Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. Februar bis Samstag 5. MĂ€rz 2016

Dritte Woche in der Fastenzeit

Br. Robert Wills LC

Jesus, mein FreundSonntag
Christus in Freiheit liebenMontag
Gerechter und Barmherziger GottDienstag
Auf ein Neues!Mittwoch
Dein Reich komme!Donnerstag
Die kĂŒrzeste ZusammenfassungFreitag
Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöhtSamstag


Jesus, mein Freund

28. Februar 2016

Dritter Sonntag in der Fastenzeit
Oculi

Br. Robert Wills LC

Lk 13,1-9
Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den GalilĂ€ern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese GalilĂ€er SĂŒnder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen GalilĂ€er aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Und er erzĂ€hlte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er FrĂŒchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem WeingĂ€rtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum FrĂŒchte trĂ€gt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der WeingĂ€rtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und dĂŒngen. Vielleicht trĂ€gt er doch noch FrĂŒchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du wirklich bei mir bist. Ich vertraue auf dich, auf deine Barmherzigkeit. Ich liebe dich um deiner selbst willen.

Bitte: Jesus, bitte öffne meiner Seele Aug und Ohr, damit ich hören und erkennen kann, was du mir heute sagen willst.

1. Wahre Freunde sagen die Wahrheit, auch wenn sie hart klingt. Wer in dieser Welt sĂŒndigt, scheint dafĂŒr oft keine Konsequenzen tragen zu mĂŒssen. Liegt das an Gottes Barmherzigkeit? Heute stellt Jesus klar, dass alle, die sĂŒndigen, auf dramatische Weise umkommen werden, vielleicht nicht durch die Hand der Menschen oder ein UnglĂŒck, aber wenn sie sich nicht bekehren, wird ihrer Seele Dramatisches zustoßen. Jesus sagt uns die Wahrheit. Bedenken wir doch: Die SĂŒnde kann nie inneren Frieden schenken, sie kann uns niemals jene FĂŒlle und jenen Sinn vermitteln, den uns die Gnade und ein rechter Wandel vor Gott schenken. Jesus möchte nicht, dass unsere Seele Schaden nimmt. Ein gutes Leben verlangt Geduld und Einsatz, genau wie die Arbeit im Garten, aber es lohnt sich wirklich. DafĂŒr sind wir geschaffen.

2. Leben in FĂŒlle (Johannes 10,10). Jesus ist gekommen, um uns einen neuen Zugang zum Himmel zu erschließen, Erlösung in FĂŒlle. Er hat uns aber nicht nur einen Zugang eröffnet, wie vielleicht ein Prophet, sondern er hat den „Weg“ mit sich gebracht. Er ist selber der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und weil er das Leben ist, kann unser Leben nur dann Frucht bringen, wenn es mit Christus vereint ist. Das ist eine Wahrheit, auf die wir uns mehr verlassen können, als auf das Eintreten einer chemischen Reaktion oder auf ein rechnerisches Resultat wie 2+2=4. Manchmal vergessen wir das oder wir zweifeln daran, weil die FrĂŒchte der Erde bisweilen ausbleiben. Mit den FrĂŒchten des Geistes verhĂ€lt es sich aber anders: Sie stellen sich mit Gewissheit ein. Der heilige Paulus nennt die Folgenden: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, GĂŒte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Gal 5,22-23).

