Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. Dezember 2015 bis Samstag 26. Dezember 2015

Vierte Woche im Advent

P. Klaus Einsle LC

Maria, die betrachtende und tüchtig zupackende FrauSonntag
Der Geist führt uns dazu, den anderen zu liebenMontag
Ein Herz, das ganz auf Gott hin lebtDienstag
Gott leitet die Geschicke der WeltMittwoch
Gottes Erlösung ist so anders...Donnerstag
Der unendliche, unfassbare Gott wird anfassbarFreitag
In Gott verwurzelt sind wir stark und freiSamstag


Maria, die betrachtende und tüchtig zupackende Frau

20. Dezember 2015

Vierter Adventssonntag

P. Klaus Einsle LC

Lk 1,39-45
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Einführendes Gebet: Guter Gott, ich will nun still werden, um im Gebet bei dir zu sein. Lehre mich schweigen, um deine Stimme zu hören. Lehre mich demütig sein, um dir zu dienen. Lehre mich lieben, um für dich da zu sein.

Schenke mir ein hörendes Herz, um deinen Willen in Liebe zu erkennen und mit Entschlossenheit zu tun.

Danke, dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst. Nun sollst du auch meine haben.

Bitte: Bilde mein Herz mehr und mehr nach dem Herzen deiner Mutter, meinem Vorbild für das Leben in dieser Welt.

1. Maria ist sich für nichts zu schade. Gerade erst war Maria ein Engel erschienen, hatte sich in ihrem Schoß das Wunder der Menschwerdung Gottes (Inkarnation) ereignet. Und was geschieht?: „Maria… ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth“. Die Reaktion Marias auf die Botschaft des Engels Gabriel ist erstaunlich und doch für sie so charakteristisch. Sie ist gerade „Mutter Gottes“ geworden. Aber was hat sie vor allem im Auge und im Sinn? Ihre Verwandte Elisabeth. Diese ist nämlich noch im hohen Alter schwanger geworden und musste nun die Mühsal einer Schwangerschaft ertragen. Und da war für Maria sofort klar: Elisabeth brauchte Hilfe.Nicht Maria selbst steht im Mittelpunkt, sondern immer die anderen. Welche Botschaft für die Selbstverliebtheit unserer heutigen Welt! Der andere ist wichtiger als ich selber. Ja, in Wirklichkeit ist nur er wichtig, denn in ihm finden wir Gott, finden wir uns selber, in der Liebe.

2. Maria, die praktisch veranlagte Frau. Maria erscheint im Evangelium immer als äußerst praktisch veranlagt: in Kana, als der Wein ausgeht; bei der Geburt Jesu in Betlehem; unter dem Kreuz, als man den toten Jesus salben muss; inmitten der Gemeinschaft der Glaubenden.Und auch jetzt, da sie erfährt, dass Elisabeth schwanger ist, schreitet sie zur Tat. Sie muss zu ihr, denn Elisabeth braucht nun jemanden. Das ist ein Charakterzug eines Menschen, der liebt: Er will den anderen tatkräftig dienen. Der Liebende bleibt nicht beim „Sehen“ und „Urteilen“ stehen, sondern er geht zum Handeln über. In Maria finden wir als Kinder der Kirche das große Vorbild der „betenden und tatkräftigen“ Mutter. „Kontemplativ“ und „evangelisierend“; zwei Charakterzüge einer reifen Spiritualität, harmonisch miteinander verbunden.Finden sich diese beiden Züge in mir wieder? Sind sie im Gleichgewicht?

