Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 27. M├Ąrz bis Samstag 2. April 2016

Osteroktav

P. Bertalan Egervári LC

Voll Freude glaubenSonntag
Quelle der FreudeMontag
Furcht oder Freundschaft?Dienstag
Verr├╝ckt nach JesusMittwoch
Ich bin die Auferstehung und das LebenDonnerstag
Nichts ist vergebensFreitag
Verk├╝nder des EvangeliumsSamstag


Voll Freude glauben

27. M├Ąrz 2016

Ostersonntag

P. Bertalan Egervári LC

Joh 20,1-9
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala fr├╝hmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem J├╝nger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere J├╝nger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere J├╝nger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schwei├čtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere J├╝nger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr Jesus, wir feiern heute den freudigsten Tag der Menschheitsgeschichte! Du hast ein f├╝r alle Mal gesiegt und wir mit dir! Hilf uns, diesen Ostersonntag so zu begehen, wie es dir gef├Ąllt. Lass uns teilhaben an deiner Freude ├╝ber die Auferstehung, hilf uns, diesen Tag in deiner Gegenwart zu verbringen, und mach uns zu neuen Menschen, die die S├╝nde hinter sich lassen und in der Freiheit und Freude der Kinder Gottes leben.

Bitte: St├Ąrke unseren Glauben!

1. Niemand war unmittelbar dabei. Man k├Ânnte sich fragen: Wieso wollte Jesus denn niemanden bei der Auferstehung dabei haben? Seine Geburt war schon still genug, doch wenigstens waren Maria und Josef dort. Aber f├╝r das Ereignis der Auferstehung selbst gibt es keine Augenzeugen, anscheinend nicht einmal die vor dem Engel vor Schrecken erstarrte Wache. Nat├╝rlich ist Jesus danach einer ganzen Reihe von Menschen erschienen. Doch auch sie waren letztlich nur eine kleine Gruppe, die dann die Botschaft von der Auferstehung in die ganze Welt hinaus tragen sollte. Offenbar handelt es sich zuallererst um ein Geheimnis des Glaubens, von dem wir aufgrund der Vermittlung der Kirche erfahren sollen. Nat├╝rlich gibt uns Gott viele gute Gr├╝nde zu glauben ÔÇô und durchaus auch solche, die von der Wissenschaft untersucht werden k├Ânnen: Denken wir zum Beispiel an das Grabtuch von Turin! Doch die Auferstehung war die Stunde ÔÇ×NullÔÇť der neuen Sch├Âpfung. Von der haben wir in diesem Leben genauso wenig eine unmittelbare Anschauung, wie wir sie von der ersten Sch├Âpfung haben. Unsere Gewissheit w├Ąchst jedoch mehr und mehr und wird zu einer tiefen ├ťberzeugung, je fester unsere Verwurzelung im Glauben der Kirche wird.

2. Er sah und glaubte. Wie gro├čartig ist das Beispiel des Lieblingsj├╝ngers Johannes! Nicht den Herrn sah er ÔÇô nur die verschiedenen Anzeichen seiner auf nat├╝rliche Weise unerkl├Ąrbaren Abwesenheit. Und doch glaubte er! Trotz der f├╝rchterlichen Geschehnisse blieb sein Herz also offen f├╝r das Wirken Gottes. Er hatte sich nicht in Trauer, Schmerz und Hoffnungslosigkeit verschlossen, sondern hatte es verstanden, mitten in diesem Schmerz die Hoffnung zu bewahren und das Wirken Gottes zu erkennen. Das darf auch uns Mut geben, denn selbst in den schmerzlichen Momenten unseres Lebens m├Âchte Gott Gro├čes bewirken. Und das ist das eigentliche Geschenk, das der Herr uns machen m├Âchte. Ob wir Jesus in diesem Leben jemals sehen werden, oder nicht - der Glaube bietet uns immer die M├Âglichkeit, die ├Ąu├čere Schale der Ereignisse zu durchzudringen und den zu entdecken, der uns liebt!