3. Die Barmherzigkeit und die Geduld Gottes. Es tut gut, sich daran zu erinnern, dass Gott nach einem anderen Maßstab misst und mit einem anderen Zeitplan arbeitet als wir. Wenn man Gott verstehen will, muss man seine Augen immer offen halten fĂŒr seinen Zeitplan, der Barmherzigkeit und Geduld einschließt: „Beim Herrn sind ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr zögert nicht mit der ErfĂŒllung seiner Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerungen reden; er ist nur geduldig mit euch, er will nicht, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren“ (2 Petr 3,8-9). DarĂŒber hinaus heißt es in Psalm 103: Der Herr „handelt an uns nicht nach unsern SĂŒnden (Ps 103,10). Die heilige Theresia von Lisieux hat uns auch ein wunderbares Gleichnis hinterlassen, das diesen Sachverhalt beschreibt: „Ein König, der auf die Jagd gegangen war, verfolgte einen weißen Hasen. Seine Hunde hatten ihn schon fast eingeholt. In diesem Augenblick kehrte der kleine Hase, der sich bereits verloren glaubte, plötzlich um und sprang in die Arme des JĂ€gers. Dieser war ĂŒber so viel Vertrauen betroffen und wollte sich von dem weißen Hasen nicht mehr trennen. Niemandem erlaubte er, ihn anzupacken, und behielt sich die Sorge fĂŒr seine Nahrung vor. Genauso wird sich Gott uns gegenĂŒber verhalten, wenn wir, verfolgt von der Gerechtigkeit - versinnbildlicht durch die Hunde -, Zuflucht in den Armen unseres Richters suchen.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie gut bist du! Du bist mein bester Freund, der mich nie im Stich lĂ€sst. Danke fĂŒr deine Treue. Du kennst mich durch und durch. Du kennst meine SchwĂ€chen und StĂ€rken besser als ich. Erinnere mich daran, wie schön ein gemeinsames Leben mit dir ist.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich mehr auf Jesu Barmherzigkeit vertrauen. Wenn ich heute einen Fehler begehe, werde ich mich ganz einfach an ihn wenden, wie dieser kleine Hase. Ich schenke ihm mein Vertrauen stellvertretend fĂŒr andere, die Angst haben, das zu tun.


Christus in Freiheit lieben

29. Februar 2016

Montag der dritten Woche in der Fastenzeit
Hl. Oswald von York, Erzbischof
Hl. Antonia von Florenz OSCI, Oberin

Br. Robert Wills LC

Lk 4,24-30
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel fĂŒr drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot ĂŒber das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele AussĂ€tzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstĂŒrzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du wirklich bei mir bist. Ich vertraue auf dich, auf deine Barmherzigkeit. Ich liebe dich um deiner selbst willen.

Bitte: Jesus, bitte öffne meiner Seele Aug und Ohr, damit ich erkenne, wer du wirklich bist. Du hast mich geschaffen, damit ich dich kenne und liebe, aber ich kann dich nicht kennen, wenn du dich mir nicht offenbarst. Bitte hilf mir, dich ein bisschen besser kennenzulernen, und deine Liebe mit Liebe zu beantworten.

1. Unerkannt. Die Lesung von heute stellt uns zwei große Geheimnisse vor Augen: die Freiheit Gottes und die Freiheit der Menschen. Es ist schwer fĂŒr uns zu begreifen, warum diese Menschen Jesus nicht erkannt haben. Aber wĂŒrden wir vielleicht an ihrer Stelle den gleichen Fehler gemacht haben? Diese Leute waren diejenigen, die eigentlich hĂ€tten glauben sollen, eben Juden, die jede Woche zu Synagoge gingen. Kommt uns das vielleicht bekannt vor? Was ist passiert? Sehr wahrscheinlich waren sie so an Gottes Geschenke gewöhnt, dass sie Gott selbst vergessen hatten, Ă€hnlich wie der Ă€ltere Sohn in dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,25-32). Wir mĂŒssen immer wieder eine lebendige Beziehung zu Gott pflegen, eine, bei der wir nicht vergessen, etwas von ihm zu erbitten, ihm dankzusagen und gute Dinge von ihm zu erwarten, nicht weil wir sie verdienen, sondern weil er durch und durch gut ist.

2. Gott meint es persönlich mit mir. Es ist sehr leicht, etwas Negatives persönlich zu nehmen (beleidigt zu sein usw.), schwieriger ist es und tugendhaft, etwas Positives als persönlich von Gott kommend anzunehmen. Es ist Jesu Art, ganz persönlich zu sein. Er ist der Gute Hirte, der die neunundneunzig Schafe in der Steppe zurĂŒcklĂ€sst, um das eine verlorene Schaf zurĂŒckzugewinnen. Die Neunundneunzig sollen die Engel im Himmel gewesen sein, die der Sohn Gottes verlassen hat, um das eine Schaf, den Menschen auf Erden, zu retten. Und wie der einzelne Mensch in Christus sein Heil finden kann, steht schon im Prolog des Johannesevangeliums: „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Johannes 1,10-12). Der Herr lĂ€dt jeden persönlich ein, durch die Taufe in diese Kind-Gottes-Beziehung hineinzuwachsen, sich von der heiligen Kommunion zu ernĂ€hren und das, was uns von ihm und von den anderen trennt, durch die Beichte wegzunehmen.