3. Zwei Eigenschaften. Maria „macht sich auf den Weg“ und Maria „eilt“: Beide Handlungsweisen sind für die Mutter Jesu charakteristisch. Sie zeigen Entschiedenheit und Lebendigkeit. Maria setzt sich nicht erst einmal gemütlich hin und denkt ewig nach. Sie erkennt die Lage, sie sieht die Not: Sie entscheidet sich und führt ihren Plan entschlossen aus. Diese inneren Haltungen Marias zeigen uns, dass die Verbundenheit mit Gott den Menschen von der Welt und ihren Bedürfnissen nicht ablenkt, sondern dass sie ihn dafür erst recht empfänglich macht und ihn tüchtig zupacken lässt. Weil wir mit Gott verbunden sind, können wir Menschen sein, die die Dinge mitgestalten und sich als entschlossene Diener erweisen.

Gespräch mit Christus: Gute Mutter, Jesus hat dich auch mir zur Mutter gegeben. Von deiner Art, die Dinge anzugehen, bin ich beeindruckt und fasziniert. Dein tiefer, in Gott versenkter Blick auf die Welt und dein überaus praktischer Sinn lassen dich zu einer konkreten Anlaufstelle werden, wo die Nöte der Welt Linderung finden. Lehre auch mich, praktisch zu sein und tüchtig zuzupacken, wo Not am Mann ist, ohne mich von langen Spekulationen, Sorgen oder Gedanken an das, was die anderen von mir denken, ablenken oder aufhalten zu lassen.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute ein Problem oder eine Herausforderung konkret angehen, zuerst ein Gebet um Hilfe sprechen und dann tatkräftig zupacken.


Der Geist führt uns dazu, den anderen zu lieben

21. Dezember 2015

Montag der vierten Woche im Advent
Hl. Richard OCist, Priester

P. Klaus Einsle LC

Lk 1,39-45
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabethh. Als Elisabethh den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Einführendes Gebet: Heiliger Geist, du hast in Maria das Wunder der Menschwerdung vollbracht; du hast auch Elisabeth inspiriert. Sei jetzt bei mir in diesem Gebet und leite meine Gedanken, Gefühle und Entscheidungen, damit ich dich, meinen Gott, finde und mein Leben auf dich hin ausrichte.

Bitte: Ich bitte für mich und die Menschen in meiner Umgebung um eine zunehmende Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes.

1. Der Heilige Geist als der Hauptdarsteller. Sowohl in Maria als auch in Elisabeth ist der Heilige Geist der Hauptakteur des Heilshandelns. In Maria wirkt er durch die Menschwerdung das große Ereignis des Eintretens Gottes in das menschliche Dasein. Auch in Elisabeth wirkt der Geist und legt ihr Worte in den Mund, die sie mit rein menschlichem Verstand nicht hätte finden können.Weder Elisabeth noch Maria haben das Heilsgeschehen bewirkt. Beide haben dem wirkenden Geist sich selbst und ihre Fähigkeiten zur Verfügung gestellt. Und durch dieses Ja konnte das Heilsgeschehen seinen weiteren Verlauf nehmen.

2. Auch heute wirkt der Geist. Für uns heute gilt dasselbe Prinzip: Der Geist kennt die Wege und Pfade des Heilswirkens Gottes in der Welt. Alles liegt offen vor ihm und er weiß genau, wen er wann, wohin und wie leiten wird. Er ist der Hauptdarsteller, auch in der heutigen Welt. Unser tägliches und großzügiges Ja ermöglicht ihm, in unserem Dasein seine Geschichte zu schreiben und den Menschen Wege zu öffnen. Wie schnell, wie klar und wie großzügig ist mein Ja?

3. Der Geist bewirkt die Liebe. Das Wirken des Geistes Gottes ermöglicht immer tiefe, innige Beziehungen zwischen den Menschen. Er öffnet unsere Herzen für den/die andere/n. Hier erkennen wir die unterschiedlichen Geister. Der eine Geist vereint, der andere trennt. Der vereinende ist Gottes Geist, der Zwietracht säende der böse Geist. Maria und Elisabeth fühlten sich einander im Innern stark verbunden. Sie waren auch verbunden mit Gott. Hier ist der gute Geist am Werk. Bin ich in meinem Alltag jemand, der verbindet – durch seine Worte, seine Gesten, seine Argumente; oder bin ich ein Spalter – durch meine Kritik, meine Ironien, meine Ansprüche?Wes Geistes Kind bin ich?