3. St├Ąrker als das Sichtbare. Johannes sah und glaubte. Jesus sagt aber auch: ÔÇ×Selig, die nicht sehen und doch glaubenÔÇť. Und der heilige Paulus l├Ądt uns ein, den guten Kampf des Glaubens zu k├Ąmpfen. In diesem Kampf geht es meist darum, mehr an die unsichtbare Wirklichkeit ÔÇô die Allmacht Gottes, der die Geschicke der Welt beherrscht ÔÇô zu glauben, als an die sichtbare, hier: den Tod Jesu, seine scheinbar endg├╝ltige Niederlage und das mysteri├Âse Verschwinden seines Leichnams. Wir verlieren diesen Kampf, wenn wir uns von der sichtbaren Welt mehr beeindrucken lassen als von der unsichtbaren. Ganz gleich, wie niederschmetternd die sichtbaren Fakten sein m├Âgen, die unsichtbare Realit├Ąt muss f├╝r uns die Oberhand bewahren. Denn Jesus ist K├Ânig, er ist erstanden und hat schon endg├╝ltig gesiegt. Wie ist es mit mir? Lasse ich mich mehr vom Sieg Christi beeindrucken oder wiegen f├╝r mich zum Beispiel die sinkende Zahl der Gl├Ąubigen, die gro├če Zahl der Fl├╝chtlinge oder die Hilflosigkeit von Kirche und Politik schwerer? Wer glaubt, hat einen unangreifbaren St├╝tzpunkt in Gott und beh├Ąlt dadurch immer Hoffnung und Zuversicht. Denn der Herr h├Ąlt alles in seiner Hand.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, ich will an dich und deine Botschaft glauben. St├Ąrke meinen Glauben. Ich bitte dich auch f├╝r alle Menschen, die mir nahe sind, und besonders f├╝r alle, die gerade Glaubenspr├╝fungen durchstehen m├╝ssen. Hilf ihnen, im Glauben fest zu stehen und zu wachsen. Lehre uns durch Gebet und Stille, von der unsichtbaren Wirklichkeit deiner Liebe, Allmacht und Herrschaft ├╝ber die Welt mehr beeindruckt zu sein, als von allen Problemen und Pr├╝fungen, ganz gleich, wie un├╝berwindlich sie uns auch erscheinen m├Âgen.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde daf├╝r beten, dass der Herr andere Menschen in ihrem Glauben st├Ąrke.


Quelle der Freude

28. M├Ąrz 2016

Ostermontag

P. Bertalan Egervári LC

Lk 24,13-35
Am ersten Tag der Woche waren zwei von den J├╝ngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander ├╝ber all das, was sich ereignet hatte. W├Ąhrend sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das f├╝r Dinge, ├╝ber die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hie├č Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht wei├čt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, m├Ąchtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und F├╝hrer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erl├Âsen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in gro├če Aufregung versetzt. Sie waren in der Fr├╝he beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zur├╝ckkamen, erz├Ąhlten sie, es seien ihnen Engel erschienen und h├Ątten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer f├Ąllt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift ├╝ber ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie dr├Ąngten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zur├╝ck, und sie fanden die Elf und die anderen J├╝nger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erz├Ąhlten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Einf├╝hrendes Gebet: Guter Gott, du bist auferstanden und hast uns versprochen, bei uns zu bleiben alle Tage bis zum Ende der Welt. Ich will mich in deine Gegenwart versetzen und mir bewusst machen, dass du in mir, deinem Tempel, wohnst und schon darauf wartest, dass ich mich dir zuwende. Herr, hilf mir beten.

Bitte: Herr, schenke uns deine Freude!

1. Die Freude der J├╝nger. Welch ein Gef├╝hl muss das sein, wenn jemand gerade die gr├Â├čte Niederlage seines Lebens eingesteckt hat und niedergeschlagen und ohne jede Hoffnung zu seinem fr├╝heren Leben zur├╝ckkehrt, pl├Âtzlich aber v├Âllig ├╝berrascht feststellt, dass aus der Niederlage ein umso gr├Â├čerer Sieg geworden ist! Wie uns die Schrift berichtet, kehrten die Emmaus-J├╝nger noch in derselben Stunde nach Jerusalem zur├╝ck. Ihnen war egal, dass sie gerade erst zu Hause angekommen waren oder dass es schon dunkel war. Das Einzige, was z├Ąhlte, war Jesus. Jesus lebt! Die Ern├╝chterung war einer ├╝berstr├Âmenden Freude und Begeisterung gewichen. Wir haben das alles nicht miterlebt, aber ihr lebendiges Zeugnis hat uns erreicht und der Sieg Jesu geh├Ârt ebenso uns. Herr, lass uns die Freude der Emmaus-J├╝nger nachempfinden.

2. Die Schrift. ÔÇ×Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?ÔÇť Die Heilige Schrift ist das Wort Gottes, sie ist lebendig und wirkt in allen, die sie mit suchendem Herzen h├Âren. Und sie hat tats├Ąchlich diese wunderbare Eigenschaft, dass sie unser Herz entz├╝nden und uns Begeisterung f├╝r die frohe Botschaft Jesu schenken kann. Schon der heilige Hieronymus sagte, dass Unkenntnis der Heiligen Schrift Unkenntnis Christi ist. Es lohnt sich sehr, regelm├Ą├čig in der Schrift zu lesen und den Herrn dabei um Erkenntnis zu bitten. So wird sie zu einer Quelle der Freude in unserem Leben werden.

