Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 24. Januar 2016 bis Samstag 30. Januar 2016

Dritte Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer, Angela Kunze

Lebendiges BibelstudiumSonntag
Gottes Hoffnung für einen SaulusMontag
Bitten, bitten, bitten!Dienstag
Guter Boden kommt nicht von alleineMittwoch
Die Begegnung mit Gottes BarmherzigkeitDonnerstag
Das Geheimnis des Reiches GottesFreitag
Vertrauen im SturmSamstag


Lebendiges Bibelstudium

24. Januar 2016

Dritter Sonntag im Jahreskreis

Anton Stehmer

Lk 1,1-4;4,14-21
Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest. Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Einführendes Gebet: Herr, durch dein Wort bin ich zum Glauben gekommen. Dein Wort lässt mich dich tiefer erkennen, verstehen und lieben. Lass mich nun dir ganz persönlich begegnen.

Bitte: Sprich durch dein Wort zu mir!

1. Von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen. Theophilus (steht für alle anderen) war ein Mensch, der durch das mündliche Zeugnis von Christen, vielleicht durch Lukas selbst, zum Glauben an Jesus Christus gekommen war. Aber er konnte sich nicht alles merken, was gesagt worden war. Nun sehnte er sich danach, eine zuverlässige, schriftliche Überlieferung zu bekommen, um das Leben und die Lehre Jesu besser und tiefer verstehen zu können. Lukas erkannte die Wichtigkeit dieses Anliegens und machte sich an diese schwere Arbeit. Wir erfahren von ihm, wie gründlich und sorgfältig er versuchte, durch Zeugen und Diener des Wortes, die zuverlässige Lehre Jesu wiederzugeben. Mit anderen Worten ausgedrückt, Lukas machte ein sehr lebendiges und tiefes „Bibelstudium“. Sein Evangelium wurde nicht vom Heiligen Geist diktiert, sondern inspiriert. Jedes Evangelium hat seinen wunderschönen Charakter. In diesem Lesejahr können wir an den Sonntagen die Schönheit dieses Evangeliums kennenlernen - die Schönheit Jesu.

2. Warum ein Christ die Bibel kennen muss. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass Gott durch eine besondere Bibelstelle zu ihnen sprach. Ich erinnere mich an 1 Kor 15,57 und Röm 4,17. An welches Wort erinnerst Du dich? Wenn wir die Bibeltexte lesen, ist das nicht nur schöne Literatur, sondern Gottes lebendiges Wort. Es bedeutet, dass jetzt Gott zu mir spricht. Darum ist Bibelstudium keine Zeitverschwendung, sondern eine Notwendigkeit. Wir können mit Mitmenschen viel über Jesus und seine Lehre diskutieren und stoßen dabei an unsere Grenze. Besser ist, in ihnen den Wunsch zu wecken, Jesus durch ein Evangelium selbst kennenzulernen. Dann ist viel erreicht. Und wenn sie etwas nicht verstehen, helfen wir ihnen gerne. Aber auch wir müssen das Evangelium kennen.

3. Bibelstudium mit Jesus in der Synagoge. Jesus kam nach Nazareth und ging in die Synagoge. Die Juden waren bibelkundige Leute und baten ihn, eine Textstelle aus dem Propheten Jesaja vorzulesen und sie auszulegen. Nun legte Jesus ihnen das Wort Gottes dar. Jesus machte Bibelstudium mit ihnen. Den lehrenden Jesus finden wir im Evangelium immer wieder. Es zeigt, wie wichtig er diese Aufgabe nahm und folglich, wie wichtig sie für uns ist. Jesu Wort führt uns in die Freiheit, es heilt uns, es schenkt und das ewige Leben.

Gespräch mit Christus: Jesus, durch das Evangelium sprichst du zu mir. Aber ich nahm das Bibelstudium nicht so wichtig. Vergib mir und hilf mir, größere Sehnsucht zu spüren, durch ein Evangelium in noch tiefere Gemeinschaft mit dir zu kommen.