3. Jesus ist frei und befreit. Es ist interessant, diese Stelle des Evangeliums mit Getsemani zu vergleichen, wo Jesus ausgeliefert wurde. In beiden FĂ€llen ist Jesus ganz frei und fĂ€hig, den Tod zu meiden. In Getsemani hat er sogar gesagt, „Glaubst du nicht, mein Vater wĂŒrde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darum bitte?“ (Mt 26,53). Auch der Priester spricht wĂ€hrend der heiligen Messe im Hochgebet kurz vor der Wandlung die Worte, „Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf
“ Je freier man ist, umso mehr kann man lieben, umso mehr sich ausliefern, sich fĂŒr andere einsetzen. Jesus will, dass auch wir die Freude der Liebe erfahren und dazu muss er uns von unserem Egoismus befreien.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr deine große Liebe zu mir und zu allen Menschen! Es ist schwer zu fassen, wie groß deine Liebe ist. Hilf mir, daran zu glauben! Bewahre mich vor der Blindheit des Unglaubens, die zu deinem Tod gefĂŒhrt hat. Du bist gekommen, um mir deine Liebe zu schenken, so bitte ich dich, gib mir mehr und mehr Glauben an sie.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich das Geschenk meiner Freiheit besser nutzen. Wenn ich heute lieber einer meiner Pflichten aus dem Weg gehen will, werde ich sie umso entschlossener erfĂŒllen, nicht wie ein Sklave, der unfrei ist, sondern wie ein Kind Gottes, das sich frei entscheidet, zu lieben.


Gerechter und Barmherziger Gott

1. MĂ€rz 2016

Dienstag der dritten Woche in der Fastenzeit
Hl. Albin OSB, Bischof
Hl. Roger, Erzbischof

Br. Robert Wills LC

Mt 18,21-35
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versĂŒndigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurĂŒckzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurĂŒckzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, wĂŒrgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurĂŒckzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins GefĂ€ngnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die ĂŒbrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrĂŒbt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. HĂ€ttest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben mĂŒssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn ĂŒbergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du wirklich bei mir bist. Ich vertraue auf dich, auf deine Barmherzigkeit. Ich liebe dich um deiner selbst willen.

Bitte: Jesus, bitte öffne meiner Seele Aug und Ohr, damit ich hören und erkennen kann, was du mir heute sagen willst.

1. ZĂ€hle nicht! Jesus lĂ€dt uns ein zu lieben, wie er uns geliebt hat (Johannes 13,34). Ganz konkret bedeutet das, auch so zu vergeben, wie er uns vergeben hat. Wenn jemand uns verletzt hat, wĂŒrden wir es ihm vielleicht am liebsten „heimzahlen“. Jesus aber fĂŒhrt uns vor Augen, dass er nach anderen MaßstĂ€ben handelt, nĂ€mlich nach seiner grenzenlosen Barmherzigkeit. Wenn es uns schwer fĂ€llt, jemandem zu vergeben, sollten wir weniger auf diese unsere UnfĂ€higkeit als auf die Barmherzigkeit Gottes schauen. Wir sollten uns fragen: Jesus, wie oft hast du mir vergeben? Wie oft bin ich zur Beichte gegangen? Wie viele SĂŒnden kamen da zur Sprache? Viel mehr als ich zĂ€hlen kann! Wir sollten aber auch vertrauen, denn es gibt nichts, das er nicht vergeben wĂŒrde, auch in Zukunft, wenn ich mit aufrichtiger Reue zu ihm komme.

2. Umsonst habt ihr erhalten.  Die Barmherzigkeit ist ein Geschenk Gottes. Er gibt sie uns ganz frei und „kostenlos“, aber ihn selbst kostet sie durchaus etwas. Jesus hat den Preis fĂŒr unsere SĂŒnden bezahlt, durch die wir bei Gott so tief verschuldet waren, dass nur er selbst sie wiedergutmachen konnte. Wie wir wissen, hat Gott Vater aufgrund des stellvertretenden Opfers Christi diesen Schuldschein zerrissen und ans Kreuz geheftet.