3. 2000 Jahre sp├Ąter. Ja, die Auferstehung ist schon lange her. Aber in jeder heiligen Messe wird sie auf sakramentale Weise vergegenw├Ąrtigt. So k├Ânnen wir wirklich teilnehmen an Leiden, Tod und Auferstehung Jesu und gewisserma├čen dabei sein. Durch die Besch├Ąftigung mit der Heiligen Schrift wird auch unser Herz wirklich brennen, wenn uns der Herr ihren Sinn erschlie├čt. Es liegt in unserer Hand, diese Quellen einer tiefen inneren Freude in unserem Leben zu entdecken und nach und nach aus ihnen zu sch├Âpfen. Dem steht vor allem unsere Oberfl├Ąchlichkeit im Weg. ÔÇ×Keine ZeitÔÇť, ÔÇ×ich hab┬┤s vergessenÔÇť oder ÔÇ×ich habe einfach zu viel anderes zu tunÔÇť sind unsere typischen Ausreden. Schade, dass wir keine Zeit haben, gl├╝cklich zu sein; dass wir vergessen, zur Quelle der Freude zu gehen; dass uns so viele Verpflichtungen und Hobbys davon abhalten. Sind wir den Umst├Ąnden wirklich hilflos ausgeliefert oder fehlen uns nicht oft genug einfach der Glaube und die Entschlossenheit?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich wei├č, dass es nichts Sch├Âneres gibt, als ganz f├╝r dich zu leben. Ich wei├č, dass es wichtig ist, sich mit der Schrift zu besch├Ąftigen. Ich wei├č, dass das eucharistische Opfer Quelle und H├Âhepunkt des ganzen christlichen Lebens ist. Und doch lebe ich immer wieder anders und schaffe es nicht, meine guten Vors├Ątze in die Tat umzusetzen. Hilf mir, meine Oberfl├Ąchlichkeit zu ├╝berwinden und immer mehr so zu leben, wie es dir gef├Ąllt.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich will heute ein bis zwei Kapitel aus einem der Evangelien lesen und betend dar├╝ber nachdenken.


Furcht oder Freundschaft?

29. M├Ąrz 2016

Dienstag der Osteroktav
Hl. Ludolf von Ratzburg OPraem, Bischof
Hl. Helmstan (Helmut), Bischof

P. Bertalan Egervári LC

Mt 28,8-15
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, verlie├čen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und gro├čer Freude zu seinen J├╝ngern, um ihnen die Botschaft zu verk├╝nden. Pl├Âtzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegr├╝├čt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine F├╝├če. Da sagte Jesus zu ihnen: F├╝rchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Br├╝dern, sie sollen nach Galil├Ąa gehen, und dort werden sie mich sehen. Noch w├Ąhrend die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den W├Ąchtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese fassten gemeinsam mit den ├ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld und sagten: Erz├Ąhlt den Leuten: Seine J├╝nger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, w├Ąhrend wir schliefen. Falls der Statthalter davon h├Ârt, werden wir ihn beschwichtigen und daf├╝r sorgen, dass ihr nichts zu bef├╝rchten habt. Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Ger├╝cht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Guter Jesus, mein Freund und Erl├Âser, dir will ich diese Zeit der Betrachtung schenken. Ich will dich immer besser kennen lernen und in der Freundschaft zu dir wachsen. Ich bitte dich, sei mir nahe. Sende deinen Geist. Er m├Âge mein Gebet begleiten und mich erleuchten.

Bitte: Nimm uns die Furcht und lass uns voll Freude und Zuversicht durchs Leben gehen!

1. F├╝rchtet euch nicht. Die unerwartete Begegnung der Frauen mit Jesus ist von Furcht gepr├Ągt. Sie werfen sich zu Boden vor ihm, den sie jetzt vor allem als Sieger ├╝ber den Tod erleben. Obwohl er derselbe Jesus ist, ist er anders. Das haben auch die Emmaus-J├╝nger erfahren, die ihn lange Zeit gar nicht erkannten. Er ist jemand, dessen Macht und Herrlichkeit Furcht einfl├Â├čen k├Ânnen. Aber er sagt zu den Frauen: ÔÇ×F├╝rchtet euch nichtÔÇť. Er will nicht, dass unsere Beziehung zu ihm haupts├Ąchlich von unterw├╝rfiger Angst beherrscht wird. Nat├╝rlich ist er allm├Ąchtiger K├Ânig und Herr, aber er ist auch unser Freund und Bruder. Er nennt uns nicht mehr Knechte, sondern Freunde. Er hat sich selbst erniedrigt, um uns zu erh├Âhen. Danken wir ihm f├╝r das unsch├Ątzbare Geschenk seiner Freundschaft und lassen wir uns bewegen von diesem so au├čergew├Âhnlichen Bund, den er uns anbietet!