Möglicher Vorsatz: Ich studiere ein Evangelium mit neuer Einstellung und neuem Interesse. Ich ermutige jemanden, ein Evangelium zu lesen oder gründe einen Bibeltreff.


Gottes Hoffnung für einen Saulus

25. Januar 2016

Montag der dritten Woche im Jahreskreis
Bekehrung des Paulus

Anton Stehmer

Mk 16,15-18
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.

Einführendes Gebet: Herr, die Welt braucht Apostel. Ich möchte dein Apostel sein. Stärke meinen Glauben durch das heutige Evangelium.

Bitte: Schenke mir mehr Mut, als dein Apostel zu wirken.

1. Die Bekehrung des Saulus. Heute ist das Fest der Bekehrung des Apostels Paulus. Saulus (sein früherer Name) verfolgte die jungen Christen mit solcher Wut, dass er große Furcht unter ihnen verbreitete. Es schien der Anfang vom Ende zu sein. Saulus glaubte, die Christen vernichten zu können und dass er Gott damit einen Gefallen täte. Wer könnte solch einen harten, verbohrten und ehrgeizigen Menschen ändern? Die ersten Christen beteten, glaubten und hofften. Sie glaubten, dass niemand dem Weltmissionsbefehl Jesu widerstehen könne.

Als Saulus auf dem Weg nach Damaskus war, um dort alle Christen zu verhaften, offenbarte sich Jesus ihm. Saulus stürzte vom Pferd, Jesus sprach zu ihm und gab ihm eine klare Anweisung. In Damaskus betete Saulus, denn die Begegnung musste ihn tief berührt haben. Ein Jünger, Hananias, sollte Saulus die Hände auflegen, damit er wieder sehe und eine Botschaft bringen: „Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Ich werde ihm auch zeigen, wie viel er für meinem Namen leiden soll“ (Apg 9,15-16). Hananias schien es fast unmöglich, dass ein Mensch sich so verändern könne. Doch Jesus ist alles möglich. Jesus sah in diesem Saulus eine große Hoffnung und ein Zukunftspotential. Wie sehen wir die „Saulusse“ dieser Zeit?

2. Der Apostel Paulus. Saulus musste sich entscheiden, Jesus nachzufolgen. Seine Entscheidung war nicht 30%ig, oder 80%ig, sondern 100%ig. Sie kam von ganzem Herzen. Kurze Zeit später begann er, mit allem Eifer den Juden in Damaskus in der Synagoge das Evangelium zu verkünden. Das hatte zur Folge, dass er vor den Juden fliehen musste. Von nun an führte ihn der Heilige Geist und machte ihn zum Apostel der Heiden. Durch drei Missionsreisen legte er die Grundlage für die Heidenmission in Kleinasien und schließlich in Europa. Europas Wurzeln gehen auf Paulus und die ersten Christen zurück, weil sie dem Weltmissionsbefehl gehorchten.

3. Der Heilige Geist führt die Weltmission. Rom war das Zentrum der damaligen Welt und darum wollte Paulus dort missionieren. Aber der Heilige Geist ließ es erst zu, als die Zeit gekommen war. Der Heilige Geist kennt für jede Zeit etwas, was man tun kann. Nicht der Zeitgeist soll uns bestimmen, sondern der Gehorsam und der Glaube, dass der Heilige Geist als Hauptakteur die Welt evangelisieren wird.

Gespräch mit Christus: Herr, in unserer Zeit gibt es Menschen wie Saul. Du siehst in ihnen auch eine große Hoffnung und ein Zukunftspotential und willst, dass sie sich bekehren.

Möglicher Vorsatz: Ich will für einen Saul entsprechend deiner Hoffnung und Vision beten und glauben, dass du meine Bitte erhörst.


Bitten, bitten, bitten!

26. Januar 2016

Dienstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Timotheus und Titus, Bischöfe

Anton Stehmer

Lk 10,1-9
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Einführendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, komm auf die mächtige Fürsprache der Mutter Gottes und spreche nun zu mir durch diesen Text.

Bitte: Herr, wir brauchen mehr Arbeiter für die Ernte!

1. Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Jesus sah die Welt als ein großes Erntefeld an. Er sah die große Aufgabe und hatte eine klare Orientierung. Er sandte 72 Jünger aus, um das Reich Gottes zu den Menschen zu bringen und so neue Arbeiter für die Ernte zu gewinnen. Geistliche Arbeiter stellt man nicht auf dem Arbeitsmarkt ein, sondern man muss Gott um solche Menschen bitten. Wo es aber einen missionarischen Geist, gepaart mit Gebet gibt, da wird der Herr seine Arbeiter senden. Beten wir also dafür und leisten wir unseren Beitrag zur Evangelisierung unserer Kultur.

2. Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Das wollten vielleicht die 72 Jünger nicht hören. Die Jobbeschreibung Jesu war nicht gerade attraktiv. Wer will schon vom Wolf gefressen werden? Und wer will schon ohne Sicherheit arbeiten? Jesus fordert von seinen Jüngern sehr viel. Es ist der einzige Weg, um die große Ernte einzubringen. Diese Arbeit verlangt nun mal ganze Hingabe.

3. Das Reich Gottes ist euch nahe. Die Jünger bereiten Jesus den Weg. Doch Jesus lässt seine Jünger nie allein. Er macht aus Wölfen Lämmer, wie im Falle des Paulus. Die Jünger bekommen auch etwas zu essen. Er wirkt durch sie Wunder und bekräftigt ihre Autorität. Sie sind seine Erntearbeiter, verwalten seine Geheimnisse und bringen den Menschen das Reich Gottes. Auch mit uns ist Jesus Christus, der Herr. Seien wir stolz darauf, seine Mitarbeiter zu sein.

Gespräch mit Christus: Jesus, du hast mich zu einem deiner Mitarbeiter berufen. Oft ist diese Arbeit sehr schwer und bedrückend. Doch ich habe vergessen, dass du mir zur Seite stehst. Zusammen bringen wir die Ernte ein, auch in unserer Zeit!

Möglicher Vorsatz: Ich erneuere heute meine Haltung als Mitarbeiter Christi bei der großen Ernte.


Guter Boden kommt nicht von alleine

27. Januar 2016

Mittwoch der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Angela Merici OSU
Hl. Julian von Le Mans, Bischof

Anton Stehmer

Mk 4,1-20
In jener Zeit lehrte Jesus wiederum einmal am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? Der Sämann sät das Wort. Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

Einführendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, komm auf die mächtige Fürsprache der Mutter Gottes und spreche zu mir durch diesen Text.

Bitte: Herr, bearbeite meinen Boden, damit er fruchtbarer wird.

1. Jesus lehrte in Form von Gleichnissen. Sehr viele Menschen waren zu Jesus gekommen. Jesus aber lehrte sie in Form von Gleichnissen. Das war den Menschen nicht unbekannt. Um sie zu verstehen, musste man nachdenken und überlegen. Die Jünger Jesu verstanden seine Gleichnisse nicht und fragten nach, was er damit sagen wollte. Jesu Antwort fiel für sie positiv aus, jedoch nicht für die Menschenmenge. Jesus will keine Oberflächlichkeit, sondern dass die Menschen von Herzen danach suchen, ihn zu erkennen. Wir müssen nicht alles verstehen und wissen. Aber wir müssen ihm unser Herz öffnen, damit der Same des Wortes in uns Frucht bringen kann.

2. Die Aufbereitung des Bodens. Der erste Boden gleicht einem harten Weg. Der Same kann nicht aufgehen und die Vögel freuen sich über den Appetithappen. Ebenso geht es dem Wort Gottes in diesem Menschen. Ja, es gibt in uns Stellen, die steinhart sind. Doch Dauerregen weicht den Boden auf. Der zweite Boden ist felsig. Das Wort Gottes kann keine tiefen Wurzeln schlagen, da es nicht in den Untergrund eindringen kann. Wir müssen unsere Oberflächlichkeit bekämpfen, die Stille suchen, nachdenken.

