Gott ganz zur Verf├╝gung zu stellen. ÔÇô Ist f├╝r mich die Annahme und Verbreitung des Evangeliums etwas f├╝r andere, von denen ich meine, sie seien Gott n├Ąher als ich? Nur etwas f├╝r Spezialisten wie Priester und Ordensleute? Oder ist Gott mir Vater, dem ich vertraue, von dem ich alles erwarte? Interessiere ich mich f├╝r seine Angelegenheiten, wie ein Kind?

3. Kindschaft leben und dienen. Ich bin berufen, Diener und Kind Gottes zu sein. Als Gottes Gesch├Âpf bin ich zum Dienst an seiner Sch├Âpfung gerufen. Meine Zuneigung und Beziehung zu den Dingen dieser Welt soll ich im Geiste des Dienens leben. Denn ich bin hier nur als Pilger unterwegs, ÔÇ×im VorbeigehenÔÇť, und deswegen soll ich mich nicht an irdischen Dingen festhalten, sondern sie Gott zuf├╝hren. Durch die Taufe aber bin ich auch Kind Gottes. Als Sohn oder Tochter Gottes bin ich dazu berufen, mich verantwortlich f├╝r die Angelegenheiten meines Vaters im Himmel einzusetzen. Es muss wesenhaft auch mein Anliegen sein, dass Jesu Sendung in der Welt ganz vollendet wird. So will ich dem Herrn nicht nur in meinem Alltag Raum geben, sondern zuerst in mir selbst. Ich will Jesus im Geiste Mariens aufnehmen, dass er in mir wachsen und so auch durch mich zur Welt kommen kann. Konkret gebe ich ihm in meinem Alltag den zentralsten Platz dadurch, dass ich t├Ąglich aus der Heiligen Schrift lese, t├Ąglich mit ihm im Gebet spreche, und t├Ąglich durch meine Lebensweise Zeugnis vom Evangelium gebe.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, oft z├Âgere ich, dich ganz aufzunehmen, weil ich f├╝rchte, dass ich mich dabei verlieren k├Ânnte. Gib mich Maria an die Hand. Sie soll mich lehren, dass jeder, der dir dient, zur F├╝lle gelangt; dass alle, die Gott zum Vater haben, Erben sind und Anteil erhalten am Reichtum des Himmels.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich will Maria anrufen, wenn ich Gott im Gebet oder in der Heiligen Schrift suche, damit sie mir hilft, mich ihm als Kind zu ├Âffnen und dienend zu gehorchen.


Neugeburt durch Glauben

5. April 2016

Dienstag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Vinzenz Ferrer OP

Joh 3,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr m├╝sst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du h├Ârst sein Brausen, wei├čt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. Wenn ich zu euch ├╝ber irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch ├╝ber himmlische Dinge spreche? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen au├čer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der W├╝ste erh├Âht hat, so muss der Menschensohn erh├Âht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich suche dich. Ich sp├╝re meine Verfangenheit in meine eigenen Vorstellungen und Ansichten. Es f├Ąllt mir schwer, mich auf deine Sicht einzulassen, auf deine Wahrheit. Und doch glaube ich, dass in dir das Heil ist, zu dem ich geboren werden m├Âchte.

Bitte: Jesus, verhilf mir zu einer wahren Umkehr zu dir.