2. Freundschaft. Wie gehen wir mit einem Freund um? Wir verbringen gern Zeit mit ihm, sind bereit zu helfen, interessieren uns f├╝r ihn und w├╝nschen ihm nur das Beste. In seiner Gegenwart m├╝ssen wir uns nicht verstellen, sondern k├Ânnen ganz wir selbst sein, wir vertrauen ihm und sind offen und ehrlich. Ganz sicher brauchen wir bei einem Freund keine Angst zu haben. Bevor wir aber sicher sein k├Ânnen, dass jemand ein echter Freund ist, m├╝ssen wir ihn erst besser kennen lernen. Sonst bleibt immer eine Ungewissheit ├╝ber die wahren Absichten des anderen. Jesus ist wahrhaft unser Freund und m├Âchte, dass auch wir seine Freunde sind. Er m├Âchte unser volles Vertrauen, damit unsere Freundschaft immer enger wird. Dazu m├╝ssen wir ihn immer besser kennen lernen. Geben wir uns nicht mit einem reinen Kopfwissen ├╝ber ihn zufrieden, sondern bitten wir ihn immer wieder um eine lebendige Erfahrung seiner Freundschaft!

3. Liebe vertreibt die Furcht. Auch die Freundesliebe ist eine wahre Liebe, und vollkommene Liebe, so schreibt der Apostel Johannes, vertreibt die Furcht. Der vollkommenen Liebe Jesu d├╝rfen wir gewiss sein. Und im R├Âmerbrief lesen wir, dass wir nicht einen Geist empfangen haben, der uns zu Sklaven macht, so dass wir uns noch immer f├╝rchten m├╝ssten, sondern einen Geist der Kindschaft. Wir sind also aufgerufen, mit jeder Furcht in unserem Leben zu brechen, ganz besonders in unserer Beziehung zu Gott. F├╝rchten wir uns nicht vor Strafen oder vor Kreuzen, die er uns auferlegen k├Ânnte, und ebenso wenig vor unseren Schw├Ąchen und Fehlern, vor unserer S├╝ndhaftigkeit und unserem Versagen. Denn Angst und Niedergeschlagenheit hindern uns daran, ganz Gott zu geh├Âren. Er will, dass wir voll Freude und Zuversicht leben, auch mitten in der Bedr├Ąngnis. Wenn sich die Versuchung der Furcht und Niedergeschlagenheit in uns breit machen will, behaupten wir uns gegen sie, indem wir umso intensiver auf die barmherzige Liebe unseres Herrn und Erl├Âsers schauen, auf die Liebe unseres besten Freundes, der bereit war, sogar sein Leben f├╝r uns hinzugeben.

Gespr├Ąch mit Christus: Danke, Jesus, dass du mir deine Freundschaft schenkst. Lass auch viele andere Menschen entdecken, wie nahe du ihnen bist. Du m├Âchtest alle Angst von uns nehmen und uns mit tiefer Seelenfreude erf├╝llen. Gew├Ąhre uns die Gnade, dich immer besser kennen zu lernen, damit unsere Freundschaft noch fester und inniger wird.

M├Âglicher Vorsatz: Heute will ich jemandem, der niedergeschlagen ist, Mut machen.


Verr├╝ckt nach Jesus

30. M├Ąrz 2016

Mittwoch der Osteroktav
Hl. Leonard Murialdo

P. Bertalan Egervári LC

Joh 20,11-18
In jener Zeit stand Maria drau├čen vor dem Grab und weinte. W├Ąhrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in wei├čen Gew├Ąndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die F├╝├če des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich wei├č nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G├Ąrtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebr├Ąisch zu ihm: Rabbuni!, das hei├čt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Br├╝dern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den J├╝ngern und verk├╝ndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Einf├╝hrendes Gebet: Guter Gott, in deiner Gegenwart m├Âchte ich nun still werden und mich sammeln. Ich will alles andere um mich herum vergessen, um mit meinem ganzen Wesen bei dir zu sein und dir meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken.

Bitte: Herr, lehre uns lieben!