Gespräch mit Christus: Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein.

Erfüll das Herz der Kinder dein.

Die deine Macht erschaffen hat,

erfülle nun mit deiner Gnad.

Treib weit von uns des Feind’s Gewalt.

In deinem Frieden uns erhalt,

dass wir, geführt von deinem Licht

in Sünd’ und Leiden verfallen nicht.

Möglicher Vorsatz:  Ich will mich heute bemühen, als Werkzeug des guten Geistes Gründe zu finden, um Menschen zu loben und so Einheit zu schaffen.


Ein Herz, das ganz auf Gott hin lebt

22.Dezember 2015

Dienstag der vierten Woche im Advent
Hl. Jutta von Sponheim OSB
Hl. Franziska Xaveria Cabrini,Ordensgründerin

P. Klaus Einsle LC

Lk 1,46-56
In jener Zeit sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Einführendes Gebet: Zu Beginn dieses Gebetes werde ich still, mein Gott, und danke dir dafür, dass du zu mir kommst. Öffne mein Inneres für dein Wirken und dein Wort. Richte mein Herz und meine Sehnsucht auf dich aus. Du bist die Erfüllung aller tiefen Sehnsüchte. Danke für diese Zeit mit dir.

Bitte: Herr, werde du immer mehr zur Mitte und zum Bezugspunkt für die Entscheidungen meines Lebens.

1. Der Bezugspunkt Marias: Gott. Das Magnificat, das Maria anstimmt, ist schlichtweg beeindruckend. Man stellt sich die Frage: Über wen spricht Maria in diesem Lobgebet? Wer bildet die Mitte ihres ganzes Denkens und Wollens?Im ganzen Text spricht Maria nie über sich, es sei denn in Bezug auf das Wirken Gottes. In jedem Satz aber spricht sie über Gott, lobt ihn, dankt und bewundert ihn. Was für ein Beispiel für unser Herz und unser Denken…

2. Der Bezugspunkt vieler Menschen: die eigene Person. Um den Menschen von heute zu charakterisieren, nutzen mehr und mehr Psychologen und Therapeuten den Ausdruck „Narzisst“. Narziss war ein Jüngling der griechischen Mythologie, der total selbstverliebt war. Er bewunderte seine eigene Schönheit und alles, was für ihn zählte, war sein eigenes Ich. Er starb schließlich, weil er sein eigenes Spiegelbild im Wasser umarmen wollte und dabei ertrank.Vielleicht aufgrund der Macht virtueller Welten, die wir uns technisch vorgaukeln können, befinden wir uns heute mehr und mehr in der Gefahr, um uns selber und unsere eigenen Anliegen zu kreisen und vor den anderen das Bild eines Helden abzugeben.Angesichts dieser Entwicklung sollten wir uns fragen: Wo ist meine Mitte? Woran denke ich? Worum sorge ich mich?Wo ist Gott in meinem Leben und welche Rolle spielt er?

3. Gott kommt in mein Leben. Wir stehen kurz vor Weihnachten. Gott kommt in diese Welt – auch in meine. Er will mit mir gehen. Maria hatte ihn schon im Geist angenommen, bevor er in ihr Mensch wurde. Sie hatte ihn angenommen, indem sie sich entschied, den anderen in die Mitte ihres Lebens zu stellen und sich selber aus der Mitte herauszunehmen. Wir bekommen Angst, wenn wir auf uns selbst verzichten sollen. Wir denken, dass wir etwas Wichtiges verlieren. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Wir gewinnen alles. Denn Gott beschenkt uns mit seinem Frieden und seiner Liebe.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, Maria, deine Mutter und unsere Mutter hat dich in ihrem Leben bewusst in die Mitte ihrer Gedanken, Gefühle und Entscheidungen gestellt. Daher konnte sie das wunderbare Magnificat anstimmen. Es war Ausdruck ihrer Herzenshaltung: Du immer auf dem ersten Platz und immer in der Mitte.Hilf uns, auf ihre Fürsprache dir unser persönliches Magnificat der Dankbarkeit und Bewunderung auszusprechen.