Auf dem dritten Boden kann der Same sprießen, aber Dornengestrüpp wächst schneller und erstickt schließlich sein Wachstum. Jeder Gärtner weiß ein Lied davon zu singen. Unkraut muss man hart zu Leibe rücken. Wir müssen geistlich gegen die Sorgen der Welt, den trügerischen Reichtum und die Begierden ankämpfen, indem wir nicht unseren ersten Impulsen folgen und mehr auf das Wort Gottes vertrauen.

3. Der gute Boden. Kein Bauer sät seinen Samen so einfach auf den Boden. Jeder Boden muss bearbeitet werden, wenn er Frucht bringen soll. Ohne diese Aufbereitung fiele die Ernte mager aus. Und auch nach dieser Aufbereitung wird der Boden weiter gepflegt. Wer es sich bequem machen und nach der Saat kein Unkraut mehr jäten will, der erntet Unkraut. Und so ist das auch im geistigen Leben. Wer nicht kämpfen will, wird keine Frucht bringen. Wer aber seinen Boden bearbeitet, bringt reiche Frucht.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte gerne guter Boden sein und viel Frucht bringen. Doch du lehrst mich, dass ich dann meinen Boden fleißig bearbeiten muss. Hilf mir dabei, so dass dein Same durch mich viel Frucht bringen kann.

Möglicher Vorsatz: Ich prüfe meinen Boden und fasse einen Entschluss, um ihn besser aufzubereiten.


Die Begegnung mit Gottes Barmherzigkeit

28. Januar 2016

Donnerstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Thomas von Aquin, Kirchenlehrer

Angela Kunze

Mk 4,21-25
In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

Einführendes Gebet: Gott, du hast mir alle meine Sinne geschenkt, damit sie mich zu dir führen. Dennoch bin ich oft blind und taub. Ich hoffe auf deine Barmherzigkeit. Du hast Blinde sehend gemacht und Tauben das Gehör geschenkt. Komme auch zu mir und schenke mir das wahre Augenlicht und ein hörendes Herz.

Bitte: Hilf mir, dir zu begegnen und lege mir eine große Sehnsucht nach dir ins Herz.

1. Verborgenheit. Zu glauben fällt uns oft nicht leicht. Vieles ist uns verborgen – die Anwesenheit Jesu in der Eucharistie, die Macht des Gebetes, die Vergebung der Sünden – wirklich begreifen können wir das alles nicht. Im Evangelium sagt Jesus, dass niemand ein Licht anzündet, um es dann wieder zu löschen oder zu verstecken. Genauso tut auch Gott nichts, ohne dass es einen Sinn hat. Heute kann ich ihn fragen: Gott, warum hast du entschieden, auf diese Weise (in der Eucharistie) bei mir zu bleiben? Wie wichtig ist dir mein Gebet? Was bedeutet, dass meine Sünden vergeben sind? Gibt es einen Plan?

2. Ohren zum Hören. Wenn Jesus sagt: „Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!“, könnte man sagen: „Was ist das denn für eine Aussage? Wozu hat man denn sonst Ohren, wenn nicht zum Hören? Andererseits: Wie oft passiert es, dass wir unseren Mitmenschen nicht wirklich zuhören, sondern in Gedanken ganz woanders sind? Dass wir nicht sehen, wenn es jemandem schlecht geht? Gott hat uns ganz bestimmte Mittel und Wege gegeben, um Liebe zu schenken und Liebe zu empfangen. Machen wir Gebrauch davon! Gott ist es nicht egal, was wir tun. Schon im Alten Testament wartet er sehnsüchtig darauf, seine Kinder von allem zu heilen, was sie zur Liebe unfähig macht. Aber ihr Herz „ist hart geworden und mit ihren Ohren hören sie nur schwer und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören...“ (Mt 13, 15) Sehne ich mich nach Gottes Wort und seiner liebevollen Berührung? Brauche ich Heilung?