1. Die ÔÇ×armenÔÇť Engel. Man muss sich diese Szene einmal vorstellen: Da sitzen zwei Engel in ihrem strahlenden, himmlischen Glanz im leeren Grab Jesu. Zweifellos w├╝rde jeder Mensch sofort erkennen, dass es sich bei ihnen nicht um Menschen handelt, sondern um ├╝berirdische Wesen. Sie warten auf Maria Magdalena und freuen sich, ihr die frohe Botschaft von der Auferstehung zu verk├╝nden. Aber Maria sieht sie ÔÇô und dreht sich wieder um. Sie ignoriert sie fast vollst├Ąndig! Jeder andere w├╝rde entweder erschrecken und davonlaufen oder sich wundern und kleinlaut werden. Maria Magdalena ist aber so sehr auf etwas anderes fokussiert, dass sie die Engel gar nicht richtig wahrnimmt.

2. Verr├╝ckt nach Jesus. Sie ist ganz und gar darauf aus, den Leichnam Jesu zu finden. Der Gedanke, ihm die letzte Ehre zu erweisen und seinen Leichnam einzubalsamieren, beherrscht ihr ganzes Denken. Sicher war sie durch ihre Trauer und ihren Schmerz durcheinander. Sicher war sie am Boden zerst├Ârt wegen des Verlusts ihres geliebten Jesus. Aber in ihrem ganzen Handeln zeigt sich vor allem eines: Sie war verr├╝ckt nach Jesus. Obwohl sie dachte, dass alles zu Ende war, ist sie nicht wie die Emmaus-J├╝nger wieder zu ihrem fr├╝heren Leben zur├╝ckgekehrt. Sie hat sich nicht wie die J├╝nger eingeschlossen und verkrochen. Ihre Liebe ging ├╝ber den Tod hinaus. Und diese Liebe wurde belohnt. Die erste Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, von der die Evangelien berichten, ist eben diese Begegnung vor dem Grab.

3. Was die Welt von heute braucht. Die Welt von heute wird ├╝berschwemmt von allen m├Âglichen Heilslehren. Lehrer gibt es eine Menge, zum Gl├╝ck auch gute. Aber nur sehr selten hat sich jemand allein auf die Lehre hin bekehrt. Sch├Âne Lehren findet man schlie├člich ├╝berall. Was die kirchliche Lehre ├╝berzeugend wirken l├Ąsst, sind Menschen, die voll Freude ganz nach dieser Lehre leben, Menschen, die durch ihr Beispiel zeigen, dass wirklich etwas dran ist. Die Welt von heute braucht Menschen, die begeistert sind von der Frohen Botschaft, die authentisch sind, voller Freude und Frieden, die Jesus von Herzen lieben. Mit einem Wort: die verr├╝ckt sind nach Jesus, von ihm ergriffen. Wie Maria Magdalena. Und der auferstandene Jesus bietet uns allen diese Liebe an. Seien wir wie Maria Magdalena! Heute!

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, wie gro├čartig, dass du uns mit der gleichen Liebe zu dir beschenken m├Âchtest wie Maria Magdalena. Ich m├Âchte f├╝r mich, f├╝r alle Menschen, die mir nahe stehen, und f├╝r die ganze Kirche bitten, dass du uns immer mehr in diese Liebe hineinwachsen l├Ąsst. Lass uns Zeugen sein, die deine Liebe in die Welt bringen.

M├Âglicher Vorsatz: Ich will heute ganz bewusst meine Entscheidung f├╝r Jesus und meine Liebe zu ihm erneuern.


Ich bin die Auferstehung und das Leben

31. M├Ąrz 2016

Donnerstag der Osteroktav
Hl. Kornelia, M├Ąrtyrerin
Hl. Benjamin Diakon, M├Ąrtyrer

P. Bertalan Egervári LC

Lk 24,35-48
Die beiden J├╝nger, die von Emmaus zur├╝ckgekehrt waren, erz├Ąhlten den Elf und den anderen J├╝ngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten, als er das Brot brach. W├Ąhrend sie noch dar├╝ber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten gro├če Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so best├╝rzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine H├Ąnde und meine F├╝├če an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine H├Ąnde und F├╝├če. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein St├╝ck gebratenen Fisch; er nahm es und a├č es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erf├╝llung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen ├╝ber mich gesagt ist. Darauf ├Âffnete er ihnen die Augen f├╝r das Verst├Ąndnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen V├Âlkern, angefangen in Jerusalem, verk├╝nden, sie sollen umkehren, damit ihre S├╝nden vergeben werden. Ihr seid Zeugen daf├╝r.

Einf├╝hrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, und erf├╝lle mich ganz mit deiner Liebe und deinem Licht. Ich will ruhig werden und mich sammeln, um einen Dialog mit dir zu beginnen. Hilf mir, auf deine Stimme zu h├Âren, lass mich deinen Willen erkennen und gib mir die Kraft, ihn in die Tat umzusetzen.