1. Im Kreuz ist Heil, Leben und Hoffnung. Die Schlange war Symbol und Inbegriff von Hinterlist und Schande. Mit Gottes Befehl an Mose, sich eine Schlange zu machen und an einer Fahnenstange aufzuh├Ąngen (Num 21,8), wurde die Schlange zum ersten Mal zu einem positiven Symbol: Wer zu der von Mose angefertigten Kupferschlange hinaufschaute, der wurde vom Biss einer Schlange geheilt. Wenn Jesus nun sich selbst mit dieser Kupferschlange vergleicht, sagt er auch etwas ├╝ber die k├╝nftige Bedeutung des Kreuzes und des Leidens aus: Das Kreuz, auf dem er erh├Âht werden soll und das sein Leiden zur Schau stellen wird, bedeutete bis dahin nur Schmach und Schande. Jesus wird die Qual und die Schande des Kreuzes erleiden, weil er sich aus Liebe selbst zur S├╝nde der Welt machen l├Ąsst, die am Kreuz gerichtet werden wird. Wie die Schlange des Mose nach dem Willen Gottes denjenigen, der auf sie blickte, vom Gift einer Schlange heilte, so wird der am Kreuz Durchbohrte denjenigen vom Biss der S├╝nde heilen, der in Liebe und im Glauben auf Jesu S├╝hnetod schaut. Das Kreuz als das Gott in Liebe aufgeopferte Leiden zur S├╝hne der S├╝nden wird durch Christus nie mehr sinnlos sein, sondern sinn- und heilstiftend.

2. Umkehr als Neugeburt. Jesus spricht von einer neuen Geburt. Nikodemus aber versteht ihn nicht, denn er glaubt noch nicht. Erst im Glauben erkennt der Mensch seine Ferne von Gott und die Notwendigkeit, in Christus neu geboren zu werden. Neugeburt im Sinne Christi meint eine R├╝ckkehr oder Umkehr vom Weg des ÔÇ×altenÔÇť Menschen. Seine Merkmale sind die des Fleisches, der Unwahrhaftigkeit, des Zwiespalts, der Gier und des Gewinnstrebens. Dieser Weg f├╝hrt in den Tod. Wer neu leben m├Âchte, wer Sinn, Freude, Freiheit, und Heilung finden m├Âchte, der muss eine Umkehr vollziehen. Und zwar eine Kehrtwendung auf Jesus hin, um neu aus ihm geboren zu werden. Neu geboren kann er wieder das Vertrauen eines Kindes leben. Totales Vertrauen ist notwendig, um Verantwortung zu leben. Vertrauen, dass Jesus alles kann und mich f├╝hrt. Verantwortung, weil als sein Kind das Seine auch zum Meinen wird und ich daf├╝r sorgen werde, dass Jesu Mission der Rettung der Menschen weitergeht.

3. Umkehr zur Liebe. Umkehr ist kein Zaubertrick oder irgendeine magische Formel. Umkehr geschieht durch wahrhaftigen Glauben daran, dass der Christus, der am Kreuz f├╝r unsere S├╝nden litt und starb, auch der vom Tod Auferstandene und ├╝ber S├╝nde und Satan Siegreiche ist. Umkehr vollzieht sich durch den Glauben daran, dass das Leiden, das Krankheit, Verlust oder die M├╝he, das Evangelium treu zu leben, mit sich bringt, in Christus ein Weg zur Befreiung und zur Herrlichkeit ist. Nur in der pers├Ânlichen Begegnung und Freundschaft mit Jesus kann dieser Glaube wachsen und diese Umkehr sich vollziehen. Denn wahre Umkehr erfordert Liebe. Liebe, die in mir keimt und w├Ąchst, wenn ich die Liebe Christi in meinem Innersten erfahre. In der Liebe ├Âffnen sich die Augen des Glaubens, und der Glaube vertieft die Liebe.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, deine Verhei├čungen ├Âffnen mein Herz f├╝r ein neues Leben. Ein Leben in dir, mit dir und f├╝r dich. Ich sehne mich danach, wahrhaft lieben zu k├Ânnen, dich und die Menschen, die du mir gegeben hast. Ich sehne mich nach dieser Neugeburt aus deinem Geist der Liebe. O Jesus, entz├╝nde in mir das Feuer deiner Liebe!

M├Âglicher Vorsatz:  Ich will heute Jesu Liebe suchen, ich will sie in der Eucharistie suchen, indem ich sie empfange oder zumindest eine geistliche Kommunion halte.