3. Umsonst sollt ihr geben! Man könnte sagen, dass wir uns vor unserer Erlösung in einem noch schlechteren Zustand als dieser Sklave aus dem Evangelium befanden (obwohl zehntausend Talente ĂŒberaus viel Geld waren). Wenn wir also nicht so handeln wĂŒrden wie unser König, der König der Barmherzigkeit, wĂ€re das ein großes Unrecht. Wir wĂŒrden die neue Chance und das Leben, das wir als Geschenk erhalten haben, vergeuden und wĂ€ren zutiefst undankbar.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr deine Barmherzigkeit. Danke dass du uns nicht nach unsern SĂŒnden behandelst (Ps 103,10). Hilf mir, auch so zu handeln wie du, damit andere an mir das charakteristische Merkmal erkennen können, das mich im Geiste zu deinem Kind macht: die Barmherzigkeit.

Möglicher Vorsatz: Wenn ich heute versucht bin, ĂŒber jemanden zu richten, werde ich zumindest in Gedanken zwei positive Aspekte an dieser Person erwĂ€gen.


Auf ein Neues!

2. MĂ€rz 2016

Mittwoch der dritten Woche in der Fastenzeit
Hl. Agnes von Böhmen OSCI, Äbtissin
Hl. Karl der Gute, MĂ€rtyrer

Br. Robert Wills LC

Mt 5,17-19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfĂŒllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hĂ€lt und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube dass du wirklich bei mir bist. Ich vertraue auf dich, auf deine Barmherzigkeit. Ich liebe dich um deiner selbst willen.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, nimm die kleinen Ängste weg, die mir deine Gerechtigkeit einflĂ¶ĂŸt. Anstatt dieser, gib mir Vertrauen auf deine Barmherzigkeit.

1. Das „nagel-Neue“ Testament. Jesus bringt viel mehr mit sich als eine neue Lehre, tatsĂ€chlich ist er selber der Lehrer und die Lehre! Man könnte sagen, das Evangelium ist die Mitschrift von seinen Lehren in der Schule des Lebens. Beim Lesen der Heiligen Schrift und beim Beten geht es nicht darum, Prinzipien und Regeln auswendig zu lernen, sondern eine Beziehung mit dem lebendigen Gott aufzubauen und zu fördern. Mit dem Christentum wird die Religion auf ein ganz anderes Niveau erhoben. Sie baut auf der lebendigen Grundlage des Judentums auf und entwickelt den darin enthaltenen Ruf Gottes zur vollen BlĂŒte, bringt alles auf eine neue Ebene. Der heilige Johannes beschreibt diese Neuigkeit: „Aus seiner FĂŒlle haben wir alle empfangen, Gnade ĂŒber Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus“ (Joh 1,16-17). Er gibt uns die ganze Wahrheit, sich selbst, und damit auch die Gnade und Kraft, ein so hohes Ideal anzustreben.

2. Ein Fach. Jesus zeigt uns, dass das einzige Fach in seiner Schule die Liebe ist, die wahre Liebe. Sein Lehrplan ist auch ziemlich einfach: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht (Mt 11,29-30). In seiner „Schule“, oder in seinem Reich geht es nicht um Wissen und gute Noten, sondern vielmehr darum, ihn kennenzulernen, von Herz zu Herz, seine Liebe zu erfahren und durch sie verwandelt zu werden.

3. Auf neue Weise handeln. Er möchte nicht, dass wir nur EmpfĂ€nger sind, sondern echte JĂŒnger, die ihm folgen. Er will, dass wir wie er handeln oder besser gesagt, dass er durch uns handelt, damit mehr und mehr Menschen diese Erfahrung machen und seine JĂŒnger werden. Manchmal sind wir voreilig, wollen andere nachĂ€ffen und gleich zum Apostolat ĂŒbergehen. Aber das Wesentliche ist die persönliche Begegnung mit dem Herrn im Gebet und in den Sakramenten. Nichts kann das ersetzen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr deine unendliche Liebe! So viele Menschen kennen dich gar nicht oder haben ein falsches Bild von dir, von dem, was du eigentlich gelehrt hast. Ich bin manchmal auch einer von diesen Menschen. Hilf mir, ein echter Apostel zu sein. Bevor ich das neue Gebot der Liebe, andere zu lieben, wie du mich geliebt hast, leben kann, muss ich erfahren, wie du mich geliebt hast. Ich weiß, dass du mir schon tausende Male deine Liebe gezeigt hast, aber ich bitte dich, es einmal mehr zu tun. Bitte zeige mir, wie du mich geliebt hast, und wo ich manchmal fĂŒr deine Liebe blind bin.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute einfach mit Jesus ein bisschen mehr sprechen, besonderes in den schwierigen Momenten. Ich möchte mich im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe daran erinnern, dass ich jemandem nachfolge, der lebt und lebendig ist.