Bitte: Nimm uns hinein in deine Auferstehung!

1. Der Auferstandene. Jesus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Der gleiche Jesus, der gestorben ist, ist auch auferstanden. Und doch ist er irgendwie anders. Die J├╝nger von Emmaus und Maria Magdalena erkennen ihn nicht, bis er sich ihnen offenbart. Er taucht auf und verschwindet, wie er will. Er ist an mehreren Orten gleichzeitig. Er hat Fleisch und Knochen, die Male der N├Ągel befinden sich an seinen H├Ąnden und F├╝├čen, er isst Fisch, und doch sind verschlossene T├╝ren und Mauern kein Hindernis f├╝r ihn. Er ist der Auferstandene, er hat den Tod besiegt. Uns nimmt er hinein in seinen Tod und seine Auferstehung. Auch wir werden eines Tages mit verkl├Ąrtem Leib den endg├╝ltigen Sieg ├╝ber den Tod genie├čen und vereint sein mit Gott und allen unseren Lieben.

2. Geschaffen f├╝r das ewige Leben. Noch ist es aber nicht so weit. Unser Leben ist voller Leid und Probleme. Da n├╝tzt es uns auf den ersten Blick wenig, dass Christus der Sieger ├╝ber S├╝nde und Tod ist, dass ihm alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden und dass er uns ewige Freude schenken m├Âchte. Das l├Âst unsere Probleme nicht unmittelbar, es nimmt die Last des Leidens nicht von unseren Schultern. Gerade in solch schwierigen Situationen klingt all das wie eine billige Vertr├Âstung auf die Zukunft. ÔÇ×Ja, ja, ich wei├č, Gott liebt mich und alles wird gutÔÇŽÔÇť Aber es ist eben doch viel mehr als ein billiger Trost! Und gerade in guten Zeiten m├╝ssen wir uns um Tiefgang bem├╝hen und uns immer fester davon ├╝berzeugen, dass wir f├╝r die ewige Freude geschaffen sind. Der Sinn unseres Lebens liegt im Erreichen der Ewigkeit mit Gott.

3. Was Jesus uns gebracht hat. Christus hat uns durch seinen Tod und seine Auferstehung mit unglaublichen Gaben beschenkt. Er befreit uns von der S├╝nde, schenkt uns den Heiligen Geist, bringt uns seinen Frieden, er lebt in uns und ist vereint mit uns. Er hat uns aber nicht schon hier auf Erden das Gl├╝ck versprochen. Er spricht von seinem Joch, von der t├Ąglichen Annahme des Kreuzes, von Verfolgungen, vom Verlieren des eigenen Lebens, um es zu gewinnen. Denn wir sind nur Pilger auf Erden. Unsere letzte Erf├╝llung k├Ânnen wir hier nicht finden. Deshalb ist es wichtig, dass wir sie auch nicht hier auf Erden suchen. Das f├╝hrt uns immer in eine Sackgasse. Es bedeutet, auf Sand zu bauen. Suchen wir Jesus und seinen Willen und sammeln wir Sch├Ątze im Himmel, dann wird sein Friede inmitten der t├Ąglichen Kreuze und Leiden mit uns sein und wir werden die ├╝berirdische Freude der Seligpreisungen am eigenen Leib erfahren.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, du bist auferstanden und hast den Tod besiegt. Du hast uns aus der Sklaverei der S├╝nde befreit und schenkst uns deine Gegenwart und deinen Frieden. Gib uns die Gnade, dass wir ganz bewusst wie Pilger auf Erden leben, deren Blick und Streben klar auf die Ewigkeit gerichtet ist. Schenke uns das ewige Leben mit dir.

M├Âglicher Vorsatz: Ich will heute ein gutes Werk tun und es als gesammelten Schatz im Himmel betrachten.


Nichts ist vergebens

1. April 2016

Freitag der Osteroktav
Hl. Irene und Agape, M├Ąrtyrerinnen
Hl. Hugo von Grenoble, Bischof

P. Bertalan Egervári LC

Joh 21,1-14
In jener Zeit offenbarte Jesus sich den J├╝ngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natana├źl aus Kana in Galil├Ąa, die S├Âhne des Zebed├Ąus und zwei andere von seinen J├╝ngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die J├╝nger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der J├╝nger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus h├Ârte, dass es der Herr sei, g├╝rtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen J├╝nger mit dem Boot - sie waren n├Ąmlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundf├╝nfzig gro├čen Fischen gef├╝llt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den J├╝ngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den J├╝ngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist der auferstandene Herr, du bist unser Freund und Bruder. Deine Barmherzigkeit kennt keine Grenzen. Alles Gute in meinem Leben kommt von dir. Das will ich nicht nur in Gedanken oder mit Worten bekennen, sondern dir daf├╝r von ganzem Herzen danken. Von neuem will ich dir meine ganze Liebe schenken und alles, was ich kann, in dieses Gebet hineinlegen.