Gottes Erbarmen

6. April 2016

Mittwoch der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Petrus der M├Ąrtyrer OP

Joh 3,16-21
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verh├Ąlt es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren b├Âse. Jeder, der B├Âses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast dich vom Vater an die Welt hingeben lassen, um die verlorene Menschheit wieder in die Einheit mit dem Vater zu f├╝hren. Im Heiligen Geist, den du uns geschenkt hast, gelangen wir durch dich zum Vater.

Bitte: Jesus, erneuere in mir die Gaben des Heiligen Geistes, damit ich eins werden kann mit dir!

1. F├╝r die Einheit geschaffen. So sehr hat der Vater die Menschen geliebt, dass er seinen Sohn zu ihnen in die Welt sandte. Um zu erfassen, was hier zum Ausdruck kommt, hilft es uns zu betrachten, was der Sohn im Himmel besitzt und worauf er sich einlie├č, als er Mensch wurde. Zwischen Vater und Sohn herrscht die Liebe. Sie ist ihr Wesen. Der Sohn ist ganz erkannt und beschenkt vom Vater, und der Vater ganz verehrt, verherrlicht und geliebt vom Sohn. Ihre Liebe zueinander ist der Heilige Geist. Eine Abwendung der Personen der Dreifaltigkeit voneinander ist dem Wesen unseres Gottes nach nicht denkbar. Die g├Âttlichen Personen str├Âmen ├╝ber von Liebe zueinander - und zu ihren besonderen Gesch├Âpfen, den Menschen, in denen der Vater seinen Sohn erkennen m├Âchte. Gott hatte so gro├čes Erbarmen mit den durch eigene Schuld von ihm getrennten Menschen, weil er sie f├╝r diese Kommunion mit ihm geschaffen hatte.

2. Gottes Entscheidung f├╝r den Menschen. Dass der Sohn als Mensch diese ÔÇ×SicherheitÔÇť der Einheit mit dem Vater opfert, wird dadurch sichtbar, dass er nun leiden kann. Er kommt in unmittelbaren Kontakt mit dem Elend des Menschen. Er selbst leidet wie wir alle Hunger, Ersch├Âpfung, Versuchung, obwohl ihm von seinem g├Âttlichen Wesen her nichts fehlte. In seiner Passion durchleidet er das ganze Ausma├č der Gottesferne der s├╝ndigen Menschheit. Die Menschwerdung des Sohnes ist die endg├╝ltige Entscheidung Gottes f├╝r den Menschen. In Christus wird der Mensch in seinem urspr├╝nglichen Glanz wiederhergestellt - und mehr noch: Durch Christus gelangt er zur Herrlichkeit der Kinder Gottes. Unsere menschliche Situation wurde von Christus ganz angenommen und errettet, sodass in ihm aus unserem Elend nun Segen werden kann. ÔÇ×Jeder der an ihn glaubt, hat das ewige Leben.ÔÇť

3. Der Glaube an Christus ist Zugang zur Liebe. Der Glaube an Christus ist der Zugang zum Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes. Denn dieser Glaube lebt schon innerhalb der Liebe, die Gott ist. Wer nicht glaubt, richtet sich selbst, weil er nicht zur Liebe kommt. Wir haben in dieser Welt zu leiden, aber wir leiden nicht mehr im Dunkel der Verworfenheit. Wie der Sohn freiwillig - aus Liebe zum Vater und zu uns - das Leiden auf sich nahm, so k├Ânnen auch wir die manchmal unvermeidbaren Leidensmomente in unserem Leben aus Liebe annehmen, sie aufopfern und sie so in Segen verwandeln. Das Licht des Glaubens, das von Gott kommt, verwandelt unsere Sichtweise und wir entdecken in allem einen Sinn. So wird unser Leben mehr und mehr wie Jesu Leben, und seine Liebe nimmt Gestalt in unseren Herzen an.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, vom Vater gesandt bist du in die Welt gekommen und du m├Âchtest dich jedem einzelnen Menschen schenken. Du schenkst dich mir, du schenkst dich mir immer wieder neu und du wirst nicht aufh├Âren dich mir schenken zu wollen, bis ich ganz in dir und im Vater bin. Ich m├Âchte Leben in deinem Heiligen Geist, dem Geist der Liebe.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich will heute die Menschwerdung Jesu besonders im Gebet betrachten und sie durch einen Akt der Liebe zu dem Menschen ehren, der heute meiner Liebe am meisten bedarf.