Dein Reich komme!

3. MĂ€rz 2016

Donnerstag der dritten Woche in der Fastenzeit
Hl. Islav, Bischof von Island
Hl. Friedrich OPraem, Abt

Br. Robert Wills LC

Lk 11,14-23
In jener Zeit trieb Jesus einen DĂ€mon aus, der stumm war. Als der DĂ€mon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem AnfĂŒhrer der DĂ€monen, treibt er die DĂ€monen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stĂŒrzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die DĂ€monen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die DĂ€monen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure AnhĂ€nger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die DĂ€monen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein StĂ€rkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der StĂ€rkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht fĂŒr mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du gĂŒtig und allmĂ€chtig bist. Ich hoffe auf deine GĂŒte und weiß, dass du mich nie enttĂ€uschen wirst. Ich liebe dich, weil du mich zuerst geliebt hast!

Bitte: Jesus, hilf mir, mich mehr und mehr fĂŒr dein Reich einzusetzen.

1. Zu Jesu Team gehören. Jesus beweist seine Macht durch die Austreibung der bösen Geister. Er zeigt uns auch auf, wo die Frontlinien verlaufen. Es ist nicht möglich, auf beiden Seiten zu kĂ€mpfen. Ja, wir sind freie Menschen auf dem Spielfeld dieser Erde. Durch seinen definitiven Sieg ĂŒber den Tod und das Böse, den er durch das Kreuz und die Auferstehung errungen hat, wissen wir, dass man nur gewinnen kann, wenn man zu seiner Mannschaft gehört.

2. Der StĂ€rkere. Jesus ist der stĂ€rkere Mann, der Sicherheit gibt. Die DĂ€monen fĂŒrchten ihn, wenn wir uns in seiner Kraft gegen sie wenden. Wenn wir durch ein demĂŒtiges Leben des Gebets und der Liebe mit Jesus verbunden sind, haben sie ĂŒberhaupt keine Chance. Er treibt die DĂ€monen einfach durch seine Gegenwart aus, mit seinem Wort, mit dem Finger Gottes. Mit dem heiligen Paulus können wir fragen: „Was kann uns von der Liebe Christi trennen?“ (Röm 8,36) Viel Sicherheit strahlt seine Antwort aus: „Ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch MĂ€chte, weder GegenwĂ€rtiges noch ZukĂŒnftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus ist, unserem Herrn“ (Röm 8,38).

3. König der Einheit und der Freiheit. Jesus zeigt, dass das Reich Gottes schon gekommen ist. Seine Macht benutzt er jedoch auf ganz andere Weise als die DĂ€monen, die den Menschen Kraft entziehen wie das Unkraut in einem Garten. Jesus hingegen ist gekommen, um zu geben, um sein Reich in den Seelen wiederherzustellen, ein Reich, von dem ĂŒbernatĂŒrliche Heilung und Kraft ausgehen. Er will niemanden zwingen, sondern lĂ€dt uns ein, uns fĂŒr sein Reich zu entscheiden. Er ist der Autor des Lebens, der Harmonie, der Einheit. Er nimmt die Natur und baut mit seiner Gnade auf sie auf. Das Böse richtet sich gegen die Natur, bedient sich der LĂŒge, trennt den Menschen von Gott, spaltet die Persönlichkeit und trennt uns voneinander.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, es macht mich ein bisschen unruhig, vom Teufel zu hören. Ich sehe mehr und mehr, dass er ziemlich viel Macht hat in dieser Welt. Aber du zeigst mir, dass du das letzte Wort hast. Herr, lass niemals zu, dass ich von dir getrennt werde. Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Gib mir alles, was mich dir nĂ€her bringt. Mach mich ganz dir zu eigen!