Möglicher Vorsatz: Ich frage mich heute einige Male bewusst „WWJT“? „Was würde Jesus tun?“


Gott leitet die Geschicke der Welt

23. Dezember 2015

Mittwoch der vierten Woche im Advent
Hl. Viktoria, Märtyrerin

P. Klaus Einsle LC

Lk 1,57-66
Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

Einführendes Gebet: Mein guter Gott. Ich glaube, dass du da bist. Auch ich bin ganz da: mit meinen Gedanken, meinen Gefühlen, meinem Willen und meinem Körper. Du bist da – ich bin da. Ich will jetzt bei dir sein und von dir lernen. Sende mir deinen Geist, damit er mich führt und stärkt, mir Klarheit gibt und mich zum Guten befähigt. Danke, Gott, dass du dir Zeit für mich nimmst und mich liebst.

Bitte: Ich bitte um die Gnade, mein Leben, meine Zukunft und meine Sorgen vertrauensvoll in Gottes Hände legen zu können.

1. Johannes und Jesus. Die Geburt von Johannes hat in der Vorsehung Gottes einen deutlichen Sinn. Er ist der Vorläufer. Er ist der, von dem die Schrift sagt „Bereitet dem Herrn den Weg“. Schon so viele Jahre bevor Jesus auftritt, ja schon vor seiner Geburt, hat Gott alles in seiner liebenden Vorsehung geplant und alles so bereitgestellt, dass der Erlöser kommen kann. Johannes und sein Leben zeigen uns, dass Gott den Lauf der Welt bestimmt und vieles schon im Voraus fügt. Wir verstehen die tiefe Bedeutung fast nie. Aber wir glauben und wissen um seine liebevolle Vorsehung.

2. Zacharias und Gott. Endlich darf Zacharias wieder sprechen. Seine Zunge löst sich, als das Wort, das Gott an ihn gerichtet hatte, sich erfüllt. Zacharias hatte anfänglich misstraut und Gottes Wort angezweifelt. Aber Gott führt in diesem Fall seinen Heilsplan trotzdem durch. Da muss dann so ein Zacharias schon mal etwas kräftiger angepackt werden.Das hat Gott ja auch mit Paulus gemacht. Aber auch wenn der Herr im Leben eines Menschen hin und wieder mit höherer Gewalt eingreifen muss, ist es doch immer ein Eingreifen der Liebe. Und obwohl es im Moment unangenehm ist (Zacharias konnte nicht mehr sprechen, Paulus konnte nicht mehr sehen), stimmen sie im Nachhinein einen Lobeshymnus auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes an. Gott ist ein Gott des Lebens, des Guten. Alles, was er tut, wird gut; und alles, was er zulässt, kann und will er zum Guten führen, auch wenn es uns im Moment nicht gefällt oder wir es nicht verstehen.

3. Gott in mein Leben einlassen. Traue ich mich schon, Gott in meinem Leben freie Hand zu geben? Wenn ja, wie gut! Wenn nein, warum noch nicht?

Gespräch mit Christus: Mein gütiger Vater, es ist nicht einfach, das Leben aus der Hand zu geben. Aber du bist so gut, dass ich doch genug vertrauen kann. Ich singe mein Vertrauen im Lied:

Wer nur den lieben Gott lässt walten

und hoffet auf ihn allezeit,

den wird er wunderbar erhalten

In aller Not und Traurigkeit.

Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,

der hat auf keinen Sand gebaut.>

Möglicher Vorsatz: Ich sage heute Gott, dass er mich führen kann, wie er es für richtig hält, und dass er es mir nur so zeigen soll, dass ich es auch verstehe: „Herr, wie Du willst, so will ich geh’n, Und wie Du willst, soll mir gescheh’n. Hilf Deinen Willen nur versteh’n.“ (Gebet von Pater Rupert Mayer)


Gottes Erlösung ist so anders...

24. Dezember 2015

Donnerstag der vierten Woche im Advent
Heiliger Abend

P. Klaus Einsle LC

Lk 1,67-79
In jener Zeit wurde Zacharias vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Einführendes Gebet: Mein Gott, ich glaube an dich. Du bist da, weil du der „Ich-bin-da“ bist. Ich hoffe auf dich. Du bist unendlich gütig und barmherzig. Ich liebe dich. Du bist die Liebe in Person und wirst nie aufhören, mich zu lieben. Danke, dass ich jetzt bei dir sein und mit dir in Kontakt treten darf. Lass mich dich im Innern meiner Seele entdecken. Danke, dass wir nun Zeit miteinander verbringen dürfen.

Bitte: Komm, guter Jesus. Werde auch in meinem Herzen, meinem Geist und meiner Seele geboren – und wachse unaufhaltsam mit deiner Liebe in mir.

1. Der Erlöser kommt. „… denn er wird sein Volk erlösen“. Gott kommt als Erlöser in unsere Welt. Gott sieht unsere Welt mit den vielen Herausforderungen, in denen wir stehen: Herausforderungen der Staaten, der Länder, der Familien, Gruppierungen, der Wirtschaft, der Ethnien, des Einzelnen. So viele Herausforderungen. Auch viel Schmerz und Leid. Gott sieht auf seine geliebte Welt mit Güte und Mitleid. Der Blick Gottes ist nicht streng und fordernd, sondern sanft und barmherzig. Deshalb kommt er als Erlöser. Gott kommt nicht als Richter, sondern als Hilfe. Er steht uns nicht gegenüber und spricht eine Verurteilung aus, sondern er kommt auf unsere Seite und geht mit uns.Der Erlöser kommt. Welche Freude! Welche Gnade! Ich gehe nicht mehr allein durch mein Leben, durch meine Leiden, durch meine – manchmal so großen – Herausforderungen.Der Erlöser kommt! Welche Freude! Welche Gnade!

2. Erlösung wovon? Wenn Gott kommt, um etwas zu lösen, dann scheint es vorher gebunden gewesen zu sein. Aber woran? Was löst Gott? Von welchen Bindungen will er uns befreien? Woran sind wir gebunden? Was also muss gelöst, was muss in unserem Leben erlöst werden?Zacharias zählt es im Benedictus auf: alles Böse in dieser Welt, auch geistiger Natur. Er nennt es: „unsere Feinde und… alle, die uns hassen“; „Vergebung der Sünden“; innere „Finsternis und Schatten des Todes“.Gott erlöst uns vom Bösen, von seinem Einfluss und allen Konsequenzen, die es im Leben der Menschen hat: Dunkel, Streit, Trennung, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, Sünde... Gott kämpft für uns. Gott geht mit uns. Gott siegt mit uns. Gott ist unser Erlöser. Weihnachten!

3. Gottes Erlösung ist so anders. Wenn wir uns den großen Erlöser vorstellen, dann denken wir an einen starken, kämpfenden Mann, der seine Feinde niederschlägt. Stattdessen kommt Gott aber in der Gestalt eines Kindes. Er kommt hilflos und bedürftig. So ganz anders, als wir uns das denken. Warum?Weil der eigentliche Feind des Lebens tief im Herzen des Menschen sitzt: seine Selbstsucht, sein Hochmut und sein Unfrieden. Gegen diesen Feind tritt Gott an. Mit genau den entgegengesetzten Eigenschaften: liebende Hingabe, bescheidene Einfachheit und Frieden. Wenn wir mit unserem eigenen Leben in diese von Gott ausgehende Dynamik eintreten, beginnen wir, an der Erlösung teilzunehmen und sie weiterzugeben. Wie das kleine Kind von Betlehem durch seine Hingabe, Einfachheit und seinen Frieden die Welt beschenkt und erlöst, sollen auch wir die Welt um uns herum beschenken und erlösen. Ja, Gottes Erlösung ist so anders als wir uns das ausdenken würden. Weihnachten ist das Fest der Erlösung, weil Gott uns durch sein Kommen von allem Negativen in unserem Herzen befreien will – durch die Macht der Liebe.