Der von oben kommt

7. April 2016

Donnerstag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Johann Baptist de la Salle FSC

Joh 3,31-36
Er, der von oben kommt, steht ├╝ber allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht ├╝ber allen. Was er gesehen und geh├Ârt hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verk├╝ndet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist unsere einzige Pforte zum barmherzigen Vater. Durch dich steht uns der Himmel offen. Du kommst zu uns herab, um uns zum Vater hinauf zu f├╝hren. Wir schauen auf zu dir, der du mitten unter uns bist.

Bitte: Jesus, ├Âffne meine Seele und mein Herz f├╝r dein Zeugnis ├╝ber den Vater.

1. In Christus ber├╝hren, was droben ist. Menschen sind entweder rein irdisch oder auf den Himmel zu unterwegs. Wo stehen wir? Was bewegt uns? Wenn unsere Gedanken ├╝berwiegend mit irdischen Dingen besch├Ąftigt sind, dann ist es wichtig, unserem Leben eine neue Orientierung zu geben. Wir sind geschaffen, auf Gott hin zu leben. Gott ist zu uns herab gekommen und steht doch ├╝ber allem. Er durchschaut uns, er durchdringt uns. In ihm kommen wir mit dem in Ber├╝hrung, was droben ist, was uns erheben will ├╝ber diese Welt hinaus. ├ťber Gott nachzudenken, seine Liebe und Huld, seine Treue, soll uns dazu f├╝hren, ihn wahrhaft anzunehmen. Durch Christus gelangen wir in unseren ganz eigenen, pers├Ânlichen Bezug zu dem, was im Himmel ist, unser ewiges Leben mit Gott. Dies wird uns ein Anker sein und Halt f├╝r jeden Tag mitten im Sturm der Weltereignisse geben.

2. Christus, unser K├Ânig. Der von oben kommt, erm├Âglicht, dass wir in diesem Leben den Blick auf die himmlischen Dinge richten k├Ânnen. Christus ist K├Ânig nicht durch unsere Annahme, sondern durch sein Wesen, von uns unabh├Ąngig. Durch unsere Annahme seiner Herrschaft - oder nicht (aufgrund unserer Ablehnung) entscheiden wir, ob wir in den Bereich des Himmlischen gelangen. Unsere Ablehnung vermindert Christi K├Ânigtum nicht, sie mindert unser Menschsein, weil wir geliebte Gesch├Âpfe Gottes sind. Daher sollen wir aus dem Wort Gottes und den Sakramenten leben. Jesus stiftete die Sakramente, damit wir durch den Dienst der Apostel immer mit ihm in Ber├╝hrung bleiben. Er spricht zu uns durch sein Wort. Es sind Worte, die uns heilen. Jesus kennt den Vater, durch ihn, durch sein Wort und durch die Sakramente, finden wir wahre Orientierung f├╝r unser Leben. Diese Gnadengaben wollen uns durch ihn zum Vater f├╝hren.