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute ein Werkzeug seines Friedens sein! Wo gibt es Bereiche in meinem Leben, in denen ich Frust oder Entmutigung spĂŒre? Mit Vertrauen will ich diese Situationen aufopfern. Ich bitte Jesus darum, mir zu zeigen, ob ich bestimmte Dinge verbessern könnte, um einen kleinen Schritt vorwĂ€rts zu tun in Richtung Frieden und Harmonie.


Die kĂŒrzeste Zusammenfassung

4. MĂ€rz 2016

Freitag der dritten Woche in der Fastenzeit
Weltgebetstag
Hl. Kasimir von Polen
Hl. Walburga
Hl. Rupert OSB, Abt

Br. Robert Wills LC

Mk 12,28b-34
In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das Erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist grĂ¶ĂŸer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den NĂ€chsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit VerstĂ€ndnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du wirklich bei mir bist. Ich vertraue auf dich, auf deine Barmherzigkeit. Ich liebe dich um deiner selbst willen.

Bitte: Jesus, bitte öffne meiner Seele Aug und Ohr, damit ich hören und erkennen kann, was du mir heute sagen willst.

1. Alles in allem: Liebe. Jesus fĂŒhrt seine Zuhörer Schritt fĂŒr Schritt in sein neues Gebot der Liebe ein. Schon frĂŒher einmal hatte er gesagt, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um sie zu erfĂŒllen (Mt 5,17). An einer Ă€hnlichen Stelle sagt er auch: „An diesen beiden Geboten hĂ€ngt das ganze Gesetz samt den Propheten“ (Mt 22,40). Alles geht um die Liebe – Liebe zu Gott und Liebe zu den Menschen. Diese zwei Gebote sind wie die zwei Seiten von ein und derselben MĂŒnze. Wieso? Gott hat uns als sein Abbild geschaffen, als Abbild der Liebe. Einfach weil Gott die Liebe ist, kann er nur lieben, und deswegen sollten auch wir alles, was wir erfahren, vor diesem Hintergrund der Liebe betrachten. Im Umgang mit allen Geschöpfen, besonders mit dem Menschen, eröffnet sich uns deswegen auch ein Weg, ein konkrete Möglichkeit, um Gott „direkt“ zu lieben (vgl. Mt 25,40 – Was ihr fĂŒr einen meiner geringsten BrĂŒder getan habt, das habt ihr mir getan). Die Heilige Dreifaltigkeit ist ein ewiger „Tanz“ des Empfangens und Gebens der Liebe, und der schnellste und kĂŒrzeste Weg zu Gott ist die Liebe.

2. Höre Israel!  Manchmal vergessen wir, dass diese Worte nicht nur ein Teil der Einleitung dieses Gebotes sind, sondern fest zu seinem Inhalt gehören. Das Buch der Weisheit weist mehrere Male auf die Gefahr hin, zu sprechen, ohne vorher gehört zu haben (Weish 18,13). Es tut uns gut, auf Gott und seine Worte zu hören. Es gibt uns eine natĂŒrliche Sicherheit, die auf der Tatsache beruht, dass das Wichtigste im Leben nicht von uns abhĂ€ngt, sondern von ihm, seinem Wort, seiner Liebe.

3. Höre den Menschen zu! Es ist auch sehr wichtig, dass wir unsere Mitmenschen achten und ihnen zuhören, weil Gott oft durch Menschen spricht, denen wir nicht so gerne zuhören (Weish 21,13). Eine Herzenseinstellung der Offenheit und des Zuhörens ist oft ein gutes Maß, um zu testen, ob unsere Herzen auch offen sind fĂŒr Gott. Wie der heilige Johannes geschrieben hat: „Wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht“ (1 Joh 4, 20).

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du vom Himmel her gekommen bist, um uns die Liebe deines Vaters zu offenbaren. Eure Liebe ĂŒbersteigt meinen Verstand, darum bitte ich dich, mein Herz zu erleuchten. Entflamme mein Herz mit deiner Liebe. ErzĂ€hle mir von deiner Liebe, und lass mich dir gut zuhören.