Gespräch mit Christus: Mein gutes Jesuskind. Heute Nacht möchtest du kommen. Verborgen und bescheiden, klein und unerkannt beginnst du deinen Siegeszug der Liebe. Lass mich dich erkennen und begreifen, wie du unsere Welt erlöst. Komm auch in mein Herz. Erlöse mich von mir selber. Erschaffe in mir neu die Liebe und die Hingabe, damit auch um mich herum Erlösung geschehen kann. Danke, mein guter Gott, dass du uns nicht allein lässt, sondern vom Himmel her kommst, um mit uns zu gehen und uns zum Paradies zu führen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute jemandem eine Freude machen, der Weihnachten vielleicht nicht in der Familie feiern kann (Flüchtlinge, Alte, ein Kranker…).


Der unendliche, unfassbare Gott wird anfassbar

25. Dezember 2015

Weihnachten
Geburt des Herrn

P. Klaus Einsle LC

Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Einführendes Gebet: Zu Bethlehem geboren,

ist uns ein Kindelein,

das hab' ich auserkoren,

sein eigen will ich sein.

Eia, eia, sein eigen will ich sein.

In seine Lieb’ versenken

will ich mich ganz hinab;

mein Herz will ich ihm schenken

und alles, was ich hab’,

eia, eia, und alles, was ich hab’.

O Kindelein, von Herzen

will ich dich lieben sehr,

in Freuden und in Schmerzen

je länger mehr und mehr,

eia, eia, je länger mehr und mehr.

Bitte: Unendlicher Gott, lass mich dich erkennen im Kind in der Krippe. Das bist wahrhaft du, der Schöpfer des Universums, der sich in das Stroh einer Futterkrippe legen lässt, um bei uns zu sein. Offenbare dich mir.

1. Gott fasziniert. „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott… und das Wort war Gott“: Wenn wir unseren dreifaltigen Gott betrachten, scheint das im ersten Moment etwas abstrakt, aber es wirft so viel Licht auf unser Leben, unsere menschlichen Beziehungen und die Liebe. Wir sind ja Abbild Gottes. Er ist unser Urbild, wir sein Abbild.Gott ist nicht ein einsamer Gott, der irgendwann einmal Menschen schaffen musste, um sich nicht zu langweilen. Nein: Gott ist in seinem tiefsten Wesen Beziehung, Dreifaltigkeit und in diesem Sinne Urbild der Familie. Der unendliche, alles umfassende Gott ist Vater, weil er einen unendlichen Gott Sohn hat, den er unendlich liebt. Der unendliche Sohn, Abbild des Vaters und Gott, ruht in unendlichem Glück in dieser göttlichen Vaterliebe und schenkt sein Herz, sein ganzes Sein voll kindhafter Freude dem Vater zurück. Die beide verbindende schenkende Liebe zwischen Vater und Sohn ist unendlich und Person: der Heilige Geist.Alle drei Personen fließen in gegenseitiger Liebe vor Glück und Erfüllung über. Deshalb schafft Gott aus freiem Entschluss Menschen und Engel: damit sie an seiner überfließenden, sich selbst verschenkenden Liebe teilhaben und sich daran erfreuen dürfen.Gott ist faszinierend. Wir müssen ihn mehr betrachten.