Bitte: Gib uns Vertrauen und Geduld!

1. Im Team. Nach seiner Auferstehung hat sich Jesus den J├╝ngern mehrmals offenbart. Aber der Abschied aus dem gewohnten Leben ist f├╝r sie noch nicht vollst├Ąndig vollzogen. So gehen sie immer noch zeitweilig ihren fr├╝heren Gesch├Ąften nach: Sie gehen fischen. Gemeinsam machen sie sich an die Arbeit, gemeinsam sind sie erfolglos. Sie haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Dann bekommen sie eine Anweisung, die eigentlich l├Ącherlich klingt und deren Befolgung keinen Erfolg verspricht. Aber das Unglaubliche geschieht, wie schon fr├╝her. Das Netz ist voller Fische, viel mehr als sonst. Und wieder ist es Johannes, der als erster merkt, was los ist. Gut f├╝r die anderen, dass er dabei ist, sonst h├Ątten sie diesen Moment der Gnade vielleicht verpasst. Jeder Mensch hat seine besonderen St├Ąrken und Schw├Ąchen. Allein kommen wir oft nicht weit. Wir brauchen die Gemeinschaft, in der jeder sich einbringt zum Wohle aller.

2. Die rechte Seite. Irgendwie h├Ątte den J├╝ngern alles bekannt vorkommen sollen. Die ganze Nacht arbeiteten sie umsonst, dann pl├Âtzlich ein wunderbarer Fischfang. Sicher haben sie nach diesem Ereignis viel dar├╝ber nachgedacht, wieso der Herr es so wollte. Wieso sollten sie sich die ganze Nacht umsonst abm├╝hen, damit Jesus ihnen dann am Morgen alles ÔÇ×nachwirftÔÇť? H├Ątte man das nicht auch einfacher haben k├Ânnen? Es sollte f├╝r sie eine Lektion sein, dass Jesus sie begleitet, auch wenn er nicht pers├Ânlich im Boot ist. Und nicht nur das. Er m├Âchte helfen und ihre Arbeit mit Erfolg kr├Ânen. Damit sich die J├╝nger aber den Erfolg nicht selbst zuschreiben, scheint der Herr Gefallen daran zu finden, dass sie sich manchmal v├Âllig umsonst abm├╝hen, damit hinterher umso klarer ist, dass er allein den Erfolg schenkt. Das gilt auch f├╝r uns heute. Jesus m├Âchte von uns nur, dass wir uns M├╝he geben. Der Erfolg h├Ąngt von ihm ab.

3. Sein oder unser Erfolg? Haben denn die J├╝nger irgendetwas beigetragen zum wunderbaren Fischfang? War nicht alles Werk Jesu? Letztlich steckt Jesus hinter jedem Erfolg, besonders was Glaubensdinge und das ├╝bernat├╝rliche Leben in den Seelen anbetrifft. Das sollte immer klar bleiben. Aber genauso notwendig war es, dass die J├╝nger vorher die ganze Nacht gearbeitet haben. Wenn sie gar nicht begonnen oder auf halbem Wege aufgegeben h├Ątten, w├Ąre auch das Wunder ausgeblieben. So sind unsere Bem├╝hungen auf gewisse Weise ebenso notwendig wie das Wirken Gottes. Gerade das ist das Sch├Âne. Wir d├╝rfen teilnehmen am Werk Gottes. Wir d├╝rfen arbeiten, die Netze auswerfen, die Fische fangen und an Land ziehen und am Schluss sogar die Freude und Genugtuung versp├╝ren, dass wir das alles ja tats├Ąchlich getan haben. Gott l├Ąsst uns diese Freude. Er erhebt uns zu seinen Mitarbeitern.

Gespr├Ąch mit Christus: Guter Gott, hilf uns, immer auf deinen Wegen zu gehen und uns von deinem Geist f├╝hren zu lassen. Gib uns die Bereitschaft und die Kraft, uns f├╝r dich einzusetzen und nicht aufzugeben, wenn unsere Bem├╝hungen erfolglos bleiben. St├Ąrke unsere Geduld und unser Vertrauen und gib uns die Gewissheit, dass keine erfolglose Nacht ohne Frucht bleibt f├╝r das ewige Leben.