3. Das Maß der Barmherzigkeit. Im Jahr der Barmherzigkeit sind wir besonders eingeladen, Gottes Barmherzigkeit zum Maß unseres Denkens und Handelns zu nehmen. Jesus verspricht, dass wir, wenn wir barmherzig sind, nicht nur dasselbe zurückbekommen, sondern, dass uns noch viel mehr dazu geschenkt wird. Es handelt sich also nicht um ein Verhältnis 1:1, wie es gerecht wäre, sondern beispielsweise 1:100. In diesem Sinne geht Gott über das Maß der Gerechtigkeit hinaus – er ist barmherzig! Bin ich es auch? Schenke ich, obwohl ich vielleicht nichts zurückbekomme, obwohl der andere es vielleicht gar nicht verdient hat? Sehe ich meine Mitmenschen mit den barmherzigen Augen Gottes oder sehe ich nur ihre Fehler und Schwächen?

Gespräch mit Christus: Gott, du bist barmherzig. Gib, dass ich meine Sinne so gebrauche, dass ich mehr und mehr dir begegne und so ein tröstendes Licht für andere Menschen werde. In dem Jahr der Barmherzigkeit hoffe ich, dass viele Menschen die Erfahrung deiner Barmherzigkeit machen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute den Barmherzigkeitsrosenkranz beten und Gott darum bitten, er möge vielen Menschen in diesem Jahr die Erfahrung seiner Barmherzigkeit schenken.


Das Geheimnis des Reiches Gottes

29. Januar 2016

Freitag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Joseph Freinademetz, Missionar
Hl. Valerius, Bischof

Angela Kunze

Mk 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

Einführendes Gebet: Gott, dein Reich ist schon da! Ich kann es nicht direkt sehen oder fassen, doch ich weiß, dass es da ist.

Bitte: Lass mich das Wesen deines Reiches und seine Eigenart besser verstehen. Lege mir eine große Liebe ins Herz, damit ich mich sehne, es weiter auszubreiten.

1. Frucht bringen in Geduld. „…der Same keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie...“ Worin genau besteht die Aufgabe eines Apostels im Reich Gottes? Jesus spricht von einem Sämann. In erster Linie ist es Gott, der aussät, aber er möchte das durch uns Menschen tun. Ich bin also dazu berufen, den Glauben weiterzugeben (vgl. Mt 28,19-20) – durch meine Liebe in der Familie, meinem Engagement in der Gemeinde, mein Zeugnis im Beruf, im Studium oder der Ausbildung. Allerdings liegt es nicht an mir, was aus dem wird, was ich „gesät“ habe. Habe ich Geduld und vertraue darauf, dass meine Mühe belohnt wird und daraus Gutes entsteht? Oder bin ich enttäuscht und gebe auf, wenn ich nicht sofort „Ergebnisse“ sehe? Jesus sagt mit diesem Gleichnis: Habe Geduld! Die Zeit der Ernte wird kommen!

2. Das Potential des Reiches Gottes. „…dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse“ Manchmal scheint es so, als ob das Reich Gottes neben den vielen Dingen, die unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, untergehen würde. Alles versucht, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen: Reklametafeln, Trailer, Angebote, Berichte in den Nachrichten, Forderungen anderer Menschen. Das Reich Gottes scheint demgegenüber ohnmächtig dazustehen: Es ist unaufdringlich und unsichtbar, weil es auf all das verzichtet, was die Welt uns als begehrenswert darstellt. Aber gerade hier liegt das Paradox: Jesus verspricht, dass gerade dieses Reich mit seiner scheinbar hilflos erscheinenden „Taktik“ mehr Potential hat und entfalten wird, als wir je zu hoffen wagten. Glaube ich daran?

3. Die richtige Sprache sprechen. „Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten.“ Vielleicht ist es Dir schon einmal passiert: Du hast es zwar gut gemeint, aber durch die Art und Weise, wie du gehandelt hast, hast du deine Mitmenschen überfordert. Es erfordert Geduld und Feingefühl, seine Mitmenschen nicht mit der guten Nachricht zu „überrollen“. Jesus lädt uns dazu ein, unsere Mitmenschen wirklich kennenzulernen und in ihrer Sprache vom Evangelium zu sprechen. Wie gut kenne ich meine Mitmenschen? Weiß ich, in welcher Welt sie leben, was sie beschäftigt? Spreche ich „ihre Sprache“?