2. Gott wird ein Mensch. Dieselbe überfließende Schöpferliebe des dreifaltigen Gottes veranlasst die zweite Person, die auch Gott ist (der Sohn, das Wort, der Logos), eines Tages in der Weltgeschichte Mensch zu werden. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“.Gott, der unsichtbare, unfassbare, unendliche Schöpfergott, liebt uns Menschen, dich und mich und uns alle. Er liebt uns so sehr, dass er selber in Christus einer von uns wird, uns besucht und unser Leben teilen will. Gott scheint Sehnsucht nach uns zu haben.Liebe macht die Liebenden einander ähnlich. Gott will uns ähnlich werden, um uns ihm ähnlich zu machen. Diese Liebe Gottes feiern wir heute. Gott wird in unserer Welt wie einer von uns geboren, weint wie einer von uns, nährt sich wie einer von uns, lebt und liebt wie einer von uns. Gott ist einer von uns.

3. Gott ist in meinem Leben da. „Und wäre Gott geboren, doch nicht in dir, so bliebst du ewiglich verloren.“ (vgl. Angelus Silesius).Die Liebe Gottes ist nicht eingeschränkt auf bestimmte Menschen, bestimmte Regionen der Welt oder bestimmte Zeiten der Geschichte. Gott ist ewig, unbegrenzt und was er tut, tut er zum Heil aller. Gottes Liebe ist heute für dich. Seine Nähe gilt heute dir. Sein „Ich gehe mit dir durchs Leben“ spricht er zu dir in dieser Heiligen Nacht der Geburt, an diesem Weihnachtsfest.Suche ihn. Er lässt sich finden. Halt Ausschau nach ihm. Er wird dir begegnen. Vielleicht nicht so, wie du willst, sondern so wie er will. Aber er ist ja auch Gott und weiß besser, was gut für dich ist. Es gibt zwei Orte, wo du diesen Gott, der dich liebt, finden kannst: In der Eucharistie, wenn er als Brot zu dir kommt; und im Gebet, wenn du deine Seele auf ihn ausrichtest.

Gespräch mit Christus: Mein kleines Jesuskind, es ist nicht einfach zu glauben, dass du viel mehr als ein Mensch bist. Du bist mein Gott, der Mensch wird, damit ich ihn an mich drücken kann; damit ich erfahre, wie sehr du mich liebst. Schenke mir die Gnade, dich in diesen Tagen tiefer, wahrhafter und persönlicher zu erfahren. Ja, wirklich, das Wort ist Fleisch geworden und lebt unter uns, bei mir. Danke, mein menschgewordener Gott.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute das Weihnachtsevangelium noch einmal lesen und die Liebe Gottes zu mir betrachten.


In Gott verwurzelt sind wir stark und frei

26. Dezember 2015

Zweiter Weihnachtstag
Hl. Stephanus, Erzmärtyrer

P. Klaus Einsle LC

Mt 10,17-22
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

Einführendes Gebet: Mein guter Gott, mein Vater und treuer Begleiter meines Lebens. Zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit suche ich, innerlich still zu werden, um für dich da zu sein (etwa drei Minuten)…Herr, ich glaube, dass du als liebevoller und gütiger Vater bei mir bist. Schau mich an mit deinen guten Vateraugen. Durchdringe mit deinem liebenden Blick mein Wesen und hilf mir, nun ganz in dir zu ruhen und zuhause zu sein.Maria, mein Mutter, halte Zerstreuungen von mir fern und lehre mich beten.

Bitte: Gott, ich bitte dich heute um ein erneuertes Selbstvertrauen, das im Glauben gegründet darauf beruht, dass du mich unendlich liebst und für mich Mensch geworden bist.