Möglichere Vorsatz: Heute möchte ich Jesus lieben, indem ich die Menschen liebe, die mir begegnen. Manchmal fĂ€llt es mir so schwer zu erkennen, dass er in diesen Menschen ist, aber der Glaube gibt mir diese Gewissheit. Ich bitte Gott um den Glauben, ihn in allen Menschen zu sehen. Aber auch wenn ich ihn nicht sehen kann, will ich trotzdem lieben.


Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht

5. MĂ€rz 2016

Samstag der dritten Woche in der Fastenzeit
Hl. Dietmar, Bischof
Hl. Olivia von Brescia, MĂ€rtyrerin

Br. Robert Wills LC

Lk 18,9-14
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit ĂŒberzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei MĂ€nner gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein PharisĂ€er, der andere ein Zöllner. Der PharisĂ€er stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die RĂ€uber, BetrĂŒger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir SĂŒnder gnĂ€dig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurĂŒck, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du kennst mich durch und durch. Weil du mir schon deine Barmherzigkeit offenbart hast, wage ich, zu dir zu kommen, meine Augen zu dir zu erheben.

Bitte: Jesus, sende mir deinen Geist der Wahrheit. Gib mir die Kraft, die Wahrheit anzunehmen. Nur die Wahrheit macht uns frei.

1. Vor Gott sind wir alle gleich. Dieses Gleichnis ist besonders traurig, denn gerade die PharisĂ€er hĂ€tten ihren Zeitgenossen mit gutem Beispiel vorangehen sollen (wie z.B. Priester oder Gottgeweihte heutzutage). Echte NĂ€he zu Gott fĂŒhrt nie dazu, dass wir andere „verachten“, sondern im Gegenteil dazu, dass wir das Gute in jedem schĂ€tzen und das „innere Heiligtum“ (Hl. Theresia vom Kinde Jesu), wo Gott in jeder Person wohnt, im Auge behalten. Bitten wir Gott darum, dass er die Augen unseres Herzens reinigt, damit wir die anderen und uns selbst so sehen, wie er uns sieht. Er freut sich ĂŒber jeden von uns (Zef 3,17). Er freut sich auch ĂŒber jeden kleinen Sieg, ĂŒber jeden verlorenen Sohn bzw. Tochter (wir sind alle SĂŒnder - vgl. 1 Joh 1,10), der/die sich ihm zuwendet. Als sie noch sehr klein war, hat die heilige Theresia bemerkt, dass ihr Vater ihr viel leichter vergab, wenn sie sich selber anklagte. Gott handelt auch so.

2. Die Einfachheit der Kinder. Weil Kinder so einfach sind, hat Jesus oft gesagt, wir alle sollten uns an ihnen ein Beispiel nehmen. Er geht sogar so weit zu behaupten: „Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen“ (Lk 18,17). Wenn so eine kleine Seele etwas bereut, dann bereut sie es von ganzem Herzen (inklusive TrĂ€nen und alles), ohne Hintergedanken. Auch wenn sie sich freut, freut sie sich ganz.

3. Zwei wichtige Worte. Manchmal sind wir in unserer Beziehung zu Gott auch kompliziert, machen zu viele Worte oder denken zu viel, anstatt mit ihm ein vertrautes GesprĂ€ch von Herz zu Herz zu fĂŒhren. Zweier einfacher Mittel mĂŒssen wir uns hierfĂŒr bedienen: Sagen wir „Vergib mir“, wenn wir etwas Schlechtes getan haben, und „Danke“ fĂŒr alles Gute, das wir empfangen haben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, bitte vergib mir meinen Stolz (wenn ich denke, dass ich besser als andere bin). Manchmal benehme ich mich so, als ob ich das Gute, das ich besitze, verdient hĂ€tte. In Wirklichkeit verdanke ich alles dem Wirken deiner Barmherzigkeit. Ich danke dir, dass du so treu bist. Danke, dass du mich nie aufgegeben hast. Danke, dass du die Niedrigen erhöhst (Lk 1,52).

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ein bisschen Zeit vor dem Bild des Barmherzigen Jesus verbringen. Ich möchte viel weniger auf meine SĂŒnden schauen als auf seine Barmherzigkeit.