Gespräch mit Christus: Gott, ich danke dir, dass du mich immer mehr entdecken lässt, wie dein Reich ist. Ich staune über dieses tiefe Geheimnis! Ich möchte heute helfen, dieses Reich auszubreiten. Bitte gib mir dazu ein, was ich tun soll, und schenke mir Geduld und Freude, denn du liebst einen fröhlichen Geber (vgl. 2 Kor 9,7).

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich einen meiner Mitmenschen besser kennenlernen, indem ich mir Zeit für ihn nehme und ihn zum Beispiel nach seiner Familie frage. Vielleicht kann ich ihn auch innerhalb der nächsten Tage auf einen Kaffee oder Ähnliches einladen und dann ganz für ihn da sein.


Vertrauen im Sturm

30. Januar 2016

Samstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Adelgunde OSB, Äbtissin
Hl. Martina von Rom, Märtyrerin

Angela Kunze

Mk 4,35-41
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

Einführendes Gebet: Jesus, du bist mit an Bord auf dem Schiff meines Lebens. Ich will zu dir kommen. Lass mein Herz ruhig werden und die Stille mein Gebet sein. Und wenn ich nicht ruhig werden kann, weiß ich, dass du mich trotzdem liebst.

Bitte: Schenke mir das Vertrauen, dass ich mit allen meinen Ängsten und Problemen zu dir kommen kann.

1. Zahlreiche Ängste. Vielleicht ist uns die Situation nicht unbekannt: Wir haben Gottes Wirken schon oft erfahren und dennoch haben wir Angst. Die Ängste sind dabei ganz verschieden – und auch die Menschen zur Zeit Jesu kannten Angst: Angst, nicht genug materiell versorgt zu sein (Brotvermehrung, vgl. Mt 14,17), Angst vor der eigenen Schwachheit (Petri Geständnis, vgl. Lk 5,8), Sorge um einen geliebten Menschen (Jairus’ Bitte um die Heilung seiner Tochter, vgl. Mk 5,21 ff.), ja sogar Todesangst (Angst vor dem Ertrinken, vgl. Mk 4,38). Gott hat eine Antwort auf alle diese Ängste; er selbst ist die Antwort! Habe ich das schon erfahren? Komme ich mit meinen Ängsten zu Gott?

2. Gelassenheit, die Gott schenkt. Jesus hat sich total verausgabt. Stundenlang war er nur für seine Mitmenschen da und jetzt ist er müde. Auch Jesus kennt die menschliche Schwachheit. Er weiß, was es bedeutet, nicht mehr zu können. Was kann ich von diesem schlafenden Jesus lernen? Vielleicht kann ich ihn fragen: „Jesus, wie konntest du schlafen, wo doch ein Sturm um dich herum getobt hat? Kann auch ich diesen Frieden erfahren, mitten in den Stürmen meines Lebens?

3. Das Vertrauen der Jünger. Manchmal kommt es uns so vor, als ob in unserem Leben alles schief läuft, und Gott das alles nichts kümmert. Oder auch in Deutschland könnten wir sagen: Kümmert es dich nicht, was mit deiner Kirche passiert? Zu wenig Priester, träge Gemeinden, kaum Jugendliche…die Wellen schlagen hoch! Doch Jesus ist an Bord. Und wo Jesus ist, wird alles gut, auch wenn die äußeren Umstände etwas anderes besagen. Wer weiß – vielleicht möchte Jesus sogar geweckt werden? „Wir brauchen dich!“ – Welches Herz rührt dieser Satz nicht?

Gespräch mit Christus: Jesus, du bist da. Immer wieder vergesse ich es, aber jetzt weiß ich es wieder. Ich bitte dich für die ganze Kirche, besonders für die Kirche in Deutschland, um deinen Heiligen Geist. Danke, dass du mein Gebet niemals unbeantwortet lässt, wenn ich mit ganzem Herzen zu dir bete. Danke, dass ich immer zu dir kommen kann. Ich vertraue dir!

Möglicher Vorsatz: Wenn heute ein Problem auftaucht, will ich ein Stoßgebet sprechen: „Jesus ich vertraue dir!“