3. Himmel, der auf Erden beginnen will. Wir empfangen durch den Sohn sogar ewiges Leben, das schon hier auf Erden beginnt. Das ├╝bersteigt unser Fassungsverm├Âgen! Wir hei├čen Kinder Gottes und sind es, wissen aber noch nicht, was das genau bedeutet. Als Kinder sollen wir Erben sein, und wir wissen, dass Erben sich die Anliegen des Vaters zu Eigen machen. Dass Glaube, Hoffnung und Liebe die Menschen durchdringen, ist das Anliegen unseres himmlischen Vaters. Wenn ich Jesu Zeugnis ├╝ber den Vater in seinem Wort und durch die Sakramente annehme, vermehre ich Glaube, Hoffnung und Liebe in meinem Umfeld. Denn dann strahlt der durch mich aus, den ich angenommen habe, und mein Zeugnis kann anderen Sinn, Freude am Leben, Hoffnung in schweren Stunden vermitteln. Dieses Leben wird ein St├╝ck Himmel auf Erden sein, wenn ich erlebe, dass der Herr andere auch durch mich zum Heil f├╝hrt.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, in diesem Heiligen Jahr sind wir gerufen, die Barmherzigkeit des Vaters neu zu entdecken und zu erfahren. Ich bitte dich um deine F├╝hrung zum Herzen des Vaters, das du uns offenbart hast. Gib mir, dass ich die Gnadenmittel der Kirche in diesem Jahr intensiver suchen und nutzen lerne und auch andere zu ihnen f├╝hren kann.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich nehme mir vor, mit den Menschen in meinem Umfeld bewusster ├╝ber die Gnaden dieses Heiligen Jahres zu sprechen und sie zu ihrem Empfang zu ermutigen.


Zur vollkommenen Liebe berufen

8. April 2016

Freitag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Walter von Rebais OSB
Hl. Beata von Ribnitz OSCI
Hl. Julia Billart SND

P. William Webster LC

Joh 6,1-15
In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galil├Ąa, der auch See von Tiberias hei├čt. Eine gro├če Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen J├╝ngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot f├╝r zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines St├╝ck bekommen soll. Einer seiner J├╝nger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat f├╝nf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das f├╝r so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort n├Ąmlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa f├╝nftausend M├Ąnner. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen J├╝ngern: Sammelt die ├╝brig gebliebenen Brotst├╝cke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und f├╝llten zw├Âlf K├Ârbe mit den St├╝cken, die von den f├╝nf Gerstenbroten nach dem Essen ├╝brig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen w├╝rden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum K├Ânig zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zur├╝ck, er allein.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist gekommen, damit wir das Leben haben und es in F├╝lle haben. Wir aber halten eifers├╝chtig und misstrauisch an unserer Armut fest. Allein in dir k├Ânnen unsere Herzen weit werden.

Bitte: Jesus, weite mein Herz f├╝r das ├ťberma├č deiner Verhei├čung.

1. Hunger nach Liebe. Jesus nimmt die menschlichen Bed├╝rfnisse ernst, er stillt sie, doch er hofft, dadurch auch einen geistigen Hunger zu wecken. Die leiblichen Bed├╝rfnisse sind Sinnbilder f├╝r die Bed├╝rfnisse der Seele, die Jesus noch wichtiger sind. Denn er m├Âchte, dass wir zur vollkommenen Liebe gelangen. In der Brotvermehrung zeigt Jesus uns den Weg dorthin. Zun├Ąchst bedeutet dieser Weg die Mitarbeit mit ihm. Jesus fragt Philippus, was er schon wei├č, und dennoch fragt er nicht ohne Grund, denn er m├Âchte den Menschen in sein Wirken einbeziehen, auch heute. Er fordert ein, was der Mensch geben kann, um sein Werk zu vollbringen. Caritas ist die Liebe, die das Gute f├╝r den N├Ąchsten will. Zu ihr sollen wir an Jesu Hand heranwachsen.