M├Âglicher Vorsatz: Ich werde heute einen Dienst ganz und gar gratis, einfach ÔÇ×f├╝r GotteslohnÔÇť tun.


Verk├╝nder des Evangeliums

2. April 2016

Samstag der Osteroktav
Hl. Franz von Paola
Hl. Eustasius, Abt

P. Bertalan Egervári LC

Mk 16,9-15
Als Jesus am fr├╝hen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben D├Ąmonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie h├Ârten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Sp├Ąter erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verk├╝ndet das Evangelium allen Gesch├Âpfen!

Einf├╝hrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erleuchte die Augen meines Herzens. Lass mich erkennen, was du von mir willst, und hilf mir, auf deinen Wegen zu gehen. Mach mich zu deinem Werkzeug und wirke trotz all meiner Schw├Ąchen und Fehler.

Bitte: Sende Arbeiter in deine Ernte!

1. Unglaube und Verstocktheit. Man liest sehr selten in den Evangelien, dass Jesus irgendjemanden tadelt. Wenn doch, so liegt das fast immer an einem Mangel an Glauben. Sicher bedeutet diese Kritik Jesu nicht, dass man glaubw├╝rdigen Leuten jede noch so seltsame Nachricht abnehmen soll. Aber auf jeden Fall beanstandet er, dass die J├╝nger ihm selbst nicht geglaubt haben. Sie hatten zahllose Wunder miterlebt, sie hatten die Ank├╝ndigungen ├╝ber seinen Tod geh├Ârt, sie hatten sogar gesehen, wie er Tote erweckt hat. Wie konnte es da so schwer sein zu glauben, dass der menschgewordene Gott sich sein eigenes Leben zur├╝cknimmt und von den Toten aufersteht? Scheinbar ist es gerade der Unglaube gegen├╝ber dem Wort, das uns rettet, der uns am meisten schadet.

2. Jesus erscheint. Wieso erscheint Jesus erst Maria Magdalena, dann den J├╝ngern von Emmaus und dann erst den Aposteln? Und wieso erscheint er nicht ├Âffentlich im Tempel, sondern nur einigen wenigen? Jedenfalls nicht, damit diese wenigen nun ein gl├╝ckliches Leben f├╝hren k├Ânnen, ohne sich um den Rest der Welt zu sorgen. Nein, sein Erscheinen ist automatisch verbunden mit einem Auftrag: seine Auferstehung zu verk├╝nden. Sicher bedeutet es auch eine pers├Ânliche St├Ąrkung, aber die Verbindung mit dem Auftrag der Verk├╝ndigung ist eindeutig: ÔÇ×Geh zu meinen Br├╝dern und sag ihnenÔÇŽÔÇť, ÔÇ×Geht hinaus in die ganze Welt und verk├╝ndetÔÇŽÔÇť, ÔÇ×Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euchÔÇť.

3. Soll auch ich verk├╝nden? Es ist interessant, danach zu forschen, was Jesus nach seiner Auferstehung gesagt hat. Wenn man die vier Evangelien durchsieht, ist es nicht allzu viel. Das zentrale Element ist sicherlich die Verk├╝ndigung des Evangeliums. Bei Matth├Ąus lautet der Auftrag an seine J├╝nger: ÔÇ×Darum geht zu allen V├Âlkern, und macht alle Menschen zu meinen J├╝ngernÔÇť. Alle Menschen sollen also seine J├╝nger werden; J├╝nger ist, wer ihm nachfolgt; und Nachfolge schlie├čt die Verk├╝ndigung mit ein. So sind alle Christen gerufen, das Evangelium nicht nur selbst zu leben, sondern auch weiterzugeben. Wichtig ist dabei nicht, dass andere uns glauben. Jesus hat auch Maria Magdalena zu den Aposteln gesandt, obwohl er wusste, dass sie ihr nicht glauben w├╝rden. Wenn Jesus sie trotzdem gesandt hat, dann weil ihm die Verk├╝ndigung an sich wichtig ist. Dass auch sie dabei gar nicht besonders erfolgreich sein musste, nimmt noch heute eine gro├če Last von uns.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, ich will dir danken, dass du uns ewiges Leben schenkst. So hat unser Leben einen Sinn und ewige Freude wartet auf uns. Hilf uns, allezeit dir und deinem Wort zu glauben und nimm jede Verstocktheit des Herzens von uns. Mach uns stattdessen zu frohen Verk├╝ndern deines Evangeliums.

M├Âglicher Vorsatz:  Ich will heute einem Menschen erz├Ąhlen, wie sch├Ân es ist, mit dir zu leben.