1. Wer Jesus folgt, wird verfolgt. Es ist für uns nicht schön zu hören, dass man uns nachstellen wird; dass Menschen uns auslachen oder sich über uns lustig machen werden. Es gefällt uns nicht, dass Spannungen entstehen oder wir ins Abseits gedrängt werden. Und das alles nur, weil uns unser Glaube wichtig ist!Jesus aber bringt genau das zur Sprache. Er sagt uns voraus, dass das geschehen wird, wenn wir ihm nachfolgen, das heißt, wenn wir unseren Glauben im Alltag bewusst leben.Es sollte uns also nicht wundern oder erschrecken, wenn wir bemerken, dass jemand hinter unserem Rücken schlecht über uns spricht. So etwas ist aber auch nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass wir bei Jesus sind. Aber wenn wir bei ihm sind und ihn bezeugen, wird der ein oder andere nicht mit uns einverstanden sein. Wappnen wir unser Herz!Stephanus hat das am eigenen Leib erfahren…

2. Die Sehnsucht nach Liebe wird gestillt. Eigentlich sollte es uns gleich sein, was die Leute über uns sagen. Eigentlich! In Wirklichkeit ist es uns aber sehr wichtig. Wir wollen ankommen, dazugehören. Da zeigt sich ein legitimes und gutes Sehnen in uns: Wir wollen geliebt werden!Unser Herz sehnt sich nach Liebe und Anerkennung und sträubt sich vor Zurückweisung und Erniedrigung. Wie also können wir das mit Freude leben, was Jesus da voraussagt?Das Wichtige ist, dass wir mit dem Herrn durch das Leben gehen. Dass wir als Reben mit dem Weinstock verbunden sind. Dann wird uns „Verfolgung“ nicht aus der Bahn werfen. Warum? Weil diese Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe in uns nicht unterdrückt, sondern noch tiefer gestillt wird; nämlich von Gott selber. Er möchte unser Herz so sehr mit der Erfahrung und dem Bewusstsein stillen, dass wir unendlich wertvoll für ihn sind, dass wir dann auch ertragen können, von ein paar Menschen schlecht gemacht zu werden.In Gott verwurzelt kann der Baum unseres Lebens gedeihen, auch in Zeiten der Trockenheit und in Stürmen.

3. Verwurzelt mit Gott in Gebet und Sakramenten. Stephanus war ein Mann voller Geist und Weisheit. Er sprach Worte, denen die Feinde Gottes nicht widerstehen konnten; und er war so kraftvoll, dass er sogar den Tod durch Steinigung aus den Händen seiner jüdischen Brüder anzunehmen vermochte. Unsere Seele verwurzelt sich immer mehr in Gott, wenn sie sich von ihm in den Sakramenten geistig füllen und befreien, reinigen und sättigen lässt. Wie empfange ich die Sakramente? Wie empfange ich den Herrn in der Kommunion? Mit Andacht, Freude, Glaube und Verlangen? Wie gehe ich zur Beichte? Mit dem Wunsch, dass zwischen mir und Gott wieder alles gut wird, dass wir unsere Beziehung erneuern; mit dem echten Verlangen, um Vergebung zu bitten? Sind die Sakramente für mich ein wesentlicher Punkt meiner Tages- und Wochenplanung?Durch diese Verwurzelung in der Gnade Gottes wächst unser Inneres, heilt, gedeiht und wird kraftvoll. Das ist der Weg, den uns heute auch Stephanus zeigt.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich habe manchmal Angst davor, meinen Glauben öffentlich zu zeigen; sei es beim Mittagsgebet in der Kantine oder mit den Arbeitskollegen; sei es im Gespräch, wenn das Thema aufkommt. Lass diese Angst durch deine Wärme schmelzen und gibt meinem Herzen Kraft und Vertrauen. Verwurzle mich tief in deiner liebenden Gegenwart und sei du mein Fels und meine Burg.Danke, dass du mich reifen lässt und mich als Zeuge deiner Liebe in die Welt stellst.

„Herr, lass mich steh’n,

wo die Winde weh’n.

Und verschon’ mich nicht.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute einmal „öffentlich“ Zeugnis für meinen Glauben ablegen (indem ich z.B. mit jemandem über Weihnachten und seine Bedeutung spreche).