2. Sein Reichtum im Tausch f├╝r unsere Armut. Wir lieben andere oft, um einen eigenen Vorteil dadurch zu gewinnen, und wenn es nur die Zufriedenheit mit uns selber ist. Alle Menschen lieben irgendwie so! Das Problem dieser Art der Liebe ist ihre Kehrseite: W├╝rde ich dennoch lieben, wenn ich den gew├╝nschten Vorteil f├╝r mich nicht erhielte? Es ist heilsam, uns selbst zu pr├╝fen, wie oft wir einen Akt der Liebe unterlassen, weil wir darin keinen Vorteil f├╝r uns selber finden. Doch Jesus l├Ąsst uns bei diesem Unverm├Âgen nicht stehen. Er wei├č, wie wenig wir verm├Âgen und er wei├č, wie gro├č die Liebe ist, derer wir bed├╝rfen. Deshalb tritt er selbst in das Zentrum unserer schwachen Liebesf├Ąhigkeit und bittet uns, ihm unsere wenigen Brote und Fische zu geben und im Vertrauen ganz zu ├╝berlassen. Er selbst ist es, der daraus die F├╝lle machen wird, denn was ihm in seinen Besitz gegeben wird, verwandelt er ins Unersch├Âpfliche. Und darin wird auch unser Herz weit und reich.

3. Wo Jesus herrscht, ist Liebe in F├╝lle. Wir sind dazu berufen, so zu lieben, wie Gott liebt. Jesu tiefste Sehnsucht ist, dass das Gottesreich der vollkommenen Liebe unter uns gegenw├Ąrtig wird, weil der Mensch sich ihm in seiner Begrenztheit ganz zur Verf├╝gung stellt. Jesus wird die F├╝lle, die er aus unseren begrenzten Gaben sch├Âpft, ganz in seine Verf├╝gung nehmen und sie seinen Aposteln zur Verwaltung ├╝bergeben. Die zw├Âlf K├Ârbe, die die J├╝nger einsammeln, sind wie ein Bild f├╝r die Gnadensch├Ątze der Kirche, die Jesus als das Haupt der Kirche durch seine Diener an die Glieder seines Leibes, die Gl├Ąubigen, austeilt. Er teilt aus, wie jeder es braucht, aber er teilt auch aus nach dem Verlangen, mit dem jeder diese Gnaden erbittet. Wenn wir Jesu Sehnsucht nach dem Reich der Liebe Gottes annehmen und daf├╝r hingeben, was wir haben, wird er herrschen k├Ânnen nach der Ordnung Gottes und in uns die Liebe, mit der er herrschen will, entz├╝nden.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, eine Ahnung steigt in mir auf, dass ich wahrhaft nichts zu verlieren habe ÔÇô au├čer dir! Ich m├Âchte nun wagen, mit diesem Tauschhandel mit dir zu beginnen, meine Armut f├╝r deine F├╝lle. Hilf mir, so weit zu kommen, dass ich es wage, mich an dich und die Menschen zu verschwenden.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich will heute eine Tat der Liebe vollbringen, die verborgen bleibt und die mir nichts bringt als N├Ąhe zu Jesus, der selbstlos ist.


Jesus, unser einziges Fundament

9. April 2016

Samstag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Waltrud OSB, Äbtissin
Hl. Konrad I., Erzbischof

Joh 6,16-21
Als es aber sp├Ąt geworden war, gingen seine J├╝nger zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren ├╝ber den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgew├╝hlt. Als sie etwa f├╝nfundzwanzig oder drei├čig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus ├╝ber den See ging und sich dem Boot n├Ąherte; und sie f├╝rchteten sich. Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; f├╝rchtet euch nicht! Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist immer bei uns, auch wenn wir dich nicht sp├╝ren. Deine scheinbare Abwesenheit ist deine Einladung, dich neu zu entdecken und im Vertrauen zu wachsen. Denn du willst uns nicht unseren alten Grenzen ├╝berlassen.

Bitte: Hilf mir, dir tiefer zu vertrauen, wenn ich dich nicht gleich zu finden meine.

1. Alte Sicherheiten zur├╝cklassen. Die Furcht der J├╝nger weist auf ihre noch unvollkommene Liebe hin. Sie vertrauen Jesus noch nicht ganz. Sie haben seine N├Ąhe erfahren und diese Erfahrung erst hat sie f├Ąhig gemacht, die Einsamkeit ohne ihn zu f├╝rchten. Die M├Âglichkeit, verlassen zu werden, doch nicht angenommen zu sein, vergessen zu werden, steigt wie ein schwarzer Abgrund vor ihnen auf. Doch Furcht ist nie ein guter Ratgeber, und besonders nicht, wenn ein Mensch Entscheidungen treffen muss, durchzuhalten und weiterzugehen. Die J├╝nger f├╝hlten sich von Jesus verlassen und suchten Zuflucht in ihren vertrauten fr├╝heren Sicherheiten dort in Kafarnaum. Auch wir wollen angesichts mancher Unsicherheiten nach unserem Aufbruch zu Gott manchmal zur├╝ck in das uns Bekannte. Die Gefahr besteht jedoch, dass wir daf├╝r unser eigentliches Fundament, das wir gerade erst betreten haben, verlassen.

2. Aus unserer Enge in Gottes Weite. Der Sturm, der den See nach der Abfahrt der J├╝nger pl├Âtzlich aufw├╝hlt, ist wie ein Bild f├╝r die inneren K├Ąmpfe unserer Zerrissenheit zwischen dem noch nicht ├╝berwundenen alten Menschen in uns und den Wehen der Geburt unseres neuen Menschseins in Christus. Wir sp├╝ren, dass Jesu neue Ma├čst├Ąbe unsere alten Grenzen schon aufgebrochen haben. Und doch sehnen wir uns zur├╝ck nach der scheinbaren Sicherheit unserer fr├╝heren Enge, in der wir noch alles ├╝berschaut haben. Doch Gottes Wort, die Begegnung mit ihm hat uns schon so geformt, dass wir nicht mehr hineinpassen in unsere alte Begrenzung. Wenn dann der Herr an uns herantritt in seiner uns noch unbekannten Weise, ob innerlich oder durch ├Ąu├čere Ereignisse, erschrecken wir und f├╝rchten uns. Doch wenn es hart auf hart kommt in unserem geistlichen oder menschlichem Leben, brauchen wir ein festes Fundament. Worauf bauen wir dann? Gott ver├Ąndert sich nicht, sein Wort bleibt ewig. Gott allein gen├╝gt.

3. F├╝rchte dich nicht! Es kommen harte Tage im Leben. Wenn wir aus dem Wort Gottes leben, erfahren wir, wie sehr der Herr uns begleitet. Er wird die hohen Wellen zum Schweigen bringen. Er wird uns durch das unruhige Gew├Ąsser unseres Lebens ans feste Ufer geleiten. Wir werden erstaunt sein, wie schnell wir es mit seiner Hilfe erreichen, wenn wir die Furcht vor seiner Weise, bei uns zu sein und uns zu f├╝hren, ablegen. Die Dunkelheit unserer Nacht wird in hellem Tag enden. Wir werden Jesus in unserem Leben, durch Gottes Wort begleitet und geformt, immer besser erkennen. Und dann werden wir auch f├Ąhig sein, andere auf seine Gegenwart in ihrem Leben hinzuweisen. Wir werden keine Angst mehr haben, abgelehnt zu werden. Im Gegenteil, wir werden mit der Sicherheit leben, von Gott ganz angenommen zu sein, und wir werden andere mit dieser Freude aus dem Evangelium, dem Leben aus ihm, beschenken.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, freudig bin ich mit dir aufgebrochen, doch f├╝rchte ich mich, wenn du abwesend scheinst. So leicht falle ich dann zur├╝ck in meine alten Gewohnheiten. Doch lass mich gerade dann festhalten an allem, was du mich schon erkennen lie├čest und in dir allein Halt suchen.

M├Âglicher Vorsatz:  Wenn ich Jesu sp├╝rbare N├Ąhe vermisse, will ich einen Akt des Glaubens setzen und an seinem Wort festhalten.